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[ABGEBROCHEN] Als die Sehnsucht uns Flügel verlieh - Hanni Münzer


    Die Bildrechte liegen beim Verlag

    • Gebundene Ausgabe : 592 Seiten
    • Verlag: Pendo; 2. Edition (5. Oktober 2020) 
    • ISBN-10 : 3866124627
    • ISBN-13 : 978-3866124622
    • Genre: Historischer Roman, Familiensaga
    • Reihe: ja - Band 2 der Heimat-Saga




Pendo Kurzbeschreibung:
Im zweiten Band ihrer aufwühlenden Heimat-Saga, »Als die Sehnsucht uns Flügel verlieh« erzählt Spiegel-Bestsellerautorin Hanni Münzer vom Schicksal der schlesischen Familie Sadler in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Mai 1945: Der Krieg ist zu Ende. Doch für das junge Mathematikgenie Kathi Sadler bedeutet das keinen Frieden. Als Kriegsbeute der Russen wird sie gemeinsam mit ihrer Schwester Franzi nach Moskau verschleppt. Während der Eiserne Vorhang Osteuropa vom Westen trennt, wird Kathi Jahrzehnte um ihre Rückkehr in die Heimat kämpfen, um ihre Freiheit und ihre große Liebe.   

Meine Bewertung: * abgebrochen

Meine Kurzmeinung:
Dies ist der zweite Teil der Heimat-Saga. Mit Schrecken habe ich festgestellt, dass ich euch noch die Rezension zu Teil Eins schuldig bin, den ich vor vielen Monaten gelesen habe und für sehr gut befunden habe.

Nun habe ich aber den zweiten Teil bei Seite 256 abgebrochen. Es kommt selten genug vor, aber da es kein Rezensionsexemplar ist und ich das Buch aus der Bücherei geliehen hatte, habe ich mich dazu durchgerungen. Ich habe mich gestern einfach nur mehr durch die Seiten gequält...und das soll es nicht sein.
Die Story setzt dort an, wo Teil Eins endet und führt uns nach Russland. Über den Ortswechsel habe ich mich sehr gefreut. Die begabte Kathi und ihre besondere Schwester Franzi werden nach Moskau gebracht. Kathi wird allerdings nicht an die Uni gebracht, sondern wie eine Kriegsgefangene behandelt.

Danach wird es immer unglaubwürdiger, mystischer und langatmiger. Ich habe begonnen querzulesen, aber es half alles nichts. Plötzlich befinden sich alle Teile der Familie in Russland. Die Mutter ist eine ehemalige russische Spionin, der Vater ist im Kriegsgefangenenlager und plötzlich haben alle russischen militärischen Befehlshaber Interesse an Laurenz Sadler und den Mädchen. Spione, Doppelspione und jede Menge verwirrende russische Namen machen es nicht wirklich leichter. Zusätzlich bleiben die Figuren sehr an der Oberfläche. Immer wieder tauchen wir viel zu oft in Franzis Welt von Zwergen, Rübezahl, Bienen und geflügelten Autos ein....wozu diese an den Haaren herbeigezogenen Elemente. Ich habe auch so verstdanen, dass Franzi anders ist, aber müssen wir die Story aus ihrer Sicht lesen? Alles klingt einfach nur noch obskur und ich fragte mich, ob ich hier eine Fantasystory oder einen historischen Roman lese.
Ich habe bei Seite 256 abgebrochen - tut mir leid! Ich wollte es wirklich mögen! Macht euch aber bitte selbst ein Bild, wenn ihr das Buch lesen möchtet.


