Posts mit dem Label Weltenbummler Challenge 2024 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Weltenbummler Challenge 2024 werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Die weiße Stunde - Alex Beer

    Die Bildrechte liegen beim Verlag



    • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
    • Verlag:‎ Limes Verlag; Originalausgabe Edition (25. September 2024)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3809027650
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3809027652
    • Genre: Historischer Krimi
    • Reihe: ja - Band 6 der August Emmerich Reihe


Limes Kurzbeschreibung:
Wien 1923. Die Stadt gleicht einem Pulverfass, die politischen Lager haben sich radikalisiert, die Hakenkreuzler sind auf dem Vormarsch. Mitten in dieser angespannten Situation geschieht ein aufsehenerregender Mord: Marita Hochmeister, eine stadtbekannte Gesellschaftsdame, wird brutal erschlagen in ihrem Schlafzimmer aufgefunden. Einen Tag später weist ein pensionierter Kriminalinspektor den Ermittler August Emmerich auf eine ungelöste Mordserie hin – damals, vor zehn Jahren, wurden drei Frauen auf ähnlich grausame Weise getötet wie das Opfer. Kann es sein, dass der Mörder zurückgekehrt ist? Und wenn ja, kann Emmerich ihn stellen, bevor er erneut zuschlägt?

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Ich liebe die Reihe um August Emmerich und seinen Assistenten Ferdinand Winter, die Alex Beer nun endlich fortgesetzt hat. Für mich ist es ihre beste Reihe, deshalb bin ich auch immer etwas ungeduldig und warte voller Vorfreude auf den nächsten Band.

Diesmal sind wir im Jahre 1923 und die politische Situation spitzt sich immer mehr zu. Die Nationalsozialisten sind immer mehr auf dem Vormarsch und die Arbeitslosigkeit steigt. Die Menschen sind desillusioniert. Die Hyperinflation treibt viele in den Selbstmord. Diejenigen, die sich in die Donau stürzen und nicht identifiziert werden können, werden im "Friedhof der Namenlosen" bestattet.

Während die Reichen und Schönen opulente Partys feiern, hungert der Rest größtenteils noch immer...auch fünf Jahre nach dem Ende des großen Krieges.
Nach einer dieser Partys wird die prominente Gesellschaftsdame Marita Hochmeister am nächsten Morgen tot aufgefunden - brutal erschlagen. August Emmerich und Ferdinand Winter bekommen den Fall, werden jedoch bald vom ehemaligen Leiter der Abteilung Leib und Leben, Heinrich Wertheim, aufgesucht. Dieser erkennt Ähnlichkeiten zu einem Fall vor zehn Jahren, den er nie lösen konnte. Es gab damals einen Verdächtigen, der jedoch plötzlich verschwunden war und dem man die Serienmorde nicht nachweisen konnte. Wertheim ist überzeugt, dass der damalige Täter wieder zugeschlagen hat. 

Neben dem Kriminalfall, in den sich Wertheim immer mehr einmischt und Emmerich und Winter einreden versucht, dass sein damaliger Verdächtiger der Mörder sein muss, plagen August Emmerich auch private Probleme. Er hat endlich herausgefunden, wer sein Vater war und hat nach seinem Tod seine Villa vererbt bekommen. Diese ist jedoch in keinem guten baulichen Zustand und gehört dringend renoviert. Doch August Emmerich fehlt natürlich das Geld. Gefallen haben mir hier auch die Dialoge mit seiner Nachbarin, die nicht erfreut über den neuen Besitzer ist, und ihm immer wieder unter die Nase reibt, dass ihm die Villa nicht zusteht.
Und Kolja, Emmerichs Freund aus dem Waisenhaus und Unterweltbaron, scheint ebenfalls in Schwierigkeiten zu stecken.

Ferdinand Winter wird hingegen immer mehr von seiner Großmutter genötigt, sich endlich nach einer Ehefrau, natürlich aus Adelskreisen, umzusehen und trifft einfach hinter seinem Rücken Verabredungen. Ein Gutes hat es allerdings, denn er und Emmerich kommen so näher in die Kreise, in der die ermordete Marita verkehrte. Und schon bald gibt es auch schon die nächste Tote....

Wie immer versteht es Alex Beer großartig, die damalige Atmosphäre in Wien einzufangen. Man fühlt sich mitten drin in diesem Moloch aus verzweifelten Menschen, den Hakenkreuzlern, dem neuen Geldadel und der Unterwelt. 
Die Charaktere entwickeln sich weiter und die Zusammenarbeit zwischen Emmerich und Winter wird immer besser. Gefallen hat mir auch die "Flüche-Kasse", eine Art Bußgeld für jeden Fluch, den Emmerich ausstößt.

Dieser sechste Band ist genauso spannend, wie die letzten Krimis der Reihe, jedoch hat mich diesmal die Auflösung nicht zu hundert Prozent überzeugt. Deswegen gibt es für "Die weiße Stunde" "nur" 4 Sterne. Am Ende gibt es auch noch einen fiesen Cliffhanger.
 
Fazit:
Alex Beer kann atmosphärisch und bringt uns das Wien der Zwanziger Jahre wieder näher. Diesmal konnte mich jedoch die Auflösung des Kriminalfalles nicht zu hundert Prozent überzeugen. Trotzdem freue ich mich auf den nächsten Band der Reihe, der hoffentlich den Cliffhanger des sechsten Bandes (positiv) auflöst.



