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Lost in the wild - Antje Leser

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 272 Seiten
    • Verlag: ‎ Thienemann in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH
    • Erscheinungstermin ‏ : ‎ 23. Mai 2025
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 352220297X
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3522202978
    • Lesealter ‏ : ‎ Ab 14 Jahren
    • Genre: Jugendthriller


Thienemann Kurzbeschreibung:
Endlich Abi! Mit einem Trip in die Berge wollt ihr das feiern. Doch schon am ersten Tag geratet ihr in einen Bergrutsch. Einer von euch verletzt sich schwer. Ohne Ausrüstung und ohne Kontakt zur Außenwelt kämpft ihr ums Überleben. Als ihr auf Prepper beim Survivaltraining trefft, scheint plötzlich Rettung in Sicht. Ihr denkt, das Schlimmste sei vorbei, aber ist es das wirklich?

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Die fünf Abiturenten Timo, Jasper, Fabio, Khadra und Daria, wollen nach dem Ende ihrer Schulzeit die Freiheit genießen und brechen zu einer gemeinsamen Wandertour ins Gebirge auf. Sie sind jedoch nur leidlich ausgerüstet und kaum trainiert, was jeden, der sich etwas in den Bergen auskennt, die Haare zu Berge stehen lässt. Und es dauert auch nicht lange bis die Gruppe durch einen Bergrutsch in große Gefahr gerät. Ihre Zelte und ihre Ausrüstung werden mitgerissen. Schlechtwetter und der nicht mehr vorhandene Weg zurück zum Ausgangspunkt lassen sie willkürlich herumirren. Zusätzlich ist einer der drei Jungen verletzt. Als sie eine Hütte finden, ist die Übernachtung in den Bergen erstmals gesichert. 

Zur selben Zeit ist, trotz der ungünstigen Wetterbedingungen, eine zweite Gruppe unterwegs. Diese haben ein Überlebenstraining-Seminar bei Prepper Ragnar gebucht. Sie spielen eine Zombie-Apokalypse nach. Als sie abends in der Hütte von Ragnar übernachten wollen, treffen sie auf die fünf Jugendlichen, die sich von ihnen Hilfe erwarten. Doch sehr schnell bemerken sie, dass sie von den Erwachsenen keinerlei Unterstützung erhalten werden, sondern dass sie perfekte lebendige Feinde für die Survival-Gruppe sind, deren Anführer einige Geheimnisse hat....

Man ist von Beginn an sofort mitten in der Geschichte. Der Schreibstil ist die Sprache der heutigen Jugendlichen und liest sich locker und flüssig
Die Landschaft wird von der Autorin sehr bildhaft und plastisch beschrieben. Den Starkregen konnte ich auf meiner Haut fühlen und mit den verzweifelten Jugendlichen mitfühlen.
Die Charaktere sind sehr anschaulich beschrieben und entwickeln sich weiter. Ein zwei Leserinnen in der Leserunde hatten Probleme die Figuren auseinanderzuhalten, was ich überhaupt nicht verstehen kann! Ich fand sie einzeln sehr vielschichtig beschrieben und konnte mir von jeden ein sehr gutes Bild machen. Natürlich stehen manche mehr im Vordergrund und bekommen mehr Aufmerksamkeit. Es waren zwar viele nicht wirklich sympathisch, was jedoch teilweise den Sinn der Geschichte ausmachte. 

Antje Leser hat einen spannenden Survival-Jugendthriller geschrieben, der manchmal ganz schön brutal wird. Die Aufregung darüber, dass man diese Geschichte den Jugendlichen nicht vorsetzten kann, verstehe ich nicht. In diesem Genre kann man nicht von einem cozy Krimi ausgehen. Es gibt auch eine Triggerwarnung und zweitens habe ich in anderen Genres schon weitaus brutalere Szenen in Jugendbüchern gelesen - man denke nur an Panem etc. 
Eine kleine Kritik gibt es trotzdem: Die Autorin hat jede Menge Themen auf diesen 272 Seiten untergebracht: Umweltkatastrophen, Klimakrise, Ukrainekrieg, Migranten, LTBTQ, Staatshass und Reichsbürger. Da kommen doch einige Klischees durch....
Auch wurden einige Szenen ein bisschen überzeichnet dargestellt, aber die Spannung hielt auf den ganzen 272 Seiten. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und mit den Jugendlichen gefiebert.

