Die Insel - Ulf Kvensler

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Broschiert: 400 Seiten
    • Verlag:  Penguin Verlag, Deutsche Erstausgabe (11. Juni 2025)
    • Übersetzer: Sabine Thiele
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3328110887
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3328110880
    • Originaltitel: ‎ Brandmannen
    • Genre: Thriller


Penguin Kurzbeschreibung:
 Als Isak und Madde die Reise nach Gotland antreten, sind sie voller Zweifel. Wie wird nach Jahren des Schweigens das Wiedersehen mit Isaks Vater verlaufen? Der Vater, vor dessen Unberechenbarkeit Isak immer gewarnt wurde. Doch als das junge Paar auf der Insel ankommt, sind sie überwältigt von der Schönheit, die sie empfängt. Vor allem die makellose Eleganz des väterlichen Anwesens beeindruckt beide sehr – so sehr, dass sie alle Warnungen in den Wind schlagen. Schließlich erwartet sie ein unvergesslicher Sommer. Während die schwüle Luft über Gotland aufsteigt und am Strand Cocktails serviert werden, nehmen die Spannungen in der Gruppe zu. Isak und Madde streiten sich immer häufiger, und lange verschwiegene Geheimnisse der Familie werden ans Tageslicht gebracht. Trotzdem ahnt niemand, welche unheilvollen Folgen die Vergangenheit auf die Zukunft aller Beteiligter wirklich haben wird …

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur "Music meets book" Challenge

Meine Meinung:
"Die Insel" ist mein zweiter Thriller von Ulf Kvensler. Sein Vorgänger "Der Ausflug" war spannend, aber das offene Ende hat mich ziemlich enttäuscht zurückgelassen. Doch dann gab es bei Lovelybooks eine Verlosung und ich hatte ausnahmsweise einmal bei einem Thriller Glück. "Die Insel" hat nun meine Erwartungen erfüllt. Ich habe das Buch innerhalb von zwei Tagen ausgelesen!

Isak hat als Kleinkind seine Mutter und seine kleine Schwester bei einem Hausbrand verloren. Der Vater hat ihn daraufhin beim Großvater zurückgelassen, bei dem er aufgewachsen ist. Mittlerweile ist Isak Pfleger und lebt mit seiner Freundin  Madde in einer kleinen Wohnung in der Stadt. Als sich plötzlich nach zwanzig Jahren Funkstille sein Vater Fredrik meldet und ihn zu sich nach Gotland einlädt, fällt Isak aus allen Wolken. In der Zwischenzeit ist Fredrik ein berühmter Künstler geworden, dessen Bilder hohe Summen erzielen. Nachdem sein Vater erfahren hat, dass er an einem Gehirntumor leidet und bald sterben wird, möchte er Isak und Madde in seinem Haus auf die Insel Fårö bei Gotland einladen. Die Zweifel nagen an Isak, aber schlussendlich machen sich beide gegen den Rat des Großvaters auf nach Gotland, um noch eine gewisse Zeit zusammen zu verbringen. Doch ist das der einzige Grund, warum Fredrik Isak und Madde zu sich holen will? Und warum hat er sich zwanzig Jahre nicht gemeldet?

Die ersten Tage ist Isak überwältigt von Reichtum und dem Umfeld seines Vaters. Doch immer mehr hat man beim Lesen das Gefühl, dass er sein Leben immer weniger im Griff hat. Der gutmütige junge Mann lässt sich zu untypischen und gefährlichen Handlungen hinreißen und vom Vater manipulieren. Immer wieder quälen ihm Alpträume, die schrecklich real wirken. Alkohol und andere Rauschmittel werden vielfach konsumiert und geben weitere Rätsel betreffend Wahrheiten oder Fiktion auf.
Einige Kapitel, die immer wieder eingeblendet werden, machen die Geschichte noch rätselhafter, denn Isak sitzt in einer Haftanstalt ein. Erst zum Ende wird klar, welches Verbrechen er begangen hat. In Rückblenden erfährt man zusätzlich noch mehr aus seiner der Kindheit. Dieser Perspektivwechsel bringt zusätzliche Spannung in den gut konstruierten und fesselnden Plot. Der Schreibstil ist sehr dialoglastig und äußerst atmosphärisch. Wie bereits in "Der Ausflug" gelingt es dem Autor die Natur sehr bildhaft einzufangen. Auch die elitäre Kunstszene, in der sich Fredrik bewegt, wird ungeschönt dargestellt.

Die Figuren sind sehr vielschichtig gezeichnet. Isak war mir zu Beginn sehr sympathisch. Im Laufe der Geschichte verändert er sich jedoch und zeigt Verhaltensweisen, die ihn mir immer unsympathischer werden ließen. Sein Vater war hingegen von Beginn an ein Kotzbrocken! Ein Manipulator seinesgleichen! Menschliche Abgründe tun sich immer mehr auf, umso länger man liest! Gruselig und etwas unklar ist die Rolle von Barbro, die in Fredriks Haus wohnt.
Trotzdem fragt man sich immer wieder, was hier eigentlich dahinterstecken mag. Die dichte psychologische Spannung hält sich bis zum Ende aufrecht. 
Die teilweise düstere Stimmung und zahlreiche Wendungen lassen einem misstrauisch werden und man weiß bald nicht mehr, wem man trauen kann und wer die Wahrheit spricht. Szenarien wie diese, mag ich sehr.

