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Die letzte Schuld - Heidi Rehn

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

     

    • Taschenbuch: 364 Seiten
    • Verlag: ‎ Aufbau Taschenbuch; 1. Edition (15. November 2021)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3746637082
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3746637082
    • Genre: Historischer Krimi
    • Reihe: ja - Band 2 um Emil Graf



Aufbau Kurzbeschreibung:
München, 1946. In einer Siedlung am Nordrand der Stadt wird die Leiche einer Frau gefunden. Am Tatort begegnet Mordermittler Emil Graf ausgerechnet der jungen Reporterin Billa Löwenfeld, die mit ihrer neuen Reportage Licht ins Dunkel der Verbrechen der Nationalsozialisten bringen will. Im Zuge ihrer Recherchen macht sie den ehemaligen Blockwart der Siedlung ausfindig. Nur widerwillig räumt er ein, dass seine Frau spurlos verschwunden ist. Billa und Emil suchen nach weiteren Hinweisen und kommen einem Geheimnis auf die Spur, das sie bis in die Keller des Hauses der Kunst – Hitlers vormaligen „Kunsttempel“ – führt ... 

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Dies ist der zweite Teil der Reihe rund um Kommisar-Anwärter Emil Graf und der Journalistin Billa von Löwenfeld.
Auch diesmal treffen die beiden am Tatort aufeinander, als Billa quasi über eine Leiche stolpert. Emil ist überrascht sie wiederzusehen. Kurz nach dem letzten Fall ist Billa mit ihrer Mutter Lilo plötzlich nach Amerika verschwunden. Billa recherchiert im Moment im Auftrag der Amis wegen angeblich falsch ausgestellten Persilscheinen für ehemalige NS-Anhänger. Viel zu viele wollen sich von der braunen Vergangenheit freikaufen. Dabei ist ihnen jedes Mittel recht. Billa und ihre Freundin Lydia erkunden daraufhin die Siedlung am Nordrand der Stadt und treffen auf einem ehemaligen Blockwart, der im Haus der Kunst arbeitet. Dorthin führt auch eine Spur, die Emil verfolgt. Unter den Amerikanern ist nationalsozialistische Kunst begehrt und wird zu horrenden Preisen gekauft. Und im Haus der Kunst wird auch fleißig damit gehandelt. 

Heidi Rehn hat wieder einen komplexe Geschichte erschaffen, die abwechselnd aus der Sicht von Billa und Emil erzählt wird. Die Nachkriegsatmosphäre hat Heidi Rehn wieder perfekt dargestellt. Der Unterschied der einzelnen Stadtteile wird sehr bilhaft beschrieben. Während einige davon furchtbar zerbombt sind, sind in einzelnen Vierteln viele pompöse Villen unbeschadet. Die Stadt München verändert sich bereits, doch vieles liegt noch im Argen. Zusätzlich habe ich diesmal viele neue Informationen zu dieser Zeit erhalten, obwohl ich so viel in dieser Zeitspanne lese. Auch die Atmosphäre in der Nordrand Siedlung wird perfekt aufgegriffen. Das Thema der Entnazifizierung und der Umgang der mit Nazi-Kunst zu dieser Zeit hat dem Krimi einen besonderen Touch verliehen..

Emil ist in der Zwischenzeit etwas mehr in seinem Beruf angekommen, allerdings quält ihm die Schuld als Mittläufer noch immer. Sein Bruder Fritz bekommt diesmal eine wichtigere Rolle zugeteilt. Mir gefällt es auch, wie die Emils Vorgesetzter Joe und Billa's Chauffeur Sam auch im zweiten Teil wieder mit in die Handlung einbezogen werden. Der deutsch-amerikanische Austausch funktioniert hier sehr gut. 

Der Fall ist spannend und ich habe die ganze Zeit über mitgerätselt, wer und was hinter dem Mord stecken könnte. Die historischen Zusammenhänge sind perfekt recherchiert worden. Das Ende kam mir dann jedoch ein bisschen zu plötzlich. Es wirkte für mich zu schnell und überhastet.

Fazit:
Auch der zweite Teil des historischen Krimis um Emil Graf und Billa von Löwenstein hat mir wieder gut gefallen und mir außerdem neue Informationen zur Nachkriegszeit geliefert. Ich hoffe die Reihe wird noch fortgesetzt!

 Vielen Dank an den Aufbau Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar und für die Begleitung der Autorin, die uns immer punkto Rückfragen zur Verfügung stand.

