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Die Psychiaterin - Freida McFadden

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 336 Seiten
    • Verlag: ‎ Heyne Verlag, deutsche Erstausgabe (15. Juli 2026)
    • Übersetzer: Frank Dabrock
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3453443551
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3453443556
    • Originaltitel: ‎ Never Lie
    • Genre: Thriller, Psychothriller


Heyne Kurzbeschreibung:
Die beiden frisch vermählten Tricia und Ethan sind auf dem Weg zur Besichtigung eines abgelegenen Anwesens, das bald ihr Zuhause sein könnte. Während Ethan voller Begeisterung ist, spürt Tricia, dass etwas nicht stimmt. Bis vor drei Jahren lebte hier noch die Psychiaterin Dr. Adrienne Hale. Ihr plötzliches Verschwinden damals ging durch die Presse. Weil ein Schneesturm die Straßen unbefahrbar macht, muss das junge Paar die Nacht im Haus verbringen. Dabei entdeckt Tricia ein verborgenes Zimmer voller Kassetten – Aufnahmen von Adriennes Patientensitzungen. Mit jeder Kassette, die sie sich anhört, wird ihr klarer, wie es zu Adriennes Verschwinden kam und dass sie selbst in tödlicher Gefahr schwebt. Denn manche Stimmen schweigen nie …

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Lange im Vorfeld der Veröffentlichung von "Die Psychiaterin" habe ich immer wieder gehört und gelesen, dass dieses Buch neben "Wenn sie wüsste" das beste der Autorin sein soll. Umso gespannter war ich darauf und kann nun sagen, dass es auch für mich gleich nach "Wenn sie wüsste" in meiner Beliebtheits-Skala kommt.

Ethan und Tricia sind erst seit wenigen Monaten verheiratet und auf der Suche nach ihrem zukünftigen Traumhaus. Bisher war jedoch noch nicht das Passende dabei. Ausgerechnet das abgelegene Anwesen der renommierten Psychiaterin Dr. Adrienne Hale, die vor Jahren spurlos verschwand, hat es Ethan besonders angetan. Wegen eines heftigen Schneesturms erreichen sie das Haus jedoch alleine. Von der Maklerin fehlt jede Spur. Als sie die verschneite Auffahrt hinauffahren, glauben sie ein Licht im Obergeschoß gesehen zu haben. Im Inneren des Hauses wirkt das Haus allerdings verlassen. Eine dicke Staubschicht bedeckt die Möbel, doch der Kühlschrank ist frisch aufgefüllt. 

Tricia beschleicht ein ungutes Gefühl. Sie ist davon überzeugt, dass sich jemand in dem großen Anwesen vor ihnen versteckt. Durch den dichten Schneefall und ohne Handyempfang sind sie von der Außenwelt abgeschnitten und müssen die Nacht im Haus verbringen. Tricia kann nicht schlafen und durchsucht das Haus nach einem Einbrecher. Hinter einer verborgenen Tür stößt sie auf ein geheimes Zimmer. Darin befinden sich zahlreiche Tonbandkassetten mit den aufgezeichneten Therapiesitzungen von Dr. Adrienne Hales ehemaligen Patienten – und schon bald wird klar, dass diese Aufnahmen ein düsteres Geheimnis bergen.....

Freida McFaddens Psychothriller sind Lesesnacks, die man innerhalb von 1-2 Tagen "wegsnacken" kann. Der Schreibstil ist fesselnd und eher einfach, das Erzähltempo hoch und die Spannung bleibt die ganze Zeit über erhalten.
Die düstere Atmosphäre und das ständige Gefühl, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt, haben mich zunehmend an den Seiten kleben lassen. Die kurzen Kapitel tun ihr übriges. Obwohl die Autorin sich immer wieder einem ähnlichen Aufbau bei ihren Psychothrillern bedient und ich jetzt schon einige ihrer Thriller gelesen habe, schafft sie es immer wieder, mich mit dem finalen Twist zu überraschen. Dazwischen baut sie gekonnt unvorhersehbare Wendungen ein und führt den Leser geschickt auf die falsche Fährte. 
Auch diesmal hatte ich schnell eine verdächtige Person im Visier, allerdings empfand ich sie als zu offensichtlich. Deshalb zerbrach ich mir den Kopf, wer sonst dahinterstecken könnte. Die Anzahl der infrage kommenden Figuren war ziemlich eingeschränkt und trotzdem hat mich Freida McFadden am Schluss wieder überraschen können. Dabei zaubert sie auch keine neue Figur aus dem Hut, die zuvor überhaupt nie vorkam, wie es leider manche anderen Autoren handhaben.
Die Auflösung war schlüssig und passend. Wer jedoch großen Wert auf Logik und Detailgenauigkeit legt, wird vermutlich kleine Abstriche machen müssen. Mich hat das jedoch überhaupt nicht gestört, denn das Buch bietet genau das, was ich von einem McFadden-Thriller erwarte: beste Unterhaltung, hohes Tempo und eine Geschichte, die mich bis zur letzten Seite fesselt.

Cover:
von links nach rechts:
das englischsprachige Originalcover, danach die Cover aus Portugal, Polen, Rumänien, Italien, den Niederlanden, Iran und Dänemark 

Man bemerkt, dass der deutsche Buchmarkt anscheinend zu den letzten gehört, die die Bücher der Autorin übersetzen. Manche Leser denken ja, Freida schreibt wie am Fließband, dabei sind ihre Bücher schon seit Jahren im englischen Original erhältlich,

Fazit:
Viele sind der Meinung, dass "Die Psychiaterin" das beste Buch der Autorin nach "Wenn sie wüsste" ist. Ich schließe mich dieser Meinung an. Ein spannender Thriller-Snack für das Wochenende!



Deine Zeit wird kommen - Carl-Johan Vallgren

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 352 Seiten
    • Verlag: ‎ Suhrkamp Verlag, deutsche Erstausgabe  (23. Juni 2026)
    • Übersetzer: Hanna Cranz
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3518475517
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3518475515
    • Originaltitel: ‎ Din tid kommer
    • Genre: Krimi, Thriller


Suhrkamp Kurzbeschreibung:
Schweden, 1993. In einem abgelegenen Waldstück treibt eine junge Frau tot im Fluss. Ihr Kopf ist rasiert, sie ist ausgezehrt, Hämatome an Armen und Beinen weisen darauf hin, dass sie gefangen gehalten wurde. Doch auf ihre Identität gibt es keinerlei Hinweise. Kommissar Björling und seine Kollegin Johanna stehen vor der nahezu aussichtslosen Aufgabe, in dem schier endlosen Waldgebiet dem Mörder auf die Spur zu kommen. Dann verschwindet Björlings Tochter Malin während eines Campingausflugs spurlos. Sie ist alles, was Björling seit dem Tod seiner Frau am Leben hält, und sie ist im selben Alter wie die Tote im Fluss … Björling wird klar, dass das Verschwinden seiner Tochter und der Mord miteinander zusammenhängen. Doch Tag um Tag vergeht ohne eine Spur von Malin. Ein qualvoller Wettstreit mit der Zeit beginnt, der Björling weit in die Vergangenheit führt und ihn um den Verstand zu bringen droht.