Ab einem gewissen Zeitpunkt war ein Teil der Handlung vorhersehbar, was den Überraschungseffekt etwas gelindert hat. Der Spannungsbogen blieb aber trotzdem hoch und es gab noch einige Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet hatte.

Cover:
von links nach rechts:
das dänische, das englische, französische und schwedische Originalcover 

Fazit:
Ein psychologischer Thriller, der nicht nur die Figuren in der Geschichte, sondern auch die Leser manipuliert. Spannung vom Feinsten und vielschichtige Charaktere erzeugen einen fesselnden Thriller, den ich gerne weiter empfehle!


Vielen Dank an den Penguin Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

Aschesommer - Benjamin Cors

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    • Taschenbuch: 432 Seiten
    • Verlag:‎ dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG; 2. Auflage (15. Mai 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3423220988
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423220989
    • Genre: Thriller
    • Reihe: ja - Band 2 um die Ermittlergruppe 4


dtv Kurzbeschreibung:
In der brütenden Hochsommerhitze markiert der Fund zweier Leichen in einem Kühlhaus den Beginn einer beispiellosen Mordserie. Jakob Krogh und Mila Weiss ahnen schon in den ersten Stunden, dass sie es mit einem äußerst intelligenten und penibel planenden Täter zu tun haben müssen. Gemeinsam mit ihrem Team – der Sonderermittlungsgruppe 4 – müssen sie all ihre Kräfte aufbieten, um das Sterben zu stoppen. Doch die Tatsache, dass der Hauptverdächtige in einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt sitzt, macht die Jagd auf den gnadenlosen Mörder nicht einfacher …

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Nachdem ich "Krähentod" von Benjamin Cors gelesen habe, freute ich mich schon auf seinen neuen Thriller um die Sonderermittlergruppe 4 mit Jakob Krogh und Mila Weiss. Während mich der erste Band noch nicht ganz für eine Höchstbewertung überzeugen konnte, hat es "Aschesommer" nun geschafft. 

Über eine mysteriöse Todesanzeige mit Koordinaten zur "Trauerfeier" finden Jakob und Mila auf einem verlassenen Bauernhof eine Tiefkühlkammer mit zwei erfrorenen Leichen. An der Wand eine rätselhafte Botschaft in Asche geschrieben: "Das Sterben hat begonnen".
Weitere Todesopfer mit derselben Botschaft folgen und führen das Team zu Paläontologen Jan-Christian Bode. Der Wissenschaftler sitzt jedoch seit acht Jahren in einer psychiatrischen Einrichtung, nachdem er zwei Studenten und seine Frau brutal ermordet hat. Als er noch als Wissenschaftler gearbeitet hat, schrieb er einige Bücher über das Massensterben im Laufe der Erdgeschichte. Die Botschaften aus Asche erinnern an seine Werke, jedoch kann Bode nicht der Täter sein. Wer steckt also hinter den brutalen Morden? Und kann das Sonderermittlerteam diese stoppen?

Benjamin Cors hält sich nicht mit viel Geplänkel auf, sondern wir steigen direkt ins Geschehen ein. Die Morde und die Ausführung sind grausam und werden bildhaft beschrieben. Generell ist der Schreibstil temporeich, atmosphärisch und dialoglastig. Die brütende Sommerhitze und die Zeit, die den Ermittlern davon läuft, ist immer im Hintergrund spürbar. Atmosphärisch ist der Thriller wirklich gelungen.

Die Ermittler, die ich im ersten Band der Reihe noch mit "es gibt noch etwas Potenzial nach oben" bei der Charakterzeichnung beschrieben habe, sind mir im zweiten Band schon ans Herz gewachsen. Vor allem die quirlige IT-lerin Lucy ist eine absolute "Marke" und bringt Schwung in die Gruppe. Umso schöner wäre es, noch mehr über den Hintergrund der weiteren Teammitglieder zu erfahren.
Einige Gerüchte um den Fortbestand des Teams wecken hingegen Zweifel bei der Gruppe 4. Staatsanwalt Sattmann möchte Einsparungen treffen und die "Doppelspitze" mit nur einem Top-Ermittler ersetzen. Natürlich wird - wie immer - der männliche Part bevorzugt. Doch Jakob lehnt diesen Vorschlag kategorisch ab.

