Posts mit dem Label Blanvalet werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Blanvalet werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Heimatsommer - Petra Durst-Benning

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     



    • Broschierte Ausgabe: 448 Seiten
    • Verlag: ‎ Blanvalet Verlag, Originalausgabe (29. April 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3764508922
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3764508920
    • Genre: Roman


Blanvalet Kurzbeschreibung:
Fleur liebt das Leben in Goldberg. Nirgendwo ist es so schön und idyllisch wie in ihrer Heimat. Doch alles gerät ins Wanken, als ihre Mutter Helene stirbt und die Zukunft des Weinorts auf dem Spiel steht. Zusammen mit ihrer besten Freundin Eleonore beschließt Fleur, für ihre Stadt zu kämpfen. Goldberg soll richtig aufblühen! In Schwung kommen ihre Pläne allerdings erst, als Jean-Claude, Koch und vielgereister Weltenbummler, in die Heimat zurückkehrt. Plötzlich liegt Hoffnung in der Luft – und wird auch Fleurs Herz wieder eine Heimat finden?

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Buch zur ABC Challenge

Meine Meinung:
Jahrelang habe ich die historischen Romane von Petra Durst-Benning gelesen und geliebt. Auch ihre Maierhofen Saga war nett zu lesen und genau in diesem Genre hat sie nun wieder einen Wohlfühlroman geschrieben.
In "Heimatsommer" sind wir im deutschen Remstal im fiktiven Städtchen Goldberg. Hier leben viele vom Weinbau. Der zurückgehende Weinkonsum, wie auch das Winzersterben, macht nicht nur den örtlichen Winzern zu schaffen, sondern der ganzen Gegend. 
Als Jean Claude, Weltenbummler und Koch, in seinem Heimatort auf Besuch kommt, trifft ihn der Tod von Helene, der besten Freundin seiner Mutter Agnes, heftig. Seine Kindheit hat er mit ihr, seiner Schwester Eleonore und Helenes Tochter Fleur verbracht. Bald erkennt er, dass im Städtchen zur Zeit einiges nicht rund läuft. Eleonore, die als Landrätin, die Sorgen der Region kennt, bringt die Menschen auf eine tolle Idee: das Rebenbeben entsteht. Bis in den Spätherbst sollen alle zusammenhelfen und einiges auf die Füße stellen, um den Ort wieder zu beleben. Als krönenden Abschluss soll das "Rebenbeben" stattfinden. Jean Claude, der früher eine Ausbildung zum Winzer gemacht hat, tritt die vakante Stelle des Kellermeisters an, Eleonore übernimmt die Schirmherrschaft und bemüht sich um Fördermittel und die jungen Leute im Ort planen Events und wollen diese auf Social Media posten. Die Dorfgemeinschaft ist plötzlich wie ausgewechselt und Feuer und Flamme für das Projekt....

Wie schon in ihrer Maierhofen-Reihe hat Petra Durst-Benning das Thema Gemeinschaft, Nachbarschaftshilfe und Zusammenhalt als Grundthema gewählt. Man erlebt, wie ein Dorf zusammenrückt und gemeinsam etwas auf die Beine stellt.
"Heimatsommer" vermittelt Wärme und Wohlfühlmomente....man möchte sich am liebsten in die Geschichte "einkuscheln".
Trotz der lockeren Atmosphäre und den manchmal klischeehaften Wendungen, bietet die Geschichte auch Themen zum Nachdenken und Innehalten. Sie inspiriert dazu, neue Wege zu gehen und Gewohntes hinter sich zu lassen. 

Der Roman lebt von den einzelnen Figuren, die alle sehr lebendig und herzlich sind und dem locker leichten Schreibstil der Autorin. Sie versteht es Genüsse und Empfindungen bildhaft darzustellen.
Das stimmungsvolle Setting und die bildhafte Beschreibung der Kleinstadt Goldberg und den umliegenden Weinbergen war sehr atmosphärisch dargestellt. Mein Kopfkino lief auf Dauerschleife und ich hatte die Fachwerkhäuser und die Weingärten direkt vor meinem inneren Auge. Natürlich hilft es auch, dass ich selbst nicht weit vom Weinbaugebiet der Region Wachau wohne. 
Natürlich werden den Einwohnern von Goldberg auch Steine in den Weg gelegt. Manche Probleme lösten sich dabei etwas zu schnell. Sehr gerne gelesen habe ich die Rückblicke in die Achziger Jahre, die ich leider viel zu kurz empfand. Hier hätte ich gerne mehr davon gehabt.
Im weiteren Verlauf verliert die Geschichte auch etwas an Tiefe, Konflikte lösen sich zu schnell auf und manche Handlungsstränge verlaufen sich. 

Das Buch greift sich toll an. Es wirkt edel, die Innenklappen und -seiten sind wunderschön gestaltet und am Ende gibt es noch einige Rezepte, die in der Geschichte vorkommen. Nachdem die Temperaturen jetzt endlich ansteigen, werde ich mir demnächst einen "Heimatsommer-Schorle" mixen.

Fazit:
Ein leichter Wohlfühlroman zum Eintauchen, Abschalten und Genießen. Gerade jetzt, wo die ganze Welt verrückt spielt, nimmt man sich gerne eine kleine Auszeit. "Heimatsommer" ist der perfekte Roman dafür.


 Vielen Dank an Lovelybooks und Blanvalet für das Rezensionsexemplar!

39 Grad - Quentin Peck

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 388 Seiten
    • Verlag: ‎ Blanvalet Taschenbuch Verlag, Originalausgabe (22. April 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3734112613
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3734112614
    • Genre: Psychothriller
    • Reihe: ja - Band 2 von 2 der Johannsen Reihe


Blanvalet Kurzbeschreibung:
Sie trägt ein weißes Kleid, auf ihrem Gesicht liegt ein unnatürliches Lächeln: So wird eine ermordete Frau in einem Abrisshaus entdeckt. Auf ihrer Haut hat der Täter drei Zahlen hinterlassen. Ein Rätsel – und der Beginn einer Mordserie. Kriminalkommissar Lukas Johannsen und Profilerin Berit Pernstein folgen der Spur des Serienkillers durch die sommerlichen Felder. Der Psychopath spielt mit ihnen, er schickt seine mörderischen Botschaften direkt an Johannsen. Ein gefährliches Duell beginnt, das unter der brütend heißen Augustsonne unausweichlich auf den fatalen Höhepunkt zutreibt ...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Nach "Minus 22 Grad" hat Quentin Peck eine Fortsetzung geschrieben, die auf den Vorgänger aufbaut. Man kann zwar "39 Grad" auch alleinstehend lesen, aber glaubt mir, wenn ihr diesen Thriller gelesen habt, wollt ihr Band Eins nicht missen!