Meine Bewertung: * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Es hat etwas gedauert bis dieser Thriller, der für mich viel mehr ein Kriminalroman ist, zu mir gefunden hat. Bei vorablesen gewonnen, dauerte es Wochen bis das Buch versendet wurde und dann noch einige Zeit bis es hier bei mir endlich ankam. Nun ist es gelesen und hat leider einen etwas schalen Geschmack hinterlassen...

Der Krimi - ich nenne ihn nun mal so - beginnt mit dem Auffinden einer weiblichen Leiche in einem Flussbeet. Der jungen Frau wurde der Kopf geschoren und sie ist extrem abgemagert. Alles deutet darauf hin, dass sie über längere Zeit gefangen gehalten wurde. Es gibt keinerlei Übereinstimmung zu den wenigen Vermisstenfällen im schwedischen Halland. Die junge Frau verschwindet zuerst als unbekannte Tote in den Polizeiakten.
Im weitläufigen Waldgebiet gestaltet sich die Spurensuche äußerst schwierig. Kommissar Björling erhält Unterstützung von der Rikskrim aus Stockholm. Die Ermittlerin Johanna, die einige Zeit in Falkenberg gelebt hat, kennt die Gegend bestens und bringt wertvolle Ortskenntnisse in die Untersuchung ein. Wenig später verschwindet Björlings siebzehnjährige Tochter Malin. Seit dem Tod seiner Frau Maria vor einem Jahr, ist sie das Einzige, was ihm geblieben ist. Doch Malin entspricht erschreckend genau dem Profil des letzten Opfers.....

Wir sind im Jahre 1993. Der Einstieg hat mir gut gefallen. Der Kriminalfall liest sich zuerst spannend und er brachte mir auch die Kommissare als Figuren näher. Wie so oft in nordischen Krimis, stehen Ermittler im Mittelpunkt, die selbst tiefe seelische Narben tragen und mit ihrer eigenen Vergangenheit kämpfen. Auch Björling ist seit dem Tod seiner Frau ein gebrochener Mann. Er hat ihn bis heute nicht überwunden und sieht Maria vor sich, spricht mit ihr, als wäre sie noch am Leben.
Auch Johanna trägt viel Leid mit sich herum. Sie wuchs bei einer alkoholkranken Mutter auf und gibt sich bis heute die Schuld, ihre Schwester nicht vor diesem Leben bewahrt zu haben.

Die Einblicke zu Malins Verschwinden sind interessant und verstörend. Wir begleiten sie zuerst zum Campen mit ihrem Freund Matthias und später in ihrem Verlies, wo sie gefangen gehalten wird. Dabei sind wir immer in ihren Gedanken mit dabei.Die Stimmung ist düster und teilweise deprimierend. Ein richtiger Schwedenkrimi eben....

Leider verliert sich der Autor danach in weitschweifenden und detaillierten Erzählungen über die Landschaft, aber auch über die Trauer, die seinen Protagonisten immerzu begleitet. Die persönlichen Geschichten der Ermittler nehmen sehr viel Raum ein. Besonders in der Mitte steht die Suche um Malin fast still. Gerade als verwitweter Vater, der sich um seine Tochter sorgt, müsste man doch seine Angst und Verzweiflung spüren. Vor allem aber würde er nicht aufhören sie zu suchen und weiter darum kämpfen, dass der Fall nicht zu den Akten gelegt wird. Stattdessen verkriecht er sich in einem einsamen Haus im Wald, wo ihm der Hund eines Kollegen Gesellschaft leistet.
Johanna besucht indessen nach vielen Jahren nochmals ihre Mutter, um eventuell mit ihrer Vergangenheit abschließen zu können.
Der Kriminalfall um die unbekannte Leiche und das Verschwinden von Malin ist plötzlich kaum mehr Thema. Auch Johanna ist nicht mehr involviert, denn sie wird nach Stockholm zurückbeordert. Es war sehr schwer den Figuren überhaupt näher zu kommen.

Bis beide plötzlich einen Lichtblick haben und auf die richtige Spur gelenkt werden, haben wir das letzte Viertel des Buches vor sich. Dieser Umschwung kam mir sehr konstruiert vor. Danach geht alles sehr schnell, wobei wir keine wirkliche Festnahme oder genaue Aufklärung  bekommen. 

Das plötzliche Ende hat mich unzufrieden zurückgelassen. Es bleiben die Hintergründe zum Täter offen oder ob möglicherweise sogar zwei Personen beteiligt waren. Was mich aber sehr gestört hat war, dass das Motiv im Dunkeln bleibt. Der Fall wird letztlich einfach zu den Akten gelegt, und alle, die überlebt haben, gehen ihres Weges.

Cover:
von links nach rechts:
das schwedische Originalcover, das estnische und das norwegische Cover


Fazit:
Für mich war dieser sogenannte Thriller leider ein Enttäuschung. Es muss nicht immer alles aufgeklärt werden, aber man erwartet sich wenigstens ein Motiv für die Morde. Ich empfehle "Deine Zeit wird kommen" nicht wirklich weiter!


Vielen Dank an vorablesen und an den Suhrkamp Verlag für das Rezensionsexemplar!


Home Story - Cleo Konrad

    Die Bildrechte liegen beim Verlag


    • Taschenbuch: 512 Seiten
    • Verlag:‎ Lübbe, 1. Auflage  (29. Juni 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3757702050
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3757702052
    • Genre: Thriller



Lübbe Kurzbeschreibung:
Der Steingruberhof ist ein abgeschiedener Ort mit einer eingeschworenen Gemeinschaft, die nach ihren eigenen Regeln lebt. Als dort in einem flirrend heißen Sommer die Leiche einer Journalistin gefunden wird, fällt der Verdacht auf die Hofbewohner. Die junge Anwältin Eva soll ihnen helfen, denn als Tochter der charismatischen Gründerin hat sie früher selbst in der Kommune gelebt. Nach dreizehn Jahren kehrt sie zurück. Doch der Ort, der einst ihre Heimat war, erscheint ihr nun fremd. Was verheimlichen ihr die Menschen, die sie so gut zu kennen glaubte? Auf der Suche nach Antworten stößt Eva auf eine Mauer des Schweigens. Und je näher sie der Wahrheit kommt, desto klarer wird ihr: Dieser Hof verbirgt mehr als ein Geheimnis - und einen Mörder, der bereit ist, für seines zu töten ...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Dies ist mein erster Thriller von Cleo Konrad und mich konnte er von Beginn an begeistern. Wir befinden uns am Steingruberhof, einem ökologisch geführten Selbstversorgerhof, der ziemlich abgelegen liegt. Dort lebt eine eingeschworene Gesellschaft von Menschen, eine Kommune. Als eines Tages eine Investigativ-Journalisten dort herumschnüffelt und die Bewohner um ein Interview bittet, wird sie verjagt. Am nächsten Tag wird sie unweit des Hofes tot aufgefunden. Sehr schnell stehen die Bewohner unter Verdacht. Eva, die Tochter der Hofbesitzerin, wird als Anwältin nach jahrelanger Abwesenheit zu Hilfe geholt und kehrt eher widerwillig von München zurück in ihr ehemaliges Zuhause. Als Umweltanwältin hat sie nicht wirklich die Kenntnisse, wie eine Rechtsanwältin oder ein  Verteidiger. Trotzdem versucht sie zu helfen und stößt auf eine Mauer des Schweigens. Bald erkennt sie, dass die Menschen am Hof ein Geheimnis verbergen....

