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Salz für die See - Ruta Sepetys



    • Gebundene Ausgabe: 416 Seiten
    • Verlag: Königskinder (29. September 2016)
    • Übersetzer: Henning Ahrens
    • ISBN-10: 3551560234
    • ISBN-13: 978-3551560230
    • Originaltitel: Salt to the Sea
    • Genre: Jugendbuch, historischer Roman, All-Age-Roman


Königskinder Kurzbeschreibung:
Die letzten Kriegstage des Jahres 1945: Tausende Menschen flüchten aus Angst vor der Roten Armee nach Westen. Darunter Florian, ein deutscher Deserteur, Emilia, eine junge Polin, und Joana, eine litauische Krankenschwester. Eine Notgemeinschaft, in der jeder ein Geheimnis hat, das er nicht preisgeben will. Denn der Krieg hat sie Misstrauen gelehrt. Im eiskalten Winter wählt der kleine Flüchtlingstrek den lebensgefährlichen Weg über das zugefrorene Haff. In Gotenhafen, so heißt es, warte die Wilhelm Gustloff, um sie nach Westen zu bringen. Doch auch dort sind sie noch lange nicht in Sicherheit.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Vor sieben Jahren habe ich bereits den Jugendroman "Und in mir der unbesiegbare Sommer" (*Rezi*) der Autorin gelesen, der ebenfalls den zweiten Weltkrieg als Thema hatte, und der mir wirklich sehr gut gefallen hat. Deshalb sind ihre weiteren Romane sofort auf meine Wunschliste gelandet. Leider steht der eine oder andere noch im Regal, aber "Salz für die See" haben wir nun in einer kleinen, aber feinen Blogger-Leserunde gemeinsam gelesen.

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges versuchen tausende Menschen aus Polen, Ostpreussen und dem Baltikum vor der russischen Armee in Richtung Westen zu fliehen. In Gotenhafen stehen einige Schiffe bereit, die die Flüchtlinge mit mehrheitlich deutscher Abstammung aufnehmen sollen. Darunter auch die Wilhelm Gustloff, ein ehemaliges Kreuzfahrtschiff, das sie in den sichern Hafen nach Kiel bringen soll.

Unter den Flüchtlingen sind auch Florian, ein Preuße und Deserteur, der in seiner eigenen Mission unterwegs ist. In seinem Rucksack hat er etwas Wichtiges versteckt und gibt sich als Soldat mit einem Spezialauftrag aus. Ebenso die litauische Krankenschwester Joana, die unter Schuldgefühlen leidet und als eine Art Buße ihr Helfersyndom auslebt. Zu Joana und Florian gesellt sich die junge schwangere Polin Emilia, die sowohl vor den Deutschen, als auch den Russen auf der Flucht ist. Jeder von den Dreien trägt ein Geheimnis mit sich. Die mögliche Gefahr aufzufallen oder entlarvt zu werden, schweißt sie zusammen. Der eiskalte Winter und der Fluchtweg über die zugefrorene Frische Haff nach Gotenhafen, stellt neben dem Hunger und der Angst vor den feindlichen Soldaten eine weitere große Gefahr für die Flüchtlinge dar.....

Die Autorin erzählt schonungslos und trotzdem sehr sensibel über die letzten Kriegsmonate. Wir begleiten die drei Hauptprotagonisten und einige Nebencharaktere auf ihren harten Weg voller Gefahren Richtung Gotenhafen. Wir schließen uns dem Flüchtlingstrek an und erfahren so immer mehr über die Lebensumstände der einzelnen Figuren und deren Vergangenheit.
Abwechselnd wird aus der Sicht von Joana, Emilia, Florian und dem deutschen Matrosen Alfred in der Ich-Perspektive erzählt.
Alfred ist auf der Wilhelm Gustloff und ein sehr eigener Charakter. Er ist treuer Anhänger von Hitler, wurde jedoch als Kind immer verspottet und träumt als Kriegsheld nach Hause zu kommen. In seinen Tagträumen ist er ein bedeutender Marinesoldat, seinem Vaterland treu ergeben. In Wahrheit ist er ein Feigling, der sich bei Gefahr im Verzug sofort aus dem Staub macht.

Auch die liebenswerten Nebencharaktere, wie der Schuh-Poet, Ingrid oder der kleine Klaus sind sehr lebendig und authentisch dargestellt. Diese Drei sind mir besonders ans Herz gewachsen.

Trotz der etwas schweren Thematik hat die Autorin ihrem Roman immer eine hoffnungsvolle Note beigefügt, die zum Ende hin dramatisch wird. Einziger Kritikpounkt war für mich, wie auch der meiner Mitleserin, dass ein Handlungsstrang, der wie ein roter Faden durch den Roman führte, offen blieb.