Auch diesmal sind wir sofort direkt mitten im Geschehen. Ein Mörder hat es auf Frauen abgesehen, die er zuvor wochenlang stalkt, um sie danach brutal zu töten. Arrangiert werden die Opfer auf öffentlichen Plätzen. Alle tragen ein weißes Kleid, das Gesicht zu einem unnatürlichen Lächeln verunstaltet. Außerdem hinterlässt der Mörder immer wieder eine andere dreistellige Zahl, die Kriminalkommissar Lukas Johannsen Kopfzerbrechen verursacht. Gemeinsam mit Profilerin Berit Pernstein versucht er hinter das Spiel des raffinierten Täters zu kommen. Die Botschaften werden bald persönlich, denn der Mörder hat mit Lukas noch eine Rechnung offen. Das führt dazu, dass er vom Fall abgezogen wird. Doch wer Lukas kennt weiß, dass er nicht ans Aufgeben denkt....

Schon der erste Fall hat mir sehr gut gefallen. Mit "39 Grad" legt der Autor nochmals nach und lässt einem das Buch nur schwer aus der Hand legen. Leider konnte ich nicht immer so lesen, wie ich gerne gewollt hätte, denn dann hätte ich den Thriller wohl innerhalb eines Tages verschlungen.
Das Kopfkino ratterte ununterbrochen, denn jede Szene wird so bildgewaltig dargestellt, dass man direkt in der Handlung lebt und an den Seiten klebt. 
Die Leserunden mit dem Autor sind immer wieder äußerst unterhaltsam. Er nimmt uns Leser direkt mit und verwirrt uns zusätzlich mit seinen perfiden Gedanken. Quentin Peck versteht es, den Leser auf falsche Fährten zu locken und mit überraschenden Wendungen zu punkten. Aber er verbreitet auch Hoffnung, wo man trotz allem weiß, dass sie vergebens sein wird.

Quentin Pecks Schreibstil ist direkt, temporeich und knackig. Die Handlung lebt vom spannungsvollen Wechsel zwischen Erwartung und unerwarteter Wendung.
Die Rückblicke in die Vergangenheit des Täters lassen einem oft sprachlos zurück. Der Autor versteht es, die menschliche Psyche und die Auswirkungen von dramatischen Ereignissen schonungslos einzubauen und darzustellen. 
Hatte ich im ersten Teil noch den kleinen Kritikpunkt, dass Lukas als ermittelnder Kommissar zu wenig im Mittelpunkt steht und etwas blass bleibt, ist er im zweiten Teil omnipräsent. Er ist mir schnell ans Herz gewachsen und hat gemeinsam mit Berit den Fall getragen.

Gegen Ende nimmt die Handlung eine Wendung, die ich zwar geahnt/befürchtet habe, die mich aber dennoch überrascht, aber vor allem sprachlos zurückgelassen hat.

Fazit:
Ein temporeicher, intelligenter Psychothriller, der die tiefsten menschlichen Abgründe aufzeigt und der einem atemlos zurücklässt. Packend und eine große Empfehlung für Psychothriller-Fans!


Vielen Dank an Lovelybooks und den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar, sowie für die tolle Begleitung des Autors bei der Leserunde

EDEN - Wenn das Sterben beginnt - Marc Elsberg

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Gebundene Ausgabe: 768 Seiten
    • Verlag: ‎ Blanvalet Verlag, 1. Auflage (25. Februar 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3764508663
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3764508661
    • Genre: Umweltthriller, Zukunftsthriller




Blanvalet Kurzbeschreibung:
Frühjahr: In der Karibik attackiert ein Riesenkalmar vor den Augen entsetzter Touristen einen Walhai. In der Bucht von Triest treiben Schwärme toter Fische. Im Amazonas verdorrt der Boden. Lokale Einzelphänomene der Natur – so scheint es. Doch weltweit beginnt etwas zu kippen …
Als das neue KI-Programm des IT-Experten Piero Manzano Alarm schlägt, ist die Prognose eindeutig: Binnen Monaten droht eine globale Megakrise. Gemeinsam mit dem reichweitenstarken Influencer Linus Strand und der jungen Meeresbiologin Sarah Keller macht Piero die Warnung öffentlich – und sie alle damit zur Zielscheibe. Mächtige Gegenspieler tun alles, um sie zum Schweigen zu bringen, während sich am Horizont ein Sturm zusammenbraut …

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Book Special ABC Challenge

Buch zur Weltenbummler Calennge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Nachdem mir Marc Elsbergs letzter Umweltthriller nicht wirklich zugesagt hat, ist "Eden - Wenn das Sterben beginnt" trotz seines Umfanges eine spannende Geschichte, die mich von Beginn an mitgerissen hat.
Während ein KI-Programm des IT-Experten Piero Manzano verheerende Katastrophen für die Erde voraussagt, sind die ersten Folgen bereits eingetroffen. Der Kipppunkt in den Meeren ist überschritten und die Ozeane kollabieren. Innerhalb weniger Monate droht eine globale Krise von ungeahntem Ausmaß. Inzwischen werden tote Fische in Triest angeschwemmt und die Fischer verlieren ihre Existenz. Doch sie sind nicht die Einzigen, denn die Böden versteppen und der Regenwald trocknet aus. Konventionelle Massentierhaltung ist nicht mehr möglich. Dennoch verdienen auch an diesem Szenario bestimmte Konzerne, die nur an ihren eigenen Profit denken. Zu diesem machthungrigen Menschen gehört Großinvestor Viktor Brenner.
Influencer Linus Strand und Meeresbiologin Sarah Keller sind indessen in der Karibik und erleben ein Phänomen, welches es eigentlich gar nicht geben dürfte. 

Im schnellen Wechsel springen wir zwischen den einzelnen Protagonisten und Schauplätzen hin und her. Die extrem kurzen Kapitel geben das Gefühl schnell voranzukommen, wirken jedoch fast wie ein Drehbuch. Der schnelle Wechsel der Perspektiven unterbricht häufig den Lesefluss und erschwert es, sich intensiv in die einzelnen Figuren hineinzuversetzen.
Die drei Hauptprotagonisten Linus, Sarah und Marco bekommen aber genug Tiefe, um sie und ihre Charaktereigenschaften zu kennen.
Linus ist ein Sunnyboy, Influencer und Lebemensch. Durch Sarah und sein Erlebnis beim Tauchen erkennt er bald, wie wichtig das Ökosystem ist. Bisher hat er sich wenig damit befasst und Sarahs wissenschaftliche Fakten erreichen auch ihn schwer. Ihm gelingt es jedoch anhand einfachen Darstellungen und lebendigen Bildern seinen Followern die drastischen Ereignisse, die in der Welt passieren, näher zu bringen.
Gemeinsam mit Sarah, der Meeresbiologin, die zuerst wenig von Linus hält, beginnen sie die Menschen zu informieren und auch Marcos Warnungen zu veröffentlichen. Ein Wettlauf gegen die Zeit und gegen mächtige Gegner beginnt....

Besonders realitätsnah ist der Ökothriller, wenn Elsberg die Interessen der verschiedenen Akteure aufeinanderprallen lässt. Wirtschaftsbosse, Politiker und Umweltaktivisten sind zu oft unvereinbar in ihren Lösungsansätzen und blockieren sich gegenseitig - man braucht nur die täglichen Nachrichten zu verfolgen.
Die komplexen Zusammenhänge zwischen Politik, Wirtschaft und Umweltinteressen wurden von Marc Elsberg wieder aufwendig recherchiert und sind topaktuell bzw. lassen einen Blick in die nahe Zukunft werfen, wenn nicht bald etwas dagegen unternommen wird. Der Autor punktet dabei mit erstaunlich viel Hintergrundwissen. Noch ist der Kipppunkt nicht erreicht, aber wir sind sehr nahe daran. Das beklemmende Gefühl, den kommenden Zusammenbruch des Ökosystems ins Auge zu schauen, hat mich die ganze Zeit nicht losgelassen und auch nach Beenden des Buches noch weiter verfolgt.