Der Thriller lebt vor allen von den starken Charakteren und der tollen Atmosphäre.
Obwohl zu Beginn sehr viele Figuren eingeführt werden, hatte ich sehr schnell ein Bild von jedem Einzelnen des Steingruberhofes. Die Charaktere sind nämlich sehr individuell und das macht sie einzigartig.
Den ökologischen Selbstversorgerhof führt Wilma in fünfter Generation. Sie ist die "übermächtige Hofmutter", die ein Herz für gescheiterte und hilfsbedürftige Existenzen hat. Dazu gehören das Hippiemädchen Blossom und ihr Mann Kai; der verletzte und sensible Teddy; seine kleine Schwester Toni, die immer die Ferien am Hof verbringt und gerne Detektiv spielt; die ehemalige Umweltaktivistin Katja, ihre Schwester Mel mit den Kindern; Heidrun, die größte Stütze von Wilma, deren drogenabhängiger Enkel Merlin; Irina, tschetschenischer Flüchtling und ihr Mann Ralph, Biologe und Imker.
Am Beginn des Thrillers findet man ein zusätzliches Personenregister. Ich habe es nicht benötigt, denn man merkt sich die einzelnen individuellen Charakter sehr schnell. Auch eine Karte des Hofes und der Umgebung ist abgedruckt.

Erzählt wird außerdem aus mehreren Perspektiven und zwar aus der Sicht von Wilma, Eva, Toni und Teddy. Dazwischen gibt es Einschübe in kursiver Schrift von einer Person, die gefangen gehalten wird. 
Besonders gut haben mir die Kapitel von Toni gefallen, die als Hobby-Detektivin eine relativ gute Spürnase hat und gut beobachtet. Dadurch gerät sie aber auch bald in große Gefahr. Ihre Kapitel hat die Autorin kindgerecht wiedergegeben, was manch anderen Autor:innen nicht immer authentisch gelingt. 

Der Umgang mit Wilmas Demenz wird von Cleo Konrad sehr einfühlsam dargestellt. Man erfährt sowohl Wilmas Gedanken dazu, als auch die Reaktionen ihres Umfeldes. Es macht Wilma jedoch zu einer unzuverlässigen Erzählerin.

Die Atmosphäre und das Setting ist absolut gelungen. Die flirrende Hitze und die Probleme wegen Ernteausfällen der Selbstversorger passten perfekt zur Hitzewelle, die bei uns herrschte, als ich das Buch gelesen habe. Man spürt den Zusammenhalt der Gemeinschaft, aber auch die unterschwellige Bedrohung. Als Leser ahnt man, dass der Mörder am Steingruber Hof leben muss. Dadurch gewinnt die Lage an Brillanz. Mit einigen überraschenden Twists hält die Autorin die Spannung und lässt mich meine Ideen immer wieder verwerfen. Bei einer Sache hatte ich allerdings den richtigen Riecher.
 
Der einzige Minuspunkt aus meiner Sicht ist die Länge. Die rund fünfhundert Seiten hätten problemlos gekürzt werden können, was der Spannung zusätzlich zugutegekommen wäre.

Fazit:
Ich fand den Thriller richtig gelungen, empfand ihn aber eher als Krimi. Bei der Leserunde gab es gemischte Meinungen, aber ich empfehle ihn wirklich sehr gerne weiter! Wer komplexe Geschichten und sehr charismatische Figuren mag, ist hier richtig.



[Ungelöst] Die erste Zeugin - Arno Strobel

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 384 Seiten
    • Verlag: ‎ FISCHER Taschenbuch, 4. Auflage  (25. Februar 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 359671298X
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3596712984
    • Genre: Thriller
    • Reihe: ja - Band 1 der Cold Case Reihe


Fischer Kurzbeschreibung:
Medizinstudentin Luisa Menkhoff kennt die verschwundene Frau auf dem Flugblatt. Es ist Jahre her, dass sie sie gesehen hat. Aber trotzdem kann sie sich erinnern, als wäre es gestern gewesen. Nicole Klement war die Lebensgefährtin des Mannes, der Luisa als Fünfjährige entführt hat. Luisa wendet sich umgehend an die Münchner Polizei und trifft auf Hauptkommissar Ramin Brunner, der gerade im Begriff ist, eine neue Cold-Case-Einheit aufzubauen, die alte Fälle mit modernen Mitteln aufklären soll. Als Luisa ihm die Umstände ihrer Entführung als Kind schildert, ist Ramin verblüfft. Luisa hat ein eidetisches Gedächtnis und erinnert sich an jedes Detail einer einmal erlebten Situation. Und alles, was sie sagt, deutet darauf hin, dass ihr damaliger Entführer - Dr. Joachim Lichner - jetzt Nicole Klement in seiner Gewalt hat. Luisa wird als externe Beraterin zu dem aktuellen Vermisstenfall hinzugezogen. Bis klar wird, dass sie sich getäuscht haben muss. Denn es gibt Hinweise, dass es Lichner nicht gewesen sein kann. Aber warum fühlt Luisa sich dann beobachtet? Zu spät erkennen sie und Ramin, dass sie etwas Entscheidendes übersehen haben, das allen Beteiligten zum Verhängnis werden könnte.

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Die Thriller von Arno Strobel lassen sich immer richtig gut "wegsnacken", bleiben bei mir aber immer wieder nur sehr lückenhaft präsent. So geschehen auch bei seiner neuen Cold Case Reihe "Ungelöst".

Luisa Menkhoff erlebt eine böse Überraschung, als sie auf einem Plakat in der Nähe ihrer Uni, die Frau nach der gesucht wird, erkennt. Es ist Nicole Klement, die ehemalige Lebensgefährtin des Psychiaters Joachim Lichner. Dieser Mann hat Luisa vor zwanzig Jahren als fünfjähriges Kind mit Hilfe dieser Frau entführt. Daraufhin meldet sich Louisa bei der Polizei und trifft auf den engagierten Hauptkommissar Ramin Brunner. Dieser ist von Luisas eidetischen Gedächtnis fasziniert. Sie kann sich an jedes nur so kleines Teil ihrer Entführung erinnern und wird zum Fall als externe Beraterin hinzugezogen. Mit ihrer Gabe und als Tochter des ehemaligen Kriminalhauptkommissars Bernhard Menkhoff ist sie für die Polizei tatsächlich eine große Hilfe.
Als kurze Zeit später ein kleines Mädchen entführt wird, welches Luisa sehr ähnlich sieht, läuten bei beiden die Alarmglocken. Der Verdacht fällt sofort auf Lichner, der vor kurzem aus dem Gefängnis entlassen wurde. Zusätzlich fühlt sich Louisa laufend beobachtet....

In „Die erste Zeugin“ verbindet Arno Strobel einen aktuellen Ermittlungsfall mit einem lange zurückliegenden Cold Case. Gleichzeitig bildet der Thriller den Auftakt seiner neuen Reihe „Ungelöst“.
Mit den beiden Protagonisten Luisa Menkhoff und Ramin Brunner hat der Autor zwei sehr spannende Charakter entworfen. Beide sind ehrgeizig und verfügen über besondere Fähigkeiten. Die Medizinstudentin, die forensische Psychiaterin werden will, hat mit ihrem eidetischen Gedächtnis eine Schlüsselrolle in diesem Fall.
Ramin Brunner, mit deutsch-iranischen Wurzeln, ist der jüngste Kriminalhauptkommissar Bayerns. Sein Vater Jakob ist ein verurteilter Straftäter.
Zum Team um Ramin gehört auch noch Sebastian Grohmann. Ein eher untypischer Polizist, der chaotisch wirkt, aber durch seine witzige und sarkastische Art punkten kann. Außerdem ist er durch seine besondere Empathie bei Verhören unverzichtbar für Ramin.
Allerdings merkt man dem Roman an, dass der Schwerpunkt zunächst auf der Einführung der Figuren und ihrer Hintergründe liegt. Dadurch entstehen stellenweise kleinere Längen, die für den Auftakt einer neuen Reihe jedoch nachvollziehbar sind.

