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Mein Leben in deinem - Jojo Moyes

    Die Bildrechte liegen beim Verlag


    • Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
    • Verlag: ‎ Wunderlich; 3. Edition (2. Februar 2023)
    • Übersetzer: ‎ Karolina Fell
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3805200854
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3805200851
    • Originaltitel : ‎ Someone Else's Shoes
    • Genre: Gegenwartsliteratur



Wunderlich Kurzbeschreibung:
Einmal in das Leben einer anderen schlüpfen, davon träumt Sam, wenn ihr der Alltag mal wieder über den Kopf wächst. Als sie im Sportstudio versehentlich die falsche Tasche mitnimmt, kann sie nicht widerstehen. Der Inhalt ist so anders als ihre schlichten Klamotten. Eine wunderschöne Chanel-Jacke und ein Paar glamouröse High Heels. Als Sam die Kleidungsstücke anzieht, fühlt sie sich für einen Moment wie eine andere Frau. Eine Frau ohne Geldsorgen, ohne Ehemann, der nur noch auf dem Sofa sitzt - sie fühlt sich unbeschwert, selbstbewusst, frei. Nisha ist diese Frau. Von außen scheint ihr Leben perfekt. Ein erfolgreicher, wohlhabender Mann, ein Kleiderschrank voller Designerstücke. Doch Nisha war nicht immer die Frau, die sie heute ist. Und ihr sorgsam aufgebautes Leben droht gerade wie ein Kartenhaus einzustürzen. Bis ihr Sam begegnet. Denn manchmal kann ein einziger Moment alles verändern. 

Meine Bewertung: * * * *

Buch für die Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Ein neues Buch von Jojo Moyes...endlich wieder! Obwohl ich die letzten Bücher der Autorin nicht gelesen habe, war ich schon gespannt auf ihren neuen Roman, dessen Klappentext mich neugierig gemacht hat.

Es geht um zwei sehr unterschiedliche Frauen, die im Fitnesstudio ihre Sporttaschen verwechseln. Sam, die noch schnell den geschenkten Gutschein für eine Sporteinheit eingelöst hat, fühlt sich dort eigentlich etwas deplaziert. Sie hat noch einen wichtigen Termin und will auf jeden Fall pünktlich sein, denn seitdem sie einem neuen Chef unterstellt ist, hat sie Probleme im Job. Dieser mobbt sie, wo er nur kann. Dabei fällt ihr nicht auf, dass sie die falsche Tasche mitnimmt. Zuhause wartet ein depressiven Mann, der keinen Finger krümmt und eine typische Teenagertochter, die ihr ebenfalls das Leben schwer macht. Und dann gestaltet sich die Rückgabe der falschen Sporttasche schwieriger als gedacht. Während Sam mit ihren Problemen kämpft, hat die Eigentümerin der anderen Tasche ganz andere Probleme. Nishas Mann hat ihr die Bankkonten gesperrt, um mit seiner Geliebten ein neues Leben anzufangen.

Der Schreibstil ist wieder bildhaft und emotional. Jojo Moyes hat mir ihre Charaktere sehr schnell näher gebracht und ich bin auch direkt in die Geschichte eingetaucht. Es dauert allerdings sehr lange, bis sich die beiden Frauen wieder begegnen. Bis dahin erfährt man abwechselnd, was im Alltag von Sam und Nisha passierte.

Nisha kommt zwar aus ärmlichen Verhältnissen, hat es aber ganz nach oben geschafft. Sie führt an der Seite ihres Mannes ein Luxusleben, umgeben von Bodyguards und fühlt sich in der Scheinwelt der Reichen und Schönen wohl. Als sie entdeckt, dass ihre Louboutins und ihre Chanel-Jacke verschwunden sind und sie stattdessen ausgetretene Halbschuhe in ihrer Sporttasche findet, rastet sie aus. Sie denkt sofort an Diebstahl. Doch es kommt noch schlimmer! Als sie versucht ihren Mann zu erreichen, erkennt sie schnell, dass sie in große Schwierigkeiten steckt. Er hat ihr sämtliche Konten gesperrt und sie hat keinen Zugriff mehr auf ihre Kreditkarten und Dokumente. Nisha steht völlig mittellos da und kommt plötzlich (wieder) im realen Leben an. Sie war mir anfangs sehr unsympathisch. Was für eine oberflächliche und rücksichtlose Zicke! Erst im weiteren Verlauf der Geschichte dürfen wir hinter ihre Fassade blicken.