Fazit:
Mit "Eden - Wenn das Sterben beginnt" hat Marc Elsberg wieder einen Umwelt-Thriller erschaffen, der unter die Haut geht und einem sehr nachdenklich zurücklässt. Wie weit sind wir noch vom Kipppunkt entfernt? Für mich zählt das neue Buch des Autors wieder zu seinen besten! 



Ein weites Leben - M.L. Stedman

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Gebundene Ausgabe: 528 Seiten
    • Verlag: ‎ Blanvalet Verlag, deutsche Erstausgabe (25. März 2026)
    • Übersetzer: Cornelius Hartz
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3764510056
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3764510053
    • Originaltitel : ‎ A Far-Flung Life
    • Genre: Roman, Familienroman


Blanvalet Kurzbeschreibung:
Seit Generationen lebt die Familie der MacBrides auf der entlegenen Schaffarm Meredith Downs in Westaustralien. Bis eines Tages ein Unfall alles ändert. Während der Vater und der älteste Sohn ihr Leben verlieren, übersteht der 17-jährige Matthew das Unglück mit schweren Beeinträchtigungen. Und doch findet er zielstrebig zurück nach Meredith Downs, zurück zu Mutter und Schwester, als das Schicksal ein zweites Mal zuschlägt. Aber diesmal steht nicht nur Matts Leben auf dem Spiel, sondern seine Seele – und zwar auf eine Weise, die kaum jemand vorhersehen, geschweige denn hätte überleben können.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Wir sind im Jahre 1958 im Westen von Australien, wo die fünfköpfige Familie der McBrides ihre Schaffarm bewirtschaftet. Das Leben im Outback ist hart. Die Hitze und die karge Landschaft fordert die Menschen jeden Tag.
Ein tragischer Unfall verändert das Leben der McBrides von einem Tag auf den anderen. Der Vater und der ältere Sohn sterben, der jüngste Sohn, Matt, wird schwer verletzt. Er überlebt, hat aber schwere Beeinträchtigungen an Körper und Seele. Lorna, seine Mutter, und Rose, seine Schwester, müssen trotz ihrer Trauer nicht nur die Schaffarm weiterführen, sondern sich auch um den traumatisierten Matt kümmern. Gerade als es scheint, dass sich alles zum Guten wendet, schlägt das Schicksal erneut unerbittlich zu.....

Die Autorin hat mich vor Jahren mit ihrem Debütroman "Das Licht zwischen den Meeren" begeistert. Wow, das ist schon 12 Jahre her, sehe ich gerade. Von "Ein weites Leben" habe ich mir natürlich ähnliches erhofft. Leider ist das nicht ganz eingetroffen, aber die 5 Sterne von damals sind auch schwer zu erreichen.
Der Roman wird in drei Teile unterteilt. M.L. Stedmann erzählt ihre Geschichte in der 3. Person, wechselt ab und zu zwischen Gegenwart und der Vergangenheit, was mich nur kurz einmal etwas irritiert hat.

Der Schreibstil der Autorin ist ruhig und detailliert. M.L. Stedman ist es, wie schon im Vorgänger gelungen, die einzelnen Charaktere authentisch und sehr lebendig zu beschreiben. Man hat das Gefühl sie gut zu kennen und bis in ihr Innerstes blicken zu können. Die emotionale zwischenmenschliche Tiefe des Romans hat mir außerordentlich gut gefallen, auch wenn die Geschichte nach dem zweiten schweren Unglück sehr bedrückend wird. Das ändert sich Gott sei Dank wieder und man spürt die Hoffnung, die Matt und seine Mutter Lorna antreibt. Sie wollen in Meredith Down bleiben und die Schaffarm weiter führen. 
Dabei wirft die Autorin auch immer wieder grundlegende Fragen nach Recht und Gerechtigkeit auf. Sie beleuchtet eindringlich, welche Auswirkungen Tabus und innere Konflikte auf den Menschen haben. Dabei wertet sie nicht und gibt dem Leser weitere Denkanstöße.
Gleichzeitig bleiben die raue Landschaft und die besonderen Lebensumstände des Outbacks stets präsent. Bildgewaltig beschreibt sie die Weite Australiens, die für uns Europäer schwer vorstellbar ist.

Es gibt aber auch einige kleine Kritikpunkte. Viele Ereignisse, die nicht wirklich zur Geschichte beitragen, verlaufen sich mit der Zeit und werden nicht zu Ende geführt. Am Ende fragt man sich, warum diese Stränge überhaupt Erwähnungen finden. Andere wiederum zeigen das gesellschaftliche Leben und die Menschen, die in der einsamen Gegend nach Tragödien gieren, auf. Für mich war vieles sehr detailliert erzählt und hätte gekürzt werden können, ohne der Handlung zu schaden.

Cover:
von links nach rechts:
das erste und die letzten beiden Cover sind alle englischsprachig, das zweite zeigt das französische Cover, danach das polnische und das schwedische Cover.

Fazit:
Ein eindringliches Buch darüber, was einem bleibt, wenn scheinbar alles verloren ist. Bildgewaltig erzählt und voller Denkanstöße über das Leben, Recht und Gerechtigkeit.


Vielen Dank an Lovelybooks und an den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar

Schneezauber in Norwegen - Anna Liebig

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 320 Seiten
    • Verlag: ‎ Blanvalet Taschenbuch Verlag, (24. September 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3734113210
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3734113215
    • Genre: Weihnachtsroman, Liebesroman


Blanvalet Kurzbeschreibung:
Nina ist glücklich. Sie mag ihr Leben, ihren Beruf und vor allem liebt sie ihren Opa! Und der ist gerade ganz aus dem Häuschen, denn er hat eine Doku über die größte Lebkuchenstadt der Welt, die jedes Jahr in der Stadt Bergen aufgebaut wird, gesehen. Und da will er jetzt mit Nina unbedingt hin, denn die Mutter des Architekten ist seine alte Liebe Ingrid. So sitzt Nina alsbald im Flugzeug nach Norwegen, wo ihr Opa nicht nur ein großes Geheimnis über Ingrid erfährt, sondern Nina sich zwischen Lebkuchengewürz und Knetmaschine auch auf einen Flirt mit einem netten Norweger einlässt …

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Langsam wird es Zeit für ein paar Weihnachtsromane! Und wohin würde ich zur Weihnachtszeit am liebsten entfliehen? In die Berge oder in den Norden....auf jeden Fall brauche ich Schnee, der bei uns ja leider immer weniger wird..

Anna Liebig aka Nicole Steyer oder Linda Winterberg hat dieses Jahr nach "Winterträume in New York" (habe ich nicht gelesen) ihren nächsten Weihnachtsroman in Norwegen spielen lassen. Da bin ich doch gleich dabei!

