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Mademoiselle Marthe und die Küche der Freiheit - Ulrike Renk

    Die Bildrechte liegen beim Verlag



    • Taschenbuch: 592 Seiten
    • Verlag: ‎ Aufbau Taschenbuch; 1. Edition (14. März 2024)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3746640555
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3746640556
    • Genre: historischer Roman, zwei Zeitebenen 

     

Aufbau Kurzbeschreibung:
1889: Marthe wächst auf einem Hof in den Vogesen auf, ihre Großmutter bringt ihr bei Brot zu backen, ihre Mutter, eine hervorragende Köchin, wie man aus den einfachsten Zutaten wunderbare Gerichte zaubert. Als sie mit ihrer Mutter nach Paris zieht, taucht sie in eine neue Welt ein. Nicht nur lernt sie einen Mann kennen, der ihr aller Gegensätze zum Trotz den Hof macht, sie erkennt auch, dass ihr das Schreiben genauso viel Freude macht wie das Kochen. Doch wird es ihr gelingen, sich in der männerdominierten Welt der französischen Küche zu behaupten? Bestsellerautorin Ulrike Renk erzählt das spannende Leben von Marthe Distel –Journalistin und Gründerin der renommiertesten Kochschule Le Cordon Bleu. 

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Von Ulrike Renk habe ich bereits einige großartige Romane gelesen, darum war ich auf ihre neue Geschichte über Marthe Distel, der Journalistin und Gründerin der renommiertesten Kochschule, neugierig. Ich muss zugeben, dass ich selbst keine gute Köchin bin und ich habe auch noch nie von Le Cordon Bleu gehört. Umso neugieriger war ich nun mehr über Marthe Distel zu erfahren.

Marthe lebt, gemeinsam mit ihrer Mutter Julie, bei ihrer Großmutter Joséphine in den Vogesen. Der kleine Hof wird von den Frauen bewirtschaftet und so lernt Marthe bereits von klein auf zu kochen. Die Nahrungsmittel werden nach den Jahreszeiten verbraucht und die Frauen erzeugen selbst aus wenigen Zutaten ein leckeres Essen. Marthe lernt, wie man mit Rohstoffen und Lebensmittel umgeht, Vorräte anlegt und haltbar macht. Fleißig notiert sie alles in ihr Notizheft.
Julie möchte jedoch, dass Marthe eine ordentliche Schulausbildung erhält. Sie nimmt deshalb eine Stelle als Hauswirtschafterin bei einer großbürgerlichen Familie in Paris an. Marthe bekommt die Möglichkeit gemeinsam mit Florence, der Tochter des Hauses, das Lyzeum zu besuchen. Die beiden Mädchen werden - trotz des Standesunterschiedes - gute Freundinnen. Marthe möchte später unbedingt Journalistin werden, auch wenn sie weiß, dass es für Frauen besonders schwer ist, in diesem Beruf Fuß zu fassen.
Aber auch hervorragende Köchinnen, wie Julie, haben es im Paris des späten neunzehnten Jahrhunderts schwer, denn in der Stadt war der Beruf des Kochs nur Männern vorbehalten. Bald erkennt aber die Familie, welche Perle sie sich ins Haus geholt haben und Julie erhält im Haushalt eine Sonderstellung.

Der Roman erzählt lange über das Leben von Marthe als junge Frau und auch über ihre Fertigkeiten in der Küche, die sie von ihrer Mutter und Großmutter gelernt hat. Bildreich werden die einfachsten Handgriffe, wie Kartoffel schälen, Gemüse putzen oder Zwiebel schneiden beschrieben. Ohne Kühlschrank und elektrischen Herd war es damals nicht so einfach. Umso interessanter liest sich ist die Zubereitung einfacher, aber auch raffinierter Speisen, die sehr detailreich beschrieben werden. Hunger sollte man beim Lesen auf keinen Fall haben!

Die Schauplätze in Paris und in den Vogesen sind sehr bildhaft beschrieben und ich hatte das Gefühl immer mit dabei gewesen zu sein. Sehr spannend ist auch das Thema rund um die Pariser Weltausstellung und der Ablehnung des Eisenturmes von Gustav Eifel. Mit einem Schmunzeln habe ich gelesen, das geplant war den Eifelturm wieder zu entfernen.

Das Verhältnis der drei Frauen, Marthe, Julie und Joséphine, zueinander empfand ich als sehr eng - vorallem zur Großmutter. Die wechselnden Perspektiven geben dabei einen besonders guten Einblick. Allerdings dauert es relativ lange, bis wir an den Punkt kommen, der Marthe berühmt gemacht und sie ihr Wissen aus der Küche und den Journalismus miteinander verbunden hat.
Die Gründung der Kochschule kommt erst im letzten Drittel zu Sprache, was ich etwas schade fand. Dabei erfahren wir auch mehr über Marthes Vorbild, Auguste Escoffier, der die Küche und Ausbildung der männlichen Köche revolutioniert hat.

Ulrike Renk hat ihren Roman in fünf Abschnitte, benannt nach einem 5-Gänge-Menü aufgeteilt. Wir beginnen mit einem Amuse-Gueule, es folgt das Entrée und die warme Vorspeise, danach die Hauptspeise und dem anschließenden Dessert. Bon appétit!

Fazit:
Eine gelungene Erzählung über Marthe Distel, die für mich unbekannte Gründerin der berühmtesten Kochschule Le Cordon Bleu und ihr Leben. Ulrike Renk erzählt dieses in einer packenden Geschichte rund um die französische Kochkunst, die damals nur den Männern offen stand.


Die verlorene Schwester - Linda Winterberg



    • Taschenbuch: 448 Seiten
    • Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 2. (9. November 2018)
    • ISBN-10: 3746634520
    • ISBN-13: 978-3746634524
    • Genre: Familiensaga, Gegenwartsliteratur



Aufbau Kurzbeschreibung:
Bern, 1968: Nach dem Tod des Vaters werden die Schwestern Marie und Lena der kranken Mutter von der Fürsorge entrissen. Die Mädchen werden getrennt und an Pflegefamilien „verdingt“, bei denen sie schwer arbeiten müssen. Als eine der beiden schwanger wird, soll ihr das Baby weggenommen zu werden. Doch sie will die Hoffnung nicht aufgeben, mit ihrem Kind in Freiheit zu leben – und auch ihre Schwester wiederzufinden. Jahre später zeigt sich eine Spur, die nach Deutschland führt.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Das Thema Verdingkinder war mir bis zur Lektüre des neuen Romans von Linda Winterberg nicht bekannt. Was sind Verdingkinder? Um 1800 wurden in der Schweiz Waisen oder Scheidungskinder an Pflegefamilien abgegeben. Je weniger Kostgeld die Pflegeeltern wollten, umso eher erhielten sie Kinder zugeteilt. Diese mussten hart arbeiten - oft auf Bauernhöfen als Knecht oder Magd - und wurden geschlagen und sogar missbraucht. Die Verdingkinder wurden geächtet und auch in der Schule gemobbt. Zarte Kinderseelen, die ihre Eltern verloren hatten und darunter litten, wurden gequält und als Abschaum behandelt. Alleine, wenn ich diese Zeilen hier tippe, werde ich so wütend und frage mich immer wieder, wie man hilflosen Kindern so etwas bis in die 1980iger (!) antun konnte. Dass die Zeit dieser unmenschlichen Vorgehensweise noch gar nicht so lange zurückliegt, macht mich sprachlos. Ich bin selbst in den späten 1960iger Jahren geboren und mich erschreckt es zutief, dass mir dieses Schicksal ebenso drohen hätte können, wenn ich in der Schweiz geboren und einen Elternteil verloren hätte.