Marlene - Hanni Münzer




    • Taschenbuch: 544 Seiten
    • Verlag: Piper Taschenbuch (1. September 2016)
    • ISBN-10: 349230947X
    • ISBN-13: 978-3492309479
    • Genre: Historsicher Roman
    • Reihe: Band 2 zu "Honigtot"


Piper Kurzbeschreibung: 
München 1944: Erschüttert steht Marlene vor dem ausgebombten Haus am Prinzregentenplatz. Ihre Freundin Deborah und deren kleinen Bruder Wolfgang wähnt sie tot. Doch das kann ihre Entschlossenheit zum Widerstand nicht brechen. Todesmutig stürzt sie sich in den unheilvollen Strudel des Krieges, immer wieder riskiert sie ihr Leben und wird zu einer der meistgejagten Frauen im Deutschen Reich. Sie schließt ungewöhnliche Freundschaften und lernt einen ganz besonderen Mann kennen. Einen Mann, dem das eigene Leben nichts gilt, der aber alles für die Kinder tut, die er unter seinen Schutz gestellt hat. Bald sieht sich Marlene vor der größten Entscheidung ihres Lebens: Sie erhält die Chance, den Verlauf des Krieges zu ändern, vielleicht Millionen Menschen zu retten. Doch dafür müsste der Mann, den sie liebt, sterben ...

Meine Bewertung: * * * 

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Gemeinsam mit der lieben Andrea von Leseblick haben wir in einer kleinen, aber feinen Leserunde die Fortsetzung zu "Honigtod" *Rezi* von Hanni Münzer gelesen. Ich liebe Romane, die während der Weltkriege spielen und "Honigtod" hatte mir letztes Jahr, als ich es las, sehr gut gefallen. Mit "Marlene" hatte ich allerdings so meine Probleme...

Der Einstieg beginnt in der Gegenwart bzw. im Jahr 2012. Marlene ist eine alte Dame und hat ihre Memoiren niedergeschrieben. Kurz vor der Veröffentlichung hat sie ihre Familie und Freunde zusammengerufen und möchte ihnen ihre Lebensgeschichte als Widerstandskämpferin in eigenen Worten erzählen. Dabei ist mir ein Zitat in Erinnerung geblieben, das Marlene als fast 94-jährige zu ihren jungen Freunden sagt: "Wann halten wir noch inne, wann holen wir Atem? Wir sind so rasant geworden, wir überholen uns ja noch selbst!"  ...und dem kann ich wirklich nur zustimmen!

Und so knüpft das Buch direkt dort an, wo "Honigtod" aufgehört: In der Prinzregentenstraße in München inmitten zerbombter Häuser. Auch das Haus ihrer Freundin Deborah und ihren Bruder Wolfgang ist nur mehr Schutt und Asche. Marlene ist überzeugt, dass beide den Tod gefunden haben und entschlossen, die gemeinsam begonnene Arbeit allein fortzusetzen. So führt Marlenes Weg weg von München und zurück nach Polen, wo sie sich mit weiteren Widerstandskämpfern treffen und gegen das Naziregime kämpfen will. Die erst 15-jährige Trudi schließt sich Marlene ungefragt an.
Die gemeinsame Zugfahrt lässt die beiden Frauen bereits erahnen, dass ihre Pläne nicht so leicht umzusetzen sind. Die folgenden leider unwahrscheinlichen Zufälle und einige zähe Passagen ließen mich schwer in die Geschichte hineinfinden. Sie begann mich zu ermüden und ich legte den Roman immer wieder zur Seite. Auch das Verhalten von Trudi und Marlene war teilweise so unglaubwürdig, dass mir die Erlebnisse fast wie in einem James Bond Film vorkamen. Marlene, bekannt als Wiederstandskämpferin, wird immer wieder verhaftet und normaler Weise hätte spätestens die zweite Festnahme ihren sicheren Tod bedeutet. (Ich spoilere hier jetzt nicht wirklich, wenn ich sage, dass sie alles überlebt, denn im Prolog erzählt sie ja ihre Geschichte) Dieser Abschnitt und der folgende, den Trudi und Marlene in Ausschwitz verbracht haben, konnte mich leider überhaupt nicht überzeugen, vorallen nachdem ich schon andere Lektüre über Ausschwitz gelesen habe.

