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Dunkles Wasser - Charlotte Link

    Die Bildrechte liegen beim Verlag
     


    • Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
    • Verlag: ‎ Blanvalet Verlag; Originalausgabe Edition (21. August 2024)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3764504439
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3764504434
    • Genre: Kriminalroman, Thriller
    • Reihe: ja - Band 5 der Kate Linville Reihe



Blanvalet Kurzbeschreibung:
Eine stürmische Nacht an der Westküste Schottlands. Zwei Familien, die in einer Bucht zelten, werden im Schlaf von mehreren vermummten Männern überfallen. Die Gewalt eskaliert, am Ende überlebt nur Iris, die älteste Tochter einer der Familien, weil es ihr gelingt sich zu verstecken. Die Kilbride-Morde, wie sie von da an genannt werden, können nicht aufgeklärt werden. Viele Jahre später wird Iris plötzlich von einem unheimlichen Stalker verfolgt. Kurz darauf verschwindet ihre Freundin auf einer gemeinsamen Ferienreise spurlos. Opfer eines Verbrechens, das eigentlich Iris galt? Zufällig trifft Iris auf Ex-Inspector Caleb Hale. Zusammen mit Kate Linville beginnt er zu ermitteln und gerät, auch persönlich, immer tiefer in einen Albtraum ...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Weiter geht es mit der Kate Linville Reihe von Charlotte Link, die meiner Meinung von Band zu Band immer spannender wird.
"Dunkles Wasser" könnte man auch alleinstehend lesen, aber ich würde trotzdem empfehlen die Bücher der Reihe nach zu lesen, vor allem weil man Kates Entwicklung und ihren Charakter so besser versteht.

Iris Shaw ist eine junge Frau mit einer verstörenden Vergangenheit. Ihre gesamte Familie wurde während eines Campingurlaubes in Schottland bei einem Überfall auf brutalste Weise ermordet. Iris war damals 15 Jahre alt und hat als Einzige überlebt. Der Fall - die Kilbride Morde - wurde nie aufgelöst.
Mit einer neuen Identität ausgestattet, lebt sie mit einigen Ängsten und Phobien, abgeschieden in einem Haus am Waldrand. Plötzlich erhält sie Drohbriefe und wird gestalkt. Als sie mit einer Freundin in den Sommerurlaub nach Frankreich aufbricht, verschwindet diese  auf mysteriöse Weise. Iris ist völlig außer sich, als sie auf Ex-Inspektor Caleb Hale trifft, der sich ihrer annimmt. Caleb bittet Kate um Hilfe, die gerade in einem schwierigen Fall steckt, einem Kindermord. Sie wird jedoch, nach einer Beschwerde vom frauenfeindlichen Vater des toten Mädchens, vom Fall abgezogen und beginnt den Cold Case von damals neu aufzurollen...

Obwohl der Thriller im Hochsommer spielt, ist die Atmosphäre durchgehend dunkel und düster. Das beginnt mit dem Prolog, der den brutalen Mord an Iris Familie und an einem weiteren campierenden Pärchen beschreibt und endet an der windgepeitschten und regnerischen Küste vor Schottland. 
Kate und Calebs freundschaftliche Beziehung steht ebenfalls unter großer Anspannung und wird noch schlechter, als sich Caleb in Iris verliebt.

Link erzählt auf verschiedenen Handlungsstränge. Neben der Handlung in der Gegenwart, gibt es Rückblenden ins Jahr 2008 mit weiteren Details zur grausamen Tatnacht und man bekommt ebenfalls einen Einblick in die Gedanken des Täters. 

Der Schreibstil ist wie immer detailreich und man spürt die Emotionen der Charaktere sehr deutlich. Kate muss in diesem Band mit vielen persönlichen Schicksalsschlägen zurechtkommen, was die Stimmung ebenfalls drückt. 
Charlotte Link hat einige sehr überraschende Wendungen eingebaut, die die Spannung vor allem im letzten Drittel enorm ansteigen lässt. Wegen Kates Scharfsinn und ihrem Durchhaltevermögen wird der Cold Case aufgeklärt. Ein besonderes Ereignis hat mich zutiefst erschüttert und das Ende lässt einem fassungslos zurück. 
Für mich der bisher beste Fall der Reihe!

Fazit:
Ein komplexer und spannender neuer Fall für Kate Linville, der den Leser fassungslos zurücklässt. Charlotte Link steigert sich von Band zu Band und hat mit "Dunkles Wasser" einen sehr komplexen und wendungsreichen Krimi/Thriller geschrieben, der Fans der Reihe verstören wird.


Die Reihe um Kate Linville:
  1. Die Betrogene  *Rezi*
  2. Die Suche   *Rezi*
  3. Ohne Schuld  *Rezi*
  4. Einsame Nacht  *Rezi*
  5. Dunkles Wasser  

Einsame Nacht - Charlotte Link

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Gebundene Ausgabe: 592 Seiten
    • Verlag: Blanvalet Verlag; Originalausgabe Edition (14. September 2022)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3764508140
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3764508142
    • Genre: Krimi 
    • Reihe: ja - Band 4 der Kate Linville Reihe


Blanvalet Kurzbeschreibung:
Mitten in den einsamen North York Moors fährt eine junge Frau allein in ihrem Wagen durch eine kalte Dezembernacht. Am nächsten Morgen findet man sie ermordet auf, in ihrem Auto, das fast zugeschneit auf einem Feldweg steht. Es gibt eine Zeugin, die beobachtet hat, dass ein Mann unterwegs bei ihr einstieg. Ihr Freund? Ein Fremder? Ihr Mörder? Kate Linville beginnt mit ihren Ermittlungen und ist schnell auf einer Spur, die in die Vergangenheit führt, zu einem Cold Case, in dem Caleb Hale damals ermittelt hat und der nie gelöst werden konnte …

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Band 4 spoilert auf den dritten Band! Deshalb empfehle ich die Reihe von vorne zu lesen!

