Posts mit dem Label Goldmann Challenge werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Goldmann Challenge werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Wenn die Liebe tanzen lernt - Jean Kwok



    • Taschenbuch: 480 Seiten
    • Verlag: Goldmann Verlag (14. September 2015)
    • ISBN-10: 3442482720
    • ISBN-13: 978-3442482726
    • Originaltitel: Mambo in Chinatown
    • Genre: Gegenwartsliteratur, Roman



Goldmann Kurzbeschreibung: 
Die 22-jährige Charlie Wong lebt mit ihrem Vater und ihrer Schwester Lisa in New Yorks Chinatown. Ihr Job als Tellerwäscherin ist keine große Erfüllung – doch in der kleinen Welt der traditionellen chinesischen Einwanderer sind die Möglichkeiten begrenzt. Bis Lisa Charlie überredet, sich auf eine Annonce in der Zeitung zu melden: Das berühmteste New Yorker Tanzstudio sucht eine neue Rezeptionistin. Schnell wird klar: Die tollpatschige Charlie ist eine schreckliche Rezeptionistin, aber ein begnadetes Tanztalent. Und als Charlie sich vom unscheinbaren Entlein zum Schwan tanzt, fällt sie einem besonderen Mann auf ...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Goldmann Challenge

Darum geht's:
Charlie Wong ist ein ABC, eine bereits in den USA geborene Chinesin. Sie lebt mit ihrer kleinen Schwester Lisa und ihrem Vater in New Yorks Chinatown. Die Mutter war in China eine gefeierte Ballettänzerin, als sie mit ihrem Mann in die USA emigrierte. Sie fühlte sich jedoch in den Staaten nie wohl und verstarb nur wenige Jahre nach der Geburt der zweiten Tochter. Charlie ist seitdem Mutterersatz für Lisa und hält die Familie zusammen. So arbeitet sie als Tellerwäscherin im selben Nudelrestaurant wie ihr Vater, denn die Möglichkeiten traditioneller chinesischen Einwanderer sind  begrenzt. Trotzdem will Charlie nicht ewig Tellerwäscherin bleiben.....

Meine Meinung:
Wer sich beim lesen der Inhaltsangabe einen typischen stereotypischen Roman vorstell, ist spätestens nach den ersten 30 Seiten positiv überrascht. Denn in dieser Geschichte steckt so viel mehr, als man denkt!

Charlie ist eine sehr sympathische junge Frau, die bereits in den Staaten geboren wurde. Das macht sie zu einer ABC, einer American-born Chinese. Sie lebt mit ihrem Vater und ihrer kleinen Schwester Lisa in einer sehr kleinen Wohnung in New Yorks Chinatown. Der Zusammenhalt zwischen der chinesischen Bevölkerungsgruppe ist sehr groß und viele sind noch sehr traditionell, so wie Charlies Vater. Durch die Krankheit seiner Frau und die ausgegebenen Arztkosten hat er jede Menge Schulden bei seinen Bruder, der in Chinatown als angesehener chinesischer Heiler arbeitet und seine eigene Praxis hat. So spart auch Charlie, wo sie nur kann, um ihrer sehr intelligenten kleinen Schwester die Aufnahme an die berühmte Hunter School, eine Schule für hochbegabte Schüler, zu ermöglichen. Neben der Arbeit als Tellerwäscherin hilft sie noch nebenher bei ihrer Patentante aus, die Tai-Chi unterrichtet.
Charlie selbst war eine sehr schlechte Schülerin und auch sonst fühlt sie sich einfach zu groß, zu unförmig und zu tollpatschig. Sie träumt immer wieder davon einen anderen Job zu finden, doch all ihre Versuche scheitern schon nach kurzer Zeit an ihrer Unsicherheit. Als ihr Lisa ein Stellenangebot für eine Empfangsdame in einer der renommiertesten New Yorker Tanzschulen zeigt, zögert sie zuerst, geht aber zum Vorstellungsgespräch und bekommt auf eine sehr unkonventionelle Art den Job. Doch schon bald bringt sie auch hier wiederholt Termine durcheinander und steht knapp vor der Kündigung. Da bietet sich Charlie plötzlich die Möglichkeit, kurzfristig beim Schnupperkurs zu assistieren. Den Job als Empfangsdame ist sie los, doch der als Tanzlehrerin für die ersten Schnupperstunden, wird ihr angeboten, sehen doch ihre Chefs sofort ihr Potential.
Einige Entwicklungen waren ein klein bisschen vorhersehbar, taten aber dem Lesefluss und der Geschichte keinen Abbruch. Auch dee Grund zu Lisas Krankheit war mir relativ schnell klar.

So weit so gut.....ein typischer Inhalt, wie man ihn bei den meisten Hollywood Tanzfilme nachlesen kann oder eine kleine Aschenputtelgeschichte werdet ihr jetzt sagen....ja, das kommt auch hin.......ABER......die Autorin hat neben ihrem wirklich wunderbaren Erzählstil, auch die Gabe den Widerspruch zwischen der westlichen Lebensweise und der chinesischer Tradition so interessant und bildhaft zu beschreiben, dass ich gar nicht aufhören konnte zu lesen. Auf der einen Seite haben wir China Town - eine in sich abgeschlossener kleine Welt mit ihren eigenen Traditionen, den Heilkünsten und wo einfach die chinesische Lebensart noch immer eine große Rolle spielt. Dem gegenüber steht das weltliche und schnelle New York, eine moderne Welt, die Charlie fasziniert, ihrem Vater jedoch große Angst macht.
Neben den wunderbaren Gegenüberstellungen der beiden, so unterschiedlichen Welten, führt uns Jean Kwok wiederum in eine andere, die des Tanzes. Da ich Musik und Tanz liebe, waren diese Passagen ganz besonders intensiv und auf spielerische Art sehr lehrreich für mich, denn vom lateinamerikanischen Tanz habe ich auch keine Ahnung. Hier werden aber sicher auch Leser, die sich nicht für das Tanzen interessieren auf ihre Kosten kommen und gerne weiterlesen, denn die Autorin weiß wovon sie schreibt. Diese Liebe zum Tanz merkt man zwischen jeder Zeile und ist auf keinster Weise langweilig. Auch die Verknüpfung des westlichen Tanzens und des asiatischen Tai Chi wird sehr gut dargestellt.

Als Lisa zu kränkeln beginnt und ihr Vater nur auf die chinesische Medizin schwört, kommt es fast zum Bruch zwischen ihm und Charlie, die nichts von "der Version", einer alten chinesischen Wahrsagerin oder eingelegten Raupen hält. Auch ihr neuer Job und ihr daraus resultierendes Selbstbewusstsein, zeigt immer mehr die Kluft zwischen ihr und ihrem Vater oder Onkel, den sogenannten traditionellen Chinesen, die sich in keiner Weise anpassen wollen, und den bereits in den USA geborenen ABC's, die sich der neuen Welt schon etwas mehr verbunden fühlen, aber trotzdem die Tradition und die Werte Chinas aufrecht erhalten wollen und mit denen Amerikas verbinden.

Den halben Stern Abzug gab es für mich für den etwas übereilten Schluss bzw. hätte die Autorin den Grund von Lisas Krankheit schon etwas "vorziehen" können, da es für mich ziemlich ersichtlich war, was die Ursuache war. Sonst allerdings ein durch und durch wunderbarer Roman, der mich wirklich überzeugen und bei dem ich viele neue Eindrücke sammeln konnte.

Charaktere:
Charlie durchlebt eine großartige Entwicklung, ohne ihre chinesischen Wurzeln zu verlieren. Sie wird immer selbstbewusster, gerät aber durch Lisas Krankheit immer mehr in einen persönlichen Konflikt.
Die Wandlung ihrer Persönlichkeit war faszinierend zu verfolgen. Auch die anderen Charaktere im Buch sind wunderbar authentisch und lebhaft beschrieben worden. Sogar "die Vision" mit ihrem einen kullernden Auge ;) konnte ich mir vorstellen...

Cover:

Ich möchte euch das Originalcover nicht vorenthalten. Mir gefällt es sehr gut! Das deutsche Cover finde ich einen Tick schöner, aber man erhält darauf keinen Hinweis, dass es sich hier um einen Roman handelt, der in Chinatown spielt bzw. dass es sich um lateinamerikanischen Tanz dreht.


Fazit:
Für mich war dieser Roman eine sehr positive Überraschung mit großartigen Einblicken in die chinesische Kultur und die des Tanzes. Wunderbarer Schreibstil und äußerst sympathische Protagonisten - für mich ein kleines Highlight!

