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Im Meer der Himmel - Helen M. Sand

    Die Bildrechte liegen bei der Autorin

     



    • Taschenbuch: 328 Seiten
    • Verlag: ‎ Simone Schönung (Nova MD), Erstauflage, ‎ 28. April 2025
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3690282438
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3690282437
    • Genre: Gegenwartsliteratur



Amazon Kurzbeschreibung:
 Zoe Jäger hat alles, was sie sich je gewünscht hat: eine vielversprechende Karriere, einen liebevollen Freund und ein scheinbar perfektes Leben. Doch als Tobi ihr gesteht, dass er niemals Kinder will, zerbricht ihr Traum von der gemeinsamen Zukunft in tausend Scherben. Da kommt ihr das Angebot der jungen Studentin Lily gerade recht: eine Spurensuche nach Lilys verstorbener Mutter in Wales. Ein spontaner Roadtrip, weit weg von allem, was Zoe bisher kannte – und mitten hinein in ein Abenteuer voller Geheimnisse, neuer Begegnungen und unerwarteter Wendungen. Was sie in Wales entdecken, verändert alles: Eine mysteriöse Vergangenheit: Wer war Lilys Mutter wirklich?

Meine Bewertung: * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Bei Sabine von Buchmomente habe ich den Roman von Helen M. Sand und ihre begeisterte Rezension dazu gesehen. Deshalb habe ich mich gefreut eine Leserunde zu "Im Meer der Himmel" bei Lovelybooks zu entdecken. Obwohl Sabine und ich einen sehr ähnlichen Lesegeschmack haben, konnte mich die Geschichte nicht wirklich abholen.

Zoe ist Biologin und Lily ihre studentische Hilfe. Die beiden jungen Frauen verstehen sich sehr gut, jedoch hat jede von ihnen ihr Päckchen zu tragen. Zoe ist gerade frisch getrennt und leidet unter Liebeskummer und Lily möchte endlich mehr über ihre Mutter wissen, die kurz nach ihrer Geburt verstorben ist. Kurz entschlossen begeben sich die beiden Frauen auf einen Roadtrip nach Wales, wo Lilys Mutter ursprünglich lebte. Im alten VW Bus von Zoe reisen sie über London nach Wales und erhoffen sich Antworten.

Schon der Einstieg hat mir Probleme bereitet. Helen M. Sand erzählt aus zwei Perspektiven und zwar aus der Sicht von Zoe und von Lily. Diese Ebenen wechseln jedoch in der ersten Hälfte des Buches so schnell hintereinander ab, dass ich im Lesefluss laufend unterbrochen wurde. Oftmals ist eine Sichtweise gerade mal eine Seite lang, dann wird schon wieder gewechselt und zwei Seiten danach wiederum. Dann kommen noch Handlungsstränge aus der Vergangenheit dazu oder Träume von Zoe. Normaler Weise habe ich damit keine Probleme, doch hier fand ich einfach nicht in die Handlung hinein. Auch die beiden Charaktere blieben mir leider fremd. Zoe stufte ich zu Beginn viel älter ein, als sie ist. Immer wieder sind ihre Gedanken bei Tobi, ihrem Ex-Freund und diese werden immer wieder durchgekaut. Lily ist eine sehr begeisterungsfähige und impulsive junge Frau, die Zoe zwar ablenkt und mitnimmt in ihrer überschäumenden Art, aber oftmals auch unüberlegt reagiert. 
Im Laufe ihrer Reise wird ihre Freundschaft immer enger und sie erleben einen wirklich spannenden Roadtrip. Zum Ende hin wird es dann etwas dramatisch...

Die bildhafte Beschreibung der Landschaften und der Menschen hat mir gefallen und auch manche der Figuren, auf die die jungen Frauen während ihrer Reise treffen, allen voran Kathryn, die beste Freundin von Lilys Mutter.
Was mir etwas "aufgestoßen" ist, ist die etwas befremdliche Personenbezeichnung einer "Frau in den Wechseljahren". Woran lässt sich das optisch festmachen?  Und warum wird eine Frau nur mit diesem Merkmal beschrieben? Ich finde diese Aussage sehr negativ behaftet und ungewöhnlich. 
Leider konnte mich der Roman nicht wirklich abholen, was ich sehr schade finde.

Fazit:
Für mich war "Im Meer der Himmel" leider eine Enttäuschung. Mich konnte der Roman gar nicht abholen. Das ist allerdings nur meine Meinung und mein Geschmack. Insgesamt wurde die Geschichte sehr gut bewertet und auch Sabine mochte sie sehr. Deshalb bildet euch bitte eure eigenen Meinung zum Buch!

Vielen Dank an Lovelybooks und an die Autorin für das Rezensionsexemplar!

