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[Die Frauen von Rivers End] Zart wie Blüten, stark wie Stahl - Ane Mulligan

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Taschenbuch: 352 Seiten
    • Verlag: ‎ Brunnen; 1. Edition (15. Januar 2023)
    • Übersetzer: ‎ Tabitha Krägeloh
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3765521469
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3765521461
    • Origantitel: In High Cotton 
    • Genre: christlicher Roman, historischer Roman


Brunnen Kurzbeschreibung:
Ane Mulligans Roman über fünf starke Frauen, ihre Freundschaft und ihren Zusammenhalt zur Zeit der Großen Depression zeigt unvergleichlichen Südstaatencharme. 1929: Der Börsencrash führt im ländlichen South Georgia zu entbehrungsreichen Zeiten und die Witwe Magnolia "Maggie" Parker kämpft sich als berufstätige Frau und Mutter eines siebenjährigen Sohnes durchs Leben. Schon lange ist sie ihrem habsüchtigen Schwiegervater ein Dorn im Auge, denn er hat es auf den Lebensmittelladen abgesehen, den ihr Mann ihr hinterlassen hat. Doch er hat nicht mit Maggies Kampfgeist gerechnet und mit der Stärke der Südstaatenfrauen! Gemeinsam mit ihrer Schwester und drei weiteren Freundinnen findet Maggie immer wieder neue Wege durch die Wirtschaftskrise hindurch und entdeckt: Mit Gott und den richtigen Freundinnen an der Seite kann man alles schaffen! 

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
In diesem christlichen Roman von Ane Mulligan befinden wir uns Ende der Zwanziger Jahre in den Südstaaten der USA. Der Börsencrash und die darauffolgende Weltwirtschaftskrise bringt die Menschen in große Schwierigkeiten. Auch in Rivers Ende, Georgia, versucht unsere Hauptprotagonistin Maggie Parker zu sparen, wo sie nur kann. Als alleinerziehende Witwe eines siebenjährigen Sohnes muss sie jeden Dollar zweimal umdrehen. Zusätzliche Schwierigkeiten bereitet ihr ihr Schwiegervater Big Jim, der den "Tante Emma Laden", der Maggie gehört, zurückhaben möchte. Er hat den Laden seinem Sohn vererbt und dieser wiederum an seine Frau. Doch Big Jim versucht mit allen Mitteln Maggie zu schaden und ihr den Laden wegzunehmen. Dabei schreckt er auch nicht vor kriminellen Machenschaften zurück...

Es dauerte ein bisschen bis ich in die Geschichte gefunden habe. Bald sind mir jedoch die Figuren ans Herzen gewachsen - allen voran Maggies Sohn Barry.
Maggie ist eine sehr starke Frau, die alles versucht, um für ihren Sohn eine gute Mutter zu sein und die für alle ein offenes Ohr hat. Neben der Arbeit in ihrem Lebensmittelladen schreibt sie Kolumnen und Gute Nacht Geschichten für Kinder. Als ihre Schwester Duchess bei ihr Zuflucht sucht, nimmt Maggie sie ohne Zögern auf. Maggies beste Freundin Saddie ist indigener Abstammung und ebenfalls dem Hass der weißen Männer im Ort ausgeliefert. Doch Sadie und Maggie sind nicht alleine, denn auch die schwangere, aber unverheiratete Pinkie, wird ein Teil der Wohngemeinschaft und muss sich gegen viele Anfeindungen wehren. Gemeinsam trotzen sie gegen diverse Anfeindungen und beweisen, dass sie das Lebensmittelgeschäft auch ohne einen Mann führen können - was nicht jedem in Rivers End schmeckt.

Der Roman wird aus der Sicht von Maggie in der Ich-Form erzählt. Das Lebensgefühl und die Schwere der Zeit hat Ane Mulligan sehr authentisch eingefangen. Zwischen den Kapiteln gibt es Haushaltstipps, die sehr amerikanisch und in Europa nur schwer zu verwirklichen sind.
Wirklich wütend hat mich die Willkür der weißen Männer gemacht, die jeden unterdrücken, der den "Good Old Boys" in die Quere kommt. Nicht umsonst ist es auch die Zeit des Klu Klux Klan. Doch die Frauen halten zusammen, wie schon im etwas fremdklingenden deutschen Titel angeklungen.

Weniger gefallen hat mir, dass die Handlung doch sehr schwarz-weiß und melodramatisch gezeichnet ist. Maggie erleidet viele Tiefschläge und kaum hat sie sich von einem erholt, folgt der nächste. Ein Drama folgt nach dem anderen. Einige Handlungsstränge verlaufen im Sand und werden nicht aufgeklärt.

Die wichtigste Botschaft des Romans ist die wunderbare Freundschaft der Frauen untereinander. Jede der Freundinnen ist einzigartig und zusammen ergeben sie ein buntes Bild. Mich erinnerte es ein bisschen an diverse Filme, wo die Frauen abends beisammen sitzen und an ihren Quilt-Decken nähen und dabei ihre Probleme besprechen. Nur hier geht es etwas dramatischer zu und auch der Glaube hat einen höheren Stellennwert.

Cover:

Das amerikanische Originalcover lässt sofort erahnen, welches Genre man den Roman zuordnen kann. 

Es ist das einzige Cover und die deutsche Ausgabe anscheinend die einzige Übersetzung, die ich finden konnte.

Fazit:
Die Autorin vermittelt die Zeit der späten Zwanziger Jahre in den Südstaaten äußerst lebendig. Die Handlung selbst war mir etwas zu viel Drama und auch die Figuren sind sehr schwarz-weiß gemalt, aber sehr lebendig dargestellt.
Gefallen hat mir hingegen der Mut und der Zusammenhalt der Freundinnen und ihre gegenseitige Unterstützung. Eine nette und warmherzige Geschichte, die ich gerne gelesen habe, aber nur wenig nachklingt.