Vielen Dank an den Goldmann Verlag und das Bloggerportal für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Tod in der Hofburg - Beate Maxian



    • Taschenbuch: 384 Seiten
    • Verlag: Goldmann Verlag (17. August 2015)
    • ISBN-10: 3442482852
    • ISBN-13: 978-3442482856
    • Genre: Krimi 
    • Reihe: ja - Ein Fall für Sarah Pauli - Band 5


Goldmann Kurzbeschreibung: 
Ganz Wien ist anlässlich des Jahreswechsels in Feierlaune. Auch Journalistin Sarah Pauli – sie hat tatsächlich Karten für das weltberühmte Neujahrskonzert der Philharmoniker ergattert. Doch die feierliche Hochstimmung schlägt in tiefes Entsetzen um: Als die Besucher nach der Veranstaltung den Konzertsaal verlassen, eröffnet ein Heckenschütze das Feuer und tötet ein Ehepaar. Sarah lässt die schreckliche Tat keine Ruhe. Sie recherchiert und entdeckt einen Zusammenhang mit einem Mord, der sich wenige Tage zuvor in der Wiener Hofburg ereignet hat. Doch der Todesschütze nimmt schon sein nächstes Opfer ins Visier ...

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Goldmann Challenge

Buch zur Weltenbummler Challenge

Darum geht's: 
Am ersten Tag des neuen Jahres kommt es nach dem Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker am Platz vor dem Musikvereinshaus zu einem tödlichen Schusswechsel. Ein Heckenschütze feuert in die Menge der Konzertbesucher. Ein Ehepaar ist tot, eine junge Frau verletzt. Auch die Journalistin Sarah Pauli und ihr Lebensgefährte David sind vor Ort und entsetzt über den Vorfall. Besonders Sarah lässt die Schießerei keine Ruhe und ihre Spürnase findet bald heraus, dass die Tat im Zusammenhang mit einer Explosion in der Hofburg zu stehen scheint....

Meine Meinung:
"Tod in der Hofburg" ist der bereits 5. Band mit Spürnase Sarah Pauli, der jedoch auch ohne Probleme alleinstehend gelesen werden kann. Für mich ist es nach "Der Tote vom Zentralfriedhof" die zweite Geschichte rund um die Journalistin Sarah Pauli, die liebend gern Verbrechen aufdeckt. In einer Leserunde bei Lovelybooks durfte ich wieder gemeinsam mit der sympathischen Autorin ihren Wien-Krimi mitlesen.

Bereits der Prolog des Krimis hat es in sich. Mit Spannung verfolgt der Leser eine Erpressung und die darauffolgende Übergabe des Geldes....doch die Bombe platzt...mitten auf der Toilette im Sisi Museum in der Hofburg. Danach folgt eine Schießerei am Musikvereinsplatz mit zwei Toten und einer Verletzten. So legt die Autorin einen fulminanten Start hin und beginnt mit einer sehr hohen Spannungskurve, die sie leider nicht halten kann.  

Als unmittelbare Zeugin und Betroffene der Schießerei möchte Sarah, neben ihrer Kolumne über Aberglauben, einen eigenen Bericht über den Vorfall nach dem Neujahrskonzert im Wiener Boten verfassen. Der Zufall ist ihr hold, denn eine der Nachbarinnen des getöteten Ehepaares ist ihre ehemalige Schulkollegin Astrid. Von ihr erfährt Sarah so einiges über die Keruzwiesers aus dem Nachbarhaus. Aber auch die seltsame Frau, die vor Beginn des Konzerts auf einem imaginären Cello spielte, trifft sie in der Siedlung der Opfer wieder. Und nach einigen Recherchen haben fast alle der handelnden Personen etwas mit dem Sozialmedizinischen Zentrum Baumgartner Höhe und dem Otto Wagner Spital zu tun....

Der wunderbar flüssige und sehr bildhafte Schreibstil der Autorin lässt einem durch das Buch "rasen". Es liest sich großartig und ich hatte das Gefühl selbst an den Schauplätzen in Wien zu sein. Auf jeden Fall muss ich mir bei meinen nächsten Wien-Besuchen das Sisi Museum und die wunderschönen Jugendstilbauten von Otto Wagner auf der Baumgartner Höhe ansehen!
Leider entstammt die Gefährdung dieser einmaligen Kulturdenkmäler nicht einer Idee der Autorin, sondern der Verbau des Steinhof-Areals soll tatsächlich so geschehen! Beate Maly hat die Problematik, dieses für mich einfach unfassbaren Projektes, in ihrem Krimi angesprochen und obwohl ich selbst nur 100 km von Wien enfernt wohne, wusste ich nichts davon. Ich möchte euch gerne den link zum Otto Wagner Spital und der Kirche am Steinhof geben: https://de.wikipedia.org/wiki/Otto-Wagner-Spital

Neben vielen Charakteren gibt es auch einige Handlungsstränge, die das Gehirn des Lesers rattern lassen. Vermutungen und Theorien werden aufgestellt und wieder fallen gelassen. Manche Zufälle sind ein bisschen weit hergeholt, fügen sich aber ins Bild. Mit ihrer Hauptprotagonistin Sarah Pauli beweist die Autorin, dass man die Abläufe einer Zeitungsredaktion, Sarah's eigenwilligen Ermittlungen, aber auch ihr Privatleben hervorragend miteinander verbinden kann. So erhält der Leser sein Krimi-Feeling und jede Menge Wissen über Aberglauben und Mystik, sowie ganz nebenbei eine Führung durch das wunderschöne Wien.  
Das Ende kommt dann etwas plötzlich. Motiv und Täter bleiben aber unvorhersehbar - für mich ein Pluspunkt. Trotzdem hat mir der Vorgängerband einen Tick besser gefallen....

Charaktere:
Die Charaktere sind facettenreich und sehr charismatisch beschrieben. Unsere Hauptprotagonistin Sarah Pauli ist eine toughe, sympathische und sehr neugierige Frau, die gerne ihre "Spürnase" in Dinge steckt, die sie meistens in brenzlige und gefährliche Situationen bringen. Ihr Hang zum Okkultismus und zum Aberglauben wird in jedem Teil der Reihe besonders hervorgehoben und macht ihre Person einzigartig. Besonders eindringlich beschrieben ist die Figur der Michaela Adam, die geistig verwirrte Cellistin. Auch die Opfer werden sehr bildhaft beschrieben, sowie die Nachbarschaft.

Cover:
Wieder absolut passend....natürlich ein Bild der Hofburg. Es hätte auch ein Foto des Musikvereines oder die Kirche am Steimnhof sein können, welches aber schlussendlich nicht zum Titel gepasst hätte.

Fazit:
Ein Krimi mit sehr viel Wien-Bezug und einem wunderbaren bildhaften Schreibstil, der leider in der Mitte etwas an Spannung vermissen lässt. Das Ende ist ein bisschen übereilt, aber wieder spannend. Motiv und Tat sind passend und aufschlussreich. Es bleiben keine Fragen offen.



Die Reihe rund um Sarah Pauli:

1. Tödliches Rendevouz
2. Die Tote vom Naschmarkt
3. Tod hinter dem Stephansdom
4. Der Tote vom Zentralfriedhof *Rezi*


Mein Dank geht an den Goldmann Verlag und Lovelybooks für das rezensionsexemplar, sowie an die sympathische Autorin, die den Leser Wien so richtig schmackhaft machen kann ;)

Das kleine, große Glück - Lucy Dillon



    • Taschenbuch: 544 Seiten
    • Verlag: Goldmann Verlag (15. Dezember 2014)
    • ISBN-10: 3442482178
    • ISBN-13: 978-3442482177
    • Originaltitel: A hundred pieces of me
    • Genre: Roman, Gegenwartsliteratur

       

Goldmann Kurzbeschreibung:
Nach ein paar schwierigen Jahren, die sie am liebsten vergessen würde, fängt die dreiunddreißigjährige Gina Bellamy noch einmal ganz von vorne an. Dabei stellt sie fest, dass all die Habseligkeiten, die sich im Laufe der Zeit angesammelt haben, gar nicht mehr so recht zu ihr passen. Gina fasst einen Entschluss: Sie behält nur die 100 Dinge, die ihr am wichtigsten sind. Der Rest wird verschenkt oder verkauft. Doch während sie ihr Leben aufräumt, muss sich Gina nicht nur ihrer Vergangenheit stellen – sie erlebt auch eine Zeit voller Überraschungen, Freundschaft und Liebe und erkennt, was wirklich wichtig ist.

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Goldmann Challenge

Buch zur Weltenbummler Challenge

Darum geht's:
Gina hat soeben die Trennung von ihrem Mann Stuart hinter sich und möchte ihr Leben total umkrempeln. Früher war sie eine Sammlerin, die schöne Dinge liebte. Das lebt sie auch in ihrem Beruf aus, der mit Renovierungen alter Häuser zu tun hat. Doch in ihrer neuen Wohnung möchte sie sich von allem "unnötigen" Ballast trennen und nur mehr ihre 100 wichtigsten Dinge behalten. Jedes einzelne Stück, das sie aus ihren vielen Umzugkartons auspackt, weckt Erinnerungen an ihr altes Leben. Anfangs fällt es Gina schwer, sich von den meisten Dingen zu trennen, doch mit jedem Stück, das sie weggibt, verändert sich ihre Lebenseinstellung.


Meine Meinung:
Es fiel mir anfangs ein bisschen schwer in die Geschichte zu finden. Mit ein Grund war sicherlich auch, dass die Autorin für die Verwendung von verschiedenen Zeitebenen kein wirklich gutes Händchen bewiesen hat. Diese vermischen sich nämlich öfters mitten im Kapitel, was sich als nicht besonders lesefreundlich herausstellte. Obwohl als Kapitelüberschrift Datum und ein bestimmter Gegenstand aus Ginas Leben genannt wurde, konnte es passieren, dass man sich plötzlich mitten im Absatz in einer anderen Zeit befindet. Erst nach und nach gewöhnt man sich an die Erzählweise der Autorin und findet langsam in die Geschichte.