Psychopath Jan-Christian Bode wird sehr komplex und beängstigend dargestellt. Er ist ein hochintelligenter Manipulator und Planer. Beim Lesen erhält man ein sehr ungutes Gefühl, wenn er auftaucht. Immer wieder ist er den Ermittlern voraus und spielt seine Überlegenheit gekonnt aus.
Das Thema bzw. der Plot für die Mordfälle fand ich sehr interessant und ist Neuland.
Auch wenn ich Ermittler mit persönlichen Problemen, die noch immer gegen ihre eigenen Dämonen kämpfen, bei Thriller immer mehr aus dem Weg gehe, hat mich der hohe Spannungsanteil und die fesselnde Erzählweise davon abgelenkt. Trotzdem gibt es eine kleine Kritik! Die Schuldgefühle und die vorhandenen "Dämonen" müssen nicht laufend wiederholt werden. Als Leser weiß man bereits davon...

Die Spannung ist von der ersten Seite an hoch und die temporeiche Erzählweise lässt einem kaum Luft holen. Zum Ende hin gibt es noch zwei überraschende Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet habe.
Der Fall wird logisch aufgeklärt und lässt keine Fragen offen.

Die verwelkte Sonnenblume am Cover ist absolut gelungen, denn sie passt hervorragend zum Inhalt. Da muss ich dem Verlag gratulieren!

Wer den ersten Band "Krähentage" noch nicht gelesen hat, sollte sich eher an die chronologische Reihenfolge halten, denn in "Aschesommer" werden einige Geheimnisse aus dem ersten Band preisgegeben!

Fazit:
Temporeich, spannend, grausam - ein absoluter Pageturner, den ich allen Thrillerfans gerne weiterempfehle. Ich rate jedoch zuvor den ersten Band zu lesen!



Gold aus der Wiener Werkstätte - Beate Maly

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    • Taschenbuch: 256 Seiten
    • Verlag : ‎ Emons Verlag (22. Mai 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3740823739
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3740823733
    • Genre: Historischer Kriminalroman
    • Reihe: ja  Band 2 der Wiener Werkstätte



Emons Kurzbeschreibung:
Wien, 1906: In einem Hotel wird die Leiche einer Prostituierten aufgefunden. Der auffällige Schmuck der jungen Frau führt Ermittler Max von Krause erneut zur Wiener Werkstätte, wo er Lili Feigl wiedertrifft. Als Lili auf eigene Faust nach dem Käufer des Schmucks sucht, stößt sie auf ein Netz aus Lügen und Intrigen, das bis in die höchsten Kreise Wiens reicht. Gemeinsam versuchen sie, den Täter zu entlarven, doch die Zeit scheint gegen sie zu spielen, denn schon bald geschieht ein weiterer Mord ... "Gold aus der Wiener Werkstätte" von Beate Maly enthüllt die dunkle Seite des historischen Wien. Der Kriminalroman besticht durch tiefgründige Charaktere, eine spannende Handlung und lebendige Einblicke in die Wiener Gesellschaft des frühen 20. Jahrhunderts. Ein Muss für Fans historischer Krimis und starker Ermittlerinnen.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur ABC Challenge

Meine Meinung:
Mit "Gold in der Wiener Werkstätte" sind wir zum zweiten Mal mit Ermittler Max von Krause und Lilli Feigl im Wien Anfang des 20. Jahrhunderts unterwegs.
Lilli ist mittlerweile fest als Putzfrau in der Wiener Werkstätte angestellt und steht auch diesmal neben Max im Fokus der Handlung.
Als in einem Hotel eine Prostituierte tot aufgefunden wird, soll der Mord an der Frau auf Befehl von Oberkommissar Sobotka, Max von Krauses Vorgesetzten, vertuscht werden. Sobotkas Cousin ist der Inhaber des Hotels Kaiserkrone, dem der Ruf des Hauses wichtiger ist, als die Aufklärung eines Mordfalles. Max denkt jedoch nicht daran den Befehl zu befolgen, vor allem nachdem er wertvollen und auffälligen Schmuck bei der Toten gefunden hat. Dieser wurde eindeutig in der Wiener Werkstätte gefertigt. Darum führt sein Weg wieder zu Lilli Feigl, die das Schmuckstück sofort wiedererkennt. Die künstlerisch begabte Lilli hat den Entwurf nämlich mitkreiert, nachdem sie Goldschmied Alfred Pribil etwas zur Hand gegangen ist, der sie - natürlich unentgeltlich - um Hilfe bat. Lilli fällt jedoch auf, dass nicht die Initialen der Wiener Werkstätte, sondern statt den beiden "W"s zwei "M" eingraviert sind. Hat Pribil gegen den Code der Wiener Werkstätte verstoßen, die nur Unikate herstellen darf? 
Als eine weitere Tote aufgefunden wird, die ebenfalls dieselben Schmuckstücke in ihrem Besitz hat, muss Pribil zugeben, dass er insgesamt drei Kopien der Schmuckstücke angefertigt hat. Wird es noch zu einen weiteren Mord geben? Lilli und Max versuchen beide auf ihre Weise dem Täter auf die Spur zu kommen....

Beate Maly hat sich diesmal an einem realen Fall orientiert, der 1906 ein riesiger Skandal war. Die Bordellbesitzerin Regine Riehl hat jahrelang sehr junge Mädchen ihren Eltern abgekauft, sie eingesperrt und als Prostituierte arbeiten lassen. Riehl hatte Männer aus den höchsten gesellschaftlichen Reihen und auch Polizeibeamte als Kunden. Diese sahen bei diversen Kontrollen einfach weg und überließen die Mädchen ihrem Leid. 