 Vielen Dank an den Brunnen Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

Die Tochter des Zementbarons - Sylvia B. Barron

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

     

    • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
    • Verlag: ‎ Brunnen; 1. Edition (24. August 2022)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3765536652
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3765536656
    • Genre: Historischer Roman, christlicher Roman



Brunnen Kurzbeschreibung:
Ein Roman aus der Zeit des ersten Weltkriegs, mit viel Liebe zum Detail recherchiert. Blaubeuren 1914, der Erste Weltkrieg steht kurz bevor. Anna Kran, Tochter eines Zementwerkbesitzers und überzeugte Nationalistin, möchte einen Beitrag für ihr Vaterland leisten und Lazarettschwester werden. Doch ihr Vater traut ihr diese Arbeit nicht zu. In ihrem Eifer, ihn von ihrer Tatkraft zu überzeugen, fügt sie anderen Menschen unbewusst Leid zu. Erst ein verletzter Fremder, eine tragische Nachricht und Gott, der schon lange um ihr Herz wirbt, ändern ihre Sicht auf die Dinge … 

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Der Roman ist mir bereits auf Instagram aufgefallen und hat mein Interesse geweckt, denn in "Die Tochter des Zementbarons" ist die Hauptfigur Anna Kran eine überzeugte Nationalistin.

Anna ist in einer wohlhabenden Familie aufgewachsen und mit ihren 22 Jahren noch immer etwas weltfremd. Sie ist die typische Vertreterin der reichen Bevölkerung, die sich als von Gott gegeben ansehen und denkt, dass es ihnen zusteht in diese Kreise hineingeboren worden zu sein. Anna hat deshalb meine Sympathie lange Zeit nicht wirklich errungen. Sie ist der festen Überzeugung, dass sich ihr 17jähriger Bruder Gerhard freiwillig für den Kriegseinsatz zu melden hat, um das Vaterland zu verteidigen. Sie schreckt auch nicht davor zurück junge Sozialisten zu verraten und diese an die Front zu schicken. Einer davon ist Johann, der im Zementwerk ihres Vaters arbeitet und seine hochschwangere Frau Mina zurücklassen muss, die bald kein Einkommen mehr hat und kaum ihr Kind versorgen kann.
Trotzallem möchte Anna selbst etwas bewegen und selbst für Kaiser und Vaterland einstehen. Sie möchte sich zur Lazarettschwester ausbilden lassen und setzt sich gegen ihren Vater durch. Anna kümmert sich um die ersten Verletzten, die in ihrer Heimatstadt Blaubeuren eingeliefert werden. Dabei ist auch der evangelische Pastor Hans Wilhelm, der aus Santoppen, im ehemaligen Ostpreußen, kommt....

Ich kann nicht genau sagen, warum mich die Story nicht wirklich mitgenommen hat. Mich nervte Anna auf vielen Ebenen. Ihre Lazarettschwesterausbildung kam mir sehr unzulänglich vor und war wahrscheinlich im Vergleich zu ähnlichen Ausbildungen im Zweiten Weltkrieg einfach noch harmloser und dieser Zeit geschuldet. Ich kenne aus Büchern bisher nur die Einsätze von Lazarettschwestern ab 1940, die oftmals sofort nach der Ausbildung an die Front geschickt wurden und Grauenhaftes erleben mussten. Anna hingegen wechselt gerade mal Verbände und bringt ein Glas Wasser zu trinken....für eine wohlbehütetet Tochter eines reichen Fabrikanten aber sicher schon ein großer Fortschritt.
Gefallen hat mir, dass sich Anna weiterentwickelt und langsam ein richtiges Bild von der Welt der Arbeiter und des Krieges bekommt. Sie bereut und versucht einiges wieder gut zu machen. Ihre Wandlung erfolgt Schritt für Schritt und ist somit authentisch dargelegt.

Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und ich konnte mir jeden von ihnen bildlich vorstellen. Sie haben Ecken und Kanten und wirken lebendig.

Für mich nahm auch die Liebesgeschichte etwas zu viel Raum ein. Anna entflammt zuerst für Ludwig und kurze Zeit später für Hans Wilhelm. Diese Verliebtheiten konnte ich nicht nachempfinden.

Ein besonderes Stilmittel sind die Feldpostbriefe, die die Autorin eingebaut hat und die in einer anderen Schriftart gedruckt sind. Sie sind von Gerhard an seine Familie und von Johann an Mina gerichtet. Dabei verwendet er unsichtbare Tinte, die Mina von den wahren Schrecken des Krieges erzählen. Die verwendeten Schriftarten lassen sich leider nicht sehr gut lesen, was ich sehr schade fand.

Die Leserinnen der Leserunde waren vom Buch begeistert. Ich kann mich der Begeisterung leider nicht anschließen, denn der Funke ist irgendwie nicht übergesprungen. Die Charaktere und die Entwicklungen hat die Autorin allerdings sehr gut dargestellt, ebenso wie die Unsinnigkeit des Krieges. Macht euch daher bitte selbst ein Bild, wenn euch der Inhalt interessiert.

Fazit:
Ein historischer Roman mit christlichen Aspekten, der den Wandel einer jungen Frau von einer begeisterten Nationalistin zu einer Skeptikerin aufzeigt. Tolle Figurenbildung und Einblicke in soziale Ungleichheiten. Trotzdem konnte mich der Roman und vorallem die Liebesgeschichte nicht wirklich abholen.


 Vielen Dank an den Brunnen Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

Die Gewandnadel - Susanne Ospelkaus

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
    • Verlag: ‎ Brunnen (1. September 2022)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3765536644
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3765536649
    • Genre: Roman, zwei Zeitebenen



Brunnen Kurzbeschreibung:
Eine Gewandnadel erinnert Josefine an die Liebe ihres Lebens: Harun, der Berber, hatte sie ihr geschenkt. Damals diente sie als junge Rotkreuzschwester an der Afrikafront in Libyen. Heute lebt sie mit 94 Jahre in einem Pflegeheim, ist verwirrt, verängstigt und erinnert sich kaum noch an ihre Vergangenheit. Bis Yakob auftaucht, ein junger Pfleger mit libyschen Wurzeln. Als er in den unverständlichen Lauten, die Josefine von sich gibt, einen alten arabischen Dialekt entdeckt, den er selbst aus seiner Kindheit kennt, wird er neugierig.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Yakob, ist ein junger Pfleger im Seniorenheim "Herbstlust" in München, in dem ehemalige Rotkreuzschwestern untergebracht sind. Er liebt seine Arbeit, auch wenn die Zeit oft viel zu knapp und die Arbeit anstrengend ist. Die 94-jährige Josefine Strehlewitz, die wegen ihrer Demenz immer mehr in ihre Erinnerungen eintaucht, liegt ihm besonders am Herzen.
Josefine, genannt Fine, wuchs behütet in Berlin auf. Ihr Vater arbeitete als Filmregisseur, doch als die NSDAP immer mehr an Zustimmung gewinnt, fühlen sich ihre Eltern nicht mehr wohl in Berlin und verlassen die Stadt. Sie senden Josefine zur Rotkreuzschwester-Ausbildung nach München. Als der Krieg ausbricht wird Josefine nach Libyen an die afrikanische Front geschickt. Gemeinsam mit ihrer Freundin Berta kümmern sie sich unter schwierigen Bedingungen um die Verletzten. Dort lernt sie auch die Liebe ihres Lebens kennen und lebt einige Jahre bei den Amazigh.