Gina hatte es in ihrem Leben nicht leicht und hat mit ihren dreiunddreißig Jahren bereits einige Verluste und eine schwere Krankheit hinter sich. Einzig ihre beste Freundin Naomi steht ihr immer zur Seite und gibt ihr Halt. Auch der Auftrag für ein Ehepaar die Restaurationsarbeiten eines alten Familiensitzes zu übernehmen, lässt Gina ihren Kummer etwas vergessen. Doch den größten Halt gibt ihr Buzz, ein Windhund, der bei ihr eher zufällig eingezogen ist und eine ebenso verletzte Seele hat, wie sie. Mit der Zeit finden beide einen Weg zueinander und so beginnen ihre Verwundungen langsam zu heilen. Durch die Einblicke in Ginas Vergangenheit erhält der Leser immer mehr und mehr Erkenntnisse aus ihrem früheren Leben.

Ich muss zugeben, dass ich nach dem Lesen des Klappentextes, eine ganze andere Vorstellung von diesem Roman hatte Ähnlich wie einige Bücher, in denen es um Wunschlisten geht, die abgearbeitet werden sollen, erwartete ich mir auch hier ein ähnliches Schema. Die Kapitelüberschriften, die immer einen Gegenstand aus Ginas Besitz charakterisieren, hatten teilweise mit dem Inhalt des Kapitels nicht viel zu tun. Auch die Thematik der hundert wichtigsten Dinge und der so gegebene "rote Faden"  verlief irgendwie im Sand. Diese Idee, die ich nicht schlecht fand, wurde nicht konsequent zu Ende gedacht und am Schluss überhaupt nicht mehr erwähnt. Das fand ich sehr schade....

Ebenso waren einige Begebenheiten für mich zu vorhersehbar, wenige Stellen waren etwas kitschig, aber besonders gestört hat mich der leicht offene Schluss. Nach so viel Detailverliebtheit hätte ein Epilog mit einem kleinen Ausblick in die Zukunft das Ende für mich "abgerundet". So hatte ich nach mehr als 500 Seiten das Gefühl nicht wirklich schlauer geworden zu sein.

Schreibstil und Charaktere:
Der Schreibstil ist ruhig, ziemlich detailliert und lässt sich, bis auf die Zeitsprünge, gut lesen. Man spürt Ginas Emotionen und ihr langsames "zurückfinden" in ein neues Leben zwischen den Zeilen. Sie wirkt authentisch und glaubhaft. Manche andere Charaktere bleiben ein bisschen blass. 

Sehr gut gefallen haben mir die bildhaft beschriebenen Darstellungen der Fotos, die immer wieder erwähnt werden und die Erklärung der Fotografie.

Cover:

Ganz links das schwedische Cover, in der Mitte und rechts zwei englischsprachige Titelbilder, wobei das rechts außen dem deutschen Cover sehr ähnlich ist.

Fazit:
Für mich leider nur eine mittelmäßige Geschichte, die man lesen kann, aber nicht muss. Die aus dem Originaltitel und dem Klappentext hervorgehobenen "100 Dinge" verliefen im Sand und das leicht offene Ende ließ mich etwas enttäuscht zurück.

 

Um Leben und Tod - Michael Robotham


    • Taschenbuch: 480 Seiten
    • Verlag: Goldmann Verlag (20. Juli 2015)
    • ISBN-10: 344248281X
    • ISBN-13: 978-3442482818
    • Originaltitel: Life or Death
    • Genre: Thriller

Goldmann Kurzbeschreibung: 
Audie Palmer hat zehn Jahre im Gefängnis verbracht wegen eines bewaffneten Raubüberfalls, bei dem vier Menschen starben und sieben Millionen Dollar verschwanden. Jeder glaubt, dass Audie weiß, wo das Geld ist. Deshalb wurde er nicht nur von seinen Mitinsassen bedroht, sondern auch von den Wärtern schikaniert. Und dann bricht Audie aus – nur wenige Stunden vor seiner Entlassung. Spätestens jetzt sind alle hinter ihm her, dabei will Audie nur ein Leben retten, und es ist nicht sein eigenes ...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Goldmann Challenge

Buch zur Weltenbummler Challenge

Darum geht's: 
Audie Palmer flieht einen Tag vor seiner Entlassung aus dem Gefängnis, was niemand verstehen kann. Vor zehn Jahren wurde er wegen eines schweren Raubüberfalls mit vier Toten verurteilt. Der Ausbruch lässt bei einigen Personen die Alarmglocken läuten und sie setzten alles daran, dass Audie nicht mehr lange zu Leben hat.

Meine Meinung:
Von Michael Robotham habe ich schon einige Bücher der Reihe um Joe O'Loughlin und Vincent Ruiz gelesen, die mir größtenteils sehr gut gefallen haben. Hier handelt es sich um einen Thriller ohne das Ermittlerpaar und auch die Location wurde aus England in die USA verlegt.

Das Buch beginnt mit dem Ausbruch von Audie aus dem Gefängnis. Schon bald fragt sich der Leser, warum jemand einen Tag vor seiner Entlassung einen spektakulären Fluchtversuch riskiert. Doch kurze Zeit später wird sein Mithäftling und Freund Moss, der lebenslänglich bekommen hat, offiziell in ein anderes Gefängnis verlegt, wo er jedoch nie auftaucht. Ein Unbekannter bietet ihm im Gegenzug zum Leben von Audie seine Freiheit an. Moss steht zwischen seinem Freund aus der Haftanstalt und seinen eigenen Wunsch frei zu sein....

In Rückblenden erfährt der Leser aus Audies früheren Leben. Nach dem Raubüberfall, für den er zehn Jahre lang im Gefägnis saß, lag Audie monatelang im Koma und die Ärzte prognostizierten ihm einen schweren Hirnschaden. Doch Audie wird wieder vollkommen gesund, was einige Personen ziemlich nervös werden lässt.

Unser Hauptprotagonist war ein sehr intelligenter Junge, der jedoch zu oft zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort zu finden war. Durch seinen kriminellen Bruder Carl wird automatisch angenommen, dass Audie einen genauso miesen Charakter hat. Ich würde jedoch sagen Audie ist ein richtiger Pechvogel mit den neun Leben einer Katze, ein tragische Held. Und schon bald denkt der Leser, dass er unschuldig sein muss. Doch ist er das wirklich? Und wo sind all die Millionen aus dem Raubüberfall?  FBI Agentin Desiree Furness macht sich so ihre eigenen Gedanken und beginnt den zehn Jahre alten Falll nochmals aufzurollen. Allerdings gefällt das auch einigen Leuten aus ihren eigenen Reihen nicht wirklich....

Die Kapitel, die Audies Vergangenheit beschreiben, erklären nach und nach seine Situation. Doch bis man die einzelnen Puzzleteilchen zu einem kompletten Bild zusammengesetzt hat, dauert es fast bis zum Ende des Romans. In der Mitte des Buches hatte ich einen kleinen Hänger, doch das letzte Drittel war sehr spannend und  ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Schreibstil und Charaktere:
Ungewöhnlich für den Autor ist, dass sein neuer Thriller in den USA spielt. Der Lieblingsschauplatz des gebürtigen Australiers ist normaler Weise London. Diesmal entführt er uns in die USA, nach Texas. Das merkt man auch an der Schreibweise von michael Robotham, der sich in diesem Thriller manchmal einer sehr einfachen und plumpen Sprache bedient. Trotzdem bleibt der Schreibstil wie gewohnt spannnungsgeladen und lässt sich gut lesen. Zahlreiche Wendungen und die Erzählstränge aus der Vergangenheit lassen den Leser an den Seiten kleben. Der Spannungsbogen bleibt fast immer konstant.

Audie war mir eigentlich sehr schnell sympathisch, was ungewöhnlich ist, da er ein Schwerverbrecher ist.
Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet. Besonders gut gefiel mir FBI Agentin Desiree Furness, die von ihren männlichen Kollegen wegen ihrer Größe von unter 1m 60 cm für nicht voll genommen wird. Da ich selber knapp 1m 60 cm groß bin, konnte ich mich sehr gut in ihre Person hineinversetzen. Ich könnte mir vorstellen in den kommenden Büchern des Autoren mehr von Desiree Furness zu lesen.....Aber auch von den anderen Charakteren hatte ich ein sehr klares Bild vor Augen.


Cover:
Das Originalcover des Thrillers gefällt mir eigentlich sehr gut. Anfangs dachte ich, es zeigt ein umgekipttes Auto, was zur Geschichte sehr gut passen würde....doch es ist eine kleine Tankstelle. Tja, ich denke ich brauche jetzt wirklich bald eine Brille....
So stelle ich mir auch Texas vor.....flach, weitläufig, trocken.....