Die Reihe um August Emmerich:

  1. Der zweite Reiter  *Rezi*
  2. Die rote Frau  *Rezi*
  3. Der dunkle Bote  *Rezi*
  4. Das schwarze Band  *Rezi*
  5. Der letzte Tod  *Rezi*
  6. Die weiße Stunde  

Sie kann dich hören - Freida McFadden

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

    • Broschiert: 368 Seiten
    • Verlag: ‎ Heyne Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (11. April 2024)
    • Übersetzer: ‎ Astrid Gravert
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3453274660
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3453274662
    • Originaltitel ‏ ‎ The Housemaid's Secret
    • Genre: Thriller, Psychothriller
    • Reihe: ja - Band 2 um Millie Calloway



Heyne Kurzbeschreibung:
Millie Calloway hat einen neuen Job. Um sich ihr Studium zu finanzieren, hilft sie einem reichen Paar aus Manhattan im Haushalt. Ihr Arbeitgeber Douglas Garrick wirkt nett, und zum Glück stellt er ihr nicht zu viele Fragen zu ihrer Vergangenheit. Doch warum darf Millie nicht mit seiner Frau Wendy sprechen? Was bedeuten das Weinen, das sie aus dem verschlossenen Zimmer hört, und die Blutflecke auf Wendys Kleidung? Ist Douglas in Wahrheit nicht der fürsorgliche Ehemann, der er vorgibt zu sein? Millie weiß nur eins: Sie muss Wendy helfen. Auch wenn sie damit riskiert, dass ihr dunkelstes Geheimnis doch noch ans Licht kommt.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur ABC Challenge

Meine Meinung:
Band 2 der Housemaid Trilogie hat ja im Vorfeld bereits einige Diskussionen ausgelöst. Die meisten fanden das Buch schwächer, als den ersten Band, einige aber auch besser. Wem schließe ich mich nun an?
Die Geschichte hat mir gut gefallen, auch wenn ich mir nicht vorstellen konnte, was es nach dem Ende des ersten Bandes noch zu berichten gäbe. "Sie kann dich hören" hat mich aber super unterhalten, jedoch schließe ich mich denjenigen an, die Band 2 schwächer fanden. Das ist aber auch keine Kunst, denn "Wenn sie wüsste" hat von mir 5 Sterne bekommen und die sind bei mir ja eher rar gesät. Der Thriller ist sehr ähnlich aufgebaut, was mich ebenfalls etwas skeptisch gemacht hat.

Inzwischen sind ein paar Jahre vergangen und Millie hat angefangen zu studieren. Um sich ihr Studium leisten zu können, arbeitet sie wieder als Hausmädchen bei den Garricks, einem reichen Upper Class Pärchen in Manhattan. Gott sei Dank will Douglas Garrick nichts über ihre Vergangenheit wissen - doch ist das nicht eher seltsam? Außerdem bekommt Millie seine Frau Wendy kaum zu Gesicht, die die meiste Zeit in ihrem Zimmer sitzt und aus dem sie Wendy oftmals weinen hört. Milly ist klar, dass sie der Frau helfen muss.....sie darf aber laut Vertrag nicht mit Wendy sprechen....

Der Epilog mit seinem ersten Satz "Heute Nacht werde ich ermordet" haut schon einmal richtig rein. Man wird sofort gepackt und will wissen, wer die Person ist, die diesen Satz sagt.
Danach geht es eher gemächlich weiter, steigert sich jedoch sehr schnell wieder zu einem Pageturner.

"Sie kann dich hören" wird wieder aus zwei Perspektiven erzählt. Wir treffen wieder auf Enzo, dem Gärtner aus dem Vorgänger, lernen aber auch neue Figuren kennen. Manchmal konnte ich Millies Handlungen nicht wirklich verstehen, was aber sicher auch von der Autorin gewollt zu sein scheint. Freida McFadden schreibt auf jeden Fall richtig gut und beherrscht ihr Metier perfekt. Sie weiß Spannung zu erzeugen und führt den Leser gekonnt in die Irre. Überraschende Plottwists und kurze Kapitel begünstigen den Lesefluss. Kaum angefangen zu lesen, kann man nicht mehr aufhören. Man fliegt durch die Seiten und trotzdem fand ich die Geschichte diesmal etwas schwächer. 

Cover:


von links nach rechts:
das englischsprachige Originalcover, das niederländische, das polnische und das slowakische Cover

Fazit:
"Sie kann dich hören" ist nach einem sehr ähnlichen Muster gestrickt, wie mein Highlight aus dem Jahre 2023. Der Thriller lässt sich genauso schnell weg lesen, wie der Vorgänger und enthält einige Twists und überraschende Wendungen. Deshalb empfehle ich auch diesen zweiten Band gerne weiter. 

Die Housemaid Reihe:

  1. Wenn sie wüsste  *Rezi*
  2. Sie kann dich hören  
  3. Sie wird dich finden

Über allen Bergen - Valentine Goby

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
    • Verlag: ‎ List Hardcover (28. November 2024)
    • Übersetzer: ‎ Marlene Frucht
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3471360697
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3471360699
    • Originaltitel: ‎ L’Île haute
    • Genre: Historischer Roman


List Kurzbeschreibung:
Auf seiner ersten Zugreise mitten durchs Schneegestöber kann Vadim nur an eines denken: Atmen. Hoch oben in den Bergen, wo das Ende der Welt nicht mehr weit zu sein scheint, fließt die Luft klar und ungehindert in seine Lungen. Dort oben ist weit und breit kein Fliegeralarm zu hören, nur die alles umfassende Stille der Natur. Von nun an wird er als Vincent ein neues Leben führen, fern von seiner russisch-jüdischen Familie, abgeschieden von der Zivilisation. Und trotz der schneidenden Kälte findet er in dem kleinen Dorf am Hang ein Zuhause und Menschen, die ihm Wärme schenken. Doch über allen Bergen bleibt die Zeit nicht stehen, und schließlich wird die Realität 1943 auch über seinen Zufluchtsort hereinbrechen ...

Meine Bewertung: * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Puh, was soll ich sagen? Mich hat dieser hochgelobte Roman leider komplett enttäuscht. Nicht nur, dass ich es wieder mit einem offenen Ende zu tun habe - was ich absolut nicht mag - hat die Geschichte leider so gar nicht gehalten, was ich mir versprochen hatte.

Paris, 1943. Vadim lebt in Paris und ist der Sohn einer Französin und eines jüdischen Vaters. Er leidet an Asthma und wird in die Berge nach Vallorcinnes, einem kleinen Dorf bei Chamonix, geschickt. Dort wird aus Vadim Vincent. Bei einer Bergbauernfamilie findet er Unterschlupf, wo er sich vor den Deutschen versteckt. Als Stadtjunge ist ihm die Natur und das Leben mit den Jahreszeiten fremd. Er ist fasziniert von den Bergen und integriert sich schnell in der Dorfgemeinschaft. Doch der Krieg findet auch den Weg nach Vallorcines - bleibt jedoch ein fernes Echo..