Es ist Yakob, dem auffällt, dass Josefine manchmal in einer fremden Sprache spricht, die ihm bekannt vorkommt. Während die anderen Pfleger denken, dass sie immer mehr verfällt, erkennt er, dass Josefine einen arabischen Dialekt spricht, den er von seinen Eltern kennt. Yakobs Eltern sind vor vielen Jahren aus Libyen geflohen und leben seitdem in Deutschland, wo auch Yakob geboren wurde. Durch die Ähnlichkeit Yakobs mit Josefines großer Liebe Harun, erweckt er in der alten Dame Erinnerungen an früher. Dabei spielt auch eine hübsche Gewandnadel eine Rolle, die für Josefine eine ganz besondere Bedeutung hat.

Susanne Ospelkaus schreibt in ihrem Roman über eine unerfüllte Liebe, die Zeit im Kriegslazarett und bei den Amazigh, den Nomaden der Wüste. Dabei ist der Perspektivwechsel hin zur Gegenwart fließend. Der Schreibstil ist lebendig und bildhaft. Ich bin in der Geschichte sehr schnell angekommen und versunken. Dabei werden die oftmals schweren Themen mit einer wunderbaren Leichtigkeit erzählt, was ich sehr bewundere.

Die Charaktere sind äußerst authentisch beschrieben. Yakob, der eigentlich Yasser, heißt, ist ein sehr gewissenhafter und feinfühliger Mensch. Er kümmert sich liebevoll um die alten Damen. Dabei spricht die Autorin auch Themen wie Zeitnot und den Pflegepersonalmangel an.
Josefines Lebenserinnerungen machen nachdenklich und berühren. Ein Teil von ihr ist in der Wüste geblieben. Sowohl Yakob, als auch Josefine suchen nach ihrer Identität. Yakob, dessen Eltern versucht haben, die deutschen Angewohnheiten zu übernehmen und zu leben, haben ihre Wurzeln unterdrückt und Yakob wenig aus ihrem früherern Leben erzählt. Als Yakob seine Eltern in die "Herbstlust" mitnimmt und sie Bekanntschaft mit Josefine, Therese und Berta machen, erleben alle eine wunderbare Zeit der Annäherung. Josefine und auch Yakob/Yasser finden einen Weg ihre Wurzeln und ihre Erinnerungen anzunehmen....

Fazit:
Eine berührende Geschichte auf zwei Zeitebenen, die als Thema Vergangenheitsbewältigung, Identitätssuche und die Pflege von alten Menschen beinhaltet. Dieses Buch empfehle ich sehr gerne weiter!

Vielen Dank an den Brunnen Verlag und an Lovelybooks für das Rezensiuonsexemplar!

 




Ein Heim voller Liebe - Susan Anne Mason

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

     

    • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
    • Verlag: ‎ Brunnen; 1. Edition (1. Juni 2022)
    • Übersetzer: ‎ Tabitha Krägeloh
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3765536881
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3765536885
    • Genre: christlicher Roman
    • Reihe: Band 2 der "Hoffnung in Toronto" Reihe


Brunnen Kurzbeschreibung:
Toronto, 1943: Jane Linder steckt ihre ganze Energie und Liebe in ihre Arbeit bei der Children's Aid Society, um Heimkindern ein neues Zuhause zu ermöglichen. Dabei hütet sie ein Geheimnis, das ihre Stelle als stellvertretende Direktorin gefährden könnte ― insbesondere jetzt, da Garrett Wilder eingestellt wurde, um die Abläufe und Finanzen der Children's Aid Society zu überprüfen. So muss sich Jane nicht nur mit finanziellen Missständen und zurückgewiesenen Kindern auseinandersetzen, sondern auch mit einem charmanten Buchprüfer, der ihr den Posten als Direktorin streitig machen will. Dabei möchte Jane doch eigentlich nur eins: ungeliebten Kindern ein Heim voller Liebe schenken …

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
"Ein Heim voller Liebe" von Susan Anne Mason ist eigentlich der zweite Teil zu "Miss Rosetti und das Haus der Hoffnung", kann aber völlig unabhängig davon gelesen werden. Hier handelt es sich um eine völlig andere Geschichte und nur ab und zu werden die beiden Protagonistinnen aus den ersten Band erwähnt.

Der Roman beginnt im September 1943. Jane Linders Herz schlägt für die Children's Aid Society, wo sie zurzeit als geschäftsführende Direktorin arbeitet. Die Organisation wird durch Spenden unterstützt und kümmert sich um die Vermittlung von Heimkindern zu Pflegefamilien. Sie vertritt ihren Chef, der seit einiger Zeit krank ist und nun um seine Pensionierung gebeten hat. Jane möchte gerne seinen Posten als Direktorin offiziell übernehmen und hat ihre Bewerbung beim Vorstand abgegeben. Allerdings ist sie nicht die einzige Bewerberin und noch dazu die einzige Frau. Da es die letzten Monate zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist, setzt ihr der Vorstand zusätzlich den Buchprüfer Garrett Wilder vor die Nase. Dieser hat ebenfalls Interesse am Direktorsposten, denn nach einer Kriegsverletzung ist er nicht mehr in der Lage den elterlichen Hof einmal zu übernehmen.

Man findet sehr schnell in die Geschichte, die sehr ähnlich aufgebaut und teilweise ziemlich vorhersehbar ist. Die finanziellen Missstände in der Children's Aid Society wurden mir etwas zu schnell und unspektakulär aufgeklärt. Trotzdem gelingt es der Autorin auch diesmal wieder einige unvorhergesehene Wendungen einzubauen. Diese kommen allerdings etwas spät und auch die Spannung wird erst ab der zweiten Hälfte etwas höher. Zuvor wird eher die emotionale Ebene des Geschehens angesprochen. Dabei spielt das Heimkind Martin eine große Rolle. Jane hat sich schon vor Jahren zum Ziel gesetzt für Martin einen guten Platz zu finden, doch der mittlerweile 8jährige wird immer wieder ins Heim zurückgebracht. Er fühlt sich ungeliebt und abgeschoben. Garrett erkennt wie wichtig Martin für Jane ist und versucht den beiden zu helfen, ohne dabei sein Ziel aus den Augen zu verlieren.

Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht von Jane und Garrett erzählt. Die Charaktere sind sehr einfühlsam beschrieben. Man erhält ein gutes Bild von ihren Gefühlen und Handlungen. Jane hütet ein Geheimnis, dass schwer auf ihrer Seele lastet. Sie hat ein großes Herz und ist oftmals zu gutmütig. Garrett ist ebenfalls ein sympathischer Charakter, der vorallem an seiner Familie hängt und sich schuldig fühlt, weil er wegen seiner Kriegsverletzung keine große Hilfe am Hof sein kann. Deshalb möchte er durch den Direktorsposten seine Familie geldtechnisch unterstützen. Aber auch Jane benötigt jeden Cent, denn sie lebt mit ihrer schwerkranken Mutter alleine. Als sich die beiden trotzallem zueinander hingezogen fühlen, lässt Garrett die moralische Zwickmühle, in der er sich bald befindet, keine Ruhe.

Insgesamt hat mir "Miss Rosetti und das Haus der Hoffnung" besser gefallen. Es hatte mehr Spannung und Drama zu bieten. Der zweite Band ist nicht so dramatisch und leichtere Lektüre.
Die Kriegsthematik wird nur gestreift. Natürlich kommt auch der Glaube in einem christlichen Roman immer wieder zu tragen. Er steht aber nicht im Vordergrund. Auch diesmal geht es wieder um die Themen Nächstenliebe, Vergebung und Hoffnung, sowie um die zweite Chance, die jedem ermöglicht werden soll.

Cover:


Diesmal habe ich bei Goodreads nur das Originalcover gefunden, welches gut zum ersten Band passt.
Auch hier erkennt man gut, dass es sich um einen christlichen Roman handelt.

Fazit:
Ein einfühlsamer Roman, der zu Herzen geht, jedoch etwas vorhersehbar ist. Mir hat der erste Band der Reihe etwas besser gefallen. Trotzallem hatte ich sehr schöne Lesestunden mit Jane und Garrett.

Vielen Dank an den Brunnen Verlag für das Rezensionsexemplar!

Die Hoffnung in Toronto Reihe:

  1. Miss Rosetti und das Haus der Hoffnung  *Rezi*
  2. Ein Heim voller Liebe


Miss Rosetti und das Haus der Hoffnung - Susan Anne Mason

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
    • Verlag: ‎ Brunnen (15. Januar 2022)
    • Übersetzer: ‎Evelyn Schneider
    • ISBN-10 : ‎ 3765537284
    • ISBN-13: ‎ 978-3765537288
    • Originaltitel ‏: ‎ A Haven for Her Heart. Redemption's Light #1
    • Genre: christlicher Roman,  historischer Roman



Brunnen Kurzbeschreibung:
Eine zweite Chance – die bekommt Olivia Rosetti nach einer Haftstrafe in Torontos berüchtigter Frauenerziehungsanstalt, als sie von Ruth Bennington aufgenommen wird. Schon bald entdecken Olivia und die gutherzige alte Dame, dass sie eine schmerzhafte Vergangenheit teilen. Sie beschließen, in Ruths Stadthaus ein Mütterheim für Frauen in Not zu eröffnen. Das soll der junge Immobilienmakler Darius Reed verhindern. Sein Auftrag lautet, Ruth zum Verkauf des Anwesens zu überreden. Doch er hat nicht mit der Standhaftigkeit der beiden Frauen gerechnet – und dass Olivia bald mehr als nur eine lästige Verpflichtung für ihn ist ... 

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Olivia Rosetti ist eine junge Frau, die 1939 ihren Verlobten in den Krieg ziehen sieht. Bald darauf muss sie feststellen, dass sie schwanger ist. Statt Unterstützung von ihren Eltern zu erhalten, zeigt sie ihr italienisch stämmiger Vater bei der Sittenpolizei an. Diese verhaftet sie wegen "Unsittlichkeit" und steckt sie für 15 Monate in Torontos berüchtigte Frauenerziehungsanstalt Mercer Reformatory for Woman. Das Kind wird ihr nach der Geburt weggenommen und zur Adoption freigegeben.
Als sie nach der Abbüßung ihrer Haftstrafe entlassen wird, weiß sie nicht wohin, denn ihre Eltern haben sie verstoßen. Krank und am Ende ihrer Kräfte findet sie Zuflucht in einer Kirche, wo sie von Ruth Bennington gefunden wird. Diese bietet ihr Unterkunft in ihrer großen Villa an, in der sie seit dem Tod ihres Mannes alleine lebt. Sie fühlt sich schon seit Jahren sehr einsam und betet jeden Tag zu Gott, dass er sie endlich heimholen soll. Mit Olivia hat sie nun eine neue Aufgabe und die beiden Frauen werden zu Freundinnen. Sie beschließen anderen Frauen mit ähnlichem Schicksal eine Zukunft zu ermöglichen und eröffnen ein Mütterheim für Frauen in Not. Doch sie haben nicht mit Immobilienmakler Vincent Walcott gerechnet, der schon seit Jahren versucht das Grundstück auf dem die Villa von Ruth Bennington steht, zu kaufen. Walcott versucht alles, um die Eröffnung zu verhindern und schickt seinen Angestellten Darius Reed zu Ruth Bennington, um herauszufinden, wie man den beiden Frauen schaden könnte und sie zum Verkauf zu zwingen. Darius ist verwitwet und hat eine kleine Tochter, der er ein besseres Leben bieten möchte. Er hat vor den Auftrag seines Chefs erfolgreich auszuführen…

Gleich zu Beginn wird man als Leser mit der Hartherzigkeit von Olivias Eltern konfrontiert und findet keine Worte für die grausame Reaktion des Vaters, der seine eigene Tochter ins Gefängnis bringt. Da ich bereits einige Romane über diverse Frauenheime oder Gefängnisse (eigentlich unterscheidet sich nur das Wort, aber nicht die Grausamkeit hinter den Mauern dieser Anstalten) gelesen habe, die mich immer wieder fassunglos zurücklassen, wusste ich ziemlich genau, was auf Olivia zukommen wird. Die Autorin hat allerdings die Zeit im Gefängnis nur am Rande erwähnt und sich auf Olivias Zeit nach ihrem Gefängnisaufenthalt konzentriert. Nur in kleinen Rückblenden werden einige grausame Einzelheiten erzählt. Dies ist von der Autorin gewollt, denn der Fokus liegt eindeutig auf den Bemühungen von Ruth und Olivia anderen Frauen in Not zu helfen. Mit Enthusiasmus und Nächstenliebe stellen sich die beiden Frauen gegen ihre Gegner, die einen Sittenverfall in der Grundung des Frauenhauses befürchten.