Max von Krause hat diesmal sehr starken Gegenwind von seinem Vorgesetzten Sobotka, der gegen ihn arbeitet. Zusätzlich sonnt er sich in Max Erfolgen und gibt diese als seine aus, während er täglich im Kaffeehaus sitzt und dem Nichtstun frönt.
Auch in der Wiener Werkstätte erleiden die weiblichen Künstlerinnen ähnliches. Während Männer sich in allen Sparten künstlerisch betätigen dürfen, sind diese für Frauen eingeschränkt. Oftmals wird auch statt der eigentlichen Künstlerin ein männlicher Name auf dem Kunststück verewigt. 
Sehr gefallen hat mir, dass wir diesmal auch wieder Fanny Harflinger-Zakucka in der Wiener Werkstätte begegnen dürfen, die in meinem Geburtsort geboren wurde und die ich bereits bei meiner Bloggerpost zur Lesung von Beate Maly *klick* erwähnen durfte.

Die Charaktere sind wieder sehr lebendig beschrieben. Max Mutter ist ein Unikat aus alten, aber verarmten Adelsgeschlecht, die unbedingt ihren Sohn standesgemäß verheiratenwill. Nach wie vor ist sie mit seiner Berufswahl nicht einverstanden und zieht im Hintergrund ihre Fäden für eine Beförderung ihres Sohnes. So muss Max nicht nur vor seinem Vorgesetzten "fliehen", sondern auch von seiner Mutter.
Auch Lilli muss sich weiterhin um ihren alkoholkranken Vater sorgen, der immer wieder neue Schulden anhäuft. Zusätzlich kümmert sie sich auch um die Kinder ihrer verarmten Nachbarin Grete, die auf nicht ganz legale Art Geld zu verdienen versucht. Dabei gerät sie unweigerlich in Gefahr...

Beate Maly hat die damalige Zeit wieder hervorragend eingefangen. Die Einwohner Wiens, die aus Menschen aus der reichen Oberschicht, verarmten Adeligen, Handwerkern und Tagelöhnern besteht - sind ein buntes Sammelsurium und lassen tief in die damalige Wiener Gesellschaft blicken. 
Die Autorin hat einige (alt-)österreichische Wörter verwendet, die noch mehr Lokalkolorit verströmen. Die oft spritzigen Dialoge runden den Gesamteindruck hervorragend ab. Wieder ein absolut gelungener historischer Krimi!

Fazit:
Ein sehr gelungener Kriminalroman im alten Wien um die Jahrhundertwende. Ich freue mich, dass es mit Ermittler Max von der Krause und Lilli Feigl weitergeht und wir weitere Einblicke in die Welt der Wiener Werkstätte bekommen. Mir hat das Lesen wieder sehr viel Spaß bereitet und ich freue mich bereits auf den - hoffentlich kommenden - dritten Band.


Vielen Dank an den Emons Verlag für das Rezensionsexemplar!

Beeren pflücken - Amanda Peters

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    • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
    • Verlag:‎ HarperCollins Hardcover, 2. Auflage (15. April 2025)
    • Übersetzer: ‎Brigitte Jakobeit
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3365009442
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3365009444
    • Originaltitel: ‎ The Berry Pickers
    • Genre: Gegenwartsliteratur, Roman


HarperCollins Kurzbeschreibung:
 Juli 1962. Eine Mi'kmaq-Familie aus Nova Scotia kommt in Maine an, um den Sommer über Blaubeeren zu pflücken. Einige Wochen später ist die vierjährige Ruthie verschwunden. Sie wird zuletzt von ihrem sechsjährigen Bruder Joe gesehen, als sie auf ihrem Lieblingsstein am Rande eines Beerenfeldes sitzt. Ihr Verschwinden wirft Rätsel auf, die Joe und seine Familie verfolgen und fast 50 Jahre lang ungelöst bleiben.
In Maine wächst ein Mädchen namens Norma als Einzelkind in einer wohlhabenden Familie auf. Ihr Vater ist emotional distanziert, ihre Mutter erdrückend überfürsorglich. Norma wird oft von wiederkehrenden Träumen geplagt. Mit zunehmendem Alter ahnt sie, dass ihre Eltern ihr etwas verheimlichen. Da sie nicht bereit ist, von ihrem Gefühl abzulassen, wird sie Jahrzehnte damit verbringen, dieses Geheimnis zu lüften.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Jedes Jahr im Sommer kommt eine indigene Mi'kmaq Familie als Erntehelfer von Nova Scotia nach Maine. Im Sommer 1962 verschwindet die vierjährige Ruthie, die jüngste der fünf Kinder, spurlos. Besonders Joe, der jüngste Bruder, der Ruthie besonders nahe stand, leidet sehr darunter. Er war der Letzte, der sie gesehen hat und gibt sich seither die Schuld an ihrem Verschwinden. Die Polizei ignoriert das Abhandenkommen des kleinen Mädchens, denn die Familie sei nur als Farmhelfer hier und hätte eben besser aufpassen sollen. Als Indigene haben sie kaum Rechte, werden diskriminiert und nach dem Vorfall versucht man der Familie auch noch die anderen vier Kinder wegzunehmen. Dies weiß der Vater jedoch zu verhindern. Die darauffolgenden Jahre kommen die Eltern und Geschwister wieder nach Maine zum Beeren pflücken und suchen weiter nach Spuren von Ruthie - doch leider erfolglos.