So ergeht es Lena und Marie, die 1968 zu Halbwaisen werden. Nachdem ihr Vater, ein Schuster verstirbt, fällt die Mutter der Mädchen in eine tiefe Depression. Hilfe gibt es weder für die Witwe, noch für die Kinder - im Gegenteil. Marie und Lena sind auf sich alleine gestellt bis eine Nachbarin ihre Mutter bei der Behörde denunziert. Daraufhin werden ihr die Mädchen weggenommen und zuerst ins Kinderheim und darauffolgend in ein Erziehungsheim, das von Nonnen geführt wird, gesteckt. Ein wahrer Alptraum für die Mädchen, der jedoch noch nicht zu Ende ist. Die Nonnen trennen die Schwestern und geben sie zu unterschiedlichen Pflegefamilien. Lena wird einer Bauersfamilie zugeteilt und muss hart arbeiten. Der Sohn der Familie stellt ihr nach und zu Essen gibt es kaum etwas. Marie scheint es besser getroffen zu haben. Sie kommt zu einer gottesfürchtigen Familie, die einen Blumenladen führt und darf eine Ausbildung als Floristin beginnen. Doch auch ihr Leben ändert sich bald dramatisch. Beide Schwestern erleben schlimme Schicksale....

Im Gegenwartsstrang lernen wir die Investmentbankerin Anna kennen. Sie findet zufällig in den Unterlagen ihrer Eltern, dass sie adoptiert wurde. Die Unzufriedenheit in ihrem Job und die plötzliche Identitätskrise steckt Anna nur schwer weg. Sie begibt sich auf die Suche nach ihrer wahren Mutter, doch die Spurensuche ist alles andere als einfach...

Die beiden Erzählstränge hat die Autorin gekonnt ineinander verflochten. Erst nach und nach lüftet sich ein Geheimnis ums andere. Als Leser kann man manchmal einfach nicht glauben, was diesen armen Kinderseelen alles angetan wird. Die Erzählung rund um Lena und Marie ist aufwühlend und emotional. Sie sind dem Schicksal hilflos ausgeliefert. Die Geschwister leiden unter der Trennung und wissen nicht, was mit der jeweils anderen passiert ist. Beide Mädchen verlieren über all die Jahre aber nie die Hoffnung ihre Schwester wiederzufinden. Die Stärke, die beide an den Tag legen, ist bewundernswert! Schon beim Lesen war ich oft den Tränen nahe und konnte nicht glauben, was Lena und Marie alles durchmachen müssen.
Die Geschichte von Lena und Marie ist stellvertretend für das Schicksal vieler Verdingkinder und sollte nicht in Vergessenheit geraten.
Der Gegenwartsstrang hingegen hat mich eher wenig berüht. Mit Anna konnte ich mich nicht wirklich identifizieren und auch bei der Suche nach ihrer leiblichen Mutter bin ich ihr nicht wirklich näher gekommen. Ich hatte auch das Gefühl, dass hier einige Nebensächlichkeiten zu detailliert erzählt, während wichtige Details pauschaliert wurden. Die schlechte Beziehung der Adoptivmutter zu Anna fand ich etwas klischeehaft.

Schreibstil:
Die unter Pseudonym schreibende Autorin historischer Romane hat einen sehr emotionalen Schreibstil, der mich immer wieder an ihre Bücher fesselt. Ihre besonderen Themen, denen sie sich unter den Namen Linda Winterberg widmet, sind wahnsinnig gut recherchiert und aufwühlend. 
Die Charaktere in der Vergangenheit sind sehr authentisch und ich litt und fühlte mit ihnen mit.

Fazit:
Der Roman beinhaltet ein dunkles Thema der Schweiz, das lange tot geschwiegen wurde. Dank Geschichten wie dieser, wird das Schicksal der Verdingskinder wieder aufgegriffen. Der Vergangenheitsstrang ist berührend und hat mich sprachlos zurückgelassen. Der Gegenwartsstrang konnte mich hingegen nicht ganz überzeugen. Deshalb gibt es 4 1/2 Sterne, statt 5. Auf jeden Fall ist es ein Roman, der einem noch lange nachdenklich zurücklässt. Ich empfehle ihn gerne weiter!


Das Versprechen der australischen Schwestern - Ulrike Renk



    • Taschenbuch: 608 Seiten
    • Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (17. Juni 2016)
    • ISBN-10: 3746632110
    • ISBN-13: 978-3746632117
    • Genre: Historischer Roman
    • Reihe: ja - Band 3




Aufbau Kurzbeschreibung:
Drei Schwestern, zwei Kontinente: Jede der drei ist ihren Weg gegangen. Elsa arbeitet in Sydney, Mina hat nach Jahren endlich ihren heimlichen Verlobten William geheiratet, und Carola lebt glücklich mit Werner in Hamburg. Doch dann ist ihr aller Glück in Gefahr: Nicht nur ein Todesfall erschüttert die Familie in ihren Grundfesten, sondern es bricht auch der Erste Weltkrieg aus. Plötzlich leben Carola, Elsa und Mina in verfeindeten Ländern. Wird das Band, das die drei Schwestern zusammenhält, stärker sein als die Schatten des Krieges?

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Band 3 "Das Versprechen der australischen Schwestern" kann auch ohne Vorkenntnisse des ersten Teils gelesen werden. Wie immer empfehle ich aber die Reihenfolge einzuhalten.

Meine Meinung:
Letztes Jahr habe ich Band 2 rund um die deutschstämmige Familie Lessing in Australien gelesen, die mir sehr gut gefiel, aber für mich doch einige Fragen zu viel offen ließ. Mit Band 3 schließt die Geschichte nun sehr rund ab und hat viele meiner Fragen beantwortet. Ein toller Abschluss der Trilogie, den ich nur empfehlen kann!

