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Die Nelkentochter - Tessa Collins

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 496 Seiten
    • Verlag: Ullstein Taschenbuch, 2. Auflage, ( 31. Juli 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3548068863
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3548068862
    • Genre: zwei Zeitebenen, Roman
    • Reihe: ja - Band 3 der Blumentöchter


Ullstein Kurzbeschreibung:
Nach dem Tod ihrer Großmutter hat Lali den Halt verloren. Bei Rose hat sie Trost und Wärme gefunden, nachdem ihre eigene leibliche Mutter die Familie früh verlassen und nach Sri Lanka gegangen ist ist. Lali hat nie begreifen können, wieso ihre Mutter das getan hat, und ist nun vollkommen überrumpelt, als sie in der Gärtnerei eine Gedichtsammlung von ihr findet. Die feinfühligen Texte brechen in Lali etwas auf und sie beschließt, ihre Mutter endlich zur Rede zu stellen. Zum ersten Mal in ihrem Leben verlässt sie ihr Nest in Cornwall und geht nach Sri Lanka. Dort begibt sie sich auf die Spuren einer alten Teeplantage und stößt auf ein großes Familiengeheimnis …

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Normaler Weise mag ich es weniger, wenn ich einfach irgendwo in einer Reihe anfange, aber aus bestimmten Gründen habe ich mir den dritten Band der Blumentöchter Reihe von Tessa Collins aka Silke Ziegler gekauft. Da ich für zwölf Tage nach Sri Lanka gereist bin, wollte ich mich vor der Reise auch literarisch einstimmen. Da fiel mir dieses Buch in die Hände.....
Tatsächlich habe ich es dann ein bisschen vor meinem Urlaub, aber größtenteils während der beiden Flüge gelesen und mich auf die "Perle im Indischen Ozean" eingestimmt.

Lali ist Mitte zwanzig, lebt bei ihrem Vater und sucht verzweifelt nach ihrem Lebensinhalt. Ein Praktikum nach dem anderen und wieder nicht der Beruf, der in ihr das Feuer entbrennen lässt. Wann wird sie endlich etwas finden, was ihr Spaß macht? Auch ihr Singledasein scheint sich nicht ändern zu wollen, denn ihre Dates verlaufen ähnlich desaströs, wie die Jobsuche.
Lalis Mutter hat Cornwall verlassen, als Lali ein Kleinkind war. Besonderen halt ihr daraufhin ihre Großmutter Rose gegeben, die vor kurzem verstorben ist. Als sie in der Gärtnerei der Großeltern ein Büchlein mit Gedichten ihrer Mutter findet, wird in ihr der Wunsch wach, ihre Mutter in Sri Lanka zu besuchen. Sie möchte endlich wissen, warum sie ihr Kind damals einfach verlassen hat.
Doch die Ankunft auf der Teeplantage ist nicht, wie es sich Lali vorgestellt hat. Ihre Mutter begrüßt sie mit den Worten "Du hättest nicht herkommen sollen" und weckt in ihr tiefe Enttäuschung. Erst nach und nach entdeckt Lali warum ihre Mutter Isha diesen Satz zu ihr gesagt hat, die selbst ohne Mutter aufgewachsen ist und schlicht Angst um ihr Kind hat. Isha denkt, dass ihre Familie unter einem Fluch leidet, der besonders die Frauen der Familie betrifft. Lali beginnt ein bisschen in der Familiengeschichte zu graben. Dabei hilft ihr Santosh, der Geschäftsführer der Plantage, der ihr auch die Schönheit der Insel näher bringt.

In einem zweiten Handlungsstrang geht es zurück in die Achtziger Jahre, als in Sri Lanka der Bürgerkrieg zwischen den mehrheitlich auf der Insel lebenden Singhalesen und den Tamilen ausbrach. Die Tamil Tigers, die tamilischen Separatisten, wollten damals einen eigenen unabhängigen Staat gründen.
Zu dieser Zeit leben Isha und ihre Schwester Nashreen mit ihre Mutter Saliya und Vater Parmod auf der gut gehenden Teeplantage im Hochland. Doch der Bürgerkrieg kommt immer näher und wird zum Schicksal der Familie...
Dieser Strang hat mich emotional sehr bewegt, denn er erzählt über die schwierigen Zeiten in diesem Land und die Auswirkungen des Bürgerkrieges auf die Menschen, die darunter leiden mussten. Erst 2009 kam es zu einem endgültigen Waffenstillstand. Heute leben Tamilen und Singhalesen wieder friedlich zusammen. Neben einem buddhistischen steht unweit daneben ein tamilischer Tempel, sowie eine Moschee und eine Kirche. Das fand ich wirklich wunderbar!