In einem zweiten Handlungsstrang erzählt die Autorin von Norma. Sie wächst in Maine bei einer emotional distanzierten Familie auf. Besonders die Mutter ist überfürsorglich und lässt Norma kaum aus dem Haus. Das Mädchen leidet unter wiederkehrenden und quälenden Träumen, die sie beunruhigen, jedoch mit den Jahren verschwinden.
Als Leser weiß man von Beginn an, dass Norma Ruthie ist, doch was damals passiert ist und ob Ruthie jemals wieder ihre Familie findet, wird erst am Ende des Romans aufgeklärt. 

Erzählt wird abwechselnd aus der Sicht von Joe und Ruthie/Norma. Wir begleiten die beiden über fünf Jahrzehnte. Der Schreibstil ist einfühlsam und bildhaft. Der Aufbau des Romans ist gelungen und hat mich von der ersten Seite an begeistert. Obwohl man von Beginn an weiß, dass Nora die verschwundene Ruthie ist, bleibt die Geschichte durchgehend spannend. 
Die Charaktere sind lebendig und authentisch. Sie haben Stärken und Schwächen und man fühlt sich ihnen nahe.
Joe ist in der Gegenwart Ende Fünfzig und schwer krank. Er erinnert sich an Ruthies Verschwinden und erzählt von seinem rastlosen Leben, seinem Suchen und seinen Schuldgefühlen. Er geht engen Bindungen aus dem Weg und verhält sich teilweise verantwortungslos gegenüber anderen Mitmenschen.
Auch Norma hat Schwierigkeiten mit Bindungen. Sie hat durch die traumatischen Verhaltensweise ihrer Mutter, die einige Fehlgeburten verkraften musste, ähnliche Ängste und verweigert Gefühle. Zusätzlich fühlt sie sich immer irgendwie fremd in ihrer weißen Familie.
Die Entführung hat auf beide Familien weitreichende Auswirkungen und begleitet alle ihr Leben lang. Ich habe mit all den Menschen aus Ruthies Familie mitgelitten und das Ende hat mich sehr berührt.

Die Autorin spricht im Roman immer wieder die Stellung der Indianer an. Es ist leider bekannt, dass damals indigene Kinder bewusst in weiße Pflegefamilien oder in Heime gebracht wurden, um sie "kulturell" anzupassen. Die Autorin hat selbst zum Teil indigene Abstammung und kann aus Erfahrungen aus ihrer Familie schöpfen.

Cover:
von links nach rechts:
das englischsprachige Original, die Cover aus den Niederlanden, Italien, Serbien, der Ukraine, Arabien und Tschechien

Fazit:
Ein eher ruhiger, aber sehr berührenden Debütroman (!), der mich von der ersten bis zur letzten Seite mit den Figuren mitfühlen hat lassen. Auch die schwierige Situation der indigenen Bevölkerung in der Gesellschaft wird gut beleuchtet. Ein Roman, der unter die Haut geht und noch lange nachhallt. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!

Vielen Dank an das Bloggerportal von Harper Collins für das Rezensionsexemplar!

Im Meer der Himmel - Helen M. Sand

    Die Bildrechte liegen bei der Autorin

     



    • Taschenbuch: 328 Seiten
    • Verlag: ‎ Simone Schönung (Nova MD), Erstauflage, ‎ 28. April 2025
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3690282438
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3690282437
    • Genre: Gegenwartsliteratur



Amazon Kurzbeschreibung:
 Zoe Jäger hat alles, was sie sich je gewünscht hat: eine vielversprechende Karriere, einen liebevollen Freund und ein scheinbar perfektes Leben. Doch als Tobi ihr gesteht, dass er niemals Kinder will, zerbricht ihr Traum von der gemeinsamen Zukunft in tausend Scherben. Da kommt ihr das Angebot der jungen Studentin Lily gerade recht: eine Spurensuche nach Lilys verstorbener Mutter in Wales. Ein spontaner Roadtrip, weit weg von allem, was Zoe bisher kannte – und mitten hinein in ein Abenteuer voller Geheimnisse, neuer Begegnungen und unerwarteter Wendungen. Was sie in Wales entdecken, verändert alles: Eine mysteriöse Vergangenheit: Wer war Lilys Mutter wirklich?