Das letzte Drittel fand ich dann wesentlich besser. Es zeigte die schwierige Zeit der Besetzung durch die Aliierten. Man liest zwischen den Zeilen wie unterschiedlich die Besatzungsmächte sich gegenüber den Deutschen verhalten haben und wie schlecht es den Menschen nach Beendigung des Krieges ging. Marlene kämpft auch noch nach dem Ende des Krieges für ihre Werte und für die Freundschaft zu Deborah.

Gerade im letzten Teil des Buches erinnert Hanni Münzer daran, wie schnell uns wieder ein Weltkrieg einholen kann und wie erschreckend nahe wir bereits an einem solchen Punkt stehen.
Die Geschichte über Marlene soll nicht nur unterhalten und zerstreuen, sondern auch wachrütteln und an diese schreckliche Zeit erinnern, die wir nie vergessen dürfen!

Schreibstil:
Der Schreibstil von Hanni Münzer ist flüssig und lässt sich gut lesen. Manchmal ist er sehr ausführlich, dann wieder gar nicht. Man merkt allerdings, dass die Autorin viel recherchiert hat und es gelingt ihr auch hervorragend über diese schreckliche Zeit zu berichten, ohne diese zu verherrlichen oder zu zensieren.
D
en Kapiteln werden sogenannte "Zeitsplitter" vorangestellt. Hier erfährt der Leser zur damaligen Zeit aktuelle Schlagzeilen, Fakten oder Wehrberichte.

Fazit :
Die Autorin hält hier ein Plädoyer für den Frieden und erinnert, wie schnell sich Geschichte wiederholen kann. Sehr gut recherchiert! Trotzdem konnte mich die Geschichte, besonders im Mittelteil, nicht packen. Kritisieren muss ich auch die eher unglaubwürdigen Zufälle, die mich enttäuscht zurück lassen.


Honigtot - Hanni Münzer



    • Taschenbuch: 480 Seiten
    • Verlag: Piper Taschenbuch (13. April 2015)
    • ISBN-10: 3492307256
    • ISBN-13: 978-3492307253
    • Genre: Roman, historischer Roman

 
Piper Kurzbeschreibung:  
Als sich die junge Felicity auf die Suche nach ihrer Mutter macht, stößt sie dabei auf ein quälendes Geheimnis ihrer Familiengeschichte. Ihre Nachforschungen führen sie zurück in das dunkelste Kapitel unserer Vergangenheit und zum dramatischen Schicksal ihrer Urgroßmutter Elisabeth und deren Tochter Deborah. Ein Netz aus Liebe, Schuld und Sühne umfing beide Frauen und warf über Generationen einen Schatten auf Felicitys eigenes Leben.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb


Buch zur Weltenbummler Challenge 

Darum geht's: 
Felicity hat ihr Medizinstudium abgeschlossen und sich bei Doctors for the Wold angemeldet. Ihr Ticket nach Kabul, Afghanistan, hat sie bereits in der Tasche und die Beziehung zu ihrem Freund Richard hat sie deswegen auch beendet, als plötzlich ihre Großmutter Deborah stirbt. Bei den persönlichen Sachen im Altersheim findet ihre Mutter Martha alte Briefe und verschwindet daraufhin spurlos. 
Felicity entscheidet sich daraufhin nicht nach Afghanistan zu fliegen und macht sich auf die Suche nach ihrer Mutter. Die Spur führt nach Rom und zu ihrer Urgroßmutter Elisabeth Malpran, einer begabten Sängerin, die Anfang der Zwanziger Jahre in München lebte und mit einem jüdischen Arzt verheiratet war. Als das Naziregime immer stärker wird und die Judenverfolgung immer mehr zunimmt, beschließt die Familie zu fliehen..... 

Meine Meinung:
Der Roman wird in zwei Zeitebenen geschildert, wobei die Vergangenheit den größten Teil davon einnimmt. Der Beginn und das Ende in der Gegenwart mit der Urenkelin Felicity rundet zwar den Roman ab, die Geschichte wäre aber auch ohne den Teil in der Gegenwart ausgekommen und trotzdem gelungen. 

