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Nur zusammen ist man nicht allein - Mike Gayle



    • Taschenbuch: 377 Seiten
    • Verlag: Insel Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (12. Dezember 2017)
    • Übersetzer: Katja Bendels
    • ISBN-10: 3458363165
    • ISBN-13: 978-3458363163
    • Originaltitel: The Hope Family Calender 
    • Genre: Gegenwartsliteratur, Familienroman


Insel Kurzbeschreibung:
Seit dem Tod seiner Frau ist Tom nicht mehr derselbe. Er schafft es weder, sich um seine Mädchen, noch um den täglich chaotischer werdenden Familienalltag zu kümmern. Zum Glück gibt es Linda, Toms Schwiegermutter, die einspringt und die Fäden zusammenhält. Doch die Mädchen brauchen ihren Vater mehr denn je, und so trifft Linda eine radikale Entscheidung: Sie fährt nach Australien, Rückkehr ungewiss. Allein auf sich gestellt, bleibt Tom nichts anderes übrig, als sich seiner Trauer zu stellen und seine Familie zu retten. Und so stürzen sich Tom, Evie und Lola gemeinsam ins Abenteuer zu dritt – Stolperfallen und emotionale Achterbahnfahrten inklusive

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb


Buch zur Weltenbummler Challenge 2018

Meine Meinung:
Nach dem überraschenden Unfalltod seiner Frau Laura steht Tom Hope mit seinen beiden Töchtern Evie (13) und Lola (8) plötzlich alleine da. Der englische Fernsehproduzent und Workaholic stürzt sich nach einer Depression noch mehr in die Arbeit und vergisst dabei seine Mädchen völlig, die seine Unterstützung dringen benötigen würden. Tom verlässt sich dabei komplett auf seine Schwiegermutter Linda, die seit dem Tod ihrer Tochter bei den Hopes wohnt undder selbst kaum Zeit zum Trauern bleibt. Linda kann nach einem Jahr nicht mehr zusehen, wie sich Tom immer mehr von seinen Töchter entfremdet und er rein gar nichts vom Leben außerhalb seiner TV-Show mitbekommt. Linda versucht alles Mögliche, scheitert jedoch. Deswegen greift Linda zu einer drastischen Maßnahme: Sie nimmt die Einladung ihrer Freundin Moira an, die sie schon einige Male in ihre neue Heimat Australien eingeladen hat. Linda bucht ihren Flug und hat vor ganze sechs Monate zu bleiben - komme, was wolle! Tom ist wie vom Kopf gestoßen. Nach anfänglicher Wut auf Linda nimmt er sich eine Auszeit vom Job und versucht sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Doch wird er es schaffen wieder Zugang zu seinen Töchtern zu finden?

Mike Gayle beschreibt in seinem Roman sehr gefühlvoll und eindringlich die Emotionen von Tom, Linda und auch seinen Töchtern, Evie und Lola. Er erzählt abwechselnd aus der Sicht von Linda und Tom. Als Leser erlebt man alle Gefühlsebenen der vier Hauptcharaktere hautnah mit: Wut, Verzweiflung, Trauer, aber auch Hoffnung und neuen Lebensmut. Die Figuren sind sehr lebendig und mitten aus dem Leben gegriffen. Sie haben Ecken und Kanten und man fühlt mit ihnen mit. Nicht nur Tom hat jede Menge zu lernen, sondern auch Linda findet in der Ferne endlich Zeit ihren Verlulst zu verarbeiten, den sie seit dem Unfall verdrängt hat, um rund um die Uhr für Tom und ihre Enkelinnen da zu sein. Alle Charaktere entwickeln sich weiter und man hat das Gefühl mit ihnen mitzuwachsen.

Obwohl das Thema nicht neu ist, erzählt Mike Gayle diese Geschichte sehr behutsam und eindringlich. Dabei fliegt man richtig durch die Seiten und möchte den Roman gar nicht mehr aus der Hand legen. Der Autor hat die Gabe, die Stimmungen seiner Figuren wirklich sehr gut zu vermitteln. Mit Clive Maynard, einem kauzigen alten Mann und großartigen ausgefeilten Charakter, kommt auch eine Prise Humor und Spritzigkeit in den Roman. So hat man nicht das Gefühl ein Buch in den Händen zu halten, das nur von Trauerarbeit erzählt, sondern eines, das Mut und Zuversicht gibt. Vorallem Werte wie Zusammenhalt, Liebe und Vergebung werden vom Autor vermittelt.
Das letzte Drittel hält dann noch so einige Überraschungen für den Leser parat und lässt auf ein Happy End hoffen...

Cover:

Diesmal habe ich nur drei Cover gefunden, wobei zwei englische Originalcover sind und der ins Niederländische übersetzte Roman. Alle drei Bücher haben eine Gemeinsamkeit: Das Bild unten vom Vater mit seinen beiden Töchtern. Allerdings sehen sie nicht wie acht und dreizehn aus ;)

Fazit:
Ein wundervoller Roman mit einem sehr einfühlsamen Schreibstil, der einem im Buch versinken lässt und man erst wieder auftaucht, wenn man die letzte Seite zuschlägt. Zum Entspannen am Wochenende, eingekuschelt in der Lieblingsdecke und einer Tasse heißen Kakao....Lesen kann ich nur sagen.
Vielen Dank an den Insel Verlag für das Rezensionsexemplar und an Lovelybooks für die Leserunde


Mordsschnee - Marc Girardelli/Michaela Grünig




    • Taschenbuch: 272 Seiten
    • Verlag: Emons Verlag (30. November 2017)
    • ISBN-10: 3740802642
    • ISBN-13: 978-3740802646
    • Genre: Krimi


Emons Kurzbeschreibung:
Marc Gassmann will es noch einmal wissen: Der Ski-Star kämpft um seinen vielleicht letzten Weltcup-Gesamtsieg. Doch als eine Sportjournalistin in einem Luxushotel in St. Moritz ermordet wird, gerät ausgerechnet er in Verdacht, der Täter zu sein. Marc und seiner Freundin Andrea bleibt keine Wahl, als selbst zu ermitteln, um seine Unschuld zu beweisen. Dabei stoßen sie auf einen Skandal, der die gesamte Wintersportwelt erschüttern könnte – und auf einen gefährlichen Mörder.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Hufis großer Stall Challenge

Meine Meinung:
Nach "Abfahrt in den Tod", dem ersten Krimi von Michaela Grünig und dem ehemaligen fünffachen Weltcupsieger Marc Girardelli, der im Skizirkus spielt, durfte ich nun den Folgeband lesen.
Schon der erste Roman rund um den Skirennläufer Marc Gassmann hat mich gesfesselt. Auch den neuen Krimi "Mordsschnee" konnte ich kaum aus der Hand legen.
Marc Gassmann versucht nach seinem schweren Unfall einen neuerlichen Anlauf um sein Ziel zum 5. Mal den Gesamtweltcup zu gewinnen, zu erreichen.
Seine Freundin Anna Brunner, die den Polizeidienst gekündigt hat, um Marc zu seinen Weltcuprennen zu begleiten, fühlt sich in ihrer neuen Rolle nicht wirklich wohl. Sie denkt bereits daran wieder in den Polizeidienst zurückzukehren, wovon Marc nicht wirklich begeistert ist. Als die Journalistin Lara Frey, eine Exfreundin von Marc, tot in einem Luxushotel in St. Moritz aufgefunden wird, gerät Marc unter Verdacht. Zuvor hat er sich nach seiner Trainingsabfahrt vor vielen Zeugen im Zielraum mit der Journalistin lautstark gestritten. Als Andrea auch noch erfährt, dass ihr Freund danach noch im Hotel bei Lara war, kriselt es noch mehr. Trotzdem ist Andrea überzeugt, dass Marc nicht der Täter sein kann, während sich die Schlinge um den Hals des Rennfahrers immer enger zuzieht.  Für Staatsanwältin Mariela Carmassi steht bereits fest, dass Marc der Täter sein muss und Andrea hat alle Hände voll zu tun ihre alten Netzwerke zu aktivieren, um seine Unschuld zu beweisen.