Mit Sam habe ich mitgelitten. Sie zerreißt sich förmlich zwischen Job, den Problemen zuhause und ihren Eltern, die von ihr verlangen 2x die Woche ihre Wohnung zu putzen, um Geld zu sparen! Außerdem kämpft ihre beste Freundin Andrea gegen den Krebs. Am liebsten hätte ich Sam gedrückt und ihre rücksichtslose Familie geschüttelt. Doch mit den High Heels an ihren Füßen fühlt sie sich plötzlich selbstbewusster und wie eine andere Frau. 

Nach und nach nimmt die Handlung mehr Fahrt auf und vorallem die Nebencharaktere runden die Geschichte perfekt ab. Vorallem Jasmine und Andrea bringen mehr Pep in den Roman und ließen mich immer wieder schmunzeln. Sie sind sehr stark gezeichnete Figuren.

In "Mein Leben in deinem" geht es um den Zusammenhalt zwischen Frauen, aber auch um falsche Freundschaften, Mobbing im Job, Betrug und Verrat, sowie das Leben im Allgemeinen. Neben einigen lustigen Episoden gibt es auch viele traurige und emotionale Momente. Die Entwicklung der beiden Hauptfiguren ist gelungen, wenn auch etwas klischeehaft und konstruiert. Obwohl einiges unrealistisch wirkt, mochte ich die Geschichte trotzdem gerne und vorallem am Ende wird es noch einmal richtig spannend. Ich sag nur "Frauenpower"....

Cover:

von links nach rechts:
Die englischsprachigen Ausgaben, das norwegische Cover, das finnische und das schwedische
Das finnische Cover passt perfekt zur Geschichte, auch wenn ich das deutsche Cover wirklich mag. 
(Dass allerdings jetzt wieder alle alten Cover von Jojo Moyes Büchern umgestaltet werden, finde ich unsinnig - und mein innerlicher Nerd schreit, wenn ich an mein Regal denke)

Fazit:
Die Geschichte lässt sich sehr gut lesen, jedoch ist sie etwas klischeehaft und manche Dinge sind reiflich überspitzt dargestellt. Die Charaktere entwickeln sich weiter und Jojo Moyes gelingt es trotz der genannten Kritikpunkte, dass man immer wieder gerne weiterliest und das Buch kaum aus der Hand legt.

Nächte, in denen Sturm aufzieht - Jojo Moyes



    • Broschiert: 480 Seiten
    • Verlag: Rowohlt Taschenbuch; Auflage: 3. (29. Januar 2019)
    • Übersetzer: Deutsch
    • ISBN-10: 3499276399
    • ISBN-13: 978-3499276392
    • Originaltitel: Silver Bay
    • Genre: Roman, Gegenwartsliteratur


Rowohlt Kurzbeschreibung:
Liza McCullen weiß, dass sie ihrer Vergangenheit nicht entfliehen kann. Doch in dem kleinen beschaulichen Örtchen Silver Bay an der Küste Australiens hat sie ein Zuhause gefunden für sich und ihre Tochter Hannah. Die unberührten Strände, der Zusammenhalt in der kleinen Gemeinde und die majestätischen Wale, die in der Bucht leben, bedeuten ihr alles. Täglich fährt sie mit ihrem Boot raus aufs Meer und bietet Walbeobachtungstouren an für die wenigen Touristen, die sich nach Silver Bay verirren. Als der Engländer Mike Dormer anreist und sich in der Pension von Lizas Tante einquartiert, gerät das beschauliche Leben in Gefahr. Der gutaussehende Fremde in den zu schicken Klamotten passt nicht nach Silver Bay, und niemand ahnt, dass er Pläne schmiedet, die den kleinen Fischerort für immer verändern könnten.

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Mit "Nächte, in den Sturm aufzieht" wurde nach Jojo Moyes Erfolg wieder einer ihrer alten Romane veröffentlicht. Dass es sich dabei aber um ein Buch handelt, das bereits auf deutsch unter dem Titel "Dem Himmel so nah" im Jahr 2008 erschienen ist, wusste ich nicht.

Man merkt deutlich, dass es sich um ein früheres Werk der Autorin handelt. Ich bin anfangs sehr schwer in die Geschichte gekommen und habe das Buch immer wieder weggelegt und ein anderes gelesen. Da es aber ein Rezensionsexemplar vom Verlag ist, war es an der Zeit endlich weiterzulesen. Einmal drinnen in der Geschichte lief es dann auch ganz gut, abgesehen von so einigen Längen im Mittelteil. Doch ich konnte endlich mit den Charakteren etwas anfangen und spürte die ganz besondere Atmosphäre von Silver Bay, dem Ort, wo der Roman spielt.

