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Im Schatten der Bräutigamseiche - Petra Pfänder




    • Broschiert: 304 Seiten
    • Verlag: MIRA Taschenbuch; Auflage: 1 (18. Juli 2016)
    • ISBN-10: 3956495748
    • ISBN-13: 978-3956495748
    • Genre: Gegenwartsliteratur


Mira Kurzbeschreibung:
Nach dem Tod ihrer Großmutter kehrt Johanna Petersen in ihre Heimatstadt Eutin zurück. Obwohl sie sehr an dem alten Haus ihrer Familie hängt, sieht sie keine andere Möglichkeit, als es zu verkaufen. Kurz vor dem entscheidenden Termin will sie ein letztes Mal Abschied nehmen. Von ihrer Großmutter. Von ihrer Kindheit. Aber auch von ihrer Vergangenheit. Als sie aus dem Astloch der uralten Bräutigamseiche einen geheimnisvollen Brief zieht, scheint es, als würde sich ein Kreis schließen. Plötzlich ist sie einem tragischen Geheimnis auf der Spur, das das Schicksal ihrer Familie damals wie heute bestimmen soll...

Meine Bewertung: gute * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Von der Autorin Petra Pfänder habe ich bereits "Unter dem Vanillemond" (meine Rezi *klick*) gelesen und war gespannt auf ihren neuersten Roman. Damals ging es ins exotische Madagaskar, diesmal bleiben wir in Deutschland und zwar in der ostholsteinischen Stadt Eutin.

Johanna Petersen ist eine erfolgreiche Immobilienmaklerin, die in Hamburg lebt. Nach dem Tod ihrer Eltern wuchs sie bei ihrer Großmutter in Schleswig-Holstein auf, das sie vor 12 Jahren verlassen hat. Als nun ihre geliebte Oma stirbt und sie das Haus erbt, kommt sie in ihre ehemalige Heimat zurück. Sie möchte jedoch Eutin nach der Beerdigung so schnell wie möglich wieder verlassen, denn der Ort ihrer Kindheit weckt eine traurige Erinnerung in ihr. Als sie jedoch den Zustand des Hauses sieht, ist sie entsetzt und beginnt bereits in Gedanken mit der Renovierung. Ihr Verlobter Henning, ein angehender Politiker, ist alles andere als erfreut. Ein geheimnisvoller alter Liebesbrief, versteckt in der sagenumwobenen Bräutigamseiche und drei interessante Gemälde am Dachboden, die anscheinend ihre Urgroßmutter zeigen, veranlassen Johanna ihren Aufenthalt zu verlängern. Sie beginnt nachzuforschen.....
Schon nach wenigen Seiten war ich in die Geschichte eingetaucht und fühlte mich wohl. Der Autorin gelang es wunderbar, mich in den Norden Deutschlands mitzunehmen und Johanna zu begleiten. Gemeinsam lernten wir neue Menschen kennen, zweifelten an diversen Handlungen und teilten Erlebnisse. Ich fühlte ihre Zweifel und Gedanken und war neugierig auf das Familiengeheimnis.

Die Handlung spielt größtenteils in der Gegenwart, jedoch gibt es immer wieder Rückblenden in die 1930-iger Jahre. Hier wird die Geschichte von Johannas Urgroßmutter Emilie erzählt, um die sich ein großes Familiengeheimnis rankt. Nach und nach kommt der Leser diesem auf die Spur und doch gibt es zum Ende hin eine überraschende Wendung, mit der ich nie gerechent hätte. Zum Schluss werden die beiden Handlungsstränge sehr geschickt miteinander verknüpft. Die Spannung steigt kontinuierlich an und das Ende lässt keine offenen Fragen übrig.

Während die Handlung in der Gegenwart doch sehr vorhersehbar war, konnte mich der Erzählstrang in der Vergangenheit mehr als überraschen. Das Familiengeheimnis hat die Autorin diesmal wirklich gut gehütet und die Sage rund um die Bräutigamseiche, die es wirklich gibt, großartig in die Geschichte eingebunden.
Mir hat dieser Teil aus der Vergangenheit besonders gut gefallen und ich würde mir im nächsten Roman wieder eine Verknüpfung von zwei Zeitebenen wünschen.

Schreibstil:
Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich sehr gut lesen. Man taucht sofort in die Geschichte ein. Auch die Landschaftsbeschreibungen des ostholsteinischen Landstriches wurden sehr bildhaft erzählt. Obwohl ich noch nie dort war, hatte ich sofort Bilder im Kopf. Die Charaktere sind wunderbar gezeichnet.

Cover:
Das Cover gefällt mir ausgesprochen gut und zeigt einen Baum, der die Bräutigamseiche sein könnte. Die Farben sind harmonisch und wirken geheimnisvoll.

Fazit:
Ein Roman zum Abtauchen. In der Gegenwart etwas vorhersehbar - wogegen mich die Rückblenden total überzeugen konnten. Spannend und mit überraschenden Wendungen.

Vielen Dank an Harper Collins bzw. Mira Taschenbuch für das Rezensionsexemplar und Lovelybooks für die Leserunde!