Man findet sehr schnell in den Roman und obwohl man sich einige Wendungen denken kann, konnte mich Susan Anne Mason mit unvorhergesehenen Geschehnissen überraschen. Es geht um Nächstenliebe, Vergebung und Hoffnung, sowie um die zweite Chance, die jedem ermöglicht werden soll.

Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht von Olivia und Darius erzählt. Die Charaktere sind sehr einfühlsam beschrieben. Man erhält ein gutes Bild von ihren Gefühlen und Handlungen. Olivia ist mir sehr schnell ans Herz gewachsen und auch Darius erkennt bald, welche Herzengüte die beiden Frauen in sich tragen. Die moralische Zwickmühle, in der er sich bald befindet, lässt ihn nicht zur Ruhe kommen.
Seine Tochter Sophia habe ich sofort ins Herz geschlosssen. Natürlich kommt auch der Glaube in einem christlichen Roman immer wieder zu tragen. Er steht aber nicht im Vordergrund.

Das Ende ist stimmig, trotzdem hätte ich gerne noch eine oder andere Frage beantwortet bekommen. Der nächste Band erzählt von einer anderen Protagonistin und ich bin schon gespannt, wie die Geschichte weitergeht.

Susan Anne Mason hat sich von einer wahren Geschichte inspirieren lassen, denn das Mercer Reformatory for Women existierte tatsächlich. Es wurde 1872 eröffnet und schloss 1969 seine Pforten. Wenn man bedenkt, dass es diese Einrichtung noch vor etwas mehr als fünfzig Jahren gab, bekomme ich Gänsehaut.

Cover:

Auf der linken Seite das Originalcover in Englisch, rechts das polnische Pendant, das einen Ausschnitt aus dem Original als Titelbild genommen hat. Beide gefallen mir ganz gut und man erkennt auch ziemlich schnell, dass es sich um einen christlichen Roman handelt.

Fazit:
Eine sehr schöne Geschichte, die über eine Zeit berichtet, die noch gar nicht so lange her ist und in der Frauen mit unehelichen Kindern wie Verbrecher behandelt wurden. Emotional und berührend, - inkludiert die kleine Lovestory, die man natürlich erwartet.

Vielen Dank an den Brunnen Verlag für das Rezensionsexemplar!

Verdeckte Gerechtigkeit - Lynn H. Blackburn

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Gebundene Ausgabe:
      256 Seiten
    • Verlag: Brunnen; 1. Edition (10. Januar 2022)
    • Übersetzer: ‎ Dorothee Dziewas
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3765537063
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3765537066
    • Originaltitel: Covert Justice
    • Genre: Spannungsroman, christlicher Roman, Krimi



Brunnen Kurzbeschreibung:
Als Blake Harrison nach einem Anschlag in einem Autowrack festsitzt, rettet ihm eine geheimnisvolle Fremde das Leben. Kurz darauf stellt sie sich ihm als FBI-Agentin Heidi Zimmerman vor. Heidis Auftrag: Undercover ein Verbrecherkartell aufdecken, das in Blakes Firma Sabotage betreibt. Sie hat dabei zwei Ziele – die Kriminellen zu fassen, die auch damals für den Tod ihrer Familie verantwortlich waren, und Blakes Leben zu schützen. Sich dabei in den alleinerziehenden Vater und seine bezaubernde Tochter zu verlieben, steht nicht auf dem Plan ... 

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Fabrikant Blake Harrison ist nach einem längeren Bürotag auf dem Heimweg zu seiner Familie. Im Rückspiegel nimmt er plötzlich Scheinwerfer wahr, die immer näher auf ihm zukommen. Kurz darauf wird er  vom Fahrzeug hinter ihm mit voller Wucht gerammt und landet im Straßengraben. Eine unbekannte Frau hilft ihm aus dem Autowrack und bringt ihn in Sicherheit. Kurze Zeit später stellt sie sich ihm als Undercoveragentin Heidi Zimmermann vor und versucht ihm zu erklären, dass er und seine Familie anscheinend im Fadenkreuz eines Verbrecherkartells steht. Heidi hat sich bereits vor Jahren zur Aufgabe gemacht diesem Syndikat endlich das Handwerk zu legen. Sie übernimmt die Aufgabe Blake rund um die Uhr bewachen. Um es ihr leichter zu machen, schleust er sie in die Firma ein. Mit dem Studium der Ingenieurwissenschaften hat Heidi alle Voraussetzungen einen offiziellen Posten zu übernehmen. Einer der Drahtzieher muss in seiner Firma angestellt sein - doch wer ist es? Auch Blakes Familie wird rund um die Uhr überwacht und trotzdem gelingt dem Syndikat ein weiterer Anschlag...

Das Buch beginnt richtig fesselnd und man wird sofort in die Geschichte hineingezogen. Voller Spannung habe ich Seite um Seite gelesen und konnte den Roman nur schwer aus der Hand legen. Als Leser fragt sich man von Beginn an, warum Blake und seine Familie zur Zielscheibe des Verbrechersyndikats geworden sind.

Blake Harisson ist ein Familienmensch. Diese geht ihm über alles - auch über die Firma. Vorallem für seine Tochter Maggie möchte er sich Zeit nehmen und versucht so oft wie möglich pünktlich zuhause zu sein. Von der Mutter des Kindes lebt er getrennt. Seine Schwester Caroline und seine Eltern habe ich ebenfalls sofort ins Herz geschlossen, vorallem aber die kleine Maggie. Der Zusammenhalt der Familie spielt im Roman eine sehr große Rolle und hat mir sehr gut gefallen.