Fazit:
Ein spannender Survival-Jugendthriller, der einige zu viele Themen anspricht, aber mich von Beginn an sehr gut unterhalten und etwas Gänsehaut hervorgerufen hat.


Vielen Dank an den Thienemann-Esslinger Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar! 

Weil wir träumten - Antonia Michaelis

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

     

    • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
    • Verlag: ‎ Thienemann Verlag; 1. Edition (27. Januar 2022)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3522202775
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3522202770
    • Genre: Jugendroman



Thienemann Kurzbeschreibung:
Madagaskar mit seinen Traumstränden, exotischen Tieren und Blütenmeeren – das reinste Paradies für Emma! Hier kann sie endlich all die Einschränkungen vergessen, die ihre Herzkrankheit mit sich bringt. Doch als Emma die Madegassin Fy kennenlernt, erfährt sie von Armut, Gewalt und einem schrecklichen Geheimnis, den Schattenseiten des Paradieses.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Madagaskar - wer denkt bei der Insel im Indischen Ozean nicht unwillkürlich an Palmen, Strand, Meer, sowie an Lemuren und Affenbrotbäume. Doch die Menschen auf der Insel leiden durch den Klimawandel immer mehr und mehr an Hunger und der Gegensatz zwischen Arm und Reich ist eklatant.

Die schwer herzkranke Emma wünscht sich nichts sehnlicher, als eine Reise zur Mitte des Lebens. Für sie ist das der Urwald Madagskars. Der Wunsch geht für die 16jährige in Erfüllung, als ihre Urgroßmutter Elise sie für drei Wochen auf die Insel begleitet. Das wunderbare Setting hat mich sofort gefangen genommen. Doch die Autorin zeigt vorallem auch die andere Seite Madagaskars - ein Leben voller Armut, Hunger und Gewalt.
Als Emma die etwa gleichaltrige Fy kennenlernt, fühlen sich die beiden voneinander angezogen und eine tiefe Freundschaft entsteht.

Erzählt wird hauptsächlich aus zwei wechselnden Perspektiven, jeweils aus der Ich-Perspektive. Dabei schreibt Emma ihre Erlebnisse in eine Art Reisetagebuch, während Fy ihre Geschichte ihrem Baby Onja erzählt. Während Emma zu Beginn noch die Annehmlichkeiten der europäischen Touristen genießt, lernt sie durch Fy die andere Seite kennen. Fy lebt in Armut und kämpft täglich um ihr Leben und das ihrer Familie. Durch sie erfährt Emma von den Schattenseiten der Insel, wie Gewalt, Missbrauch und Kinderarbeit.
Mit Fy habe ich mitgelitten, besonders als sie einen Schicksalsschlag nach dem anderen erlebt und das obwohl sie kaum etwas hat, um für sich und ihr Kind zu sorgen. 

Zitat von Antonia Michaelis:
„Es geht in meinem Buch darum, dass wir immer nur das sehen, was wir sehen sollen. Die malerische Armut, das romantische Drittweltland, die hübschen Afrikaner in der Wüste, die schönen fremden Kulturen. Und das, was eigentlich im Argen ist, sehen wir nicht, wollen wir nicht sehen, lassen wir einfach links liegen. Das ist ja so schön einfach.“