Fazit:
Ein gewohnt spannungsreicher Thriller des Autors, der diesmal ohne seinem Ermittlerpaar Ruiz und O'Loughlin auskommt. Der Spannungsbogen ließ in der Mitte etwas nach, deswegen gibt es keine 5 Sterne von mir. Tolle Charaktere und eine etwas andere Geschichte machen auch diesen Roman des Autors wieder lesenswert.

Vielen Dank an den Goldmann Verlag und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!

Engelskalt - Samuel Bjork


    • Broschiert: 544 Seiten
    • Verlag: Goldmann Verlag (20. April 2015)
    • ISBN-10: 3442482259
    • ISBN-13: 978-3442482252
    • Originaltitel: Det henger en engel alene i skogen
    • Genre: Thriller




Goldmann Kurzbeschreibung:
Ein Spaziergänger findet im norwegischen Wald ein totes Mädchen, das mit einem Springseil an einem Baum aufgehängt wurde und ein Schild um den Hals trägt: „Ich reise allein.“ Kommissar Holger Munch beschließt, sich der Hilfe seiner Kollegin Mia Krüger zu versichern, deren Spürsinn unschlagbar ist. Er reist auf die Insel Hitra, um sie abzuholen. Was Munch nicht weiß: Mia hat sich dorthin zurückgezogen, um sich umzubringen. Doch als sie die Bilder des toten Mädchens sieht, entdeckt sie ein Detail, das bisher übersehen wurde – und das darauf schließen lässt, dass es nicht bei dem einen Opfer bleiben wird ...

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Goldmann Challenge

Meine Meinung:
Der norwegische Thriller ist ein Debüt des Autors, Dramatikers und Singer-Songwriter Frode Sander Øien, der unter dem Pseudonym Samuel Bjørk seinen ersten Thriller geschrieben hat.

Im Wald wird die Leiche eines kleines Mädchens gefunden. Es hängt mit einem Springseil am Baum, hat nachgeschneiderte Puppenkleider an und das Schild "Ich reise allein" um den Kopf hängen. Kommissar und Ermittler Holger Munch wird von seinem Chef Mikkelsen beauftragt eine Sonderkommission zusammenzustellen. Seine ehemalige Kollegin Mia, die eine gute Profilerin ist, will er zuallererst ins Boot holen. Doch Mia hat sich nach einem verpatzten Polizeieinsatz total zurückgezogen und plant ihren Selbstmord. Nur ein besonderes Detail auf  einen Foto des toten Mädchens, das die anderen übersehen haben, lässt sie von ihrem Plan abbringen und sie stößt zur Ermittlergruppe, genauso wie Gabriel, ein junges IT-Genie. Sehr bald wird jedoch ein zweites totes Mädchen gefunden und die Ermittler geraten unter Zugzwang, um weitere Todesfälle zu verhindern. Es scheint, als wäre der Täter den Ermittlern immer wieder um eine Nasenlänge voraus.

Der Beginn des Thrillers hält den Leser sofort gefangen, obwohl der Einstieg eher ruhig ist. Allerdings verwirren die wirklich zahlreichen Handlungsstränge. Kaum hat man sich in eine Geschichte hineingelesen, beginnt ein neuer Erzählstrang mit neuen Personen und man verliert sehr leicht den Überblick. Leider führen auch einige davon ins Nichts....

Auch die Charakterbeschreibungen sind sehr detailliert. Der leitende Chefermittler Holger Munch und seine linke Hand Mia Krüger sind leider wieder die typischen kaputten Typen, die in vielen Krimis und Thriller besonders gerne von Autoren eingesetzt werden.
Munch ist geschieden und hat nicht das beste Verhältnis zu Frau und Tochter, doch seine Enkelin Marion liebt er sehr. Mia hingegen hat sich dem Leben abgeschworen und sich auf die Insel Hitra zurückgezogen um ihren Selbstmord zu planen. Ihre Zwillingsschwester Sigrid starb vor zehn Jahren am Goldenen Schuss. Bei ihrem letzten Polizeieinsatz erschoss sie den Exfreund und Dealer ihrer Schwester. Doch auch der Tod des Schuldigen lässt sie nicht zur Ruhe kommen und sie zerbricht förmlich an diesem Schicksalsschlag. Nur Dank Munchs "Rückholaktion" stürzt sie sich in den Fall.
Gabriel hingegen ist ein sehr sympathischer junger Mann, der ganz überraschend zum Ermittlerteam dazugestoßen ist. Für ihn ist alles neu und durch seine hervorragenden IT-Kenntnisse trägt er sehr viel zur Auflösung der Morde bei.


Der Thriller ist in fünf Teile gegliedert und die jeweiligen Kapitel sind eher kurz gehalten. Es gibt leider auch oftmalige Wort- und Satzwiederholungen und die düstere Atmosphäre bleibt die meiste Zeit bestehen. Die Ermittlungsarbeit ist im Vordergrund und allzu blutige Szenen bleiben den Leser erspart. Das fand ich positiv, da es doch um Kindermorde geht und der Autor den Spagat zwischen zuviel und zuwenig gerade richtig genommen hat. Trotzdem sind die Morde an den Mädchen einfach schockierend. Obendrein gibt es in diesem Thriller sehr viele kranke und kaputte Charaktere, die bei den Ermittlern anfangen und beim Täter aufhören.

Trotz der Kritikpunkte zu den vielen Handlungssträngen und den Wort- und Satzwiederholungen ist der Plot durchaus spannend. Der Autor baut immer wieder überraschende Wendungen ein, die den Leser auf falsche Fährten lockt.

Schreibstil:
Für mich war der Schreibstil gut und sehr spannend zu lesen. Der Autor schreibt aus verschiedenen Erzählperspektiven und ein Detail, das bei einen Thriller eher selten vorkommt....die Schauplätze und landschaftlichen Beschreibungen seiner Heimat Norwegen sind sehr bildhaft und lebendig dargestellt. Die Wort- und Satzwiederholungen haben mir nicht so gut gefallen, aber der skandinavische Touch hat mich an den Seiten kleben lassen.

Cover:

Das sind einige internationale Cover, die ich gefunden habe. Ich muss sagen ich finde die deutsche Ausgabe eigentlich am Schönsten.

Fazit:
Ein sehr spannendes Debüt mit Potential, das allerdings mit zu vielen Handlungssträngen aufwartet. An manchen kann noch gefeilt werden, einiges ist bereits top. Ich möchte trotzdem gerne wieder von Holger, Mia und Gabriel lesen und hoffe auf Band 2.




Vielen Dank an das Bloggerportal und dem Goldmann Verlag für dieses Thriller-Debüt!


Die sieben Schwestern - Lucinda Riley


    • Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
    • Verlag: Goldmann Verlag (9. März 2015)
    • ISBN-10: 3442313945
    • ISBN-13: 978-3442313945
    • Originaltitel:  The Seven Sisters 1 -Maia
    • Reihe: ja - Band 1




Goldmann Kurzbeschreibung: 
Maia ist die älteste von sechs Schwestern, die alle von ihrem Vater adoptiert wurden, als sie sehr klein waren. Sie lebt als Einzige noch auf dem herrschaftlichen Anwesen ihres Vaters am Genfer See, denn anders als ihre Schwestern, die es drängte, draußen in der Welt ein ganz neues Leben als Erwachsene zu beginnen, fand die eher schüchterne Maia nicht den Mut, ihre vertraute Umgebung zu verlassen. Doch das ändert sich, als ihr Vater überraschend stirbt und ihr einen Umschlag hinterlässt – und sie plötzlich den Schlüssel zu ihrer bisher unbekannten Vorgeschichte in Händen hält: Sie wurde in Rio de Janeiro in einer alten Villa geboren, deren Adresse noch heute existiert. Maia fasst den Entschluss, nach Rio zu fliegen, und an der Seite von Floriano Quintelas, eines befreundeten Schriftstellers, beginnt sie, das Rätsel ihrer Herkunft zu ergründen. Dabei stößt sie auf eine tragische Liebesgeschichte in der Vergangenheit ihrer Familie, und sie taucht ein in das mondäne Paris der Jahrhundertwende, wo einst eine schöne junge Frau aus Rio einem französischen Bildhauer begegnete. Und erst jetzt fängt Maia an zu begreifen, wer sie wirklich ist und was dies für ihr weiteres Leben bedeutet ...

Meine Bewertung: gerade noch * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Goldmann Challenge

Meine Meinung:
Das erste Buch der Reihe rund um sechs Schwestern handelt von Maia. Sie ist die Älteste der Mädchen, die ihr Vater aus allen Herren Länder adoptiert hat und diese nach dem Siebengestirn oder Plejaden (laut Wikipädia: offener Sternenhaufen, der mit dem freien Auge gesehen werden kann) benannte: Maia, Alkyone, Asterope, Kelaino, Taygete und Elektra. Doch die Siebente, Merope fehlt bis heute.
Als er stirbt hinterlässt er den jungen Frauen einen Brief und die Koordinaten zu ihrer Herkunft.
Maia, die bis jetzt ein sehr zurückgezogenes Leben in der Familienvilla "Atlantis" am Genfer See geführt hat, will zunächst nichts über ihre Abstammung wissen. Doch ein kleiner Vorfall aus der Vergangenheit verhilft ihr eine spontane Entscheidung zu fällen und so bricht sie etwas überstürzt nach Brasilien auf....nach Rio de Janeiro, wo sie angeblich geboren wurde. Neben der Suche nach ihren Wurzeln verbindet sie auch gleich das Geschäftliche mit dem Privaten. Sie trifft sich mit Floriano Quintelas, einen Schriftsteller, dessen Buch sie gerade ins Französische übersetzt hat. Dieser hilft ihr bei der Suche und schon bald finden sie eine alte Villa, dessen reiche Familie Maia's Vorfahren sein sollen.....