Neben den Kapiteln aus der Sicht von Luisa und Ramin sorgen die Einschübe aus Nicole Klements Perspektive für zusätzliche Spannung. Gerade diese Passagen haben bei mir eine beklemmende, stellenweise sogar fast unheimliche Atmosphäre erzeugt. Lange bleibt offen, welche Rolle Nicole tatsächlich spielt und auf wessen Seite sie steht. Man weiß nur, dass sie ein traumatisches Erlebnis durchlebt hat, welches sie bis heute nicht loslässt und ihr Handeln maßgeblich beeinflusst. Diese Ungewissheit macht sie zu einer der interessantesten Figuren des Romans.

Der Spannungsbogen baut sich eher langsam auf. Dank der kurzen Kapitel entsteht jedoch ein angenehmer Lesefluss, sodass man sich immer wieder denkt: „Ein Kapitel geht noch.“ Gegen Ende wirkte der Thriller auf mich allerdings etwas konstruiert und stellenweise auch verwirrend. Eine unerwartete Wendung sorgte schließlich aber noch einmal für Spannung und weckt meine Neugier auf die Fortsetzung.

Fazit :
„Die erste Zeugin“ ist ein kurzweiliger Thriller, der sich flüssig lesen lässt und gut unterhält, auch wenn die Handlung nicht lange nachhallt. Besonders überzeugen konnte mich jedoch das Ermittlerteam rund um Ramin, Sebastian und Luisa. Arno Strobel gelingt es, mit seiner neuen Reihe interessante und vielschichtige Figuren einzuführen, deren weitere Entwicklung neugierig macht. Ich bin jedenfalls gespannt, wie es mit dem Team in den nächsten Bänden weitergeht.



Sonnenwende - Ulrike Gerold & Wolfram Hänel

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    • Taschenbuch: 368 Seiten
    • Verlag: ‎ FISCHER Taschenbuch, 1. Auflage  (27. August 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3596711738
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3596711734
    • Genre: Thriller, Krimi



Fischer Kurzbeschreibung:
Ein kleiner Ort in den Alpen. Jeden Sommer wird hier die Sonnenwende mit Johannisfeuern und Flammenketten entlang der Bergkämme gefeiert. Das zieht Touristen, Alt-Hippies und Esoteriker an, und auch die Tatsache, dass vor zwei Jahren eine junge Frau in den Flammen ums Leben gekommen ist, schreckt niemanden ab. Kurz vor der diesjährigen Sommersonnenwende geht eine anonyme Warnung bei der Polizei ein: Es wird wieder jemand brennen. In einem Wettlauf gegen die Zeit ermittelt die Polizistin Hannah am Mittsommertag, was es mit der Drohung auf sich hat – und stößt auf einen abgelegenen Hof, verschwundene Frauen und ein dunkles Familiengeheimnis.

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Nachdem ich letztes Jahr gemeinsam mit Nicole und Jessi "Rauhnächte" gelesen habe, wollte ich auch "Sonnenwende" des Autoren-Duos Gerold und Hänel lesen. Die anderen Bücher kenne ich nicht. Die Handlung von "Sonnenwende" fand ich jedoch sehr ähnlich aufgebaut. Auch diesmal steht Brauchtum und ein ewig gestriges Dorf im Zentrum und es wird wieder sehr mit Klischees gespielt.

In Wildbrunn in den deutschen Voralpen haben die jährlichen Johannisfeuer Berühmtheit erlangt. Denn beim "Burning Valley Festival" sind bereits zwei Menschen in den Flammen der Sonnwendfeuer ums Leben gekommen. Auch diesmal liegtt Gefahr in der Luft, denn die anonyme Drohung "Es wird wieder jemand brennen" versetzt die Wildbrunner Polizei in Alarmbereitschaft. Hannah Meyer von der Sondereinheit für Sekten und okkulte Gruppierungen wird deshalb hinzugezogen. Mit Polizistin Toni Martin, die nicht nur die örtlichen Begebenheiten kennt, sondern auch mit der Geschichte des Ortes und dessen Einwohner bekannt ist, hat sie eine kompetente Kollegin zur Seite. Nur zu den Alt-Hippies und Esoterikern, die jedes Jahr zum "Burning Valley Festival" kommen, hat Hannah durch ihren Hippie-Vater etwas mehr Connection. Fragen wirft auch der Neumetzler Hof auf, der auch "Spukhof" genannt wird. Die weibliche Bewohner des Hauses sind verdächtig oft vorzeitig aus dem Leben geschieden. Und nun - kurz vor dem nächsten Johannisfeuer - ist Bauer Alois Neumetzler verschwunden. 

Erzählt wird aus der Sicht von Hannah. Dazwischen gibt es immer wieder kurze Kapitel einer entführten Frau, die wohl für das anstehende Johannisfeuer gefangen gehalten wird. Hier hatte ich leider viel zu schnell die Erkenntnis, wer diese Frau ist.
Zusätzlich gibt es Rückblenden in das Jahr 1970, die Teile der Geschichte der Familie Neumetzler erzählen. Besonderes Interesse hat Hannah aber an Jenny, dem toten Hippie-Mädchen vor zwei Jahren. Warum musste Jenny sterben?
Deshalb führen ihre Ermittlungen zuerst zum Campingplatz der Festivalbesucher, die im Dorf alles andere als gerne gesehen werden. Doch die Einnahmen der Besucher und die Werbung für Wildbrunn lässt viele der Einwohner schnell verstummen. Nur im "Deutschen Hof", der zurecht diesen Namen trägt, hat sich eine Gemeinschaft um den Wirt Klaus-Peter Fischbauer versammelt, die am liebsten alles brennen lassen möchte, was nicht zu ihrer Ideologie passt. Doch es gibt auch noch andere Menschen, deren Geheimnisse nicht ans Licht kommen sollen....

Es gibt viele Personen, die im Thriller eine Rolle spielen. Dementsprechend sind diese oftmals oberflächlich ausgearbeitet. Mehr im Fokus stehen hingegen Heiner Brink, der Organisator des Festivals; Sabine, seine Sekretärin; die Neumetzlers, wie auch Hannah und Toni. Besonders gut gefallen hat mir, dass diesmal zwei Polizistinnen die Ermittlungen übernehmen.
Stetig spürt man die unterschwellige Bedrohung, wie auch den Wettlauf gegen die Zeit, die die beiden Frauen an ihre Grenzen bringen. Hannahs Alleingänge gefielen mir hingegen weniger, auch wenn ich weiß, dass damit die Spannungskurve gesteigert werden soll. Manchmal schüttelt man aber als Leser nur mehr den Kopf über so viel Leichtsinnigkeit. 