Die Reihe um Emil Graf und Billa von Löwenfeld:

  1. Das doppelte Gesicht  *Rezi
  2. Die letzte Schuld

Vor Frauen wird gewarnt - Heidi Rehn

     

     

    • Taschenbuch: 432 Seiten
    • Verlag: Knaur TB; 1. Edition (2. August 2021)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3426526263
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3426526262
    • Genre: Biografischer Roman, historischer Roman


Knaur Kurzbeschreibung:
Sie war in den Zwanziger Jahren das, was man eine emanzipierte Frau nennt, und damit eine Pionierin ihrer Zeit. Ihr Roman „Menschen im Hotel“ war ein Bestseller, der Vicki Baum schlagartig zum Star der Unterhaltungsliteratur machte. Sie wurde zur Verkörperung der Karrierefrau, ein Begriff, der damals durchaus positiv besetzt war,und von ihren Leserinnen verehrt und um ihre Eigenständigkeit beneidet. Doch wie sah die Frau hinter der glänzenden Fassade aus?

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Vicki Baum...wer kennt heute diese bereits in den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts berühmte Schriftstellerin, die im Ullstein Verlag arbeitete und zusätzlich einen Autorenvertrag hatte? Ich kenne ihren Namen nur aus meiner Zeit als Kind in der Bücherei in der ich ausgeholfen habe. Damals standen ihre Bücher augenfällig in den Regalen. Leider findet man diese heutzutage kaum mehr. Wie wäre es mit einer Neuauflage liebe Verlage?

Heid Rehn hat sich dieser außergewöhnlichen Frau angenommen. In ihrem biografischen Roman "Vor Frauen wird gewarnt", anlehnend an Vicki Baums Bestseller "Vor Rehen wird gewarnt" widmet sie sich der Schriftstellerin und ihrem Leben. Dabei werden die fünf entscheidenden Jahre, in den Vicki Baum der große Durchbruch gelang, beschrieben.
Die Erzählung beginnt mit dem Zeitpunkt, als die in Wien als Hewdig Baum geborene Autorin, getrennt von Mann und Kindern nach Berlin zieht. Im Ullstein-Verlagshaus erhält sie die einmalige Chance Karriere zu machen. Zu dieser Zeit ist nicht nur die Verlagbranche eine von Männern dominierende, sondern generell sind nur wenige Frauen berufstätig. Doch Vicki Baum ist eine sehr selbstbewusste und vorallem freiheitsliebende Frau, die ein selbstbestimmtes, emanzipiertes Leben lebt. Ihr Mann Richard, Dirigent und erster Kapellmeister, bleibt vorerst mit den beiden gemeinsamen Söhnen in Mannheim zurück, wo er seiner Arbeit nachgeht. Beide nehmen die Treue nicht sehr genau, halten jedoch trotzdem aneinander fest.

Mir blieb leider über längere Zeit die Person Vicki Baum fremd, obwohl sie auf der anderen Seite sehr lebendig dargestellt wird. Sie ist arbeitswütig und versucht immerzu die Achtung ihres Umfeldes zu erringen. Oftmals fragte ich mich, woher diese Frau die Energie nahm? Nach einem langen Tag im Verlag, der meistens mit Überstunden endete, schrieb sie danach an ihren Romanen und ging mehrmals die Woche und am Wochenende in die beliebten Tanzlokale, zu Opernvorstellungen oder anderen Kulturevents. Immer wieder wird auch einem Mantra gleich erwähnt, dass sie nicht mehr die Jüngste sei. Umso mehr erstaunte mich ihre Energie. Für mich war sie schlussendlich einfach zu perfekt dargestellt.

Ich hatte außerdem oftmals das Gefühl auf der Stelle zu treten - besonders im ersten Abschnitt. Da fehlte es mir sehr an Spannung. Mir ist bewusst, dass es sich hier um einen biografischen Roman handelt und man als Autorin authentisch bleiben muss. Man kann nicht einfach weitere spannende Geschichten dazu erfinden. Trotzdem waren es für mich doch so einige Längen...
Auch die politische Brisanz dieser Zeit - die Anfänge der Braunhemden und des Judenhasses - wird nur kurz angerissen. Vicki Baum wird sich der Gefahr auch gar nicht bewusst (wie leider so vielen Juden), obwohl sie selbst jürdische Wurzeln hat.