Meine Meinung:
Einsame Nacht ist der vierte Band rund um die Reihe von Detective Sergeant Kate Linville und der für mich bisher beste. Trotzdem gibt es auch Kritik meinerseits.
Jedes Buch der Reihe ist zwar in sich abgeschlossen, dennoch würde ich empfehlen die Reihenfolge einzuhalten. Vorallem auf Band 3 wird diesmal oft zurückgeblickt und der Täter sogar namentlich genannt. Wer sich nicht spoilern möchte, beginnt deshalb am besten mit Band Eins.

Der Prolog hat es diesmal richtig in sich. Er führt uns in die Vergangenheit und zu einem wirklich grausamen Mord. Damit hat mich Charlotte Link sofort gepackt.
Danach sind wir im Handlungsstrang der Gegenwart. Nachdem DCI Caleb Hale aus den Polizeidienst ausscheidet, hat Kate mit Pamela eine neue Vorgesetzte.
Kates erster Fall unter Pamela führt sie zu einem abgestellten Wagen, in dem man die Leiche einer jungen Frau findet, die mit unzähligen Messerstichen getötet wurde. Als Leser wissen wir, dass es eine Zeugin gibt, die hinter der Frau gefahren ist und gesehen hat, wie ein Mann plötzlich mitten auf der Straße ihren Wagen anhält und ins Auto steigt. Doch diese Zeugin hat nicht vor eine Aussage bei der Polizei zu machen.....

Zwischen den Mordfällen erhält der Leser noch Einblicke in das Leben eines stark übergewichtigen Jugendlichen. Seine Geschichte wird nach und nach aufgerollt und ist das verbindende Glied zwischen den Morden.

Charlotte Link hat mit dem vierten Kate Linville Krimi wieder eine sehr komplexe Story aufgebaut. Die Autorin bleibt ihrem bewährten Erfolgsrezept treu und verwebt viele ineinandergreifende Handlungsstränge, die jedoch durch eine nicht allzu hohe Personenanzahl überschaubar sind. Die Figuren scheinen auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun zu haben, was allerdings täuscht. Erzählt wird aus unterschiedlichen Perspektiven.
Link gelingt es besonders gut über das Innenleben von Menschen zu erzählen, die in der breiten Masse keinen Platz finden oder gesellschaftlich isoliert sind. Sie gibt dem Leser Einblicke in die Gefühlswelt dieser Figuren.
Dennoch ist nichts so, wie es auf den ersten Blick erscheint. Charlotte Link hat viele falsche Fährten gelegt.

Pamela, die neue Vorgesetzte von Kate ist selbstbewusst, vorschriftstreu und erklärt ihr zu Beginn, dass sie keinerlei Einzelgänge respektiert. Hier kommt ein weiterer großer Kritikpunkt, denn genau diese regelkonforme Chefin verhält sich plötzlich derart leichtsinnig und gegen ihre Prinzipien, dass es einfach nur unglaubwürdig wirkt. Und sie ist in diesem Krimi auch nicht die Einzige, die Alleingänge heraufbeschwört....

Obwohl dieser Krimi 592 Seiten hat, wurde mir nicht wirklich langweilig. Trotzdem fand ich einige Zufälle etwas zu konstruiert und die Kürzung einiger Seiten hätten der Geschichte sicher gut getan.
Die Stimmung ist generell ziemlich depressiv. Kate scheint leider nicht aus ihrem Tief zu kommen und ihr Selbstbewusstsein ist einfach nicht vorhanden. Diese A-typischen psychischen Probleme der Figuren, die oftmals bei skandinavischen Thriller zu finden sind, schreibt Charlotte Link ihren Figuren wiederholt auf den Leib. Ich hoffe aber noch immer, dass sie Kate in Zukunft vielleicht etwas positiver präsentieren wird.....

Trotz der  vielen angeführten Kritikpunkte hat mich der Krimi jedoch bestens unterhalten und die 592 Seiten waren schneller gelesen, als ich dachte.

Die Reihe steigert sich von Band zu Band, auch wenn es einige typische und klischeehafte Handlungen gibt. Ich werde auf jeden Fall weiterlesen und hoffe, dass Charlotte Link Kate Linville endlich etwas selbstbewusster und positiver erscheinen lässt.

Fazit:
Der bisher beste Krimi der Reihe, jedoch auch etwas konstruiert und von der Stimmung her sehr depressiv. Trotzdem gut zu lesen, spannend und mit vielen falschen Fährten ausgestattet. Hier ist vieles nicht so, wie es scheint....

Die Reihe um Kate Linville:

  1. Die Betrogene  *Rezi*
  2. Die Suche   *Rezi*
  3. Ohne Schuld  *Rezi*
  4. Einsame Nacht

Ohne Schuld - Charlotte Link

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

     

    • Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
    • Verlag: Blanvalet Verlag; Originalausgabe Edition (2. November 2020)
    • ISBN-10 : 3764507381
    • ISBN-13 : 978-3764507381
    • Genre: Krimi
    • Reihe: ja - Band 3 der Kate Linville Reihe



Blanvalet Kurzbeschreibung:
Ein wolkenloser Sommertag, die Hitze drückt aufs Land. Im Zug von London nach York zielt ein Fremder mit einer Pistole auf eine Frau. Sie entkommt in letzter Sekunde. Zwei Tage später: Eine junge Frau stürzt mit ihrem Fahrrad, weil jemand einen dünnen Draht über den Weg gespannt hat. Sie ist sofort bewusstlos. Den folgenden Schuss hört sie schon nicht mehr. Die Frauen stehen in keiner Verbindung zueinander, aber die Tatwaffe ist dieselbe. Kate Linville, neu bei der North Yorkshire Police, wird sofort in die Ermittlungen hineingezogen. Sie kommt einem grausamen Geheimnis auf die Spur und gerät selbst in tödliche Gefahr. Denn der Täter, der eine vermeintliche Schuld rächen will, gibt nicht auf … 

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

 Band 3 kann unabhängig vom ersten Band gelesen werden und ist spoilerfrei!

Meine Meinung:
Charlotte Link hat mit dem dritten Band ihrer Kate Linville Reihe den bisher besten geschrieben. Spannend von der ersten bis zur letzten Seite und trotz ihrer etwas eigenwilligen Ermittlerin ein richtiger Pageturner. Es gibt aber auch ein paar Kritikpunkte von meiner Seite.