Ein weiteres Thema neben dem Mord an Lara Frey, dem Skizirkus und dem Kampf um Hundertstelsekunden, ist diesmal die Umwelt und die Klimaerwärmung. Letztere hat zur Folge, dass die Schneesicherheit in den Alpen allmählich abnimmt und immer mehr Tourismusgebiete auf Kunstschnee zurückgreifen müssen. Dies funktioniert aber nur bei bestimmten Temperaturen und Bedingungen. Massentourismus und Abholzungen der Wälder begünstigen diese Probleme in allen Regionen der Alpen. Immer mehr Umweltschützer protestieren gegen die Beschneiung mit Kunstschnee, der nicht so gefahrlos ist, wie er dargestellt wird. Hier erhält der Leser einen Blick auf die Gefahren, die unsere Umwelt heutzutage ausgesetzt wird. Die Autoren möchten mit diesem Thema die Leser auf die Umweltsünden aufmerksam machen, damit auch die nachkommenden Generationen noch die Möglichkeit erhalten den Schisport so auszuüben, wie wir ihn heute kennen....

Obwohl es nicht allzu viele Charaktere im Buch gibt, die als Täter in Frage kommen, wusste ich bis zum Ende nicht, wer dahintersteckt und vorallem nicht warum Lara ermordet wurde. Gekonnt haben Grünig und Girardelli noch einige überraschende Wendungen, die den Leser auf falsche Spuren führen, eingebaut.

Auch im zweiten Band hat mich das Duo Girardelli-Grünig mit ihrem Krimi begeistert. Die Jagd auf den Täter gestaltet sich genauso spannend und rasant, wie die Beschreibungen der Abfahrtsläufe. Hier hat sich wirklich ein Dream-Team gefunden! Ich hoffe Marc Gassmann legt seine Rennlauf-Karrierer noch nicht auf Eis und wir dürfen uns auf einen weiteren Krimi im Skizirkus freuen!

Schreibstil:
Das Autorenteam hat wieder ganze Arbeit geleistet. Der Krimi liest sich von Anfang fesselnd und äußerst flüssig. Man fühlt sich die ganze Zeit hindurch mitten im Geschehen, egal ob auf der Skipiste oder bei Andrea's Nachforschungen und Versuchen den wahren Täter zu finden. Die Charaktere sind lebendig und haben Ecken und Kanten. Auch diesmal verfolgt der Leser wieder die Gedanken einer Person, die in kursiver Schrift festgehalten werden. Man stellt aber bald fest, dass es sich dabei nicht um den Mörder handeln kann, diese Person aber einiges Hintergrundwissen mitbringt.

Fazit:
Ein rasanter Krimi aus dem Skizirkus, der sich diesmal nicht nur um Hundertstelsekunden dreht, sondern auch Umweltaktivisten und einen Mord (oder auch zwei) zum Thema hat. Wieder toll geschrieben und absolut fesselnd mit überraschenden Wendungen und authentischen Figuren. Für Skisport- und Krimifreunde eine Leseempfehlung! Ich hoffe, dass Marc und Andrea sich auch noch ein drittes Mal auf Mörderjagd begeben....

Vielen Dank an die Autorin Michaela Grünig für das Rezensionsexemplar!

So klingt dein Herz - Cecilia Ahern



    • Broschiert: 480 Seiten
    • Verlag: FISCHER Krüger; Auflage: 4 (24. August 2017)
    • Übersetzer: Christine Strüh
    • ISBN-10: 3810530271
    • ISBN-13: 978-3810530271
    • Originaltitel: Lyrebird


Fischer Kurzbeschreibung:
Die junge Laura lebt im Verborgenen im Westen Irlands. Niemand weiß, dass sie eine ganz besondere Fähigkeit besitzt: Sie kann jede menschliche Stimme, alle Tiere und jedes Geräusch der Welt nachahmen. Als der Toningenieur Solomon im Wald auf Laura trifft, fühlt er sich sofort magisch von ihr angezogen. Doch auch Solomons Lebensgefährtin, die Regisseurin Bo, ist fasziniert: Sie möchte einen Film über die geheimnisvolle Laura drehen. Über Nacht findet sich Laura in unserer lauten, modernen Welt wieder. Kann ihre Gabe ihr dabei helfen, das Glück zu finden – und die Liebe?

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Hufis große Stall Challenge

Meine Meinung:
Wie ich oft auf anderen Blogs lesen kann, ist es nicht immer so einfach mit den Büchern der Autorin. Man weiß nie so wirklich, was man bekommt. Manchmal ist Cecilia Aherns neuerstes Buch wirklich toll, eine großartige neue Idee nimmt Form an und dann wieder plätschert die Geschichte einfach nur vor sich hin. Auch mir geht es mit den Romanen der Autorin so, obwohl ich wirklich gerne jedes Mal so ein tolles Buch wie "P.S. - Ich liebe dich" vor mir hätte. Auch diese Geschichte ordne ich eher im Mittelfeld ein..

Die Idee zu "So klingt mein Herz" oder "Lyrebird", wie der viel bessere Originaltitel heißt, ist wirklich gelungen und originell. Laura, unsere Protagonistin, besitzt eine einzigartige Begabung: Sie kann Töne, Geräusche und Stimmen perfekt imitieren. Diese Fähigkeit ist ihr angeboren und wurde durch die Art, wie sie aufgewachsen ist, perfektioniert. Laura lebte einsam und von anderen Menschen und Umwelteinflüssen abgeschottet im Wald in einer Hütte. Sie liebt die Ruhe und die Einsamkeit und interagiert mit Tönen, die direkt aus ihrem Inneren herausströmen. Laura kann sprechen, doch wenn ihre Gefühle sie überfallen, zwitschert sie wie ein Vogel oder ahmt Stimmen oder Geräusche nach. Als der Toningenieur Solomon auf Laura trifft, ist er fasziniert von dieser einzigartigen jungen Frau - nicht nur aus beruflichen Gründen. Das Filmteam, das Solomon dabei hat, wittert eine große Chance und man überredet Laura filmisch zu begleiten. So erlebt Laura die Welt fernab ihres Waldes und wird in die Großstadt katapultiert. Dort erregt sie die Aufmerksamkeit der Medien....

Die anfängliche Stimmung im Roman ist verzaubert, die Protagonistin wirkt wie aus dem Märchenwald entsprungen. So erlebt auch der Leser die plötzliche Stimmungsänderung, als sich Simon, Bo und Laura auf in die Großstadt aufmachen. Der Lärm, die Hektik, die fehlende Dunkelheit und das Ausmaß der vielen Menschen und Geräusche erschrecken Laura zutiefst. Noch schlimmer wird es durch die Castingshow, in die sie durch ihre Naivität hineinkatapultiert wird. Was Laura hier erlebt, regt wirlich zum Nachdenken an.

Als Leser bringt man der unschuldigen Laura eine Menge Sympathie entgegen, während die anderen Charaktere hinter ihr nachstehen. Solomon soll zwar ebenfalls sympathisch rüberkommen, doch seine übersteigerte Obsession gegenüber Laura, fand ich eher beklemmend. Außerdem ist er zu feige seiner Lebensgefährten Bo zu gestehen, dass er sich in Laura verliebt hat. Bo war mir nicht wirklich sympathisch, vorallem zu Beginn, wo sie einfach null Empathie empfindet und sich wie ein Elefant im Porzellanladen verhält. Sie ist rücksichtslos und ein Workaholic. Nur der Erfolg zählt. Bei Bo konnte ich allerdings bis zum Ende des Romans eine Charakterentwickling feststellen.

Schreibstil:
In allen Romanen von Cecilia Ahern findet man Lebensweisheiten, so auch in diesen. Der Schreibstil ist wie immer großartig und Lauras Wahrnehmungen wurden sehr einfühlsam beschrieben. Die Autorin versteht es sogar meisterhaft Klänge zu beschreiben.
Wie gewohnt erzählt sie eine Geschichte, die bewegt, obwohl sich die Handlung eher gemächtlich entwickelt. Am Besten haben mir diesmal die spürbaren Emotionen von Laura gefallen.
Die Kapitel sind eher lang gehalten. Die Erzählperspektiven wechseln zwischen den Sichten von Bo, Laura und Solomon in der dritten Person.