Die Autorin erzählt über einen Zeitraum von 20 Jahren die weiterführende Geschichte der Lessings und te Kloots. Diesmal stehen Carola, Elsa und Mina im Vordergrund der Familiensaga. Obwohl sich Carola in Deutschland gut eingelebt und regen Briefkontakt zu ihren Schwestern Elsa und Mina, sowie zu Großmutter Emilia hat, bedrückt sie großes Heimweh. Ihr Platz in der gehobenen Schicht lässt ihr zwar ein viel sorgenfreieres Leben als ihren australischen Verwandten, aber die Sehnsucht nach Down Under bringt sie nah an eine Depression. Mina, die nach langen Jahren des Wartens endlich ihren William Black heiraten darf, zieht zu ihm in die Pfarrgemeinde und Elsa kämpft um ihre Liebe zu Otto. Auch Billy, Elsas kleiner Bruder und der beste Freund Ottos, hat diesmal eine sehr wichtige Rolle.
Während in Deutschland die ersten politischen Unruhen beginnen und der erste Weltkrieg vor der Tür steht, erleben Mina und Elsa ihre eigenen Hochs und Tiefs in Australien. Als jedoch der Krieg ausbricht stehen sich Deutschland und Australien als Feinde gegenüber. Auch die deutschstämmigen Familien müssen sich entscheiden, ob sie kaisertreu sind oder dem Commonwealth angehören wollen. Obwohl Australien nicht unmittelbar am Krieg beteiligt ist, fordert dieser auch Opfer in der Familie Lessing.
Auch die Aborigines und dessen Geschichte sind wieder ein großes Thema. Besonders durch Mina's Handlungen, die sich mit William den Menschen im Reservat annimmt, erzählt uns die Autorin über die geplante Ausrottung der Ureinwohner Australiens. Ein trauriges Kapitel des Kontinents!
Gerne hätte ich etwas mehr über den ersten Weltkrieg gelesen, der für die Familie eigentlich eine große Rolle spielt, vorallem durch Carola, die in Deutschland direkt im Zentrum des Geschehens sitzt. Dieser wird jedoch eher am Rande gestreift, obwohl der Konflikt zwischen den verfeindeten Ländern da gewesen wäre.

Obwohl ich die Protagonisten bereits aus Band 2 kannte, musste ich doch hin und wieder nach vorne zum Familienstammbaum blättern. Die vielen ähnlichen Namen verwirren immer noch. Da es sich aber um reale Charaktere handelt, konnte die Autorin die Namen nicht ändern.
Andererseits war es wieder toll mit den Lessings und te Kloots mitzufiebern und den großartigen Familienzusammenhalt durch die Zeilen zu spüren. Während ich im zweiten Buch das Band zwischen den Geschwistern nicht richtig spüren konnte, sondern mehr das Gefühl hatte lauter Einzelgeschichten zu lesen, war es im Abschlussband ganz anders. Man spürt die tiefe Verbundenheit zwischen den Geschwistern, Tanten und zur Großmutter sehr gut.
Die Autorin hat diesmal auch das Thema Homosexualität aufgegriffen, die Vertreibung bzw. Ausrottung der Aborigines und das damalige Tabuthema Sex vor der Ehe.

Nachdem ich selbst mit Band 2 in diese Familiensaga eingestiegen bin, werde ich mir nun den ersten Band "Die Australierin" zulegen und nachlesen, wie Großmutter Emilia nach Australien gekommen ist....

Charaktere:
Die unterschiedlichen Charaktere und Lebenswege von Mina, Carola und Elsa sind sehr authentisch und vielschichtig beschrieben. Man fühlt ihre Ängste und Sorgen, die Trauer um einen geliebten Menschen oder den Zorn gegen politische Machenchaften.

Schreibstil:
Ulrike Renk hat wahre und fiktive Begebenheiten gekonnt verknüpft. Die Geschichte ist atmosphärisch und sehr dicht und trotzdem fliegt man nur so durch die 600 Seiten und fiebert mit den einzelnen Familienmitgliedern mit. Durch die vielen, aber keineswegs langweiligen, Alltagszenen wirkt die Familie authentisch.
Die Kapitel haben eine angenehme Länge und sind mit Ort und Datum gekenntzeichnet. So weiß man sofort, ob man sich in Deutschland oder Australien befindet und wie viel Zeit vergangen ist.
Auch die sehr bildhaften Beschreibungen des australischen Hinterlandes, der Kultur der einheimischen Aboriginies und deren Bräuche, sind gelungen.

Fazit:
Der Abschlussband der Familiensaga hat mich absolut überzeugt und die Familie Lessing - te Kloot hat nun einen fixen Platz in meinem Herzen. Eine wunderbare Geschichte, trotz vieler verwirrender Namen, wobei der vorangestellte Stammbaum eine große Hilfe bedeutet. Ich kann diese Trilogie wirklich empfehlen!

 
Vielen Dank an den Aufbau Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Die Reihe rund um die Familie Lessing:
  1. Die Australierin
  2. Die australischen Schwestern *Rezi hier*
  3. Das Versprechen der australischen Schwestern

Vor mir die Sterne - Beth Harbison




    • Taschenbuch: 395 Seiten
    • Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (18. Juli 2016)
    • ISBN-10: 3746632293
    • ISBN-13: 978-3746632292
    • Originaltitel: If I could turn back time 
    • Genre: Gegenwartsliteratur




atb Kurzbeschreibung: 
Kurz vor ihrem 38. Geburtstag gerät Ramie Phillips in die Krise: Zwar hat sie alles, was sie immer wollte – eine Karriere, tolle Freunde, ein Leben im Wohlstand –, aber wann hat sie eigentlich aufgehört, an die Liebe zu glauben? Und welche Rolle spielte dabei der Tod ihres Vaters? Als sie nach einem Unfall wieder zu sich kommt, ist Ramie plötzlich wieder 18 Jahre alt – und kann alle Entscheidungen von damals mit dem Wissen von heute erneut treffen. Doch die Frage, welcher Weg sie zu ihrem Glück führen wird, ist immer noch nicht viel leichter zu beantworten.

Meine Bewertung: * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Bücher mit dem Thema Zeitreisen oder "Was wäre wenn" haben mich schon immer fasziniert. Deshalb stand auch "Vor mir die Sterne" auf meinem Wunschzettel. Eine 38-jährige Frau, die plötzlich wieder 18 Jahre alt ist und ihr Leben von damals nochmals leben darf...... Denken nicht die Meisten von uns manchmal: "Was wäre gewesen, wenn ich mich damals anders entschieden hätte?! Wie wäre mein Leben danach verlaufen?"
Ramie bekommt diese Chance, um einige Entscheidungen in ihrem Leben zu überdenken und vielleicht anders zu treffen....

Leider war mir Ramie zu Beginn der Geschichte eher unsympathisch. Sie lebt ein High-Society Leben, arbeitet erfolgreich als Investmentbankerin und liebt es im Mittelpunkt zu stehen. So ist sie auch noch erzürnt darüber, dass ihre Freundin Lisa genau an ihrem Geburtstag verkündet, schwanger zu sein und ihr die Show stiehlt. Auch ihr schwuler Freund Sammy gesteht ihr, sich nach Kinder zu sehnen. Für Ramie ist dies gar keine Option und sie fürchtet, dass sich auch bald Sammy mehr seinem Freund, als ihr widmet. Als Ramie nach ein paar Gläschen Champagner zu viel, schwer stürzt und sich den Kopf verletzt, wacht sie in ihrem ehemaligen Kinderzimmer kurz vor ihrem Highschool Abschluss wieder auf. Sie hat nicht nur die Chance die damalige Beziehung zu ihre großen Liebe Brandan neu zu erleben, sondern auch ihren verstorben Vater nochmals zu treffen und vielleicht dessen frühen Tod zu verhindern....aber darf man die Vergangenheit umschreiben?