Die Leseprobe bei @vorablesen hat mir nämlich gut gefallen und nachdem ich den Klappentext gelesen habe, hatte ich eine komplett andere Erwartung an den Roman. Da ich viele Geschichten rund um den Zweiten Weltkrieg lese, habe ich mit einer Erzählung über die Flucht und die allgegenwärtige Gefahr für den jüdischen Jungen gerechnet. Doch es gibt kaum Geschehnisse und Erlebnisse dieser Art. Seitenweise, nein kapitelweise, werden in sehr poetischen und farbenfrohen Sätzen die Berge, die Landschaft und der Schnee beschrieben. Vadim, der jetzt Vincent heißt, verliert sich in der Natur und in der Bergwelt. Er zeichnet in bunten Farben seine Eindrücke und lernt mit der Zeit das harte Leben der Bergbauern kennen. Er freundet sich mit Moinette an, die ihm vieles zeigt und beibringt.
Zu Beginn ist es ja noch interessant, aber mit der Zeit werden die ewigen Beschreibungen, die ruhige Erzählweise und keinerlei weiteren Geschehnisse langweilig. Mir fehlte die Spannung....

Ich liebe die Berge und bewundere die Autorin, die diese auf so vielen Seiten immer wieder anders beschreiben kann. Der Roman wird in drei Abschnitte geteilt, die weiß (Winter), grün (Frühling) und gelb (Sommer) als Überschrift haben. 
Der Schreibstil ist einfühlsam, poetisch und sehr ruhig. Mir war die Geschichte zu ruhig und zu langweilig. Naturliebhaber, die 300 Seiten lang über dieselbe Gegend und Berglandschaften lesen möchten, können gerne zur Geschichte greifen.
Ich habe viele sehr positive Bewertungen gesehen - lasst euch deswegen nicht von meiner Bewertung abschrecken! Für mich war der Roman allerdings eine Enttäuschung.

Cover:
 
von links nach rechts:
Ich habe drei Cover gefunden, die alle französische Titel haben.

Fazit:
Für mich war "Über allen Bergen" leider nicht das erhoffte Highlight - im Gegenteil. Keinerlei Spannung, zu ruhig und fast nur Beschreibungen der Gegend. Wer gerne seitenweise poetische Landschafts- und Farbbeschreibungen liest, kann hier zugreifen. Wer Geschichtliches über die Zeit des zweiten Weltkrieges lesen möchte, sollte die Finger davon lassen. 


Vielen Dank an vorablesen und den List Verlag für das Rezensionsexemplar!

[Der Eispalast] Die Kür des Lebens - Rena Rosenthal

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 528 Seiten
    • Verlag: ‎ Penguin Verlag; Originalausgabe Edition (27. November 2024)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3328111301
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3328111306
    • Genre: Historischer Roman
    • Reihe: ja - Band 2 der Eispalast Saga


Penguin Kurzbeschreibung:
London, Anfang 20. Jahrhundert: Eiskunstlauf ist Madges große Leidenschaft. Doch aufgrund eines fatalen Fehlers in der Vergangenheit ist es ihr lediglich erlaubt, ihre jüngeren Geschwister zu trainieren. Als sie die gleichaltrige Julianna kennenlernt, ist Madge völlig fasziniert von dem neuen Wiener Fahrstil, den diese ihr zeigt: eine Art Ballett auf dem Eis, so anmutig und fließend, dass es ihr den Atem raubt. Solch eine Kür wäre ihre Chance, doch noch an der anstehenden Weltmeisterschaft teilzunehmen. Und gleichzeitig endlich das Herz von Benedict – dem Star des Londoner Skating Clubs – zu erobern. Gemeinsam schmieden Madge und Julianna einen mutigen, aber riskanten Plan. Einen Plan, der nicht nur ihre Zukunft, sondern auch den Ruf ihrer gesamten Familie zerstören könnte …

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Ich muss zugeben, dass ich meine Bewertung vom ersten Band "Der Eispalast" heute ändern würde, denn ich habe "nur" 4 Sterne vergeben und doch ist mir der Roman als wunderschöne Geschichte in Erinnerung geblieben, die ich heute höher bewerten würde!
Geht es auch oft so, dass ihr Bücher nach einiger Zeit anders bewerten würdet?

Im November ist nun der zweite Teil "Die Kür des Lebens" dieser wundervollen Trilogie ums Schlittschuhlaufen zu Beginn des 20. Jahrhunderts erschienen. 
Julianna ist mittlerweile in London angekommen. Sie möchte endlich ihre Mutter finden, die angeblich als der berühmte "Eisengel" in Großbritannien Furore gemacht hat. 
Während ihres Aufenthaltes schließt sie sich den Sufragetten an, die sich für mehr Frauenrechte, aber vor allem für das Wahlrecht, einsetzen. 
Madge kommt aus gutem Haus und ihre Liebe gehört ebenfalls dem Eislaufen. Durch einen fatalen Fehler in ihrer Vergangenheit, den ihr Vater alles andere als goutiert hat, schränkt er ihr Leben drastisch ein. Sie darf nur mehr ihre beiden jüngeren Geschwister trainieren, wobei Madge das eigentliche Eislauf-Talent ist. Im "Prince's Skating Rink" lernt sie Julianna kennen und ist vom neuen Wiener Stil sofort begeistert. Der moderne Fahrstil stellt eine Art Ballett auf dem Eis dar und hat Julianna von Jackson Haines in Wien gelernt. Jedoch gefallen Madge Juliannas Ansichten weniger, denn die Tochter aus gutem Hause hält an den Traditionen fest und ist sogar Mitglied bei den Anti-Sufragetten. Trotz ihrer verschiedenen Ansichten werden die beiden jungen Frauen bald enge Freundinnen.
Madge würde liebend gerne selbst bei den kommenden Weltmeisterschaften antreten, doch als Frau ist es nur im Paarlauf gestattet, sich dem Wettbewerb zu stellen. 

Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht von Julianna und Madge aus der Ich-Perspektive erzählt. Dabei erleben beide Frauen aufregende Zeiten. Die zwei Hauptprotagonistinnen sind liebevoll gezeichnet und versuchen ihre Ziele zu erreichen. Während Julianna nach ihrer Mutter sucht und sich für das Frauenwahlrecht engagiert, dabei aber auch nicht das Eislaufen aus den Augen verliert, packt Madge mit der Zeit doch der Ehrgeiz, um mit Edgar für die Weltmeisterschaft im Paarlauf im neuen Wiener Stil zu brillieren. Zusätzlich möchte sie Benedicts Herz erobern - dem Star des Londoner Skating Clubs.