Unter dem Vanillemond - Petra Pfänder




    • Broschiert: 304 Seiten
    • Verlag: MIRA Taschenbuch; Auflage: 1 (11. Januar 2016)
    • ISBN-10: 3956492706
    • ISBN-13: 978-3956492709
    • Genre: Familiensaga, Landscape, Roman


Mira Kurzbeschreibung: 
Ein geheimnisvoller Liebesbrief, ein altes Foto, ein lang gehütetes Familiengeheimnis ...
Nach dem Tod ihres Vaters steht Annabel Hansen vor einer schweren Entscheidung: Was soll mit der Vanilleplantage geschehen, die ihr Vater auf Madagaskar betrieben hat? Nur widerwillig macht die junge Hamburgerin sich auf den Weg ins ferne Afrika und wird sofort gefangen genommen von der exotischen Schönheit der Insel: Von der tropischen Landschaft, den fremden Gerüchen, der Farbe des Indischen Ozeans. Plötzlich versteht sie, was ihren Vater immer wieder hierher gezogen hat. Doch als sie in seinen Unterlagen einen zärtlichen Liebesbrief und das Foto einer schönen Fremden findet, ahnt sie, dass die Insel noch mehr Geheimnisse birgt. Geheimnisse, die ihr bisheriges Leben in einem völlig anderen Licht erscheinen lassen ...

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Annabel Hansen ist eine erfolgreiche Anwältin, die kurz vor ihrem größten Erfolg steht: die Junior-Partnerschaft in der Kanzlei, in der sie arbeitet. Da erhält sie die Nachricht vom Tod ihres Vaters, der in Madagaskar an einem Herzinfarkt gestorben ist. In all den Jahren wurde die Kluft zwischen ihnen immer größer und mit jeder Reise zur tropischen Insel entfernten sich Annabel und ihr Vater voneinander. Der Vanillekontor in Hamburg, mit all seinen exotischen Gewürzen, den ihr Vater betrieb, blieb Annabel fremd, genauso wie ihre einzigen Verwandten, Onkel Bernd, der Bruder ihres Vaters, und seine Frau Marlene. Die Beiden betreiben seit Jahren eine Vanilleplantage auf der afrikanischen Insel. Kurz vor der Abreise findet sie in seinen Unterlagen einen romantischen Liebesbrief von ihm und ein Foto einer schönen Fremden. Annabel nimmt sich kurzfristig Urlaub und fliegt nach Madagskar, um ihr Erbe zu regeln und das Geheimnis um die unbekannte Frau auf dem Foto zu lösen. Als sie auf der tropischen Insel ankommt, verfällt auch sie den Reizen des exotischen Landes. Obendrein scheint der Mann, der einmal ihr Vater gewesen war, hier ein ganz anderer Mensch gewesen zu sein.

Gleich zu Beginn ist man mitten drin in der Geschichte rund um Annabel und dem Vermächtnis ihres Vaters. Die Autorin versteht es wunderbar die exotische Landschaft und den Charme der Insel zu beschreiben. Man riecht die Vanille, spürt die Hitze und sieht die bunte Flora und Fauna vor sich. Auch die Dorfgemeinschaft, die Bräuche der Insel und besonders der Glauben an die Fadys, den Geboten und Tabus der Einheimischen, werden bildlich dargestellt und beschrieben. Man fühlt sich während des Lesens in einer völlig fremden Welt und taucht ein in die wunderbare Landschaft von Madagskar.
 
Annabel ist zu Beginn des Romans eine eher kühle Hauptprotagonistin, die durch den frühen Tod ihrer Mutter und der immer größer werdenen Kluft zwischen ihr und ihrem Vater, ihre Passion im Job sucht und findet. Bereits als Kind ein Außenseiter, gibt sie beruflich alles und doch macht sie der Erfolg allein nicht glücklich. Erst die Ankunft auf Madagskar lässt sie etwas innehalten und ihr Leben überdenken....sie "entschleunigt" sich selbst und stellt bald überrascht fest, wie wohl sie sich damit fühlt. Die Veränderungen machen sie zu einer warmherzigen Frau, die beginnt über ihr Leben und das des Vaters nachzudenken. Auch die Verunsicherung über die völlig neue Seite ihres Vaters, die ihr durch die Dorfbewohner näher gebracht wird, kann man durch die Zeilen spüren.

Das Familiengeheimnis, welches den roten Faden der Geschichte bildet, habe ich jedoch sehr bald "durchschaut". Auch wer hinter den geheimnisvollen Übergriffen steht, die Annabel immer mehr in Gefahr bringen, war mir viel zu schnell klar. Vielleicht habe ich einfach schon zu viele Bücher dieser Art gelesen....trotzdem muss ich sagen, dass mich der Roman sehr gut unterhalten hat und mich während meines traurigen Ausblickes aus meinem Fenster in einem nasskalten April, träumen hat lassen von Sonne, traumhaften Stränden, dem Dschungel und den Duft von Gewürzen.

Neben all der Vorhersehbarkeit muss ich auch noch das eher abrupte und sich etwas an den Haaren herbeigezogene Ende erwähnen. Hier hätte ich mir noch ein paar mehr Erklärungen gewünscht und eine etwas realistischere Rettungsaktion.....

Cover:
Das Cover muss ich einfach noch erwähnen, denn ich finde es wirklich gelungen und es lädt genauso zum Träumen ein, wie die Geschichte selbst.

Fazit:
Wer sich gerne auf eine faszinierende Reise in ein exotisches Land begibt und noch dazu ein Geheimnis lüften möchte, ist hier goldrichtig! Die wundervolle bildhafte Beschreibung der Landschaft, der Menschen und den Bräuchen der Insel, sind für mich das Highlight des Romans. Einen Stern Abzug für das eher unglaubwürdige Finale und der kleinen Vorhersehbarkeit.... trotzdem eine tolle Geschichte zum Abtauchen in eine exotische Welt!

Mein Dank gilt dem Team vom Literaturtest für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

 

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