Gefallen hat mir wieder, wie das Autorenduo die Atmosphäre im Dorf in den Voralpen dargestellt hat. Man fühlt sich beim Lesen direkt vor Ort. Der Schreibstil liest sich flüssig und man bemerkt nicht, dass hier zwei Autoren daran beteiligt sind. Etwas, was ich immer wieder bewundere. Dem Autorenduo gelingt es perfekt die Stimmung rund um den Brauch der Sonnenwende und der Johannisfeuer einzufangen. 
Zum Ende hin wird es dramatisch und die Spannung treibt auf einen feurigen Höhepunkt zu.

Fazit:
"Sonnenwende" besticht vor allem durch das Brauchtum rund um die Sonnenwende, den Eigenheiten der Dorfbewohner, wie auch den Besuchern des Burning Valley Festivals. Atmosphärisch, aber sehr ähnlich aufgebaut wie ihr Thriller "Rauhnächte". Außerdem hatte ich schnell ein paar Ahnungen, die sich schlussendlich als richtig erwiesen. 


Weil sie lügt - Caroline Seibt

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    • Broschierte Ausgabe: 384 Seiten
    • Verlag: ‎ Droemer TB, 1. Auflage  (1. Juni 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3426567008
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3426567005
    • Genre: Thriller



Droemer Kurzbeschreibung:
Juli ist weg. Die Polizei ist überzeugt, dass sie ermordet wurde. Der Hauptverdächtige: Ausgerechnet ihr eigener Vater. Während die Familie unter den Anschuldigungen zerbricht, versucht Julis jüngere Schwester Anna stark zu sein – für ihre Eltern, die an der Trauer ersticken. Vor allem aber für ihren kleinen Bruder, der noch nicht begreift, dass Juli nie mehr zurückkommen wird. Als die Ermittlungen kurz vor dem Durchbruch stehen, muss Anna sich eingestehen, dass der Albtraum für ihre Familie noch nicht vorbei ist. Er hat gerade erst angefangen.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Annas Schwester Juli ist vor mehr als einem Jahr verschwunden. Die Polizei geht von einem Mord aus, der Vater sitzt in Untersuchungshaft. Anna ist jedoch überzeugt, dass er unschuldig ist. Die Mutter lebt seitdem in einer eigenen Welt und ist unberechenbar. Anna versucht irgendwie über die Runden zu kommen und kümmert sich zusätzlich um ihren kleinen Bruder Leon. Außerdem versucht sie den wahren Mörder ihrer Schwester zu finden und gerät selbst in Verdacht....

Der Thriller hat mich von Beginn an gepackt. Annas Alltag ist seit dem Verschwinden ihrer Schwester geprägt von Schwere und Düsternis. Sie ist für ihren kleinen Bruder Leon die größte Stütze, denn ihre Mutter ist in eine schwere Depression gefallen und kümmert sich nicht. Alle Verantwortung liegt in den Händen von Anna. Zusätzlich möchte sie herausfinden, wo ihre Schwester steckt oder wer ihr etwas angetan haben könnte. Als sich plötzlich ein Mithäftling ihres Vaters bei der Polizei meldet und das angebliche Versteck der Leiche von Juli bekannt gibt, kommen die Ermittlungen wieder ins rollen. Mark Faber, der damals bereits den Fall behandelt hat und Katharina Engel beginnen zu ermitteln.....

Ich habe fleißig mitgerätselt, doch kaum dachte ich dem Ganzen näher zu kommen, baute Caroline Seibt einen neuen Twist mit ein, der alles wieder veränderte. Ihr Schreibstil ist fesselnd, dialoglastig und atmosphärisch. 
Die Spannungskurve bleibt vor allem durch die zahlreichen Fährten und überraschenden Wendungen hoch. Die Autorin verstand es, beim Lesen immer wieder neue Zweifel und Vermutungen hervorzurufen

Caroline Seibt gliedert ihren Thriller in drei Teile mit den Überschriften „Knochen“, „Rache“ und „Wahrheit“. Die Handlung wird abwechselnd aus der Sicht von Anna und der ermittelnden Kommissarin Katharina erzählt. Dadurch erhält man zwei unterschiedliche Sichtweisen. 
Das Zusammenspiel zwischen Vergangenheit und Gegenwart ist gelungen. Die verschiedenen Handlungsstränge sind perfekt verwoben. 
Die Kapitel sind kurz und enden oft mit einem Cliffhanger. Der Thriller lebt vor allem auch durch seine Charaktere und die anhaltende düstere Stimmung. Die Figuren sind vielschichtig, denn jeder von ihnen birgt Geheimnisse - manche von ihnen leiden unter Schuldgefühlen. Die einzelnen Charaktere sind nicht wirklich sympathisch, was mich aber nicht gestört hat.

Bis zum letzten Viertel war es für mich ein absoluter 5-Sterne-Thriller. Danach konnte mich die Geschichte nicht mehr ganz so überzeugen: Einige Wendungen wirkten etwas konstruiert und das Ende erschien mir etwas zu schnell abgehandelt. Zudem fielen mir einige Logiklücken auf und zum Schluss gab es für mich auch noch einige offene Fragen. Deshalb wird es nur bei Portalen, bei denen man auf- oder abrundet 5 Sterne von mir geben - auf allen anderen vergebe ich 4 1/2 Sterne.
Trotzdem war "Weil sie lügt" richtig spannend und es hat wahnsinnig Spaß gemacht, mitzuraten. Die Autorin behalte ich im Auge.

Fazit:
Ein wendungsreicher und absolut spannender Thriller, der mich an die Seiten gefesselt, aber am Ende mit einigen kleinen Schwächen und Logiklücken das Highlight-Potenzial vergeben hat. Trotzdem eine Leseempfehlung für Thriller-Fans!


Vielen Dank an Lovelybooks und an Droemer für das Rezensionsexemplar!


Die Touristin - Jess Ryder

    Die Bildrechte liegen beim Verlag



    • Taschenbuch: 411 Seiten
    • Verlag: ‎ Aufbau Taschenbuch, 2. Auflage (15. April 2026)
    • Übersetzer: Melike Karamustafa
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3746642906
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3746642901
    • Originaltitel : ‎ The Island Escape
    • Genre: Thriller


Aufbau Kurzbeschreibung:
Gleißendes Sonnenlicht, weiß getünchte Gebäude vor wolkenlosem Himmel, schaukelnde Segelboote im malerischen Hafen. Als Juno zum ersten Mal die griechische Insel Inios betritt, ist sie von der Schönheit des Ortes geblendet. Dennoch hat sie ihr Ziel fest vor Augen: Juno will unbedingt ihren unbekannten Vater finden. Aber je länger sie bleibt, desto deutlicher zeigt sich die Insel als ein Ort der Schatten und Bedrohungen. Und für Juno könnte es schon bald zu spät sein, um zu entkommen.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Gleich vorab: Die Touristin ist nicht wirklich ein Thriller, sondern eher Familiendrama und Spannungsroman. Wer sich darauf einlässt, wird eine spannende Geschichte mit einem sehr atmosphärischen Setting bekommen. Also Griechenlandfans: zugreifen!

