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Der Duft von Kuchen und Meer - Anne Barns

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 368 Seiten
    • Verlag: ‎ Rowohlt Taschenbuch; 2. Edition (11. März 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3499016435
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3499016431
    • Genre: Gegenwartsliteratur, Roman


Rowohlt Kurzbeschreibung:
Ein Haus auf Amrum! Und das will Oma Undine ihr schenken? Maren kann ihr Glück kaum fassen. Seit ihr Lebensgefährte vor vier Jahren starb, hat die alleinerziehende Mutter es nicht leicht. Und jetzt tun sich plötzlich ungeahnte Möglichkeiten auf. Mit ihrer sechsjährigen Tochter reist die Konditorin auf die bezaubernde Nordseeinsel. Das Reetdachhaus gleich hinter den Dünen begeistert die beiden sofort. Als sie im Gartenschuppen auf einen wunderschönen verstaubten Backtisch stoßen, haben Maren und Leni schon den Duft von Vanille und Butter in der Nase. Doch dann macht Omas Bruder Ocke ihnen klar, dass sie auf Amrum nicht erwünscht sind. Maren möchte die Geheimnisse der Vergangenheit ans Licht bringen. Warum hat Oma Undine damals Hals über Kopf die Insel verlassen und ist nie zurückgekehrt? Bei der Suche nach Antworten lernt Maren neben ihrer neuen Verwandtschaft auch den Insulaner Mattes kennen. Kann die Insel ein Neuanfang sein? Für ihre Tochter, für sie selbst – und für ihr Herz, das sich mit jedem Atemzug, mit jedem Blick auf Wasser und Horizont weiter öffnet?

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Der neue Roman von Anne Barns verspricht wieder eine richtige Wohlfühlgeschichte zu werden - und dem war auch so, auch wenn ich diesmal ein wenig Tiefe vermisste.

Maren lebt in Kassel und ist seit vier Jahren Alleinerzieherin ihrer sechsjährigen Tochter Leni, nachdem ihr Mann Florian plötzlich verstorben ist. Ihre Großmutter Undine ist ihr eine große Hilfe, denn sie hütet oftmals ihre Urenkelin, wenn Maren länger im Café arbeiten muss, wo sie leckere Kuchen und Torten bäckt.
Eines Tages eröffnet Undine ihre Enkeltochter, dass sie ein Haus auf Amrum besitzt, in dem ihre Tante Gesche lebt, welche auch das Wohnrecht hat. Diese möchte demnächst ausziehen und da Undine nie mehr nach Amrum zurückkehren möchte, will sie das Haus Maren schenken. Maren fällt aus allen Wolken und nimmt sich erstmals zwei Wochen frei um sich das Haus anzusehen. Noch vor Lenis Einschulung fahren die Beiden auf die Nordseeinsel, um zu überlegen, ob sie das Haus verkaufen oder vermieten sollen. In Amrum angekommen, sind Maren und Leni sofort verzaubert von der Lage des Anwesens, welches direkt an den Dünen liegt. Auch das erste Zusammentreffen mit Gesche und Martje verläuft sehr positiv, doch einfach wird es Maren trotz allem nicht gemacht.....

Anne Barns erzählt die Geschichte in der Gegenwart aus der Sicht von Maren. Es gibt jedoch auch einige Rückblicke in die Vergangenheit. In diesem Strang lernen wir Hedwig kennen, die Mutter von Undine, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus Frankfurt nach Amrum gekommen ist, um ihre große Liebe Jordis zu heiraten. In diesem Handlungsstrang und aus Gesprächen zwischen einigen Familienmitgliedern lässt die Autorin den Leser hinter die Kulissen schauen und deckt nach und nach ein paar Familiengeheimnisse auf.

Die Geschichte lässt sich leicht und locker lesen und der angenehme Schreibstil der Autorin lässt einem durch die Seiten fliegen. Allerdings erhält leider die Geschichte auch viel Altbekanntes aus ihren anderen Romanen. Ein weiterer Kritikpunkt ist für mich, dass Undine ihre Herkunft ihrer Tochter, Enkel- und Urenkeltochter verheimlicht hat. Niemand von ihnen wusste, dass sie auf Amrum geboren wurde und auf der Insel gelebt hat. Das finde ich schon etwas weit hergeholt. 

Lenis Aussagen fand ich außerdem oftmals nicht altersgerecht. Auch wenn sie ein aufgewecktes und neugieriges Kind ist, empfand ich ihre Weisheiten oder Kommentare nicht authentisch. Trotzdem hat mich Lenis offene Art und ihr Überschwang sehr gefallen, auch wenn für mich das Alter nicht wirklich passte.

Anne Barns hat die Amrumer Sprache gut eingesetzt, aber irgendwann wurde es mir dann doch etwas zu viel. Bei österreichischen Büchern ist bei den Verlagen oftmals der Dialekt nicht erwünscht oder wird gekürzt, was ich nicht authentisch finde. Hier wurde auf jeder Seite Öömrang verwendet. Das passt für mich nicht.

Hingegen konnte mich die Atmosphäre wirklich mitnehmen und verzaubern. Das Feeling für die Insel hat durch die bildhafte Landschaftsbeschreibung und durch die Verhaltensweisen der Inselbewohner noch mehr an Ausstrahlung gewonnen. Und als Leckermäulchen habe ich jede Erwähnung der leckeren Backwaren, die Maren zaubert, geliebt. Da läuft einem gleich das Wasser im Mund zusammen. Einige Rezepte davon findet man auf den letzten Seiten des Buches - vielen Dank Anne Barns.

Auch das Ende kam mir dann fast zu plötzlich und erschien mir etwas zu problemlos. Trotzdem mochte ich den Roman gerne, denn er sorgt für entspannte Lesestunden und lässt einem von Urlaub an der Nordsee träumen.

Fazit:
Ein leichter Wohlfühlroman mit leckeren Rezepten, einen Familiengeheimnis und einer atmosphärischen Inselkulisse - zum Entspannen und Wohlfühlen.


Das Dinner - Emily Rudolf

    Die Bildrechte liegen beim Verlag



    • Broschiert: 464 Seiten
    • Verlag: ‎ FISCHER Scherz; 5. Edition (29. Januar 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3651025152
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3651025158
    • Genre: Thriller



Fischer Kurzbeschreibung:
Für ein Wiedersehen laden Jonathan und seine Verlobte Lotta die alte Freundesgruppe in ein abgelegenes Restaurant in der Eifel ein. Nur ein Platz bleibt leer: Vor fünf Jahren ist ihre Freundin Maria spurlos in der Nacht verschwunden. Um der alten Zeiten willen beginnen die Freunde ein Krimi-Dinner. Doch das Spiel verschmilzt rasch mit der Realität. Verstörende Erinnerungen kommen hoch und werfen Fragen auf: Wer lügt für seine Rolle, wer für sich selbst? Während draußen ein Sturm aufzieht, eskaliert das Spiel. Ist Maria noch am Leben? Oder sitzt ein Mörder mit am Tisch?

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Auf diesen sehr gehypten zweiten Thriller der Autorin Emily Rudolf war ich sehr gespannt. Im Moment erscheinen laufend neue Krimis und Thriller mit dem Thema "Locked in oder Locked Room" . Ich liebe dieses Szenario und trotzdem ist mir klar, dass das Rad nicht neu erfunden werden kann. Trotzdem wünschte ich mir Spannung und Nervenkitzel und das war bei "Das Dinner" leider nur teilweise der Fall.