Kate will in Kürze ins Haus ihres Vaters einziehen und wechselt von Scotland Yard in London zur North Yorkshire Police, um mit DCI Caleb Hale zusammenzuarbeiten. Doch bevor sie an ihrer neuen Arbeitsstelle in Scarborough ankommt, will sie das Abschiedsgeschenk ihrer Kollegen einlösen: ein Wellness Wochende. Gemeinsam mit ihrem Freund Colin sitzt sie ohne große Vorfreude im Zug, als plötzlich ein Mann mit einer Pistole auf eine Mitreisende zielt. Kate greift ein und verbarrikadiert sich mit der Frau auf der Toilette. Der Täter kann flüchten.

Auch DCI Caleb Hale erlebt gerade alles andere als einen erfolgreichen Tag. Er wird zu einem Sondereinsatz gerufen, der in einer Familientragödie endet. Calebs Kollege, Robert Stewart, der auf seinen Posten spekuliert, hilft etwas nach und erwähnt Calebs Alkoholismus. Er wird vom Dienst suspendiert und Robert sein Nachfolger. Als Kate in Sacraborough ankommt, ist sie nicht erfreut darüber, denn eigentlich hatte sie auch wegen Caleb gewechselt. Der neue Chefinspektor ist ihr auch nicht besonders gewogen und hält nichts von ihren "Bauchgefühlen".
Kate hat keinerlei Zeit sich einzugewöhnen, denn kaum angekommen, bekommen die Beiden einen neuen Fall zu bearbeiten. Auf die junge und beliebte Lehrerin Sophia Lewis wird ein Mordanschlag verübt. Bei ihrer täglichen Radrunde wird sie durch einen über die Straße gespannten Draht gestoppt. Sie wird schwer verletzt und hört den darauffolgenden Schuss, der auf sie abgegeben wird, nicht mehr.
Kate und Robert suchen nach einer Verbindung zwischen den beiden Mordanschlägen im Zug und auf die Radfahrerin, denn die Mordwaffe ist dieselbe. Die Suche gestaltet sich extrem schwierig und das Team tappt völlig im Dunkeln. Als eine weitere Frau verschwindet, wird die Zeit knapp.

Zwischen den Mordfällen erhält der Leser noch Einblick in das Leben eines älteren Mannes namens Oliver. Seine Geschichte wird nach und nach aufgerollt und ist das verbindende Glied zwischen den Morden.

Charlotte Link hat mit ihrem dritten Kate Linville Krimi eine komplexe Story aufgebaut. Es gibt viele ineinandergreifende Handlungsstränge, die jedoch durch die nicht allzu hohe Personenanzahl überschaubar ist. Die kurzen Kapitel verleiten zum "eines muss ich noch lesen. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und eher einfach, passend zu einem Krimi oder Thriller.
Was mich an vielen Krimis stört, sind die ewig verkorksten, meistens depressiven und alkoholabhängigen Ermittler. Oftmals findet man sie in skandinavischen Büchern, aber auch immer mehr in anderen. Ich kann sie einfach nicht mehr "sehen". Genauso wie die Alleingänge, die die hauptermittelnden Charaktere immer wieder tätigen - nicht nur im Buch, sondern auch in der Filmwelt. Irgendwann hat man genug davon und genau dieses alleinige Eingreifen habe ich auch bei meinen zuletzt gelesenen Krimi bekritelt. Auch Charlotte Link greift zu beiden Klischees.

Das Ende ist spannend, aber einige Verhaltensweisen, wie die von Alice, fand ich eher unglaubwürdig. Auch das englische Lokalkolorit hat mir gefehlt. Der Krimi hätte in jeden beliebigen Land spielen können. Ansonsten hat mich Charlotte Lins neuer Geschichte aber sehr gut unterhalten und ich hatte fesselnde Lesestunden.

Fazit:
Ein sehr komplexer Krimi, den es nicht an Spannung fehlt. Einige kleinere Unglaubwürdigkeiten und leider gar kein englisches Lokalkolorit sind meine zusätzlichen Kritikpunkte. Trotzallem für mich der beste Teil bisher mit packenden Inhalt.

Die Reihe um Kate Linville:

  1. Die Betrogene  *Rezi*
  2. Die Suche   *Rezi*
  3. Ohne Schuld

Die Suche - Charlotte Link



    • Gebundene Ausgabe: 656 Seiten
    • Verlag: Blanvalet Verlag (1. Oktober 2018)
    • ISBN-10: 9783764504427
    • ISBN-13: 978-3764504427
    • Genre: Krimi
    • Reihe: ja - Band 2 mit Detective Kate Linville



Blanvalet Kurzbeschreibung:
In den Hochmooren Nordenglands wird die Leiche der ein Jahr zuvor verschwundenen 14-jährigen Saskia Morris gefunden. Kurze Zeit später wird ein weiteres junges Mädchen vermisst, die ebenfalls 14-jährige Amelie Goldsby. Die Polizei in Scarborough ist alarmiert. Handelt es sich in beiden Fällen um denselben Täter? In den Medien ist schnell vom Hochmoor-Killer die Rede, was den Druck auf Detective Chief Inspector Caleb Hale erhöht. Auch Detective Sergeant Kate Linville von Scotland Yard ist in der Gegend, um ihr ehemaliges Elternhaus zu verkaufen. Durch Zufall macht sie die Bekanntschaft von Amelies völlig verzweifelter Familie, wird zur unfreiwilligen Ermittlerin in einem Drama, das weder Anfang noch Ende zu haben scheint. Und dann fehlt plötzlich erneut von einem Mädchen jede Spur ...

Meine Bewertung: * * *undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Band 2 kann unabhängig vom ersten Band gelesen werden und ist spoilerfrei!