Juno steckt mitten in einer Ehekrise. Zudem hat sie vor Kurzem ihre Großmutter verloren, bei der sie aufgewachsen ist und die ihr stets die wichtigste Bezugsperson war. Zu ihrer Mutter Estelle, die heute in Portugal lebt, verbindet sie kein besonders enges Verhältnis. Ihren Vater hat Juno nie kennengelernt. Als sie den Nachlass ihrer Großmutter ordnet, stößt sie auf alte Briefe und Postkarten, die ihre Mutter einst aus Griechenland an ihre Eltern geschickt hat. Estelle hat Juno ihr Leben lang erzählt, ihr Vater sei ein italienischer Kellner gewesen – das Ergebnis eines One-Night-Stands. Doch beim Lesen der Briefe kommen Juno Zweifel. Sie ist überzeugt, dass ihre Wurzeln in Griechenland liegen. Ihre Mutter hielt sich damals genau zu der Zeit auf der griechischen Insel Inios auf. Entschlossen, die Wahrheit über ihre Herkunft herauszufinden, macht sie sich auf die Suche nach ihrem biologischen Vater.

Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt. In der Gegenwart sind wir mit Juno unterwegs und in der Vergangenheit befinden wir uns in den Jahren 1984 und 1985 und es wird aus der Sicht von Estelle erzählt. Dazwischen gibt es noch kurze Auszüge von den Postkarten, die Estelle geschrieben hat. Diese abwechselnden Einblicke sorgen für einen Sog, der einen immer mehr in die Geschichte zieht.

Neben der langsam aufgebauten Spannung punktet "Die Touristin" vor allem aber mit der wahnsinnig bildhaften Beschreibung der fiktiven Insel Inios. Die Autorin besuchte jedoch eine ähnliche Kykladeninsel in Griechenland und das merkt man. 
Man spürt die Wärme der Sonne auf der Haut, den Wind im Haar und hört das Rauschen des Meeres. Gleichzeitig werden die Schattenseiten des vermeintlichen Paradieses sichtbar. Eine unterschwellige Bedrohung ist während der gesamten Handlung präsent und erzeugt eine permanente Spannung. Dadurch entsteht beim Lesen immer wieder das Gefühl, dass Juno in Gefahr schwebt – ein Eindruck, der sich letztlich als berechtigt erweist.
Jess Ryder hat viele Themen in die Handlung eingebaut, die jedoch alle stimmig zusammenlaufen: die Suche nach dem Vater und seinen eigenen Wurzeln, die gestörte Beziehung zur Mutter, Machenschaften und Geheimnisse, Familienzwiste, Umweltthemen und die griechische Kultur. Der Unterschied zwischen den traditionellen griechischen Traditionen und den touristischen Sommermonaten, sowie die Beziehungen von Einheimischen und weiblichen Touristinnen. 
 
Die Figuren sind auf beiden Zeitebenen gut ausgearbeitet und lebendig gezeichnet. Junos Verhalten konnte ich gut nachvollziehen. Mit Estelle konnte ich mich nicht immer identifizieren, obwohl ihre Geschichte in der Mitte der achtziger Jahre spielt – einer Zeit, die genau in meine Jugend fiel und in der ich etwa so alt war wie sie.

Zum Ende hin nimmt die Story an Fahrt auf und Jess Ryder überrascht zusätzlich noch mit einen kleinen Plot Twist, der noch eine Überraschung bringt.

Cover:

Gefunden habe ich nur das original englischsprachige Cover, welches auf jeden Fall mehr griechisches Flair hat, als das deutsche Cover. Schon alleine die typischen Farben blau und weiß vermitteln griechische Vibes. Dafür finde ich den Titel fast zu dominant am Cover.

Fazit:
Nicht überall, wo „Thriller“ draufsteht, ist auch wirklich ein Thriller drin. Mir hat "Die Touristin" aber gut gefallen und kann als Familiendrama oder Spannungsroman sehr gut unterhalten. Das bildhafte Setting der griechischen Insel verleiht zusätzlich Sommervibes.



Schlafende Vulkane - Michael Hjorth und Bjarni Thorsson

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Gebundenes Buch: 480 Seiten
    • Verlag: ‎ Rowohlt Wunderlich, 1. Auflage (15. Mai 2026)
    • Übersetzer: Wibke‎ Kuhn
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3805201311
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3805201315
    • Originaltitel: ‎ Våldets ö
    • Genre: Kriminalroman
    • Reihe: ja - Band aus der Helga und Bjarki Reihe


Rowohlt Kurzbeschreibung:
Blond, blass und splitterfasernackt ist die junge Frau, die ermordet in einem Reitstall am Rande von Reykjavik liegt, von ihrem 10-jährigen Sohn fehlt jede Spur. Es ist die erste Mordermittlung für Helga Jónsdóttir vom Dezernat für Gewaltverbrechen. Die frischgebackene Polizistin vermutet, dass der Junge vor seinem gewaltbereiten Vater geflohen ist und sich in den Höhlen der isländischen Vulkanlandschaften versteckt. Eine lange Überlebenschance hat er nicht. Um ihn zu finden, bittet sie Bjarki um Hilfe, denn niemand kennt die Wildnis besser als er. Während Helga und Bjarki fieberhaft nach dem Jungen suchen, wird eine weitere Frau tot aufgefunden. Der Mörder scheint seine Taten akribisch zu planen. Er ist, das wird Helga klar, so genial wie skrupellos; und bereit, über alle Grenzen zu gehen.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Dies ist mein erster Thriller vom Michael Hjorth, dessen Thriller mir meine Freundin Claudia laufend ans Herz legt. Sie hat die gesamte Sebastian Bergmann Reihe verschlungen.
Hier schreibt der schwedische Autor jedoch gemeinsam mit dem Isländer Bjarni Thorsson. Der Thriller spielt auf Island.

Schon die Leseprobe hat mir sehr gut gefallen und den Wunsch geweckt, unbedingt weiter lesen zu wollen.
Als Hilmar frühmorgens die Pferde im Reitstall versorgen möchte, findet er in der einzigen leeren Pferdebox eine nackte Frauenleiche. Helga Jónsdóttir, die erst die Polizeischule beendet hat, wird wegen Personalmangels zum Tatort gerufen. Es ist ihr erster Mordfall und sie fühlt sich noch etwas unsicher. Nachdem die Tote identifiziert ist, ist man auf der Suche nach ihrem zehnjährigen Sohn Kristoffer, der anscheinend aus dem Elternhaus geflüchtet ist. Die Suche nach ihm gestaltet sich äußerst schwierig, denn Kristoffer scheint in die Richtung der gefährlichen Lavafelder gelaufen zu sein. Verkehrspolizist Bjarki, der früher bei der Mordkommission gearbeitet hat, aber wegen seiner Eigengänge versetzt wurde, macht sich mit Spürhund Salka auf die Suche. Er ist ein Einzelgänger und kennt die Gegend wie kein anderer.
Doch bald darauf passiert ein weiterer Mord. Wieder ist es eine junge alleinerziehende Frau, die in die Fänge des Täters gelangt ist. Bald ist klar: Wir haben es mit einem Incel, einem frauenverachtenden Täter zu tun, der seine Morde filmt und an den Meistbietenden im Darknet verkauft. Opfer sind alleinstehende Frauen mit Kind.

Wir lesen aus verschiedenen Sichten und raschen Perspektivwechsel erhöhen die Spannung. Auch der Täter kommt in eingeschobenen Kapiteln zu Wort. Wir dürfen in seinem Kopf schauen, was viele Szenen noch unangenehmer macht. Man ist hautnah dabei, wie er seine perversen Ideen umsetzt und diese zu Geld machen will. Er ist schlau und entkommt der Polizei immer wieder aufs Neue, was Helgas Platz als Teamleiterin nicht unbedingt stärkt. Sogar die Hintergrundgeschichte des Mörders wurde mit erstaunlicher Tiefe ausgearbeitet.