Als Uwe, der Großvater von Nina, eine Dokumentation über die größte Lebkuchenstadt in Bergen sieht, entdeckt er seine erste große Liebe Ingrid im TV. Sie ist die Leiterin dieser einmaligen kleinen Stadt aus Lebkuchen. Spontan beschließt er nach Norwegen zu reisen und Ingrid in Bergen zu besuchen. Doch alleine traut er sich nicht so richtig und er bittet seine Enkelin mitzufahren. Nina hat gerade ihren Job gekündigt und möchte die Bitte ihres noch einzig lebenden Familienmitgliedes nicht abschlagen. Auch ihr etwas exzentrischer Mitbewohner Alex ist sofort Feuer und Flamme und nimmt sich spontan Zeit für eine vorweihnachtliche Reise in den Norden.
Als die drei in Norwegen ankommen, werden sie nicht nur von Schneeflocken und dem winterlichen Ambiente empfangen, sondern auch von einem sympathischen Besitzer der Pension, in der sie sich eingemietet haben. Doch auch die Einwohner von Bergen, die jedes Jahr mithelfen diese einzigartige Stadt aufzubauen, sind schnell mit Uwe auf "Du und Du". Nur Ingrid gegenüber traut er sich nicht seine wahre Identität preiszugeben. 

Anna Liebig hat einen zu Herzen gehenden Weihnachtsroman geschrieben, der in Bergen spielt und mir die noch völlig unbekannte größte Lebkuchenstadt der Welt näher gebracht hat. Natürlich musste ich zuallererst danach googeln und habe die tollen Kreationen und vor allem auch diese wunderschöne Idee bestaunt. 

Der Schreibstil von Anna Liebig ist sehr bildhaft und lässt sich flüssig lesen. Mit den sympathischen Protagonisten Uwe, Nina und Alex bin ich durch die kleine und charmante Stadt gewandert und habe das weihnachtliche Ambiente gefühlt. Das winterliche Setting hat mich schnell verzaubert. Die Liebesgeschichte entwickelt sich langsam und glaubwürdig. Die Verbindung zur Vergangenheit von Uwe und dem Kennenlernen seiner Ingrid hat mir sehr gut gefallen.

Die Figuren sind liebenswert und glaubwürdig dargestellt. Jeder hat seine Ecken und Kanten. Die Beziehung zwischen Nina und ihrem Großvater ist eine ganz besondere, denn sie hat ihre Eltern früh verloren und nur mehr ihren Opa Uwe. Auch das spürt man intensiv durch die Seiten. Alex versprüht hingegen Spontanität und Humor und gibt dem Roman Dynamik.
Ein bisschen Drama darf natürlich bei einer Geschichte wie dieser, nicht fehlen. Mir war es am Ende fast ein bisschen "too much", denn es passierte unglaublich viel. Trotzdem mochte ich diese vorweihnachtliche Geschichte sehr, die genau das richtige Wohlfühlgefühl vermittelt.

Fazit:
Eine warmherzige und leichte Geschichte im winterlichen Norwegen über zweite Chancen. Ein richtiger Wohlfühlroman, der perfekt in die Vorweihnachtszeit passt. 


Vielen Dank an Blanvalet und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

Die tausend Farben von Paris - Catherine Durand

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Broschiert: 416 Seiten
    • Verlag: ‎ Blanvalet Verlag; Originalausgabe Edition (19. März 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3764508507
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3764508500
    • Genre: Historischer Roman


Blanvalet Kurzbeschreibung:
Der Amerikaner Jack kommt 1951 nach Paris. Er sucht die Freiheit, will die faszinierende Stadt kennenlernen und sich als Maler durchschlagen. Als er an der Seine den Sonnenaufgang malt, lernt er die bezaubernde Fotografin Rose kennen. Beide verlieben sich Hals über Kopf ineinander. Doch schon bald wird ihr zartes Band durch einen alten Bekannten Jacks bedroht. Jack soll im Künstlerviertel einen Spion aufspüren. Aber auch Rose scheint etwas über diese mysteriöse Person zu wissen. Kann ihre Liebe das Hindernis überwinden, oder wirft der Weltkrieg seine dunklen Schatten auf ihre junge Beziehung?

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Catherine Durand hat mit "Die tausend Farben von Paris" eine Mischung aus Liebesroman und Spionagekrimi geschrieben, der in den Fünfziger Jahren in Paris spielt. Hinter dem Pseudonym "versteckt" sich eine von mir sehr gerne gelesene Autorin, die äußerst spannende historische Romane und auch Krimis schreibt. Es ist Petra Mattfeld oder auch Ellin Carsta oder Caren Benedikt. 

Zwei befreundete Amerikaner leben seit dem Ende des zweiten Weltkrieges in der Stadt der Liebe. Frank Levant ist gefeierter Sänger und Entertainer, der im Lido vor einem begeisterten Publikum auftritt, während Jack King als Maler noch auf seinen Durchbruch wartet. Täglich sitzt er im berühmten Künstlerviertel Montmarte vor seiner Staffelei und malt. Als er eines Tages seinen Platz wechselt, lernt er die Studentin und Fotografin Rose Chevalier kennen. Jack ist fasziniert von der schönen Pariserin und auch Rose scheint Gefallen an Jack zu finden. Ihren Eltern gehört das noble Hotel in dem Frank logiert. Jack hat wegen des Standesunterschiedes aber auch einige Bedenken, ob Roses Eltern mit einem armen Maler einverstanden wären... 

Die beiden Amerikaner in Paris verlieben sich fast zeitgleich. Frank lernt die bezaubernde Blumenverkäuferin Amelie Girard kennen. Während Jack und Rose nur Augen füreinander haben, hat es Frank bei Amelie schwerer, die sich von seiner vorgespielten Charmeoffensive nicht so schnell beeindrucken lässt, denn sie erkennt sehr schnell, dass er sich hinter einer Maske versteckt. Außerdem verschließt sich Frank außerhalb seiner Shows, denn er hat ein Geheimnis.
Jack, der seinen Aufenthalt in Paris durch seinen ehemaligen Vorgesetzten Russel und über das G.I. Bill Programm der US Army erhalten hat, trifft zufällig wieder auf seinen Boss. Dieser bietet ihm Hilfe an und besorgt ihm eine ordentliche Unterkunft. Doch Russel möchte dafür eine Gegenleistung.
Was alle vier jedoch nicht ahnen ist, dass sie bald mittendrin in einem Spionagefall stecken....

Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht der vier Protagonisten erzählt, wobei auch Russel zu Wort kommt. Über jedem Kapitel steht der Name, Ort und ein Satz des jeweiligen Erzählers. So erhält man Einblicke in die Gefühlswelt der einzelnen Figuren. Besonders Amelie habe ich sehr ins Herz geschlossen. Ihre Lebenseinstellung hat mich berührt und beeindruckt.