Der Einstieg ist gelungen und ich war sehr schnell mitten im Geschehen. Die Handlung wird in der Gegenwart mit Rückblicken in die Vergangenheit erzählt.
Nach fünf Jahren treffen sich die ehemaligen Freunde Hanna, Jonathan, Lotta, Tristan und Kiano in einem abgelegenen Restaurant in der Eifel. Jonathan ist der Gastgeber und Chefkoch im Restaurant und lädt zum Krimi-Dinner, bevor seine Schwester Hanna nach Brasilien aufbricht. Ein Platz am Tisch bleibt jedoch leer. Es ist der von Maria, die vor fünf Jahren gemeinsam mit der Clique bei einem Festival unterwegs war und spurlos verschwand. Während draußen ein Sturm aufzieht, wird es langsam auch im Restaurant ungemütlich. Denn das Krimi-Dinner weist immer mehr Parallelen zum damaligen Wochenende auf und auch die Spieler erkennen diese früher oder später. Schon bald scheint der Abend zu eskalieren.....

Auch ich habe mir die Frage gestellt, warum sich diese ehemaligen Freunde überhaupt treffen. Sie sind derart unterschiedlich und nicht wirklich Sympathieträger. Hatten sie jemals Gemeinsamkeiten? Und welche Rolle spielen die jeweiligen Charaktere? Welche Geheimnisse verbergen sie?
Während Jonathan als Gastgeber etwas blasiert und kontrolliert wirkt, ist seine Schwester Hanna das komplette Gegenteil. Sie ist Künstlerin, sehr exaltiert und hat das Verschwinden ihrer Freundin Maria scheinbar bis heute nicht richtig verkraftet. Hanna möchte unbedingt wissen, was damals passiert ist und erhofft sich an diesem Abend eine Antwort.
Lotta, Jonathans Verlobte ist Psychologin und wirkt auf der einen Seite unscheinbar, erkennt aber als Erste die Parallelen des Spieles zu den damaligen Vorkommnissen. Bald liegen ihre Nerven blank...
Tristan ist der Weiberheld der Runde und der Exfreund von Hanna. Einige seiner Aussagen sind mir richtig aufgestoßen. Er wirkt sehr selbstverliebt und scheint etwas dümmlicher, als der Rest. Oder gibt er sich nur so?
Kiano ist wohl der Außenseiter der Runde, der sich von seinem damaligen Freunden abgegrenzt hat. Warum ist er diesmal zum gemeinsamen Treffen gekommen ist, ist eine weitere Frage, die ich mir gestellt habe.

Während die Vorspeise und das Hauptgericht serviert wurde, habe ich noch richtig mit gefiebert. Leider verliert sich die Spannung nach dem starken Beginn sehr schnell, denn mit mehreren Rückblicken in die Vergangenheit nimmt Emily Rudolf die Spannung leider ziemlich raus. Die Zeitsprünge und die wiederkehrenden Wiederholungen beim Perspektivwechsel unterbrechen den Lesefluss. Wir gehen zwar dem Verschwinden von Maria und der Verfremdung der Freunde auf den Grund, jedoch hat mich dieser Abschnitt nicht richtig packen können. Es dreht sich vieles im Kreis und wiederholt sich. Zusätzlich erkennt man als geübter Thrillerleser bald, in welche Richtung es gehen wird.
Obwohl der Thriller bereits nach dem ersten Drittel sehr absackt, kann die Autorin zum Ende hin nochmals mit einer unerwartenden Wendung und einer finalen Auflösung punkten. Für mich war das aber zu spät und konnte mich nicht mehr wirklich überzeugen.

Der Schreibstil war einfach, was perfekt zu einem Thriller passt. Trotzdem war er mir manchmal etwas zu plump und auch zu vulgär und irgendwie verlor sich das eigentliche Dinner im Laufe der Handlung.

Dieses Gericht konnte man leider ab der Mitte nur mehr lauwarm genießen. Obwohl das Dessert kurz den Gaumen gekitzelt hat, war der Gesamteindruck des Krimi-Dinners eher schal.

Fazit:
Der Thriller beginnt stark, lässt aber rasant nach und hinterlässt bei mir eher einen enttäuschenden Eindruck. Kein 5 Sterne-Menü, sondern eine durchschnittliche Speisefolge mit einem schmackhaften Dessert als Abrundung. Kann man lesen, muss man aber nicht...



[Hörbuch] 3 Magier und eine Margarita - Annette Marie

    Die Bildrechte liegen beim Verlag



    • Hörbuch ungekürzt
    • Spieldauer: 8 Stunden
    • Verlag: ‎Argon Verlag
    • Sprecher:  Yesim Meisheit
    • Originaltitel: ‎ Three Mages and a Margarita
    • Genre: Urban Fantasy
    • Reihe: ja - Band 1 der Guild Codex  Spellbound I Reihe


Kurzbeschreibung:
Gefeuert, pleite, mit einem Bein in der Obdachlosigkeit – ich bin offiziell verzweifelt genug, um auf die Stellenanzeige für einen dubios klingenden Barkeeperjob zu antworten. Die Gäste in diesem Pub sind irgendwie … speziell, und meine Probeschicht geht vom ersten Moment an den Bach runter. Doch statt mich hochkant rauszuschmeißen, bieten sie mir den Job an. Wie sich herausstellt, ist der Pub eine Gilde. Und die drei attraktiven Typen, die ich mit einer Margarita überschüttet habe? Das sind Magier. Offenbar ist eine Barkeeperin, die sich nichts bieten lässt, genau das, was diese Gilde braucht – oder es hat seine Gründe, dass niemand sonst hier arbeiten will. Für jemanden, der Magie bis eben für nicht existent gehalten hat, stecke ich plötzlich ganz schön tief drin ...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur "Music meets book Challenge"

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Mein allererstes Hörbuch und ich muss sagen mir hat diese Geschichte um eine Gilde von Magiern sehr gut gefallen.
Doch beginnen wir von vorne....Tori ist eine sehr impulsive junge Frau, die sich nichts gefallen lässt. Deswegen ist sie bereits einige Male in ihren Jobs angeeckt und wurde deshalb gekündigt. Durch Zufall entdeckt sie eine Stellenanzeige als Barkeeperin im Craw and Hammer, einer etwas abseits gelegenen Bar. Als sie zur Probearbeit kommen soll, findet sie die Gäste in der Bar etwas seltsam und ahnt nicht, dass sie eine Gilde von Magiern vor sich hat. Prompt geht ihre Probeschicht auch alles andere als rühmlich zu Ende, als sie einen der Männer am Tresen einen Margarita ins Gesicht schüttet. Doch überraschender Weise bekommt Tori den Job, obwohl sie ein Mensch ist, was zu Beginn durch einen Irrtum jedoch nicht erkannt wurde. Aus Mangel an Alternativen darf sie bleiben, bis der oberste Gildenmeister entscheidet, ob sie bleiben darf. Einige der Gilde begegnen ihr weiterhin ziemlich feindselig, jedoch hat sie in den Magiern Aaron, Kai und Ezra bald Freunde gefunden, die ihr zur Seite stehen und sie beschützen. Noch ahnen sie nicht, dass einer von ihnen in großer Gefahr schwebt und Tori mit ihnen....

Die Geschichte wird sehr unterhaltsam erzählt und ich hatte sehr oft ein Schmunzeln im Gesicht. Die vielen Nuancen der Figuren hat die Sprecherin sehr gut eingefangen. Witz, etwas magische Action und eine kleine Prise Romantik wechseln sich ab und unterhalten ausgezeichnet.
Die Figuren und Charaktere werden lebendig dargestellt, sind facettenreich und gut gezeichnet. Die Dynamik zwischen Tori und den drei Elementar Magiern ist mit jeder Silbe spürbar. Der charmante Aaaron, der zurückhaltende Ezra und der geheimnisvolle Kai werden für Tori gute Freunde. Ob einer davon auch ihr Herz erobern kann?
Besonders gefallen hat mir auch, wie die kanadische Autorin die mystische Parallelgesellschaft in die menschlichen integriert hat.
Zum Ende hin wird es noch richtig spannend und actionreich (aber keine Angst - es wird nicht übertrieben, wie es oftmals bei Thriller vorkommt, was ich gar nicht mag), denn Abtrünnige wollen der Gilde und ihren Mitgliedern schaden...