Cover:

Links und in der Mitte die beiden englischsprachigen Cover, dazwischen das Titelbild aus den Niederlanden. Das Mädchengesicht mit den Federn stammt aus Polen, das letzte Cover aus der Ukraine. Mir gefällt das erste Cover ganz links, das englischsprachige, am besten. Und dir?

Fazit:
Ein eher gemächlicher, aber sehr einfühlsamer Roman, der von der einzigartigen und charismatischen Hauptfigur lebt. Die Idee des Themas ist originell, die Umsetzung gut, aber nicht ausgezeichnet. Cecilia Ahern hat hier die Gefühle und Emotionen der Hauptprotagionistin großartig dargestellt und trotzdem fehlt der Geschichte etwas. Ich vergebe gerne 3 1/2 Sterne für ein gutes Buch mit einem originellen Thema, aber auch einigen Schwächen.


Schwarze Dame - Andreas Gruber



    • Taschenbuch: 384 Seiten
    • Verlag: Goldmann Verlag (18. Dezember 2017)
    • ISBN-10: 3442480264
    • ISBN-13: 978-3442480265
    • Genre: Krimi, Thriller
    • Reihe: Band 1 (Peter Hogart ermittelt)
    •  

Goldmann Kurzbeschreibung:
Auf der Suche nach einer spurlos verschwundenen Kollegin wird der Wiener Privatermittler Peter Hogart nach Prag geschickt. Doch die Goldene Stadt zeigt sich Hogart von ihrer düstersten Seite: Mit seinen Ermittlungen sticht er in ein Wespennest und hat binnen Stunden nicht nur eine Reihe äußerst zwielichtiger Gestalten, sondern auch die gesamte Prager Kripo gegen sich aufgebracht. Nur die junge Privatdetektivin Ivona Markovic, die gerade eine Reihe bizarrer Verstümmelungsmorde untersucht, scheint auf Hogarts Seite zu stehen. Als die beiden bei einem Anschlag nur knapp dem Tod entrinnen, wird klar, dass es eine Verbindung zwischen ihren Fällen geben muss. Und dass ihnen die Zeit bis zum nächsten Mord davonläuft ...

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Goldmann Challenge

Meine Meinung:
Als großer Andreas Gruber Fan bin ich nun auch neugierig auf die ersten Bücher des Autors geworden. Der Goldmann Verlag hat eben erst "Schwarze Dame", das bereits 2007 im FESTA Verlag veröffentlicht wurde, neu aufgelegt. Hier passt das Buch meiner Meinung auch deutlich besser hin, denn ich finde im Vergleich zu Grubers neuen Thrillern ist Peter Hogarts erster Fall viel zu wenig "blutig". Ich würde ihn sogar eher als Krimi und nicht als Thriller einordnen.

Versicherungsdetektiv Peter Hogart wird von Wien nach Prag geschickt. In der tschechischen Hauptstadt sollen äußerst wertvolle Gemälde des Künstlers Oktavian bei einem Brand in der Prager Nationalgalerie angeblich vernichtet worden sein. Alexandra Schelling, eine Kollegin, war für eine Versicherungsagentur in Prag unterwegs und anscheinend einem groß angelegten Versicherungsbetrug auf der Spur. Kurz vor ihrem Rückflug nach Wien ist Schelling allerdings spurlos verschwunden. Nachdem weder die tschechische, noch die Wiener Polizei Spuren der Vermissten finden, soll Hogart seine Kollegin aufspüren, ihren letzten Spuren folgen und den Versicherungsbetrug aufdecken. Kaum in Prag angekommen macht er die Bekanntschaft mit dem Mafiaboss Greco und seinen Schlägern. Aber auch Ivona Markovic, eine Privatdetektivin, kreuzt seinen Weg, die einen Serienmörder sucht. Bald bemerken die beiden Detektive, dass es einige Parallelen zwischen ihren Fällen gibt. Der zu Beginn thematisierte Versicherungsbetrug gerät sehr bald in den Hintergrund und Hogart und Markovic sind nun auf der Jagd eines Serienkillers....

Man merkt, dass "Schwarze Dame" ein Frühwerk des Autoren ist. Während Hogart authentisch und vorallem facettenreich beschrieben wird, sind manche Nebenfiguren sehr klischeehaft oder bleiben noch zu blass. Auch die Spannung kommt erst nach dem ersten Drittel des Krimis auf. Der Spannungsbogen steigt allerdings kontinuierlich an und endet in einem temporeichen Finale.

Besonders hervorheben muss man allerdings die wirklich atmosphärische und ausführliche Beschreibung der Stadt Prag. Andreas Gruber hat die Schausplätze so gelungen beschrieben, dass man am liebsten sofort nach Prag fahren möchte und diese -  wirklich wunderschöne - Stadt besuchen und auf Peter Hogarts Spuren wandeln möchte.

Natürlich werde ich auch den zweiten Fall "Die Engelsmühle" noch lesen, den der Goldmann Verlag ebenfalls neu auflegt und der am 18. April erscheinen wird.

Cover:

Das alte Cover, welches 2007 im FESTA Verlag erschienen ist, möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten

Fazit:
Die "Schwarze Dame" ist ein guter Thriller/Krimi, der aber noch nicht an Andreas Grubers neuen Werken heranreicht. Besonders gefallen hat mir die atmosphärische Beschreibung Prags. Die Spannung tritt erst nach dem ersten Drittel auf und der Autor vermag mit einigen interessanten Faktoren zu überraschen. Gelungen, aber noch nicht perfekt.

Weihnachten in der kleinen Bäckerei am Strandweg - Jenny Colgan




    • Taschenbuch: 368 Seiten
    • Verlag: Piper Taschenbuch; Auflage: Deutsche Erstausgabe
      (2. Oktober 2017)
    • Übersetzer: Sonja Hagemann
    • ISBN-10: 3492311539
    • ISBN-13: 978-3492311533
    • Originaltitel: Christmas at the Little Beach Street Bakery
      Reihe: ja - Band 3


PIPER Kurzbeschreibung:
Es weihnachtet sehr an Cornwalls Küste, und Polly hat nur ein Ziel: Dieses Fest der Liebe muss das Beste aller Zeiten werden. Aber wann verläuft das Leben schon nach Plan? Prompt schneit ihre Freundin in der Bäckerei vorbei und vertraut ihr ein heikles Geheimnis an, das bald nicht mehr zu verbergen sein wird. Wird es Polly trotzdem gelingen, mit ihrem Freund Huckle und Papageientaucher Neil das fröhlichste aller Feste zu feiern?

Meine Bewertung: * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Im dritten Band der Reihe rund um Polly, Huckle und dem Papageientaucher Neil freuen sich die Drei auf ein ruhiges Weihnachtsfest. Doch mit der gewünschten stillen Vorweihnachtszeit ist es bald vorbei, denn in Mount Polbearne wird ein Weihnachtsbazar veranstaltet, bei dem alle Betreiber unentgeltlich ihre Ware verkaufen sollen. Für Polly und Huckle nicht sehr einfach, da sowohl die Bäckerei, als auch das Honiggeschäft viel zu wenig abwirft. Außerdem benötigen die Beiden jeden Cent für die Restaurierung des Leuchtturms. So sagt Polly zögerlich zu, als sie Reuben zu den Weihnachtsfeiertagen für ein Catering benötigt. Außerdem bringt ein folgenschweres Geheimnis rund um Kerensa Polly viel zu viel zum Grübeln. Vorbei ist es mit der erhofften Ruhe....

Die ersten Kapitel der Story konnten mich diesmal nicht sofort fesseln und ich benötigte einige Zeit um mich wieder in Mount Polbearne wohlzufühlen. Die positive Ausstrahlung und der Charme des ersten Bandes fehlte auch diesmal wieder, auch wenn die allgemeine Stimmung nicht ganz so negativ war, wie in Band 2.

