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Die Psychiaterin - Freida McFadden

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 336 Seiten
    • Verlag: ‎ Heyne Verlag, deutsche Erstausgabe (15. Juli 2026)
    • Übersetzer: Frank Dabrock
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3453443551
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3453443556
    • Originaltitel: ‎ Never Lie
    • Genre: Thriller, Psychothriller


Heyne Kurzbeschreibung:
Die beiden frisch vermählten Tricia und Ethan sind auf dem Weg zur Besichtigung eines abgelegenen Anwesens, das bald ihr Zuhause sein könnte. Während Ethan voller Begeisterung ist, spürt Tricia, dass etwas nicht stimmt. Bis vor drei Jahren lebte hier noch die Psychiaterin Dr. Adrienne Hale. Ihr plötzliches Verschwinden damals ging durch die Presse. Weil ein Schneesturm die Straßen unbefahrbar macht, muss das junge Paar die Nacht im Haus verbringen. Dabei entdeckt Tricia ein verborgenes Zimmer voller Kassetten – Aufnahmen von Adriennes Patientensitzungen. Mit jeder Kassette, die sie sich anhört, wird ihr klarer, wie es zu Adriennes Verschwinden kam und dass sie selbst in tödlicher Gefahr schwebt. Denn manche Stimmen schweigen nie …

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Lange im Vorfeld der Veröffentlichung von "Die Psychiaterin" habe ich immer wieder gehört und gelesen, dass dieses Buch neben "Wenn sie wüsste" das beste der Autorin sein soll. Umso gespannter war ich darauf und kann nun sagen, dass es auch für mich gleich nach "Wenn sie wüsste" in meiner Beliebtheits-Skala kommt.

Ethan und Tricia sind erst seit wenigen Monaten verheiratet und auf der Suche nach ihrem zukünftigen Traumhaus. Bisher war jedoch noch nicht das Passende dabei. Ausgerechnet das abgelegene Anwesen der renommierten Psychiaterin Dr. Adrienne Hale, die vor Jahren spurlos verschwand, hat es Ethan besonders angetan. Wegen eines heftigen Schneesturms erreichen sie das Haus jedoch alleine. Von der Maklerin fehlt jede Spur. Als sie die verschneite Auffahrt hinauffahren, glauben sie ein Licht im Obergeschoß gesehen zu haben. Im Inneren des Hauses wirkt das Haus allerdings verlassen. Eine dicke Staubschicht bedeckt die Möbel, doch der Kühlschrank ist frisch aufgefüllt. 

Tricia beschleicht ein ungutes Gefühl. Sie ist davon überzeugt, dass sich jemand in dem großen Anwesen vor ihnen versteckt. Durch den dichten Schneefall und ohne Handyempfang sind sie von der Außenwelt abgeschnitten und müssen die Nacht im Haus verbringen. Tricia kann nicht schlafen und durchsucht das Haus nach einem Einbrecher. Hinter einer verborgenen Tür stößt sie auf ein geheimes Zimmer. Darin befinden sich zahlreiche Tonbandkassetten mit den aufgezeichneten Therapiesitzungen von Dr. Adrienne Hales ehemaligen Patienten – und schon bald wird klar, dass diese Aufnahmen ein düsteres Geheimnis bergen.....

Freida McFaddens Psychothriller sind Lesesnacks, die man innerhalb von 1-2 Tagen "wegsnacken" kann. Der Schreibstil ist fesselnd und eher einfach, das Erzähltempo hoch und die Spannung bleibt die ganze Zeit über erhalten.
Die düstere Atmosphäre und das ständige Gefühl, dass hier etwas ganz und gar nicht stimmt, haben mich zunehmend an den Seiten kleben lassen. Die kurzen Kapitel tun ihr übriges. Obwohl die Autorin sich immer wieder einem ähnlichen Aufbau bei ihren Psychothrillern bedient und ich jetzt schon einige ihrer Thriller gelesen habe, schafft sie es immer wieder, mich mit dem finalen Twist zu überraschen. Dazwischen baut sie gekonnt unvorhersehbare Wendungen ein und führt den Leser geschickt auf die falsche Fährte. 
Auch diesmal hatte ich schnell eine verdächtige Person im Visier, allerdings empfand ich sie als zu offensichtlich. Deshalb zerbrach ich mir den Kopf, wer sonst dahinterstecken könnte. Die Anzahl der infrage kommenden Figuren war ziemlich eingeschränkt und trotzdem hat mich Freida McFadden am Schluss wieder überraschen können. Dabei zaubert sie auch keine neue Figur aus dem Hut, die zuvor überhaupt nie vorkam, wie es leider manche anderen Autoren handhaben.
Die Auflösung war schlüssig und passend. Wer jedoch großen Wert auf Logik und Detailgenauigkeit legt, wird vermutlich kleine Abstriche machen müssen. Mich hat das jedoch überhaupt nicht gestört, denn das Buch bietet genau das, was ich von einem McFadden-Thriller erwarte: beste Unterhaltung, hohes Tempo und eine Geschichte, die mich bis zur letzten Seite fesselt.