Trotzalledem ist die Handlung nichts wirklich Neues. Der erfolgreiche Geschäftsmann Mike Dormer fliegt von London nach Australien, um sich die genaue Lage eines Ortes anzusehen, an dem die Firma seines zukünftigen Schwiegervaters ein großes Projekt plant. Ein Luxushotel soll im kleinen Örtchen Silver Bay entstehen, doch zuerst möchte Michael sämtliche Risiken vor Ort abwägen. Der Workaholic arbeitet tagein tagaus in einem rieseigen Bürokomplex mitten in London und steht kurz vor der Hochzeit mit der Tochter seinen Chefs. In Silver Bay angekommen fühlt sich Michael anfangs wie ein Fremdkörper. Hier gehen die Uhren noch anders und der ganze Ort lebt von den Touristen die kommen, um die Wale und Delfine zu beobachten. Es ist ein ruhiges Plätzchen und wenn es nach den Einwohnern geht, soll es auch so bleiben. Ein protziges Hotel, das die Wale vertreiben könnte, ist hier unerwünscht, genauso wie die Reichen und Schönen, die dort absteigen sollen. Erst nach einiger Zeit merkt Michael, dass er sich in Silver Bay verändert und dass in seinem alten Leben etwas gefehlt hat....

Liza McCullen lebt im kleinen Hotel ihrer Tante Kathleen, der berühmten "Haifisch-Lady". Sie fährt täglich mit dem Boot hinaus und bietet in der geschützten Bucht rund um Silver Bay Walbeobachtungstouren für Touristen an. Gemeinsam mit ihrer Tochter Hannah versucht sie im kleinen versteckten Ort ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen. Publicity und Touristenaufläufe kann sie nicht wirklich brauchen, denn sie versucht ihren Aufenthaltsort geheim zu halten. Welches Geheimnis hat sie zu verbergen?

Erzählt wird aus der Ich-Pespektive verschiedenster Charaktere. Hauptfiguren sind Mike Dormer, Liz McCullen, ihre Tochter Hannah und Tante Kathleen. Das verwirrt anfangs sehr, aber mit Fortschreiten des Romanes gewöhnt man sich daran und kam den Charakteren langsam näher. Leider war von der handlung an sich doch so einiges vorhersehbar.

Das Setting in Australien fand ich hingegen sehr bildhaft und lebendig beschrieben. Die Hintergrundinformationen zu den Walbeobachtungen und dem Leben dieser wunderbaren Säugetiere war beeindruckend und sehr interessant. Ein Thema ist hier natürlich auch der Natur- und Tierschutz.
Obwohl ich den Roman teilweise etwas zu ruhig und langatmig fand, fände ich eine Verfilmung des Romanstoffes als gute Idee.

Cover:

Die ersten drei Cover sind englischsprachig, danach folgen die Cover aus Polen, Litauen und Tschechien. Die letzten beiden finde ich gelungen und passend zur eigentlichen Geschichte.

Fazit:
Abgesehen davon, dass dieses Buch bereits unter einem anderen Titel veröffentlicht wurde und somit keine neue Geschichte ist, fand ich leider nur schwer in den Roman. Nach einigen Anläufen klappte es dann und ich begann mich mit den Figuren anzufreunden. Gelungen ist die Beschreibung des Ortes, der Bucht und dem Tierleben, sowie den kauzigen Einwohnern. Trotzdem war mir einiges zu vorhersehbar und zu ausschweifend, um den Wunsch zu haben die Geschichte in einem Rutsch durchzulesen.
Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar!

Über uns der Himmel, unter uns das Meer - Jojo Moyes




    • Broschiert: 512 Seiten
    • Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (26. Februar 2016)
    • ISBN-10: 3499267330
    • ISBN-13: 978-3499267338
    • Originaltitel: The Ship of Brides 
    • Genre: Roman