Obwohl ich das Hörbuch gehört habe, möchte ich euch das Originalcover des Buches nicht vorenthalten. Alle Übersetzungen haben sich an dieses gehalten, nur das deutsche Cover sieht ganz anderes aus (siehe oben).

Cover:
von links nach rechts:
das englische Originalcover und das französische Cover. Auch alle anderen sehen genauso aus.

Fazit:
Eine erfrischende und unterhaltsame Urban Fantasy Geschichte, die mich wunderbar unterhalten und sich somit mein erstes Hörbuch-Erlebnis sehr positiv gestaltet hat. Spannung und Humor kommen hier nicht zu kurz! Ich werde die Reihe auf jeden Fall weiterverfolgen - ob als Buch oder Hörbuch entscheide ich spontan.



Happy End - Sarah Bestgen

    Die Bildrechte liegen beim Verlag



    • Verlag: ‎ Lübbe; 1. Aufl. 2024
      Edition (25. Oktober 2024)
    • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
    • Broschiert ‏ : ‎ 512 Seiten
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3757700716
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3757700713



Lübbe Kurzbeschreibung:
Gerade noch lag der kleine Ben fröhlich brabbelnd auf seiner Krabbeldecke, kurz darauf ist er nicht mehr da. Isa erlebt ihren dunkelsten Albtraum, als ihr vier Monate alter Sohn spurlos verschwindet. Nach mehr als einem halben Jahr taucht Ben plötzlich wieder auf, doch seine Rückkehr bleibt so rätselhaft wie sein Verschwinden. Während die Polizei nach Antworten sucht, setzt Isa alles daran, die verlorene Zeit mit ihrem Sohn nachzuholen. Dabei werden tief in ihr die Zweifel immer lauter. Hatte Ben schon immer diese klaren blauen Augen? Aufmerksam betrachtet Isa jede Abweichung - und stellt sich weitere Fragen. Fragen, die schon bald vermuten lassen, dass hinter der Fassade einer scheinbar heilen Welt dunkle Abgründe lauern ...

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Wow! Was für ein Debüt! Mit dem Thriller "Happy End" ist Sarah Bestgen eine überaus spannende Geschichte gelungen, die definitiv zu meinen Thriller Highlights gehört!

Schon die Leseprobe hat mich von Beginn an gefesselt. Isa ist glücklich mit Mark verheiratet und seit kurzer Zeit Mutter. Doch bald wird für sie der persönliche Alptraum jeder Mutter wahr. Als sie nur kurz die Wäsche in den Keller bringt und zurück ins Wohnzimmer kommt, ist ihr Sonnenschein, der vier Monate alte Ben, verschwunden. Während Mark irgendwann seiner Arbeit als Kinderarzt wieder nachgeht, ist Isa in ihrem Kummer gefangen, denn die Monate vergehen und die Polizei ist ratlos. Bens Verschwinden bleibt ein Rätsel. Als der Junge nach einigen Monaten plötzlich wieder auftaucht, ist Isa überglücklich. Doch mit der Zeit kommen ihr immer mehr Zweifel, ob es sich wirklich um ihren Sohn handelt
. Ihre Ehe wird auf eine harte Probe gestellt, denn Isa erscheinen einige Vorkommnisse immer seltsamer und auch Mark geht immer mehr auf Distanz.... 

Der Thriller ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Man erkennt schnell, dass hier etwas faul sein muss -  aber was und warum?
Ich habe das Buch bei einer Leserunde der Lesejury gelesen und wir waren alle begeistert und haben fleißig mitgeraten. Doch mit jeder weiteren Seite wurden unsere Zweifel geweckt und alle Mutmaßungen umgestoßen. Genauso liebe ich Thriller!

Die Autorin bringt den Leser in Situationen, in der man zu zweifeln beginnt und nicht mehr weiß, was der Wahrheit entspricht. Die Intensivität von Isas Gefühlen spürt man in jeder Zeile. Sie sind wunderbar transportiert und ich denke nicht nur jede Mutter kann sich zu 100 Prozent damit identifizieren. Ich war gemeinsam mit Isa verzweifelt, fühlte mich getäuscht und konnte nicht glauben, welche Abgründe sich in ihrem Leben plötzlich auftun.

Sarah Bestgen hat ihre Geschichte perfekt aufgebaut und bringt ihre falschen Fährten an den richtigen Stellen ein. Immer wieder wird man überrascht und sieht sich einer neuen Situation gegenüber. Die Autorin spielt geschickt mit den Wahrnehmungen und den Gefühlen der Leser. Man erkennt auch schnell, dass sie Psychologie studiert hat. Beim Lesen fragt man sich trotzdem  immer wieder, ob Isa eine zuverlässige Erzählerin ist?

Die ersten zwei Drittel des Buches waren großartig und ich habe das Buch nur ungern weggelegt (bei der Lesejury wird wöchentlich ein Leseabschnitt gelesen - was hier wirklich schlimm für mich war und ich große Willenskraft aufbringen musste, nicht einfach durchzulesen).
Das letzte Drittel kann dann leider das Niveau nicht ganz halten. Am Ende gab es dann einige Handlungsstränge, die für mich nicht ganz auserzählt, während andere etwas zu schnell abgehandelt wurden.
Trotzdem gebe ich für diesen wahnsinnig spannenden und emotionalen Thriller, der ein Debüt ist, fünf Sterne! Mich hat schon lange kein Buch aus diesem Genre so gepackt! Außerdem ist  Sarah Bestgen die charakterliche Darstellung der Figuren und ganz besonders die von Isa so großartig gelungen, dass ich den Hut ziehe! Chapeau, Sarah Bestgen!
Obwohl die letzten hundert Seiten nicht mit den vierhundert Seiten davor mithalten können, verdient die Geschichte das Wort "Psychothriller" zu 100% . Ich freue mich auf weitere Thriller der Autorin.

Fazit:
Ein grandioses Thrillerdebüt, welches in psychische Abgründe führt und den Leser an den Seiten fesselt. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!


Vielen Dank an Bastei Lübbe und die Lesejury für das Rezensionsexemplar!

Letztes Zuckerl - Herbert Dutzler

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Taschenbuch: 400 Seiten
    • Verlag: ‎ Haymon Verlag; 1. Edition (18. Januar 2024)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3709979617
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3709979617
    • Genre: Regionalkrimi
    • Reihe: ja -  Band 11 um Franz Gasperlmaier




Haymon Kurzbeschreibung:
Full House bei den Gasperlmaiers! Die bereits erwachsenen Kinder kehren mit ihren Familien zurück ins elterliche Nest und auch außerhalb des Gasperlmaier-Hauses geht es rund: Zuerst geschieht ein Unfall mit Todesfolge, dann gräbt ein Hund nicht etwa ein Stöckchen, sondern eine Leiche aus dem Schnee. Dass es Franz Gasperlmaier bei seinen Ermittlungen mit Männern zu tun bekommt, die sich mit Frauenhass brüsten, jemand um jeden Preis Altausseer Immobilien ergattern will und ein Hauch von Marihuanaduft in der Luft liegt, lässt seinen Vorsatz, es ruhiger anzugehen, gehörig wackeln.

 Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

 Man kann diesen zehnten Band auch ohne Vorkenntnisse zu den Vorgängern lesen, jedoch empfehle ich die Reihenfolge bei Bänden einzuhalten!

Meine Meinung:
Herbert Dutzler avanciert langsam zu einem meiner Lieblingsautoren. Seine Regionalkrimi-Reihe wird immer besser und enthält jedes Mal sehr aktuelle Themen, seine Thriller sind spannend und seine beiden Romane über den Sigi, der aus seiner Kindheit in den Sechziger und Siebziger Jahren erzählt, einfach großartig!