Gleich zu Beginn gibt es sehr viele Rückblicke und Wiederholungen, die mir zu viel Raum einnahmen. Auch für alle Erstleser der Reihe erübrigt sich nach dem Lesen von Band 3 ein Kauf der beiden ersten Bücher der Reihe, da viel zu viel verraten wird.
Jenny Colgan's Schreibstil lässt sich wieder schnell und flüssig lesen. Der Fokus dieses dritten Teils liegt eindeutig beim Thema Familie und Pollys nicht intakte Beziehung zu ihrer Mutter.
Als größten Schnitzer sehe ich allerdings, dass sich die Autorin die Freiheit genommen hat Pollys Lebenslauf umzuschreiben! Verliert Polly im ersten Band ihren Vater mit 20 Jahren an einem Herzinfarkt, ist sie diesmal seit ihrer Geburt "vaterlos". Ihre Mutter Doreen hingegen ist eine verbitterte sitzengelassene Frau, die Polly alleine aufgezogen hat und durch die Schande eines unehelichen Kindes vollkommen isoliert lebt. Diese Story benötigte Jenny Colgan anscheindend, um ihre Geschichte rund um Pollys Zweifel gegenüber einer Ehe und Kinder mit Huckle besser darstellen zu können. Dieser Schuss geht hier aber gehörig nach hinten los!

Auch in allen anderen Bereichen kann der 3. Band, wie schon Band 2, nicht mit dem ersten Teil der Reihe mithalten. Nicht nur der fehlende Charme des ersten Buches, als auch der seiner Protagonisten, lassen mich enttäuscht zurück. Polly ist wieder etwas weinerlich gestimmt und Reuben benimmt sich diesmal  wie ein echter Kotzbrocken. Sein Verhalten gegenüber der schwangeren Kerensa und seine Aussagen über sie, sind allesamt unter der Gürtellinie. Neil, der Papageientaucher und unser aller Liebling, kommt diesmal leider viel zu wenig vor, genauso wie die titelgebende kleine Bäckerei am Strandweg. Ebenso fehlt es an besinnlichen Momenten, die den Leser in vorweihnachtliche Stimmung versetzen sollte. Die ganze Story erscheint mir viel zu konstruiert und kratzt nur an der Oberfläche.
Einzig das Wiedersehen mit den altbekannten Charakteren und der bezaubernden Gezeiteninsel machen diesen dritten Roman noch lesenswert. Der Rest ist leider eine große Enttäuschung!

Cover:

Diesmal konnte ich nur die beiden englischsprachigen Cover (Hardcover und Paperback), sowie die schwedische Übersetzung finden. Wie schon bei den Vorgängern mag ich das deutsche Cover wieder am liebsten.

Fazit:
Leider kann auch der dritte Band nicht mit dem ersten Buch mithalten. Die weihnachtliche Stimmung fehlt, das Ganze kratzt viel zu sehr an der Oberfläche und auch die meisten Charaktere verlieren zunehmend ihren Charme.
Was jedoch gar nicht geht ist, dass die Autorin anscheinend nicht mehr den Lebenslauf ihrer Protagonistin kennt. Ein absolutes NO-GO! Meine 2 1/2 Sterne gebe ich für das Wiedersehen mit altbekannten Charakteren und dem einmaligen Setting. Leseempfehlung kann ich leider keine abgeben. Schade!
 

Vielen Dank an den PIPER Verlag für das Rezensionsexemplar!

Die Reihe rund um die kleine Bäckerei:
  1. Die kleine Bäckerei am Strandweg   *meine Rezi*
  2. Sommer in der kleinen Bäckerei am Strandweg  *meine Rezi*
  3. Weihnachten in der kleinen Bäckerei am Strandweg

Glück schmeckt nach Popcorn - Marie Adams




    • Taschenbuch: 320 Seiten
    • Verlag: Blanvalet Taschenbuch Verlag (20. November 2017)
    • ISBN-10: 3734104947
    • ISBN-13: 978-3734104947
    • Genre: Liebesroman


Blanvalet Kurzberschreibung:
Martha führt ein kleines, aber renommiertes Programmkino – in dem sich allerlei Intellektuelle, Filmkritiker und Cineasten tummeln. Wie die meisten ihrer Gäste glaubt sie nicht an Happy Ends. Die gibt es im echten Leben schließlich auch nicht. Als ihre Mitarbeiterin und beste Freundin Susanna schwanger wird und der Liebe wegen wegzieht, gibt sie dem jungen Filmstudenten Erik eine Chance. Doch schon bald treibt er sie mit seinem Optimismus in den Wahnsinn. Er arbeitet nicht nur hinter den Kulissen an seinem Gute-Laune-Debüt, sondern möchte Martha auch noch davon überzeugen, dass das große Glück auch jenseits der Leinwand möglich ist …

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Blanvalet Challenge

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
In "Glück schmeckt nach Popcorn" geht es neben der gewohnten Liebesgeschichte um Kino und Filme. Das war auch der Grund, warum ich mich für dieses Buch bei Lovelybooks beworben habe. Ich liebe Kinofilme und war selbst in einem Verein tätig, der unser kleines Programmkino, das ausgesuchte Filme spielt, unterstützt hat.
Auch im Lichtspielhaus, dem heimeligen Kino unserer Hauptprotagonistin Martha, steht kein Popcornkino auf dem Programm. Nach der Trennung von ihrem Freund und dem Verlust des gemeinsamen Baby's gibt es bei ihr keine Filme mit Happy Ends. Auf dem Spielplan stehen ausgesuchte Klassiker und ältere Filmschmankerl. Im Gegensatz zu den großen Kinokomplexen setzt Martha auch auf Wohlfühlambiente. Ihr Leben dreht sich einzig und allein um das Lichtspielhaus. Freunde oder Freizeit hat sie kaum. Als ihre Mitarbeiterin und beste Freundin Susanne schwanger ist und zu ihrem Freund nach Hamburg zieht, sucht sie Ersatz und trifft  auf den Filmstudenten Erik, der sich als Regisseur versucht. Mit seiner fröhlichen Art versucht er Martha aus ihrer selbstgewählten Isolierung herauszulocken....

Die Geschichte kommt nicht nur leichtfüßig daher, sondern ist auch etwas melancholisch. Das beginnt bei Marthas Filmauswahl, ihrer Weigerung für Happy Ends und ihre eher pessimistische Einstellung zum Leben und vorallem zur Liebe. Das machte es nicht immer leicht sie zu mögen. Ganz klargekommen bin ich mit ihr leider nicht, obwohl wir die Liebe zu ausgewählten Filme teilten. Ihr Pessimismus und ihre Verbitterung fing mich nach einiger Zeit an zu nerven. Auch ihr Verhalten war für mich manchmal nicht nachvollziehbar.
Bei Erik war es genau umgekehrt. War er mir anfangs zu unbeschwert und von sich überzeugt, mochte ich später seine positive Ausstrahlung, seine romantische Ader und sein Selbstvertrauen. Vorallem wie er sich um Martha bemühte, öffnete ihm gegenüber mein Herz. Trotzdem fehlte mir der Funken und die Glaubwürdigkeit seiner plötzlichen Verliebtheit gegenüber Martha. Sein Konkurrent Stefan, ein Filmkritiker, überzeugte mich anfangs mehr, wurde mir aber von Seite zu Seite immer unsympathischer, was die Geschichte sehr vorhersehbar macht. Die Emotionen kamen trotz des ziemlich kitschigen Endes leider nicht ganz bei mir an.

Überzeugen konnte mich aber das atmosphärische Ambiente des Schauplatzes, das Lichtspielhaus. Das alte Programmkino hatte sofort mein Herz gestohlen und die Beschreibungen haben mir richtig gut gefallen. Die im Roman erwähnten Schauspieler und Filmtitel haben mich in Erinnerungen schwelgen lassen und genau das Gefühl hervorgerufen, das ich mir bei dieser Lektüre erhofft hatte.

Der Wohlfühlroman ist etwas vorhersehbar, wie sehr oft bei Liebesromanen, was mich aber nicht wirklich störte. Die Geschichte ist trotz meiner Kritik unterhaltsam, gibt Mut nach vorne zu schauen und seine Träume zu verwirklichen....
 
Schreibstil:
Marie Adams hat einen leichten und einnehmenden Schreibstil, der sich gut lesen lässt.
Etwas gestört hat mich auch, dass es keine Kapitel im Roman gibt. Ich denke mir oft: "Noch schnell dieses eine Kapitel und dann ab ins Bett"...hier hatte ich immer das Gefühl irgendwo mittendrin festzustecken.

