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Das Haus in Charlottenburg - Beate Sauer

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 464 Seiten
    • Verlag: ‎ Heyne Verlag, Originalausgabe (14. Januar 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3453442245
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3453442245
    • Genre: Historischer Roman



Heyne Kurzbeschreibung:
Deutsches Kaiserreich um 1890: Die junge Elise träumt davon, sich als Schneiderin einen Namen zu machen und erreicht es, in einem renommierten Modeatelier angestellt zu werden. Die krassen sozialen Ungerechtigkeiten sind in Berlin unübersehbar. Elise kann sie nicht gutheißen, nimmt sie aber als unabänderlich hin. Bis sie den Architekten Johann kennenlernt, der um genossenschaftliches Bauen kämpft. Die beiden verlieben sich ineinander. Als ein Schicksalsschlag Johann davon abhält, den Wohnungsbau selbst voranzutreiben, werden seine Pläne fortan zu ihren. Sie will eine Heimat für bedürftige Menschen schaffen. Dieses Ziel verfolgt sie trotz ihrer skrupellosen und zu allem entschlossenen Gegnerin, Baronin von Rienäcker, die Elise das Liebste zu nehmen droht – ihre und Johanns kleine Tochter.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Nach längerer Zeit habe ich wieder zu einem historischen Roman gegriffen. Von Beate Sauer habe ich bereits "Die Fernsehschwestern - Wunder gibt es immer wieder" gelesen.
Diesmal sind wir aber etwas früher in der Zeit und zwar im Deutschen Kaiserreich um 1890. Die sozialen Gegensätze in Berlin sind eklatant und mit den neuen Mietskasernen, die mehr und mehr gebaut werden, erhalten die Menschen noch unmenschlichere Lebensbedingungen. Spekulanten und Immobilienhaie verdienen sich eine goldene Nase, während die Armen kaum über die Runden kommen.

Elise ist Schneiderin und lebt mit ihrer Mutter, Bruder Willi und der kleinen Schwester Marie in ärmlichen Verhältnissen. Sie ist sehr talentiert und träumt von einem eigenen Modeatelier, doch ihre herrische Chefin hält sie bewusst klein. Als sie den Architekten Johann und dessen Freund Louis kennenlernt, der als Arzt in der Charité arbeitet, scheint sich ihr Leben positiv zu ändern. Johann hat nämlich weitreichende Pläne: Er möchte Genossenschaftswohnungen bauen, um auch den Ärmeren einen Platz zu bieten, der sie nicht krank macht und auch bezahlbar ist. Natürlich treffen seine Pläne auf Gegenwind und man versucht Johann immer wieder Steine in den Weg zu legen. Ganz besonders schlimm ist Leonora von Rienäcker, die Mutter von Louis, die anonym ihre Handlanger benutzt, um so billig wie möglich zu bauen. Sie hat einige Mietskasernen in Bau, die ihr noch mehr Geld einbringen werden, aber in denen die Menschen in unwürdigen Verhältnissen leben müssen.

Obwohl ich viel historische Romane gelesen habe, erfährt man auch hier wieder neue Dinge, die sich hier vor allem um den Wohnungsmangel und die Ausbeutung der Menschen drehen.
Beate Sauer hat sich dem Thema sehr genau angenommen und hat reale Ereignisse mit fiktiven Personen verknüpft. Alle Figuren, bis hin zu den letzten Nebencharakteren, sind sehr lebendig und facettenreich gezeichnet.
Wie schon im ersten Band der Autorin um die Fernsehschwestern, liebt auch Elise die Arbeit mit Nadel und Faden und zaubert kunstvolle Stickereien auf den Kleidern, die sie näht. Sie weiß genau, was sie möchte und versucht ihren Traum zu erfüllen. Johann ist ebenso erfüllt von seiner Liebe zur Architektur, doch beide bekommen immer wieder Gegenwind zu spüren. Vor allem Leonora hat dabei wiederholt ihre Finger im Spiel.
Beate Sauer erzählt eindringlich und bildhaft. Der Schreibstil passt sich der damaligen Zeit an und erschafft Bilder im Kopf. Mit einigen erwarteten und vielen unerwarteten Wendungen wurde die Spannung aufrecht erhalten.  
Im Nachwort geht die Autorin noch mehr auf die damalige Wohnungsnot und auf reale Figuren dieser Zeit ein. 

Fazit:
Ein spannender historischer Roman, der die Wohnungsnot Ende des 19. Jahrhunderts in Berlin schildert. Eindringlich und bildhaft erzählt. Leseempfehlung!


Vielen Dank an Lovelybooks und an den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar!