Die Bücher von Lucinda Riley entführen uns immer wieder in fremde Länder und zurück in die Vergangenheit. Diesmal befindet sich der Leser in Brasilien und wir erhalten interessante Einblicke in eine Zeit zur Entstehung der Christusstaue, die über Rio thront.
So wird wie gewohnt die Vergangenheit und die Gegenwart in zwei Erzählsträngen wiedergegeben und beide Geschichten werden geschickt miteinander verknüpft.
Im Rio des 21. Jahrhunderts begleiten wir zuerst Maia und Floriano bei der Suche nach Maias Vorfahren. Diese führt uns in die Zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts, wo wir die bildschöne und aufgeweckte Izabel Rosa Bonifacio, Maias Urgroßmutter, kennen lernen. Der Vater von Izabel hat sein Vermögen mit Kaffeebohnen gemacht, doch beim alten eingesessenen Adel wird er trotzallem nicht anerkannt. Durch die Heirat von Izabel mit dem verarmten Adeligen Gustafo Aires Cabra, hofft er endlich in die höchsten Kreise aufzusteigen. Izabel fügt sich dem Wunsch ihres Vaters, wenn sie vor der Hochzeit noch mit ihrer Freundin Maria Elisa und deren Familie nach Europa reisen darf. Der Vater ihrer Freundin ist der Baumeister der Cristo Statue auf dem Corcovado und Paul Landowski, ein Bildhauer in Paris, soll die Einzelteile des Christus herstellen. In seinem Atelier lernt Bel den jungen Künstler Laurent kennen und lieben....

Die Geschichte beginnt etwas langsam und ich kam nicht sofort in die Handlung hinein. Während ich zu Izabel schnell Zugang hatte, war Maia für mich weniger greifbar. Sie ist ein netter, aber ängstlicher Charakter. Sie blieb mir leider immer ein bisschen fremd. Auch die restlichen Schwestern blieben eher blass und ich kam mit den eher ungewöhnlichen Namen, die dann alle ihre eigenen Spitznamen hatten, nicht ganz klar. Manche Begebenheiten fand ich zu konstruiert, die Villa "Atalantia" am Genfer See war für mich schwer vorstellbar und außerdem fand ich den plötzlichen Tod des Vaters äußert mysteriös. Wer war dieser Mann ? Ich denke hier steckt noch mehr dahinter. Leider gab es hier aber keinerlei Hinweise und diese Spekulation ist rein auf meinem eigenen Mist gewachsen. Da es aber noch fünf  Fortsetzungen, zu jeder Schwester ein Roman, geben soll, besteht die Möglichkeit hier noch mehr darüber zu erfahren. Dann bleibt auch noch die Frage nach der siebenten Schwester offen.

Der Teil aus der Vergangenheit nimmt sehr viel mehr Platz im Buch ein, als die Geschichte rund um Maia. Wie fast immer bei Romanen mit zwei Zeitsträngen mochte ich auch hier den historischen Teil lieber, was nicht alleine an der Hauptprotagonistin lag. Sehr gut gefallen hat mir die interessante Erzählung rund um den Bau der Christusstatue. Im Atelier in Paris werden viele Facetten zur Entstehung erklärt. Lucinda Riley verstand hier hervorragend die technischen Fakten mit in die Liebesgeschichte einzubauen.

Schreibstil:
Lucinda Riley's Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig zu lesen. Ich habe schon einige ihrer Romane gelesen und alle lassen sich sehr zügig lesen. Hier hatte ich allerdings am Anfang etwas Startschwierigkeiten.

Fazit:
Ein gelungener erster Teil einer geheimnisvollen Familiensaga, der allerdings anfangs etwas Anlaufzeit braucht und etwas vorhersehbar wirkt. Der Schauplatz Brasilien ist sehr reizvoll und ich erwarte mir für die nächsten Bände noch weitere exotische Reisen in fremde Länder.

Herzklopfen und Hüttenzauber - Fanny Schönau


    • Taschenbuch: 352 Seiten
    • Verlag: Goldmann Verlag (16. März 2015)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3442481589
    • ISBN-13: 978-3442481583
    • Genre: Roman, Chick Lit




Goldmann Kurzbeschreibung: 
Eine Ungerechtigkeit! Während ihre Geschwister bei der vorgezogenen Erbrunde absahnen, wird die alleinerziehende Journalistin Heidi mit einer windschiefen Hütte auf der Sausteigalm abgespeist. Nicht mal ein Verkauf kommt infrage, weil dort die alte Zita, die Großgroßirgendwas-Cousine ihres Vaters haust - auf Lebenszeit. Heidi beschließt, der Erbschaft einen Besuch abzustatten. Der Plan: Zita zum Auszug bewegen und die Hütte verscherbeln – und nebenbei, Plan 2, den so attraktiven wie beziehungsunfähigen Fred zu einem romantischen Bergwochenende überreden. Hat man ja schon gehört, dass die geringe Sauerstoffzufuhr da oben beziehungsstiftend sein kann. Blöd nur, dass sich das Leben nicht an Pläne hält. Schon gar nicht an die von Heidi ...

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Goldmann Challenge

Buch zur Weltenbummler Challenge


Meine Meinung:
Für die Blogtour zu "Herzklopfen und Hüttenzauber", die heute startet, habe ich vom Goldmann Verlag diesen Roman zur Verfügung gestellt bekommen. Es ist dies mein erstes Buch der österreichischen Autorin Karin Bischof, die unter dem Pseudonym Fanny Schönau schreibt.

Das urige Cover vermittelt eine unterhaltsame Geschichte aus den Bergen und das trifft auch zu. Jedoch hat die Autorin hier keinen oberflächlichen Roman geschrieben, sondern eine amüsante Geschichte erzählt, die sich ebenso im realen Leben abspielen könnte.

Schon auf den ersten Seiten musste ich schmunzeln, denn Fanny Schönau hat mit gekonnter Ironie das Landleben hier in Österreich sehr treffend beschrieben und mir fielen gleich unzählige ähnliche Beispiele zu dem Ausspruch "Das ist Tradition, das ist halt so" ein. Doch worum geht es?

Die Eltern unserer Hauptprotagonistin Heidi haben ihre Kinder um den Tisch versammelt, um ihre Erbschaftsangelegenheiten noch vor ihrem Tod zu regeln. Groß ist der Schock für Heidi als ihre Schwester Paula dreißigtausend Euro, ihr Bruder Matthias und seine Frau Sonja Haus und Hof erben, sie aber mit einer alten Almhütte auf der Sausteigalm abgespeist wird. Als ehemaliges Landei ist die Journalistin längst zur Städterin geworden, die nur selten nach Hause nach Hinter-Russbach kommt. Das lassen ihr Eltern und Geschwister auch spüren. Und nun hat sie eine alte Hütte geerbt, die sie nicht einmal verkaufen kann, weil dort die alte Zita das Wohnrecht auf Lebenszeit hat. Viel lieber wäre Heidi das Geld gewesen, denn als freie Angestellte bei einer Zeitung ist ihr Gehalt nicht gerade üppig und dann hat sie auch noch Sohnemann Benni, den sie seit der Trennung des Erzeugers alleine versorgen muss. So fasst sie den Plan die alte Zita zu besuchen und zu überzeugen in ein Altenheim zu gehen und die Sausteigalm zu verkaufen. Doch Zita ist zwar alt, aber weder gebrechlich noch senil. Außerdem hat sie ihr ganzes Leben auf der Alm verbracht und denkt nicht im Traum daran diese zu verlassen. Und hilflos ist die alte Frau auch nicht, denn Hannes vom Nachbarhof versorgt Zita mit allen, was sie braucht. Doch auch Heidi gibt nicht auf und trifft mit Zita eine Abmachung.....

Fanny Schönau hat mit dieser Story zwar das Rad nicht neu erfunden, doch ihr wundervoller Schreibstil und der erfrischenden Humor, lassen einem förmlich durch die Geschichte fliegen und am liebsten würde man  den Roman in einem Zug durchlesen.
Als Österreicherin fühlte ich mich sofort wohl und hatte das wunderschöne Salzkammergut, wo die Geschichte spielt, vor Augen. Diese Region ist eines meiner absoluten Lieblings-Urlaubsziele in meinem Heimatland und bekannt für ihre Schönheit (mehr davon könnt ihr demnächst in meinem Beitrag zur Blogtour lesen!).