Fazit:
Ein etwas melancholischer Wohlfühlroman, der mich nicht ganz packen konnte. Die Gefühle kamen bei mir nicht wirklich an und die Geschichte plätschert manchmal etwa zu viel dahin. Hingegen konnte mich das bezaubernde Ambiente  und die Affinität zum Kinofilm überzeugen.Trotz der Kritikpunkte hat mich der Roman aber gut unterhalten.


Vielen Dank an den Blanvalet Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares und die nette Begleitung der Autorin bei der Lovelybooks Leserunde

In ewiger Schuld - Harlan Coben



    • Taschenbuch: 416 Seiten
    • Verlag: Goldmann Verlag (21. August 2017)
    • Übersetzer: Gunnar Kwisinski
    • ISBN-10: 3442205190
    • ISBN-13: 978-3442205196
    • Originaltitel: Fool Me Once
    • Genre: Thriller


Goldmann Kurzbeschreibung:
Maya – Pilotin und nach einem umstrittenen Einsatz aus dem Militär entlassen – blickt fassungslos auf die Filmaufnahmen ihrer Nanny-Cam: Dort spielt ihre kleine Tochter seelenruhig mit Mayas Ehemann Joe. Doch Joe wurde zwei Wochen zuvor brutal ermordet – und Maya hat tränenblind an seinem Grab gestanden. Kann Maya ihren Augen trauen? Wer würde sie so grausam täuschen? Und was geschah wirklich in der Nacht, in der Joe ermordet wurde? Um Antworten auf all ihre Fragen zu finden, muss Maya sich den düsteren Geheimnissen nicht nur ihrer eigenen Geschichte stellen. Sie muss auch tief in die Vergangenheit von Joes reicher Familie eintauchen. Doch dort ist sie plötzlich nicht mehr willkommen ...

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Goldmann Challenge

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Ich habe bereits einige Thriller von Harlan Coben gelesen. Sehr oft verarbeitet der Autor dasselbe Grundthema, wie das Verschwinden einer Person oder dessen Tod.
Auch in seinem neuen Thriller "In ewiger Schuld" ist dieses Thema der rote Faden seiner Geschichte. Mit Maya, unserer Hauptprotagonistin, lernen wie eine äußert toughe Frau kennen, die als Kampfpilotin Einsätze in diversen Kriegsgebieten flog. Nach einem problematischen Einsatz, bei dem Zivilisten getötet wurden, wurde sie aus dem Militärdienst entlassen. Dieses Trauma verfolgt Maya als Albtraum noch immer jede Nacht. Seit ihrer Entlassung arbeitet sie als Fluglehrerin und kümmert sich um ihre 2-jährige Tochter Lily. Nach dem gewaltsamen Tod ihrer Schwester steht sie nun wiederum vor einem Grab, nämlich dem ihres Ehemannes Joe. Als sie ein paar Tage später die Aufnahmen ihrer Nanny-Cam ansieht, die sie von ihrer Freundin Eileen geschenkt bekommen hat, ist sie fassungslos. Sie sieht ihren toten Ehemann mit ihrer Tochter und dem Kindermädchen. Natürlich glaubt ihr niemand, als kurz darauf die Aufnahme verschwunden ist. Maya beginnt nachzuforschen und bemerkt sehr schnell, dass der Tod ihrer Schwester und ihres Mannes einige Gemeinsamkeiten aufweisen und Joe's reiche Familie involviert zu sein scheint....

Der Thriller beginnt nach einer kurzen Anlaufzeit rasant und lässt sich wunderbar schnell lesen, auch wenn er mich nicht gänzlich packen konnte. Eines von Cobens Markenzeichen ist die Raffinesse, wie er seine Figuren dargstellt. Man weiß nie, wen man vertrauen kann.
Als Leser verfolgt man Maya's Gedanken und Handlungen. Coben versteht es viele falsche Fährten auszulegen und überraschende Wendungen einzubauen.
Das Thema Waffen und Militär ist ein zentrales und ist typisch amerikanisch. Maya ist eine Waffennärrin und liebt es zu schießen. Ihre besten Freunde sind ebenfalls beim Militär, wie ihr bester Freund Shane. Obwohl er eine zentrale Figur im Buch spielt, fehlte es ihm an Tiefe. Im Gegensatz zu Shane hat der Autor Maya sehr gut charakterisiert. Wirklich sympathisch war sie mir jedoch nicht. Sie ist extrem stur und eine sehr gute Beobachterin. Sie verliert in Stresssituationen nicht den Kopf und bleibt ruhig. Beides Fähigkeiten, die sich sich durch ihren Beruf angeeignet hat. Ihre Bemühungen eine gute Mutter zu sein, ihre Weigerung in ihrem Zustand auf medizinische Hilfe zurückzugreifen und ihre wenig schmeichelhaften Ansichten über ihre angeheirateten Verwandten machen sie zu einer vielschichtigen Figur mit Ecken und Kanten.
Die immer wiederkehrende amerikanische Glorifizierung der Army und der selbstverständliche Besitz von Waffen, nervte mich jedoch sehr.

Das Ende war eine richtige Überraschung und ich bin mir noch immer nicht richtig sicher, ob ich es mochte oder nicht... Auf jeden Fall hält es für den Leser einige Überraschungen bereit.

Schreibstil:
Harlan Coben schreibt packend und der Thriller lässt sich richtig gut und flüssig lesen. Die zahlreichen Wendungen und falschen Fährten, die der Autor eingebaut hat, heben den "Miträtseleffekt". Zeitsprünge und Perspektivenwechsel erhöhen die Spannung.


Cover:

Auch hier sieht man wieder, wie international der Autor veröffentlicht wird. Von links nach rechts die Cover aus Finnland, Polen, eines der beiden englischsprachigen, das Cover aus Franrkeich, danach aus Dänemark, England und aus den Niederlanden.
Wenn ich ehrlich bin, finde ich keines davon passend, einschließlich dem deutschen. Zum Inhalt passt nämlich gar keines.

Fazit:
Ein spannender und facettenreicher Thriller mit überraschenden Wendungen, bei dem man perfekt miträtseln kann. Einige kleine Schwachstellen und unrealistische Handlungen fallen passionierten Thrillerlesern jedoch ins Auge. Abgesehen von diesen kleinen Kritikpunkten lässt sich "In ewiger Schuld" aber sehr gut und schnell lesen.

Die Hexe von Maine - Natalie Winter



    • Taschenbuch: 286 Seiten
    • Verlag: Dryas Verlag; Auflage: Taschenbuchausgabe (18. September 2017)
    • ISBN-10: 3940855731
    • ISBN-13: 978-3940855732
    • Genre: Fantasy, Urban Fantasy, Krimi 
    • Reihe: ja - Band 1 der Shifter Cops



Dryas Kurzbeschreibung: 
Julie Mireau glaubt nicht an Magie. Doch als sie eine Esoterikbuchhandlung in Maine mit treuem Kundenstamm erbt, ahnt sie bald, dass mehr Dinge zwischen Himmel und Erde existieren, als wissenschaftlich erforscht sind. Welche Kräfte ihr Schicksal tatsächlich beherrschen, begreift sie erst, als es beinahe zu spät ist. Madoc Blair will nur eines: in Ruhe seinen Job als Polizist in der Einheit der „Shifter Cops“ erledigen. Als er in das kleine Nest an der Küste Maines gerufen wird, um einen gewaltsamen Todesfall zu untersuchen, wird ihm schnell klar, dass dies kein Routinefall ist. Jemand hat ein magisches Feuer entfacht, das ihn und seine besonderen Talente vor eine tödliche Herausforderung stellt.

 Meine Bewertung: * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Dieses Buch wurde als Krimi mit Fantasyelementen vorgestellt, was mich sehr neugierig gemacht hat. Vorallem, weil es auch um Hexen geht und ich liebe einfach Romane mit Hexen als Protagonisten. Dass ich gerne Krimis lese, wissen wohl die meisten, die meinen Blog verfolgen.
Schon beim reinlesen habe ich allerdings feststellen müssen, dass das Wort "Krimi" etwas weit hergeholt ist. Noch dazu nennt sich die Reihe "Shifter Cops", also Cops = Polizisten und Shifter = Gestaltenwandler.
Letzteres trifft eindeutig zu, den Madoc, unser Shifter Cop, ist ein Drachenwandler. Er ist auch ein Beschützer, aber ein Cop? Die kleine Polizeitruppe vor Ort spielt ebenfalls nur eine untergeordnete Rolle und in Wahrheit ist hier Julie die Hauptprotagonistin. Somit ist der Untertitel "Shifter Cops 1" nicht wirklich passend...