Gefallen haben mir hingegen die Einblicke in den Ullstein Verlag und die Beziehungen untereinander. Die von Männern dominierende Branche war teilweise von Vicki Baum hingerissen, auf der anderen Seite gab es jedoch viele Skeptiker. Wie leider auch noch heute üblich, musste sie viel mehr Arbeit stemmen, um bei den männlichen Kollegen und Vorgesetzten anerkannt zu werden. Außerdem mochte ich ihre emanzipierte Art und ihren Einsatz für die Gleichberechtigung der Frauen. Sie ging sogar zum Boxtraining und machte damit einmal mehr klar, dass Frauen sich hinter Männer nicht zu verstecken brauchen. Sie war ihrer Zeit einfach ziemlich voraus....
Gelungen dargestellt ist auch die damalige Atmosphäre. Man erlebt die wilden Zwanziger in der Metropole Berlin, wo die Nacht zum Tag gemacht wurde und die Menschen feierten, als gäbe es kein morgen.

Ihre Bücher wurden in der Zeit der Nationalsozialismuses verboten und wurden Opfer der Bücherbrennungen. Der Roman endet mit einem Neuanfang in Amerika, wo Vicki weitere Erfolge feiert. Am Ende befindet sich noch eine Nachbemerkung der Autrin und ein Personenverzeichnis.

Fazit:
Irgendwie habe ich das Gefühl, dass biografische Romane um berühmte Frauen nicht wirklich meins sind. Natürlich ist "Vor Frauen wird gewarnt" in erster Linie ein Roman und subjektiv, trotzdem gab es für mich einige Längen. Vicki Baum wurde mir außerdem zu sehr als Überfrau dargestellt. Neugierig auf ihre Romane hat mich Heidi Rehn aber allemal gemacht...

Vielen Dank an den Knaur Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar, sowie die geduld der Autorin wegen meinem verspäteten Einstieg

Das doppelte Gesicht - Heidi Rehn

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

    • Taschenbuch: 352 Seiten
    • Verlag: Aufbau Taschenbuch; 1. Edition (8. Dezember 2020)
    • ISBN-10 : 3746637074
    • ISBN-13 : 978-3746637075
    • Genre: Historischer Krimi



Aufbau Kurzbeschreibung:
München, August 1945. Der Krieg ist zu Ende, die Stadt versinkt im Chaos. Die Reporterin Billa Löwenfeld, eine aus dem Exil zurückgekehrte Jüdin, soll den Kriegsheimkehrer Viktor von Dietlitz interviewen – und findet ihn erschossen auf. Der junge und noch unerfahrene Ermittler Emil Graf soll den vermeintlichen Routinefall aufklären. Schon bald geschehen zwei weitere Morde nach demselben Muster. Und Emil findet heraus, dass ausgerechnet Billa die gesuchte Verbindung zwischen den drei Opfern sein könnte …

 Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Von Heidi Rehn habe ich bisher nur ihre historischen Romane gelesen, aber keinen der Krimis. Mit "Das doppelte Gesicht" startet die Autorin eine neue Reihe, die im München der Nachkriegszeit spielt.
Der amerikanische Captain Joe Simon rekrutiert in einem französischen Gefangenenlager den jungen Emil Graf für die neu aufzustellende Münchner Polizei. Die Stadt versinkt im Chaos, während die amerikanischen Besatzer versuchen etwas Ordnung in die Desorganisation der Polizei zu bringen. Emil ist noch ein junger und unerfahrener Ermittler, der nach seinem Abschluss sofort in den Krieg ziehen musste. Nun soll er einen Mord am Kriegsheimkehrer Viktor von Dietlitz übernehmen. Während immer wieder Verbrechen aus Hunger und Verzweiflung geschehen, scheint an diesem Verbrechen etwas anderes dahinterzustecken. Am Tatort lernt Emil die amerikanische Fotoreporterin Sybilla von Löwenfeld, genannt Billa, kennen. Sie ist aus den USA nach München zurückgekehrt, um unter anderen auch von Ditlitz zu interviewen. Doch Billa findet den Mann nur mehr tot in seiner noblen Villa auf.