Die Grundidee ist wirklich gut, doch leider hat es die Autorin nicht geschafft, mich zu überzeugen.
Der Roman erinnerte mich zwangsläufig, schon vom deutschen Cover her, an "Die Achse der Welt" von Dani Atkins. Aber auch einen Teil des Inhaltes fand ich ähnlich gestrickt. Vergleichen könnte man manches auch mit dem Film "30 über Nacht", wo die Protagonistin allerdings die umgekehrte Zeitreise macht und den ich wesentlich amüsanter fand, als dieses Buch.
Ramie weiß, dass sie in der Vergangenheit wohl irgendetwas falsch gemacht hat und sie nun vor der Aufgabe steht, die für sie richtige Lösung zu finden, um mit ihrem achtunddreißigen Leben zufrieden sein zu können. Sie zitiert auf Seite 187:

"Was ich wirklich wollte, war, diese zweite Chance zu nutzen, herauszufinden, was ich anders machen sollte und wie das mein zukünftiges Leben ändern würde."

Das ist schön gesagt und wäre auch der rote Faden der Geschichte gewesen, doch im Endeffekt war das Ergebnis zu oberflächlich und vielleicht auch einen Ticken zu amerikanisch angehaucht. Vieles ist sehr vorhersehbar und auch die Idee hinter der Zeitreise war für mich bald ersichtlich.
Völlig unverständlich fand ich Ramies Verhalten gegenüber ihrer großen Jugendliebe Brandan. Fragt sich Ramie noch am Beginn ihrer Zeitreise, warum sie damals spontan und rücksichtslos ihre Beziehung beendet hat, macht sie es bei ihrer zweiten Chance nicht viel anders. Gut, die Vergangenheit soll ja nicht umgeschrieben werden, aber ein paar logische Ausführungen dazu, hätte ich gerne gelesen. Als Leser konnte ich ihre Gedankengänge nach dem Abschlussball nicht nachvollziehen. War sie ein paar Stunden vorher noch total verliebt, sah die Welt kurz darauf völlig anders aus....und das auch als fast Vierzigjährige.
Auf der anderen Seite fand ich sie wiederum viel zu alt für ihr Alter. Ich bin etwas mehr als zehn Jahre älter und fühle mich weder so, wie Ramie dargestellt wird, noch denke ich so altmodisch.
Gefallen hat mir dagegen der Austausch mit ihrem Vater und die Weisheiten, die er von sich gibt. Man hat das Gefühl, er wäre ebenfalls in einer Zeitschleife und weiß was passieren wird. Das fand ich sehr herzergreifend. Man spürt hier, wie sehr Ramie ihren Vater noch immer vermisst.
Einige Passagen fand ich auch gelungen und mit Humor gewürzt. Im Großen und Ganzen konnte mich der Roman aber emotional kaum berühren.

Schreibstil:
Für mich war der Schreibstil der Autorin manchmal etwas holprig. Besonders kurz nach der Zeitreise wiederholte Beth Harbison einige Gedankengänge von Ramie immer wieder. Danke, aber der Leser versteht es schon beim ersten Mal!  Es gibt einige unausgereifte Erzählstränge

Cover:


Die englischsprachigen Cover sehen viel mehr nach "Chick Lit" aus und hätten mich eher abgehalten vom Lesen. Den Titel finde ich aber viel besser gewählt, denn was der deutsche Titel "Vor mir die Sterne" mit dem Inhalt zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht wirklich.

Fazit :

Für mich war die Geschichte leider eine Enttäuschung. Zu vorhersehbar und oberflächlich, sowie eine eher nicht so sympathische Protagonistin ließen mich mit dem Roman nicht wirklich "warm werden".


Vielen Dank an den Aufbau Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Beim Leben meiner Tochter - Michel Bussi




    • Taschenbuch: 400 Seiten
    • Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (16. Mai 2016)
    • ISBN-10: 3746631939
    • ISBN-13: 978-3746631936
    • Originaltitel: Ne lâche pas ma main
    • Genre: Gegenwartsliteratur, Krimi


Aufbau Kurzbeschreibung:
Das junge Ehepaar Bellion macht mit seiner sechsjährigen Tochter Josapha Urlaub auf der paradiesischen Insel La Réunion. Eines Nachmittags lässt Liane ihre Tochter und ihren Mann Martial am Pool zurück, um sich hinzulegen. Als Martial kurze Zeit später nach ihr sucht, ist sie verschwunden, das Hotelzimmer verwüstet und voller Blut. Die Polizei nimmt ihre Ermittlungen auf, und schnell steht Martial unter Verdacht, etwas mit dem Verschwinden seiner Frau zu tun zu haben. Doch bevor er festgenommen werden kann, gelingt es Martial mit Josepha zu fliehen. Eine Hetzjagd beginnt, denn niemand weiß: Ist seine Tochter bei ihm überhaupt noch sicher?

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Von Michel Bussi habe ich schon "Das Mädchen mit den blauen Augen" (meine Rezi *hier*) gelesen und liebte bereits in seinem deutschen Debütroman seinen eigenwilligen Schreibstil. Auch hier hat er wieder eine Geschichte mit Krimianteile, einen Spannungsroman, geschrieben, der mich die ganzen 400 Seiten immer wieder rätseln ließ, ob unser Protagonist ein Mörder ist oder nicht. Wirklich geschickt verwebt Bussi seine Fäden und lassen den Leser immer wieder an unserem Hauptprotagonisten zweifeln!

Doch was ist passiert? Liane und Martial Bellion verbringen gemeinsam mit ihrer sechsjährigen Tochter Josapha den Urlaub auf der idyllischen Insel La Rèunion im Indischen Ozean. Plötzlich ist Liane verschwunden und Martial wird des Mordes an seiner Frau verdächtigt. Blutspuren im Zimmer des Ehepaares und Augenzeugenberichte lenken den Verdacht auf den Ehemann, der kurz darauf mit der kleinen Sopha die Flucht ergreift.

Als Leser ist man von Beginn an direkt mitten in der Geschichte. Man begleitet Liane auf ihr Zimmer und danach ist nichts mehr, wie es einmal war. Doch was wird hier wirklich gespielt? Wer ist hier der Gute, wer der Böse? Der Autor beherrscht das Spiel der Irreführung großartig und man kann gar nicht aufhören zu lesen, denn man will endlich wissen, wie der Fall sich schlussendlich auflöst. Und das tut er - logisch und ohne offfene Fragen.
Das rasante Tempo, das der Autor vorgibt, lässt einem kaum Luft holen. Immer wieder gibt es überraschende Wendungen und plötzlich stellen sich dem Leser wieder ganz neuen Fragen.
Mit den beiden Ermittlern Aja Purvi, eine junge und ehrgeizige Commissaire, sowie ihren Sous-Lieutnant Christos Konstantinov, lernen wir zwei sehr verschiedene Persönlichkeiten kennen. Purvi ist blitzgescheit und stammt aus ärmlichen Verhältnissen. Nach ihrem Studium in Paris ist sie in ihre Heimat im Indischen Ozean zurückgekommen. Christos hat in La Réunion sein neues Zuhause gefunden und hat sich schnell an das träge, tropische Leben gewöhnt. Er liebt Imelda, eine Einheimische, die gerne Krimis liest und selbst ganz gerne "Miss Marple" spielt.

