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Das Buch des Totengräbers - Oliver Pötzsch

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

     

    • Broschiert: 448 Seiten
    • Verlag: ‎ Ullstein Paperback; 3. Edition (31. Mai 2021)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3864931665
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3864931666
    • Genre: Historischer Krimi
    • Reihe: ja - Band 1 der Totengröber Serie



Ullstein Kurzbeschreibung:
1893: Augustin Rothmayer ist Totengräber auf dem berühmten Wiener Zentralfriedhof. Ein schrulliger, jedoch hochgebildeter Kauz, der den ersten Almanach für Totengräber schreibt. Seine Ruhe wird jäh gestört, als er Besuch vom jungen Inspektor Leopold von Herzfeldt bekommt. Herzfeldt braucht einen Todes-Experten: Mehrere Dienstmädchen wurden ermordet – jede von ihnen brutal gepfählt. Der Totengräber hat schon Leichen in jeder Form gesehen, kennt alle Todesursachen und Verwesungsstufen. Er weiß, dass das Pfählen eine uralte Methode ist, um Untote unter der Erde zu halten. Geht in Wien ein abergläubischer Serientäter um? Der Inspektor und der Totengräber beginnen gemeinsam zu ermitteln und müssen feststellen, dass sich hinter den Pforten dieser glamourösen Weltstadt tiefe Abgründe auftun … 

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Wien 1893. Leopold von Herzfeldt kommt als neuer Inspektor von Graz nach Wien und wird, kaum angekommen, bereits mit seinem ersten Mordfall konfrontiert. Im Prater wird eine grausam zugerichtete Frauenleiche gefunden, die nicht die letzte sein wird. Die Art des Todes, eine Pfählung, lässt unter einigen Wienern den Verdacht aufkommen, dass sich Vampirjäger herumtreiben. Doch Leo glaubt nicht an übernatürliche Wesen und möchte beweisen, dass der Mörder aus Fleisch und Blut ist. Er eckt jedoch  mit seinen neuen Ermittlungsmethoden aus Graz bei den Wiener Ermittlern an und wird aus dem Fall abgezogen. Er soll sich stattdessen um den Selbstmord eines Mannes aus einer berühmten Musikerfamilie kümmern. Dabei stößt er auf den kauzigen Totengräber August Rothmayer, der ihm bald zum wichtigsten Helfer wird....

Von der ersten Seite an war ich von dem atmosphärischen historischen Krimi angetan. Gespannt war ich auch, wie Pötzsch das Wienerische beherrscht und bin mehr als positiv überrascht. Sehr authentisch und mit morbiden Charme erzählt der Autor über die verschiedenen Formen des Todes. Dabei wird es oftmals etwas brutal. Den verschieden Todesarten widmet sich auch Totengräber Augustin Rothmayer, der am neu aufgeschlossenen Zentralfriedhof arbeitet. Er stammt aus einer uralten otengräber-Dynastie und schreibt an seinem ersten Almanach für Totengräber. Dabei entgeht dem intelligenten, aber sehr schrulligen Mann, kaum etwas. Er ist ein Außenseiter, der sich den verschiedenen Formen des Todes widmet und hilft Leopold im Laufe seiner Ermittlungen immens. Dieser hat es nämlich nicht wirklich leicht in seinem neuen Job. Er spricht hochdeutsch und kommt aus der Schule von Hans Gross, dem Grazer Kriminologen, der mit ganz neuen Methoden ermittelt. Außerdem ist Herztfeld Jude und von Adel....alles Eigenschaften, der die Wiener mit großer Skepsis und Misstrauen gegenüberstehen.
Obwohl er vom Fall abgezogen wird, erkennt er bald, dass seine Ermittlungen eine Verbindung zum Mord an der jungen Frau haben müssen. Als weitere getötete Dienstmädchen auftauchen wird Leopold dem Ermittlerteam doch noch zugeteilt. Dabei erhält er, neben Totengräber August Rothmayer, auch unerwartete Unterstützung von Julia Wolf, der Telefonistin aus der Polizeizentrale.

Es ist die Zeit, als die Kriminalogie wesentliche Fortschritte machte und erstmals über Tatorfotografie und eine genaue Beweissicherung gesprochen wird. In Wien laufen die Uhren allerdings noch anders und als Leser erhält man ein anschauliches Bild, wie umständlich die Ermittlungsarbeit ohne Hans Gross und seinem Tatortkoffer damals waren. Die Atmosphäre der auslaufenden Donaumonarchie, wie auch die Gegenüberstellung des Adels und der ärmlichen Bevölkerung ist Pötzsch großartig gelungen. Ebenfalls ist die düstere Stimmung sehr gut eingefangen. Die beiden Hauptcharaktere sind sehr lebendig dargestellt und seine keine 08/15 Typen. Leopold ist ein Mann der neuen Zeit. Er ist interesiert an den neuen technischen Errungenschaften und möchte diese auch in seinem Beruf anwenden. August Rothmayer ist intelligent und nach außen hin eher abweisend. Doch hinter seiner kühlen Fassade steckt ein weiches Herz.
Auch die Spannung kommt nicht zu kurz, ebenso der schwarze Humor bei den Ermittlungen über Wiedergänger und Vampire. Ich habe mich wunderbar unterhalten und empfehle den historischen Krimi sehr gerne weiter.

Fazit:
Ich freue mich schon auf die Fortsetzung dieses düsteren und atmosphärischen Wien-Krimis aus der Zeit um die Jahrhundertwende. Absolut gelungen und mit zwei wunderbaren gegensätzlichen Protagnisten.