Emil und Billa sind noch etwas unsichere junge Charaktere, die perfekt für den Anfang einer Krimi-Reihe passen. So haben sie Zeit sich weiterzuentwickeln und sich in weiteren Bänden, die hoffentlich folgen werden,  zu entfalten und zu lernen. Außerdem bleiben einige Fragen zu ihrer Vergangenheit noch offen.
Billa ist jüdischer Abstammung und wanderte gemeinsam mit ihrer Mutter Lilo, einer High Society Reporterin, 1938 aus Deutschland aus. Diese scheint zu dieser Zeit gute Verbindungen zu den Nazis gehabt zu haben.  
Billa sitzt hingegen noch immer die Angst von der damals beginnenden Judenverfolgung im Nacken. Trotzdem setzt sie sich besonders für den ehemaligen Zwangsarbeiter und heimatlosen Polen Piotr ein - einer Displaced Person, der aus dem Lager geflohen ist und auf keinen Fall in den Osten zurückkehren möchte. Auch Billas Ängste gegenüber der Polizei spürt man immer wieder durchblitzen, obwohl sie diese mit ihrer Impulsivität zu überspielen versucht. Einzig Emil findet etwas Zugang zu ihr, der sich immer mehr in den Fall verbeißt und Billa immer interessanter findet. Zusätzlich wird er von moralischen Skrupel geplagt, was den unerfahrenen und etwas linkisch wirkenden jungen Mann immer wieder an sich zweifeln lässt. Dann passiert ein weiterer Mord und wieder ist das Mordopfer ein Kriegsheimkehrer....

Heidi Rehn hat eine komplexe Geschichte erschaffen, die abwechselnd aus der Sicht von Billa und Emil erzählt wird. Der packende und lebendige Schreibstil ließ mich sofort in das Buch eintauchen. Besonders gefallen hat mir aber die sehr bildhafte Beschreibung des zerbomten Münchens. Die historischen Zusammenhänge sind perfekt recherchiert worden und zeigen ein sehr lebendiges Bild dieser Zeit. Die Stimmung ist eher düster und drückend.
Heidi Rehn hat sich für diesen Roman aber nicht nur dem historischen München und den Morden angenommen, sondern auch die Themen "Ehrenjuden", Euthanesie und Displaced Persons. Es ist schon erstaunlich, wie viele Leute nach Kriegsende mit den Nazis nichts zu tun haben wollten und angeblich alle im Widerstand aktiv waren…Heidi Rehn greift diese Verleugnungen immer wieder durch den Amerikaner Joe Simon auf, der hart durchgreift.
Stück für Stück streut die Autorin immer mehr Informationen ein und fordert den Leser zum Mitraten auf. Das Ende ist schlüssig und schockiert.

Fazit:
Ein toller Auftakt zu einer neuen historischen Krimi-Reihe, der mich neugierig auf die Folgebände macht. Mit dem jungen und noch etwas unsicheren Ermittler Emil hat die Autorin eine ausbaufähige Figur erschaffen, die ich noch besser kennenlernen möchte. Ich bin schon sehr auf die weiteren Geschichten gespannt.

Vielen Dank an den Aufbau Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar und für die Begleitung der Autorin, die uns immer punkto Rückfragen zur Verfügung stand.

Der Sommer der Freiheit - Heidi Rehn


    • Taschenbuch: 672 Seiten
    • Verlag: Knaur TB (1. Juli 2014)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3426512165
    • ISBN-13: 978-3426512166
    • Genre: Historischer Roman

Droemer Knaur
Kurzbeschreibung:

Selma, die Tochter eines angesehenen Zeitungsverlegers, fährt mit ihrer Familie wie jedes Jahr in die Sommerfrische nach Baden-Baden. Man genießt das elegante Ambiente, die Konzerte und Bälle. Selma hat gerade – zum Entsetzen der Mutter! – das Autofahren gelernt und wartet ungeduldig auf die Ankunft ihres Verlobten Gero. Da lernt sie bei einem Ausflug ins nahe gelegene Elsass den französischen Fotografen Robert kennen – und verliebt sich unsterblich in ihn. Doch wir schreiben das Jahr 1913, und bald wird der Geliebte zu den Feinden zählen

Meine Bewertung: schwache * * *


Buch zur Deutschen Autoren Challenge

Buch zur Einmal um die Welt Challenge

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Der Droemer Knaur Verlag hat mir dieses Buch der deutschen Autorin Heidi Rehn zur Verfügung gestellt. Da es schon lange vor dem Erscheinungstermin auf meiner Wunschliste gelandet ist, freute ich mich wirklich sehr, dass ich nach fast einem Jahr wieder ein Rezensionsexemplar des Verlages erhielt.
Leider hielt weder der vielversprechende Klappentext, noch die ansprechende Leseprobe das, was ich mir so unter dieser Geschichte vorgestellt hatte.