Der Schreibstil ist wieder sehr lebendig und bildhaft. Rena Rosenthal hält auch die eine oder andere kleine Überraschung für die Leser:innen bereit. Man fliegt nur so durch die mehr als 500 Seiten und fiebert mit den Charakteren mit.
Nicht nur als Eiskunstlauf-Fan ist man von der Story hingerissen, sondern auch die weiteren Themen, die die Autorin aufgreift, sind sehr interessant.

Im Nachwort erfahren wir einige historische Fakten über die Weltmeisterschaft im Eiskunstlauf und über die Frauenrechtsbewegung zu dieser Zeit. Weiteres erfahren wir, dass es für Madge ein reales Vorbild gab. Mehr möchte ich dazu nicht schreiben, denn das müsst ihr selbst lesen!

Fazit:
Ein wundervoller zweiter Band um den Beginn des Eiskunstlaufs, verbunden mit einer spannenden Story und einem Schuss Romantik. Perfekte Winterlektüre! 


Vielen Danka an Lovelybooks und den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar!

Suche liebevollen Menschen: Mein Vater, sieben Kinder, und ihre Flucht vor dem Holocaust - Julian Borger

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Gebundene Ausgabe: 308 Seiten
    • Verlag: ‎ Molden Verlag in Verlagsgruppe Styria GmbH & Co. KG; 1. Edition (20. September 2024)
    • Übersetzer: ‎Hainer Kober
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3222151318
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3222151316
    • Originaltitel: I seek a kind person
    • Genre: Sachbuch, #gegendasvergessen, 



Molden Kurzbeschreibung:
 Wien, 1938. Verzweifelt versuchen jüdische Eltern, ihre Kinder vor den Nazis in Sicherheit zu bringen. In ihrer Not schalten sie Kleinanzeigen im »Manchester Guardian«, in denen sie ihre eigenen Kinder ausschreiben, um ihnen ein Überleben in der Fremde zu sichern – obwohl sie wissen, dass sie sich nie wiedersehen werden. Jahrzehnte später stößt der Journalist Julian Borger auf eine dieser Anzeigen und erkennt den Namen eines der Kinder: Robert Borger. Sein Vater. Es ist der Beginn einer Recherche, die Julian Borger mitten hinein führt in ein dunkles Familiengeheimnis. Und Anlass für ihn ist, die Spuren von sieben weiteren Kindern zu verfolgen, deren Schicksalsreise von Wien aus ins Exil nach Shanghai, in die Arme von niederländischen Schmugglern, an die Seite französischer Widerstandskämpfer – oder ins KZ Auschwitz führte.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
In diesem Buch erfahren wir mehr über eine etwas andere Art der Kinderverschickung in den 1930iger Jahren. Vielen von euch, die sich mit der Zeit des Zweiten Weltkrieges beschäftigen und auch darüber lesen, wissen Bescheid über die ersten Kinderverschickungen nach Großbritannien.

Doch schon zuvor waren einige jüdische Eltern klug und haben, wie die Großeltern von Journalist Julian Borger, im "Manchester Guardian" Kleinanzeigen geschaltet. Sie suchten nach Menschen, die ihre Kinder aufnehmen, um sie vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Sicherheit zu bringen. Obwohl sie ahnten, dass sie ihre Kinder eventuell nie mehr wiedersehen würden...

Ein kleiner Teil dieser Kleinanzeigen wurde auch für den Titel des Buches ausgewählt ("Seek a kind person, who will educate my intelligent Boy, aged 11, Viennese of good family. Borger 5/12 Hintzerstrasse, Vienna 3)
Im Jahre 1938 hat sein Großvater Leo genau diesen Text für seinen Sohn Robert Borger gewählt. Nach dem Tod seines Vaters Robert 1983 hat sich Journalist Julian Borger auf die Spurensuche betreffend seiner Familiengeschichte begeben. Niemand in der Familie wusste über seine Zeit als jüdisches Kind in Wien und sein Leben nach der Ankunft in Großbritannien. Julian Borger recherchierte akribisch. Dabei erfuhr er auch über dieses Inserat seines Großvaters und beginnt nachzuforschen. Im Verlauf seiner Recherche versuchte er mehr über die Schicksale der weiteren sechs Kinder herauszufinden, die am selben Tag in den Kleininseraten im "Manchester Guardian" ausgeschrieben wurden. Dies war alles andere als einfach und hat gedauert. Borger hat nach den Nachkommen der damaligen Kinder gesucht und versucht Kontakt aufzunehmen.
Was alle damaligen Kinder ihr ganzes Leben lang "verfolgte", war die "Schuld des Überlebens". Gleichzeitig fühlten sie sich auch unwürdig gegenüber Überlebenden aus den Konzentrationslagern, weil sie relativ sicher den Holocaust überlebt haben. Diese Traumata führten auch zum Selbstmord von Borgers Vater.

Was mir doch einige Schwierigkeiten bereitet hat, waren Julian Borgers oftmalige Wechsel von Personen und Zeit. Oft schwenkt der Autor mitten in seiner Erzählung von einer Person zu einer anderen und streut Fakten aus deren Leben ein. Das verwirrt zusätzlich, nachdem die Erzählungen auch zeitlich nicht chronologisch sind. Man benötigt deshalb hohe Konzentration und trotzdem sind mir oftmals die Schicksale mancher Menschen durcheinander gekommen. Trotz der wirklich akribischen Recherche und den berührenden Schicksalen, konnte ich deswegen manches Mal keine wirkliche Beziehung zu einigen der Figuren herstellen. Diese abrupten Wechsel und sich ins uferlose Verlieren, nimmt der biografischen Erzählung etwas an Tiefe. Das hätte vermieden werden können. Trotzdem sind die Erzählungen berührend. Man möchte sich gar nicht vorstellen, dass man seine eigenen Kinder alleine auf den Weg in ein fremdes Land schickt, deren Sprache sie nicht sprechen und sich einer ungewissen Zukunft entgegen sehen. Ich möchte nicht in dieser Haut der Eltern stecken, die sich entscheiden müssen....einfach grausam und auch heute noch genauso ein Thema!

Zwischen den einzelnen Kapiteln "lockern" schwarz-weiß Bilder der beschrieben Personen, die doch oftmals sehr emotionalen Schilderungen, auf. 