Aber beginnen wir von vorne: Julie Mireau hat ihre Zelte in New York, wo sie Psychologie studiert hat,  abgebrochen. Nach einem Vorfall, der nicht weiter erklärt wird, muss sie wohl auch um ihren Job bangen und hat sich auch gleich noch von ihrem Freund getrennt. Doch der wichtigste Grund ihrer Rückkehr in das kleine Stätdchen Yarnville ist ihre Tante Laurie, die im Sterben liegt. Nach dem Tod ihrer Eltern und ihrer Großmutter ist Laurie die letzte lebende Verwandte in Julies Familie. Die Mireaus entstammen seit Generationen einem angesehenen Hexengeschlecht und Julies Mutter war eine der bedeutendsten Hexen in ganz Maine. Julie hat jedoch die Gabe nicht vererbt bekommen und glaubt auch nicht an Magie. Als sie den Esoterikladen "Itchy Witchy" von ihrer Tante erhält, passieren allerdings immer wieder ungewöhnliche Dinge und Julie quälen böse Albträume. Kurz darauf stirbt eine der Hexen, die dem Hexenzirkel angehört, der sich wöchentlich im "Itchy Witchy" trifft....

Die Geschichte lässt sich sehr schnell lesen, doch genauso schnell vergisst man sie wieder...leider! So richtig gefesselt hat mich weder die Story, noch der Schreibstil der Autorin. Der Crime Hintergrund fehlte fast komplett, auch wenn die eine oder andere Hexe in Flammen aufging und man den "Täter" suchte. Doch Polizeiermittlungen konnte ich keine im Buch finden.
Ein Hexenzirkel, ein Hexenjäger und ein paar Gestaltenwandler machen nicht unbedingt ein gutes Buch aus - vorallem wenn er als Krimi mit übersinnlichen Elementen verkauft wird.
Im Allgemeinen hatte ich das Gefühl, dass hier einige Themen auf knappe 286 Seiten gequetscht wurden, die jedoch nur an der Oberfläche gekratzt haben.

Auch die Charaktere bleiben sehr oberflächlich. Außer zu Julie erfährt man kaum Hintergründe zu den Figuren. Sie können willkürlich ausgetauscht werden. Ich konnte zu keinen der Charaktere irgend eine Beziehung aufbauen und kann leider nur sagen, dass mich dieses Buch so gar nicht überzeugen konnte. Ich werde die Reihe definitiv nicht weiter verfolgen...

Fazit:
Ich hatte mir hier mehr Krimi erhofft, vorallem nach dem Untertitel des Reihenerstlings. Leider wandelt die ganze Story sehr an der Oberfläche dahin und vermag auch nicht wirklich zu fesseln, obwohl man sie schnell weglesen kann. Genauso schnell ist die Geschichte aber auch wieder vergessen. Vielleicht ist sie für Urban Fantasy Leser besser geeignet...
Ich werde die Reihe nicht weiter verfolgen und kann sie leider nicht empfehlen.

Mein Dank geht an den Dryas Verlag und an die Autorin für das Rezensionsexemplar!

Von Elise - Verena Maria Kalmann




    • Taschenbuch: 444 Seiten
    • Verlag: Tinte & Feder (13. Juni 2017)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 154204619X
    • ISBN-13: 978-1542046190
    • Genre: Familiensaga



Amazon Kurzbeschreibung:
Im Januar 2014 zieht die Geigerin Valerie Mollwitz von München nach Paris, um den Posten der zweiten Konzertmeisterin in einem Orchester anzutreten und die gescheiterte Beziehung zu ihrem Exfreund zu verarbeiten. Doch der Neuanfang in Paris entpuppt sich als wahre Katastrophe: Madame Prokova, die erste Konzertmeisterin, begegnet ihr feindselig, Freunde hat sie nicht und aufgrund mangelhafter Sprachkenntnisse kann sie den Alltag kaum bewältigen. In dieser verfahrenen Situation findet sie das Tagebuch ihrer Urgroßtante Elise in den Hohlräumen ihres geerbten Biedermeiersofas. Die Lektüre führt Valerie in das beschauliche Bonn des Jahres 1914, wo sich die junge Pianistin Elise in den attraktiven Geiger Karl verliebt. Die beiden Musiker schmieden Pläne für eine gemeinsame Zukunft, doch dann bricht der Erste Weltkrieg aus und ihr Leben nimmt eine dramatische Wendung.

Meine Bewertung: * * * * *

♥♥♥ Lieblingsbuch-Status ♥♥♥
 
Buch zur Weltenbummler Challenge


Meine Meinung:
Diesen wunderbaren Roman durfte ich wieder im Rahmen einer Leserunde bei Lovelybooks lesen und ich freue mich sehr, dass ich die Möglichkeit hatte dieses Buch zu lesen, denn es gehört eindeutig zu meinen Highlights des Jahres.
Wie man aus dem Titel schon vermuten kann, spielt der Debütroman von Verena Maria Kalmann in der Welt der klassischen Musik. Einmal angefangen konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Man versinkt sofort in der Welt der Musik...

Über hundert Jahre spielt die Geschichte zweier Frauen, Großtante und Nichte, beides Musikerinnen. Die Erzählung aus der Gegenwart beginnt im Januar 2014. Die Geigerin Valerie Mollwitz steht vor den Scherben ihrer Beziehung, als sie ein interessantes Angebot aus Paris erhält. Sie soll als zweite Konzertmeisterin auf Probe in einem Orchester mitwirken. Nach dem Betrug ihres Freundes Adrian, sowie keinerlei weiteren Jobaussichten in München, nimmt sie das Angebot an. Valerie findet jedoch mit ihren unzureichenden Sprachkenntnissen sehr schwer Anschluss. Madam Prokova, die erste Konzertmeisterin, ist ein wahrer Drachen und der Leistungsdruck enorm. Ihre zur Verfügung gestellte Wohnung ist unzureichend geheizt und schmutzig. Valerie hat nur wenige Dinge aus München mitgenommen. Eines davon ist das Biedermeiersofa ihrer Urgroßtante Elise, das bei der Übersiedlung beschädigt wurde. Darin findet sie ihr altes Tagebuch, in dem Elise genau vor 100 Jahren angefangen hat über ihr Leben zu schreiben....
Im Jahr 1914 ist Elise gerade 21 Jahre alt und lebt mit ihren Eltern, ihrer älteren Schwester Marie, Bruder Max und ihrer jüngeren Schwester Lotte in Bonn und ist Pianistin. Als sie den Geiger Karl Lambrecht kennenlernt, ist es Liebe auf den ersten Blick. Beim gemeinsamen musizieren und ihrer Liebe zu Beethoven nähern sich die Beiden langsam an. bald sind die Beiden verlobt und die Hochzeit ist für den Herbst geplant. Doch nur wenige Monate später bricht der erste Weltkrieg aus und Karl muss an die Front.....

Die Geschichte wechselt stetig zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Die Musik, die Liebe und die Familie stehen dabei in beiden Zeitebenen im Mittelpunkt. Valerie lernt durch die Lektüre des Tagesbuches aus der Stärke ihrer Urgroßtante und beginnt sich ihren Problemen zu stellen. Der Blick hinter die Kulissen eines Orchesters, sowie eindeutiges Mobbing, werden sehr realitätsnah beschrieben. Aber nicht nur Valerie kämpft mit dem Leistungsdruck und ihrer Einsamkeit. Elise hat in der Vergangenheit viele Schicksalschläge zu verkraften. Die Not während des Krieges und der große Verlust fordern ihr sehr viel ab.
Mir passiert es selten, dass ich bei einem Buch weinen muss, im Gegesnatz zu Filmen, wo ich sehr nah am Wasser gebaut bin. Doch "Von Elise" konnte mich so berühren, dass ich nach einem bestimmten Abschnitt sehr stark mit den Tränen kämpfen musste....