Die Geschichte hat Tempo und überrascht mit ungeahnten Wendungen. Für mich ist dier Roman viel mehr Krimi mit einem Hauch Romantik. Die Veröffentlichung im Brunnen Verlag weist aber ebenfalls darauf hin, dass der Glauben eine Rolle spielt. Er steht aber nicht im Vordergrund und ich fand die aufkeimende Liebesgeschichte zwischen Blake und Heidi gut eingefügt. Sie lockert die Krimihandlung etwas auf - wird aber nicht zu kitschig oder überlagernd. Mir persönlich gefällt es aber immer besser, wenn ein Krimi oder Spannungsroman ohne einer Liebesgeschichte auskommt. Das ist jedoch meine sehr persönliche Meinung. Ich freue mich schon auf den zweiten Band, in dem Blakes Schwester Caroline im Vordergrund steht.

 Cover:

Das Originalcover aus dem Amerikanischen gefällt mir so überhaupt nicht. Ich würde nie zum Buch greifen, wenn ich es in der Buchhandlung sehen würde, denn es spricht mich so gar nicht an.


Fazit:
Ein sehr temporeicher Roman, den ich mehr als Krimi mit einem Hauch Romantik empfand. Von Beginn an spannend und fesselnd. Für mich war ein bisschen zu viel Liebe dabei, aber das ist Geschmackssache. Ein bisschen erinnert mich der Roman/Krimi an die Bücher von Dani Pettrey, die ich sehr gerne gelesen habe. Ich freue mich schon auf den Folgeband und kann "Verdeckte Gerechtigkeit" auf jeden Fall weiterempfehlen.

Vielen Dank an den brunnen Verlag für das Rezensionsexemplar!

Ein neuer Anfang für die Liebe - Susan Anne Mason

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

     Gebundene Ausgabe: 384 Seiten

    • Verlag: Brunnen; 1. Edition (5. Januar 2021)
    • Übersetzer: Evelyn Schneider
    • ISBN-10 : 3765507636
    • ISBN-13 : 978-3765507632
    • Originaltitel : The Brightest of Dreams. Canadian Crossings 3
    • Genre: christlicher Roman, historischer Roman



Brunnen Kurzbeschreibung:
1919: Allein und mittellos kämpft sich Julia Holloway in Toronto durchs Leben. Als sie in eine missliche Lage gerät, kommt ihr Quinten "Quinn" Aspinall zu Hilfe. Der sanfte junge Mann ist eigentlich auf der Suche nah seinen Geschwistern, die als billige Arbeitskräfte nach Kanada verschifft wurden. Aus Dankbarkeit schließt sich Julia Quinn bei der Suche an, doch dann erfährt sie, dass Quinn auch ihretwegen nach Kanda gekommen ist - um ein Versprechen zu erfüllen! Was hat es damit auf sich? Und wird Quinn bei seiner Suche erfolgreich sein? Die gestaltet sich nämlich schwieriger als gedacht...

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Schon länger habe ich keinen christlichen Roman mehr gelesen, doch das Thema der Kinderverschiffung während des Ersten Weltkrieges hat mich sofort gefangen genommen. Bisher habe ich erst wenige Romane betreffend Waisenkinder, die als billige Arbeitskräfte eingesetzt wurden, gelesen. 

Dies ist mein erster Roman von Susan Anne Mason und ich habe erst später bemerkt, dass es sich hier eigentlich um eine Reihe handelt und ich Band 3 der "Canadian Crossings" Reihe in Händen halte. Es kann allerdings jeder Band einzeln gelesen werden und sie sind auch in sich abgeschlossen.

Als Quinn Aspinall aus dem Ersten Weltkrieg zurückkehrt, findet er seine Mutter im Armenhaus und erfährt, dass seine Geschwister in eines der Waisenhäuser des Dr. Barnados abgeschoben wurden. Als er sich auf die Suche nach Becca, Cecil und Harry macht, stellt er fest, dass alle drei ohne Einverständis der Mutter nach Kanada verschifft worden sind. Alleine und von ihren Geschwistern getrennt, werden sie als billige Arbeitskräfte im Sinne des British Home Children Programm eingesetzt. Quinn überquert den Ozean und begibt sich auf die Suche nach seinen Geschwistern. Doch der ehemalige Kammerdiener des Earls of Brentwood hat noch eine weitere Aufgabe vor sich. Er soll für seinen Arbeitgeber sein Mündel Julia finden, die nach einem Streit mit ihrem Onkel, ebenfalls nach Kanada gereist ist, und die er aus dem Haus gejagt hat. Als Belohnung verspricht er Quinten eine eigene kleine Farm und Land.
Als Quinn in Toronto ankommt, läuft er Julia schneller über den Weg, als er dachte. Bei Mrs. Hariett Chamberlain erhält er zunächst Unterkunft und auch Hilfe betreffend der Suche nach seinen Geschwistern...

Das Leben der Kinder, die meistens als billige Arbeitskräfte auf Farmen eingesetzt werden, ist schlimm. Oftmals werden sie schlechter als das Vieh behandelt und überleben ihre Freiheit, die sie mit 18 Jahren erhalten, nicht mehr. 

Der Anteil des Romans, bei dem sich Quinten auf die Suche nach seinen Geschwistern macht, hat mir sehr gut gefallen, jedoch war er mir zu kurz. Man erfährt zwar einiges über die Missstände und das schwere Los mancher Kinder, aber ich fand es nicht ausreichend. Das ist schade, denn ich hätte hier noch viel intensiver zu diesem Thema lesen wollen. In der zweiten Hälfte des Romans steht viel mehr die Liebesgeschichte im Fokus, die durch die Standesunterschiede und den daraus resultierenden Problemen besteht. Die Suche und das Schicksal der Geschwister von Quinn steht nicht mehr im Vordergrund und ist abgeschlossen. 

Die Charaktere sind - bis auf den üblichen Bösewicht - sehr liebevoll gezeichnet. Ganz besonders habe ich Mrs. Chamberlain, kurz genannt Mrs. C, ins Herz geschlossen. Quinten war mir doch fast zu gut um wahr zu sein und bei der Liebesgeschichte hatte ich das Problem, dass mir das ewige Hin und Her zwischen Quinn und Julia mit der Zeit ziemlich auf die Nerven ging. Ebenso fand ich die 180° Wendung eines Charakters als sehr unglaubwürdig. Trotzdem konnte mich der Roman von Susan Anne Mason gut unterhalten. Wer mehr nach einer Liebesgeschichte sucht, wird hier sicherlich fündig. Auch die damaligen gesellschaftlichen  Verhältnisse wurden sehr gut dargestellt. Der Lokalkolorit hat mir allerdings etwas gefehlt. Der Roman hätte genauso gut in Großbritannien oder den USA spielen können.