Warum, fragt man sich, weiß kaum jemand von dieser größten Schiffskatastrophe, bei der MEHR Menschen gestorben sind, als beim Untergang der Titanic?
Die Wilhelm Gustloff, die als Flüchtlings- und Lazarettschiff zweckentfremdet wurde, hatte insgesamt 10.000 Menschen an Board - 8.000 mehr als ursprünglich vorgesehen. 
Die Autorin hat dieses schwere Unglück zum Anlass genommen und hat historische Ereignisse mit fiktiven Figuren verknüpft. Das Jugendbuch, das mehr ein All-Age-Roman ist (er sollte auch wirklich von allen Altersgruppen gelesen werden!) soll ein Andenken an die Menschen sein, die ihr Leben auf der Wilhelm Gustloff ließen.

Im Nachwort erzählt die Autorin warum sie diese Geschichte schreiben musste und wie aufwendig ihre Recherche war. Sie hat dabei viele Überlebende befragt und versucht keine Partei zu ergreifen, sondern zu zeigen, dass es immer auf beiden Seiten gute und schlechte Menschen gibt.

Schreibstil:
Der Schreibstil von Ruta Sepetys ist sehr einfühlsam und anschaulich. Der Inhalt ist bedrückend. Trotzdem erwischt die Autorin genau die richtige Dosis, um den Leser nicht damit zu erdrücken.
Die Kapitel sind sehr kurz gehalten und mit dem Namen des Erzählers versehen. Am Anfang und am Ende des Buches gibt es eine Karte des Gebietes von Russland bis Deutschland. Im vorderen Teil sieht man die damaligen Länderverhältnisse im Jahre 1945 und am Ende des Romans die aktuellen .

Cover:

 von links nach rechts: das bulgarische und danach englischsprachige Cover

Fazit:
Ein eindringlicher Roman, der von allen Altersstufen gelesen werden kann und sollte. Ein Vermächtnis an die vergessenen Opfer der Wilhelm Gustloff, die sich ähnlich unserem heutigen Flüchtlingsstrom vor Not und Hunger auf einen gefährlichen Weg machten. Ich gebe gerne eine Leseempfehlung!


Perfect - Willst du die perfekte Welt? - Cecilia Ahern




    • Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
    • Verlag: FISCHER FJB; Auflage: 3 (17. November 2016)
    • ISBN-10: 3841422365
    • ISBN-13: 978-3841422361
    • Genre: Jugendbuch, Dystopie 
    • Reihe: ja - Band 2




Fischer Kurzbeschreibung:
Celestine wurde als „fehlerhaft“ gebrandmarkt, sie gehört nun zu den Menschen zweiter Klasse. Doch statt sich den strikten Regeln des Systems zu unterwerfen, flieht sie. Denn Celestine ist auch ein Symbol der Hoffnung für alle anderen Fehlerhaften. Gelingt es ihr, den grausamen Richter Crevan zu überführen? Das wäre die Chance auf einen Neuanfang für die Fehlerhaften. Aber gibt es auch für ihre große Liebe eine neue Chance? Für Celestine geht es um alles – um Gerechtigkeit für sich selbst und alle anderen und um eine lebenswerte Zukunft.

Meine Bewertung: schwache * * * *

Buch zu Hufis große Stall Challenge

******ACHTUNG, KANN SPOILER ENTHALTEN!*****

Meine Meinung:
Nachdem ich Band 1 von Cecilia Aherns Dilogie "Flawed" gelesen habe, wartete ich schon sehnsüchtig auf den Folgeband und den Abschluss der Dilogie. "Perfect - Willst du die perfekte Welt?" schließt nahtlos an den ersten Teil an und bringt den Leser zurück in das Zwei-Klassen-System, in dem Celestine lebt. Nachdem sie als Fehlerhafte weiterhin auf der Flucht vor Richter Crevan und seiner Gilde ist, hält sie sich bei ihrem Großvater versteckt. Als es jedoch für beide zu gefährlich wird, hilft ihr unerwartet Carrick und bringt sie an einem sicheren Ort. Doch Celestine will ihr altes Leben zurück und sich nicht ewig verstecken. Deshalb geht sie in die Offensive und versucht die Menschen auf einige Ungereimtheiten im System aufmerksam zu machen. Sie hat einen Triumph in der Hand, weiß jedoch nicht, wie sie ihn einsetzen soll und wem sie vertrauen kann. Wer will ihr wirklich helfen ? Und wer versucht nur selbst Vorteile aus Celestines Situation zu ziehen? Nicht nur Celestine ist verunsichert, wem sie trauen kann, sondern auch der Leser. Man hat hier keinen Wissensvorsprung, was das Lesen unheimlich spannend macht. Cecilia Ahern punktet hier mit überraschenden Wendungen und falschen Spuren, die einem an den Seiten kleben lassen.