Die beiden Handlungsstränge rund um Elise und Valerie sind perfekt miteinander verwoben und ergeben zum Ende hin ein perfektes, abergundetes Bild. Mich konnten beide Zeitebenen absolut überzeugem, was bei mir äußerst selten vorkommt, da der Vergangenheitsstrang zu 99% immer besser punktet. Es kommt selten vor, dass mich ein Autor/eine Autorin auf beiden Zeitebenen überzeugen kann. Verena Maria Kalmann ist dies bereits in ihrem Debütroman gelungen - bravo!

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist sehr emotional, bildreich und lässt sich wunderbar lesen. Das einzige kleine Manko, das mir aufgefallen ist, sind die manchmal etwas hölzernen Dialoge. Das ist aber Kritik auf hohem Niveau.
Die Musik bildet vom Anfang bis zum Ende den gemeinsamen roten Faden. Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht von Valerie in der dritten Person, sowie aus der Sicht von Elise in Form von Tagebucheinträgen in der Ich-Form, erzählt.

Fazit:
Wie sich vom Titel und Cover bereits ableiten lässt, dreht sich hier viel um Musik. Aber auch für Leser, die Familiensagen und Romane auf zwei Zeitebenen lieben und nicht viel mit Musik zu tun haben, werden diesen Roman lieben! Verena Maria Kalmann ist ein bewegender Roman gelungen, der mir wunderbare und sehr emotionale Lesestunden bereitet hat. Dieser Roman gehört eindeutig zu meinen Lesehighlights des Jahres! Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung!


Vielen Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar!

Unsere Tage am Ende des Sees - Linda Winterberg



    • Taschenbuch: 432 Seiten
    • Verlag: Aufbau Taschenbuch; Auflage: 1 (6. November 2017)
    • ISBN-10: 3746633540
    • ISBN-13: 978-3746633541
    • Genre: Gegenwartsliteratur


Aufbau Kurzbeschreibung:
Nach fünfundzwanzig Jahren der Trennung steht Hanna plötzlich zum ersten Mal wieder ihrer Mutter gegenüber. Damals sah Hanna keinen anderen Ausweg, als von ihrem Zuhause fortzugehen – und ließ damit auch Alexander zurück, ihre erste große Liebe. Einen Sommer lang trafen sie sich Tag für Tag auf dem Steg am Ende des Sees. Ihre Flucht ermöglichte Hanna ein neues Leben, doch Alex hat sie nie vergessen. Und nun findet sie heraus, dass auch er nicht aufgehört hat, an sie zu denken ...

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Hanna fällt in ein tiefes Loch nachdem ihr Mann Maurice vor ein paar Monaten tödlich verunglückt ist und nun Tochter Christina für ein Auslandsjahr in die USA geht. Das gemeinsame Haus in Hamburg steht zum Verkauf, da es für Hanna zu viele Erinnerungen birgt. Sie bringt auch die Kraft nicht auf, zurück in ihren Job zu gehen und überlegt, wie ihr zukünftiges Leben aussehen soll. Da erhält sie nach 25 Jahren eine Nachricht von ihrer Mutter auf ihrer Mailbox. Soll sie zurückrufen und sich bei ihr melden? Damals hat Hanna jeglichen Kontakt zu ihr abgebrochen. Ungern erinnert sie sich an ihre Jugendzeit zurück. Wie es zu diesem großen Bruch kommen konnte wird im zweiten Erzählstrang, der im Jahre 1990 spielt, erzählt.

"Unsere Tage am See" ist das erste Buch von Nicole Steyer, die hier unter ihrem Pseudonym Linda Winterberg schreibt, das in der Gegenwart spielt bzw. im Vergangenheitsstrang nur 25 Jahre zurück, in die Neunziger Jahre, geht. Die damals 16jährige Hanna erlebt zu dieser Zeit ihre erste große Liebe, die ihr Halt gibt. Ihre Mutter Gabi ist seit der Trennung von ihrem Vater in eine tiefe Depression verfallen und greift immer mehr zur Flasche. In der Folge verliert sie ihre Arbeit und gerät in eine teuflische Spirale, aus der sie sich nicht mehr befreien kann. Hanna ist vollkommen auf sich gestellt und trägt eine sehr schwere Last auf ihren Schultern. Als Tochter einer Alkoholikerin ist sie im kleinen Dorf schnell ausgegrenzt. Statt dem Teenager und der Mutter zu helfen, erleben die Beiden nur Gehässigkeiten. Bis auf ihre Nachbarin Erna, ihrem Onkel Max und ihrer großen Liebe Alex hat Hanna keinerlei Unterstützung....

Bei mir dauerte ein bisschen, bis ich richtig in die Geschichte hineinfinden konnte, doch dann ist man wirklich mitten drin. Anfangs erlebt man Hanna in der Gegenwart. Durch die Rückkehr ins kleine Dorf bei München Verfolgt der Leser die ersten zaghaften Annäherungsversuche. Beide versuchen ihre schwierige Mutter-Tochter Beziehung aufzuarbeiten. Immer wieder denkt Hanna auch an ihre verlorene Liebe von damals. In ihrer Einsamkeit beherrscht Alex noch immer ihre Gedanken, besonders seit sie wieder zurück in München in ihrem ehemaligen Elternhaus ist. Als sie im Briefkasten beim Bauwagen am See Briefe von Alex findet, die er ihre jahrelang geschrieben hat, hofft sie auf ein Wiedersehen...

Die Autorin hat eine sehr bewegende Geschichte geschrieben, die sich näher mit der Krankheit des Alkoholimus auseinandersetzt. Dabei erzählt Winterberg sehr offen und ohne Beschönigung über die Suchtkrankheit. Man spürt die Verzweiflung der jungen Hanna, die ihrer Mutter beisteht, zwischen den Zeilen. Immer wieder keimt Hoffnung auf, doch die Enttäuschung folgt schon kurz hinterher. Die ganze Verwantwortung liegt auf ihren jungen Schultern. Nur ihre junge Liebe zu Alex, den sie regelmäßig am nahegelegenen See trifft, ist ihr einziger Lichtblick und gibt ihr Kraft.

Die Charaktere sind sehr lebendig. Die Gefühlswelt von Hanna wird in beiden Handlungssträngen sehr realistisch dargestellt. Sowohl Gabi, als auch Hanna, stellen sich nicht ihren Problemen, sondern flüchten vor ihnen. Die Versuche, sich damit auseinanderzusetzen, scheitern. Das Lügengebäude wird immer höher und droht zusammenzubrechen.....
Auch die wenigen Nebencharaktere waren überzeugend dargestellt. Mit der liebenswürdigen, aber auch sehr neugierigen Nachbarin Erna, hat die Autorin einen zusätzlichen tollen Charakter erschaffen.

Den Schluss fand ich etwas abrupt und hier hätte ich mir gerne noch ein paar mehr Erklärungen gewünscht. Auf der anderen Seite kann man sich als Leser auch sehr in die Geschichte und die Emotionen hineinversetzen und kann seine eigenen Spekulationen über das Ende anstellen. Es ist kein vollständiges offenes Ende, sondern die Autorin lässt nur einen kleinen Teil unbeantwortet. Damit kann ich leben!

Schreibstil:
Linda Winterberg schreibt sehr flüssig und einnehmend. Die Autorin konnte mich mit ihrer emotionalen Erzählweise an die Seiten fesseln. Die Charaktere sind authentisch und wurden sehr realistisch dargestellt. Die beiden Erzählsträngefinden in der Folge perfekt zueinander.

Fazit:
Eine bittersüße und bewegende Geschichte um Problembewältigung, Sucht und eine schwierige Mutter-Tochter-Beziehung. Die angesprochene Liebesgeschichte bildet den roten Fanden im Buch, bleibt aber sehr im Hintergrund. Kein Heile-Welt-Roman, sondern mehr Drama mit einem Schuss Gefühl.

Vielen Dank an den Aufbau-Verlag für das Rezensionsexemplar, an Lovelybooks für die Leserunde und an die Autorin für die interessanten Inputs.