Neben der spannungsgeladenen Geschichte beschreibt der Autor die Insel sehr lebendig. Man begleitet Martial auf seiner Flucht durch die Berge und rund um den noch heute aktiven Vulkan Piton de la Fournaise.
Auch die verschiedenen Völker der Insel, die Cafres (aus Madagaskar und Ostafrika stammende Menschen), die Zarabes (sunnitische Muslime), die Les Zorails (die aus Frankreich kommenden bzw. stammenden Franzosen) und die Malbars (Tamilen, Hindus und Christen), die alle friedlich zusammenleben, werden vom Autor vorgestellt.
Interessant ist dabei die Geschichte um Martials Vergangenheit, die eine große Rolle im Ganzen spielt.

Schreibstil: 
Der Autor hat einen sehr eigenen Schreibstil. Kurze prägnante Sätze und ebenso kurze Kapitel prägen den Roman. Die Geschichte wird sehr temporeich erzählt und beinhaltet viele überraschende Wendungen.
Die Kapitel sind in Abschnitte mit Uhrzeitangabe eingeteilt. Diese werden aus der Sicht verschiedener Protagonisten erzählt. Ausnahme sind die Kapitel aus der Sicht der kleinen Sopha, die in der Ich-Perspektive erzählt werden. In diesen Abschnitten konnte man die innere Zerissenheit Sophas sehr klar erkennen, die selbst damit haderte, ihren Vater nicht vom Verdacht am Mord an ihrer Mutter freisprechen zu können. Für eine Sechsjährige waren mir allerdings einige ihrer Gedankengänge zu erwachsen, auch wenn der Autor mit einem anderen Schreibstil versuchte, die kindliche Komponente von Sopha darzustellen.  

Cover:

Ich habe einige Cover gefunden, die fast alle ein kleines Mädchen auf dem Titelbild haben. Manche davon haben einen exotischen Hintergrund, der auf die Insel im Indischen Ozean verweist. Beim deutschen Cover vermutet man allerdings kaum eine exotische Insel als Handlungsort, da es sehr düster gestaltet ist und man eher an die rauhe Nordsee oder den Atlantik denkt.
Der französische Originaltitel "Ne lâche pas ma main" heißt so in etwa übersetzt: "Lass meine Hand nicht los". Ein Satz, der auch im Buch vorkommt und eine wichtige Szene beinhaltet.

Fazit:
Ein interessanter Spannungsroman, der mit einigen überraschenden Wendungen und einer rasanten Verfolgungsjagd aufwarten kann. Mir hat dieser Roman des Autoren noch besser gefallen als sein Debüt und ich vergebe fesselnde 4 1/2 Sterne.

Vielen Dank an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar!


Das Haus der verlorenen Kinder - Linda Winterberg




    • Taschenbuch: 528 Seiten
    • Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (18. April 2016)
    • ISBN-10: 374663220X
    • ISBN-13: 978-3746632209
    • Genre: Historischer Roman


Aufbau Kurzbeschreibung: 

Norwegen, 1941: In dem kriegsgebeutelten Land verlieben sich Lisbet und ihre Freundin Oda in die falschen Männer – in deutsche Soldaten. Ihre verbotene Liebe fordert einen hohen Preis, und die beiden jungen Frauen verlieren alles, was ihnen lieb ist. Ausgerechnet bei den deutschen Besatzern scheinen sie Hilfe zu finden, doch dann wird Lisbet von ihrer kleinen Tochter getrennt. Erst lange Zeit später findet sich ihre Spur – in Deutschland.
Eine dramatische Geschichte um zwei junge Frauen in Norwegen im Zweiten Weltkrieg, deren Schicksal bis in die Gegenwart reicht

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Marie, Vollwaise, und nach Aufenthalten bei verschiedensten Pflegefamilien orientierungslos, versucht im Berufsleben Fuß zu fassen. Nach einigen missglückten Versuchen verpflichtet sie sich für ein soziales Jahr  in einem Pflegeheim in Wiesbaden. Nachdem Marie mit 18 Jahren vom Jugendamt in Berlin Einsicht in ihre Akten bekommen hat, fand sie in den eher dürftigen Unterlagen ein Foto einer jungen Frau mit einem Baby und einer Notiz auf der Rückseite. Mit diesem Hinweis entscheidet sie sich bewusst für ein ganz bestimmtes Haus, das während des zweiten Weltkrieges ein Kinderheim der Lebensborn-Einrichtung war. In diesen Heimen wurden damals "arisch reine" Kinder zur Adoption  - bevorzugt an Familien von SS-Angehörigen - freigegeben. Diese waren oft die "verbotenen Früchte" einer Liebe zwischen einem deutschen Soldaten und einem jungen Mädchen in den deutsch besetzten Gebieten. In diesen, nun als Seniorenheim benutzten Haus, versucht Marie die Spur zur Vergangenheit ihrer Familie zu finden...

Danch wechselt die Geschichte in den zweiten Erzählstrang ins Norwegen 1941. Wir lernen die beiden Freundinnen Lisbet und Oda kennen, die im kleinen Dörfchen Loshavn im Süden Norwegens leben. Als deutsche Soldaten das Gebiet besetzen und die jungen Männer bei Familien untergebracht werden, verliebt sich Lisbet in den besonnenen Erich und Oda in den gutaussehenden Günter. Sie werden damit zu geächteten "Deutschenmädchen" und in der Folge von der eigenen Familie verstoßen. Als Erich und Günter zuerst nach Kristiansand und später an die Ostfront geschickt werden, haben die beiden Freundinnen nur noch einander. Doch dann ist Oda plözlich verschwunden und Lisbet schwanger. Letztere erhält Hilfe im Haus Lebensborn in Hurda Yerk, der Zuchtanstalt der Deutschen, wo sie auch Oda wieder trifft....

Die Autorin, die hier unter Pseudonym schreibt und hinter der sich die Schriftstellerin Nicole Steyer verbirgt (allen Leserinnen von historischen Romanen sicherlich keine Unbekannte), war vor Ort in Hurda Yerk, einen der Lebensborneinrichtungen in Norwegen. Unzählige ähnliche Schicksale norwegischer Mädchen hat sie zum Anlass für diese Geschichte  genommen, in deren ihre fiktiven Charaktere Lisbet und Oda für eine große Anzahl von Frauen stehen. Hier wurde genauestens recherchiert.
Mich hat wieder besonders der Erzählstrang in der Vergangenheit gefesselt, der zuerst die Unbekümmertheit der beiden Mädchen, die erste große Liebe und dann die tiefe Verzweiflung wunderbar widergespiegelt hat. Die Emotionen und Gefühle waren durch die Zeilen hindurch spürbar und das Schicksal von Lisbet und ihre tiefe Freundschaft zueinander äußerst lebendig beschrieben.

Aber auch der Erzählstrang aus dem Jahr 2005 rund um Marie und ihrer verzweifelten Suche nach ihrer Identität hat mir gut gefallen, auch wenn er im Vergleich zum Teil aus der Vergangenheit etwas blasser bleibt. Hier konnte ich manche Verhaltensweisen nicht ganz nachvollziehen.
Die Spannung bleibt bis zum Schluss erhalten und viele Geheimnisse werden erst zum Ende hin gelüftet. Einige davon kann man erraten, andere ließen mich wiederum erschrocken nach Luft schnappen. Die beiden Zeitstränge führen am Ende perfekt zusammen und runden die Geschichte harmonisch ab.
 Im Nachwort geht die Autorin noch genauer auf die Lebensborn-Einrichtungen ein und auf die Schatten, die bis in die Gegenwart reichen.