Der Schmöker ist in drei Teile aufgeteilt:
  • Teil 1: Aufbruch
  • Teil 2: Ausbruch und
  • Teil 3: Umbruch
Dazu kommt noch jeweils ein kurzer Prolog, der zeitlich kurz vor 1913 liegt und der Einblicke in die jährliche Sommerfrische der Familie in Baden-Baden aufzeigt, und ein Epilog, der ebenfalls im Kurort nach Kriegsende spielt und die Handlung somit abschließt.

Selma lernt während der Sommerfrische im Jahr 1913 bei einer Autopanne Constanze und ihren Vater kennen, nachdem ihr ihr Verlobter Gero sein Auto zur Verfügung gestellt hat.Constanze wird Selmas Freundin und gemeinsam machen sie Ausflüge ins Umland. Dabei lernen die beiden Mädchen den charismatischen Robert kennen, in dem sich beide verlieben......

Die Geschichte spielt in der Zeit von 1913 bis 1919....eine aufregende und eine nicht sehr einfache Zeit.
Es ist der große Umbruch mit technische Neuerungen und Erfindungen, dem Wunsch von Frauen ebenfalls in Männerdomäne einzudringen, neue Musikrichtungen und Modestile entstehen. In den beiden Romanen von Petra Durst-Benning wurde z. Bsp. diese Epoche wunderbar und sehr interessant beschrieben! ("Solange die Welt noch schläft", "Die Champagnerkönigin")
Doch hier hatte ich während der fast 700 Seiten nicht sehr oft das Gefühl über diese Zeit des Umbruches, des ersten großen Weltkrieges und des Leides zu lesen!
Den Großteil der Geschichte verbrachte unsere Hauptprotagonistin Selma auf Sommerfrische im feudalen Hotel Bellevue in  Baden-Baden. Dort vergnügte sie sich-  vorallem im ersten Teil - mit haufenweise Sex und wilden Partys. Der Krieg fand nur im Hintergrund statt und erreichte die Oberschicht nicht wirklich....zumindest im Buch. Ich fand es etwas befremdlich im ersten Drittel so viel über Sex zu lesen. Nicht, dass ich etwas dagegen hätte....aber erstens erwartete ich es nicht in dieser Geschichte, noch kann ich es mir zu dieser Zeit schwer vorstellen (eher mehr in einem Buch während der "wilden" Siebziger), was sich vielleicht komisch anhört, denn Sex gibt es schon seit Menschengedenken, sonst wären wir bereits ausgestorben ;), aber Selmas Vorehesex, die Untreue  mit einem anderen Mann während ihrer Verlobungszeit, homosexuelle Liebe und auch lesbische Anzeichen...das war etwas zu viel für mich, vorallem, wo doch die eigentliche Handlung sehr auf der Strecke blieb.
Selma empfand ich nicht wirklich als sympathisch. Sie war einfach nur egoistisch, verwöhnt und ihre Gedanken kreisten immer nur um sich selbst und Sex. Sogar als sie in Constanze eine wirkliche Freundin findet, nennt sie diese nur "das Küken" und behandelt sie von oben herab. Dabei studiert Constanze das Ingenieurswesen und arbeitet in der Fabrik ihres Vaters, liebt Autos und Motoren; während Selma, wie viele aus der Oberschicht gar nichts macht, außer auf die gepante Heirat zu hoffen. In den mehr als sechshundert Seiten wandelt sich aber auch Selmas Charakter etwas, auch wenn ich ihr plötzliches "Ich muss etwas bewirken" nicht ganz abnahm.

Mit den Großteil der Hauptcharaktere wurde ich nicht wirklich warm. Gero, ihr Verlobter, ist ein Weichei und charakterschwach. Grischa, ihr Bruder, überlebt den Krieg schwer verwundet und blieb mir trotzdem fremd. Robert, der französische Fotograf, war mir zu eingebildet und Selmas Eltern zu blass und nichtssagend. Einzig Constanze, fand ich sehr sympathisch und stark, ebenso Meta, Selmas Großmutter, eine Emanze, Autorin und Pazifistin. Der Roman hat leider etliche Längen und wird erst zum Schluss hin etwas dramatischer, bevor sich wieder alles in Wohlwollen auflöst.