Meine Meinung:
In Charlotte Links zweiten Band um Detective Sergeant Kate Linville von Scotland Yard und DCI Caleb Hale, gerät die Ermittlerin rein zufällig in eine Entführungsgeschichte.
Kate ist zurück in Scarborough in North Yorkshire, um ihr Elternhaus zu entrümpeln und zu verkaufen. Ihre Mieter haben das Haus völlig verwüstet und verdreckt hinterlassen. Kate nimmt sich Urlaub und lässt es renovieren, um es anschließend von einem Makler gewinnbringend abzustoßen. In dieser Zeit quartiert sie sich in einem kleinen Bed&Breakfast bei der Familie Goldsby ein. Kurze Zeit später verschindet ihre Tochter Amelie spurlos. Am Tag zuvor wurde die Leiche der gleichaltrigen Saskia Morris im Hochmoor gefunden, die bereits vor einem Jahr verschwunden ist. Die Indizien sprechen dafür, dass Saskia bis vor kurzem noch gelebt hat. Einige Jahre zuvor ist die 14-jährige Hanna auf dem Heimweg ebenfalls nicht nach Hause zurückgekehrt und blieb bis heute verschwunden. Die Klatschpresse sucht bereits nach dem sogenannten "Hochmoorkiller". Kate lässt das Verschwinden von Amelie nicht los. Ihre Eltern wenden sich verzweifelt an sie, doch ihr sind die Hände gebunden. Der Fall liegt bei DCI Caleb Hale, der schon im ersten Band ihren Alleingang nicht befürwortet hat. Trotzdem beginnt Kate Nachforschungen anzustellen und ist auch als Einzige davon überzeugt, dass das Verschwinden von Hanna mit den neuen Taten zusammen hängt.

Der Prolog, der einige Jahre zurückreicht und in dem der Leser die 14jährige Hanna kennenlernt, hat mich sofort überzeugt und in die Geschichte hinein katapultiert. Danach wird es allerdings etwas langatmig und die Geschichte wird insgesamt künstlich in die Länge gezogen. Es gibt zu viele Wiederholungen und ich habe bereits in "Die Betrogene" verstanden, dass Kate voller Selbstzweifel und Selbsthass steckt. Man braucht nicht noch einmal zwanzig Wiederholungen in diesem Buch, damit jeder checkt wie Kate tickt. Als unscheinbare Frau, die keinerlei Freunde hat und sich durchs Leben kämpft, erscheint sie mir als Detecive Sergeant völlig ungeeignet. Man erfährt auch in diesem Buch nicht, welche Position sie bei Scotland eigentlich einnimmt. So bleibt sie trotz der vielen Wiederholungen um ihr mangelndes Selbstwertgefühl nur eine Schattenfigur, denn sehr viel mehr erfährt man über sie nicht. Als sympathische Protagonistin würde ich Kate ebenfalls nicht bezeichnen. DCI Caleb Hale wiederum erfüllt das typische Ermittlerklischee: Alkoholkrank und alleinstehend. Die Hauptprotagonisten haben sich kein bisschen seit dem letzten Band weiterentwickelt, was ich schade finde. Kate mischt sich wieder in Hale's Fall ein und ermittelt auf eigene Faust.

Zur Geschichte rund um die entführten Mädchen hat die Autorin so einige Charakter und Handlungsstränge aufgefahren. Neben der Familie rund um die entführte Amelie gibt es Einblicke in die Arbeit einer Sozialarbeiterin und der ebenfalls 14jährigen Mandy, die von zuhause ausreißt und natürlich auf der Liste der gefährdeten Opfer ganz oben steht. Hanna, das erste verschwundene Mädchen, ihr Vater und ihr Bekanntenkreis wird ebenso genau betrachtet, wie diverse Zeugen und Verdächtige. Es wird zwar nicht verwirrend und man kann allen Personen und Handlungssträngen gut folgen, doch einige davon laufen komplett ins Leere.
Im Großen und Ganzen ist der Krimi trotzdem spannend geschrieben. Die düstere Novemberstimmung hat die Autorin wieder sehr gut eingefangen. Trotzdem waren es mir zu viele Wiederholungen und 200 Seiten weniger hätten der Geschichte gut getan. Es wurden viele falsche Fährten gelegt, die mich miträtseln ließen und trotzdem überraschte mich die Autorin im letzten Drittel mit einem Täter, den ich so gar nicht auf dem Bildschirm hatte. Gerade am Ende folgte ein Showdown, der viel Spannung aufbaute, der aber so manches Handeln einiger Figuren für mich nicht wirklich schlüssig wirken ließ.

Schreibstil:
Auch dieser Krimi lässt sich trotz der künstlich in die Länge gezogenen Handlung gut und flüssig lesen. Charlotte Link erzählt aus verschiedenen Perspektiven ihrer Figuren. So begleiten wir Kate, die Mädchen und auch den Entführer selbst bei ihren Handlungen.

Fazit:
Beginn und Ende sind gelungen, doch in der Mitte gab es einige Längen. Zweihundert Seiten weniger hätten dem Krimi gut getan. Auch die Charaktere sind nicht wirklich einnehmend und zu viele Wiederholungen schmälern den Lesegenuss. Erst zum Ende hin kommt Spannung auf, der in einem etwas zu gewollten Showdown gipfelt. Nicht schlecht, aber es gibt Besseres von der Autorin.

Die Kate Linville und Caleb Hale Reihe:
  1. Die Betrogene  *Rezi*
  2. Die Suche

Die Entscheidung - Charlotte Link





    • Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
    • Verlag: Blanvalet Verlag (5. September 2016)
    • ISBN-10: 3764504412
    • ISBN-13: 978-3764504410
    • Genre: Krimi


Blanvalet Kurzbeschreibung: 
Eigentlich will Simon mit seinen beiden Kindern in Südfrankreich ein ruhiges Weihnachtsfest feiern. Doch dann kommt alles ganz anders: Die Kinder sagen ihm kurzfristig ab, seine Freundin gibt ihm den Laufpass, und auf einem Strandspaziergang begegnet er einer jungen, völlig verwahrlosten Frau: Nathalie, die weder Geld, Papiere noch eine Unterkunft hat, die fürchterlich abgemagert und hochgradig verängstigt ist. Sie tut ihm leid, und er bietet ihr seine Hilfe an. Nicht ahnend, dass er durch diese Entscheidung in eine mörderische Geschichte hineingezogen wird, deren Spuren bis nach Bulgarien führen.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Die Spannungsromane oder Krimis von Charlotte Link lese ich sehr gerne. Seitdem ich "Das Tal des Fuches" gesuchtet habe, lasse ich mir die Neuerscheinungen der Autorin immer in unserer Bücherei vorreservieren. Es hat zwar ein bisschen gedauert bis dieses Schätzen tatsächlich bei mir zu Hause gelandet ist, aber gut Ding braucht manchmal Weile....