Sabines Rezension *klick*

Sommerpfade in Arrowwood - Natascha Birovljev

    Die Bildrechte liegen bei der Autorin

     

    • Taschenbuch: 430 Seiten
    • Verlag : ‎ Natascha Birovljev (Nova MD); Erstauflage (6. September 2024)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3989426982
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3989426986
    • Genre: Gegenwartsliteratur
    • Reihe: ja - Band 3 der Sleeping Lake Ranch 

     

Nova Kurzbeschreibung:
Was, wenn du versteckst, wer du wirklich sein willst, nur weil andere dir sagen, wer du sein sollst? In Laineys Trauer um ihren geliebten Großvater mischt sich die Angst, seine Farm zu verlieren. Während sie versucht, mit einem Job auf der Sleeping Lake Ranch alles Nötige zu lernen, um die Farm zu retten, wirbelt ein Wiedersehen mit dem Cowboy-Poet Clayton ihre Gefühle durcheinander. Derweil muss sich der Cree Rabbit mit seinem streitlustigen Vater auseinandersetzen, der auf der Ranch auftaucht. Dieser zweifelt nicht nur an Rabbits Entscheidungen, sondern mischt sich in seine Liebesbeziehung ein. Lainey und Rabbit müssen lernen, zu sich selbst und ihren Gefühlen zu stehen, auch wenn dies bedeutet, verwundbar zu werden. Werden sie die Stärke finden, ihren wahren Weg zu gehen, oder lassen sie sich von den Erwartungen anderer in die Enge treiben?

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Die Bücher von Natascha Birovljev sind bei mir immer Must-Reads, seitdem ich die Autorin vor Jahren entdeckt habe. Ich brauche den Klappentext des neuen Buches gar nicht zu lesen, denn es zieht sowieso bei mir ein ;) Hier handelt es sich außerdem um den dritten Band einer Reihe, also ist es sowieso eine Pflicht.

Wir sind zurück auf der Sleeping Lake Ranch. Diesmal lernen wir Lainey kennen, die um ihren kürzlich verstorbenen Großvater trauert. Er hat ihr und ihrer Schwester Robyn seine Farm vermacht. Während Lainey versucht sich für diese Aufgabe vorzubereiten und auf der Sleeping Lake Ranch einen Job annimmt, weilt Robyn auf Konzertreise. Sie ist Pianistin und auf Tournee in Europa und steht vor einem Burn Out. Zum Leidwesen ihrer Mtter bricht sie die Tournee kurzfristig ab und flüchtet aus ihrem Hamsterrad.
Lainey, die ihren Großvater im Pflegeheim zum Schluss betreut hat, hat ein Händchen für diesen Job. Sie wird kurzfristig zur Betreuerin für Nickys Granny Caroline aufgenommen, die immer mehr an ihrer Krankheit leidet und die ihren Tag bestimmt. Doch Laineys Plan geht nicht so richtig auf, denn Nicky ist nicht begeistert von der neuen Betreuerin ihrer Großmutter. Als auch noch Laineys Ex-Freund, der Cowboy-Poet Clayton mit seiner Hündin Mabel auf der Ranch auftaucht, werden ihre Gefühle gehörig durcheinander gewirbelt. Doch Clayton ist nicht der letzte Überraschungsgast...

Parallel zu Lainyes Leben auf der Ranch treffen wir im zweiten Handlungsstrang auf einen alten Bekannten. Cree Rabbit, der bei Tom in seiner Lederwerkstatt arbeitet, bekommt Besuch von seinem Vater Jeremy. Das Verhältnis zwischen den beiden ist alles andere als gut und Rabbit fällt aus allen Wolken, als dieser vor hat länger bei ihm zu bleiben. Noch dazu ist seine große Liebe Emily mit ihrem Wolfshund Grizz auf den Weg zu einer Wolfshundestation, wo sie Grizz angewöhnen möchte. Rabbit verschließt sich dadurch noch viel mehr und geht auf Distanz. Sowohl er, als auch sein Vater sind beide Sturköpfe, die sich gegenseitig immer wieder verletzen. Rabbit, der seine indianischen Wurzeln mit Stolz in sich trägt und diese auch praktiziert, steht einem Vater gegenüber, der alles ablehnt, was mit seinem vorherigen Leben im Reservat zu tun hat. Er hat sich nie um ihn und seine Geschwister gekümmert, ist Alkoholiker und kritisiert seinen Sohn, wo er nur kann. Rabbit verliert zusätzlich noch sein Gefühl für seine Arbeit und verzweifelt immer mehr. Emily erkennt seine Verzweiflung, aber dringt ebenfalls nicht zu ihm durch, was ihre Beziehung auf eine harte Probe stellt.
Zusätzlich macht ein Waldbrand, der immer mehr außer Kontrolle gerät, den Menschen in Arrowwood Probleme.

Es war wieder wunderschön auf die Sleeping Lake Ranch zurückzukehren. Man kennt bereits viele der Figuren aus den beiden Vorgängerbänden und fühlt sich sofort angekommen. Dazu gibt es auch einige neue Charaktere, die mehr oder weniger sympathisch sind.
Natascha Birovljev lässt in diesem dritten Teil der Sleeping Lake Ranch sowohl Lainey, als auch Rabbit, durch schwere Zeiten gehen. Dadurch wirkt dieser Teil etwas melancholischer, als die Vorgängerbände.

Was mir immer besonders gut an den Büchern der Autorin gefällt, sind die Einblicke in die Lebensgewohnheiten, Sitten und Bräuche der First Nations, die in allen ihren Romanen Teil der Geschichte sind.
Der Schreibstil ist wie gewohnt bildhaft und lebendig. Die Atmosphäre im fiktiven Arrowwood in den Rocky Mountains ist wunderschön dargestellt, ebenso wie der Zusammenhalt der Menschen bei Problemen jeglicher Art. Ich freue mich schon auf das nächste Wiedersehen mit Caroline, Tom, Rabbit und allen anderen auf der Sleeping Lake Range und in Arrowwood und hoffe, dass ich nicht zu lange auf Teil vier warten muss.