Obwohl es sich bei seiner Erzählung nicht um eines der sechs Kinder handelt, die damals in den Kleinanzeigen vorkamen, hat mich die Geschichte um Borgers Großtante Marci und deren Schicksal fast am meisten berührt. 

Cover:
von links nach rechts:
Die englischen Ausgaben und das niederländische Cover

Fazit:
Dieses Buch ist sowohl eine Familienbiografie, als auch eine Art Enthüllungsstory. Auf jeden Fall aber ein wichtiger Beitrag zum Thema #gegendasvergessen - besonders in der heutigen Zeit, in der die Zeitzeugen von damals verstorben sind und der Rassismus eine neue Hochsaison erlebt.


Vielen Dank an Lovelybooks und an den Molden Verlag für das Rezensionsexemplar!

Das weiße Gold des Amazonas - Mirjam Kul

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 416 Seiten
    • Verlag: ‎ Gmeiner-Verlag; 2024. Edition (14. August 2024)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3839206774
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3839206775
    • Genre: Historischer Roman


Gmeiner Kurzbeschreibung:
Brasilien, 1896: Taya wächst in einem Sklavenlager des preußischen Kautschukbarons Heinrich Lorenz auf. Ihr Bruder und ihr Vater gehören zu den vielen Indigenen, die auf den Plantagen ausgebeutet werden. Taya ringt um ihre Liebsten und um das Überleben ihres Volkes. Eine schicksalshafte Begegnung mit Paul, dem Sohn des Barons, verändert ihr Leben. Zwischen den beiden entwickelt sich eine Liebe, die nicht sein darf. Paul und Taya führen damit ihre beiden Familien an einen gefährlichen Abgrund aus Lügen und Gewalt.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Bisher habe ich von Mirjam Kul noch nichts gelesen, die normaler Weise im Fantasy Bereich schreibt. Nun ist im Gmeiner Verlag dieser historische Roman der Autorin erschienen, der uns zurück ins 19. Jahrhundert nach Brasilien führt. Es ist die Zeit der Kautschukgewinnung durch europäische Plantagenbesitzer, die sich in Manaus angesiedelt haben. Sie unterdrücken die indigene Bevölkerung, die sie wie Sklaven behandeln, obwohl die Sklaverei bereits abgeschafft wurde. Die indigenen Einwohner wurden damals innerhalb kurzer Zeit von den Weißen stark dezimiert.

Einer der schlimmsten und mächtigsten ist der Preuße Heinrich Lorenz, ein tyrannischer und skrupelloser Kautschukbaron, der nach noch mehr Macht und Gewinn strebt.
Seine beiden Söhne Karl und Paul sollen später in seine Fußstapfen treten. Doch Paul wurde von Heinrichs herzensguten Frau als Säugling aus dem Fluss gerettet und hat indigenes Blut. Außerdem hat er ein Fledermaus Tattoo auf der Brust. Er steht als junger Erwachsener zwischen den beiden Kulturen und wird auch von beiden Seiten nicht wirklich akzeptiert.

Auch Taya gehört zu einem der indigen Stämme, deren männliche Familienmitglieder in den Kautschukwäldern geschunden werden. Sie trifft als Kind auf Paul, der wie Taya ein Fledermaus Tattoo hat. Der Junge bekommt seit diesem Treffen Taya nicht mehr aus seinen Gedanken.
Als sie als junge Erwachsene wieder aufeinander treffen, entwickelt auch Taya mit der Zeit Gefühle für Paul. Doch eine Liebe zwischen dem (adoptierten) Sohn des Kautschukbarons und einer indigen Sklavin darf nicht sein.....

"Die Fremden zerstören die Wälder, vergiften mit ihren riesigen Schiffen die Flüsse und töten Tiere, obwohl sie  längst gesättigt sind. Sie haben keine Ehrfurcht vor der Schöpfung und dem Leben. Sie sind gierig und neidisch. Sie werden erst merken, dass man Geld nicht essen kann, wenn sie Mutter Erde zerstört haben."

Diese Sätze musste ich mir notieren, denn sie sprechen mir aus der Seele und sind auch 130 Jahre später genauso relevant, wie damals - wenn nicht sogar zukunftsweisend.

Mirjam Kul schreibt fesselnd und sehr bildgewaltig. Man erfährt viel über die damalige Zeit in diesem Teil der Welt und wie überheblich und grausam die europäischen Siedler gegenüber den Einwohnern waren. Es erinnert an die Besiedelung Amerikas, die ungefähr zweihundert Jahre zuvor ebenso grausam vonstatten ging. 
Die Autorin bringt auch immer wieder Gedanken ein, die sich auf die Zerstörung der Natur und die Ausbeutung von Menschen beziehen.

Neben den Hauptfiguren sind auch die Nebencharaktere lebendig und vielschichtig dargestellt. Einige - auch tierische! - haben sich ganz besonders in mein Herz geschlichen.
Ich bin durch die Geschichte geflogen und habe mit Paul mitgelitten, der als Sohn des Kautschukbarons erzogen wurde, aber mit seiner Hautfarbe nicht akzeptiert wird.

Der historische Roman liest sich fesselnd und interessant. Man fühlt sich während des Lesens direkt vor Ort in Brasilien.

Warum keine 5 Sterne?
Die Geschichte endet sehr abrupt und ließ mich ernüchternd zurück, denn sie hört für mich einfach mitten drin auf. Ich habe zwar beim großen A... gesehen, dass beim Titel "Die weißen Tränen Saga" steht, was auf eine Fortsetzung hoffen lässt, jedoch findet man keinerlei weitere Hinweise auf einen zweiten Band. Da ich offene Enden wirklich so überhaupt nicht leiden kann, muss ich deshalb einen Stern abziehen.

Fazit:
Ein fesselnder historischer Roman über die Versklavung indigener Völker, den Preis des Kautschuks und einer Liebe, die nicht sein darf. Bis auf das relativ offene Ende war die Geschichte sehr gut, aber der abrupte Schluss hat mich sehr gestört. Deshalb einen Stern Abzug! Wem offene Enden nicht stören, dem empfehle ich diese interessante Geschichte auf jeden Fall. Ich hoffe, dass es einen weiteren Teil geben wird.