Celestine wird, wie Katniss Aberdeen in den Tributen von Panem, ungewollt zur Heldin und findet sich in einer neuen Rolle wieder. Diese behagt ihr nicht wirklich und doch sieht sie ein, dass sie alleine schaffen könnte, was bisher noch nicht gelungen ist: Das wahre Gesicht von Richter Crevan zu zeigen und das System, das er geschaffen hat, zu hinterfragen. Sie entwickelt sich im Laufe der Geschichte weiter und wächst über sich hinaus. Sie besitzt die Fähigkeit andere Menschen mit ihren Worten zu erreichen und versucht auf die Missstände aufmerksam zu machen. Trotzdem fand ich ihre schnelle Entwicklung, wie auch schon in Band 1, zu rasch.
Celestines Familie spielt diesmal eine große Rolle und ich fand besonders die Wandlung und Entwicklung von Celestines Mutter und ihrer Schwester Juniper toll. Sogar Art konnte mich am Ende überraschen und hinterließ einen besseren Eindruck als zu Beginn. Es gibt kaum neue Figuren in diesem Fortsetzungsband und doch bleibt die Handlung spannend und kommt auch mit den bereits bekannten Charakteren aus.

Leider gibt es aber auch ein paar Kritikpunkte. Besonders zu Beginn des zweiten Teils gibt es viele Wiederholungen, die man bereits aus Band 1 kennt. Dies erleichtert zwar den Einstieg in den Folgeband, jedoch sind die beiden Bücher innerhalb kurzer Zeit und nicht im Jahrestakt veröffentlicht worden, was das Lesen unheimlich erleichtert und man nicht immer in seinem Gedächtnis kramen muss. Deswegen fand ich die Nacherzählungen aus dem ersten Buch etwas zu langgezogen. Ebenso entwickelte sich meiner Meinung nach die Liebesgeschichte zwischen Carrick und Celestine zu schnell.

Die Botschaften und kleinen Lebensweisheiten, die die Autorin in dieser Geschichte thematisiert und die sich zwischen den Zeilen verstecken, finde ich absolut gelungen. Diese sollen aufzeigen, dass alle Menschen gleich sind und man sich selbst seine eigene Meinung bilden soll. 

Cover:

Die Cover passen allesamt zu den Vorgängerbänden, wobei ich wiederholen muss, dass die deutschsprachige Version wirklich um vieles schöner ist, als alle anderen.

Fazit:
Der zweite Band der Dilogie ist etwas schwächer, aber Cecilia Ahern hat hier eine sehr interessante Reihe geschrieben, die eine wichtige Botschaft aussendet. Ich würde gerne noch mehr in diese Richtung von der Autorin lesen.

Die Dilogie:
  1. Flawed  *meine Rezi*
  2. Perfect

Alles, was ich sehe - Marci Lyn Curtis




    • Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
    • Verlag: Königskinder (18. März 2016)
    • ISBN-10: 3551560226
    • ISBN-13: 978-3551560223
    • Originaltitel: The One Thing
    • Genre: Jugendbuch, Fantasy



Königskinder Kurzbeschreibung:
Maggie hasst ihr neues Leben als Blinde. Sie will keine tapfere Kranke sein, und auf Unterricht von anderen Blinden kann sie gut verzichten. Nach einem missglückten Streich passiert es: Sie kann wieder sehen! Nur einen Ausschnitt der Welt, genauer: einen zehnjährigen Jungen namens Ben. Mit Hilfe des altklugen und hinreißenden Jungen scheint sie einen Teil ihres alten Lebens zurückzubekommen. Und Bens großer Bruder Mason ist Sänger in Maggies Lieblingsband. Und ziemlich attraktiv. Doch er lässt sie abblitzen, weil er denkt, dass Maggie ihre Blindheit vortäuscht – was ja irgendwie stimmt. Dann kommt heraus, warum sie ausgerechnet Ben sehen kann.


Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Dieses Jugendbuch aus den Königskinder Verlag fiel mir immer wieder auf diversen Blogs ins Auge. Die sehr positiven Bewertungen überzeugten mich das Buch aus meiner Bücherei mitzunehmen.