Ein paar Fragen blieben für mich allerdings unbeantwortet, weshalb ich hier keine volle 5 Sterne vergebe, obwohl mich der Roman sonst wirklich überzeugt und noch lange nachgehallt hat. 

Schreibstil:
Die Autorin schreibt sehr flüssig und konnte mich mit ihrer emotionalen Erzählweise an die Seiten fesseln. Neben den Charaktereigenschaften wurde auch die wunderbare Schärenlandschaft von Norwegen und das karge Leben während des Krieges bildhaft beschrieben.
Die Gefühlswelt und das Schicksal der Frauen von damals, wurde ebenso lebendig und emotional geschildert, wie Maries verzweifelte Suche nach ihrer Identität und einer eigenen Familie.

Fazit:
Eine sehr emotionale Geschichte, die noch lange nachhallt. Obwohl ein paar Fragen für mich unbeantwortet blieben, fasziniert dieser dramatische Roman rund um zwei Freundinnen, die eine dunkle Vergangenheit der deutschen Geschichte miterleben müssen, sehr.

Mein Dank geht an den Aufbau Verlag für dieses Rezensionsexemplar!

Auch morgen werden Rosen blühen - Clara Sternberg




    • Taschenbuch: 304 Seiten
    • Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 2 (14. Januar 2016)
    • ISBN-10: 3746631734
    • ISBN-13: 978-3746631738
    • Genre: Gegenwartsliteratur



Aufbau Verlag Kurzbeschreibung: 
Alma geht es eigentlich gut: Sie hat eine wunderbare beste Freundin, einen großen Garten, und sie ist frisch verliebt. Doch dann wacht sie auf der Intensivstation auf. Ihr Herz ist stehen geblieben – und ihr Leben gerät aus dem Gleichgewicht. Ist sie wirklich glücklich? Was ist aus ihren Träumen geworden? Hat sie die Liebe ihres Lebens aufgegeben? Gut, dass ihre Freundin sie bei der Suche nach Antworten begleitet, denn man braucht Mut, wenn man verpasste Chancen doch noch nutzen will …

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Darum geht's:
Alma, Mitte Fünfzig, ist Single. Sie hat ihren Traummann noch nicht gefunden und als sie eines Tages nach einem Herzstillstand im Krankenhaus aufwacht, beginnt sie an ihrem bisherigen Leben zu zweifeln. Ihre Welt steht nach ihrer Nahtod-Erfahrung Kopf und Alma fragt sich immer wieder, ob sie in ihrem Leben alles richtig gemacht hat. Hätte sie doch mit ihrem damaligen Verlobten nach Australien gehen sollen? Wären ihr dann eigene Kinder nicht verwehrt geblieben? In Katrin und Regine hat sie zwei wunderbare Freundinnen, die sie nach ihrem Herzstillstand zurück ins Leben begleiten.....

Meine Meinung:
Lange hat dieses Buch zu mir gebraucht und zwei Anläufe benötigte es, bis es endlich bei mir eingetrudelt ist. Aber das Warten hat sich gelohnt! "Auch morgen werden Rosen blühen" ist ein wunderbarer Roman über das Leben, vergebene Chancen und der Frage, ob man sich im Leben immer richtig entschieden hat.

Zusammen mit ihrer besten Freundin Regine arbeitet Alma als Psychotherapeutin in der gemeinsamen Praxis. Auf der Geburtstagsfeier von Regines Ehemann Wolfgang lernt sie seinen neuen Arbeitskollegen Bernhard kennen. Der Witwer gefällt ihr auf Anhieb, doch nach all ihren Enttäuschungen im Leben mit der Liebe, wagt es Alma nicht sofort sich auf eine Beziehung einzulassen. Doch dann bricht sie plötzlich in der Praxis zusammen und erleidet einen Herzstillstand. Während sie zwischen Tod und Leben schwebt, hat sie einen Traum, der sie unheimlich berührt und sie alles in Frage stellen lässt. Sie distanziert sich von Bernhard und ihren Freundinnen und stellt sich immer wieder die Frage, ob sie in der Vergangenheit nicht einige falsche Entscheidungen getroffen hat. Das Zurückkehren in die Normalität fällt ihr schwer und aus der lebenslustigen und sympathischen Frau ist eine Andere geworden. Nur ihre Nachbarin Katrin findet etwas Zugang zu Alma, die selbst erst ihre Mutter verloren hat.....

Die Geschichte lebt von den wunderbaren Beschreibungen der Landschaften, den Blumen und Gärten, aber auch von der tiefen Freundschaft zwischen Alma und Regine und auch im Laufe des Buches zu Katrin, der Nachbarin von Alma. Die Autorin entführt den Leser zu wunderbaren Schauplätzen rund um Berlin: duftende Blumenwiesen und alte Bauernhöfe werden von Alma auf ihrem Fahrrad, das sie liebevoll Wotan nennt, erkundet. Auch die Liebe zur Gartenarbeit wird miteinbezogen.

Genauso bildhaft wie die Beschreibungen der Gegend, sind die der Charaktere. Man lernt Menschen kennen, die aus dem eigenen Freundeskreis stammen könnten. Frauen mit kleinen und großen Problemen, die fast alle das Herz auf dem rechten Fleck haben, tummeln sich in dieser Geschichte. Sie sind jedoch auch Menschen mit Fehlern und Zweifeln, haben Ecken und Kanten und versuchen ihre Existenz in den Griff zu bekommen. Dieser Roman ist direkt aus dem Leben gegriffen und vermittelt dem Leser im Hier und Jetzt zu leben.
Ebenso Thema ist die Nahtoderfahrung unserer Protagonistin. Der plötzliche und unvorhersehbare Herzstillstand hat das Leben von Alma auf den Kopf gestellt. Ihr fällt es unheimlich schwer zu ihrem alten Ich zurückzukehren. Anders als viele Menschen, die dem Tod ins Auge geblickt haben, macht sie keine "Löffelliste" (Liste zum abhacken von Dingen, die sie noch unbedingt vor ihrem Ableben erledigen oder erleben möchte), sondern ihr wird bewusst, dass es wichtiger ist mit der Vergangenheit abzuschließen. Sowohl Alma, als auch Katrin, stellen fest, dass sie zuerst ein Kapitel ihres Lebens zuschlagen müssen, um ein neues aufschlagen zu können.

Schreibstil:
Der Roman liest sich wunderbar flüssig, manche Dinge sind ein kleinwenig vorhersehbar. Wunderbare Sätze wie „Leben lässt sich nur rückwärts verstehen, muss aber vorwärts gelebt werden" oder Leben ist immer lebensgefährlich. Es könnte jederzeit jeden von uns treffen" bereichern die Geschichte und lässt den Leser innehalten und nachdenken. Neben der herkömmlichen Liebesgeschichte versteckt sich hier auch einiges an Tiefgang und die immer wiederkehrende Frage nach dem Sinn des Lebens.