[Die Fernsehschwestern] Wunder gibt es immer wieder - Beate Sauer

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Broschiert: 544 Seiten
    • Verlag: ‎ Heyne Verlag; Originalausgabe Edition (14. Juni 2023)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3453426657
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3453426658
    • Genre: Familienroman 
    • Reihe: ja - Band 1 der Fernsehschwestern

     

Heyne Kurzbeschreibung:
1953 bezaubert die Krönungszeremonie von Elizabeth II. die Menschen vor den Fernsehbildschirmen. Das neue Medium bietet einen Blick in die große weite Welt, wie es ihn nie zuvor gegeben hat. Auch die siebzehnjährige Eva Vordemfelde ist begeistert von der jungen Königin, von der frischen Brise einer neuen Zeit und der Aussicht auf ein aufregendes, unabhängiges Leben. Ihrem Vater passen diese Ambitionen überhaupt nicht. Ein junges Mädchen gehört nach Hause. Als Eva sich auch noch in den unkonventionellen Journalisten Paul verliebt, setzt ihr Vater alles daran, seine Tochter den konservativen Regeln zu unterwerfen, die er für richtig hält. Doch Eva lässt sich nicht unterkriegen. Und als sie die unglaubliche Chance erhält, bei der Kostümbildnerin der »Sissi«-Filme zu lernen, setzt sie alles daran, ihren Traum Wirklichkeit werden zu lassen.

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
München 1953. Die 19jährige Eva Vordemfelde freut sich auf ihren Urlaub in Fuschl am See, den sie gemeinsam mit ihrer Cousine Margit verbringen wird, die in einem Hotel arbeitet. Doch Margit muss kurzfristig ein paar Tage arbeiten, weil im und um das Hotel Dreharbeiten zum ersten "Sissi"-Film starten. Eva ist begeistert und darf kurzfristig als Statistin mitarbeiten. Besonders angetan haben es ihr aber die wunderbaren Kostüme. Eva träumt schon länger davon Kostümbildnerin zu werden. Sie liebt es Kleider zu entwerfen und zu nähen. Doch die junge Frau muss sich ihrem herrschsüchtigen Vater Axel unterordnen, denn sie ist noch nicht volljährig. Er sieht ihre Schneiderei nur als Hobby und verbietet ihr Kostümbildnerin zu werden. Dabei versucht er wirklich mit allen Mitteln Eva ihre "Flausen" zu vertreiben.
Der Familienpatriarch arbeitet seit seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft hart an seiner Karriere als Journalist. Nach der gewünschten Beförderung zieht er ohne vorherige Absprache mit seiner Frau und den Kindern von München nach Bonn. Für Eva besorgt er eine Anstellung als Sekretärin beim Fernsehsender NWDR in Köln, die ihr alles andere als Freude bereitet. Doch Eva hält an ihren Traum fest und stellt sich ihren Vater entgegen...
Die Geschichte hat mich von Beginn an gepackt. Besonders gefallen hat mir gleich der Einstieg, wo wir hinter die Kulissen der Sissi Verfilmung blicken dürfen. Ich bin ein großer Fan von Romy Schneider, die ein so tragisches Leben geführt hat.

Alle Figuren, bis hin zum letzten Nebencharakter, sind sehr lebendig gezeichnet. Ich habe mit Eva mitgelitten und ihren Vater aus ganzen Herzen gehasst. Als narzistisches Familienoberhaupt hatten die Frauen in seinem Haus wahrlich nichts zu lachen.
Evas Liebe zur Schneiderei und dem Herstellen von Kostümen fühlte ich durch jede Zeile. In der heutigen Zeit kann man sich mit Eva sehr gut identifizieren, denn sie weiß ganz genau, was sie möchte. Doch in den noch konservativen Fünfziger Jahren in Westdeutschland und auch in Österreich hatte der Mann das alleinige Sagen. Als Frau benötigte man die Unterschrift des Ehemannes oder Vater, wenn man einer Arbeit nachgehen oder den Führerschein machen wollte.
Auch die politischen und sozialen Verhältnisse dieser Zeit werden sehr anschaulich beschrieben und perfekt in die Story miteingebettet.

Neben Evas Wunsch Kostümbildnerin zu werden, lässt uns Beate Sauer in die Welt des Fernsehens und des Hörfunks von damals hineinschnuppern, wo Journalisten noch in ihre Diktiergeräte sprachen und Sekretärinnen ihre Berichte abtippten. Die Übertragung der Krönungszeremonie von Queen Elisabeth oder die ersten Samstagabend Shows mit Peter Frankenfeld oder Robert Lemke waren Highlights im damaligen schwarz-weiß TV.

Der Schreibstil ist mitreißend und bildhaft. Er passt sich den Zeitverhältnissen an. Ich hatte jederzeit Bilder im Kopf und konnte die Geschichte kaum aus der Hand legen. Sie hat mich in ihren Bann gezogen und mir wundervolle Lesestunden beschert..

Fazit:
Ein großartiger Auftakt dieser Trilogie von Beate Sauer, die die Fünfziger Jahre und den Beginn rund um das neue Medium Fernsehen aufleben lässt. Ich kann es gar nicht erwarten die Fortsetzung zu lesen und freue mich schon auf Teil 2, der leider erst im Januar 2024 erscheinen wird. Von mir gibt es eine fette Leseempfehlung!

Vielen Dank an den Heyne Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar, sowie die tolle Begleitung der Autorin!

 

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