Kleine große Schritte - Jodie Picoult



    • Gebundene Ausgabe: 592 Seiten
    • Verlag: C. Bertelsmann Verlag (2. Oktober 2017)
    • Übersetzer: Elfriede Peschel
    • ISBN-10: 3570102378
    • ISBN-13: 978-3570102374
    • Originaltitel: Small Great Things
    • Genre: Gegenwartsliteratur


C. Bertelsmann Kurzbeschreibung:
Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist …

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Jodie Picoult gehört bereits seit Jahrzehnten zu meinen Lieblingsautorinnen. Ihre letzten Romane konnten mich allerdings nicht mehr ganz so überzeugen, wie etwa meine Lieblingsromane "19 Minuten" und "Beim Leben meiner Schwester".
Mit "Kleine große Schritte" hat fast zu ihrer alten Form zurückgefunden, auch wenn ich dafür keine 5, sondern 4 Sterne vergeben kann. Dafür hat mir doch noch einiges gefehlt...
Bei ihrem neuen Roman hat Picoult teilweise wieder zu altbewährtem gegriffen: Ein kontroverses Thema, das selten von anderen Autoren aufgegriffen wird. Teilweise deshalb, weil es hier um Rassismus in kleinen und großen Dosen geht und dieser doch immer wieder in Büchern verwendet wird. So haben wir diesmal also keine Thematik wie Organspende, Glasknochenkrankheit oder Amoklauf, sondern ein seit Ewigkeiten andauerndes Problem: Rassismus. Zu diesem Thema hatte ich dieses Jahr schon das Jugendbuch "The Hate U Give" gelesen, das aber nicht vergleichbar ist, weil es ein anderes Zielpublikum anspricht und auch die Sprache dementsprechend angepasst ist. Wer Jodie Picoult kennt, der weiß, dass sie sich gerne schwierigen Themen annimmt und diese aus verschiedenen Blickwinkel beschreibt. Auch diesmal legt die Autorin sehr viel Wert auf ihre Charakterbeschreibungen und lässt uns in die Köpfe ihrer sehr unterschiedlichen Figuren blicken.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Ruth, Kennedy und Turk in der Ich-Form erzählt. Zuerst begegnen wir Ruth Jefferson. Sie ist Mitte Vierzig, Witwe, Mutter eines 16-jährigen Sohnes und arbeitet als Hebamme und Säuglingsschwester. Sie liebt ihren Beruf, in dem sie auch sehr gut ist. Nicht umsonst ist sie die einzige farbige Schwester im Mercy West Haven Hospital. Bis zu ihrem Aufeinandertreffen mit dem Ehepaar Bauer hatte sie keine offensichtlichen Probleme wegen ihrer Hautfarbe. Doch die Bauers untersagen ihr deswegen jeglichen Kontakt zu ihrem Baby. Als der kleine Davis nach einem harmlosen Eingriff plötzlich Atemnot bekommt, ist Ruth die Einzige auf der Station, da ihre Kolleginnen zu einer Not-OP gerufen wurden. Soll sie sich der Anweisung beugen und sich wirklich von Davis fernhalten oder soll sie eingreifen? Ruth gerät in einen Gewissenskonflikt. Als das Baby stirbt, schiebt das Krankenhaus die alleinige Verantwortung auf Ruth, die des Mordes angeklagt wird.
 

Mir tat Ruth leid, aber ich konnte nicht immer ihre Gedanken nachvollziehen und auch keine wirkliche Nähe zu ihr aufbauen. Es blieb eine Distanz, dessen Ursprung ich nicht genau benennen kann. Ähnlich erging es mir bei Kennedy, ihre Pflichtverteidigerin. Diese ist eine priviligierte weiße Frau, die sich selbst nicht als rassistisch beschreibt. Durch diesen Fall erfährt sie allerdings einen Wandel, der auch bei ihr Umdenken hervorbringt. Doch auch bei ihr spürte ich eine Distanz beim Lesen. Einzig bei Turk konnte Picoult Emotionen bei mir hervorrufen. Normaler Weise versteht es die Autorin beide Seiten so darzustellen, dass man sich schwer auf nur eine Seite schlagen kann und sich in einer Zwickmühle befindet, da man beide Ansichten mehr oder weniger verstehen kann. Hier war das für mich kaum durchführbar. Den Schmerz, den Turk durch den Tod seines Sohnes erfährt, kann man irgednwie nachvollziehen, aber nicht wie er damit umging. Von seinen radikalen Ansichten war ich geschockt. Bei Turk konnte ich die meisten Emotionen freilassen, auch wenn es fast nur negative waren. Hier konnte mich die Autorin wirklich packen und die Darstellung des jungen Rechtsradikalen ist ihr sehr gut gelungen. Es gab auch interessante Einblicke in die rechtsradikale Szene. Interessant fand ich noch, dass Turk Bauer eine farbige Staatsanwältin zugesprochen bekam, was noch etwas mehr Pfeffer in die Geschichte bringt.

Mit viel Fingerspitzengefühl wird der Gerichtsprozess erzählt, der erst im letzten Drittel zu tragen kommt. Wie gewohnt steckt hier sehr viel Enthusiasmus drinnen und man verfolgt gebannt die verschiedenen Zeugenaussagen. Dieser Teil ist mit Abstand der Beste des Romans.

Auch wenn es für die Autorin laut ihrem Nachwort ihr wichtigstes Buch war, konnte es mich nicht gänzlich überzeugen. Picoult schreibt aus ihrer eigenen Sicht, wie sie im letzten Teil des Romans erklärt. In der Figur der Verteidierin Kennedy beschreibt sie eine weiße priviligierte Frau, wie sich selbst und erklärt, dass Rassismus in verschiedenen Bereichen gelebt werden kann. Manche davon sind uns Weißen gar nicht bewusst  und dieser bereits in kleinen alltäglichen Dingen beginnt. Die Welt ist noch immer für Weiße "aufgebaut". Picoult versucht den Leser mit für uns unwesentlichen Dingen auf die Diskriminerung hinzuweisen: Wie viele Bilderbücher gibt es mit farbigen Kindern? Wo sind die Werbespots mit farbigen Frauen? Hier könnte man allerdings auch gleich hinzufügen, wo eigentlich die weiblichen Wesen mit normalen Körpermaßen sind.... Das ist zwar eine andere Geschichte - jedoch genauso eine Diskriminierung, finde ich.
Man sieht, man begegnet Ausgrenzung und Rassismus eigentlich jeden Tag auf unterschiedlichste Weise. Genau darauf geht die Autorin ein und nicht nur auf die rechtsradikalen Werte eines Turk Bauer, der einer farbigen Säuglingsschwester verbietet sein Baby anzufassen.
Das Ende hat mich ebenfalls nicht ganz zufrieden gestellt. Dazu kann ich aber nicht mehr sagen, da ich sonst spoilern würde...
Das hört sich jetzt alles eigentlich viel negativer an, als ich es empfunden habe, denn Picoult gehört weiterhin zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Vielleicht bin ich deswegen umso kritischer...?
Insgesamt hat mir der Roman nämlich sehr gut gefallen und Picoult hat es wieder geschafft, dass man sich auch nach dem Beenden des Buches noch weiter mit der Geschichte auseinandersetzt und diese einem nicht so schnell loslässt...

Cover :

Puh....was für eine Menge! Hier sieht man natürlich auch, dass Jodie Picoult eine internationale Bestsellerautorin ist.
Von links nach rechts könnt ihr die Cover aus folgenden Ländern sehen: Polen, Italien, drei englischsprachige Cover, aus Portugal, Tschechien und Griecheland. Sehr interessant finde ich, dass die Tschechen wieder mal den Namen der Autorin "eintschechen"! =) Sie heißt hier Jodi Picoultová

Fazit:
"Kleine große Schritte" ist ein weiterer Roman von Jodi Picoult, der unter die Haut geht und der sich mit unangenehmen Themen auseinandersetzt. Diesmal gelang es mir aber nicht ganz, ihren Figuren näher zu kommen. Ich hatte immer ein Gefühl von Distanz. Trotzdem bleibt der Roman auch noch Tage nach dem Beenden im Gedächtnis und regt zum Nachdenken an. Für Picoult Fans wie mich, aber auf jeden Fall ein Must-Read.
Mein Dank gilt dem C. Bertelsmann Verlag und dem Bloggerportal für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

 

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