Emmas Handlungen konnte ich nicht immer verstehen und oftmals hätte ich sie am liebsten geschüttelt. Hier kommt sicher auch mein Alter durch, denn ihre oftmals kindischen Aktionen konnte ich nicht nachvollziehen, denn es hätten sich auch einige andere Lösungen gefunden. Auf der anderen Seite fühlt sich die immer überbehütete Emma erstmals wie ein "normaler" Mensch, ohne dass jemand von ihren gesundheitlichen Einschränkungen weiß. Ihre Kindheit hat sie großteils im Krankenhaus verbracht und konnte nie wie ein normales Kind leben. Dass sie dieses Gefühl auskosten will, kann ich wiederum sehr gut verstehen.
Emmas Gedankenwelt und Gefühle werden besonders im letzten Drittel sehr eindringlich beschrieben.
Sie ist auf der Suche nach dem echten Leben, nach Intensität und Liebe - alles Dinge, die ihr bisher verwehrt blieben. Und trotzdem fand ich Emmas selbstlose und unsagbar dummen Aktionen, um Fy und ihrer Familie zu helfen, für meinen Geschmack zu übertrieben. Die Entwicklung, die sie während ihrer Zeit in Madagaskar durchmacht, ist jedoch deutlich zu erkennen.
Die Autorin überrascht uns auch mit einigen unvorhergesehenen Wendungen, die der Geschichte noch mehr Spannung gibt.

Die Welt der Geister und der Träume hat bei den Madagassen eine sehr große Bedeutung und erhalten auch in der Geschichte viel Raum. Durch den poetischen und oftmals märchenhaften Schreibstil der Autorin fühlt man sich oftmals ebenfalls in einer Art Traumwelt, aus der man unsanft in die harte Wirklichkeit geschubst wird. Denn  Antonia Michaelis greift viele Themen, wie das Recht auf Bildung, Zwangsprostitution, Gewalt, Armut, Hunger, Krankheit, Tod, Mord, Gefängnis, Missbrauch und Kinderarbeit auf. Diese schweren Themen gehen unter die Haut.
Die Autorin hat selbst zwei Jahre lang mit ihrer Familie auf Madagaskar gelebt. Wir bekommen durch sie hervorragende Eindrücke von der Insel und der dortigen Lebenssituation. Sie hat ihre Geschichte rund um Emma und Fy durch Erzählungen und ihrer eigenen Erfahrungen auf der Insel entstehen lassen. Diese ist so authentisch wiedergeben, dass man meinen könnte, es sei eine wahre Geschichte. 
Das Ende rührt zu Tränen und ich brauchte noch einige Zeit um alles sacken zu lassen und meine Rezension schreiben zu können.

Fazit:
"Weil wir träumten" ist ein hochemtionales Jugendbuch über eine ganz besondere Freundschaft, Mut und vielen schwierigen Themen, die man sonst nicht so oft in diesem Genre findet. Ein einfühlsamer Coming-of-Age Roman, der unter die Haut geht.

Vielen Dank an den Thienemann Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

Lasst uns schweigen wie ein Grab - Julie Berry

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

    • Taschenbuch: 304 Seiten
    • Verlag: Thienemann-Esslinger Verlag GmbH (17. September 2014)
    • Übersetzer: ‎ Eva Plorin
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 352220199X
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3522201995
    • Originaltitel: ‎ The Scandalous Sisterhood of Prickwillow Place
    • Genre: Jugendbuch, Jugendkrimi



Thienemann Kurzbeschreibung:
Als aus heiterem Himmel die Direktorin und ihr Bruder beim Sonntagsessen vor ihren Augen tot vom Stuhl fallen, haben die sieben Schülerinnen des St. Etheldra Mädcheninternats die Wahl: Entweder erzählen sie von den Todesfällen und werden nach Hause geschickt, oder sie vertuschen den Vorfall und haben die fantastische Chance, das Mädcheninternat selbst zu führen – ganz ohne die Kontrolle von Erwachsenen! Also schaufeln sie den beiden ein Grab im Garten und pflanzen einen hübschen Kirschbaum darauf. Doch das ist erst der Anfang. Für ihren Traum von der eigenen Schule verstricken sich die Mädchen in ein fulminantes Netz aus raffinierten Lügen, während der Mörder noch frei herumläuft … Eine skurrile Krimi-Komödie mit viel schwarzem Humor

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Jugendbücher findet ihr bei mir nicht sehr oft, aber im Moment habe ich so einige hier bei mir liegen. Durch die liebe Aleshanee bin ich auf "Lasst uns schweigen wie ein Grab" von Julie Berry aufmerksam geworden. Als ich es in unserer Bücherei entdeckt habe, musste es gleich mit und ich kann sagen, dass ich mich wirklich köstlich unterhalten habe.