Cover:
von links nach rechts:
das englischsprachige Originalcover, danach die Cover aus Portugal, Polen, Rumänien, Italien, den Niederlanden, Iran und Dänemark 

Man bemerkt, dass der deutsche Buchmarkt anscheinend zu den letzten gehört, die die Bücher der Autorin übersetzen. Manche Leser denken ja, Freida schreibt wie am Fließband, dabei sind ihre Bücher schon seit Jahren im englischen Original erhältlich,

Fazit:
Viele sind der Meinung, dass "Die Psychiaterin" das beste Buch der Autorin nach "Wenn sie wüsste" ist. Ich schließe mich dieser Meinung an. Ein spannender Thriller-Snack für das Wochenende!



39 Grad - Quentin Peck

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 388 Seiten
    • Verlag: ‎ Blanvalet Taschenbuch Verlag, Originalausgabe (22. April 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3734112613
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3734112614
    • Genre: Psychothriller
    • Reihe: ja - Band 2 von 2 der Johannsen Reihe


Blanvalet Kurzbeschreibung:
Sie trägt ein weißes Kleid, auf ihrem Gesicht liegt ein unnatürliches Lächeln: So wird eine ermordete Frau in einem Abrisshaus entdeckt. Auf ihrer Haut hat der Täter drei Zahlen hinterlassen. Ein Rätsel – und der Beginn einer Mordserie. Kriminalkommissar Lukas Johannsen und Profilerin Berit Pernstein folgen der Spur des Serienkillers durch die sommerlichen Felder. Der Psychopath spielt mit ihnen, er schickt seine mörderischen Botschaften direkt an Johannsen. Ein gefährliches Duell beginnt, das unter der brütend heißen Augustsonne unausweichlich auf den fatalen Höhepunkt zutreibt ...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Nach "Minus 22 Grad" hat Quentin Peck eine Fortsetzung geschrieben, die auf den Vorgänger aufbaut. Man kann zwar "39 Grad" auch alleinstehend lesen, aber glaubt mir, wenn ihr diesen Thriller gelesen habt, wollt ihr Band Eins nicht missen!

Auch diesmal sind wir sofort direkt mitten im Geschehen. Ein Mörder hat es auf Frauen abgesehen, die er zuvor wochenlang stalkt, um sie danach brutal zu töten. Arrangiert werden die Opfer auf öffentlichen Plätzen. Alle tragen ein weißes Kleid, das Gesicht zu einem unnatürlichen Lächeln verunstaltet. Außerdem hinterlässt der Mörder immer wieder eine andere dreistellige Zahl, die Kriminalkommissar Lukas Johannsen Kopfzerbrechen verursacht. Gemeinsam mit Profilerin Berit Pernstein versucht er hinter das Spiel des raffinierten Täters zu kommen. Die Botschaften werden bald persönlich, denn der Mörder hat mit Lukas noch eine Rechnung offen. Das führt dazu, dass er vom Fall abgezogen wird. Doch wer Lukas kennt weiß, dass er nicht ans Aufgeben denkt....