Fazit:
Den dritten Teil der Sleeping Lake Ranch empfand ich etwas melancholischer, als die Vorgängerbände. Rabbit und Lainey wälzen keine einfachen Probleme und versuchen ihren Weg zu gehen. Die Autorin schafft es wieder großartig, die Atmosphäre in Arrowwood und auf der Sleeping Lake Ranche einzufangen. Ich freue mich bereits auf den nächsten Band!

Vielen Dank an Natascha Birovljev für das Rezensionsexemplar!

Frühlingswege in Arrowwood - Natascha Birovljev

    Die Bildrechte liegen bei der Autorin

     

    • Taschenbuch: 406 Seiten
    • Verlag: Natascha Birovljev (Nova MD); Erstauflage (10. Oktober 2023)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3985959846
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3985959846
    • Genre: Gegenwartsliteratur
    • Reihe: ja - Band 2 der Sleeping Lake Ranch 



Amazon Kurzbeschreibung:
Nach einem bitteren Streit mit ihrer Schwester flüchtet Emily mit ihrem Wolfhund Grizz zu einem Bekannten nach Arrowwood. Dort will sie beweisen, dass sie Verantwortung für sich, ihren Hund und die Silberschmiede ihrer Familie übernehmen kann.  Sie lernt Nicky, die Besitzerin der Sleeping Lake Ranch, kennen und verliebt sich in den sanftmütigen Cree Rabbit. Als das Nakoda Pine Reservat Anspruch auf das Ranchland erhebt, gerät Nicky in arge Bedrängnis. Sie soll eine hohe Ablösesumme bezahlen, doch ihr Plan, wie sie das Geld beschaffen kann, bringt das Dorf gegen sie auf und belastet ihre Beziehung zu Blake, der dem Reservat angehört. Wird Nicky erkennen, was es wirklich zu beschützen gilt, und Emily verstehen, dass Liebe auch Loslassen bedeutet? 

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Die letzten Jahre habe ich die wundervolle Willow-Ranch-Reihe der Autorin mit viel Begeisterung gelesen. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass Natascha Birovljev Ende letzten Jahres den Startschuss für eine weitere Reihe, nämlich die Sleeping-Ranch, gegeben hat. Den Reihenauftakt habe ich Anfang des Jahres gelesen und nun durfte ich den zweiten Band, nämlich "Frühlingswege in Arrowwood", lesen.

Auch diesmal hat mich Natascha Birovljev wieder mit ihrer sehr atmosphärischen und bildhaften Erzählweise verzaubert. Die deutsche Autorin lebt bereits seit Jahren in Kanada und schafft es immer wieder, dieses tolle Land und vorallem auch die indigenen Sicht- und Lebensweisen zu vermitteln.
Im zweiten Band lebt Nicky Charm nun bei ihrer Großmutter auf der Sleeping Ranch. Sie hat den Gnadenhof übernommen, als plötzlich das Nakoda Pine Reservat Anspruch auf das Land und die Ranch erhebt. Nicky soll entweder eine hohe Ablösesumme bezahlen oder die rechtlich überschriebene Besitzurkunde vorzeigen. Nachdem letzte nicht auffindbar ist, lässt sich Nicky auf einen Deal ein, der das Dorf gegen sie aufbringt. Die Parkinson und Demenzerkrankung ihrer Großmutter bereitet Nicky zusätzlich Probleme. Außerdem muss sie die Ranch für ihre Großmutter und die Pferde erhalten. Sie kämpft mit großer Entschlossenheit für ihr gemeinsames Zuhause...

Als zweite Hauptprotagonistin lernen wir Emily kennen, die aus einer traditionsreichen Familie von Silberschmieden stammt. Ihre Eltern sind bereits gestorben und ihre ältere Schwester Lynda ihr einziger Halt. Als sich die beiden zerstreiten, flieht Emily mit ihrem Wolfshund Grizz und landet bei Nicky auf der Sleeping Ranch. Ihre Liebe gehört der Holzschnitzkunst, doch sie verleugnet diese Tatsache vehement. Sie möchte den Wunsch ihrer verstorbenen Mutter erfüllen und in die Fußstapfen der Familie treten. Deswegen wird sie nach dem Streit mit Lynda bei der Kunstmesse die berühmten Malloy Silberschnallen alleine vertreten....

Emily ist eine schüchterne und zurückhaltende Person. Grizz ist ihr Augapfel und sie fürchtet, dass man ihr den Wolfshund wegnimmt und sie niemanden mehr hat. Sie freundet sich mit Nicky an und hilft ihr beim Ausbau der Sleeping Ranch.
Rabbit ist ein Cree und ein sehr einfühlsamer junger Mann. Er unterstützt und ermutigt Emily, wo er nur kann und ist der Ruhepol der Handlung.