Der Jugendkrimi spielt 1890 im St. Etheldra Mädcheninternat bei London. Während die sieben Mädchen bei Bohnen und Brot am Tisch sitzen, futtert die Direktorin Constance Plankett gemeinsam mit ihrem Bruder Aldous Godding köstliches Kalbfleisch. Doch der Genuss währt nicht lange, denn plötzlich fallen beide hintereinander tot vom Stuhl. Die Mädchen wissen sich zu helfen und verschweigen den Tod von Mrs. Plankett, denn sie befürchten nach Hause geschickt zu werden, was keine von ihnen möchte. Und so schaufeln sie ein Grab im Garten und versuchen ohne Kontrolle eines Erwachsenen weiter im Internat zu bleiben....

Schon der Beginn der Geschichte ist skurill und voller schwarzem Humor. Die Fassade, dass Mrs. Plankett noch lebt, soll aufrecht erhalten bleiben. Der Kreativität der Mädchen, die alle zwischen 12 und 17 Jahren alt sind, sind dabei keine Grenzen gesetzt. Die Beinamen, die jedes der Mädchen von der Autorin erhält, klärt sofort über ihre Fähigkeiten oder ihr Aussehen auf. Das sind:
Roberta "Liebenswert", Mary Jane "Ungeniert", Martha "Einfältig",  Alice "Robust", Kitty "Schlau", Louise "Pockennarbig" und Elinor "Düster".
Diese Namenszusätze werden auch auch immer verwendet und so hat man als Leser immer ein Bild vor Augen, wer wer ist. Das ist vorallem am Anfang sehr hilfreich.

Schon von Beginn an habe ich mich köstlich unterhalten, denn schon sehr bald treten die ersten Schwierigkeiten auf. Just am Todestag wollte Constance Plankett ihrem Bruder zum Geburtstag überraschen und hat einige Freunde eingeladen. Wie die Mädchen sich aus dieser verfahrenen Situation herausmanövrieren ist einfach nur witzig. Weitere unlösbare Situationen folgen natürlich bald darauf. Oftmals wird es sehr skurill und obwohl ich das sonst nicht mag, hat es mir hier total gefallen. Zusätzlich müssen die Mädchen herausfinden, wer hinter den Giftmorden an ihrer Direktorin steckt. Der Verdacht, eine von ihnen könnte die Täterin sein, macht den Mädchen zusätzlich zu schaffen. Noch gefährlicher erscheint es jedoch, dass der Mörder noch herumläuft und einen weiteren Anschlag planen könnte. Für mich war es bald ersichtlich wer hinter den Morden steckte, aber es ist ja auch ein Jugendbuch und kein Erwachsenenkrimi. Außerdem konnte mich die Autorin trotzallem mit einigen Wendungen überraschen.
Die Geschichte ist eigenwillig und glänzt vorallem durch ihren schwarzen Humor und den Charakteren. In der Mitte wird es ruhiger und der Spannungsbogen sinkt.

Die Autorin hat ihre schwarze Krimikomödie im Viktorianischen Zeitalter angesiedelt. Die Figuren sind  authentisch und glaubhaft und die Mädchen zeigen, dass sie sich mit dem Rollenbild der Frau zu dieser Zeit nicht wirklich identifizieren können. Die Charaktere sind jedoch sehr verschieden, wie auch ihre Beinamen erklären. Gemeinsam mit den tollen Figuren, etwas Ironie und Sarkastik ist diese Krimikomödie für junge Leser ein richtiges "Schmankerl". Ich hab's genossen und empfehle den Roman, der schon etwas älter ist, gerne weiter.