Meine Bewertung: * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Bei Sabine von Buchmomente habe ich den Roman von Helen M. Sand und ihre begeisterte Rezension dazu gesehen. Deshalb habe ich mich gefreut eine Leserunde zu "Im Meer der Himmel" bei Lovelybooks zu entdecken. Obwohl Sabine und ich einen sehr ähnlichen Lesegeschmack haben, konnte mich die Geschichte nicht wirklich abholen.

Zoe ist Biologin und Lily ihre studentische Hilfe. Die beiden jungen Frauen verstehen sich sehr gut, jedoch hat jede von ihnen ihr Päckchen zu tragen. Zoe ist gerade frisch getrennt und leidet unter Liebeskummer und Lily möchte endlich mehr über ihre Mutter wissen, die kurz nach ihrer Geburt verstorben ist. Kurz entschlossen begeben sich die beiden Frauen auf einen Roadtrip nach Wales, wo Lilys Mutter ursprünglich lebte. Im alten VW Bus von Zoe reisen sie über London nach Wales und erhoffen sich Antworten.

Schon der Einstieg hat mir Probleme bereitet. Helen M. Sand erzählt aus zwei Perspektiven und zwar aus der Sicht von Zoe und von Lily. Diese Ebenen wechseln jedoch in der ersten Hälfte des Buches so schnell hintereinander ab, dass ich im Lesefluss laufend unterbrochen wurde. Oftmals ist eine Sichtweise gerade mal eine Seite lang, dann wird schon wieder gewechselt und zwei Seiten danach wiederum. Dann kommen noch Handlungsstränge aus der Vergangenheit dazu oder Träume von Zoe. Normaler Weise habe ich damit keine Probleme, doch hier fand ich einfach nicht in die Handlung hinein. Auch die beiden Charaktere blieben mir leider fremd. Zoe stufte ich zu Beginn viel älter ein, als sie ist. Immer wieder sind ihre Gedanken bei Tobi, ihrem Ex-Freund und diese werden immer wieder durchgekaut. Lily ist eine sehr begeisterungsfähige und impulsive junge Frau, die Zoe zwar ablenkt und mitnimmt in ihrer überschäumenden Art, aber oftmals auch unüberlegt reagiert. 
Im Laufe ihrer Reise wird ihre Freundschaft immer enger und sie erleben einen wirklich spannenden Roadtrip. Zum Ende hin wird es dann etwas dramatisch...

Die bildhafte Beschreibung der Landschaften und der Menschen hat mir gefallen und auch manche der Figuren, auf die die jungen Frauen während ihrer Reise treffen, allen voran Kathryn, die beste Freundin von Lilys Mutter.
Was mir etwas "aufgestoßen" ist, ist die etwas befremdliche Personenbezeichnung einer "Frau in den Wechseljahren". Woran lässt sich das optisch festmachen?  Und warum wird eine Frau nur mit diesem Merkmal beschrieben? Ich finde diese Aussage sehr negativ behaftet und ungewöhnlich. 
Leider konnte mich der Roman nicht wirklich abholen, was ich sehr schade finde.

Fazit:
Für mich war "Im Meer der Himmel" leider eine Enttäuschung. Mich konnte der Roman gar nicht abholen. Das ist allerdings nur meine Meinung und mein Geschmack. Insgesamt wurde die Geschichte sehr gut bewertet und auch Sabine mochte sie sehr. Deshalb bildet euch bitte eure eigenen Meinung zum Buch!

Vielen Dank an Lovelybooks und an die Autorin für das Rezensionsexemplar!

Sabines Rezension *klick*

Pfotenglück und Sommerwellen - Petra Schier

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 384 Seiten
    • Verlag: ‎ HarperCollins Taschenbuch; 1. Edition (15. April 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3365006117
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3365006115
    • Genre: Liebesroman
    • Reihe: Band 8 der Lichterhaven Reihe


HarperCollins Kurzbeschreibung:
Isalie Charlotte Hansen hat sich ihren größten Traum erfüllt und ist als Influencerin von Hamburg aus durchgestartet. Ihre Kanäle, auf denen sie Marketingtipps gibt, haben Hunderttausende Follower und sie ist bei Unternehmen als Beraterin gefragt. Doch als sie einen Auftrag von einem Bauernhof an der Küste erhält, betritt Isalie Neuland. Nicht nur, dass sie sich mit der neuen Materie auseinandersetzen muss, auch Max, der schlecht gelaunte Sohn ihrer Auftraggeberin, legt ihr so manchen Stein in den Weg. Dabei findet Isalie Max eigentlich ganz attraktiv. Jetzt muss sie ihn nur noch davon überzeugen, dass auch in ihr, dem Stadtkind, mehr steckt.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur ABC Challenge

Meine Meinung:
Wir sind wieder in Lichterhaven unterwegs - bereits zum achten Mal. Es ist immer wie ein nach Hause kommen, wenn ich zu den Sommerromanen von Petra Schier greife, die im fiktiven Ort an der Nordseeküste spielen. Man kennt bereits einige der Einwohner und ihre Geschichten aus den Vorgängerbänden. Da viele untereinander befreundet sind oder sich irgendwie anders über den Weg laufen (Tierarzt, Restaurant, Vereine...) hat man die Figuren schnell wieder parat.
Für alle, die einen Roman aus der Reihe lesen wollen - man kann sie trotzdem unabhängig voneinander lesen!