Zu Beginn tat ich mir allerdings ein bisschen schwer mit der Geschichte und der mir zuerst eher unsympathischen Protagonistin Maggie. Diese hat durch eine Gehirnhautentzündung ihr Augenlicht verloren und leidet natürlich sehr darunter. Sie beginnt sich von ihren Freundinnen abzusondern und auch die Beziehung zu ihren Eltern wird unterkühlter und schwieriger.
Nach einem Sturz, bei dem sich Maggie den Kopf schlimm angeschlagen hat, sieht sie plötzlich einen kleinen Jungen namens Ben. Ihr Sichtfeld beschränkt sich allerdings auf den Zehnjährigen, den sie in einer Art Schein wie von einer Glühbirne sieht. Maggie ist glücklich wieder Farben sehen zu können und beginnt zwar die Sache zu hinterfragen, jedoch will sie an ihrem Glück, zumindest einen kleinen Teilausschnitt sehen zu können, wenn Ben in ihrer Nähe ist, solange wie möglich teilhaben. Und die Freundschaft mit Ben tut Maggie wirklich gut, denn der kranke Junge, der an einer schweren Rückenmarksverletzung (Spina bifida) leidet und nur mit Schwierigkeiten laufen kann, bereichert Maggies Leben. Seine positive Lebenseinstellung, seine altklugen Kommentare und sein sonniges Gemüt erobern nicht nur unsere Hauptprotagonistin, sondern auch den Leser. Und dann ist er noch der Bruder von Mason, dem Sänger von Maggies Lieblingsband. Dieser ignoriert Maggie allerdings total, da er glaubt sie spiele ihm ihre Blindheit nur vor......
Was es damit auf sich hat, dass Maggie nur Ben sehen kann und warum, dass müsst ihr selbst herausfinden!

Ich war zuerst etwas skeptisch und mag fantastische Stränge (deshalb wird der Roman auch unter "Fantasy" geführt!) in "normalen" Romanen nicht so gerne, aber nach den ersten 80 Seiten hat auch mich die Geschichte gepackt. Das liegt aber vorallem an den wunderbar dargestellten Protagonisten. Mit Ben hat die Autorin einen einzgartigen Charakter entworfen, der sich in jedes Herz einschleicht. Der kleine Junge ist nicht nur altklug und neugierig, seine überschwängliche Art und sein Sinn für Humor ist wirklich außergewöhnlich beschrieben. Und für Maggie wird Ben im wahrsten Sinne des Wortes ein Lichtblick in ihrem Leben.
Auch Maggie wurde mir im Laufe der Geschichte immer sympathischer. Mit ihrer sarkastischen und unverblümten Art eckt sie bei vielen Mitmenschen an und igelt sich ein. Durch Ben lernt sie ihr Leben wieder in die Hand zu nehmen und macht im Laufe der Geschichte eine sehr positive Wandlung durch.

Die kleine Liebesgeschichte müsste nicht unbedingt sein, aber ich kann verstehen, dass es besonders für junge Mädchen ein Anreiz sein könnte zu diesem Buch zu greifen. Musiker oder ein angehender Rockstar sind auf jeden Fall ein sehr beliebtes Thema, welches auch bei älteren Frauen ab und an zieht ;)

Die Autorin hat es wunderbar geschafft die Probleme von blinden Menschen für uns Sehende begreiflich zu machen. Das beginnt mit dem überqueren einer Straße, den bösen Gehsteigkanten, den richtigen Bus zu finden und generell sich im normalen Leben einzugliedern, was nicht einfach ist. So spricht diese Geschichte den Leser auf viele Arten an. Es ist eine gelungene Mischung aus ernsten und schwierigen Themen, die mit einer kleinen Prise Sarksamus und Humor und dem wichtigen Thema Freundschaft, das richtige Lesefeeling bringt. Ein wunderbarer All Age Roman für Mütter und Töchter.

Schreibstil
Wie bereits oben erwähnt, lebt der Roman von den facettenreichen Figuren, die Marci Lyn Curtis mit sehr viel Herzblut erschaffen hat. Sie sind lebendig und haben Ecken und Kanten. Der Schreibstil ist flüssig und jugendlich leicht, trotz der manchmal schwereren Themen. Maggie erzählt aus der Ich-Perspektive und lässt uns unmittelbar an ihren Gedanken und Gefühlen teilhaben.


Cover:

Die amerikanische Hardcover-Originalausgabe ganz links finde ich richtig hässlich...sorry! Da gefällt mir das Taschenbuch, ganz in Rottöne gehalten, viel besser. Vorallem weil das Bild auf eine Szene im Buch zutrifft (wie auch das pinkfarbene italienische Taschenbuchcover). Das spanische Cover ganz rechts erinnert mich eher an eine Dystopie ;)

Fazit:
Ein bewegender All Age Roman mit einem Schuss Fantasy, der vorallem von den facettenreichen Figuren lebt und das Thema Blindheit sehr gut beschreibt. Für alle Altersstufen zu empfehlen!


 

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