Mit "Letztes Zuckerl" sind wir nun beim elften Band seiner Franz Gasperlmaier Reihe angelangt und auch diese ist wieder brandaktuell. Wer noch nie von "Incels" gehört hat, wird hier aufgeklärt. Diese Gruppe Männer, die unfreiwillig keine Beziehung haben, sind extrem frauenfeindlich und sprechen sich für jegliche Form von Gewalt gegen Frauen aus. Ein Gruppe Menschen, die mir Gänsehaut bereitet.
Und genau so ein Mann bedroht Gasperlmaiers Tochter Katharina und ihre Frau. Deshalb ziehen die beiden kurzfristig zurück zu den Eltern nach Altaussee. Doch Franz und Christine bekommen nicht nur Besuch von ihrer Tochter plus Anhang, sondern auch Sohn Christoph zieht mit seiner kanadischen Frau Richelle und dem kleinen Theo zurück nach Österreich. Er möchte die Ordination des Bad Aussers Hausarzt übernehmen. Dieser hat sich allerdings mit dem Datum der Schließung verkalkuliert und Christoph muss noch bis Ende März in Vancouver bleiben, während Richelle und Theo bereits im Flugzeug nach Österreich sitzen.

Schnell ist es mit der Ruhe im Hause Gasperlmaier vorbei. Franz wird zu einem Todesfall gerufen. Der alte Zuckerlfabrikant Grafeld liegt tot am Fuße der Treppe und es wird ein Unfall vermutet. Kurze Zeit später steht Gasperlmaier jedoch vor einem eindeutig ermordeten Mann, der ein Sackerl über den Kopf hat und dem der Mund verklebt wurde. Da muss die Frau Doktor Kolross unbedingt zu Hilfe kommen, denn es bleibt nicht bei diesem einen Mord.

Herbert Dutzler hat wieder einige aktuelle Themen in seinem Regionalkrimi verarbeitet, wie z. Bsp. die bereits oben erwähnten Frauenhasser, genannt "Incels". Es geht auch um die Verbauung der Natur und dem Zuzug reicher Nicht-Österreicher.
Ein Filmteam ist ebenfalls wieder in Altaussee unterwegs. Die Schauspielerin, die die Kommissarin im Krimi spielt, der gerade gedreht wird, erhielt ebenfalls Drohschreiben von misogynen Männern, die sie zur Anzeige gebracht hat.

Gasperlmaier, Frau Doktor Kohlross und die Manuela versuchen zu ermitteln, aber es finden sich einfach keine Gemeinsamkeiten zwischen den Opfern, die auf einen Zusammenhang schließen lassen. Im letzten Drittel wird es dann extrem spannend, denn die Manuela schwebt in großer Lebensgefahr und unser Franz wird zum Helden.

Der Autor schreibt gewohnt humorvoll und mit viel Lokalkolorit, dabei kommt aber auch die Spannung nicht zu kurz. Der doch größere Konsum von  Bier und Schnaps ist gewöhnungsbedürftig, aber gehört bereits seit dem ersten Band dazu. Der Genuss der geliebten Leberkässemmel ist ebenfalls während den kurzen Ermittlungspausen ein Muss. Das vegane Essen seiner Tochter und Schwiegertochter, welches der Franz momentane zuhause vorgesetzt bekommt, ist nicht immer nach seinem Geschmack.
Ganz besonders geliebt habe ich diesmal die wunderbaren winterlichen Beschreibungen des Ausseer Landes. Christine und Franz gehen mit ihrem Enkerl Theo Bob fahren, Richelle genießt die Natur und Nachbar Dr. Altmann, ein pensionierten Richter aus Wien, lässt sich nicht davon abhalten, auch bei kalten Temperaturen seine Ausseer Lederhose anzuziehen...mit einer langen Unterhose drunter ;) Hier kommt der Schmäh so richtig durch und man hat Kopfkino vom Feinsten....

Fazit:
Herbert Dutzler gelingt der Spagat zwischen humorvollen Regionalkrimi und aktuellen ernsten Themen, die er sehr spannend in seinen Gasperlmaier Krimis einbezieht. "Letztes Zuckerl" ist äußerst gelungen und hat mich von Anfang bis zum Ende super gut unterhalten. Diese Regionalkrimi-Reihe ist die Einzige, die mit jedem Band noch besser wird.

Vielen Dank an den Haymon Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

Die Reihe um Franz Gasperlmaier:

  1. Letzter Kirtag
  2. Letzter Gipfel   *meine Rezi*
  3. Letzte Bootsfahrt  *meine Rezi*
  4. Letzter Saibling   *meine Rezi*
  5. Letzter Applaus  *meine Rezi*
  6. Letzter Fasching  *meine Rezi*
  7. Letzter Stollen   *meine Rezi*
  8. Letzter Jodler   *meine Rezi*
  9. Letzter Knödel   *meine Rezi*
  10. Letzter Tropfen  *meine Rezi*
  11. Letztes Zuckerl

Most und Mord - Tim Eckhaus

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Taschenbuch: 240 Seiten
    • Verlag: ‎ Emons Verlag (22. Juni 2023)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3740816457
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3740816452
    • Genre: Regionalkrimi

     


Emons Kurzbeschreibung:

Ein packender Krimi voller Überraschungen und subtilem Witz. Koch Leo Matschler will eigentlich nur seiner Mutter am Mosthof helfen, als er nach langer Zeit in den Ort seiner Jugend zurückkehrt. Doch kaum ist er angekommen, wird er Zeuge, wie ein Mann im Gasthaus tot zusammenbricht. Böse Zungen beschuldigen ihn und die »Kräuterhexe« Zofia Zaluski des Mordes. Gemeinsam versuchen die beiden, ihre Unschuld zu beweisen – und decken dabei alte Lügen auf, die so mancher lieber unter Verschluss gehalten hätte . . . 

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Wenn ich einen Regionalkrimi sehe, der bei mir zu Hause im Mostviertel spielt, dann muss ich natürlich zuschlagen! Bisher kenne ich nur die Krimis von Helmut Scharner, die ebenfalls in der Region spielen. Umso überraschter war ich, einen weiteren Mostviertel-Krimi von Tim Eckhaus zu finden! Diesen habe ich mir schon im Sommer gekauft und jetzt gab es eine Lovelybooks Leserunde dazu, wo ich mit meinem Buch gleich mitgemacht habe. Es ist doch immer interessanter, wenn man auch etwas mit dem Autor plaudern kann.

Der Krimi beginnt mit der Rückkehr von Leo Matschler, der seiner Mutter auf dem Mosthof helfen soll, nachdem sein Vater für unbekannte Zeit nach Frankreich gereist ist. Nach einem Streit mit seinem Chef im Wiener Restaurant "Goldganserl", wo er als Küchenchef gearbeitet hat, fällt ihm die Kündigung leichter als gedacht. Doch die Rückkehr ins heimatliche Mostviertel, wo er als Schüler gemobbt wurd, ist ebenfalls getrübt. Kaum betritt er das Ortswirtshaus, wird ihm schnell klar, dass er nach wie vor ein Außenseiter ist, denn er trifft genau auf die Gruppe, die ihn damals drangsaliert hat. Anführer ist Rudi, der Sohn des Bürgermeisters und mittlerweile Chef des örtlichen Polizeipostens. Als plötzlich ein Gast am Tisch zusammenbricht und dieser stirbt, gibt Rudi gleich Leo und der ansäßigen "Kräuterhexe" Zofia die Schuld am Tod. Die Bewohner sind misstrauisch und abergläubisch und glauben Rudis Hetze gegen die Beiden. Deshalb schließen sich Leo und Zofia zusammen und vereinbaren ihre Unschuld zu beweisen und der Sache auf den Grund zu gehen. Ist der ehemalige Lebensmittelhändler Oskar an einem natürlichen Herzinfarkt gestorben oder hat jemand nachgeholfen? Bei den Nachforschungen kommen sie einem alten Geheimnis auf die Schliche, welches nicht aufgedeckt werden soll....