Schreibstil:
Heidi Rehn schreibt sehr ausschweifend und bildhaft. Man kann ohne weiteres 2-3 Seiten nur über eine Landschaftsbeschreibung lesen oder etwa genausoo über die technischen Feinheiten des neuersten Automobils oder dem letzten Modeschrei. Die Sätze sind lang und detailreich, aber sehr bildhaft und das Kopfkino rattert nur so im Kopf ;)

Cover:
Das Cover finde ich sehr ansprechend. Man hat das Gefühl der Leser hat hier Selma vor sich, die vor dem Hotel und dem neuersten Automobild posiert, genauso wie in der Geschichte beschrieben.

Fazit:
Die Hälfte an Seiten und mehr geschichtlicher Inhalt wäre meiner Meinung nach besser gewesen. Für mich war das leider nicht das erwartete Kriegsdrama mit Familiengeschichte, sondern ein Buch mit etlichen Längen und unsympathischen Charakteren. Leider konnte mich diese Geschichte nicht wirklich überzeugen.


Wer gerne noch etwas mehr über die Geschichte und die Autorin wissen will....hier geht es zum Interview der Autorin Heidi Rehn bei Dromer Knaur zum Buch:
http://www.droemer-knaur.de/leselounge/8176724/heidi-rehn-im-interview-zu-sommer-der-freiheit

Für die Bereitstellung des Rezensionsexamplares möchte ich mich ganz herzlich beim Verlag


bedanken!

Hexengold - Heidi Rehn

Bildquelle: Weltbild
Amazon Kurzbeschreibung:
Deutschland zehn Jahre nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges: Eigentlich könnte die ehemalige Wundärztin Magdalena mit ihrem geliebten Eric ein glückliches Leben in Frankfurt führen, wo er sich als Kaufmann etabliert hat. Doch da erfährt sie, dass ihr Mann ihr offensichtlich Nachrichten über ihre verschollene Familie in Königsberg verheimlicht hat. Gründet ihr ganzes Glück auf einer Lüge? Als Eric spurlos verschwindet und Magdalena plötzlich mittellos dasteht, macht sie sich auf nach Königsberg, um das Geheimnis ihrer Familie zu enthüllen und damit auch Erics Vergangenheit auf den Grund zu gehen.

Meine Bewertung: * * * *

Meine Meinung:
Dies ist der zweite Band zu "Die Wundärztin" ->meine Rezension

Da mir eigentlich "Die Wundärztin" nicht so toll gefallen hat, war ich sehr skeptisch, ob ich den 2. Band überhaupt noch lesen soll. Da er für mich in der Bücherei reserviert war, nahm ich ihn dann doch mit nach Hause, aber ich muss zugeben, dass ich ihn sonst nicht mehr gelesen hätte.
Das wäre aber schade gewesen, denn dieses Buch war um einiges besser als Band 1.

Am Buchanfang gibt es wieder eine Landkarte des Gebietes, wo wir mitverfolgen können, wohin es Magdalena  verschlagen wird.
Die Geschichte ist wieder in einem Prolog "Das Erbe", Erster Teil "Der Überfall", Zweiter Teil "Die Reise" und den Dritten Teil "Die Heimkehr" aufgegegliedert, was bei der Seitenanzahl von 671 Seiten günstig ist. Ganz hinten gibt es noch Beschreibungen von mitteralterlichen Wörtern.

Von der Geschichte selbst möchte ich nicht allzu viel erzählen.....das Wichtigste steht ja in der Kurzbeschreibung.
Zu den Charakteren möchte ich sagen, dass Magdalena wie in den meisten historischen Romanen eine toughe, starke Frau ist, die sich durch ihre medizinische Kenntnisse immer wieder in einer auswegslosen Situation gut herauswinden kann und Ansehen erwirbt. Michael ist mir leider auch im 2. Teil nicht wirklich sympathischer geworden...im Gegenteil! Tochter Carlotta ist mir mit 12 jahren zu erwachsen, aber zu dieser Zeit war man da ja auch schon fast heiratsfähig... Einen tollen undurchsichtigen Charakter hat Adaleide, die so richtig Pfiff in die Geschichte bringt.

Fazit: ein viel besserer zweiter Teil, den man auch unabhängig lesen kann. Historische Hintergründe gibt es in diesen Teil allerdings nicht mehr so viele wie in Teil 1. Die Geschichte lebt eher von den persönlichen Ereignissen rund um die Protagonistin. Für Freunde eher leichterer historischer Kost.