Die Burg der Könige - Oliver Pötzsch


    • Gebundene Ausgabe: 944 Seiten
    • Verlag: List Hardcover (27. September 2013)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3471350837
    • ISBN-13: 978-3471350836
    • Genre: Historischer Roman



Amazon Kurzbeschreibung: 
1524. Die deutschen Lande werden von den Bauernkriegen zerrissen. Dem Adel droht der Verlust der Macht, dem Volk Hunger und Tod. Die Herrschaft Kaiser Karls V. ist in Gefahr. Da stoßen Agnes, die Herrin der mächtigen Burg Trifels, und Mathis, der Sohn des Burgschmieds, auf ein Geheimnis, das über die Zukunft der Krone entscheiden wird. 

Meine Bewertung: * * * * *


Buch zur Deutschsprachigen Autoren Challenge 2013

Buch zur Einmal um die Welt Challenge

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Bei diversen Rezensionen auf anderen Blogs wurde von diesem Buch bereits geschwärmt. Umso neugieriger war ich deshalb auf den neuesten historischen Roman von Oliver Pötzsch. Die über 900 Seiten waren für mich ausschlaggebend, die Geschichte während meines Weihnachtsurlaubes zu lesen, denn sonst hätte ich immer nur abends im Bett lesen können und bei so vielen Seiten wird man da zu oft aus der Handlung gerissen. Obwohl es ein wirklich dicker Wälzer ist, flogen die Seiten nur so dahin. Es kam zu keiner Zeit Langeweile auf, denn die Geschichte rund um die Vogtstochter Agnes ist wirklich spannend geschrieben.

Gleich zu Beginn werden die handelnden Personen vorgestellt, während der Autor im Anschluss an die Geschichte ein Nachwort, eine genaue Beschreibung seiner Protagonisten, einen kleinen Burgen- und Reiseführer rund um das Gebiet seines Romanes und eine Chronik des deutschen Bauernkrieges anhängt.
Man merkt darin seine große Liebe zum Historischen, zu Burgen und Klöster und diese Zeit des Umbruches in Deutschland.

Unsere Hauptprotagonistin Agnes ist die Tochter des verarmten Vogts Philipp Schlüchterer von  Erfenstein. Sie wächst ohne Mutter auf der Burg Trifels auf und liebt die Falknerei. Doch genauso oft wie im Wald mit ihrem Falken Parcifal, vergräbt sie sich in der Bibliothek. Ganz besonders liebt sie die alten Sagen um die Burg Trifels und die Heldengeschichten der Staufer, die sie noch bis in den Schlaf verfolgen. Ihre Träume werden immer realistischer und schlimmer, als ihr Falke eines Tages mit einen mysteriösen Siegelring mit dem Anlitz Barbarossas zurückgekehrt
Mathis, der Sohn des Schmiedes, ist ihr Freund aus Kindertagen. Zum Leidwesen seines Vaters interessiert er sich mehr für die neuen Feuerwaffen, statt dem schmieden von Dolchen und Schwertern. Schon bald lässt er sich mithineinziehen in die Aufstände der Bauern, denn sein handwerkliches Geschick bleibt nicht lange verborgen. Mathis schließt sich den aufständischen Bauern an und wird schon bald als Mörder und Aufständischer gesucht.

Während Mathis in diversen Schlachten kämpft, verhandelt der hoch verschuldete Burgvogt die Hochzeit mit dem Grafen Friedrich von Löwenstein-Scharfeneck aus und Agnes muss ihre geliebte Burg Trifels verlassen.
Die Handlung wird immer abwechselnd aus den Perspektiven von Agnes oder Mathis erzählt. Doch neben der Geschichte rund um die Beiden, geht es hier vorallem auch um die großen Bauernaufstände, dem Ende der Ritter, der Aufstieg der Kaufleute und die große Kirchenreformation.
Gleichzeitig kämpfen zwei Kaiser um die Macht: Karl V., Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und Habsburger und Franz I., König von Frankreich. Beide versuchen entweder ihre Macht zu halten oder an sich zu reißen und die Burg Trifels und die Kurpfalz sind schon bald darin verwickelt, denn der Legende nach soll der Schatz der Staufer dort verborgen sein.
An diesem historischen Roman gibt es kaum etwas zu bemängeln. Einzig ein Ereignis im letzten Drittel (Abschluss im Kloster Goar) war für mich etwas unrealistisch.....trotzdem gebe ich die volle Punktezahl.

Cover:
Sehr edel und elegant in rot und silber gehalten. Innen drinnen ist für den Leser eine Landkarte in roter Farbe aufgedruckt. Am Beginn eines jeden Kapitels stehen wunderschön geschwungenen Buchstaben in Farbdruck, die an die alten Schriften der Mönche erinnern.


Schreibstil:
Fesselnd und sehr gut recherchiert liest sich dieser historische Roman von der ersten bis zur letzten Seite. Der Schreibstil ist flüssig und einnehmend. Wer die Bücher des Autors bereits kennt, weiß, dass er schreiben kann. Die Charaktere sind sehr lebhaft, einige Nebenfiguren sind sehr lebendig gezeichnet, andere weniger.

Fazit:
Ein toller historischer Roman, wunderbar recherchiert, der uns die Zeit der Kirchenreform und der Bauernaufstände sehr nahe bringt. Trotz der mehr als 900 Seiten kommt hier nie Langeweile auf! Leseempfhlung für alle Freunde des historischen Romans!


 

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