Die vergessenen Kinder - Emily Gunnis

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Verlag: ‎ Heyne Verlag (11. September 2024)
    • Übersetzer :  Ute Brammertz, Carola Fischer
    • Gebundene Ausgabe : ‎ 448 Seiten
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3453274962
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3453274969
    • Originaltitel ‏ : ‎ The Girls Left Behind
    • Genre: Roman, Spannungsroman



Heyne Kurzbeschreibung:
Sussex 1985: Holly Moore führt ein trostloses Leben im düsteren Waisenhaus Morgate. Für ein wenig Zuneigung würde die einsame Teenagerin alles tun. Als sie einem jungen Mann begegnet, der sich aufrichtig um sie zu sorgen scheint, keimt Hoffnung in ihr auf. 2015: Jo Hamilton blickt auf eine lange Karriere bei der Polizei zurück. Als die Leiche eines jungen Mädchens entdeckt wird, holt sie ein Cold Case wieder ein, der sie nie losgelassen hat: Handelt es sich bei dem Fund um Holly Moore, die damals spurlos verschwunden ist? Und was ist mit dem anderen Mädchen aus dem Waisenhaus, dessen Tod ebenfalls nicht aufgeklärt wurde? Im Zuge der Ermittlungen wird Jo klar, dass sie sich der furchtbaren Schuld stellen muss, die sie damals auf sich geladen hat.

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Von der Autorin habe ich bisher zwei Bücher gelesen und zwar "Das Geheimnis des Mädchens", welches von mir 5 Sterne und "Das Haus der Verlassenen", welches 4 Sterne bekommen hat.
Mit ihrem neuen Roman hat sie mich nun nicht ganz so überzeugt, wie mit den bereits gelesenen Büchern. Für mich hatte es im Mittelteil einige Längen und Wiederholungen. Trotzdem war der Roman wieder spannend und interessant.

"Die vergessenen Kinder" wird auf drei Zeitebenen und aus vier Perspektiven erzählt. Lasst euch davon aber nicht abschrecken, denn wir begegnen diesen vier bzw. fünf Frauen während den ganzen 448 Seiten immer wieder. Vor allem Jo Hamilton, die sich 1975 frisch aus der Polizeischule auf dem Weg zu einer häuslichen Gewalttat begibt, die für sie weitreichende Folgen haben wird, begleiten wir bis zum Ende der Geschichte.
2015 steht sie kurz vor ihrer Pensionierung, als die Überreste einer Leiche gefunden werden, die der vor Jahrzehnten verschwunden Holly gehören könnten. Holly war eines der beiden Mädchen, die damals bei Jo's Polizeieinsatz ihre Familie durch einen Brand verloren hat. Noch immer fühlt sich Jo deswegen schuldig, die die beiden Kinder danach in das nahe Waisenhaus Morgate House bringen musste. Seit damals lässt sie diese Geschichte nicht mehr los und sie versucht in ihrer letzten Woche als Superintendent den Cold Case zu klären. Doch ihr Chef und ihr Nachfolger versuchen sie bereits aus ihrem Job zu drängen und lassen nichts unversucht....

Einige Zeit bevor Holly und Daisy nach Morgate House kamen, verschwand bereits die 15jährige Gemma spurlos. Einige Jahre später. Auch Daisy, die als Altenpflegerin arbeitet, möchte wissen, ob es sich bei der Toten um ihre Schwester Holly handelt. Noch immer gruselt es auch sie vor Morgate House, welches bald abgetragen werden soll, weil es zu nahe an den Saltdean Cliffs steht und ins Meer  abzurutschen droht.

Die dritte Zeitebene spielt 1944. Jo's Mutter Olive möchte der Farm ihrer Eltern entfliehen und meldet sich als Motorradkurier nach Bletchley Park. Dort versuchten während des Zweiten Weltkrieges Hunderte von Männern und Frauen den geheimen Funkverkehr der Deutschen zu entschlüsseln. Ihre Aufgabe ist anstrengend und gefährlich.

Die zentrale Rolle spielt jedoch Jo und das düstere Waisenhaus Morgate House, während sich die einzelnen Erzählstränge im Laufe der Geschichte gekonnt darum herum verknüpfen. 
Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse, die für dramatische und bewegende Momente sorgen.

Cover:

von links nach rechts:
das englischsprachige Originalcover, das litauische, dänische und schwedische Cover

Fazit:
"Die vergessenen Kinder" von Emily Gunnis ist eine Mischung aus einem packenden Familiendrama und einem spannenden Kriminalfall. Trotzdem empfand ich diesen Spannungsroman schwächer, als die beiden anderen, die ich bisher von der Autorin gelesen habe. 



Die Ärztin: Gefährliche Nachtschicht - Meike Dannenberg

    Die Bildrechte liegen beim Verlag



    • Taschenbuch: 272 Seiten
    • Verlag : ‎ Lübbe; 2. Aufl. 2024 Edition (27. September 2024)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3404193326
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3404193325
    • Genre: Thriller



Lübbe Kurzbeschreibung:
Dr. Eva Mares, Gynäkologin im Krankenhaus Bremen, führt nach einer brutalen Vergewaltigung in der Nachtschicht eine anonymisierte Spurensicherung durch. Das Opfer, eine junge Frau, wünscht keine Nachverfolgung, weil sie die Ereignisse möglichst schnell vergessen will. Wenig später wird eine andere lebensgefährlich verletzte Frau mit ähnlichen Misshandlungen eingeliefert. Eva fürchtet, dass derselbe Mann erneut zugeschlagen hat. Nur sie wüsste dann, dass DNA eines Serienvergewaltigers im geheimen Archiv des Krankenhauses lagert. Eva ahnt nicht, dass der Täter längst weiß, wer sie ist und wie gefährlich sie ihm werden kann - und dass er begonnen hat, Katz und Maus mit ihr zu spielen...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Nachdem mir dieser Thriller schon in der Vorschau aufgefallen ist, habe ich mich sehr gefreut, dass ich via Lovelybooks Glück hatte und das Buch gewonnen habe.