Die sehr bildhaften und lebendigen Beschreibungen von Paris lassen jeden Frankreichliebhaber das Herz höher schlagen. Man spürt das französische Lebensgefühl, wandert mit den Figuren durch die Gassen, sitzt mit ihnen bei einem Café au lait in den schicken Cafés, genießt Franks Konzert im Lido oder wandelt durch das Künstlerviertel und bewundert die unterschiedlichsten Malereien. Man fühlt sich jederzeit mitten drin im Geschehen. Doch Paris hat auch eine andere Seite....
Die politischen Verhältnisse und das kulturelle Leben dieser Zeit wurden wunderbar eingefangen. Der Schreibstil der Autorin ist - egal unter welchem Pseudonym sie schreibt - immer fesselnd und sehr bildhaft.
Trotzdem ist es für mich kein 5 Sterne Buch geworden, denn trotz der Spannung und dem Spionagethema empfand ich das eine oder andere Ergebnis zu einfach gelöst. Und die Liebesgeschichten waren mir auch etwas zu platt....das ist aber wirklich Geschmackssache. Es war auf jeden Fall eine spannende Reise nach Paris ins Jahr 1951.

Besonders interessant fand ich das Nachwort der Autorin, die über die Aufarbeitung des Zweiten Weltkrieges, Geheimdienste und Kriegsverbrecher aufklärt. Wir erfahren ebenfalls mehr über das G.I. Bill Programm, welches die Eingliederung in das Berufsleben der amerikanischen Soldaten vereinfachen sollte und ihnen ein Jahr lang Zugang zu den Universitäten ermöglichte. 

Fazit:
Eine Mischung aus Liebesgeschichte und Spionagekrimi, verpackt in den historischen Hintergrund der Nachkriegszeit in Paris und mit einem Flair von "Zwei Amerikaner in Paris". Gelungen!


Vielen Dank an Lovelybooks und den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar!

Die Bibliothek der zweiten Chancen - Marie Adams

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 368 Seiten
    • Verlag: ‎ Blanvalet Taschenbuch Verlag; Originalausgabe Edition (22. Januar 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3734113458
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3734113451
    • Genre: Roman


Blanvalet Kurzbeschreibung:
Charlotte arbeitet seit Jahrzehnten in der Bibliothek, in der sie auch ihren Mann kennengelernt hat. Täglich verlassen dort hunderte Bücher das Gebäude, um die Menschen der Stadt glücklich zu machen und kommen zurück, um wieder andere zu bereichern. Charlotte weiß am besten, dass alles im Leben im Fluss und vergänglich ist. Die Liebe zu ihrem verstorbenen Mann währt ewig, eine neue Liebe bleibt unvorstellbar. Als ihre beiden Töchter ausziehen und die Arbeit bedroht ist, fühlt sie sich verloren, doch eine unerwartete Reise nach Paris und eine neue Freundschaft erinnern sie an einen beinahe vergessenen Traum.

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Charlotte liebt Bücher seit sie denken kann und arbeitet in ihrem Traumjob in der Kölner Bibliothek. Vor fünf Jahren hat sie ihren Mann Cedric verloren, den sie zum ersten Mal in Paris am Friedhof Père Lachaise gesehen hat. Doch richtig kennengelernt haben sie sich tatsächlich in der Kölner Bibliothek. Diese soll nun renoviert werden und die ungewisse berufliche Zukunft macht Charlotte schwer zu schaffen. Der fast gleichzeitige Auszug ihrer beiden Töchter Yvonne und Nicola sind dann noch das Tüpfelchen auf dem i. Nach dem Tod von Cedric hat sie ihr Leben ganz nach ihren Töchtern ausgerichtet. Charlotte fühlt sich deshalb nun auf dem Abstellgleis angekommen. 
Frank, ein netter Kunde und Witwer, der sie umwirbt, hat keine Chance, denn Charlotte sucht nicht nach einer neuen Liebe. Schwägerin Nadine, die sich ziemlich übergriffig benimmt, macht ihr zusätzlich das Leben schwer. Charlotte denkt sehnsüchtig an ihren langgehegten Traum ein eigenes Buch zu schreiben. Die einsamen Abende könnte sie doch damit ausfüllen...
Die zufällige Begegnung mit der jungen Verlegerin Lisa scheint ihr den Weg genau in diese Richtung zu weisen. Doch Lisa kämpft ebenfalls an allen Fronten. Der eigene Verlag läuft noch nicht wirklich und schreibt rote Zahlen. In wenigen Wochen steht auch noch ihre Hochzeit mit ihrem Verlobten Marten an, der in letzter Zeit immer weniger Verständnis für sie und ihren Job aufbringt. 
Als Charlotte alte Briefe von Cedric findet, der ihr nach seinem Tod Aufgaben stellt, ist eine davon eine Reise nach Paris, wo sie damals ihre Flitterwochen verbracht haben. Sie tritt diese Reise an und trifft in der Stadt der Liebe wieder auf Lisa, die mit ihrem Verlobten ein Wochenende verbringt. Die beiden Frauen freunden sich trotz des Altersunterschiedes an und unterstützen sich auch nach ihrer Rückkehr nach Deutschland gegenseitig.

Marie Adams hat einen leichten und einnehmenden Schreibstil, der sich gut lesen lässt. Die Figuren - bis hin zu den Nebencharakteren - sind sehr lebendig dargestellt. Alle haben ihre Stärken und Schwächen und einige davon sind mir beim Lesen ans Herz gewachsen. Allerdings hätte ich sowohl Lisa, als auch Charlotte, oftmals am liebsten geschüttelt, wenn sie sich wieder von denselben Menschen manipulieren lassen. Bis sich beide auf die eigenen Füße stellen und erkennen, wann es genug ist, dauert es eine Weile.
Der Blick hinter das Verlagwesen hat mir sehr gut gefallen und der Städtetrip nach Paris hat meine Sehnsucht nach dem französischen Laissez-faire wieder erweckt.
Manche Handlungen sind hingegen etwas vorhersehbar, manchmal gibt es aber auch überraschende Wendungen, die den beiden Frauen ein neues (Lebens-)Kapitel eröffnet.  Neben dem Thema Bücher geht es größtenteils um Trauerbewältigung und den Mut zur Veränderung, um Freundschaft und das Wiederfinden der Lebensfreude. 

Fazit:
Die kurzweilige und warmherzige Geschichte regt zum Nachdenken, aber auch zum Schmunzeln ein. "Alles hat seine Zeit" - Trauer und Verlust, genauso wie Hoffnung und neue Träume. Dies vermittelt Marie Adams sehr anschaulich. "Es ist nie zu spät für einen Neubeginn" ist das Credo der Autorin, die uns Leserinnen Mut macht.


Vielen Dank an Blanvalet und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar

Minus 22 Grad - Quentin Peck

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Broschiert: 368 Seiten
    • Verlag: ‎ Blanvalet Taschenbuch Verlag; Originalausgabe Edition (25. Dezember 2024)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3734112621
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3734112621
    • Genre: Thriller
    • Reihe - ja - Band 1 der Johannsen Reihe


Blanvalet Kurzbeschreibung:
Ein Tag im Winter, kurz vor Mitternacht. Laura Gehler ist mit ihrem Trekkingrad im tief verschneiten Wald unterwegs. Wie aus dem Nichts taucht hinter ihr ein SUV auf. Der Fahrer drängt sie vom Weg ab und überwältigt sie. Stunden später erwacht sie in einem Käfig aus Plexiglas. Zwischen Laura und ihrem Entführer beginnt ein tödliches Spiel: Sie muss das Rätsel des Käfigs lösen – sonst wird sie sterben. Lauras Mutter bekommt zeitgleich eine unheimliche Botschaft: eine Barbiepuppe mit Sterbedatum. Kommissar Lukas Johannsen erkennt darin die Handschrift eines nie gefassten Mörders. Soll Laura sein nächstes Opfer werden? Lukas macht sich bereit, in der Winterkälte ein Phantom zu jagen ...