Der Schreibstil der Autorin ist harmonisch, angenehm und unterhaltsam. Vorallem die erste Hälfte des Buches hat mir sehr gut gefallen. Die üblichen eingefügten Gebete und Gedanken der einzelnen Charaktere an Gott sind für einen christlichen Roman bezeichnend. Die Aufmachung des Buches ist wunderschön und sieht edel aus.

Cover:

zwei englischsprachige Buchcover habe ich gefunden. Kein Vergleich zum tollen deutschen Cover, oder?

Fazit:
Ein netter historischer Roman, der sich dem Thema der Kinderverschiffung annimmt, aber damit etwas zu sehr an der Oberfläche bleibt. Sonst hat mich die Geschichte aber gut unterhalten und hat mir angenehme Lesestunden beschert.

Vielen Dank an den Brunnen Verlag für die Bereitsstellung des Rezensionsexemplares  über Lovelybooks


Roter Herbst in Chortitza - Tim Tichatzki



    • Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
    • Verlag: Brunnen; Auflage: 1 (15. Februar 2018)
    • ISBN-10: 3765509884
    • ISBN-13: 978-3765509889
    • Genre: Historischer Roman, Kriegsroman


Brunnen Kurzbeschreibung:
1919. Ein Bürgerkrieg fegt mit aller Gewalt über das zerfallene Zarenreich. Gefangen zwischen den Fronten, finden die beiden Freunde Willi und Maxim ein von Soldaten zurückgelassenes Maschinengewehr. Für Maxim ein Geschenk des Himmels, für Willi die größte Herauforderung seines Glaubens, denn als Sohn mennonitischer Siedler hat er gelernt, jede Form von Gewalt abzulehnen. Eine Zerreißprobe für die Freundschaft der beiden Jungs. Während Willis Familie in der aufkommenden Sowjetdiktatur ums nackte Überleben und um ihren Glauben kämpft, schlägt sich Maxim ausgerechnet auf die Seite des Regimes. Beide wissen nicht, ob sich ihre Wege je noch einmal kreuzen werden. Zwei Lebenswege inmitten der sowjetischen Diktatur, die unterschiedlicher kaum sein könnten.

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Tim Tichatzki hat hier ein sehr bewegendes Kriegs- und Familiendrama mit biografischemn Hintergrund verfasst. Darin enthalten sind die Lebenserinnerungen seiner Schwiegermutter, die auch im Buch eine Rolle spielt.
Wir schreiben das Jahr 1919. Der Zar ist gestürzt, der Erste Weltkrieg zu Ende. In Russland kommt die politische Situation allerdings nicht zur Ruhe. Nach der Oktoberrevolution tobt der Bürgerkrieg und die Anhänger Stalins sind knapp davor die Macht zu übernehmen.
Tim Tichatzki erzählt die Geschichte von Willi und Maxim, die als Kinder Freunde waren und sich durch die politische Situation auseinander entwickeln. Willi gehört zur deutschstämmigen Mennoistengemeinde in Osterwick in der Ukraine. Maxim und sein Vater Juri wurden als Flüchtlinge von der Gemeinde aufgenommen. Die Mennoisten lehnen Gewalt generell ab und üben auch ihren Glauben trotz Verbot aus. Die Angelegenheiten der Gemeinschaft regelt ein Brüderrat. Die Gemeinschaft und das friedliche Zusammenleben stehen an erster Stelle, was die Menschen in Osterwick allerdings bald in große Schwierigkeiten bringt. Beim Einmarsch der deutschen Truppen hoffen sie auf Hilfe, doch der Traum platzt sehr schnell...
Maxim geht den gegensätzlichen Weg und wird zum Handlanger des Regimes. Als Mann ohne Familie und ohne Skrupel wird er zum Spielball der Mächtigen. Und am Ende treffen sich auch wieder die Wege von Willi und Maxim in Sibirien...

Anhand von Willis Lebensgeschichte wird dem Leser diese schlimme Zeit näher gebracht. Sie steht für Hunderttausende, die in dieser Zeit vertrieben und getötet wurden. Nur in groben Zügen war mir bisher die russische Geschichte kurz nach dem Sturz des Zaren bekannt. Die Grausamkeit, der die Bevölkerung ausgesetzt wird, ist brutal. Die Anhänger Stalins holen sich willkürlich Menschen mitten in der Nacht aus den Häusern, die nie wieder gesehen werden. "Politische" Säuberungen und Massenexekutionen sind Gang und Gäbe. Hier geht der Autor auch näher auf Wassili Blochin ein, den Henker mit der Lederschürze, ein Handlanger Stalins. In einer Nacht exekutierte er eigenhändig 200-300 Kriegsgefangene...und dies wochenlang! Der Autor erzählt schonungslos über die Grausamkeiten dieser Zeit von 1919 bis 1947, die leider nicht seiner Fantasie entspringen, sondern Tatsache sind.

"Meine ganze Hoffnung ist, dass dieses Buch einen Beitrag leisten kann, die Geschehnisse von damals nicht zu vergessen, sondern für nachfolgende Generationen am Leben zu  erhalten" - Tim Tichalski

Besonders nahe gegangen ist mir die Situation der deutschstämmigen Russen, als sie als Flüchtlinge in Thüringen ein neues Leben beginnen wollen und durch die Willkür der Allierten wieder den Russen übergeben werden. Durch die Teilung Deutschlands fällt Thüringen in die russische Zone. Die nun als Deutsche gebrandmarkten Russen kommen nach Sibirien ins Arbeitslager, das die meisten von ihnen nicht überleben. Was für eine absolute Fehlentscheidung der Kriegsgewinner, die damit Hunderttausende in den Tod schickten!

Dieser Roman geht unter die Haut und zeigt doch nur das wahre Gesicht des Krieges.