Die Geschichte entwickelt sich zwar ein wenig vorhersehbar, ist jedoch sehr kurzweilig. Sie lebt vom Humor und den bildhaften Charakteren. Heidi, die seit ihrer Jugendzeit das Gefühl hat, von ihren Eltern weniger geliebt zu werden und immer wieder tief verletzt wird, ihr liebenswerter Sohn Benni, der für seine fünfzehn Jahrhe schon ziemlich reif und erwachsen wirkt, die starrsinnige Zita mit den Haaren auf den Zähnen, die hinter der rauen Schale ein weiches Herz verbirgt und die attraktiven Männer Fred und Hannes, die Heidis Herz in Aufruhr bringen.....all diese Personen und die weiteren Protagonisten sind originell, sehr authentisch beschrieben und haben Charakter. Selbst die Ziege und das Meerschweinchen Dobermann hauchen der Geschichte Leben ein.


Schreibstil:
Die schnellen Dialoge, viel Witz und Ironie lassen das Buch zu einem kleinen "Gustostückerl" werden. Der Roman lebt vom Humor, dem locker leichten Schreibstil und viel Lokalkolorit.

Fazit:
Ein humorvoller Liebesroman, der von seinen originellen Charakteren und Schauplätzen lebt. Leicht vorhersehbar, mit viel lokalkolorit. Für amüsante und kurzweilige Lesestunden!


Vielen Dank an den Goldmann Verlag für das Reziexemplar zur Blogtour!



Die Stationen:
27. Mai: Rezension zu "Herzklopfen und Hüttenzauber" auf jedem teilnehmenden Blog
28. Mai: bei Jasmin von Jasmins Bücherblog
29. Mai: bei Hanne von Book Lounge-Lesegenuss
30. Mai: >>hier bei mir<<
31. Mai: bei Hibi von in the prime time of life
1. Juni: bei Sonja von Sunangels Bücherzauber
2. Mai:
bei Jasmin von Jasmins Bücherblog

Tolle Buchgewinne warten auf euch!

* * * * * *
Hier findet ihr die Rezensionen der anderen Blogtour-Teilnehmerinnen: Lesegenuss
Martinas Buchwelten
Hibi Flower
Sunangels Bücherzauber 

Der Schneegänger - Elisabeth Herrmann


    • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
    • Verlag: Goldmann Verlag (26. Januar 2015)
    • ISBN-10: 3442313864
    • ISBN-13: 978-3442313860
    • Genre: Krimi
    • Reihe: ja - Band 2 um Sanela Beara





Goldmann Kurzbeschreibung: 
Ein kleiner Junge wird entführt – und alle Ermittlungen laufen ins Leere. Vier Jahre später wird sein Skelett im Wald gefunden. Polizeimeisterin Sanela Beara muss dem Vater die schlimme Nachricht überbringen. Doch die Begegnung mit dem gut aussehenden Darko, der in den Wäldern Brandenburgs als Wolfsforscher arbeitet, löst Zweifel in ihr aus: War es wirklich eine Entführung? Oder wurde der Junge aus einfachen Verhältnissen etwa verwechselt? Doch alle Beteiligten schweigen eisern. Für Sanela gibt es nur eine Chance, Licht ins Dunkel zu bringen: Sie schleust sich undercover in die Villa der schwerreichen Familie Reinartz ein, bei der die Mutter des ermordeten Jungen damals gearbeitet hat – und wird hineingezogen in einen Strudel aus Hass, Gier und Verachtung, der sie selbst zu vernichten droht ...

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Goldmann Challenge

Meine Meinung:
Nach "Das Dorf der Mörder" (meine Rezi) war ich schon gespannt auf die Fortsetzung der Reihe rund um Sanela Beara, die nach erfolgreicher Lösung in Band 1 von der "gewöhnlichen" Straßenpolizistin aufsteigt und sich zum Studium an der Polizeihochschule einschreibt.
Doch zuerst begegnen wir Kommissar Lutz Gehring, der an einem eisigen Wintermorgen zu einem Leichenfund im Wald gerufen wird. Der skelettierte Tote ist ein kleiner Junge, der vor vier Jahren entführt und seitdem vermisst wurde.  Dieser Fall ist einer der wenigen, die Kommissar Gehring damals untersucht und nicht aufgeklärt hat und der ihm lange schlaflose Nächte beschert hat. Nach dem Fund kommen seine Erinnerungen wieder hoch und quälen ihn erneut. Deshalb möchte er nun diesen Falll unbedingt aufklären. Da es sich bei dem Jungen um ein Kind aus einer kroatischen Familie handelt, zieht Hauptkommissar Gehring Sanela als Übersetzerin zu seinem Fall hinzu. Doch in den vier Jahren ist viel passiert und die Eltern des Jungen sind mittlerweile getrennt. Darko, sein Vater ist Wolfsforscher und lebt auf einer Wolfsstation in den brandenburgischen Wäldern. Seine Mutter Lida hat in der Zwischenzeit ihren Arbeitgeber geheiratet und lebt in der Villa, in der sie früher als Haushälterin gearbeitet hat. Alle Personen aus der Familie und dem Umkreis bleiben genauso ablehnend wie damals. Wurde der Junge ermordet, weil das Lösegeld nicht übergeben wurde? Gab es etwa eine Verwechslung? Und wurde der kleine Darijo tatsächlich gequält und misshandelt? Warum sind die beiden Söhne von Reinartz kurz nach dem Vorfall in Schulen und Internate geschickt worden?

Sanela versucht ihrerseits auf ihre gewohnt unkonventionelle Art hinter die Fassade dieser Familie zu kommen und schleust sich in die Villa als Haushälterin ein. So erfährt sie bald einige Dinge, die sich damals hinter den Mauern der Villa abgespielt haben müssen, jedoch neue Fragen aufwerfen. Gehring ist dies gar nicht recht, doch schon bald bemerkt er, das er ohne Hilfe von Sanela bei diesem Fall genauso auf der Stelle tritt, wie schon damals.

Sanela Beara und Lutz Gehring gefielen mir als Ermittlerpaar, das sich immer wieder mit gegenseitiger Skepsis begegnet, sehr gut. Sanela ist die Unkonventionelle, die aus dem Bauch heraus agiert, während Gehring versucht die Vorschriften einzuhalten. Leider blieben die restlichen Personen etwas blass, sind zu stereotyp und zeigen zu wenig Tiefe. Vorallem die Mutter des getöteten Jungen ließ bis auf einen Zusammenbruch so überhaupt keine Emotionen erkennen. Interessant und sehr gut recherchiert waren die Zusammenhänge zu den Wölfen und deren Leben in der Wildnis, sowie die Arbeit in der Wolfstation.

Im Vergleich zum ersten Band der Reihe konnte mich „Der Schneegänger“ nicht so fesseln. Einige Längen in der Mitte des Krimis förderten nicht gerade meinen Lesefluss. Zudem konzentriert sich hier die Handlung viel mehr auf die Gefühle und das Leben der beteiligten Charaktere, die besser ausgearbeitet hätten werden können. Die Aufklärung des Falles, die Gehring bereits vor vier Jahren keine Ruhe ließ und die damit einhergehende Polizeiarbeit tritt eher in den Hintergrund. Oft hatte ich das Gefühl nur Sanela arbeitet noch am Fall, awährend das restliche Polizeiteam kaum auf ihre Ideen, noch auf ihre Berichte eingingen. Doch die Wendungen und Irrwege, die die Autorin geschickt einsetzte, konnten diese Längen wieder gut ausgleichen.

Cover:
Die düstere Stimmung wird hier sehr gut vermittelt, allerdings spielt im Buch ein See keine Rolle, sondern der Wald. Genauso fand ich den Titel nicht unbedingt gut gewählt. Dieser wurde zwar kurz erwähnt, jedoch im weiteren Verlauf des Buches weder aufgegriffen, noch aufgeklärt.

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und lässt sich gut lesen. Nicht umsonst habe ich schon einige ihrer Bücher gelesen.

Fazit:
Der zweite Band rund um Sanela Beara und Lutz Gehring konnte leider an Band 1 der Reihe nicht anschließen. Einige Längen in der Mitte des Kriminalromans und die eher stereotypen Charaktere rund um das Ermittlerpaar konnten mich nicht richtig überzeugen. Trotzdem ein MUSS für Elisabeth Herrmann Fans und alle die diese Reihe noch weiterlesen möchten....so wie ich.


Der Zug der Waisen - Christina Baker Kline


    • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
    • Verlag: Goldmann Verlag (10. November 2014)
    • ISBN-10: 344231383X
    • ISBN-13: 978-3442313839
    • Originaltitel: Orphan Train
    • Genre:  Roman


Goldmann Kurzbeschreibung: 
New York, 1929: Mit neun Jahren verliert Vivian Daly, Tochter irischer Einwanderer, bei einem Wohnungsbrand ihre gesamte Familie. Gemeinsam mit anderen Waisen wird sie kurzerhand in einen Zug verfrachtet und in den Mittleren Westen geschickt, wo die Kinder auf dem Land ein neues Zuhause finden sollen. Doch es ist eine Reise ins Ungewisse, denn nur die wenigsten von ihnen erwartet ein liebevolles Heim. Und auch Vivian stehen schwere Bewährungsproben bevor ... Erst viele Jahrzehnte später eröffnet sich für die inzwischen Einundneunzigjährige in der Begegnung mit der rebellischen Molly die Möglichkeit, das Schweigen über ihr Schicksal zu brechen.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb


Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Goldmann Challenge

Meine Meinung:
Dies ist ein fiktiver Roman, der jedoch einen wahren Kern hat: Mehr als Hunderttausend Kinder wurden in sogenannten Waisenzügen (Orphan Trains) vom Osten der USA in den Mittleren Westen gebracht, wo sie, wie einst Sklaven vorgeführt wurden, und zum Teil unter unmenschlichen Bedingungen leben mussten. Was als "Familiensuche" für Waisen dargestellt wurde, war meistens nur der Deckmantel für billige Arbeitskräfte und Grausamkeit gegenüber Kindern.