Bereits der Einstieg in der Geschichte ist heftig und man ist mitten im Geschehen. Doktor Eva Mares ist Gynäkologin, kümmert sich aber nach einer Spezialausbildung auch um vergewaltigte Frauen und sichert Spuren. Da oftmals die Opfer keine Anzeige erstatten möchten, werden diese Spuren anonymisiert abgenommen und bis zu 10 Jahren aufbewahrt, um vor Gericht herangezogen werden zu können.
Als eine junge Frau eingeliefert wird, die schwer misshandelt wurde, erkennt die Ärztin einige Parallelen zu einem früheren Opfer. Handelt es sich um einen Serienvergewaltiger?
Die damals anonym genommene DNA könnte helfen, doch Eva steht unter ärztlicher Schweigepflicht. Zusätzlich scheint der Täter einiges über die Ärztin zu wissen, die immer mehr in seinen Fokus gerät. Doch nicht nur Eva, sondern ihre ganze Familie scheint plötzlich in Gefahr....

Meike Dannenberg gelingt es von der ersten Seite an Spannung aufzubauen, die bis zum Ende anhält. Dementsprechend schnell habe ich den Thriller auch gelesen, denn ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Man liest aus der Sicht von Dr. Eva Mares, der Kommissarin Frauke Herrschmann, einem Opfer und auch aus der Sicht des Täters. Dabei wird oftmals auch einige Monate zurückgeblendet.
Mit der Zeit wird die Beklemmung immer intensiver, denn Dr. Eva Mares wird gestalkt und bedroht. Bis die Polizei einige ihrer Hinweise ernst nimmt, scheint es fast zu spät. Als Leser tappt man - auch nachdem das Täterprofil sichtbar wird - im Dunkeln.

Der Schreibstil ist fesselnd und die Kapitel sind kurz gehalten. Dabei ist das Thema wahrlich kein einfaches. Auch die Verletzungen der Opfer werden ziemlich genau beschrieben und könnten triggern.
Geschickt hat die Autorin immer mehr Spannung aufgebaut und zahlreiche Wendungen eingebaut. Die Auflösung überrascht, ist aber logisch und überzeugt.

Fazit:
Ein spannender Thriller, der unter die Haut geht und sich von der breiten Masse etwas abhebt. Ich konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen und empfehle ihn sehr gerne an Leser weiter, die das Thema nicht triggert.


 Vielen Dank an Lovelybooks und an Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar!


Dunkles Wasser - Charlotte Link

    Die Bildrechte liegen beim Verlag
     


    • Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
    • Verlag: ‎ Blanvalet Verlag; Originalausgabe Edition (21. August 2024)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3764504439
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3764504434
    • Genre: Kriminalroman, Thriller
    • Reihe: ja - Band 5 der Kate Linville Reihe



Blanvalet Kurzbeschreibung:
Eine stürmische Nacht an der Westküste Schottlands. Zwei Familien, die in einer Bucht zelten, werden im Schlaf von mehreren vermummten Männern überfallen. Die Gewalt eskaliert, am Ende überlebt nur Iris, die älteste Tochter einer der Familien, weil es ihr gelingt sich zu verstecken. Die Kilbride-Morde, wie sie von da an genannt werden, können nicht aufgeklärt werden. Viele Jahre später wird Iris plötzlich von einem unheimlichen Stalker verfolgt. Kurz darauf verschwindet ihre Freundin auf einer gemeinsamen Ferienreise spurlos. Opfer eines Verbrechens, das eigentlich Iris galt? Zufällig trifft Iris auf Ex-Inspector Caleb Hale. Zusammen mit Kate Linville beginnt er zu ermitteln und gerät, auch persönlich, immer tiefer in einen Albtraum ...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Weiter geht es mit der Kate Linville Reihe von Charlotte Link, die meiner Meinung von Band zu Band immer spannender wird.
"Dunkles Wasser" könnte man auch alleinstehend lesen, aber ich würde trotzdem empfehlen die Bücher der Reihe nach zu lesen, vor allem weil man Kates Entwicklung und ihren Charakter so besser versteht.

Iris Shaw ist eine junge Frau mit einer verstörenden Vergangenheit. Ihre gesamte Familie wurde während eines Campingurlaubes in Schottland bei einem Überfall auf brutalste Weise ermordet. Iris war damals 15 Jahre alt und hat als Einzige überlebt. Der Fall - die Kilbride Morde - wurde nie aufgelöst.
Mit einer neuen Identität ausgestattet, lebt sie mit einigen Ängsten und Phobien, abgeschieden in einem Haus am Waldrand. Plötzlich erhält sie Drohbriefe und wird gestalkt. Als sie mit einer Freundin in den Sommerurlaub nach Frankreich aufbricht, verschwindet diese  auf mysteriöse Weise. Iris ist völlig außer sich, als sie auf Ex-Inspektor Caleb Hale trifft, der sich ihrer annimmt. Caleb bittet Kate um Hilfe, die gerade in einem schwierigen Fall steckt, einem Kindermord. Sie wird jedoch, nach einer Beschwerde vom frauenfeindlichen Vater des toten Mädchens, vom Fall abgezogen und beginnt den Cold Case von damals neu aufzurollen...

Obwohl der Thriller im Hochsommer spielt, ist die Atmosphäre durchgehend dunkel und düster. Das beginnt mit dem Prolog, der den brutalen Mord an Iris Familie und an einem weiteren campierenden Pärchen beschreibt und endet an der windgepeitschten und regnerischen Küste vor Schottland. 
Kate und Calebs freundschaftliche Beziehung steht ebenfalls unter großer Anspannung und wird noch schlechter, als sich Caleb in Iris verliebt.

Link erzählt auf verschiedenen Handlungsstränge. Neben der Handlung in der Gegenwart, gibt es Rückblenden ins Jahr 2008 mit weiteren Details zur grausamen Tatnacht und man bekommt ebenfalls einen Einblick in die Gedanken des Täters. 

Der Schreibstil ist wie immer detailreich und man spürt die Emotionen der Charaktere sehr deutlich. Kate muss in diesem Band mit vielen persönlichen Schicksalsschlägen zurechtkommen, was die Stimmung ebenfalls drückt. 
Charlotte Link hat einige sehr überraschende Wendungen eingebaut, die die Spannung vor allem im letzten Drittel enorm ansteigen lässt. Wegen Kates Scharfsinn und ihrem Durchhaltevermögen wird der Cold Case aufgeklärt. Ein besonderes Ereignis hat mich zutiefst erschüttert und das Ende lässt einem fassungslos zurück. 
Für mich der bisher beste Fall der Reihe!