Rowohlt Kurzbeschreibung:
Australien 1946. Sechshundert Frauen machen sich auf eine Reise ins Ungewisse. Ein Flugzeugträger soll sie nach England bringen, dort erwartet die Frauen ihre Zukunft: ihre Verlobten, ihre Ehemänner – englische Soldaten, mit denen sie oft nur wenige Tage verbracht hatten, bevor der Krieg sie wieder trennte. Unter den Frauen ist auch die Krankenschwester Frances. Während die anderen zu Schicksalsgenossinnen werden, ihre Hoffnungen und Ängste miteinander teilen, bleibt sie verschlossen. Nur in Marinesoldat Henry Nicol, der jede Nacht vor ihrer Kabine Wache steht und wie sie Schreckliches erlebt hat im Krieg, findet sie einen Vertrauten. Eines Tages jedoch holt Frances ausgerechnet der Teil ihrer Vergangenheit ein, vor dem sie ans andere Ende der Welt fliehen wollte …

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Darum geht's:
Australien 1946. Der Krieg ist zu Ende. Hunderte von Kriegsbräuten warten in Down Under auf den Bescheid an Board des nächsten Schiffes nach Großbtitannienen gehen zu können, um ihren Ehemännern zu folgen. Das Schiff für die letzte genehmigte Überfahrt ist allerdings kein Passagierschiff, sondern der Flugzeugträger "Victoria". Nicht nur der Kapitän ist alles andere als erfreut, bald um die 600 Frauen an Board zu haben, sondern auch die Frauen sind alles andere als begeistert. Doch es ist die letzte Möglichkeit zu ihren Ehemännern zu gelangen, die die meisten Frauen das letzte Mal vor ein oder zwei Jahren gesehen haben.....

Meine Meinung:
Nachdem ich zwar fast alle Jojo Moyes Bücher in meinem Regal stehen habe, aber bis jetzt erst "Ein ganzes halbes Jahr" gelesen habe, kann ich nicht wirklich sagen, ob es stimmt, dass dieses Buch der Autorin so gänzlich anders ist, als ihre anderen Romane. Aber eines stimmt auf jeden Fall...es spielt NICHT in der Gegenwart (bis auf den Prolog und eine Art Epilog zum Schluss des Buches), sondern im Jahre 1946. Das wird ja auch im Klappentext suggeriert, aber der Roman läuft unter "Gegenwartsliteratur" und nicht unter historischen Roman...keine Ahnung warum.

Jojo Moyes hat diesen Roman bereits 2005 geschrieben, der allerdings erst jetzt ins Deutsche übersetzt wurde. Die Autorin ist durch ihre eigene Großmutter auf das Thema aufmerksam geworden, die selbst als Kriegsbraut damals auf der MS Victorious mitgefahren ist.
Von all den sechshundert Frauen hat sich Jojo Moyes vier ganz unterschiedliche und individuelle Charaktere für ihre Hauptprotagonistinnen ausgesucht. Die Farmerstochter Margret, genannt Maggie, die nach dem Tod der Mutter ihre Brüder und den Vater versorgt, hat ihren Ehemann Joe durch ihre Brüder kennen- und lieben gelernt. Sie tritt die Reise nach England bereits hochschwanger an. Ganz anders die erst knapp 16-jährige Jean, die kaum eine Schulbildung hat und aus ärmlichen Verhältnissen kommt. Das lebenslustige und kecke Mädchen möchte einfach ihrem alten Leben entfliehen und in England neu anfangen. Die versnobte Avice ist das komplette Gegenteil der beiden Frauen. Sie hält sich für etwas Besseres und vermeidet anfangs vorallem den Kontakt zur vorlauten Jane. Frances, die verschlossene Krankenschwester, ist die Vierte im Bunde der Mädchen, die sich gemeinsam eine Kabine teilen. Doch nicht nur Francis hütet ein Geheimnis, sondern jedes der Mädchen hat so ihre eigenen Probleme, die sie vor den anderen gerne verbergen möchte, was nicht immer einfach ist. Im Laufe der sechs Wochen werden die vier Frauen zu Weggefährtinnen, die sich gegenseitig Mut und Zuversicht zusprechen, denn alle sechshundert Bräute fürchten nichts mehr als einen Brief oder ein Telegramm zu erhalten, das die Zurückweisung oder den Tod des Ehemannes enthält.
Man spürt die Ängste und die Sorgen, die die Frauen an Board haben und kann diese nur für den Mut bewundern, die sie alle aufbringen, um in eine ungewisse Zukunft zu fahren.