In diesem Roman erfahren wir die Geschichte von Niamh (ausgesprochen Neev), einem irischen Mädchen, das erst vor kurzem mit ihren Eltern in New York angekommen ist. Aus ärmlichen Verhältnissen und voller Hoffnung sind sie in Amerika gelandet, um bald darauf bei einem Wohnungsbrand ums Leben zu kommen. Nur die  neunjährige Niamh überlebt und wird von der Childrens Aid Society in einen der Waisenzüge gesteckt, die regelmäßig elternlose Kinder aus den Großstädten aufs Land bringt, wo sie an Famlien weitervermittelt werden. Während die ganz Kleinen und die großen starken Jungs schnell Familien finden, die sie aufnehmen oder als billige Arbeitskräfte ausnutzen, ist die Neunjährige und noch dazu rothaarige Niamh, entweder zu alt oder noch zu jung und zu schwach. Doch auch für Niamh, aus der "Dorothy" und später "Vivian" wird, gibt es einen Platz....

Im zweiten Handlungsstrang lernen wir die 17-jährige Molly kennen. Es ist das Jahr 2011 und Molly lebt in einer Pflegefamilie. Als sie beim Diebstahl eines Buches in der Bibliothek erwischt wird, wird sie vor die Wahl gestellt: Gefängnis und somit eine Vorstrafe oder Sozialarbeit. Ihr Freund verschafft ihr einen Job bei der 91jährigen Vivian, die alleine in einem großen Haus wohnt und Hilfe beim Entrümpeln ihres Dachbodens braucht. Molly und Vivian mögen sich auf Anhieb und die Siebzehnjährige fühlt sich in der Villa wohl. Doch bald wird ihr klar, dass Vivian gar nicht wirklich den Dachboden entrümpeln, sondern in Erinnungen schwelgen und vergangene Zeiten nochmals Revue passieren lassen will. Dabei erzählt Vivian Molly die Geschichte der kleinen Niamh und schon bald entsteht ein Vertrauensverhältnis zwischen den Beiden, das der Beginn einer wundervollen Freundschaft wird.....

Beide Handlungsstränge werde abwechselnd erzählt, wobei der Teil aus der Vergangenheit in der Ich-Form und der in der Gegenwart in der dritten Person erzählt wird. Die Autorin verknüpft geschickt Historie mit der Gegenwart und ermöglicht ein Teilhaben am Schicksal der beiden Protagonistinnen.
Molly ist ein wirklich nettes Mädchen, dessen Vater nie in Erscheimung getreten ist, während die Mutter als Drogenabhängige zwischen Entzugsklinik und Gefängnis pendelt. So hatte Molly nie wirklich eine richtige Familie, außer diverse Pflegefamilien, die sie immer relativ rasch wieder verlassen musste. Bei Vivian fühlt sie sich das erste Mal so akzeptiert, wie sie ist und kommt auch endlich etwas aus sich heraus.

Vivian hingegen durchlebt nochmal ihre Vergangenheit. Eine Zeit, die für das damalige kleine Mädchen alles andere als einfach war. Zuerst das fremde Land, danach der Verlust der Eltern und Geschwister und als "Höhepunkt" der Weg ins vollkommen Ungewisse.... Trotzdem ist dieser Roman in keiner Weise negativ, sondern es gibt auch humorvolle Passagen. Auch wird das Thema Freundschaft immer wieder angesprochen.

Mich hat die Geschichte von Niamh sehr berührt. Das kleine Mädchen verliert alles und wird grausam behandelt bis sie endlich Menschen findet, die sich ihrer wirklich annehmen und sie fördern und lieben. Doch auch danach hat Niamh/Dorothy/Vivian ein schweres Leben. Entsetzt war ich auch von Gleichgültigkeit ihres Namens gegenüber. Einfach dem Kind einen neuen Namen zu verpassen aus allen möglichen Gründen, wo es doch schon alles verloren hat, finde ich unmenschlich.

Es gibt deshalb keine 5 Sterne, da mir der Schluss dann doch zu viel "heile Welt" war.....irgendwie typisch amerikanisch. Das passt irgendwie nicht zur Geschichte. Hätte die Autorin die letzten Seiten nicht mehr geschrieben, wäre das Buch einfach perfekt gewesen.....aber das ist auch Ansichtssache!

Schreibstil:
Christina Baker Kline hat sehr einfühlsam und präzise eine Geschichte stellvertretend für viele Kinder aus dieser Zeit geschrieben. Es wurde sehr gut recherchiert und die Autorin hat sich mit vielen Zeitzeugen unterhalten. Aus diesem ernsten Thema entstand keinesfalls eine langweilige Lektüre, sondern eine berührende Geschichte über ein sehr ereignisreiches Leben. Auch der Aspekt der Freundschaft zwischen der inzwischen 91-jährigen Vivian und der 17-jährigen Molly wird sehr gefühlvoll dargestellt. Es gibt auch einige sehr humorvolle Passagen.
Im Anhang an die Geschichte gibt es noch einen kleinen bebilderten Teil...eine kurze Geschichte zu den Orphan Trains.

Cover:

Das Originalcover gefällt mir sehr gut, da es sehr gut zum Roman passt. Ich finde auch das deutsche Cover schön, aber meiner Meinung nach könnten diese Kinder ebenso aus einer späteren Zeit stammen (Kleidung) und es spiegelt mehr eine "heile Welt" dar. Am Originalciover sieht man die Traurigkeit und die Sehnsucht in den Augen des Mädchen und auch ihre Verlorenheit.....was perfekt zur Geschichte passt!



Fazit:
Eine sehr berührender Roman, der uns über ein dunkles und uns noch unbekanntes Stück amerikanischer Geschichte erzählt: Die Waisenzüge. Eine Geschichthe, die noch lange nachhallt und nachdenklich macht. Ein Roman über das Schicksal, Freundschaft und über Verlust. Absolut lesenswert!


Ich habe mich noch etwas mit der Geschichte um diese Waisenzüge auseinandergesetzt, denn eigentlich hatte ich vorher noch nie etwas über dieses Stück amerikanische Geschichte gehört.
Hier ein kleines Video zum Buch:



Todesurteil - Andreas Gruber


    • Taschenbuch: 576 Seiten
    • Verlag: Goldmann Verlag (16. Februar 2015)
    • ISBN-10: 3442480256
    • ISBN-13: 978-3442480258
    • Genre: Thriller 
    • Reihe: ja - 2. Teil um Profiler Maarten S. Sneijder


Goldmann Kurzbeschreibung: 
 In Wien verschwindet die zehnjährige Clara. Ein Jahr später taucht sie völlig verstört am nahen Waldrand wieder auf. Ihr gesamter Rücken ist mit Motiven aus Dantes "Inferno" tätowiert – und sie spricht kein Wort. Indessen nimmt der niederländische Profiler Maarten S. Sneijder an der Akademie des BKA für hochbegabten Nachwuchs mit seinen Studenten ungelöste Mordfälle durch. Seine beste Schülerin Sabine Nemez entdeckt einen Zusammenhang zwischen mehreren Fällen – aber das Werk des raffinierten Killers ist noch lange nicht beendet. Seine Spur führt nach Wien – wo Clara die einzige ist, die den Mörder je zu Gesicht bekommen hat …

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Goldmann Challenge

Meine Meinung:
Seit "Rachesommer" bin ich ein Fan des österreichischen Autors Andreas Gruber...dann kam "Todesfrist" und ich dachte mir keiner seiner Thriller könnte dieses Buch noch toppen! Doch nun habe ich "Todesurteil gelesen und bin ebenso begeistert! "Todesurteil" steht "Todesfrist" in keiner Weise nach - im Gegenteil! Und es gibt ein Wiederlesen mit Maarten S. Sneijder, denn dies ist Band 2 um den eigenwilligen und charismatischen Fallanalytiker. Ich würde empfehlen die Bücher der Reihe nach zu lesen, aber man kann auch dieses Buch alleine lesen.

Dieser spannende Thriller von Andreas Gruber spielt zeitgleich an zwei verschiedenen Plätzen: Wien und Umgebung (Neusiedlersee) und Wiesbaden. Kapitelweise wird zwischen den beiden unterschiedlichen Handlungssträngen hin- und hergesprungen, wobei die Spannung trotzdem nie zu kurz kommt.