Beide Frauen haben große Probleme und sind Einzelkämpferinnen. Die Emotionen und die innere Zerrissenheit von Nicky und Emily ist auf jeder Seite spürbar. Beide sind stur und lassen sich nicht wirklich helfen und übersehen dabei hilfsbereite Hände. Doch jede von ihnen entwickelt sich weiter und erkennt, dass sie die Hilfe von geliebten Menschen annehmen müssen. Am Ende überschlagen sich die Ereignisse....

Der Schreibstil ist wieder wunderbar bildhaft und einfühlsam. Der Spannungsaufbau ist gelungen und man hat während des Lesens das Gefühl gemeinsam mit Nicky und Emily in den kanadischen Rocky Mountains unterwegs zu sein und die wundervolle Natur einzuatmen. Auch die Bräuche der First Nations spielen wieder eine größerer Rolle, genauso wie die Liebe zu den Pferden - zwei Themen, die Natascha Birovljev immer in ihren Romanen miteinbringt.

Fazit:
Auch mit diesem tollen Roman entführt uns die Autorin wieder in die Rocky Mountains und in die Welt der indigenen Bevölkerung. Mit viel Liebe zur Natur und einer spannenden Rahmenhandlung hat Natascha Birovljev einen großartigen zweiten Band um die Sleeping Ranch und ihren Bewohnern geschrieben. Ich kann auch diese Reihe wieder absolut weiterempfehlen!

Vielen Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar!

Die Sleeping Ranch Reihe:

  1. Winterspuren in Arrowwood  *Rezi*
  2. Frühlingswege in Arrowwood
  3. Sommerpfade in Arrowwood
  4. Herbstweiden in Arrowwood

Winterspuren in Arrowwood - Natascha Birovljev

    Die Bildrechte liegen bei der Autorin

     

     

    • Taschenbuch: 400 Seiten
    • Verlag: Natascha Birovljev (Nova MD); Erstauflage (28. November 2022)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3985956413
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3985956418
    • Genre: Gegenwartsliteratur



Nova Kurzbeschreibung:
In der Nähe des Jasper Nationalparks liegt das Dorf Arrowwod. Die Bewohner wissen, was Zusammenhalt bedeutet und die Jahreszeiten bestimmen den Rhythmus des Lebens. Die Sleeping Lake Ranch von Granny Caroline bietet heimatlosen und alten Pferden ein Zuhause und soll auch Trickreiterin Nicky den Raum bieten, nach einem tragischen Sturz wieder zu Kräften zu kommen. Ihre Granny Caroline, einst selbst eine berühmte Trickreiterin, soll ihrer Enkelin wieder ins Rampenlicht verhelfen. Nicky begegnet dem kauzigen Sattler Tom, den eine vergangene Liebe mit ihrer Großmutter verbindet. Die sanfte Winterruhe auf der Sleeping Lake Ranch schenkt Nicky ein unbekanntes Gefühl von Heimat. Und Blake, vom Tribe der Cree, bringt ihre Gefühle durcheinander. Schnell wird klar, dass Tom ein dunkles Geheimnis umgibt, das ihn antreibt, letzte Versprechen zu erfüllen.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Natascha Birovljev hat mich mit ihrer Willow-Ranch-Reihe schon vor Jahren verzaubert. Nun hat sie einen neuen Roman veröffentlicht, der hoffentlich der Beginn einer neuen Reihe rund um das Örtchen Arrowwood sein wird. 

Nicky Charm ist eine erfolgreiche Trickreiterin und Influencerin. Als Tochter einer Countrysängerin und eines Schauspielers ist sie es gewohnt im Rampenlicht zu stehen. Followerzahlen und Klicks sind ihre Welt. Als sie sich bei einem internen Wettkampf gegen ihre größte Konkurrentin Penelope schwer verletzt, stürzt eine Welt für sie zusammen. Als es zu einem weiteren Vorfall kommt, stürzt sich die Presse auf sie und Nicky flüchtet zu ihrer Großmutter nach Arrowwood. Diese war in ihrer Jugendzeit ebenfalls Trickreiterin und besitzt nun eine Art Gnadenhof, die Sleeping Lake Ranch, wo sie heimatlosen und alten Pferden ein Zuhause gibt. Nicky hat die Hoffnung von ihrer Granny den sagenumwobenen Charm-Trick zu lernen, damit sie schnell und effektiv wieder ins Rampenlicht zurückkehren kann. Doch eine innere Blockade und der Tod ihres geliebten Pferdes Diamond Dee verhindert, dass sie wieder aufs Pferd steigen kann.
Die Freundschaft zu Blake und Kateri, zwei Cree aus dem Nakoda Pine Reservat, hilft Nicky über ihren Verlust hinwegzukommen. Blake hilft ihr nach dem schweren Sturz wieder Vertrauen in ihre Fähigkeiten zu finden und ein Job im örtlichen Diner hilft Nicky etwas auf den Boden zu kommen.
Vor Ort kann Nicky nicht nur heilen und über ihren schweren Verlust hinwegkommen, sondern kommt ihrer Granny, nach dem frühen Tod ihrer Mutter, ebenfalls wieder näher.
Außerdem ist da auch noch der alte Sattler Tom, der in einer alten Verbindung mit ihrer Granny steht.
Nach und nach fügt sie sich in das Kleinstadtleben ein und Klickzahlen werden immer unwichtiger. Bis ihr Dad und ihr Ex-Freund Tyler vor der Tür stehen und Nicky zurück in die Welt von Social Media und dem Pferdesport holen wollen....