Dieser Krimi der leisen Töne ist anfangs durch die verschiedenen Handlungsstränge und Perspektiven noch ziemlich verworren. Der Leser wird von Bulgarien nach Frankreich und wieder zurück katapultiert, ohne sich wirklich zurechtzufinden....was sich allerdings im Laufe der Geschichte natürlich ändert.

Der Prolog beginnt mit dem Ausbruch eines namenslosen jungen Mädchen aus einem Haus, das streng bewacht wird. Man spürt ihre Angst und weiß, dass es hier um Leben und Tod geht, wenn ihr die Flucht nicht gelingt.

Danach der Schwenk nach Südfrankreich, wo Simon wie jedes Jahr die Weihnachtszeit im Sommerhaus seines Vaters verbringt. Er ist geschieden und eigentlich sollten seine beiden Kinder mit ihm Weihnachten verbringen, doch seine Exfrau nutzt seine Gutmutigkeit aus und zieht ihr Angebot kurzfristig wieder zurück. Seine Freundin Kristina hat ebenfalls die Nase voll, weil sich Simon noch immer nicht offiziell zu ihr bekannt hat und sich von seiner Exfrau immer wieder ausnutzen lässt. Sie stellt ihm ein Ultimatum. So sitzt er letztendlich alleine im Südfrankreich und lernt bei einem Strandspaziergang die verwahrloste Nathalie kennen. Diese ist in einem unbewohnten Feriendomizil eingestiegen und hat dort einige Tage geschlafen, bis der Hausmeister sie gefunden hat und nun der Polizei übergeben will. Simon nimmt die junge und völlig verängstigte Frau, die keine Papiere bei sich hat, mit und gibt ihr zu Essen und eine Schlafmöglichkeit. Doch als sie ihm gesteht einen Mann getötet zu haben und ihr Freund Jérome sie vor Menschen warnte, die hinter ihnen her sind, weiß Simon, dass er einen Fehler begangen hat.....

Im dritten Handlungsstrang, der in Bulgarien spielt, kämpft Kiril mit seiner Familie ums Überleben. Die fünf Kinder, seine Frau Ivana und er haben kaum mehr etwas zu Essen, der Strom ist abgeschaltet, die Miete seit Monaten nicht mehr bezahlt und auch sein Bekannter Dino will ihm kein Geld mehr leihen. Kiril und Ivana wissen weder ein noch aus. Als Dino den Beiden von Bekannten erzählt, deren Tochter bei einer Modelagantur untergekommen ist und große Chancen als Topmodel im Westen hat, schlägt er ihnen vor, ihre bildhübsche ältere Tochter Ivanka der Agenturchefin vorzustellen. Kiril hofft, dass wenigstens eines seiner Kinder die Chance auf ein besseres Leben bekommt, und geht auf den Deal ein.....

Sicher hat man als Leser einige Ideen, wie diese drei Handlungsstränge zusammenhängen könnten und doch ist es nur ein Teil der sehr umfangreichen Geschichte, die Charlotte Link uns hier präsentiert. Denn neben Menschenhandel, Magersucht und Beziehungsproblemen nimmt die Autorin diesmal auch Bezug zu den Ereignissen im November in Paris 2015.
Nach einem etwas verwirrendem Anfang begann sich nach und nach ein Bild abzuzeichnen und die Geschichte zog mich immer mehr in seinem Bann. Überraschende Wendungen und unvorhersehbare Geschehnisse ließen mich an der doch teilweise sehr komplexen Handlung dranbleiben. Obwohl der Kriminalroman auch ein paar Längen aufweist, fand ich die Dramatik hinter den Kulissen sehr spannend.
Das Ende, bei dem ein Strang mehr oder weniger offen blieb, fand ich gut gewählt. Hier ein Happy Ende zu bringen wäre zu viel des Guten gewesen.
Die Autorin beeindruckt vorallem mit der Aussage, wie eine völlig harmlose Entscheidung das Leben eines Menschens völlig aus der Bahn werfen kann.

Charaktere:
Nathalie und Simon sind beide nicht wirklich liebenswerte Charaktere, die jedoch im Laufe des Romans an Substanz gewinnen. Vorallem Simon beginnt seine große Schwäche zu überdenken, es allen recht machen zu wollen und im Endeffekt immer als Verlierer dazustehen. Nathalie hingegen ist abhängig von der Liebe zu Jérome, der selbst nur seine Vorteile im Sinn hat. Durch sein blendendes Aussehen und seiner charmanten Art gelingt es ihm auch viele Menschen zu täuschen. Beeindruckt hat mich Ivana, die hier kämpft wie eine Löwin. Die anfangs schwache und völlig verzweifelte Frau wird zu einer Kämpferin, die alles für ihre Tochter aufgibt.
Die Ermittler im Krimi spielen hingegen nur eine kleine Rolle, die aber am Ende des Krimis noch eine besondere Bedeutung haben werden.....

Schreibstil:
Der Schreibstil von Charlotte Link lässt sich wunderbar lesen, ist leicht und flüssig. Die Charaktere sind gut gezeichnet, wachsen einem aber nicht ans Herz. Durch die unterschiedlichen Handlungsstränge erlebt man die Geschichte aus verschiender Sichtweise und kann sich so mehr in die Gefühlswelt der Figuren hineinversetzen.

Fazit:
Ein komplexer Spannungsroman, der durch die anfangs vielen Stränge etwas verwirrend beginnt, jedoch danach rasant fortschreitet und mit überraschenen Wendungen punkten kann.