Fazit:
Ein komplexer und spannender neuer Fall für Kate Linville, der den Leser fassungslos zurücklässt. Charlotte Link steigert sich von Band zu Band und hat mit "Dunkles Wasser" einen sehr komplexen und wendungsreichen Krimi/Thriller geschrieben, der Fans der Reihe verstören wird.


Die Reihe um Kate Linville:
  1. Die Betrogene  *Rezi*
  2. Die Suche   *Rezi*
  3. Ohne Schuld  *Rezi*
  4. Einsame Nacht  *Rezi*
  5. Dunkles Wasser  

Alles, was ich geben kann - Rebecca Yarros

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Broschiert: 576 Seiten
    • Verlag: ‎ dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG; 3. Edition (15. August 2024)
    • Übersetzer: ‎ Michelle Landau
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3423284293
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423284295
    • Originaltitel  ‎ The Last Letter
    • Genre: Roman


dtv Kurzbeschreibung:
 Ella hätte nie gedacht, dass sie als Brieffreundin eines anonymen Soldaten in diesem einen wahren Freund finden würde. Dennoch entwickelt sich eine tiefe Zuneigung zwischen ihr und ›Chaos‹ – vielleicht sogar mehr. Dann treffen Ella mehrere schwere Schicksalsschläge und als auch die Briefe von ›Chaos‹ ausbleiben, muss sie glauben, dass sie allein auf der Welt ist. Obwohl er sie nicht persönlich kennt, hat Beckett alias ›Chaos‹ sich in die Frau hinter den Briefen verliebt. Ella, die Schwester seines besten Freundes. Als dieser stirbt, bittet er Beckett in einem letzten Brief, Ella beizustehen. Beckett wird alles tun, um Ella zu unterstützen, aber er wird ihr niemals sagen können, wer er wirklich ist, und Ella hasst nichts mehr als Lügen.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Rebecca Yarros ist bei Fantasylesern durch "Fourth Wing" und "Iron Flame" ja keine Unbekannte. Da ich dieses Genre nicht lese, war ich gespannt auf ihren Roman "Alles, was ich geben kann", der ebenfalls sehr gelobt wird. Und was soll ich sagen? Ich weine eigentlich fast nie bei Büchern, die ich lese, aber hier hatte ich doch ein paar Mal wirklich Tränchen in den Augen. Boah, was für eine emotionale Geschichte!

Schon bei den ersten Seiten hatte ich das Gefühl hier etwas Besonderes in Händen zu halten. Ella ist mit ihren 25 Jahren Alleinerzieherin der sechsjährigen Zwillinge Maisie und Colt. Durch den frühen Tod ihrer Eltern und Großmutter, hat sie außer ihren Kindern nur noch ihren Bruder Ryan. Dieser ist wie ihr Vater Soldat in einer Spezialeinheit und laufend in geheimer Mission unterwegs.
Inmitten Colorados Bergen leitet sie mit Freunden ihrer Großmutter ein Ferienressort und Hotel, welches sie vererbt bekommen hat. Ella lebt für ihre Kinder und das Ressort. Mit ihrem Bruder Ryan hält sie Kontakt durch Briefe. Eines Tages schlägt er ihr vor, seinem besten Freund "Chaos" ebenfalls zu schreiben, der keine Familie hat. Ella willigt ein und es entwickelt sich eine wunderbare Brieffreundschaft, bei der beide ihre Ängste und Träume teilen. Bald fühlen sie eine tiefe Verbundenheit zueinander und wollen sich kennenlernen. Doch dann bekommt Ella die Nachricht von Ryans Tod und auch von "Chaos" hört sie nie wieder. Einige Monate später steht der Soldat Beckett und sein Hund Havoc vor Ellas Tür. Er soll auf Wunsch von Ryan sich um dessen Schwester kümmern und ihr beistehen...

Rebecca Yarros hat in ihrem Roman mehrere sensible Themen aufgegriffen, die manche Leser sicher triggern. Es geht um Trauer, Verlust, eine schwere Krankheit, Tod, Folter...manches wird nur kurz erwähnt, manches begleitet uns eine längere Zeit durch die Geschichte. 

Die Autorin hat diese Geschichte feinfühlig und emotional geschrieben. Sie wird abwechselnd aus der Sicht von Ella und Beckett erzählt. Einmal angefangen, konnte ich den Roman nicht mehr aus der Hand legen und habe mich, obwohl ich Parallel-Leserin bin, nur noch "Alles, was ich geben kann" gewidmet.
Trotz der vielen Dramen wirkt der Roman nicht kitschig, sondern bleibt trotz der vielen Schicksalsschläge authentisch. Was man der Geschichte negativ ankreiden kann ist, dass es gefühlt zu viele für eine einzige Person waren. Das schuldet auch den halben Punkt Abzug bei meiner Bewertung. Es gibt sicher Menschen, bei denen man denkt, es kann einfach nicht noch schlimmer werden und trotzdem schlägt das Schicksal wieder zu. Für eine erst 25jährige Frau war mir das allerdings too much. Trotzdem leidet man mit Ella und den Kindern einfach mit. Sie ist eine wunderbare und starke Frau, die ihr Schicksal immer wieder zu meistern scheint. Was ihr und auch Beckett fehlt ist Vertrauen.
Beckett ist zu gut für diese Welt und er ist die Art von Mensch, den man gerne an seiner Seite haben möchte, wenn es einem schlecht geht. Doch auch er hat seine Geheimnisse...
Die Briefe, die Ella und Chaos austauschen, bilden den roten Faden rund um den Rest der Handlung. Sie stehen jeweils am Kapitelanfang.

Das Ende des Romans hat mich emotional sehr berührt, auch wenn ich denke, dass die Autorin damit noch einen Ticken zu viel an Schmerz und Drama hinzugefügt hat. Auf jeden Fall hat sie es aber geschafft, mich nach Jahren bei einem Buch zu Tränen zu rühren.

Cover:

von links nach rechts:
zwei englischsprachige Cover, das französische, niederländische, ein weiteres englisches Cover und das ukrainische Cover 

Fazit:
Eine sehr berührende und hochemotionale Geschichte mit Tiefgang. Den halben Punkt Abzug gibt es für fast zu viel Schicksalsschläge für eine junge Frau. Haltet die Taschentücher bereit!




 

Martinas Buchwelten Copyright © 2012 Design by Antonia Sundrani Vinte e poucos