Die Geschichte wird aus der Sicht von Nicky, ihrer Großmutter Caroline und von Tom "tenpenny", dem Sattler, erzählt. Die Protagonisten sind alle authentisch und größtenteils sympathisch. Man spürt ihre Sorgen und Ängste, aber auch Neid und Eifersucht.
Nicky war mir zu Beginn nicht wirklich sympathisch. Für sie sind nur Follower und der äußere Schein wichtig, sowie der Wettkampf gegen Penelope. Erst nachdem sie alles verliert, was ihr wichtig war, bemerkt sie, wie oberflächlich sie gelebt hat. Doch auch diese Sichtweise findet erst langsam den Weg zu ihrem Inneren. Den Wandel hat Natscha Birovljev authentisch dargestellt.

Tom ist ein sehr talentierter Sattler und Eigenbrötler. Er hadert mit sich und einem Versprechen, dass er den First Nations gegeben hat. Er fühlt, dass er dieses nicht mehr einhalten kann und ihm die Zeit davonläuft. Seine weltbekannten Sättel stellt er deswegen seit Jahren nicht mehr her und übernimmt stattdessen nur mehr kostenlose Reparaturen für die Cree.
Granny Caroline ist glücklich ihre Enkelin nach Jahren wiederzusehen. Doch auch sie hat Geheimnisse vor Nicky, die mit der Familie und Tom zusammenhängen.

Der Schreibstil von Natascha Birovljev ist auch diesmal wieder sehr bildhaft und lebendig. Man fühlt die V
erbundenheit der Autorin zur kanadischen Landschaft. Die Tier- und Naturbeschreibungen konnten mich - wie schon in ihren anderen Romanen - absolut fesseln und begeistern.

Natascha Birovljev hat viele Themen in diesem Roman miteingewoben: Trickreiten, Pferde, Social Media, die Sattlerei, die First Nations, Familie und Liebe. Trotz der Vielfalt passt hier alles perfekt zusammen. Obwohl ich nie ein Pferdemädchen war und vor diesen wunderschönen Tieren Respekt habe, lese ich gerne über die Liebe zu Pferden, wenn es nicht überhand nimmt. Für mich war es hier genau richtig. Einzig über die First Nations hätte ich gerne wieder mehr gelesen, wie in Nataschas Willow-Ranch-Reihe.

Fazit:
Ein wunderbarer Auftakt einer neuen Reihe, die wieder nach Kanada führt und über das Trickreiten und das Showbusiness erzählt. Die wunderbaren Landschaftsbeschreibungen und das Leben der Cree ist dabei das "Tüpfelchen auf dem i". Ich empfehle diesen außergewöhnlichen Roman gerne weiter!

Vielen Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar!

Der Klang von Feuerblau - Johanna Gerhard

     

     

    • Taschenbuch: 230 Seiten
    • Verlag: ‎ Johanna Gerhard (Nova MD); Erstauflage (1. Oktober 2021)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3969668506
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3969668504
    • Genre: Roman




Amazon Kurzbeschreibung:
Wenn Kit Camino das Cembalo spielt, färbt ihre Welt sich bunt. Jeden Ton sieht sie als Farbe. Doch diese Welt, die Welt ihres Vaters, hat sie hinter sich gelassen. Sie meidet ihn, das Instrument und alles, was sie daran erinnern könnte. Zu viel ist zwischen ihnen vorgefallen. Als ihr Vater unerwartet verstirbt, erschüttert es Kit mehr, als sie sich eingestehen möchte. Er hinterlässt ihr Winters Weiher, das Landhaus der Familie und Sehnsuchtsort ihrer Kindheit. Dort hofft sie, endlich neu anfangen zu können. Ihr Vater macht es ihr jedoch nicht leicht, ihn und das Cembalo zu vergessen, und die Sehnsucht nach der Musik ist stark. Wird es Kit gelingen, sich ihrer Vergangenheit zu stellen, bevor sie sich selbst verliert?

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Auf diesen Roman wurde ich bei Lovelybooks aufmerksam. Johanna Gerhard hat mit "Der Klang von Feuerblau" den Selfpublisher Preis 2022 gewonnen - zu Recht! Der Roman lässt sich schwer einordnen, doch die Hauptthemen sind Trauer, seelischer Missbrauch, Akzeptanz, Vergebung, Misstrauen....und natürlich die Musik.

Kit Camino ist Synästhethikerin. Sie erlebt jeden Ton und Klang in Farbe. Was einerseits eine wunderbare Begabung ist, kann rasch zu eine riesigen Belastung werden.
Von klein auf wollte Kit, wie ihr berühmter Vater, ihr Leben der Musik widmen. Ihre Liebe galt dem Cembalo, doch einige Vorfälle mit ihrem Vater haben sie einen anderen Weg einschlagen lassen. Seitdem spielt sie nicht mehr und hat den Kontakt zu ihrem Vater abgebrochen.
Als dieser unerwartet stirbt, ist Kit mehr erschüttert, als sie sich zuerst eingestehen will. Sie erbt von ihm "Winters Weiher", das Landhaus, in dem sie ihre Kindheit verbracht hat. Für Kit beginnt eine Reise zu sich selbst. Ihre verletzte Seele braucht lange, bis sie heilt und die Aufarbeitung ist nicht einfach.