Die Wundärztin - Heidi Rehn


Amazon Kurzbeschreibung:
Deutschland im Dreißigjährigen Krieg: Die kluge Söldnertochter Magdalena arbeitet als Wundärztin im kaiserlichen Tross. Bald entbrennt sie in großer Liebe zu dem Kaufmannssohn Eric, der seit dem Tod seiner Eltern allein lebt. Doch es ist eine verbotene Liebe, denn die Väter der beiden standen sich einst in Feindschaft gegenüber. Nach einer Schlacht verschwindet Eric spurlos – und Magdalena muss eine folgenschwere Entscheidung treffen …

Fazit: * * *

Inhalt und meine Meinung:
Prolog:
Magdeburg Ende Mai 1631: Durch eine mutige Rettungsaktion wird die sechsjährige Magdalena durch den wenig älteren Eric aus der brennenden Stadt geführt und sind seitdem schicksalshaft miteinander verbunden.

Das Buch spielt im dreißigjährigen Krieg und besteht aus vier Teilen:
Belagerung, Lager, Flucht und Frieden

Belagerung:
Der erste Teil geht über die ersten 127 Seiten und beginnt meiner Meinung sehr kitschig. Ich war stark am überlegen, ob ich da nun weiterlesen sollte, aber gab nicht auf.
Hier wird vorallem die Liebesbezeihung zwischen Magdalena und Eric beschrieben und die Intrigen, die ihre Kusine Elsbeth schmiedet, die Ihrerseits bei den Männern nichts anbrennen lässt. Auch Magdalenas Mutter ist eine sehr unsympathische Person, die nur an Ihre eigenen Bedürfnisse denkt und die Nichte vor der eigenen Tochter stellt. Nur Ihr Vater ist Magdalenas neben Eric einziger Halt und der stirbt in Ihren Händen im Feldlazarett.
Lager:
Mittelhessen 1646
Jahre später arbeitet Magdalena als Wunderärztin im kaiserlichen Tross und findet Eric wieder, der jedoch schwer verwundet ist und nach seiner Genesung hingerichtet werden soll. Treue Verbündete findet Magdalena in ihrem väterlichen Freund und Mentor, Meister Johann und in der betagten, etwas kauzigen aber lebensklugen Hebamme Roswitha.
Hier will ich nicht allzu viel über die Vorgänge schreiben, sonst verrate ich den größten Teil des Inhalts. Ich finde aber, dass sich hier das Buch zum besseren wendet und die Autorin mehr Spannung aufkommen lässt, auch wenn mich die immer wiederkehrenden schwülstigen Absätze, wo alle Männer Magdalena an die Wäsche wollten, etwas nervtötend fand.
Flucht:
Franken 1646
Magdalena und Rupprecht sind in den Händen der Feinde gelandet und arbeiten auch im feindlichen Lager als Wundärzte. Magdalena findet anfangs allerdings mehr Trost im Branntwein, als Verwundete zu versorgen und läßt Rupprecht den Vortritt. Durch einen Vorfall findet Sie aber wieder mehr und mehr zu sich selbst und nimmt Ihr Schicksal wieder in die Hand, soweit es möglich ist. Nach der Gefangenschaft bei den Schweden baut Sie sich ein neues Leben auf...
Frieden:
Ende gut - alles gut...wie und was passiert müsst Ihr selber lesen ;)

Sehr viel historischen Hintergrund erfährt man hier nicht, auch wenn die Protagonistin des Romanes mitten im dreißigjährigen Krieg lebt. Man liest zwar von Schlachten und Hungersnöten, aber im Vordergrund steht die Liebesgeschichte zu Eric und die Intrigen, die rund um das Paar geschmiedet werden. Auch die Beschreibungen als Wundärztin konnten mich nicht überzeugen. Selbst Eric fand ich etwas blass und ich war mir bis zum Schluss nicht sicher, ob er wirklich diese uneingeschränkte Liebe für Magdalena empfindet.
Alles in allem ein leicht zu lesender Roman, der nicht ganz meinen Erwartungen gerecht werden konnte, aber ganz nett zu lesen ist, wenn man die ersten 130 Seiten hinter sich gebracht hat ;)
Nun wartet noch Teil 2 in der Bücherei auf mich...hm..mal sehen, ob der besser wird.

 

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