Die Atmosphäre ist etwas düster in Weidingen und das Gefüge der Dorfgemeinschaft nicht zu unterschätzen. Mit Außenseitern gehen die Einwohner nicht zimperlich um. Das bekommt auch Leo bald wieder zu spüren. Gemeinsam mit Zofia und der Enkelin von Oskar versuchen sie herauszufinden, was hier eigentlich gespielt wird. Zwar dauert es nach der ersten Leiche zu Beginn etwas, bis die Spannungskurve wieder nach oben geht, aber als Leser muss man zuerst die Figuren und das Gefüge des Dorfes kennenlernen. Das ist dem Autor sehr gut gelungen.

Die Charaktere sind sehr authentisch beschrieben und man hat ein gutes Bild, vorallem von Leo und Zofia, vor Augen. Einzig Leos Eltern fand ich etwas rätselhaft und sie blieben mir zu blass.

Der Krimi ist äußerst kurzweilig. Der Schreibstil ist angenehm, flüssig und bildhaft. Die Kapitel sind eher kurz gehalten.
Tim Eckhaus erzählt mit subtilen Humor und einem kleinen "Augenzwinkern" über die Menschen dieser Gegend. Natürlich weiß ich, dass wir hier NICHT so sind ;) Doch die Dynamik, die so ein Gerücht in einem kleineren Ort entwickeln kann, findet man überall und Grüppchen, die gegen andere vorgehen, genauso.

Das Mostviertel wird sehr bildhaft dargestellt und natürlich hat auch der Most selbst eine tragende Rolle.
Das Cover finde ich sehr gut gewählt und äußerst ansprechend.

Lange rätselt man als Leser mit den beiden "Ermittlern" mit, bis es am Ende zu einen richtigen "Showdown" kommt. Die Auflösung ist logisch und nachvollziehbar und habe ich trotzdem nicht kommen sehen. Chapeau, Tim Eckholz!

Fazit:
Ein toller Regionalkrimi, der in meiner Heimat spielt, und die Gegend wunderbar beschreibt. Die Spannungskurve steigt mit den Seiten und der subtile Humor des Autors hat mir ebenfalls gut gefallen. 


Unter dem Mitternachtsmond - Elisabeth Büchle



    • Taschenbuch: 224 Seiten
    • Verlag: Gerth Medien (28. August 2017)
    • ISBN-10: 3957342325
    • ISBN-13: 978-3957342324
    • Genre: Liebesroman, Gegenwartsliteratur



Gerth Medien Kurzbeschreibung: 
Nach dem Unfalltod seiner Frau lebt Patrick in der ständigen Angst, auch seinem siebenjährigen Sohn Leo könnte etwas zustoßen. Der Umzug auf einen alten Gutshof in idyllischer Gegend des Schwarzwaldes soll Abhilfe schaffen. Dort lebt auch die Künstlerin Debora mit ihren eigenartigen Angewohnheiten. Was macht sie regelmäßig um Mitternacht im Garten? Und was versucht sie vor Patrick zu verbergen?

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
"Unter dem Mitternachtsmond" ist die Fortsetzung von "Unter dem Polarlicht" und "Unter dem Sternenhimmel", kann jedoch ohne Probleme eigenständig gelesen werden. Jeder Band hat andere Protagonisten und jede Geschichte ist individuell anzusehen. Trotzdem ist es nett bekannte Gesichter aus den Vorgängerbänden wiederzutreffen.

Auch Elisabeth Büchles dritter Weihnachtsroman überzeugt wieder mit viel Gefühl und winterlichem Flair. Der bereits betagte Waldemar lebt auf einem abgelegenen Hof im Schwarzwald, wo er sich ziemlich einsam fühlt. Deswegen entschließt er sich zwei Mieter für je eine Wohneinheit bei sich einzuquartieren. Für Debora hat er sich schon vor einiger Zeit entschieden. Die junge Frau hat ihre Wohneinheit selbst restauriert und sich ein Kunstatelier im Westflügel eingerichtet. Sie will die Vergangenheit hinter sich lassen und einen neuen Lebensabschnitt beginnen. In der zweiten freien Wohneinheit zieht der junge Witwer Patrick mit seinem 7jährigen Sohn Leo ein. Seine Frau starb bei einem Verkehrsunfall. Auch er sucht nach einem Neuanfang. Patricks Angst noch jemanden zu verlieren, den er liebt, zeigt sich an seine Überfürsorge gegenüber Leo. Er lässt seinen Sohn kaum aus den Augen und würde ihn am liebsten in Watte packen. Patrick weiß trotzdem, dass er ihn mit der Zeit immer mehr loslassen muss. Doch das ist alles andere als einfach....
Die eher unkonventionelle Debora mit ihren Dreadlocks ist das komplette Gegenteil vom eher "spießigen" Patrick, der am liebsten alles durchgeplant hat. Das führt natürlich bald zu Spannungen, denn Leos Vater hat einige Vorbehalte gegenüber der chaotischen Debora. Den Schrott, den sie ausstellt, findet er alles andere als kunstvoll. Und was macht Debora jede Nacht um Mitternacht im Garten? Doch Leo hat die Nachbarin bereits in sein Herz geschlossen und verbringt viel Zeit mit ihr. Er ist ein aufgeweckter Junge, der sich für alles interessiert und sehr aufgeschlossen ist. Man muss ihn einfach gern haben....

Elisabeth Büchle erzählt in "Unter dem Mitternachtsmond" eine herzerwärmende Geschichte rund um ein ungleiches Paar, das sich erst zusammenraufen und die Vergangenheit loslassen muss. Beide Hauptprotagonisten haben eine schwere Zeit hinter sich und versuchen diese hinter sich zu lassen. Doch die Narben sind noch nicht wirklich verheilt...
Die Autorin erzählt sehr einfühlsam von den Problemen der Beiden. Sicherlich weiß man von Anfang an, wie die Geschichte ausgehen wird, aber das WIE ist bei einem Liebesroman immer ausschlaggebend. Und das hat die Autorin wieder perfekt hinbekommen. Es gibt einige kleine Überraschungen und Wendungen, einiges an Romantik, etwas Humor und eine besinnliche Grundstimmung zur Weihhnachtszeit. Auch das weihnachtliche Randthema darf nicht fehlen. Diesmal geht es um die Geschichte der Weihnachtskrippe.

Die Landschaftsbeschreibungen sind sehr bildgewaltig und während des Lesens konnte ich es gar nicht mehr erwarten, dass auch hier bald der Winter mit viel Schnee einkehren wird.
Leider hat der Roman nur 224 Seiten, die sehr schnell weggelesen sind. Man wünscht sich noch länger im verschneiten Gutshaus im Schwarzwald zu verweilen. Am Ende gibt es noch ein Rezept des Apfel-Zimt-Punsches.

Schreibstil:
Der Schreibstil von Elisabeth Büchle ist sehr einfühlsam, lebendig und atmosphärisch. Die Kapitel sind kurz gehalten und passen perfekt zu den leider nur 224 Seiten des Romans. Die Charaktere sind liebevoll beschrieben und mitten aus dem Leben gegriffen. Auch der christliche Aspekt wurde wieder angesprochen, aber auch der Humor kommt nicht zu kurz.

Fazit :
Eine wunderschöne und atmosphärische Wintergeschichte mit einer besinnlichen Grundstimmung, die schon auf die Weihnachtszeit einstimmt. Mit einem Apfel-Zimt-Punsch, eingemummt in eine Decke, vergisst man für einige Zeit die Welt um sich herum und taucht ein in eine kleine, aber feine Geschichte, die ich gerne weiterempfehle!

Vielen Dank an Gerth Medien und der Autorin für das Rezensionsexemplar!