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Da dachte ich mir doch noch vor kurzem, dass ich von einem bestimmten Autor schon lange keinen neuen Thriller mehr gelesen habe. Und prompt kommt mir das Foto von Quentin Peck bei der Lovelybooks Leserunde sehr bekannt vor. Ich habe mich deshalb sehr gefreut, dass der Autor unter einem neuen Pseudonym und bei einem neuen Verlag seinen neuen Thriller "Minus 22 Grad" veröffentlicht hat.

Laura Gehler, eine Fotografie-Studentin, ist mit ihrem Rennrad unterwegs - trotz klirrender Kälte und spät abends - als sie gezielt von einem Auto verfolgt, gerammt und anschließend entführt wird. Sie erwacht in einem Plexiglaskäfig und soll das Rätsel lösen, warum sie entführt wurde - sonst droht ihr der Tod. Laura hat nur wenige Tage Zeit um herauszufinden, dass der Grund ihrer Entführung in einer alten Schuld aus ihrer Vergangenheit liegt. Doch wem hat sie so derart geschadet?

Ihre Mutter, eine erfolgreiche Politikerin, erhält nach einigen Tagen eine Barbiepuppe mit den Sterbedaten ihrer Tochter, Kommissar Lukas Johannsen erkennt darin eine Ähnlichkeit zu einem alten Fall, dem des Puppenmörders, den er in der Vergangenheit nicht abschließen konnte.
In einem weiteren Handlungsstrang lernen wir Ariane kennen, eine Zoologin, die sich nach dem Tod ihres Mannes in ein einsames Häuschen am Waldrand zurückgezogen hat. Dort trifft sie auf Tom, der beim Eislaufen am nahen Teich im Eis einbricht und dem sie das Leben rettet.

Man ist von Beginn an direkt mitten in der Geschichte. Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven in kurzen und knappen Sätzen. Dies verwirrt zu Beginn etwas, denn man erkennt keinen Zusammenhang zwischen den einzelnen Handlungssträngen, denn Quentin Peck hat seinen Plot raffiniert aufgebaut. 

Der Autor ist seinem Schreibstil treu geblieben, der temporeich und knackig ist. Man erkennt auch, dass er als Fernsehjournalist und -produzent arbeitet, denn es wird oftmals bildgewaltig, wenn es rauscht, knistert, tropft oder raschelt.
Überraschende Wendungen locken oftmals auf falsche Fährten und das Kopfkino rattert ununterbrochen.
Neben den Blick auf die Hauptcharaktere, entführt uns der Autor auch in die Gedankenwelt des Entführers. Zusätzlich gibt es alte Tonaufzeichnungen, die eingestreut werden.
Nach und nach erkennt man auch, dass Laura nicht wirklich die sympathische junge Frau ist, die wir zu Beginn kennenzulernen glaubten. 
Manche der Figuren handeln seltsam und man kann sie nicht wirklich einordnen, was die Spannung erhöhen soll. Man rätselt, wer diese Charaktere wirklich sind, was sie verbergen und welche Geheimnisse sie haben. Obwohl der eigentliche Personenkreis nicht sehr hoch ist, sind alle verdächtig und nicht wirklich sympathisch. Manche Handlungen einzelner Figuren konnte ich nicht immer nachvollziehen und hat mir nur ein Kopf schütteln eingebracht. 

Etwas überrascht hat mich, dass der ermittelnde Kommissar Lukas Johannsen sehr im Hintergrund agiert und fast zur Nebenfigur mutiert. Mir blieb er auch deswegen viel zu blass.

Das Ende lässt erahnen, dass es einen weiteren Band um Lukas Johannsen geben wird, denn der klitzekleine Cliffhanger sorgte für ein kurzes überraschendes Luft holen meinerseits und lässt auf ein weiteres spannendes Abenteuer hoffen.

Fazit:
Ein temporeicher Thriller mit vielen verschiedenen Handlungssträngen, die am Ende gekonnt zusammen führen. Die Figuren bleiben teilweise jedoch etwas blass und der Spannungsbogen fällt in der Mitte etwas ab. Der Plot ist allerdings raffiniert aufgebaut und hat mir sehr gut gefallen.


Vielen Dank an Lovelybooks und an Blanvalet für das Rezensionsexemplar! Danke auch an die tolle Begleitung des Autors.

Dunkles Wasser - Charlotte Link

    Die Bildrechte liegen beim Verlag
     


    • Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
    • Verlag: ‎ Blanvalet Verlag; Originalausgabe Edition (21. August 2024)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3764504439
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3764504434
    • Genre: Kriminalroman, Thriller
    • Reihe: ja - Band 5 der Kate Linville Reihe



Blanvalet Kurzbeschreibung:
Eine stürmische Nacht an der Westküste Schottlands. Zwei Familien, die in einer Bucht zelten, werden im Schlaf von mehreren vermummten Männern überfallen. Die Gewalt eskaliert, am Ende überlebt nur Iris, die älteste Tochter einer der Familien, weil es ihr gelingt sich zu verstecken. Die Kilbride-Morde, wie sie von da an genannt werden, können nicht aufgeklärt werden. Viele Jahre später wird Iris plötzlich von einem unheimlichen Stalker verfolgt. Kurz darauf verschwindet ihre Freundin auf einer gemeinsamen Ferienreise spurlos. Opfer eines Verbrechens, das eigentlich Iris galt? Zufällig trifft Iris auf Ex-Inspector Caleb Hale. Zusammen mit Kate Linville beginnt er zu ermitteln und gerät, auch persönlich, immer tiefer in einen Albtraum ...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Weiter geht es mit der Kate Linville Reihe von Charlotte Link, die meiner Meinung von Band zu Band immer spannender wird.
"Dunkles Wasser" könnte man auch alleinstehend lesen, aber ich würde trotzdem empfehlen die Bücher der Reihe nach zu lesen, vor allem weil man Kates Entwicklung und ihren Charakter so besser versteht.

Iris Shaw ist eine junge Frau mit einer verstörenden Vergangenheit. Ihre gesamte Familie wurde während eines Campingurlaubes in Schottland bei einem Überfall auf brutalste Weise ermordet. Iris war damals 15 Jahre alt und hat als Einzige überlebt. Der Fall - die Kilbride Morde - wurde nie aufgelöst.
Mit einer neuen Identität ausgestattet, lebt sie mit einigen Ängsten und Phobien, abgeschieden in einem Haus am Waldrand. Plötzlich erhält sie Drohbriefe und wird gestalkt. Als sie mit einer Freundin in den Sommerurlaub nach Frankreich aufbricht, verschwindet diese  auf mysteriöse Weise. Iris ist völlig außer sich, als sie auf Ex-Inspektor Caleb Hale trifft, der sich ihrer annimmt. Caleb bittet Kate um Hilfe, die gerade in einem schwierigen Fall steckt, einem Kindermord. Sie wird jedoch, nach einer Beschwerde vom frauenfeindlichen Vater des toten Mädchens, vom Fall abgezogen und beginnt den Cold Case von damals neu aufzurollen...