Diesmal geht es um Max, der von seiner Frau verlassen wurde und das alleinige Sorgerecht für seine beiden Kinder Jonathan und Lily bekommen hat. Die Scheidung hat ihm jede Menge Geld gekostet. Er musste Felder und Tiere verkaufen und weiß nicht, wie es weitergehen soll. Sein geliebter Hof steht kurz vor dem Ruin. Seine Mutter kommt auf die Idee eine Unternehmensberaterin auf den Hof kommen zu lassen. Die von ihr ausgewählte Frau fällt jedoch bei Max sofort durch. Isalie ist zwar Unternehmerin und auch wahnsinnig erfolgreich, aber vor allem Influencerin, zu jung und kommt aus Hamburg. Wie soll eine Großstadtpflanze, die noch nicht einmal die Dreißig erreicht hat, Ahnung von einem Bauernhof haben? Max ist mehr als skeptisch und hofft, dass Isalie so schnell wie möglich Lichterhaven wieder verlässt. Außerdem hält er überhaupt nichts von Instagram und TikTok. Max Abneigung weckt Isalies Ehrgeiz. Sie informiert sich über Möglichkeiten betreffend des Hofes, liest sich in die Materie ein und fühlt sich bald in Lichterhaven sehr wohl. Sie versteht sich gut mit den Kinder und Neufundländer Samson fasst bald Vertrauen zur ihr.

Die Liebesgeschichte entwickelt sich sehr langsam. Sowohl Max, als auch Isalie haben Zweifel, ob es überhaupt eine Zukunft für sie geben kann. Hier prallen doch zwei sehr unterschiedliche Welten aufeinander. Im Vordergrund des Romans steht eindeutig Max, der Hof und seine Familie, während der Slow Burn in den Hintergrund tritt. 

Wie in jedem Sommer- und Winterroman der Autorin spielt natürlich wieder ein Hund eine Rolle. Ich empfand die Anteile diesmal aber etwas geringer. Samson ist ein junger Neufundländer, der ausgesetzt wurde und seitdem trauert. Er verweigert jede weitere Interaktionen mit den Menschen, die ihn sowieso wieder verlassen. Eines Tages sitzt er auf der Wiese vor Max Bauernhof und beobachtet die Hühner. Christina von der Hundeschule hat ihn vorübergehend aufgenommen und sucht ihn bereits verzweifelt. Samson hat das Herz von Max, Isalie und den Kindern rasch gewonnen und darf vorerst als Pflegehund bei ihnen einziehen.
Wie immer sind die Gedanken der Hunde in kursiver Schrift dargestellt. Das langsame Wiederkehren von Samsons Lebensfreude wird sehr stimmig erzählt. Seine Gedanken, könnten genauso sein, wie Petra Schier sie ihm in ins Maul gelegt hat. 
Wie immer schreibt die Autorin stimmungsvoll und locker leicht. Die humorvollen Dialoge sorgen für gute Unterhaltung und die bildhaften Beschreibungen des Settings vermittelt Urlaubsstimmung. Die Figuren sind sympathisch und die, die ich bereits aus den anderen Büchern der Reihe kenne, sind mir schon sehr ans Herz gewachsen. Lichterhaven ist ein wunderbarer Wohlfühlort für mich geworden.

Fazit:
Ein weiterer Wohlfühlroman, der Urlaubsstimmung verbreitet und den man entspannt auf der Terrasse oder am Strand lesen kann. Ich war wieder gerne in Lichterhaven unterwegs und freue mich schon auf den kommenden Sommer auf eine Rückkehr an die Nordseeküste.


Vielen Dank an Harper Collins und an die Autorin für das Rezensionsexemplar!

Die Lichterhaven Reihe:

  1. Körbchen mit Meerblick
  2. Vier Pfoten am Strand  *Rezi*
  3. Strandkörbchen und Wellenfunkeln  *Rezi*
  4. Die Liebe gibt Pfötchen  *Rezi*
  5. Vier Pfoten im Sommerwind  *Rezi*
  6. Nur eine Fellnase vom Glück entfernt  *Rezi*
  7. Kuschelglück und Gummistiefel  *Rezi*

Über den Wolken wohnen die Träume - Meike Werkmeister

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 672 Seiten
    • Verlag: ‎ Goldmann Verlag, Originalausgabe, Edition: ‎ 23. April 2025
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3442495156
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3442495153
    • Genre: Gegenwartsliteratur, Roman


Goldmann Kurzbeschreibung:
Voller Vorfreude fliegt die 17-jährige Morlen nach Cardiff-by-the-Sea, einen kleinen Küstenort südlich von Los Angeles. Hier wirkt alles irgendwie größer als zu Hause auf Norderney: die Häuser, die hoch gewachsenen Palmen, die riesigen Pazifikwellen. Heather, eine alte Freundin ihrer Mutter, empfängt sie mit offenen Armen, doch die Stimmung zwischen ihr und ihrem Ehemann Gary ist längst nicht so gut wie das kalifornische Wetter. Während Morlen versucht, ihre Gefühle für Surferboy Charlie und Gastbruder Tom zu sortieren, träumt Heather insgeheim davon, selbst noch mal ein Abenteuer zu erleben. Werden sie beide ihr Glück finden?