Auch das Schicksal des Kapitäns, der seine letzte Fahrt vor der Pensionierung vor sich hat, wie auch des Schiffes, das nach dieser Fahrt verschrottet werden soll, wird beleuchtet. Der Roman berichtet vom Alltag an Bord, der durch die ungewöhnliche "Fracht" gänzlich ungewohnt für die Besatzung, aber auch für die Frauen ist. Natürlich kommt es auf diesem engen Raum zu einigen Zwischenfällen, die das Zusammenleben der Kriegsbräute und der Marinesoldaten nicht unbedingt erleichtert. Die Reise von Australien nach England wird von Jojoy Moyes authentisch beschrieben, jedoch kommt es im Mittelteil zu kleinen Längen. 

Schreibstil:
Der Schreibstil von Jojo Moyes ist wunderbar leicht und flüssig und lässt sich sehr gut lesen. Die Seiten fliegen nur so dahin, auch wenn es im Mittelteil zu einigen Längen kommt. Das Thema selbst fand ich wirklich interessant, das von der Autorin hervorragend umgesetzt wurde. Die einzelnen, sehr unterschiedlichen Charaktere, wurden wunderbar beschrieben. Ich konnte sie mir wirklich sehr gut vorstellen.

Cover:

Ganze fünf Cover habe ich gefunden, wobei zwei fast gleich sind und nur die Hintergrundfarbe geändert wurde. Am Besten gefällt mir das erste Cover, das dem deutschen Titelbild auch am ähnlichsten ist.

Fazit:
Jojo Moyes hat sich für ihren Roman ein sehr interessantes Thema ausgesucht, das auch sehr gut umgesetzt wurde. Die Geschichte der Kriegsbräute, die sich vom Ende der Welt ins Ungewisse aufmachen, ist eine wahre Begebenheit, die es verdient in Buchform wiedergegeben zu werden! Durch ein paar kleine Längen im Mittelteil kann ich allerdings keine 5 Sterne geben.

 Vielen Dank an den Rowohlt Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Ein ganzes halbes Jahr - Jojo Moyes




    • Broschiert: 512 Seiten
    • Verlag: rororo; Auflage: 4 (21. März 2013)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3499267039
    • ISBN-13: 978-3499267031
    • Originaltitel: Me Before You
    • Genre: Roman

Amazon Kurzbeschreibung:
Louisa Clark weiß, dass nicht viele in ihrer Heimatstadt ihren etwas schrägen Modegeschmack teilen. Sie weiß, dass sie gerne in dem kleinen Café arbeitet und dass sie ihren Freund Patrick eigentlich nicht liebt. Sie weiß nicht, dass sie schon bald ihren Job verlieren wird – und wie tief das Loch ist, in das sie dann fällt. Will Traynor weiß, dass es nie wieder so sein wird wie vor dem Unfall. Und er weiß, dass er dieses neue Leben nicht führen will. Er weiß nicht, dass er schon bald Lou begegnen wird.

Meine Bewertung: * * * * * 

Buch zur Sommerchallenge

Meine Meinung:
Eigentlich bin ich gehypten Büchern gegenüber sehr misstrauisch und meistens kann ich dann auch dieses Aufsehen um ein Buch, welches meistens nur einen guten Marketingmensch im Hintergrund hatte, nicht wirklich nachvollziehen. Aber bei "Ein ganzes halbes Jahr" muss ich das revidieren! Ich gebe ja nicht oft 5 Sterne, aber hier finde ich sie voll und ganz angemessen!

Obwohl der Klappentext hier etwas anderes verspricht...nämlich eine leichte Liebesgeschichte, ist es in meinen Augen weder eine richtige Liebesgeschichte, noch "leicht" zu lesen. Das nicht leicht bezieht sich nicht auf die wirklich flüssige und "einfache" Schreibweise der Autorin, die den Leser gleich packt, sondern es geht um das Thema des Buches. Denn hier ist nur an der Oberfläche "etwas Leichtes" zu finden. Wie die Autorin das Kunststück vollbracht hat, ein Thema wie Sterbehilfe und Behinderung so locker zu verpacken und daraus einen Bestseller zu machen - Hut ab!
Ich muss zugeben, dass sicherlich viel weniger Menschen zu dieser Literatur greifen würden, würde der Klappentext anders lauten und hätte der Verlag nicht auch noch so ein schönes romantisches Cover gewählt!
Denn diese Geschichte ist tieftraurig und lässt wirklich niemanden unberührt!