Fazit:
Ein warmherziger und bildhafter Roman über das Leben und den Tod, über Freundschaft, neue Chancen und den Rat das Vergangene hinter sich zu lassen. Die Geschichte punktet mit einem warmen Gefühl beim Lesen, ist allerdings ein bisschen vorhersehbar. Ein Wohlfühlbuch, das zum Nachdenken anregt.



Vielen Dank an den Aufbau Verlag (besonders wegen der nicht ankommen wollenden Leseexemplare!), der geduldigen und sympathischen Autorin Clara Sternberg und an Lovelybook

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Wer jetzt Lust auf diesen Roman bekommen hat, den kann ich noch auf die momentan laufende Leserunde hinweisen:



Eine Liebe in der Bourgogne - Heike Franke



    • Taschenbuch: 304 Seiten
    • Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (3. Dezember 2015)
    • ISBN-10: 3746631653
    • ISBN-13: 978-3746631653
    • Genre: Liebesroman, Gegenwartsliteratur



Aufbau Kurzinformation: 
Plötzlich steht die junge Berlinerin Johanna ohne Job und ohne Geld da. In ihrer Not nimmt sie eine Stelle in einer Weinhandlung an und wird in die Bourgogne geschickt. Erst hadert sie mit den Gebräuchen der Winzer, aber zwischen beerigen Aromen und komplizierten Abgängen verliebt sie sich in den Weinbauern Luc. Ihre Welten scheinen zu verschieden, doch dann gerät das Weingut seiner Familie in Bedrängnis, und Johanna wirft all ihre Pläne über den Haufen, um für ihr Glück zu kämpfen.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummlerchallenge 2016

Darum geht's:
Johanna hat ihr Publizistikstudium erfolgreich abgeschlossen und arbeitet als Pressesprecherin des Berliner Bürgermeisters. Allerdings hat sie durch eine unbedachte Äußerung im Wahlkampf den Wahlsieg verhindert, ist nun ihren Job los und hat wenig Chancen in der Branche wieder Fuß zu fassen. Da sieht sie ein Stellenangebot in einer exklusiven kleinenWeinhandlung und schneller als sie denken kann, hat sie sich beworben und hat den Job. Leider hat sie von gutem Wein null Ahnung, aber ihre perfekten Französischkenntnisse helfen ihr  ziemlich schnell Fuß zu fassen. So findet sie sich nach kurzer Einarbeitungszeit mit ihrer Chefin in der französischen Bourgogne wieder, um für diese als Übersetzerin zu fungieren und gleichzeitig mehr über den Weinbau zu lernen. Sie lernt den Luc kennen, der jedoch bereits mit der Tochter des größten Weinbauern verlobt ist. Als das Weingut jedoch in Schwierigkeiten kommt, nutzt Johanna ihr Studium und versucht zu helfen....

Meine Meinung:
"Eine Liebe in der Bourgogne" ist der Debütroman der Autorin Heike Franke, mit der ich schon mal das Geburtstsjahr gemeinsam habe ;) In einer Lovelybooks-Leserunde durften wir mit ihr über ihr erstes Buch plaudern und rund um das Thema "Moderne und Tradition" und den Weinbau Fragen stellen.
Durch den äußerst lockeren und flüssigen Schreibstil war ich sofort mittendrin in dieser Geschichte rund um Johanna, die Bourgogne und dem Weinbau. Da ich selbst nicht weit von einem Weinanbaugebiet wohne, waren mir wenigstens ein paar Hintergrundinformationen dazu bekannt. Außerdem habe ich vorhin erst festgestellt, dass der im Roman genannte Ort Beaune und Krems an der Donau Partnerstädte sind =)

Die Schauplätze des Buches sind abwechselnd Berlin und die Bourgogne, wobei der überwiegende Teil in Frankreich spielt. Neben der Liebesgeschichte erfährt der Leser sehr viel über Wein, dessen Eigenschaften, aber auch alles rund um Plagiate, die richtige Vermarktung und die Tradition. " Hut ab" möchte ich an dieser Stelle der Autorin sagen, die all diese Themen bravourös gemeistert hat. Heike Franke hat alles rund um den Wein sowohl sehr interessant, als auch äußert informativ UND verständlich erklärt. Auch die Beschreibungen der Gegend hat mich bezaubert und in mir den Wunsch geweckt, die verwinkelte Altstadt von Beaune einmal zu besuchen.

Leider gibt es aber auch einige negative Punkte. Die Autorin hat einige Handlungsstränge, meiner Meinung nach, nicht ganz ausreichend fortgesetzt. Hier wurde manchmal nur an der Oberfläche gekratzt. Auch bei manchen Charakteren hätte ich mir ein bisschen mehr Tiefe gewünscht.

Sehr positiv hat Heike Franke allerdings das Grundthema neben dem Wein, nämlich den Gegensatz zwischen Tradition und Moderne und wie viel man von sich oder seinem Produkt davon übernehmen soll, umgesetzt. Oft gibt es nur die Wahl zwischen Qualität oder Quantität, doch oft sieht man sich gezwungen vom Herkömmlichen, das Erfolg brachte, zu trennen bzw. sich zu öffnen und etwas Neuem Platz zu lassen. Besonders in der heutigen, sehr schnelllebigen Zeit, ist das aber oft unvermeidlich. Als Aussage hat die Autorin den richtigen Zwischenweg gewählt.

Charaktere:
Bei den Charakteren sind mir vorallem die weiblichen besonders ins Auge gesprungen, die allesamt hervorragend ausgearbeitet wurden und die ich mir bildhaft vorstellen konnte. Sei es Johanna selbst, die in ihrem momentanen Leben nicht genau weiß, wohin sie es führen wird und die sich einerseits sehr für Neues begeistert, aber auch immer an ihren Selbstzweifeln zu knabbern hat. Ihre esoterisch angehauchte Wohnungsvermieterin Lucie fand ich ebenfalls bezaubernd und habe ich sofort ins Herz geschlossen, genauso wie Coco, die unkonventionelle Schwester von Luc, die das schwarze Schaf der Familie ist und weiß was sie (nicht) will, aber das Herz am rechten Fleck hat. Auch wenn die Großmutter von Luc hier zu den "bösen" Charakteren gehört, fand ich auch sie äußerst bildhaft beschrieben und ich konnte sie mir so richtig als Familienoberhaupt vorstellen, die das Zepter in der Hand hält.
Nur Elodie, die Verlobte von Luc, fand ich ein bisschen zu wenig "ausgeschmückt". Hier hätte man noch so manche Intrige einbauen und mehr aus ihrem sehr oberflächlichen Charakter herausholen können.

Viel blasser fand ich allerdings alle männlichen Charaktere. Luc, unser "Herzensjunge", blieb mir manchmal zu distanziert und zu "unentschieden". Ihm fehlte eindeutig Cocos Spritzigkeit und die Entscheidungsfreudigkeit. Er ist sehr mit seinem Weingut verbunden und hält gerne an Traditionen fest, die ihm allerdings einige Male in eine richtige Zwickmühle bringen. Sein Bruder Stephane konnte bei mir überhaupt nicht punkten. Er war eigentlich nur voller Neid auf Luc und auch auf Coco, der er  immer wieder vorwirft, sich nicht ins Weingut einzubringen. Stephane ist noch traditioneller als Luc und steht allem Neuen sehr negativ entgegen.