Erst nach und nach erfahren wir in Rückblicken, was passiert ist, dass Kit und ihr Vater den Kontakt zueinander abgebrochen haben.
Der Schreibstil ist emotional und bildhaft. Die Kapitel sind farblich und musikalisch inspiriert.
Die Autorin beschreibt die Gabe der
Synästhesie so bildhaft, dass es auch unmusikalische Menschen verstehen können. Jeder Ton hat eine bestimmte Farbe, die für Kit ein Wohlfühlen oder auch eine Missstimmung erzeugen. Man erlebt beim Lesen diese Gefühle Zeile für Zeile mit.

Kit ist nicht immer ein einfacher Charakter. Sie wirkte für mich sehr verloren und ich konnte ihre Angst und Wut fühlen. Allerdings hatte sie ihre egoistischen Momente und verletzt die wenigen Menschen, die es gut mit ihr meinen. Auf der anderen Seite konnte ich ihre Zerrissenheit fühlen. Sie verhält sich manchmal selbstzerstörerisch und stur. Ihr Weltblick verliert sich schnell in einem Tunnel. Was ihr passiert ist, verarbeitet man nicht einfach so und hat ihr Weltbild zerstört.

Raffael ist ein sehr sympathischer junger Mann, mit dem Kit als Kind in Winters Weiher befreundet war. Er ist auch nach all den Jahren für sie da, ebenso wie ihre beste Freundin Maja. Doch beide werden von Kit verletzt und die Freundschaften stehen auf der Kippe.

Das Ende bleibt ein bisschen offen, was  mich, die offene Enden hasst, hier aber nicht wirklich gestört hat. Kit hat am Ende zu sich gefunden. Doch wie sie ihr Leben wieder in den Griff bekommt, müsst ihr selbst lesen.

Schade fand ich, dass es noch so einige Fehler im Buch gibt, die das Lektorat in der Zwischenzeit beheben hätte können.

Fazit:
Der Roman ist eine virtuose Komposition, die sich auf nur 230 Seiten völlig entfaltet. Wer eine Liebesgeschichte erwartet, wird enttäuscht sein. Hier geht es vorallem um Vergebung und Selbstfindung.  Ein tiefgründiger Lesegenuss! 

Vielen Dank an Johanna Gerhard und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

Die Schattenwölfin der Rocky Mountains - Natascha Birovljev

      Die Bildrechte liegen bei der Autorin

    • Taschenbuch:
      448 Seiten
    • Verlag: Natascha Birovljev (Nova MD); Erstauflage (15. Mai 2021)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3969665450
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3969665459
    • Genre: Roman, Gegenwartsliteratur
    • Reihe: ja - Band 4 um die Willow Ranch




Amazon Kurzbeschreibung:

Rosie Laforge, die sich um die Stuten der Willow Ranch kümmert, hat ein hochgestecktes Ziel. Sie will eine spezielle Ausbildung zur Pferdetrainerin machen, um Pferde für alle Arbeiten auf einer Ranch vorzubereiten. Ein steiniger und teurer Weg, aber ein Angebot ihres Ex-Freundes scheint sie de, Traum näher zu bringen. Cody Tippet, der im letzten Jahr als Cowboy und Wrangler auf die Willow Ranch kam, muss sich nicht nur mit dem Selbstmord seines älteren Bruders, sondern auch mit der Misswirtschaft auf der Familienfarm auseinandersetzten. Dabei wollte er doch den Sommer mit Emma genießen, die aus Deutschland anreist, um ihn wiederzusehen. Woodwind Jones hat im letzten Jahr die Leitung der Wildtierstation übernommen und lebt im Sunchild Reservat. Doch er tut sich schwer, sich in die Gemeinschaft einzubringen. Und dann soll er auch noch helfen, die indianischen Jugendlichen ihre Kultur näher zu bringen.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Ich empfehle die Reihe nacheinander zu lesen!

Meine Meinung:
Was war ich gespannt auf den vierten Teil der Reihe rund um die Willow Ranch und ihre Bewohner. Und nach nur wenigen Seiten war es wie ein Nachhausekommen.....

Man kann Band 4 sicher auch alleinstehend lesen, doch habe ich in der Leserunde bemerkt, dass Einsteiger zu Beginn kleine Schwierigkeiten mit den Figuren haben, weil doch schon viele Hintergrundinfos zu den einzelnen Charakteren fehlten. Deswegen rate ich mit Band 1 zu beginnen!

Alle vier Bände haben die Gemeinsamkeit, dass im Prolog eine Indianer-Legende erzählt wird, die sich auch auf das titelgebende Tier bezieht. Diesmal erzählte diese Geschichte über zwei Wölfe: dem hellen und dem dunklen Wolf. Beide haben wir in uns vereint...

Die Willow Ranch und ihre Besitzer machen im vierten Band eine kleine Veränderung durch. Neben der Gästeranch, die vom Programm her etwas zurückgenommen wird, werden indianische Jugendliche aufgenommen. Während des Sommers sollen sie die verlorene indianische Kultur besser kennenlernen, denn in den Reservaten setzt sich immer mehr die Lebensart der Weißen durch.