Der Roman spielt Großteils im Hochland rund um Nuwara Eliya und in Colombo. Tessa Collins gelingt es die wunderschöne Landschaft des Hochlandes und auch die kulturelle Vielfalt der Insel
einzufangen. Ich war gespannt wie authentisch Tessa Collins uns diese vermitteln wird. Ich muss sagen, dass es ihr gut gelungen ist, auch wenn ich beim Lesen der Geschichte oftmals eine ganz andere Vorstellung hatte, als es dann tatsächlich aussah. Das liegt aber eindeutig an mir und meiner Fantasie.
Mich hat das Hochland von Sri Lanka richtig verzaubert. Als Liebhaber von nicht zu hohen Temperaturen empfand ich die etwas kühleren Temperaturen richtig angenehm und die bergige Landschaft wunderschön.

©Martina Luger

Der Schreibstil der Autorin lässt sich leicht lesen und ist sehr bildhaft. Die einzelnen Figuren sind lebendig beschrieben. Auf der einen Seite hat mich Lalis Unsicherheit manchmal nur mehr den Kopf schütteln lassen, auf der anderen Seite imponierte mir ihre plötzliche Begeisterung und ihre bestimmende Art neue Dinge anzugehen. Sie hat sich deutlich weiterentwickelt.
Tessa Collins hat hier zwar nicht unbedingt das Rad neu erfunden, aber das soll sie auch gar nicht. Allerdings empfand ich doch einiges sehr vorhersehbar oder etwas unglaubwürdig (ich will hier nicht spoilern, aber jemanden, den man nur von alten Fotos kennt in einer Großstadt zu suchen und zu finden, erscheint mir etwas sehr unglaubwürdig). Oftmals lösen sich Konflikte auch etwas zu leicht und schnell. Dennoch finde ich, dass diese Art von Romanen besonders von den bildhaften Beschreibungen des Landes leben! Genau deshalb liest man diese Geschichten und genau DAS liebe ich auch daran.

Fazit:
Die Mischung aus Selbstfindung, kulturellen Eindrücken und einem Familiengeheimnis ist immer eine gute Option für spannende Lesestunden.
Wer die "Sieben Schwestern Reihe" von Lucinda Riley mochte, wird sich sicher genauso gerne von Tessa Collins in die weite Welt entführen lassen, um diverse Familiengeheimnisse aufzudecken. 


[Die Frauen von der Purpurküste] Claires Schicksal - Silke Ziegler

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

     

    • Taschenbuch: 448 Seiten
    • Verlag: Ullstein Taschenbuch; 1. Edition (15. März 2021) 
    • ISBN-10 : 354806213X
    • ISBN-13 : 978-3548062136
    • Genre: Famliensaga
    • Reihe: ja - Band 3 der Frauen von der Purpurküste



Ullstein Kurzbeschreibung:
Mehr als 1000 Kilometer liegen zwischen Emma und ihrer Vergangenheit, als sie die Nachricht vom Schlaganfall ihres Vaters erreicht. Seit einem Streit vor einigen Jahren hat sich der Kontakt zwischen ihnen auf Telefonate beschränkt, entsprechend gemischt sind ihre Gefühle, als sie in ihre südfranzösische Heimat reist. Als wäre das nicht genug, trifft Emma nach ihrer Ankunft am Strand auf ihre erste große Liebe – und bemerkt, wie sehr sie Léon all die Jahre vermisst hat. In der Pâtisserie, in der sie kurzfristig aushilft, findet sie Briefe einer Mutter an ihre Tochter, die 1942 in einem Internierungslager zur Welt gekommen sein muss. Das Schicksal dieser Frau, die bereits wusste, dass sie ihre Tochter nie würde aufwachsen sehen, geht ihr nahe und lässt sie ihre eigenen Entscheidungen überdenken. Kann sie sich mit ihrer Vergangenheit aussöhnen, ehe es zu spät ist? 