Die Betrogene - Charlotte Link



Blanvalet Kurzbeschreibung: 
Um ein glückliches Leben betrogen – so fühlt sich Kate Linville, Polizistin bei Scotland Yard. Kontaktscheu und einsam, gibt es nur einen Menschen, den sie liebt: ihren Vater. Als dieser in seinem Haus grausam ermordet wird, verliert Kate ihren letzten Halt. Da sie dem alkoholkranken Ermittler vor Ort nicht traut, macht sie sich selbst auf die Spur dieses mysteriösen Verbrechens. Und entlarvt die Vergangenheit ihres Vaters als Trugbild, denn er war nicht der, für den sie ihn hielt.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Blanvalet Challenge

Buch zur Weltenbummler Challenge

Darum gehts:
Kate Linville ist zwar Polizistin bei Scotland Yard, doch außerhalb ihres Berufes ist ihr Leben alles andere als aufregend und prickelnd. Die kontaktscheue Frau hat keine Freunde und die einzige Person, zu der sie Kontakt hält, ist ihr Vater. Als dieser, Polizeibeamter in Ruhe, brutalst ermordert wird, kehrt Kate aus London in ihren Heimatort Scalby zurück, um den Nachlass zu regeln. Frustriert von den stockenden Ermittlungen beginnt sie selbst zu recherchieren und entdeckt eine ganz andere Seite ihres Vaters....

Meine Meinung:
Charlotte Link erschafft mit ihren Kriminalromanen spannende Lektüre vom Feinsten. Wie bei jedem Autor sind manche Bücher besser, manche schlechter und "Die Betrogene", gehört meiner Meinung nach zu den besseren Kriminalromanen der Schriftstellerin. Ich hatte das Buch bereits im September zum Erscheinungstermin in unserer Bücherei vorbestellt, aber leider erst im Ende November erhalten. Egal, jetzt ist es auch gelesen =)...Bücher werden ja nicht schlecht - Gott sei Dank, wenn ich so meinen SuB ansehe...

Bereits der Prolog begann überzeugend und ließ mich eintauchen in die Welt eines fünfjährigen Jungen, der sein Geburstaggeschenk ausprobiert: sein nigelnagelneues Fahrrad. Unweit seines Elternhauses auf einer einsamen Landstraße rast er in seiner kindlichen Vorstellung als Rennfahrer dahin...bis plötzlich etwas Unerwartetes eintritt....etwas, das uns die Autorin nicht verrät, aber der Ausgangspunkt zu den Morden im Verlauf des Buches sein wird.

Danach im ersten Kapitel der Schwenk zum Mord an Policeofficer Linville, der nicht an Brutalität spart und einem Thriller in nichts nachsteht, sowie einige Fragezeichen für den Leser bereit hält. Die zuständigen Ermittler DCI Caleb Hale und seine Partnerin beginnen zu ermitteln, doch außer einem ehemaligen Verbrecher, den Linville ins Gefägnis gebracht hat und der Rache geschworen hat, haben sie keine wirkliche Spur. Die Tochter des Ermordeten, Kate, die bei Scotland Yard angestellt ist, verliert durch den Mord ihre einzige Bezugsperson. Die sehr kontaktscheue und zurückgezogene Frau kehrt deshalb kurzfristig aus London in ihren Heimatort zurück, um den Nachlass ihres Vaters zu ordnen. Währendessen laufen die Ermittlungen im Kreis und Kate versucht bald auf eigene Faust den Mord aufzuklären. Sämtliche Androhungen eines Disziplinarverfahrens lassen sie kalt, denn in ihrem Leben gibt es keinen anderen Fixpunkt mehr und die Auflösung des Mordes liegt ihr am meisten am Herzen.

Parallel dazu erzählt uns der zweite Handlungsstrang von Stella und Jonas Crane. Die beiden sind Adoptiveltern eines 5-jährigen Jungen namens Sammy. Jonas ist Drehbuchautor und kurz vor einem Burn out. Sein Arzt verordnet ihm Abstand zu seinem stresigen Job und schlägtihm einen Urlaub in einer einsamen Gegend vor. Er soll ausspannen und sein Handy und den Computer zuhause lassen. Die Cranes setzen den Vorschlag um und mieten ein abgelegenes Haus im Hochmoore von Yorkshire. Kurz vor Urlaubsantritt erhalten Sie jedoch noch unerwarteten Besuch von der leiblichen Mutter und dessen Lebensgefährten..... 

Beide Handlunsgsstränge beginnen erst ganz langsam ineinander zu greifen und man stellt sich lange die Frage, wie die beiden Geschichten zusammen gehören. Auf den mehr als 600 Seiten behält die Autorin nicht immer den Spannungsbogen am Limit, beendet aber meistens jeden Abschnitt mit einem kleinen Cliffhanger. Es finden sich auch ein paar Längen im Mittelteil, trotzdem konnten mich beide Handlunsgstränge größtenteils fesseln, denn die Autorin streute auch einige unerartete Wendungen in ihre Story ein. Im letzten Drittel konnte ich jedoch bereits den Täter erahnen bzw. wohin das Ganze hinauszulaufen beginnt....

Schreibstil und Charaktere:
Wie bereits von der Autorin gewohnt, lässt sich auch dieser Krimi leicht und flüssig lesen. Die einzelnen Charktere und ihre Beweggründe fand ich überzeugend. Die Geschichte der Cranes fand ich sogar noch ein bisschen spannender...besonders die Figur von Stella gefiel mir sehr gut, die wie eine Löwin um ihr Junges kämpft! Kate hingegen hat mich etwas zwiegespalten zurückgelassen. Auf der einen Seite war sie eine tüchtige Ermittlerin, die die Fährten richtig deutete, aber so voll Unsicherheit war....trotzdem erlaubte sie sich einige Alleingänge bei den Ermittlungen.