Die Charaktere sind alle voller Ecken und Kanten. Durch die verschiedenen Perspektivwechsel und Sichten der Ermittler, lernen wir alle von ihnen gut kennen. Das Team wirkt dynamisch, auch wenn Kollege Benni immer wieder seine Spitzen gegen Helga austeilt, die er abfällig "Die Schwedin" nennt. Helga, halb Schwedin und halb Isländerin, lebt gerade in Scheidung. Sie ist jung, ehrgeizig und äußerst sympathisch. Als "Frischling" im Team wird es ihr nicht immer leicht gemacht. Ihr passieren im Laufe des Falles auch noch einige Fehler, die vor allem Benni, aber auch ihren geltungssüchtigen Chef Gisli Freyr, kritisieren. Doch Helga hat ein gutes Gespür und mit Bjarki, der sich nicht immer an die Regeln hält, einen starken Partner an ihrer Seite. 

Der Schreibstil ist wunderbar atmosphärisch und bildhaft, hat aber auch ein sehr hohes Tempo. Die kurzen Kapitel verleiten einem "schnell noch ein weiteres" lesen zu wollen. Vor allem die düsteren Schauplätze, die beklemmende Stimmung und die Einblicke in das Darknet haben den Thriller noch eindringlicher wirken lassen. Nicht nur, die für uns ungewöhnlichen Namen, sondern auch die wunderbaren Naturbeschreibungen geben dem Leser das Gefühl, mit auf dieser einzigartigen Insel im Norden zu sein. Erst vor Kurzem habe ich zwei Thriller gelesen, die zwar mit einem spannenden Setting überzeugt haben, bei denen jedoch nie wirklich das Gefühl entstanden ist, tatsächlich vor Ort zu sein.
Im Gegensatz zu vielen skandinavischen bzw. isländischen Thrillern, die eher ruhig erzählt sind, setzen Hjorth und Thorsson auf ein hohes Tempo, wodurch man das Buch kaum aus der Hand legen kann.
Zum Ende hin wird die Spannungskurve nochmals erhöht und endet in einem richtigen Showdown, der nicht zu überzogen wirkt, wie oftmals bei anderen Thrillern. 

Cover:
von links nach rechts:
das schwedische Originalcover, das niederländische und das norwegische Cover

Fazit:
Ein fulminanter Start der neuen Island-Thriller-Reihe von Michael Hjorth und Bjarni Thorsson, die ich auf jeden Fall weiterlesen werde. Spannend, atmosphärisch und düster. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!


Vielen Dank an vorablesen und den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar!

Nur eine Lüge - Malin Stehn

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Broschierte Ausgabe: 432 Seiten
    • Verlag: ‎ FISCHER Scherz, (27. September 2023)
    • Übersetzer: Friederike Buchinger
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3651001172
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3651001176
    • Originaltitel: ‎ Lycka till
    • Genre: Spannungsroman


Fischer Kurzbeschreibung:
Emily Brandt hat ihre Schlosshochzeit mit William Nihlzén minutiös geplant. Nur drei Dinge hat sie nicht unter Kontrolle: das Wetter, ihre Mutter Annika und ihren Bruder Erik. Das Wetter spielt mit, doch während der extravaganten Feier kommt es zu Spannungen, verschüttete Wahrheiten kommen an die Oberfläche – und kurz nach Mitternacht liegt eine Leiche am Ufer des Öresunds. Acht Jahre zuvor zerriss die idyllische Mittelklasse-Existenz der Familien Brandt und Nihlzén durch ein furchtbares Ereignis. Freundschaften und Ehen zersplitterten. Und jetzt treffen alle wieder aufeinander – bei dieser Hochzeit, die sie für immer verbinden soll.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur ABC Challenge

Book Special ABC Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Von Main Stehn haben Nicole und ich bereits "Happy New Year" gelesen. Da uns beiden das Buch sehr gut gefallen hat, haben wir beschlossen "Nur eine Lüge" gemeinsam zu lesen, da es bei uns beiden noch ungelesen im Regal steht und das neue Buch der Autorin demnächst erscheint.

Auch diesmal steht wieder Roman auf dem Cover, aber Spannungsroman oder Drama passt definitiv viel besser zur spannenden Lektüre.
Malin Stehn hat auch einen ähnlichen Aufbau gewählt. Statt bei einer gemeinsamen Silvesterfeier sind wir diesmal bei der Hochzeit von Emily Brandt und William Nihlzén dabei. Die Braut hat nichts dem Zufall überlassen. Der Ablauf ist minutiös geplant und ein Schloss als Location verspricht eine Märchenhocheit. Doch es gibt auch Dinge, die Emily nicht beeinflussen kann. Ihre und Williams Familie sind nämlich seit Jahren zerstritten und es ist nicht absehbar, wie das Zusammentreffen aussehen wird.... 

Schon der Prolog weckte meine Neugierde. Im Laufe der Geschichte lässt uns die Autorin hinter die Fassade von zwei Familien blicken, deren einstige Freundschaft zerbrochen ist. Ein folgenschwerer Autounfall vor acht Jahren veränderte damals das Leben aller Beteiligten: Emilys Bruder Eric wurde schwer verletzt – und William saß am Steuer. Für Erics Mutter Annika ist dieser Schmerz bis heute unvergessen, weshalb sie nicht begreifen kann, warum Emily ausgerechnet William heiraten will. Doch zwischen den beiden Familien liegt noch weit mehr als alte Schuldgefühle: Ein düsteres Geheimnis verbindet sie alle auf eine Weise, der niemand entkommen kann. Und bald fragt  man sich: Wie weit würde jeder von ihnen gehen, um eine Lüge aufrecht zu erhalten? 

In Rückblenden lässt uns Malin Stehn daran teilhaben, was damals passiert ist. Diese Abschnitte wechseln mit den Ereignissen auf der Hochzeit ab. Nach und nach wird das schreckliche Geheimnis enthüllt. Dabei begleiten wir Emily, Annika, Mats und Erik, die aus ihrer Sicht in der Ich-Perspektive erzählen. Man erfährt mehr über ihre Gedanken und hat das Gefühl, dass an der ganzen Sache etwas nicht stimmen kann. Was ist damals wirklich passiert?

Die Charaktere sind interessant und sehr facettenreich. Annika und Erik stehen im Mittelpunkt und ihre Gefühle werden sehr intensiv transportiert. Man merkt deutlich, wie sehr Eriks Leben sich veränderte und ihn innerlich zerstört hat. Obwohl es viel um William geht, kommt er selbst kaum zu Wort und Emily bleibt ein bisschen blass. Erik und Emilys Vater Mats und Williams Eltern Krister und Gitta wirken etwas undurchsichtig und heizen die Mutmaßungen beim Lesen an. Malin Stehn hat die psychologischen und zwischenmenschlichen Aspekte hervorragend ausgearbeitet. Der differenzierte Umgang mit der Schuld wird ausgezeichnet beschrieben.