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist, wie bereits oben erwähnt, sehr gut zu lesen, spritzig und leicht. Die Kapitel sind eher kurz gehalten. Der Wechsel zwischen den Orten ist gut gelungen und erhöht das Tempo ein bisschen. Die eingestreuten französischen Wörter verleihen der Geschichte das nötige Lokalkolorit.

Cover:
Noch ein Wort zum Cover, das ich passend und bezaubernd finde und das den perfekten Rahmen zur Geschichte bildet.

Fazit:
Ein charmantes Debüt der Autorin, das besonders für Frankreichliebhaber und Weinkenner (oder die es noch werden wollen) geeignet ist. Zum Eintauchen und für kurzweilige Lesestunden auf dem Sofa mit einem Glas Wein in der Hand..... 4 Sterne von mir wegen der oben angeführten kleinen Mängel.



Mein Dank an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar, der netten Autorin Heike Franke für die Beantwortung all unserer neugiereigen Fragen und an Lovelybooks

Das Geheimnis des Mahagonibaums - Sabrina Zelezný



    • Taschenbuch: 349 Seiten
    • Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (19. Juni 2015)
    • ISBN-10: 3746630975
    • ISBN-13: 978-3746630977
    • Genre: Familiensaga, Gegenwartsliteratur



atb Kurzbeschreibung:
Für Blanca geht ein Traum in Erfüllung: Sie wird nach Peru reisen, um dort Fotografie zu studieren. Als ihre Großmutter ihr zum Abschied ein Bild der eigenen Mutter schenkt und sie bittet, herauszufinden, wohin Guadalupe in den Wirren des zweiten Weltkriegs verschwand, ahnt Blanca nicht, auf welch tragische Geschichte sie stoßen wird – von Verrat, Hoffnung und einer Liebe, die alles überwindet.


Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Darum geht's:
Blanca erhält ein Stipendium für die Fotografische Akademie in Arequipa, Peru. In dieser Stadt lebte einst ihre Urgoßmutter Guadelupe, die sich in den Deutschen Fotografen Max verliebte und mit ihm nach Deutschland auswanderte. Als der zweite Weltkrieg auszubrechen droht und sich die Lage zuspitzt, beschließen Guadelupe, Max und die kleine Magda nach Peru aufzubrechen. Max und Magda erhalten jedoch keine Ausreisegenehmigung und Guadelupe reist ihnen voraus. Doch dann bricht der Kontakt plötzlich ab und Max hofft verzweifelt auf ein Lebenszeichen. Bevor Blanka nach Südamerika reist, bittet ihre Großmutter Magda sie herauszufinden, was damals mit Guadelupe geschah.....

Meine Meinung:
Blanca liebt die Fotografie und hat eines der begehrten Stipendien an der Fotografischen Akademie in Arequipa erhalten. Voller Vorfreude reist sie in das südamerikanische Land, aus dem ihre Urgroßmutter Guadelupe stammt. Während sie in Arequipa ankommt und sich im Centro Artistico mit Begeisterung der Fotografie und der Stadt widmet, hat sie jedoch im Hinterkopf immer die Bitte ihrer Großmutter. Sie soll herausfinden, warum Guadelupe während des zweiten Weltkrieges verschwunden ist bzw. die Familie kein Lebenszeichen von ihr bekam. Anfangs noch etwas widerwillig, macht sich Blanca auf die Suche nach Spuren ihrer Urgroßmutter, Dabei stellt sie sich manchmal ziemlich naiv an. Mit Hilfe von Emilio, der in der Akademie Francisco, dem Lehrer und Inhaber der Akademie, zur Hand geht, erhält Blanca einige Hinweise. Auch eine Nonne aus dem Kloster Santa Catalina ermöglicht ihr den Einblick in Gudaelupes Tagebuch. 
Diese Tagebucheinträge sind in kursiver Schrift abgebildet und fallen besonders durch die sehr poetische Schreibweise auf. Der Leser bekommt somit immer genauso viele Hinweise, wie Blanka und rätselt mit der jungen Frau mit. Leider habe ich manche Dinge relativ schnell durchschaut, trotzdem bleiben noch immer zahlreiche Geheimnisse zu lüften und es bleibt definitiv bis zum Schluss spannend. Wer hier eine Liebesgeschichte erwartet, wird enttäuscht werden, denn der Fokus liegt hier eindeutig bei der Suche nach der Wahrheit und dem Land Peru.

Die Autorin versteht es mit ihrer sehr bildhaften Beschreibung der farbenprächtigen Stadt Arequipa und dem vorherrschenden einzigartigem Licht, sowie das peruanischen Lebensgefühl wunderbar darzustellen. Man sieht wie durch die Linse einer Kamera und spürt das Besondere dieser Stadt. Interessante Einblicke gibt es auch zum Thema "Fotografie". Jeder, der gerne besondere Momente mit seiner Kamera einfängt, wird seine Freude beim Lesen haben. Sabrina Zelezny lässt aber auch die politischen Probleme nicht aus und erzählt von der Terror-Organisation "Leuchtender Pfad", die im Hochland von Peru Menschen jahrelang wahllos tötete. Dieser Teil der Geschichte Peru's war mir bis dato gänzlich unbekannt.


Durch die jugendliche Hauptprotagonistin ist dieser Roman perfekt für Leserinnen geeignet, die gerne einmal in eine Geschichte reinschnuppern wollen, die ein Familiengeheimnis birgt und keinen historischen Bezug hat. Oder die gerne einmal in eine fremde Welt eintauchen wollen.


Charaktere:
Blanca ist eine etwas naive, aber sympathische junge Frau, die die Fotografie liebt und beherrscht. Peru ist ihr trotz perfekter Spanischkenntnisse und ihren eigenen südamerikanischen Wurzeln jedoch etwas fremd.
Emilio und Francesco bleiben beide etwas geheimnisvoll und bald hat man das Gefühl, dass einer der Beiden oder gar alle Beide, nicht ganz die Wahrheit sagen.
Mit Claire findet Blanca eine Freundin, die sie mit ihrer logischen Denkweise schlussendlich auf die richtige Spur führt.

Schreibstil:
Der sehr flüssige, wunderbar bildhafte Schreibstil ließ mich mit Begeisterung in Südamerika verweilen. Man merkt, dass die Autorin selbst viel Zeit in Peru verbringt und dieses Land zu ihrer zweiten Heimat geworden ist. 

Fazit:
Eine faszinierende Geschichte über ein Famliengeheimnis, die den Leser in die farbenfrohe Welt Peru's entführt. Eindrucksvoll und bildhaft beschrieben, mit einer sympathischen Protagonistin ausgestattet, legt man diesen Roman kaum aus der Hand.



Vielen Dank an den Aufbau Verlag für das Rezensionsexemplar, der Autorin Sabrina Zelezný für die tolle Begleitung  und die Bilder von Peru, sowie Lovelybooks für die Leserunde.
 
 

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