Der Leser taucht ein in eine Erzählung rund um die arische Sängerin Elisabeth, die mit einem jüdischen Arzt verheiratet ist. Sie lebt im Wohlstand und wird gefeiert. Der Gefahr des Nationalsozialismusses sieht sie etwas naiv entgegen. Erst als das Schicksal ihren Lauf nimmt und der Krieg auch Spuren im Hause Malpran hinterlässt, werden die Auswirkungen auch für Elisabeth und ihre Kinder, die Halbjuden sind, spürbar.
Es geht hier um drei Generationen von Frauen, die allesamt ein etwas gestörtes Mutter/Tochter Verhältnis
haben. Der Grund kommt allerdings erst im Laufe der Geschichte ans Licht und erklärt einige Verhaltensweisen. Was ich allerdings überhaupt nicht verstehen konnte, war die total überstürzte und gedankenlose Abreise von Felicitys Mutter, ohne ihrer Familie irgendwie Bescheid zu geben. Diese Handlung war für mich absolut nicht nachvollziehbar und für eine Frau mittleren Alters total unpassend.

Der zweite Weltkrieg als Rahmenhandlung ist ein Thema, das mich immer schon fasziniert hat und mich auch hier wieder an den Seiten kleben ließ. Deborah, Elisabeths Tochter, kommt dabei nicht immer sympathisch rüber, da sie in Nazikreisen verkehrt. Doch auch über den Widerstand und den Untergrund erfahren wir hier mehr. Richtig in die Tiefe geht das Thema allerdings trotzdem nicht, auch wenn wir mit Deborahs Freundin Marlene eine wunderbare und äußerst mutige Frau kennenlernen.

Die Charaktere sind sehr gut beschrieben. Die Frauen der Familie stehen im Vordergrund, wobei ich aber auch gerne mehr über die Nebenfiguren gelesen hätte, die aber nur kurz vorkommen.
Die Autorin bringt das politische Geschehen gekonnt in die Familiengeschichte ein. Sie erzählt von den Ängsten und Sorgen der Betroffenen, aber auch von der Naivität vieler Menschen, die sich von Hitlers Politik begeistern ließen. Die Frauen besitzen Mut, kämpfen für ihre Kinder oder für Verfolgte und stehen deshalb auch vermeintlich auf der falschen Seite...

Interessant fand ich die Rezensionen bei Amazon. Der Widerspruch an der Bewertung hat mich fasziniert, denn entweder wird das Buch mit fünf Sterne richtiggehend gefeiert, oder es wird nur ein Stern gegeben und total abgelästert. So viele Ein-Stern-Bewertungen habe ich schon lange nicht mehr gesehen, wobei diese den mehr als 1000 fünf Sterne Bewertungen trotzdem nicht wirklich in Relation stehen. Drei und zwei Sterne Bewertungen gibt es hingegen kaum....das findet man sehr selten!

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und gut zu lesen. Das Thema Zweiter Weltkrieg ist nicht immer einfach, aber Hanni Münzer hat es verstanden über diese schreckliche Zeit zu berichten, ohne diese zu verherrlichen oder zu zensieren. Sie hat sehr viel recherchiert und das bemerkt man auch.

Ich möchte euch noch ein kleines Video vom PIPER Verlag hierlassen, wo die Autorin mehr zum Hintergrund dieses Buches erzählt.
Besonders bewegt hat mich die Geschichte, die Gustav seinem Sohn Wolfgang erzählt. Die Geschichte der von Moriah, der ersten Ameise, die von Adam im Paradies getötet wird.

 

Fazit: 
Eine Geschichte über die Frauen einer Familie, einem Geheimnis und den zweiten Weltkrieg als Rahmenhandlung. Spannend geschrieben und gut recherchiert, mit kleinen Mängel.



 

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