Tödliche Frist - Dani Pettrey




    • Taschenbuch: 300 Seiten
    • Verlag: Francke-Buchhandlung; Auflage: 1 (1. Januar 2017)
    • ISBN-10: 3868276270
    • ISBN-13: 978-3868276275
    • Originaltitel: Sabotaged
    • Genre: christlicher Roman, Abenteuerroman, Krimi, Liebesroman
    • Reihe: ja - Band 5 der  Alaskan Courage Reihe


Francke Kurzbeschreibung: 
In Alaska findet das härteste Schlittenhundrennen der Welt statt. Doch der sportliche Wettkampf wird völlig überraschend zu einer mörderischen Jagd durch Eis und Schnee, denn Kirra Jacobs' Cousine ist entführt worden. Gemeinsam mit Reef und den anderen Mitgliedern des McKenna-Clans stürzt Kirra sich in einen erbarmungslosen Wettlauf gegen die Zeit. Sie weiß, sie muss ihre Cousine finden, bevor das Rennen zu Ende ist, sonst wird ihr Onkel tun, was die Entführer verlangen. Und das könnte unzählige Menschen das Leben kosten ...

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Im letzten Teil der Reihe rund um die McKenna's begleiten wir Reef McKenna und Kirra Jacobs, die als freiwillige Helfer bei einem Schlittenhunderennen teilnehmen. Kirra's Onkel Frank ist einer der erfolgreichsten Teilnehmer des Iditarod-Rennens, doch diesmal taucht er nach dem ersten Rennabschnitt nicht am zweiten Checkpoint auf. Kirra und Reef starten noch mitten in der Nacht eine Suche nach Frank und entdecken ihn tatsächlich abseits der Route. Er ist ziemlich verstört und erzählt, dass seine Tochter Meg, Kirra's Kusine entführt wurde und er einen Auftrag auf Leben und Tod erhalten hat, den er bis zum Rennende durchführen muss, damit Meg frei kommt. Bevor Kirra und Reef mehr erfahren, kommt es zu einem Schusswechsel und die Beiden werden von einem vermummten Mann auf einem Schneemobil verfolgt. In letzter Sekunde können sich die Beiden in einer Höhle verstecken. Die völlig verstörte Kirra macht sich gemeinsam mit Reef auf die Suche nach Meg, die wirklich verschwunden zu sein scheint. Natürlich unterstützt sie fast der gesamte McKenna Clan, denn das Ultimatum an Frank läuft bald ab und soll das Leben vieler Menschen gefährden. Für Reef, Kirra und die McKennas beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.....

Wie immer bei Dani Pettreys Romanen ist der Leser bereits im Prolog mitten im Geschehen und entkommt der Geschichte nicht mehr ;) Es geht diesmal um Reef, den Jüngsten und dem ehemaligen Sorgenkind der McKennas. Reef liebt die Gefahr, insbesondere bei verschiednenen Extremsportarten. Außer zu seiner Schwester Piper hatte er die letzten Jahre kaum Kontakt zum Rest der Familie. Bis er eines Tages des Mordes verdächtigt wird (Band 2) und zurück zur Familie und zu Gott findet. Seitdem ist er besonnener und umsichtiger geworden. Kirra und Reef kennen sich schon seit ihrer Kindheit. Nachdem sie nun beide erwachsen sind, sehen sie sich plötzlich mit anderen Augen. Aber auch Kirra hat eine nicht so einfache Vergangenheit, die im Laufe des Romans aufgedeckt wird und die sie daran hindert Vetrauen zu Reef zu fassen.
Mit dem Verschwinden von Meg stoßen die McKennas auf eine Umweltorganisation, bei der sie seit kurzem Mitglied war, aber auch auf eine kriminelle Vergangenheit von Onkle Frank. Welche Spur führt tatsächlich zu den Erpressern? Mit vielen überraschenden Wendungen und neuen Erkenntnissen gelingt es der Autorin den Leser auf viele falsche Fährten zu locken......

Dies ist nun der Abschlussband rund um die McKennas und ich bin etwas traurig, dass ich mich von den liebgewonnen Figuren der Familie verabschieden muss. Im finalen Band beschreibt die Autorin eine atemberaubende Jagd durch Alaska, die an Spannung mit jedem guten Krimi und Thriller mithalten kann.
Wie immer fällt es schwer diese Reihe einem bestimmten Genre zuzuorden. Als christlicher Roman im Francke Verlag erschienen, wird dieser Aspekt durch Gebete und Gedanken der beiden Hauptprotagonisten ausgedrückt, sowie deren Zuversicht, dass alles gut werden wird, da ihr Schicksal in Gottes Hand liegt.
Wie in allen Bänden haben wir auch eine Liebesgeschichte zwischen einem/einer McKenna und einer anderen Person. Die Haupthandlung macht aber meiner Meinung fast immer der kriminale Touch aus bzw. kann man auch von einem Spannungs- oder Abenteuerroman sprechen. Alle diese Genres treffen auf diese Reihe zu, die mich begeistern konnte. Besonders hervorheben möchte ich auch den tollen Familienzusammenhalt der McKennas. Man spürt die Verbundenheit und das gegenseitige Vertrauen. Jeder von ihnen steht bedingunglos für den anderen ein. Schon nach dem ersten Band "Wilde Wasser" liebte ich diese Familie.

Band 5 konnte mich absolut überzeugen und hat diesmal auch Täter zu bieten, die nicht plötzlich aus der Hand geschüttelt wurden (wie bei Band 2 und 3). Fünf Sterne!

Schreibstil:
Dani Pettrey hat einen sehr fesselnden, rasanten und flüssigen Schreibstil, der mich völlig gefangen nimmt. Wie bei jedem ihrer Romane, konnte ich, kaum angefangen, das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Der Spannungsbogen ist bereits im Prolog hoch und kann sich während der Geschichte noch steigern. Viele überraschende Wendungen und falsche Fährten lassen dem Leser lange im Dunkeln tappen. Den Genremix finde ich absolut gelungen, da ich als Querbeetleserin gerne Abwechslung habe. Auch die tollen Landschaftsbeschreibungen Alaskas sind sehr bildhaft beschrieben und die fröstelnden Temperaturen unter -20°C lassen einem noch mehr in die dicke Decke kuscheln....

Cover:
Der englische Originaltitel passt besser zum Inhalt des Romans und der Aufbau des Covers passt perfekt zu den anderen englischsprachigen Bänden der Reihe. Im Vergleich zum deutschen Cover finde ich es fast besser....so unähnlich sind sie ja nicht, denn beide haben das übliche Frauengesicht drauf. Die Landschaft und der Hundeschlitten kommt aber hier besser zur Geltung.

Fazit:
Ein spannender Finalband mit einer atemberaubender Jagd quer durch Alaska. "Tödliche Frist" konnte mich absolut überzeugen und ich finde es schade, dass die Reihe um die Familie McKenna hier zu Ende geht.
Man kann das Buch auch einzeln lesen, aber ich würde empfehlen diese Reihe von Beginn an kennenzulernen.


 Vielen Dank an den Francke Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

 Die Alaskan Courage Serie:

  1. Wilde Wasser  *meine Rezi*
  2. Dünnes Eis  *meine Rezi*
  3. Verschollen *meine Rezi*
  4. Über dem Abgrund *meine Rezi*
  5. Tödliche Jagd

Berlin 1936 - Oliver Hilmes




    • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
    • Verlag: Siedler Verlag; Auflage: 4 (2. Mai 2016)
    • ISBN-10: 3827500591
    • ISBN-13: 978-3827500595
    • Genre: Fachbuch