Im Mittelpunkt stehen diesmal Woodwind Jones, Rosie Laforge und Cody Tippet.
Woodwind, der die Wildtierstation als Leiter übernommen hat, hat Schwierigkeiten sich im Reservat einzuleben. Nur Chinook, der alte Schamane, ist ein Freund von Woodwind, der ihm immer wieder gute Ratschläge erteilt. Als Woodwind den Jugendlichen die indianische Kultur näher bringen soll, fühlt er sich nicht befähigt dazu. Zusätzlich hat Woodwind einen Fein aus den eigenen reihen, der alles daran setzt, dass "der Vorbestrafte" nur scher Fuß fassen kann.
Rosie Laforge hat hingegen große Pläne. Sie möchte neben ihrer Arbeit auf der Willow Ranch eine Ausbildung zur Pferdetrainerin machen. Doch dazu braucht sie nicht nur ein eigenes passendes Pferd, sondern auch die Mittel dazu.
Cody ist hingegen mit seiner Arbeit als Cowboy sehr zufrieden. Nach dem Selbstmord seines Bruder soll er jedoch die elterliche Farm vor dem Ruin retten. Cody, der immer im Schatten seines älteren Bruders stand,
findet jedoch noch immer keinen Rückhalt durch seinem Vater. Zusätzlich wollte er die Zeit mit Emma verbringen, die er letzten Sommer kennengelernt hat und die extra aus Deutschland angereist ist.

Jeder der drei Hauptprotagonisten hat gegen so einige Schwierigkeiten anzukämpfen. Neben ihren Erlebnissen und Problemen begleiten wir aber auch liebgewonnene Figuren aus den anderen Teilen auf ihren weiteren Lebensweg. Auch das Leben auf der Willow Ranch und die Pläne für die Weiterführung lassen den Leser am Ball bleiben. Die einzelnen Charaktere sind authentisch und sehr lebendig dargestellt. Jeder von ihnen hat Ecken und Kanten und kämpft oftmals mit sich selbst. Wer schon in den Vorgängerbänden zu sich gefundne hat, steht vor neuen Zielen. Für mich sind die Figuren im Laufe der Zeit zu Freunden geworden und ihr Schicksal berührt mich immer sehr.

Natascha Birovljev versteht es hervorragend die Atmosphäre auf der Willow Ranch einzufangen. Auf jeder Seite spürt man die Verbundenheit zur kanadischen Landschaft. Die Tier- und Naturbeschreibungen konnten mich - wie schon in den Vorgängerbänden - absolut fesseln und begeistern. Man hat Kino im Kopf!

Warum ich dieses Mal keine 5 Sterne vergebe? Mir ging das Ende zu schnell und es war mir teilweise zu süß. Was mich aber am Meisten störte (und das ist jetzt meckern auf hohem Niveau) ist, dass ich die Anziehung zwischen Woodwind und Ayita überhaupt nicht spüren konnte. Die Faszination, die Woodwind verspürte, konnte ich so gar nicht nachvollziehen und es fehlte auch das "Kribbeln".

Hervorheben möchte ich noch die wahnsinnig schön gestalteten Innenseiten - vorallem die Wolfabbildungen am Kapitelende und die Traumfänger am Kapitelanfang...einfach wunderschön!

Fazit:
Eine ganz besondere Reihe, die mir immer am Herzen liegen wird und einen ganz besonderen Platz in meinen Regal bekommt. Obwohl ich jetzt beim vierten Band ein paar kleine Kritiken hatte, hat er mich genauso verzaubert, wie schon die Vorgängerbände. Ich spreche eine ganz große Leseempfehlung für die gesamte Reihe aus!

Vielen Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar!

Die Willow Ranch:

  1. Die Schattenpferde der Rocky Mountains  *Rezi*
  2. Die Schattenkrähe der Rocky Mountains   *Rezi*
  3. Der Schattengrizzly der Rocky Mountains *Rezi*
  4. Die Schattenwölfin der Rocky Mountains

ganz links seht ihr das erste Cover vom ersten Band, den ich zuhause habe, bevor die Reihe eine gemeinsame Aufmachung erhalten hat

Marie - Anja Lehmann



    • Taschenbuch: 386 Seiten
    • Verlag: Anja Lehmann (Nova MD); Auflage: 1. Auflage 2018 (6. Juli 2018)
    • ISBN-10: 396111756X
    • ISBN-13: 978-3961117567
    • Genre: Historischer Roman



Amazon Kurzbeschreibung:
Marie ist siebzehn Jahre, als sich ihr bisheriges Dasein drastisch verändert. Gemeinsam mit ihrer Schwester Sarah wird sie im Frühjahr 1941 als Ostarbeiterin nach Berlin gebracht. In Nazideutschland muss sie erfahren, dass sie als Halbjüdin keine Rechte mehr hat, weshalb sie alles dafür tut, ihre wahre Identität zu verschleiern. Ihr Leben wird zu einem Kampf, an dessen Ende ihr der Tod bereits zulächelt. Wagemutig stellt sich das Mädchen ihrem Schicksal und eine atemberaubende Flucht beginnt.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Der Roman "Marie" von Anja Lehmann handelt von zwei halbjüdischen Schwestern, der titelgebenden Marie und ihrer jüngeren Schwester Sarah. 1941 werden die beiden Mädchen, die alles verloren haben, auf einen Gutshof in der Nähe von Berlin als Ostarbeiterinnen eingestellt und dort zur Zwangsarbeit angehalten. Ihre halbjüdische Vergangenheit können die gebürtigen Polinnen, durch bestimmte Umstände, geheim halten. Während Sarah, noch halb Kind, sich den Umständen anpasst und sich am Gutshof einlebt, bereitet Marie die Flucht vor. Doch das Schicksal schlägt erbarmungslos zu....