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

 Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Selten fange ich bei einer Reihe mit dem letzten Band an zu lesen, aber da alle Teile in sich abgeschlossen sind, war es gar kein Problem und die anderen beiden Bücher werde ich noch nachholen =)

Emma ist gebürtige Französin und lebt seit einem Streit mit ihrer Familie in Deutschland. In Stuttgart, wo auch ihre Tante lebt, hat sie sich ihren Berufswunsch erfüllt. Sie arbeitet im Stuttgarter Zoo, der Wilhelma, als Tierpflegerin. Als sie eines Tages von ihrem Bruder die Nachricht bekommt, dass ihr Vater einen Schlaganfall erlitten hat, macht sie sich mit gemischten Gefühlen auf nach Südfrankreich. In Collioure, ihrer Heimatstadt am Meer, bezieht sie die Ferienwohnung ihrer Tante, die sich oberhalb einer Pâtisserie befindet. Als wäre ihr bevorstehender Besuch im Krankenhaus nicht schon schlimm genug, trifft sie als Erstes auch noch auf ihre erste große Liebe Léon und spürt, dass sie noch immer nicht mit ihm abgeschlossen hat.

Die Geschichte beginnt mit einem Prolog aus der Vergangenheit. Im Internierungslager in Rivesaltes begegnen wir 1942 der Krankenschwester Jeanne und einer jungen namenslosen jüdischen Mutter. Diese hat erst vor kurzem eine Tochter geboren, die sie Claire genannt und aus Sicherheitsgründen in die Obhut eines naheliegendes Heimes gegeben hat. Sie schreibt ihrer Tochter Briefe und erzählt ihr von ihrer Vergangenheit in Deutschland und ihrer Flucht vor dem Naziregime. Diese Briefe findet Emma eines Tages in einem Versteck in der Abstellkammer ihrer Ferienwohnung.  Sie beginnt zu lesen und ist erschüttert vom Schicksal dieser Frau, die bereits ahnt, dass sie ihre Tochter niemals wiedersehen wird.
Emma beginnt durch die Leküre dieser Briefe zu begreifen wie wichtig Familie ist. Zusätzlich fühlt sie sich in Collioure wieder sehr heimisch, vorallem nachdem sie den Kontakt zu ihrem Bruder, seiner Frau und den Kindern sehr schnell wieder aufgenommen hat. Auch der zweiten Frau ihres Vaters beginnt sie anders zu begegnen, als damals vor sieben Jahren. Durch das Zusammentreffen am Krankenbett ihres Vaters beginnt sie sich mit dem Streit von damals auseinanderzusetzen und lernt dabei auch ihren Vater besser kennen. Auch Léon läuft ihr immer wieder über den Weg und die beiden versuchen auf freundschaftlicher Basis an damals anzuknüpfen, was nicht so ganz funktioniert.

Die Briefe, die Emma findet und im Laufe der Geschichte nacheinander liest, sind sehr berührend und gaben der Geschichte eine Tiefe. Mir blutete das Herz beim Lesen und ich fühlte mit der jungen Mutter mit. Aber auch der Familienkonflikt hat so einige Überraschungen parat. Emma versucht sich mit dem Backen ihrer geliebten Macarons abzulenken und lernt dabei weitere interessante Frauen kennen, die Leser, die bereits die anderen Bände gelesen haben, wiedererkennen werden.
Die beiden Zeiten wurden sehr gut miteinander verknüpft und verbinden Gegenwart und Vergangenheit. Die Autorin hat dazu auch noch eine kleine Überrashcung parat.

Ich mochte diese Geschichte rund um Emma und ihre Familie sehr. Der Schreibstil von Silke Ziegler ist sehr lebendig und bildhaft. Das Flair des Mittelmeers mit ihrer wunderbaren Kulisse hatte ich sehr lebendig vor Augen. Ich habe einen virtuellen Urlaub an der französichen Purpurküste erlebt, habe die Sonne auf meiner Haut gespürt und die salzige Meeresluft gerochen. Außerdem hatte ich (leider) pausenlos Lust auf Macarons....

Fazit:
Ein atmosphärischer und bildhafter Roman, der mit dem Vergangenheitsstrang das Schicksal einer jüdischen jungen Frau Tiefe in die Geschichte rund um Emma und ihre Familie bringt. Lebendige Figuren und die wunderbare Kulisse in Südfrankreich runden die Handlung wunderbar ab. Gerne komme ich wieder zurück nach Collioure und hole Band 1 und 2 noch nach.

Vielen Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar und die Nachverlosung bei der Lovelybooks Leserunde


 

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