Ich finde, dass es anfangs einige Gemeinsamkeiten zu "Ziemlich beste Freunde" gibt. Das fiel mir schon auf, als ich einige Meinungen zu diesem Roman auf anderen Blogs las. Deshalb war ich etwas verunsichert und dachte mir, hier springt wohl jemand auf den Erfolg des Filmes auf. Trotzdem siegte meine Neugier und ich kaufte mir das Buch zum Erscheinungstermin. Es hat nun doch etwas gedauert, bis ich es dann doch gelesen habe und bin nun froh, es nicht noch länger auf meinen Bücherregal herum lag (Okay, ich geb zu -  im Vergleich zu 90% meiner anderen SUB-Leichen, habe ich relativ bald zu dieser Geschichte gegriffen ...ich war schon sooo neugierig)

Was erwartet uns? Zuerst die etwas schräge Louisa, genannt Lou, die zwar modisch ihren extravaganten Weg geht, aber sonst eher unauffälig bleibt. Mit ihren 26 Jahren arbeitet sie in einem Café und lebt noch zuhause bei den Eltern und  ihrem Großvater, der an Alzheimer erkrankt ist, und von der Mutter gepflegt wird. Ihr Vater fürchtet jeden Tag seinen Job zu verlieren, da die Fabrik in der er arbeitet, an Einsparungsmaßnahmen denkt. Ihre Schwester will wieder studieren und lebt mit ihrem kleinen Jungen im einzigen größeren Zimmer, das eigentlich für Louisa vorgesehen ist und die nun in einem winzigen Kämmerchen haust. Auch in ihrer 7-jährigen Beziehung mit Patrick, der nur für seinen Marathon und Sport lebt, ist sie eher die Randfigur. Eigentlich ist sie mit ihrem ereignislosen Leben zufrieden, bis sie eines Tages die Kündigung erhält, weil das Schloss-Café zusperren muss. Ohne richtige Ausbildung und außerdem, noch neben dem Vater, die einzige Verdienerin im Haushalt. Doch die Jobs, die sie vermittelt bekommt, sind alle nicht besonders toll und so nimmt sie einen Job als Pflegehelferin und Gesellschafterin eines Schwerstbehinderten an, obwohl sie weder eine Ausbildung vorweisen kann, noch wirklich Lust darauf hat. Aber diese Anstellung bringt viel Geld und ist auf ein halbes Jahr befristet.

Auf ihren neuen Arbeitsplatz trifft Lou nun auf Will, einem Tetraplegiker (Wikipädia:  Die Tetraplegie  ist eine Form der Querschnittlähmung, bei der alle vier Gliedmaßen, also sowohl Beine als auch Arme betroffen sind). Vor seinem Unfall war er ein erfolgreicher Geschäftsmann, dem die Frauen- und Geschäftswelt zu Füßen lag, der viel reiste und dem keine Extremsportart zu ausgefallen war! Nun sitzt er im Rollstuhl und sein Alltag besteht aus Schmerzen, Hilflosigkeit und keine Aussicht auf Besserung. Er ist lebensmüde und deshalb will er weder eine neue Hilfe, noch länger leben.

Nach anfänglicher Abneigung lernen sich die Beiden langsam zu schätzen und zu respektieren. Will versucht Lou aus ihrem Alltagstrott herauszuholen und sich am Leben zu erfreuen. Er weist sie immer wieder daraufhin, wie viele Möglichkeiten sie hat aus ihrem Leben etwas Sinnvolles zu machen und ihre Fähigeiten auszuschöpfen. Und obwohl Lou eingestellt wurde, um Will aufzumuntern und ihm von seinen Selbstmordgedanken abzubringen, ist es am Ende sie, die am Meisten von dieser Freundschaft profitiert. Denn Will bringt sie endlich dazu, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.

Einerseits wollte ich die wundervolle und tieftraurige Geschichte so schnell wie möglich lesen, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht, doch gleichzeitig hatte ich Angst viel zu schnell fertig zu sein und und dem unumgänglichen Ende entgegenzusehen aus Angst vor dem Finale.

Die Autorin versteht hier einige Tabuthemen aufzugreifen, wie ich es oft nur von Jodie Picoult kenne, und andererseits den Leser mit den sympathischen Protagonisten mitleben zu lassen. Noch lange nachdem man die letzte Seite zugeschlagen hat, denkt man über diese Geschichte nach und wie man sich wohl selbst in einem nutzlosen Körper fühlen würde und wie man sein Leben leben sollte.

Fazit: Eine wundervolle Geschichte, die zum Nachdenken anregt und trotzdem "leicht" daherkommt. Gefühlvoll wurde hier ein Tabuthema umgesetzt. Absolute Leseempfehlung!


 

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