Fazit:
Ein komplexer Krimi mit teilweise kleinen Thrillereinschlägen, der gekonnt zwei unabhängige Handlungsstränge zusammenführt. Wegen kleiner Längen im Mittelteil und die Erahnung des Täters vergebe ich vier Sterne



Sechs Jahre - Der Abschied von meiner Schwester - Charlotte Link


    • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
    • Verlag: Blanvalet Verlag (1. September 2014)
    • ISBN-10: 3764505214
    • ISBN-13: 978-3764505219
    • Genre: Biografie

Blanvalet Kurzbeschreibung: 
Auf eindringliche Weise berichtet Bestsellerautorin Charlotte Link von der Krankheit und dem Sterben ihrer Schwester Franziska. Es ist nicht nur das persönlichste Werk der Schriftstellerin, voller Einblicke in ihr eigenes Leben, sondern auch die berührende Schilderung der jahrelang ständig präsenten Angst, einen über alles geliebten Menschen verlieren zu müssen. Charlotte Link beschreibt den Klinikalltag in Deutschland, dem sich Krebspatienten und mit ihnen ihre Angehörigen ausgesetzt sehen, das Zusammentreffen mit großartigen, engagierten Ärzten, aber auch mit solchen, deren Verhalten schaudern lässt und Angst macht. Und sie plädiert dafür, die Hoffnung nie aufzugeben – denn nur sie verleiht die Kraft zu kämpfen.

 Ich gebe keine Sternenbewertung bei Biografien ab!



Buch zur Blanvalet Challenge

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Ich muss ehrlich zugeben, dass ich mich bei einer Bewertung für dieses autobiografisch Buch von Charlotte Link wirklich sehr schwer tu und da ich bei anderen Biografien keine Bewertung abgegeben habe, möchte ich es auch hier dabei belassen.
Worum es bei dieser wahren Geschichte geht, sieht man auf den ersten Blick und man weiß auch schon vor dem Lesen, dass es sicher nicht leicht zu Lesen sein wird.
Da ich selbst im Freundes- und Familienkreis mit dem Thema Krebs konfrontiert wurde und einige liebe Menschen an dieser bösen Krankheit verloren habe, macht es nicht unbedingt leichter.
Trotzdem bin ich mit einigen Ansätzen der Autorin nicht wirklich einverstanden.

Etwas, das ich leider auch unterschreiben kann, ist die Willkür, die man den Ärzten, sowohl als Patient als auch als Familenangehöriger, ausgeliefert ist. Mit Grauen denke ich an die verpfuschte Darm-OP meines Schwiegervaters, die ewigen Versprechungen des eines Krankenhauses betreffend einer weiteren OP, die ein Krankenhaus dem anderen zuschob...solange bis keine OP mehr möglich war. Oder die erste Chemo meines Schwagers, die gleich zu hoch dosiert war und ihm die Speiseröhre verbrannte. Und deshalb finde ich es auch gut, dass eine bekaennte Autorin diese Umstände anprangert. Auf der anderen Seite war ihre Schwester schon eine priviligierte Patientin, die eine höhere Versicherung hatte und die sich alternative Behandlungen leisten konnte.
Meine Freundin Petra hatte einen ähnlich langen Leidensweg wie Charlotte Links Schwester Franziska. Sie hatte Morbus Hodgkin, wie Franziska's erster Krebs, den sie besiegte, der aber letztendlich mitverantwortlich war für ihren Tod beim nächsten Krebs, da man die Nebenwirklungen der Chemo von damals nicht kannte. Mehr will ich darauf gar nicht eingehen, denn das sollte jeder selber lesen bzw. bin ich froh, dass meine Freundin das nicht auch noch mitmachen hat müssen.

Was mir jetzt aber an der Geschichte so gar nicht gefallen hat, war dieses Selbstmitleid der Autorin. Ich verstehe, dass sie und ihre Schwester eine ganz besondere Verbindung hatten und einen geliebten menschen zu verlieren ist einfach furchtbar. Aber immer wieder zu betonen,  dass ihre Schwester der wichtigste Mensch in ihrem Leben sei und sie ohne ihr gar keine Lebenslust mehr hat....das als Mutter und Ehefrau...kann ich nicht verstehen. Ich bin selbst Mutter und so eine Aussage schmerzt mich zutiefst! Meine Schwester ist für mich auch eine der wichtigsten Personen. Durch den großen Altersunterschied zu meinen Geschwistern ist sie für mich Zweitmutter, Schwester und Freundin zugleich. Aber jeder Frau, die Kinder hat weiß, dass ihr Kind an erster Stelle steht! Ich möchte nicht die Tochter von Charlotte Link sein und ihr Buch später mal lesen! Soetwas finde ich - trotz des großen Schmerzes - verantwortungslos!
Verstehen kann ich auch nicht, dass niemand mit der Krebskranken, selbst zum Schluss, über ihren Tod und dem Nachher reden wollte. Besonders, da Franziska auch noch kleine Kinder hatte und sich sehr für Tiere engagierte. Es war für alle eine Art tabu und das nach sechs Jahren Leidensweg.

An dieser Stelle möchte ich ein von mir gelesenes Buch hervorheben: Nana - der Tod trägt pink  (meine Rezi: klick)
Dieses Buch wurde von einer Mutter geschrieben, die den Tod ihrer Tochter ebenfalls in einem Buch verarbeitet hat, aber dieses Buch hat mich zutiefst ergriffen. Die erst neunzehnjährige Nana ist sowas von stark und positiv und hier wird wirklich alles besprochen. Das Buch ist trotz des schlechten Ausganges positiv - ganz im Gegensatz zu Charlotte Links Buch. Das will ich ihr aber auch gar nicht anlasten, denn über so ein Thema positiv zu schreiben ist schier unmöglich...auch wenn es Nana's Mutter geschafft hat...und diese ist keine Autorin. Einen Krebskranken würde ich dieses Buch auf keinen Fall lesen lassen!

Ich will jetzt nicht nur negativ über dieses Buch sprechen, denn es ist sehr persönlich, aufwühlend und zeigt viele Missstände auf. Ich denke, dass ist auch einer der Gründe, die die Autorin dazu veranlasst hat, ein Buch über die Leidensgeschichte ihrer Schwester, neben der Verarbeitung, zu schreiben und anderen Betroffenen zu helfen. Ebenfalls werden die klinischen Fachbegriffe sehr verständlich erklärt.