Schon auf den ersten Seiten merkt man, dass dieser Roman keine leichte Kost sein wird. Marie und Sarah sind plötzlich auf sich alleine gestellt, nachdem die Mutter bei der Geburt des jüngsten Kindes stirbt. Ihr Vater und der Bruder wurden deportiert und in ein Arbeitslager gebracht. Zuerst kommen die beiden Schwestern bei einer nicht-jüdischen Nachbarin unter, bis sie selbst als Ostarbeiterinnen zu einem Gutshof in der Nähe von Berlin gebracht werden. Dort werden die Mädchen getrennt und Marie erfährt ein Martyrium sondergleichen, während Sarah später ins Konzentrationslager gebracht wird, als ihre richtige Identität aufgedeckt wird.

Schonunglos erzählt Anja Lehmann das Schicksal der beiden Schwestern, ähnlich wie es auch vielen Menschen in dieser Zeit ergangen ist. In wechselnden Perspektiven lesen wir einmal aus Maries und dann wieder aus Sarahs Sicht, aber auch andere Figuren kommen zu Wort, wie Liam oder Heinrich. Während ich zu Beginn Marie's Stärke bewunderte, die die noch kindliche und naive Sarah beschützte, wechselten im Laufe des Romans meine Sympathien zu Sarah. Die Erlebnisse im Konzentrationslager wurden von der Autorin sehr bewegend geschildert. Ich habe schon einige Bücher gelesen, sowohl Biografien, als auch Romane, die Schicksale in verschiedenen Konzentrationslager schildern. Anja Lehmanns Roman steht hier in keiner Weise nach.
Auf anderen Plattformen gab es einige Kriktiker, die manche historische Begebenheiten als nicht authentisch anerkennen. Der Autorin war es wichtig, die Beziehungen zwischen den unterschiedlichen Charakteren festzuhalten, das Kriegsgeschehen dient als dramtischer Hintergrund, in der die Figuren agieren (O-Ton Anja Lehmann). Sie erzählt über das Leben von zwei jungen Frauen und deren Schicksal, allerdings nicht in einer Art Biografie, sondern als fiktiven Roman. Wichtige historische Ereignisse, wie die Bombardierung Hamburgs oder der Gewaltmarsch der KZ-Häftlinge am Ende des Krieges, sind sehr wohl belegbar. Und dass Juden als U-Boote den Krieg überlebt haben, ist ebenfalls nicht an den Haaren herbeigezogen. (Ich erwähne nur den Film "Die Unsichtbaren", der mit Interviews von jüdischen Zeitzeugen untermalt wird). Falls die Anzahl der Besatzung eines U-Bootes fälschlicher Weise nicht ganz stimmt, sehe ich nicht ein dem Roman deswegen nur einem Stern zu geben. Einzig die Liebesbeziehung, die Marie im Laufe des zweiten Teiles eingeht, konnte ich weniger nachvollziehen, besonders nach den furchtbaren Geschehnisse, die sie zuvor durchmachen musste und durch wen.

Die Charaktere sind wunderbar lebendig dargestellt. Ich fühlte die Emotionen, die Schmerzen und die Hoffnung der Figuren durch die Seiten. Und ich hasste den einzigen, wirklich durch und durch bösen Charakter, dessen Handlungen ich kaum aushielt zu lesen.
Das Buch hinterlässt ein Wechselbad der Gefühle. Das Ende ist ein bisschen offen gehalten, aber der Großteil des Romans wurde abgeschlossen. Ein Spielraum für eine Fortsetzung wäre allerdings gegeben, die ich auf jeden Fall lesen würde. 

Schreibstil:
Anja Lehmann schreibt emotional, bewegend und abwechslungsreich. Ich konnte den Roman schwer aus der Hand legen und bangte mit den beiden Schwestern bis zum Ende mit, ob sie den Krieg überleben. Man fühlte sich beim Lesen, als würde man Marie und Sarah begleiten und mit ihnen mitleiden.

Fazit:
Ein bewegender Roman, der besonders zu Beginn alles andere als Leicht Kost ist. Das Schicksal zweier halbjüdischen jungen Frauen im Zweiten Weltkrieg, der mich in der ersten Hälfte begeistern konnte, der aber danach etwas abfällt. Ich fand die Geschichte trotzdem sehr lesenswert und empfehle sie gerne weiter!
Mein Dank gilt der Autorin für das Rezensionsexemplar und die Begleitung der Leserunde bei Lovelybooks, welches jedoch nicht meine Meinung zum Buch beeinflusst!
 

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