Durch die kurzen Kapitel und den Personen- und Zeitenwechsel, wird die Spannung aufrecht erhalten.  Nicole und ich haben spekuliert und unsere Vermutungen wieder verworfen. Überraschende Wendungen zeigten plötzlich wieder ein anderes Bild und die Auflösung war für uns beide eine Überraschung. Für mich war sie nicht ganz perfekt gelöst, auch wenn ich die Hintergründe teilweise verstehen konnte. Mit dem Epilog hat die Autorin für eine weitere Überraschung gesorgt.

Cover:
von links nach rechts:
die Cover aus Ungarn, den Niederlanden, Polen, Finnland, Serbien und das Originalcover aus Schweden 

Fazit:
"Nur eine Lüge" erzählt davon, wie sich das ganze Leben innerhalb eines Wimpernschlages verändern kann und einem eine folgenschwere Entscheidungen noch Jahre später einholen können. Ich fands wieder spannend und freue mich auf das nächste Buch der Autorin.



Der Fjord - Sarah Goodwin

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 384 Seiten
    • Verlag:‎ Lübbe; 1. Auflage (27. April 2026)
    • Übersetzer: Michael Krug
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3404196643
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3404196647
    • Originaltitel: ‎ The Serial Killer's Party
    • Genre: Thriller


Lübbe Kurzbeschreibung:
Ein luxuriöses Anwesen an der norwegischen Küste - weißer Sand, kristallklares Wasser und ein atemberaubender Blick auf den Fjord. Als Amelia die Einladung zur legendären Sommerparty der Familie Fowley erhält, weiß sie: Das ist ihre Chance! Denn es war auf der Party der Fowleys im Vorsommer, als ihre Schwester Rose zum letzten Mal gesehen wurde. Getarnt als Freundin eines Gasts, dringt Amelia in die schillernde Welt der Reichen und Mächtigen ein. Wird sie hier endlich erfahren, was mit ihrer Schwester geschah? Doch je näher sie der Wahrheit kommt, desto gefährlicher wird ihr Spiel ...

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Von Sarah Goodwin habe ich bereits alle ihre auf deutsch übersetzten Thriller gelesen: Die Insel, das Resort und die Yacht. Sie haben mir sehr unterschiedlich gefallen und nicht immer war ich derselben Meinung bei den Bewertungen, wie andere Leserinnen. Das ist aber auch gut so, denn Geschmäcker sind verschieden.

Mit "Der Fjord" hat Sarah Goodwin einen weiteren spannenden Thriller geschrieben. Amelia Spencer ist Anwältin. Seit längerer Zeit gilt ihre jüngere Schwester Rose als vermisst. Als die Polizei die Suche einstellt, beschließt Amelia selbst nachzuforschen. Vor einiger Zeit hat sie im Haus von Rose eine mysteriöse Einladung zu einer Party in Norwegen gefunden. Die Fowleys haben dort am Fjord ein Luxusanwesen und laden jedes Jahr zu einer exzessiven dreitägigen Party ein. 
Amelia beschließt die Suche vor Ort zu betreiben. Sie ändert ihr Aussehen und wird zur Personal Trainerin. Tatsächlich gelingt es ihr, die Freundin von Ford Fowley zu werden Er ist der Cousin von Lawrence Foley, dem Besitzer des Anwesens. Ford nimmt sie zur nächsten Party bei den Fowleys mit - ein Jahr nachdem Rose diese besucht hat. Amelia hat genau drei Tage Zeit herauszufinden, was damals mit ihrer Schwester passiert ist und ob sie noch lebt....

Der Einstieg hat mir sehr gut gefallen. Danach wird das Tempo allerdings zurückgenommen und die Story wird langsam aufgebaut. Wir erfahren mehr über Amelias Beziehung zu Rose und wie sie ihre Nachforschungen plant. Als sie mit Ford am Anwesen der Fowleys ankommt, sind sie jedoch nicht im Haupthaus einquartiert, sondern in einer der diversen Gästehäuser. Amelia versucht in das gut gesicherte Anwesen einzudringen und mehr herauszufinden, während die erste Party startet..... 

Ab hier wurde es für mich ein bisschen unglaubwürdig. Amelias Eindringen ins Haupthaus, die seltsamen Dinge, die geschehen und niemand nimmt irgendwie Anstoß daran...selbst als Menschen sterben. Die Grundstimmung ist von großem Misstrauen geprägt und die Spannung bleibt in diesem Abschnitt trotzdem etwas gedämpft.

Das norwegische Setting war leider wenig spürbar. Die Party hätte auch an jedem anderen Ort spielen können. Die glamouröse Welt der Reichen und Schönen gibt vor allem ein Bild von selbstverliebten Snobs ab, die am zweiten und dritten Tag komplett die Kontrolle durch Alkohol und Drogen verlieren. Macht wird hier rücksichtslos ausgespielt, Empathie ist längst verschwunden und selbst der Tod wird zur Randnotiz: High Society in ihrer abscheulichsten Form.

Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und bleiben gewollt undurchsichtig. Lawrence, der Besitzer und Gastgeber, seine machthungrige Familie und die dekadenten Partygäste, sind alles tolle Figuren. Manche sind besser ausgearbeitet, manche bleiben mehr Randfigur. Verdächtig sind sie alle und so versucht man die ganze Zeit herausfinden, wer ein falsches Spiel spielt und was hier eigentlich passiert. 
Amelia selbst ist getrieben und möchte unbedingt herausfinden, was mit Rose passiert ist. Dabei verhält sie sich unklug und unglaubwürdig. Für eine Anwältin kam mir ihr Verhalten oftmals viel zu naiv vor, auch wenn ihr Antrieb emotional vollkommen nachvollziehbar ist. Stellenweise hatte ich das Gefühl, dass ihre Entwicklungen eher dem Plot angepasst wurden.

Leider verlaufen auch einige Handlungsstränge im Sand, genauso wie oftmals angesprochene Auffälligkeiten, die im Endeffekt doch keine Rolle spielen.
Im letzten Abschnitt wird es richtig fesselnd und die Spannung zieht gewaltig an. Die Autorin greift auf einige unerwarteten Plot-Twists zurück, die richtig Action in die Story bringen. Mit der Auflösung habe ich nicht gerechnet, jedoch fehlte mir das eigentliche Motiv für die Morde.
Das macht die Geschichte zu keinem schlechten Buch, denn packende Spannungslektüre ist "Der Fjord" - trotz unpassenden Titel - trotzdem.  

Cover:
Die Suche nach dem Original hat mich etwas verwirrt, denn unter den angegebenen Titel fand ich nur dieses Buch von Amy Cunningham. Es handelt sich dabei tatsächlich um "Der Fjord", den die Autorin unter einem Pseudonym geschrieben hat. Ob es sich um ein älteres Werk handelt, welches neu übersetzt wurde oder um ein neues Buch, fand ich nicht heraus. Und warum unter einem anderen Namen? Wenn ihr mehr darüber erfahren könnt, lasst es mich bitte wissen. 

Fazit:
Ein toller Plot und vor allem zum Ende hin einige unerwartete Twists, die die Spannungskurve stark ansteigen ließ. Jedoch fand ich einige Aktionen etwas unglaubwürdig und nicht wirklich stimmig. Zusätzlich gab es noch einige Handlungsstränge, die im Sand verliefen und Hinweise, die im Endeffekt keine Rolle spielten.  Ein "Popcorn-Thriller" für ein spannendes Wochenende - nicht mehr und nicht weniger.

Vielen Dank an die Lesejury und an Lübbe für das Rezensionsexemplar!

 

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