Obwohl der Thriller im Hochsommer spielt, ist die Atmosphäre durchgehend dunkel und düster. Das beginnt mit dem Prolog, der den brutalen Mord an Iris Familie und an einem weiteren campierenden Pärchen beschreibt und endet an der windgepeitschten und regnerischen Küste vor Schottland. 
Kate und Calebs freundschaftliche Beziehung steht ebenfalls unter großer Anspannung und wird noch schlechter, als sich Caleb in Iris verliebt.

Link erzählt auf verschiedenen Handlungsstränge. Neben der Handlung in der Gegenwart, gibt es Rückblenden ins Jahr 2008 mit weiteren Details zur grausamen Tatnacht und man bekommt ebenfalls einen Einblick in die Gedanken des Täters. 

Der Schreibstil ist wie immer detailreich und man spürt die Emotionen der Charaktere sehr deutlich. Kate muss in diesem Band mit vielen persönlichen Schicksalsschlägen zurechtkommen, was die Stimmung ebenfalls drückt. 
Charlotte Link hat einige sehr überraschende Wendungen eingebaut, die die Spannung vor allem im letzten Drittel enorm ansteigen lässt. Wegen Kates Scharfsinn und ihrem Durchhaltevermögen wird der Cold Case aufgeklärt. Ein besonderes Ereignis hat mich zutiefst erschüttert und das Ende lässt einem fassungslos zurück. 
Für mich der bisher beste Fall der Reihe!

Fazit:
Ein komplexer und spannender neuer Fall für Kate Linville, der den Leser fassungslos zurücklässt. Charlotte Link steigert sich von Band zu Band und hat mit "Dunkles Wasser" einen sehr komplexen und wendungsreichen Krimi/Thriller geschrieben, der Fans der Reihe verstören wird.


Die Reihe um Kate Linville:
  1. Die Betrogene  *Rezi*
  2. Die Suche   *Rezi*
  3. Ohne Schuld  *Rezi*
  4. Einsame Nacht  *Rezi*
  5. Dunkles Wasser  

Das kleine Nähcafé am Fluss - Sabine Schmidt

      Die Bildrechte liegen beim Verlag

       



      • Taschenbuch: 336 Seiten
      • Verlag: ‎ Blanvalet Taschenbuch Verlag; Originalausgabe Edition (23. Oktober 2024)
      • ISBN-10 ‏ : ‎ 3734113725
      • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3734113727
      • Genre: Roman



Blanvalet Kurzbeschreibung:
Maura ist eine Powerfrau, die alles im Griff hat. Als sie die Nachricht erreicht, dass ihre Tante gestorben ist und Maura deren Haus geerbt hat, macht sie sich widerwillig auf den Weg in ihre alte Heimat, die sie mit 18 fluchtartig verlassen hat. Mauras Plan: Die Beerdigung so schnell wie möglich hinter sich bringen, Tante Hetties Haus verkaufen und dann zurück an die Arbeit. Alles ist genauso, wie sie es in Erinnerung hat: Das idyllische Haus am Fluss mit den blauen Fensterläden, der etwas verwilderte Garten, die Blumenpracht, die Apfelbäume. Aber was ist das? Der Anbau ist neu. Maura öffnet die Tür und betritt den herrlichsten kleinen, bis an die Decke mit schönsten Stoffen gefüllten Nähladen. Sie lernt eine Gruppe Frauen kennen – die sich im Nähladen treffen – und die sie schnell in ihr Herz schließt. Und apropos Herz: Das klopft durchaus schneller, wenn sie auf den geheimnisvollen Marten trifft …

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Diesen Wohlfühlroman habe ich über Lovelybooks für eine Leserunde gewonnen. Ich freute mich auf eine nette Geschichte mit viel Lokalkolorit, einen Nähladen und eine süße Liebesgeschichte. Bekommen habe ich allerdings einen sehr überzeichneten und unrealistischen Roman mit wenig Nähcontent und einer Liebesgeschichte, die ich nicht spüren konnte.

Eigentlich will Maura nur zur Beerdigung ihrer Tante Hettie und das Haus mit dem angeschlossenen Nähcafé, welches sie vererbt bekommen hat, so schnell wie möglich verkaufen. Doch dass sich dies nicht so einfach gestaltet, wird sehr bald klar - denn erstens kommt es anders, zweitens als man denkt!

Zu Beginn hatte ich bereits ein paar Probleme mit Maura warm zu werden, was sich aber im Laufe des Romans wieder legte. Dennoch fand ich ihren Charakter sehr widersprüchlich. Auf den ersten Seiten lernten wir Maura als eine taffe und nicht gerade sympathische Powerfrau kennen. Kaum in Rockenbrook angekommen, wird sie eine schüchterne "Maus", die sich so ziemlich alles gefallen lässt. Sicherlich spielt auch ihre Vergangenheit eine Rolle, die sie damals aus dem Dorf in der Nähe von Hamburg vertrieben und bis heute nicht wirklich hinter sich gelassen hat. Trotzdem sind seitdem 20 Jahre vergangen und aus der schüchternen 18jährigen Maura wurde eine eher kühle Karrierefrau, die sich nicht so leicht die Butter vom Brot nehmen lässt. Deshalb kann ich diese Charakterwandlung absolut nicht nachvollziehen.

Was mir allerdings gefallen hat, waren die Rückblicke in Mauras Vergangenheit und warum sie bei Tante Hettie aufgewachsen ist. Auch Quist, der Sohn von Maura, ist ein sympathischer junger Mann. Er ist aufgeschlossen und sehr reif für sein Alter. 

Das Dorfleben wird mehr oder weniger realistisch, wenn auch etwas überspitzt, dargestellt. Ich wohne selbst in einem 2000 Seelen Dorf und weiß wovon ich rede. Deshalb fand ich auch die Figur des Bürgermeisters so dermaßen überzeichnet, dass es mir manchmal zu viel wurde. Ich bezweifle Grundstückspekulationen nicht wirklich an, aber die Art, wie hier vorgegangen wird, ist belästigend und fast erpresserisch. Bürgermeister Tossens Handlungen wirken für mich fast ins Lächerliche gezogen... 

Leider kommt das im Titel, wie auch im Klappentext angegebene Nähcafé etwas kurz. Es hat aber eine heimelige Atmosphäre geschaffen, wenn davon die Rede war. Auch das Setting war sehr bildhaft beschrieben.

Das Ende wurde mir dann fast ein bisschen zu schnell abgehandelt, wobei die Geheimnisse eigentlich  alle schon lange vorher ersichtlich waren. Für mich waren sie auf jeden Fall keine Überraschungen mehr. Trotzdem gab es nach dem Zuklappen der letzten Seite noch viele offene Fragen, die sich auf den weiteren Verlauf der Protagonisten beziehen. Diese scheinen aber im kommenden zweiten Band  beantwortet zu werden.