Schreibstil:
Tim Tichatzkis Schreibstil ist geradlinig und ohne Schnörkel und weckt doch so viele Emotionen beim Lesen. Über den meisten Kapiteln stehen Ort und Datum oder ein Name bzw. das Thema des nächstesn Abschnittes. Neben der hervorragenden Recherche, die der Autor über diese Zeit gemacht hat, verknüpft er die Familiengeschichte seiner Schwiegermutter mit ein. So bekommt der (Kriegs-)Roman mehr Gesicht und hat nicht nur anonyme Täter und Opfer vor Augen.
Am Anfang befindet sich eine Karte der Ukraine, am Ende ein Foto der Familie Bergen.

Fazit:
Ein erschütternder Bericht über eine grausame Zeit, die durch die Familiengeschichte der Familie Bergen ein Gesicht bekommt. Grandios recherchiert und eine Mahnung an die Menschen, diese Geschehnisse nicht zu vergessen. Ein grandioses Debüt!

Vielen Dank an den Brunnen Verlag für das Rezensionsexemplar und an den Autor für die tolle und lehrreiche Leserunde bei Lovelybooks

Freund unter Feinden - Max und Werner Schimke




    • Gebundene Ausgabe: 112 Seiten
    • Verlag: Brunnen (14. September 2017)
    • ISBN-10: 3765509841
    • ISBN-13: 978-3765509841
    • Genre: Biografie, Erfahrungsbericht 


Brunnen Verlag Kurzbeschreibung:
Max Schimke (1918 - 2001) erlebt in Berlin die Reichspogromnacht am 9. Nov. 1938. Mit 20 Jahren wird er zur Wehrmacht eingezogen. Zunächst an der Westfront eingesetzt, wird er in Frankreich bei einer Familie in der Nähe von Paris einquartiert. Er unterstützt die Familie, will nicht ihr Feind sein. Gefährlich wird es für ihn nach der Verlegung an die Ostfront: Russland, die Ukraine und der Balkan werden seine Einsatzorte. Im Nachhinein sieht Max, dass die Bewahrung in brandgefährlichen Situationen Gottes Eingreifen für ihn war. Bei seinem Tod hinterlässt Max viele handgeschriebene Seiten mit seinen Erfahrungen. In eindrücklichen Szenen schildert er darin, was Krieg und Verfolgung für Menschen bedeuten. Sein Sohn Werner Schimke hat aus diesen Aufzeichnungen ein kostbares, spannendes Buch zusammengestellt.

Meine Bewertung: * * *

Meine Meinung:
Dieser Roman basiert auf die Tagebucheinträge und Feldpostbriefe von Max Schimke, dessen Sohn Werner seine Gedanken und Informationen zusammengesammelt und in Buchform veröffentlicht hat.
Nach dem Tod meiner Mutter im Sommer haben meine Geschwiester und ich Briefe meines im Krieg verschollenen Onkels gefunden, die uns unsere Mutter nie gezeigt hat. Deshalb war ich besonders an diesem Büchlein interessiert.
Leider konnte es meine Erwartungen nicht erfüllen. Ich hatte das Gefühl hier reine Aufzählungen zu lesen, denen es noch dazu an Emotionen fehlte. Sicherlich ist es sehr schwer über die Ereignisse im Krieg zu sprechen und alle, die noch Eltern oder Großeltern haben, die im Zweiten Weltrkieg waren wissen, dass viele einfach gar nicht davon erzählen wollen. Trotzdem enthielten die wenigen Feldpostbriefe und Karten meines Onkel in den wenigen Zeilen mehr Emotionen, als dieses Buch.

Der Berliner Max Schimke wird als 20-jähriger zur Wehrmacht eingezogen. Zuvor erlebt er noch die Reichskristallnacht hautnah mit, als er auf dem Weg zu seinem jüdischen Schneider ist, den er bezahlen möchte. Dieser wird von den SA-Männer auf die Straße gezerrt, brutal zusammengeschlagen und sein Geschäft zerstört. Hilflos sieht Schimke zu und schämt sich lange Zeit,  dass er nicht eingegriffen hat. Diese Erzählung und jene, als er den besagten Schneider am Bahnhof wiedertrifft, wo die jüdischen Gefangen in Viehwaggons abtransportiert werden, sind die einzigen Stellen, die mich etwas berühren konnten.
Der Schreibstil ist sehr sachlich und einfach. Oft hatte ich das Gefühl gar keinen Kriegsbericht zu lesen, denn die Schrecken des Krieges sind einfach ausgeklammert. Es sind viel mehr Aufzählungen wohin die Kompanie als nächstes unterwegs ist und welche Aufgaben ihnen zuteil wird. Ebenfalls wurde das Thema Judenverfolgung und Konzentrationslager, bis auf das kurze Zusammentreffen mit dem ehemaligen Schneider, überhaupt nie erwähnt. Etwas befremdlich fand ich die immer wiederkehrenden Hinweise, wie freundlich die Menschen die deutschen Soldaten begrüßen.
Viele Fotos sind auf diesen knappen 122 Seiten zu finden, die die Erzählung etwas persönlicher machen.
Eines kann man auf jeden Fall sagen: Max Schimke hatte unheimliches Glück! Auf den Weg nach Russsland, wo so viele Soldaten starben, wurde er abgezogen und in das ehemalige Jugoslawien versetzt. Die Kämpfe gegen die Partisanen waren sicher auch alles andere als einfach, aber der Kältetod wartete dort sicher nicht.
Mir steht es eigentlich nicht zu hier zu kritisieren, denn es ist eine wahre Geschichte und normaler Weise verteile ich bei Biografien und Erfahrungsberichte keine Sternchen, aber die sehr einfache und emotionslose Schreibweise konnte mich nicht wirklich berühren und überzeugen. Ich hatte mir von diesem Buch einfach mehr erwartet....

Fazit:
Obwohl wir hier einen Erfahrungsbericht aus dem Zweiten Weltkrieg haben, fehlten mir gänzlich die Emotionen. Die Schrecken des Krieges werden ausgeklammert, die Judenverfolgung kaum erwähnt und obwohl Max Schimke wirklich sehr viel Glück bei seinen Einsätzen hatte, hätte ich mir doch etwas mehr "Gefühle" erhofft. Ich würde diesen Erfahrungsbericht eher Einsteiger empfehlen, die noch keine Lektüre zum Zweiten Weltkrieg gelesen haben...

Vielen Dank an den Brunnen Verlag für das Rezensionsexemplar!
 

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