Cover:

 von links nach rechts:
zwei englischsprachige Cover und die russische Ausgabe, die vom Bild her wie die deutsche Ausgabe aussieht
Ich finde das deutschsprachige und auch das englischsprachige ganz linke wirklich gelungen. Es macht neugierig und suggeriert bereits, gemeinsam mit dem Titel, die Sarkastik.

Fazit:
Eine herrlich ironische Krimikomödie mit Wortwitz und Charme. Eine Geschichte für Jugendliche und auch ältere Semester, die mit schwarzem Humor punktet und welche ich sehr gerne gelesen habe. Ich empfehle dieses unterhaltsame Buch gerne weiter!


Im Land der Kaffeeblüten - Laura Antoni


    • Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
    • Verlag: Thienemann Verlag; Auflage: 1. (29. 10. 2012)
    • ISBN-10: 3522201604
    • ISBN-13: 978-3522201605
    • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 - 16 Jahre
    • Genre: historischer Jugendroman
 
Link zur Bestellung beim Thienemann Verlag

Amazon Kurzbeschreibung:
Guatemala, 1902. Bremen, 2011: Vier junge Frauen verbindet ein Schicksal, auch wenn sie mehr als ein Jahrhundert trennt. Eine Projektarbeit zum Thema Kaffeeanbau in Guatemala lässt Isabell und Julia überraschend tief in die Vergangenheit ihrer eigenen Familien dringen. Sie kommen ihren Ururgroßmüttern auf die Spur, die ungewöhnliche Wege gingen, selbst- und freiheitsbewusst: Margarete, die den jungen Maya Juan liebte, und Elise, die ihr Herz dem mittellosen Georg schenkte. Und sie entdecken ein streng gehütetes Familiengeheimnis in der Kaffeedynastie, die Isabell einmal erben wird.

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Deutschsprachigen Autoren Challenge 2013 

Buch zur Sommerchallenge

Meine Meinung:
Als ich mich bei Blogg dein Buch für dieses Buch bewarb, war mir leider nicht klar, dass es sich eigentlich um ein Jugendbuch handelt. Ich lese sehr gerne Familiengeschichten, die in fernen Ländern und meistens in der Vergangenheit spielen. Da ich hier doch schon einige Bücher gelesen habe, bin ich zugegeben etwas verwöhnt. Und so fiel mir gleich nach den ersten Zeilen auf, dass der Schreibstil der Autorin zwar sehr bildhaft und schön ist, aber keinesfalls für ein Erwachsenenbuch sein kann!

Die Geschichte wird in zwei Handlungssträngen erzählt: einmal in der Gegenwart in Bremen und einmal im Jahr 1901/02 in Guatemala. Diese sind kapitelweise durch einen Vogel und einer Hibiskusblüte getrennt. Der Vogel stellt Guatemala dar, die Hibiskusblüte Deutschland. So sieht man auf den ersten Blick, wo man sich gerade befindet:

Hier ein kleiner Einblick....
Sieht doch toll aus, oder?

Auch das Cover ist meiner Meinung nach wunderschön und wirklich gelungen! Schlägt man das Buch auf, findet man ebenfalls die Innenseiten mit zart pinkfarbenen Hibiskusblüten verziert

Die Autorin stellt dem Leser vier junge Mädchen als Protagonisten vor. In Guatemala und der Vergangenheit sind dies Margarete und Elise; in der Gegenwart in Bremen Isabell und Julia.

Margarete, die Vorfahrin und Gründerin der Kaffeedynastie, in der Julia heute lebt, ist zu dieser Zeit noch ein junges Mädchen, das nach einem Jahr in Deutschland wieder nach Guatemala auf die Kaffeplantage ihres Vaters zurückkehrt und vieles nicht mehr so vorfindet, wie es einst war. Sie liebt ihr Land und den Jungen Juan, der jedoch nicht "standesgemäß" ist.