Siedler Kurzbeschreibeung:
Im Sommer 1936 steht Berlin ganz im Zeichen der Olympischen Spiele. Zehntausende strömen in die deutsche Hauptstadt, die die Nationalsozialisten in diesen sechzehn Tagen als weltoffene Metropole präsentieren wollen. Oliver Hilmes folgt prominenten und völlig unbekannten Personen, Deutschen und ausländischen Gästen durch die fiebrig-flirrende Zeit der Sommerspiele und verknüpft die Ereignisse dieser Tage kunstvoll zum Panorama einer Diktatur im Pausenmodus.
In »Berlin 1936« erzählt Oliver Hilmes präzise, atmosphärisch dicht und mitreißend von Sportlern und Künstlern, Diplomaten und NS-Größen, Transvestiten und Prostituierten, Restaurantbesitzern und Nachtschwärmern, Berlinern und Touristen. Es sind Geschichten, die faszinieren und verstören, überraschen und bewegen. Es sind die Geschichten von Opfern und Tätern, Mitläufern und Zuschauern. Es ist die Geschichte eines einzigartigen Sommers.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Pünktlich zum Beginn der Sommerolympiade in Rio habe ich ein Buch über eine andere Olympiade, die genau achzig Jahre zuvor stattgefunden hat, gelesen. Damals wurde das Bild eines Wettstreites gezeigt, der sich nicht nur um Medaillen drehte, sondern der das damalige Deutschland alles andere als judenfeindlich und betont weltoffen zeigen sollte. Es geht um die Sommerolympiade in Berlin 1936, wie uns der Titel bereits verrät.
Der Sport steht allerdings nicht im Vordergrund, denn Oliver Hilmes lässt uns in seinem Buch hinter die Kulissen schauen. Er erzählt in einer Zeitspanne von sechzehn Tagen über diverse Einzelschicksale während der Olympiade zur Zeit des beginnenden Nationalsozialismus. Dabei behandelt er diese Schicksale völlig unbekannter Personen genauso, wie die von bekannten Personen, die in der Öffentlichkeit stehen.

Das Buch ist in genau sechzehn Abschnitte gegliedert, die die Tage vom 1. bis zum 16. August dokumentieren. Ein schwarz-weiß Foto auf der Vorderseite, danach ein kurzer Wetterbericht des Reichswetterdienstes und im Anschluss erzählt Hilmes das Geschehen des Tages aus Sicht verschiedener Personen. Das können Berühmtheiten wie Leni Riefenstahl sein, die die Olympischen Spiele erstmals aus einer ganz anderen Sichtweise filmen möchte und dabei ungewollt Hindernisse für die Sportler aufstellt oder kurze Sequenzen aus dem Leben ganz normaler Menschen wie du und ich. Aber auch die teilnehmenden Sportler kommen nicht zu kurz, allen voran der Amerikaner Jesse Owens, der die Olympiade dominiert. Hitler ist darüber alles andere als erfreut und erregt sich am schwarzen Läufer, den er als wilden "Dschnugelmenschen" bezeichnet und nicht mit der weißen (Herren-)Rasse gleichsetzt.
Einige Personen begleiten wir immer wieder durch diese sechzehn Tage, wie den US-Autor Thomas Wolfe, den Verleger Ernst Rowohlt oder den Barbesitzer Leon Henri Dajou. 

Göring, Hitler und Goebbels verfolgen die Spiele auf der Tribüne und zeigen sich abends bei diversen Festen und Ehrungen, während sie bereits den Krieg planen und die ersten Menschen abtransportieren lassen. Dies wird in kleinen Abschnitten genauso erzählt, wie die Barbesuche der ausländischen Gäste. Tagebucheinträge von Jospeh Goebbels vervollständigen die Sicht auf die Spiele.
Man erkennt, wie Hitler und seine Leute nicht nur die Deutschen geschickt manipulieren konnten, sondern auch das ausländische Publikum, sogar Menschen, die voller Skepsis angereist sind und Hitler eher negativ gegenüber standen. Wie gewaltig und beeindruckend hier die gesamte Organisation zum Einsatz kam und was sich hinter den Kulissen alles abspielte, ist oft nur zu erahnen. Aber Propaganda für das eigene Land bei wichtigen Großveranstaltungen gab es nicht nur damals, sondern wird auch heutzutage noch genauso gehandhabt.

Ganz zum Ende des Buches als Art Epilog findet man noch ein Kapitel mit der Überschrift "Was wurde aus...?". Hier erfährt der Leser was aus den Menschen geworden ist, über die der Autor in den sechzehn Kapiteln geschrieben hat.

Schreibstil:
Der Schreibstil von Oliver Hilmes zieht den Leser direkt in das Geschehen und schon befindet man sich in Berlin im Jahr 1936. Obwohl dies ein Sachbuch ist, lebt das Buch von der lebendigen und atmosphärischen Erzählweise des Autors. Oliver Hilmes hat sehr gut recherchiert. Die verschiedenen Schicksale einzelner Personen, die rund um Hitler, Göring und Goebbels eingeflochten sind, machen das Thema etwas leichter und realer.

Fazit :
"Berlin 1936" ist ein lebendiges Sachbuch. Hier wird Geschichte interessant und unterhaltsam erzählt, man darf hinter die Kulissen blicken und dabei hat der Autor auch noch sehr gut recherchiert.


Mein Dank an den Sielder Verlag und dem Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!

Das Institut der letzten Wünsche - Antonia Michaelis




    • Gebundene Ausgabe: 496 Seiten
    • Verlag: Knaur HC (1. April 2015)
    • ISBN-10: 3426653656
    • ISBN-13: 978-3426653654
    • Genre:Roman, Gegenwartsliteratur




Knaur Kurzbeschreibung: 
Die verträumte Mathilda arbeitet für eine Organisation, die sterbenden Menschen ihre letzten Wünsche erfüllt. Ein letztes Mal Schneeflocken spüren mitten im Hochsommer, Maria Callas live erleben oder in einem stillgelegten Vergnügungspark Riesenrad fahren – alles kein Problem, kleine Tricks inbegriffen. Das ändert sich, als Mathilda Birger begegnet. Er wünscht sich, vor seinem Tod noch einmal seine frühere Freundin Doreen und ihr gemeinsames Kind wiederzusehen. Mathilda soll sie für ihn suchen – nur will sie Doreen eigentlich gar nicht finden, denn sie hat sich auf den ersten Blick in Birger verliebt.

Meine Bewertung: * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Die Bücher der hochgelobten Autorin Antonia Michaelis verfolge ich schon länger und bei "Das Institut der letzten Wünsche" war ich mir sicher, das dies auch ein Roman für mich sein könnte. Der Klappentext sprach mich an und auch das zauberhafte Cover ist ein richtiger Eyecatcher. Groß war die Freude, als ich es in unserer Bücherei entdeckte.

Die Idee für das Institut der letzten Wünsche finde ich grandios. Ein Büro für Sterbenskranke, die sich ihren ganz besonderen letzten Wunsch erfüllen wollen. Einzige Bedingung ist, dass sie in den nächsten sechs Monaten sterben.
Die chaotische Mathilde, die ihr Medizinstudium abgebrochen hat, arbeitet in diesem Zwei-Frauenbetrieb mit Ingeborg, einer ehemaligen Ärztin, die ihren Job gekündigt und das Institut gegründet hat. Während Ingeborg die Pragmatischere der beiden Frauen ist und aus der Tretmühle eines Krankenhaus entkommen wollte, um sich den Sterbenden zu widmen, stolpert Mathilde zufällig hinein. Doch die beiden Frauen ergänzen sich sehr gut, bis Birger Ravenstein ins Institut kommt. Er wird an Lungenkrebs sterben und sein letzter Wunsch ist es, seine Jugendliebe Doreen und ihr gemeinsames Kind zu finden. Mathilda verliebt sich auf den ersten Blick in den um einiges älteren Mann und widmet sich bald ausschließlich Birgers Wunsch.

Während mich der poetische Schreibstil schnell gefangen nahm, konnte ich nicht wirklich in die Geschichte eintauchen. Sie plätscherte für mich einfach so dahin, auch wenn mich die verrückten Wünsche einiger Kunden des Institutes zum schmunzeln brachten. Da möchte eine alte Dame noch einmal die Callas singen hören, die jedoch bereits verstorben ist; ein älterer Mann einen Spieleabend wie früher in einer Studenten-WG erleben, eine ältere gehbehinderte Dame sich in einem weißen Kleid und einem Diadem am Kopf noch einmal in den Pferdesattel schwingen oder das meistgewünschte Erlebnis...noch einmal Weihnachten feiern. Mathilde und Ingeborg erleben so mindestens einmal im Monat Weihnachten....Es gibt immer wieder skurille und amüsante Begebenheiten, die das gewisse Etwas in diesen Roman bringen, mich aber trotzdem nicht überzeugen konnten.