Ich werde hier nicht mehr weiterlesen, aber lässt euch davon nicht abschrecken, denn fast alle in der Leserunde hat dieser Roman sehr gut gefallen. Vielleicht war es für mich einfach nicht der richtige Zeitpunkt...

Fazit:
Für mich ist dieser Roman leider zu überzogen und realitätsfern. Auch das Nähcafé kam viel zu kurz und die Charakterwandlung der Hauptfigur fand ich überhaupt nicht nachvollziehbar. Sehr schade!


Vielen Dank an Lovelybooks und Blanvalet für das Rezensionsexemplar!

Die Frühstücksfrauen - Eva Seifert

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Taschenbuch: 400 Seiten
    • Verlag: ‎ Blanvalet Taschenbuch Verlag; Originalausgabe Edition (17. Juli 2024)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3734111358
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3734111358
    • Genre: zwei Zeitebenen, Familienroman 

     

Blanvalet Kurzbeschreibung:
Marlene liebt die wohltuenden monatlichen Frühstückstreffen mit ihren Freundinnen, denn die in Scheidung lebende Single-Mutter trägt im Alltag viele Sorgen: Ihre eigene Mutter Editha wird zunehmend senil und verliert sich immer öfter in düsteren Kindheitserinnerungen an ihre Flucht aus Ostpommern im Jahr 1945. Marlene, die von den frühen Erlebnissen Edithas bislang nichts wusste, beschließt auf Spurensuche zu gehen. Unterstützt von ihren Freundinnen, reist sie nach Pommern. Was sie dabei in Erfahrung bringt, wird sie tief berühren und nicht nur ihre Beziehung zu Editha für immer verändern …

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Gleich vorweg: Das Cover ist zwar schön, passt jedoch inhaltlich nicht wirklich zu dieser Geschichte, die kein leichter Wohlfühlroman ist. Es geht nämlich um die Flucht vor der roten Armee aus Pommern und wie diese Traumata an die nächsten Generationen weitergegeben wird. Ein Thema, welches mich oft beschäftigt. Meine Eltern sind zwar nicht aus Pommern und die Familie meines Vaters musste nicht flüchten, die meiner Mutter wurde jedoch aus Mähren (ehemalige Tschechoslowakei) vertrieben. Meine Eltern erlebten den zweiten Weltkrieg als junge Erwachsene bzw. Teenager mit. Und ich bin mir sicher, dass ihre Verhaltensweisen sehr durch den Krieg geprägt wurden und diese Traumata auf eine Weise an die nächste und übernächste Generation weitergegeben wird.

Aber genug gequassselt. Worum geht es genau in "Die Frühstücksfrauen"?
Die titelgebenden Frühstücksfrauen sind eine Runde junger Mütter, die sich vor einigen Jahren kennengelernt haben und Freundinnen geworden sind. Dabei hat jede von ihnen einen anderen Background. Für den Inhalt des Romans sind diese monatlichen Treffen jedoch nur ein Randthema, denn es geht hier um sehr viel mehr!

In "Ein Geheimnis in Pommern" lernen wir Marlene kennen. Ihr Mann hat sie vor noch nicht allzu langer Zeit wegen einer anderen Frau verlassen. Die gemeinsame Tochter, die fünfjährige Paola, lebt bei der nun alleinerziehenden Marlene, deren Mutter Editha an beginnender Demenz leidet. Diese verliert sich immer mehr in Kindheitserinnerungen und ist eine verbitterte alte Frau, die im Pflegeheim lebt. Das Verhältnis zwischen ihr und Marlene war nie wirklich gut. Die Vergangenheit wurde nie aufgearbeitet und Editha war Marlene gegenüber nie liebevoll. Umso überraschter ist Marlene, als ihre Mutter von ihr möchte, dass sie eine Schatulle aus ihrem ehemaligen Elternhaus in Pommern, dem heutigen Polen, holt. Marlene hält die Idee für abwegig, denn in den letzten siebzig Jahren ist kaum ein Stein auf den anderen geblieben. Steht das ehemalige Elternhaus überhaupt noch? Was würden die momentanen Besitzer wohl sagen, wenn sie dort plötzlich auftaucht und nach einer Schatulle sucht, die sicher nicht mehr vorhanden ist?
Trotzdem macht sich Marlene auf in die alte Heimt ihrer Mutter, von der sie so überhaupt keine Ahnung hat. Gemeinsam mit der toughen Alix, eine der Frühstücksfrauen, beginnen sie ihre Reise ins Ungewisse....

Neben den Ereignissen in der Gegenwart, reisen wir auch in die Vergangenheit. In den Kapiteln, die mit "Editha" gekenntzeichnet sind, erleben wir die Geschichte aus der Sicht des damals erst achtjährige Mädchens und ihrer Familie während den Kriegsjahren. Sind die ersten Jahre am Land in Hinterpommern noch relativ ruhig gewesen, ändert sich das sehr schnell, als die deutsche Wehrmacht den Rückzug antritt und die rote Armee einfällt. Die Bewohner der Region müssen Hals über Kopf fliehen und alles zurücklassen. Die Erlebnisse der Flucht sind sehr bewegend geschildert und haben mich tief berührt.
Es ist nicht die erste Geschichte, die ich lese, die von der Flucht vor der roten Armee erzählt. Immer wieder bin ich entsetzt über die Strapazen und die Grausamkeit, die Willkür und die Verzweiflung der Menschen.

Marlene kommt der Vergangenheit ihrer Mutter nach und nach auf die Spur. Ihre Reise in der Gegenwart und ihre Recherche in Polen war mir jedoch ein bisschen zu leicht und zu unglaubwürdig. Hier lief mir vieles zu glatt, was wohl auch an der Straffung des Inhaltes liegt.
Als Protagonistin entwickelt sich Marlene hingegen von einer unsicheren und von Selbstzweifeln geplagten Frau zu einem stärkeren und selbstbewussteren Menschen. Zusätzlich erfährt sie endlich etwas über ihre Wurzeln und kann ihre Mutter und deren Sprachlosigkeit, wie auch ihre strenge Art, ein bisschen besser verstehen.

Der Schreibstil ist flüssig, fesselnd und emotional. Eva Seifert erzählt bildhaft und mitreißend.

Obwohl an manchen Stellen die Handlung etwas zu glatt läuft, tut das der Geschichte keinen Abbruch. Wie fast immer bei Romanen auf zwei Zeitebenen, habe ich auch hier den Vergangenheitsstrang lieber gelesen.

Fazit:
Ein bewegender Roman auf zwei Zeitebenen, dessen Titel und Cover eine leichte und vorallem andere Geschichte vortäuschen. In den Frühstücksfrauen geht es jedoch um Vertreibung und Flucht der Kriegskinder und der (nicht vorhandene) Aufarbeitung der Vergangenheit, sowie die Traumata der nächsten Generation(en). Mich hat der Roman - trotz der kleinen Kritikpunkte - sehr bewegt und empfehle ihn gerne weiter!

Vielen Dank an den Blanvalet Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!
 

Martinas Buchwelten Copyright © 2012 Design by Antonia Sundrani Vinte e poucos