Fazit:
Ein sehr persönliches Buch, das mich leider nicht ganz überzeugen konnte. Trotz der schlimmen Leidensgeschichte hatte ich oft das Gefühl, dass sich die Autorin selbst zu sehr ins Rampenlicht stellt. Trotzdem war es für Charlotte Link sicher gut diesen großen Verlust hier etwas aufarbeiten zu können.



Im Tal des Fuchses - Charlotte Link

    • Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
    • Verlag: Blanvalet Verlag (12. September 2012)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3764503505
    • ISBN-13: 978-3764503505
    • Genre: Krimi
Amazon Kurzbeschreibung: 
Ein sonniger Augusttag, ein einsam gelegener Parkplatz zwischen Wiesen und Feldern. Vanessa Willard wartet auf ihren Mann, der noch eine Runde mit dem Hund dreht. In Gedanken versunken bemerkt sie nicht das Auto, das sich nähert. Als sie ein unheimliches Gefühl beschleicht, ist es schon zu spät: Ein Fremder taucht auf, überwältigt, betäubt und verschleppt sie. In eine Kiste gesperrt, wird sie in einer Höhle versteckt, ausgestattet mit Wasser und Nahrung für eine Woche. Doch noch ehe der Täter seine Lösegeldforderung an ihren Mann stellen kann, wird er wegen eines anderen Deliktes verhaftet. Und überlässt Vanessa ihrem Schicksal …


Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Wälzer Challenge

Buch zur Weltenbummler Challenge


Meine Meinung: 
Charlotte Link ist für mich keine Unbekannte, totzdem muss ich zugeben, dass es schon EWIG her ist, dass ich ein Buch der Autorin gelesen habe.
Doch hier fand ich den Klappentext so spannend, dass ich dieses Buch unbedingt lesen wollte. Umso überraschter war ich dann, als bereits auf Seite 60 alles das passiert war, was in der Inhaltsangabe stand. Meistens steht leider viel zu viel im Klappentext und nimmt dem Leser oft die Spannung, aber hier folgten ja noch immer mehr als 500 Seiten und ich war irre gespannt!

Wer die Autorin kennt, weiß, dass sie einen tollen Schreibstil hat, der sich flüssig lesen lässt. Obwohl ich es nun ausgelesen habe, bin ich mir nicht sicher in welches Genre ich das Buch einordnen soll, aber ich habe mich nun doch für Krimi entschieden...auch wenn es vielleicht doch ein Thriller ist? Auf dem Buchdeckel steht ja Roman....da würde ich die Geschichte nicht einordnen, denn als Thrillerleser würde ich dieses Buch nicht als "normalen" Roman einordnen.

Der Beginn war für mich etwas verwirrend, da wir es mit drei verschiedenen Hauptakteuren zu tun haben, wovon zwei in der 3. Person erzählen (Ryan und Nora) und eine, Jenna, in der ersten Person.

Gleich zu Beginn lernen wir Ryan kennen, der seit seiner Kindheit Probleme mit dem Gesetz hat. Nach kleineren Verbrechen lässt er sich mit einem Kredithai ein und sieht sich plötzlich einer Summe gegenüber, die er nicht mehr auftreiben kann. So kommt er auf die Idee Jemanden zu entführen. Nachdem Ryan Vanessa Willard entführt, betäubt und versteckt hat,  kommt ihm allerdings die Schlägerei vom Vortag in die Quere und er wird wegen Körperverletzung verhaftet und kommt sofort in Untersuchungshaft, während niemand weiß, dass sein Entführungsopfer in einer Kiste eingesperrt ist.......da ging die Fantasie mit mir ganz schön durch...brrrr....

Die Autorin lässt allerdings fast bis zum Schluss offen, was danach mit dem Entführungsoper passiert ist, während der Leser den Kidnapper ja schon kennt. Link zeichnet ihre Figuren sehr vielschichtig. Hier ist niemand nur schwarz oder nur weiß. Obwohl Ryan nun vom Kleinganoven zum Entführer "aufgestiegen" ist, lässt sie uns an all seinen Gewissenbissen und Qualen teilhaben. Ebenso können wir seine tolpatschigen Versuche miterleben, um wieder auf die "richtige Seite" zu wechseln. So wird Ryan dem Leser nie wirklich total unsympathisch.

Nora, eine alleinstehende Dreißigjährige, hat Torschlusspanik, und über ihren Arbeitsplatz im Krankenhaus Kontakt zu Gefängnisinhabern aufgenommen. So vertieft sie den Kontakt mit Ryan und bietet ihm nachdem er entlassen wird, bei ihr zuhause eine Wohnmöglichkeit. Nora ist eine zutiefst verunsicherte Frau, die gerne jemand bemuttern will und nicht alleine sein kann.

Und dann haben wir noch Jenna, eine junge, dynamische Frau, die neu nach Swansea gezogen ist. Nach
dem Ende ihrer achtjährigen Beziehung möchte sie durch einen Orts- und Jobwechsel neu durchstarten. Durch ihre Chefin und Freundin Alexa lernt sie den Mann der damals entführten Vanessa Willard kennen.
Beide verlieben sich ineinander, aber das Schicksal seiner Frau steht wie ein großes Hindernis zwischen den Beiden.

Auf den fast 600 Seiten können wir nun die unterschiedlichen Geschichten dieser drei bzw. fünf Personen lesen, die alle miteinander verbunden sind und deren Schicksal sich bis zum Ende des Buch zu einem Strang zusammenführt.
Außer einigen Ungereihmtheiten (wer hat nun Ryans Mutter entführt und warum) hat mir die Idee und die Ausführung sehr gut gefallen. Ich war vom Anfang an gespannt wie es weiter gehen wird und habe mit allen Akteuren mitgefiebert. So sollte ein interessantes und gutes Buch sein!

Fazit: Spannend geschrieben, auch wenn es genügt hätte, manches nicht ganz so ausführlich zu beschreiben.



 

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