Leider blieben mir auch die Figuren fremd. Ich konnte überhaupt nicht nachvollziehen, dass sich Mathilde in den mindestens fünfzehn Jahre älteren Birger verliebte, den sie beim Betreten des Büros als blassen, grauen Mann beschrieb. Die Gefühle kamen bei mir einfach nicht an. Nach 150 Seiten überlegte ich sogar das Buch abzubrechen und muss zugeben, dass ich nahe daran war. Danach war ich oftmals versucht einige Absätze und Passagen zu überspringen und muss leider sagen, dass ich mich mehr durch den Roman quälte, als ihn genoss.
Obwohl die Geschichte einige sehr tiefgründige Themen ansprach, wie etwa die Sterbehilfe, berührte sie mich nicht wirklich. Die skurillen Ereignisse, die Mathilde erlebte, fand ich zwar amüsant, aber sie konnten mich weder fesseln noch packen. Die Handlung schleppte sich einfach in meinen Augen nur zäh dahin. Da nutze auch der wirklich wunderbare Schreibstil der Autorin nichts....

In einem der Romane, die ich erst vor kurzem gelesen habe, notierte ich mir diesen Satz, der für mich hier einfach treffender nicht sein könnte: "Manchmal braucht es den richtigen Zeitpunkt für ein Buch"...
Der Zeitpunkt für diesen poetischen Roman war definitiv nicht der Richtige!

Fazit:
Leider kann ich diesem poetischen Werk der Autorin nur 2 1/2 Sterne geben. Mich hat weder die Geschichte gefesselt, noch konnte ich ein Gefühl zu den Protagonisten aufbauen. Die Grundidee zu diesem Roman fand ich reizvoll, doch ich konnte weder eintauchen in Mathildas Welt, noch konnte mich die Erzählung emotinal berühren. Schade!



Mordsommer - Rudi Jagusch



    • Taschenbuch: 464 Seiten
    • Verlag: Heyne Verlag (9. März 2015)
    • ISBN-10: 3453437853
    • ISBN-13: 978-3453437852
    • Genre: Thriller

Heyne Kurzbeschreibung: 
Ein anonymer Brief erreicht die angehende Oberstaatsanwältin Nina Lehmann. Die Enthüllung eines streng gehüteten Geheimnisses würde ihre Karriere ruinieren. Doch sie will sich nicht einschüchtern lassen und fährt zu dem im Brief genannten abgelegenen Ort in der Eifel. Zu ihrer Überraschung ist sie nicht allein einbestellt worden. Nach und nach treffen weitere fünf Mitglieder ihrer alten Schulclique ein, die ebenfalls etwas zu verbergen haben. Ein grauenhaftes Psychospiel beginnt.

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Ab heute, den 9. März, gibt es den neuen Thriller von Rudi Jagusch auch in eurer Buchhandlung. Um euch die Überlegung abzunehmen, ob es dieser deutsche Thriller wert ist, gekauft zu werden, kann ich vorab schon mal sagen: JA - unbedingt! Ich habe das Buch über die Homepage des Autoren und dem Heyne Verlag erhalten und darf euch ab heute diesen Thriller vorstellen.

Durch "Amen", den letzten und eigentlich ersten Thriller des Autors (sonst schreibt er Regionalkrimis), bin ich auf Rudi Jagusch aufmerksam geworden. Bei einer Leserunde bei Lovelybooks durfte ich damals "Amen" mitlesen. (*klick* zu meiner Rezi). Mit "Mordsommer" schlägt der Autor wieder eine ganz andere Richtung ein. Ich liebe es, wenn man Bücher eines Autors/einer Autorin in den Händen hält, die sich NICHT ähneln bzw. wo man nicht sofort weiß, dass diese Geschichte nur von diesem Autor/dieser Autorin geschrieben wurde.

Mit dem neuen Psychothriller, um eine ehemalige Jugendclique, begibt sich der Leser in eine Vergangenheit, die aufzeigt wozu Menschen fähig sind.
Nina, Rike, Fabian, Jana, Mika, Tim und Steff waren Anfang der Neunziger Jahre die coolste Clique der Oberstufe. Alle stammen aus der Oberschicht und haben Aussicht auf ein Abitur mit Bestnoten. Doch hinter der schönen Fassade verbrachten die sieben Jugendlichen ihre gemeinsame Freizeit mit einem tödlichen Hobby. Fast alle der damaligen Freunde haben Karriere gemacht, die auf einmal gefährdet zu sein scheint.
Unsere Hauptprotagonistin Nina wird gerade der Posten als neue Oberstaatsanwätin angeboten, als ein anonymer Brief sie aus der Fassung bringt. Jemand scheint das Geheimnis der Clique zu kennen und schlägt ihr einen Treffpunkt an einem abgelegenen Ort in der Eifel vor. Zu ihrer Überraschung ist sie nicht die Einzige, die einen Brief erhalten hat. Alle Mitglieder von damals, bis auf ihre große Liebe Steff, finden sich in einem Landgasthaus wieder. Dort wurden bereits Zimmer für die ehemalige Clique gebucht und Rucksäcke gepackt, denn am nächsten Morgen sollen sich alle auf eine kleine Wanderschaft begeben. Ziel ist ein verlassenes Dorf, das bald zu ihrer aller Falle wird. Als die erste Leiche auftaucht, beginnt der unbekannte Täter ein perfides Spiel a la "Zehn kleine Negerlein", denn es gibt keinen Ausweg aus dem Dorf.....

Eine Geschichte rund um eine Jugend-Clique aus der Oberschicht, die ein mörderisches Geheimnis verbirgt, erinnerte mich zuerst etwas an Jussi Adler-Olsen's Thriller "Schändung". Doch da hören sich auch schon die Gemeinsamkeiten auf, denn Rudi Jagusch führt den Leser mitsamt den sechs übrig gebliebenen Cliquenmitgliedern auf eine Reise in die Hölle.

Der Spannungsbogen bei diesem Thriller bleibt konstant oben und ich hatte das Buch in einem Rutsch durch. Die Geschichte wechselt zwischen Gegenwart und Vergangenheit. In den Rückblenden werden Passagen aus den neunziger Jahren eingeflochten, die dem Leser erklären, was an dieser Clique so anders war und welches Geheimnis sie verbergen. Dadurch lernt man auch die einzelnen Protagonisten besser kennen. Erst im letzten Viertel hatte ich eine Ahnung, wer der Täter sein könnte.....

Schreibstil:
Schon wie in Rudi Jagusch ersten Thriller sind die Charaktereigenschaften der handelnden Personen wieder hervorragend ausgearbeitet. Obwohl alle sieben Protagonisten aus der Clique eine Gemeinsamkeit haben, ist jeder Charakter einzigartig beschrieben. Auch der Schreibstil lässt sich flüssig lesen, die Spannung bleibt konstant.
Im Nachwort erzählt der Autor, dass es dieses verlassene Dorf, Staudenhof, tatsächlich gibt und ihm jedes Mal mulmig wurde, wenn er es aus Recherchezwecken besuchte....die perfekte Location für diesen Thriller..

Cover:
Im oberen Abschnitt sehen wir eine Person mit Rucksack, die durch den Wald streift. Es könnte jeder der sechs Protagonisten sein, die sich auf den Weg zu diesem verlassenen Dorf machen. Das Cover finde ich passend, da es den Inhalt wiederspiegelt. Ich empfinde es auch als typisches Thrillercover.

Fazit:
Ein spannungsgeladener Thriller mit Protagonisten, die von der Vergangenheit eingeholt werden. Ein Katz- und Maus Spiel in einem verlassenen Dorf, das für jeden von ihnen zur eigenen Hölle wird. Meine Leseempfehlung!



 Vielen Dank an den Heyne Verlag und an den Autor für diesen tollen Thriller!

 

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