Ebenfalls in Guatemala zur Jahrhundertwende treffen wir auf Elise, die in Deutschland bei ihren Großeltern aufgewachsen ist. Ihre Eltern sind Forscher und nachdem Elise nun "im richtigen Alter" ist, soll sie ihre Eltern und deren Ziehsohn Georg in den Dschungel Guatemals begleiten. Doch Elise ist alles andere als eine Abenteurerin, denn Sie fürchtet sich vor allem was "kreucht und fleucht" und sie kann an dem wilden und fremden Land nichts Schönes finden. 

Auch die beiden Hauptprotagonistinnen in Deutschland haben den Bezug zu Guatemala.
Isabell, die in Guatemala aufgewachsen ist, soll ihr letztes Schuljahr in Bremen verbringen, wo ihre Großmutter Lina wohnt, die alles andere als konventionell ist. Sie lebt in einem Haus mit einem Dutzend Katzen und fröhnt ihrem Hippie-Style.

Julia, die Nachfahrin von Margarete, soll in ferner Zukunft das Familienunternehmen, eine alteingesessene Kaffeerösterei, leiten. Sie wird kurzerhand von ihren Eltern aus dem gewohnten Internat genommen und auf eine normale Schule geschickt. So sind Julia und Isabell die zwei Neuen in der Klasse und sich anfangs alles andere als sympathisch. Durch ein gemeinsames Schulprojekt über den Kaffeehandel in Guatemala um die jahrhundertwende werden die Beiden schließlich Freundinnen und entdecken, dass sie viel mehr verbindet, als sie dachten.

Ich muss zugeben, dass mich das Buch nicht wirklich fesseln konnte. Zwar sind die Beschreibungen Guatemals wirklich geglückt und die Autorin nimmt sich wirklich Zeit dem Leser die Probleme der Ureinwohner näher zu bringen. Man erfährt viel über die Maya und deren Lebensgewohnheiten, über Tempel und Vulkanausbrüche, über die Ausbeutung der Indios durch die reichen Ausländer und über  Prophezeiungen, wo auch der Maya-Kalender, der mit 21. Dezember 2012 endet, angesprochen wird.
Die Geschichten in der Vergangenheit, besonders die von Margarete, ist wirklich interessant geschrieben und bereits hier kann man erkennen, dass aus dieser jungen Frau eine Persönlichkeit werden wird. Elise wiederum ist eine Art "Stadtpflanze, die im Dschungel ausgesetzt " wird. Sie findet nur langsam Gefallen am Land, interessiert sich aber im Gegenteil zu ihren Eltern für die Einheimischen und deren Probleme. Ihre Wandlung im Buch ist die Überraschendste, wobei hier aber leider einige Fragen offen bleiben.

Die Charaktere in der Gegenwart bleiben allerdings sehr flach. Mich konnte weder Isabell noch Julia wirklich überzeugen und auch das groß angekündigte Familiengeheimnis war für mich weder Überraschung noch ein Skandal. Julias Reaktion darauf konnte ich überhaupt nicht nachvollziehen.

Für mich ein Buch, das mich zwiegespalten hinterlässt. Einerseits die tolle Beschreibung Guatemals und deren Einwohner, ebenso eine gute Geschichte über die Urgroßmütter der beiden Mädchen. Doch die Handlung im heutigen Bremen blieb mir viel zu blass und oberflächlich, genauso wie die Charaktere der Mädchen.

Fazit: Für mich nur 3 1/2 Sterne. Jedoch für die Zielgruppe Jugend, die sich für historisch angehauchte Familiengeschichten interessieren, ein sehr guter Einstieg in das Genre. Für erwachsene Leser, die schon viele Bücher dieser Art gelesen haben, eher eine Entäuschung.





 Für die Bereitstellung des Rezensionsexamplares möchte ich mich ganz herzlich bedanken bei:

Blogg dein Buch

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