In der Nähe von Wien wird ein verstörtes und misshandeltes Mädchen gefunden. Es ist Clara, die 11-jährige Tochter von Staatsanwältin Melanie Dietz ehemaliger Freundin Ingrid. Ihr Rücken ist bis auf ein kleines Fleckchen mit Motiven aus Dantes Inferno tätowiert worden. Kurz darauf wird eine Kinderleiche im Wienerwald gefunden, deren Haut am Rücken fehlt. Melanie übernimmt den Fall gemeinsam mit ihrer Therapiehündin Sheila.

Im zweiten Handlungsstrang begegnen wir wieder Sabine Nemez, die nach einigen Absagen endlich die Möglichkeit bekommt an der Akademie des BKA in Wiesbaden zu studieren. Dies gibt auch ein Wiedersehen mit Maarten S. Sneijder, dem niederländischen Fallanalytiker, der dort unterrichtet und Sabine in seinen Kurse nimmt. Gemeinsam haben sie vor einem Jahr ("Todesfrist") einen Fall gelöst. Doch Sabine hat keinen sehr guten Anfang in Wiesbaden. Drei ihrer Mitstudenten neiden ihr den Platz, den sie ohne Aufnahmeprüfung bekommen hat. Nur die toughe Tina zeigt sich ihr gegenüber freundlich. Außerdem erfährt sie, dass auf ihren Exfreund Erik, der ebenfalls beim BKA arbeitet, ein Anschlag verübt wurde. Dieser liegt schwer verletzt auf der Intensivstation. Anscheinend hat er an einem Fall gearbeitet, den sie bei Sneijder im Kurs durchnehmen.....ein Gemetzel an einer Familie in Berlin. Sabine entdeckt Gemeinsamkeiten der alten Fälle, die sie durchnehmen und den Vorfällen in Österreich. Doch sie ist die Einzige, die so denkt...

Dieser Thriller von Andreas Gruber ist sehr temporeich und nichts für schwache Nerven. Beide Handlungsstränge sind rasant und es kommt zu keiner Zeit Langeweile auf. Der Spannungsbogen ist durchgehend konstant bzw. wächst sogar noch...was man sich gar nicht mehr vorstellen kann! Man kommt kaum zum "durchschnaufen" und rätselt permanent, wie denn diese Fälle alle zusammenhängen sollen? Immer wieder gibt es neue Ansatzpunkte und verblüffende Wendungen, die mir mehr und mehr Fragezeichen in meine Augen zauberten.

Die Charaktere sind alles andere als einseitig und haben alle ihre Ecken und Kanten. Besonders Sneijder ist der "Ungustl" schlechthin, den wir ja schon aus "Todesfrist" kennen. Auch in diesem Band braucht er weiterhin seine Dosis Marihuana, um sich in die Gedankenwelt der Täter versetzen zu können und vorallem, um gegen seine nagenden Kopfschmerzen anzukämpfen. Ich habe bis jetzt keinen Ermittler kennengelernt, der Maarten S. Sneijder ähnelt. Er ist absolut unsympathisch und gleichzeitig wieder das Gegenteil. Sabine ist eine toughe junge Frau, die vor nichts zurückschreckt und ihren Weg geht. Das Zusammenspiel der Beiden ist absolut gelungen und bringt etwas Humor in die manchmal doch sehr grausamen Morde. Auch die übrigen Charaktere sind sehr gut dargestellt. Besonders gefallen haben mir Tina, Sabines Studienkollegin und Staatsanwäting Melanie Dietz.

Schreibstil:
Der Erzählstil ist packend, flüssig und sehr temproreich. Die Charaktere sind wunderbar beschrieben und nicht einseitig. Verblüffende Wendungen bringen immer wieder neue Ansätze und Ideen.

Cover:
Der hellblauen Hintergrund gefällt mir sehr! Die abgebildete Tatwaffe ist in 3-D und fährt man mit der Hand drüber, spürt man rauhe Erhebungen - genial! Auch passt das Titelbild zu Reihe um "Todesfrist".

Fazit: 
Ein MUSS für alle Thrillerfans! Absolut genial konstruiert und spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Mein bisheriges Highlight des Jahres!


Die Reihe um Sabine Nemez und Maarten S. Sneijder:
  1. Todesfrist
  2. Todesurteil

Kaffeeklatsch mit Goldfisch - Martha Sophie Marcus



    • Taschenbuch: 320 Seiten
    • Verlag: Goldmann Verlag (16. Februar 2015)
    • ISBN-10: 3442481058
    • ISBN-13: 978-344248105
    • Genre: Roman


Goldmann Kurzbeschreibung: 

 Antonia, 42, besitzt eine Apotheke im hübschen Jeetzeburg an der Elbe. Sie liebt ihre Arbeit, ihre beiden Töchter und ihren Mann Monty. Und doch plagt sie die Midlife-Crisis: Das Privatleben kommt zu kurz, die pubertierenden Töchter nerven, und Monty scheint jegliches erotische Interesse an ihr verloren zu haben. Als der Fluss über die Ufer tritt und halb Jeetzeburg unter Wasser setzt, zögert Antonia dennoch nicht lang. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Helen, der Stammkundin Petra und ihrer Angestellten Carolin hilft sie beherzt der betagten Frau Lilienthal, deren geliebtes Haus bedroht ist. Und plötzlich erscheinen ihre eigenen Probleme in einem ganz anderen Licht ...

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Goldmann Challenge

Meine Meinung:
Martha Sophie Marcus ist vorallem durch ihre historischen Romane bekannt. Ihr neuerster Roman ist ein unterhaltsamer Frauenroman, der trotzdem ein sehr ernsthaftes Thema zur Sprache bringt: Hochwasser.
Da ich selbst nicht sehr weit von der Donau entfernt wohne und unsere Garage schon zweimal überflutet war, ist mir das Thema (leider) vertraut.
Bei einer Leserunde bei Lovelybooks durften ich mit der Autorin über ihren Roman und warum sie das Thema aufgegriffen hat, diskutieren.

Die vier Hauptprotagonistinnen Antonia, Helen, Petra und Carolin sind sehr unterschiedliche Charaktere und  jede von ihnen hat mit anderen Problemen zu kämpfen. Während Antonia durch ihren übertriebenen Perfektionismus das Gefühl hat ihre Familie zu verlieren, kämpft Helen mit einem alkoholkranken Ehemann. Petra hat sechs Kinder, dreht jeden Cent dreimal um und kämpft jeden Monat ums Überleben. Nun  muss sie auch noch um ihr Haus bangen, das der Besitzer wegen Eigennutzung zurückfordert. Carolin, die Jüngste, arbeitet in der Apotheke von Antonia und ist in medizinischen Dingen sehr kompetent, doch was junge Männer betrifft furchtbar schüchtern.
Während jede der Frauen mit ihren eigenen Problemen beschäftigt ist, steigt der Wasserpegel rund um die kleine Stadt Jeetzeburg an der Elbe kontinuierlich. Als die ehemalige Lehrerin, Frau Lilienthal, in ihrem Haus festsitzt, nehmen Antonia, Petra, Helen und Carolin die Sache in die Hand, wachsen über sich hinaus  und vergessen kurzfristig ihre eigenen Sorgen.

Über jedem Kapitel steht einer der Vornamen der vier Frauen, während der Roman abwechselnd aus der Sicht dieser Protagonistin geschrieben ist. Antonia ist diejenige, die in dieser Geschichte den Hauptpart einnimmt. Sie ist eine Perfektionistin, die Job und Familie top unter einem Hut bringt, jedoch mehr und mehr den Bezug zu ihren Töchtern und vorallem zu ihrem Mann Monty verliert. Sie will einfach in jeder Hinsicht perfekt sein und verliert langsam die Kontrolle über die Apotheke und Familie.
Helen ist die Lebenslustigste der Gruppe, verschließt jedoch immer wieder die Augen vor der Wirklichkeit und der Alkoholsucht ihres Mannes Tom.
Petra ist eine sehr warmherzige Frau, die alles für ihre Kinder tut und sie trotz Geldmangel auf den rechten Weg schickt.
Und Carolin ist jobmäßig richtig kompetent und gibt im Internet Antworten auf knifflige medizinische Fragen,  jedoch in der realen Welt kriegt sie Männern gegenüber kaum einen Satz heraus.

Schreibstil:
Alle Protagonistinnen sind wunderbar lebendig beschrieben - Frauen, mit Ecken und Kanten, Frauen wie du und ich. Man fühlt sich wohl in der Runde und schließt alle sofort ins Herz. Der Leser lernt wie klein große Probleme sein können, wenn man auf jemanden trifft, der mit noch größeren Problemen zu kämpfen hat. Die Länge der einzelnen Kapitel ist eher kurz und liest sich schnell. Und sogar wie der Goldfisch zum Kaffeeklatsch kommt, wird mit allerlei Humor glaubwürdig eingebracht.

Fazit:
Der Autorin ist es mit ihrem flüssigen und lebendigen Schreibstil gelungen ein ernstes Thema in eine unterhaltsame Geschichte zu verpacken.Ein Roman über Frauen und Freundschaften.


Vielen Dank an die Autorin Martha Sophie Marcus für die nette Leserunde, an den Goldmann Verlag und Lovelybooks.
 

Martinas Buchwelten Copyright © 2012 Design by Antonia Sundrani Vinte e poucos