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur "Music meets books" Challenge

Meine Meinung:
Der neue Roman von Meike Werkmeister hat mich diesmal von Beginn an begeistert. Durch das Setting in Kalifornien (anstelle der Nordsee) und zwei statt einer Protagonistin, empfand ich den neuen Roman irgendwie anders, als ihre Vorgänger. Für mich ist es das bisher beste Buch von Meike Werkmeister.

Die nun 17-jährige Morlen wird einigen Leserinnen durchaus bekannt sein, denn sie war bereits in Meike Werkmeisters Debütroman "Sterne sieht man nur im Dunkeln" und auch bei "Über dem Meer tanzt das Licht" dabei.
Morlen hat von der Schule genug und möchte die weite Welt kennenlernen. Ihre Mutter Maria schickt sie deshalb von Norderney ins sonnige Kalifornien nach Cardiff-by-the-Sea zu ihrer Freundin Heather. Dieser ist soeben das Au Pair Mädchen abhanden gekommen und Morlen soll kurzerhand einspringen bis die Agentur jemanden neuen schickt. Maria fühlt sich mit dieser Vereinbarung sicherer, als wenn ihre Tochter alleine als Backpackerin herumreisen würde und Heather ist kurzfristig auch geholfen. Diese steckt zur Zeit in einer Krise und ist völlig überfordert. Ihr Sohn Tom hat große Schwierigkeiten in der Schule und kapselt sich völlig ab. Nesthäkchen Hazel ist leidenschaftliche Golfspielerin. Sie leidet an Diabetes und braucht besondere Aufsicht. Nur Ellie, die Älteste der drei Kinder, scheint eine Art Überflieger zu sein. Sie ist Klassenbeste, jobbt nebenher und ist allseits beliebt. Dazu kommt noch Labradoodle Curly. Vater Gary ist hingegen die meiste Zeit nicht zuhause und Heather ist mit ihrem Job und den Kindern völlig überfordert. Auch in der Ehe kriselt es gewaltig...
Morlen wird herzlich aufgenommen und freundet sich sehr schnell mit Ellie an. Ihr ist jedoch nicht ganz klar, dass sie nicht nur zum Vergnügen in Kalifornien ist, sondern auch mithelfen soll - was zu weiteren Anfangsproblemen führt...

Mit Ellie geht Morlen zum Surfen und auch Heather macht sie mit ihren Freundinnen, den "Surfing Moms" bekannt. So lernt Morlen auch den selbstbewussten Charlie kennen, den Sohn von Heathers Freundin, der mit ihr flirtet. Doch Morlen verbindet mehr mit ihrem Gastbruder Tom, der sich ähnlich alleine und unverstanden fühlt, wie sie.
Heather kämpft hingegen mit der Abwesenheit ihres Ehemannes. Alles liegt auf ihren Schultern und Gary versteht nicht, was sie bedrückt. So kommt ihr Surfer Jackson, der Freiheit und Lebensfreude versprüht, immer interessanter vor.
Man kann sich leicht in die beiden Frauen hineinversetzen, die zwar unterschiedliche Probleme haben, aber von denen man selbst einige kennen wird.

Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht von Morlen und von Heather erzählt. Durch die beiden Frauen, die altersmäßig Mutter und Tochter sein könnten, sprechen die Themen, die Meike Werkmeister diesmal im Gepäck hat, Leserinnen vieler Altersklassen an. Es geht um Überforderung, fehlende Anerkennung, Vertrauensverlust, Selfcare, Einsamkeit und der Suche nach Glück. Beide Frauen sind auf der Suche nach sich selbst. Durch die zwei Sichtweisen kommt man der Gedanken- und Gefühlswelt von Morlen und Heather sehr nahe. Jeder einzelne Charakter ist emotional nachvollziehbar.

Trotzdem verbreitet die Geschichte auch summer-vibes mit dem Setting in Kalifornien, den Beachpartys und dem großen Thema Surfen. 
Obwohl der Roman 650 Seiten hat, bin ich durch diese nur so geflogen. Ich war direkt vor Ort, spürte die Wellen und das Salzwasser auf meiner Haut und habe die im untergehenden Sonnenlicht pinkfarbigen Palmen bestaunt.

Als Bonus gibt es eine Playlist mit Songs, einem kleinen Surf-Lexikon, tollen Zeichnungen und eine Karte der genannten Locations.

Fazit:
Ein Sommerroman, den ich innerhalb kurzer Zeit verschlungen habe. Die Geschichte ist tiefgründig und spricht durch die beiden Frauen aus verschiedenen Generationen auch mehr Leser an. Ein wunderbarer Sommerroman mit Tiefe, den ich sehr gerne weiter empfehle!



 

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