Schon der erste Fall hat mir sehr gut gefallen. Mit "39 Grad" legt der Autor nochmals nach und lässt einem das Buch nur schwer aus der Hand legen. Leider konnte ich nicht immer so lesen, wie ich gerne gewollt hätte, denn dann hätte ich den Thriller wohl innerhalb eines Tages verschlungen.
Das Kopfkino ratterte ununterbrochen, denn jede Szene wird so bildgewaltig dargestellt, dass man direkt in der Handlung lebt und an den Seiten klebt. 
Die Leserunden mit dem Autor sind immer wieder äußerst unterhaltsam. Er nimmt uns Leser direkt mit und verwirrt uns zusätzlich mit seinen perfiden Gedanken. Quentin Peck versteht es, den Leser auf falsche Fährten zu locken und mit überraschenden Wendungen zu punkten. Aber er verbreitet auch Hoffnung, wo man trotz allem weiß, dass sie vergebens sein wird.

Quentin Pecks Schreibstil ist direkt, temporeich und knackig. Die Handlung lebt vom spannungsvollen Wechsel zwischen Erwartung und unerwarteter Wendung.
Die Rückblicke in die Vergangenheit des Täters lassen einem oft sprachlos zurück. Der Autor versteht es, die menschliche Psyche und die Auswirkungen von dramatischen Ereignissen schonungslos einzubauen und darzustellen. 
Hatte ich im ersten Teil noch den kleinen Kritikpunkt, dass Lukas als ermittelnder Kommissar zu wenig im Mittelpunkt steht und etwas blass bleibt, ist er im zweiten Teil omnipräsent. Er ist mir schnell ans Herz gewachsen und hat gemeinsam mit Berit den Fall getragen.

Gegen Ende nimmt die Handlung eine Wendung, die ich zwar geahnt/befürchtet habe, die mich aber dennoch überrascht, aber vor allem sprachlos zurückgelassen hat.

Fazit:
Ein temporeicher, intelligenter Psychothriller, der die tiefsten menschlichen Abgründe aufzeigt und der einem atemlos zurücklässt. Packend und eine große Empfehlung für Psychothriller-Fans!


Vielen Dank an Lovelybooks und den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar, sowie für die tolle Begleitung des Autors bei der Leserunde

Rebecca: Schatten über Buchan Manor - Astrid Korten

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 315 Seiten
    • Verlag: ‎ Independently published, Erscheinungstermin 3. Dezember 2025
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 979-8276686752
    • Genre: Psychothriller



Amazon Kurzbeschreibung:
Als die Psychologin Fiona Ross mit ihrem Mann in das Schloss zieht, hofft sie auf Ruhe und einen Neuanfang. Sie ahnt nicht, dass in den nächtlichen Gängen ein Flüstern lauert, das nur sie zu hören scheint. Zwischen alten Briefen und aufwühlenden Träumen tritt eine Gestalt aus der Vergangenheit hervor: Maisie Simon, eine junge Frau, die 1917 in Aberdeen um das Leben ihrer Schwester kämpft. Als sie eine Anstellung bei Lord Campbell annimmt, scheint Rettung in Sicht. Doch was als Hoffnung beginnt, wird zu einem dunkles Spiel aus Kälte, Obsession und Schweigen. Ein vergilbter Zeitungsartikel über Rebecca, Campbells erste Frau, weckt Fionas Misstrauen. Sie fragt sich, wer diese Frauen waren, was sie verband und warum das Haus noch immer ihre Namen flüstert? Je näher Fiona der Wahrheit kommt, desto unheilvoller nimmt das Anwesen Gestalt an und zeigt sein wahres Gesicht: Unter dem Staub liegt Blut, die Farbe vergangener Schreie.

Meine Bewertung: * * * * eineinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Von Astrid Korten habe ich in letzter Zeit zwei großartige historische Romane gelesen. Kennengelernt habe ich die Autorin jedoch als Thriller-Autorin. Mit "Rebecca - Schatten über Buchan Manor" sind wir wieder beim Psychothriller gelandet, auch wenn wir hier auf zwei Zeitebenen lesen.
Titel und Grundidee erscheinen sehr vertraut, wenn man den gleichnamigen Roman von Daphne du Maurier oder auch die Verfilmung von Alfred Hitchcock kennt. Parallelen erscheinen, aber trotzdem ist dieser Thriller ganz anders und trotzdem genauso spannend. 

An der rauen Küste Schottlands steht Buchan Manor, ein altes Herrenhaus, welches als "Spukhaus" verschrien ist. Als die Psychologin Fiona gemeinsam mit ihrem Mann Callum, dem Erbe des Herrenhauses, dort einzieht, hofft sie auf einen Neuanfang. Doch sie hat von Beginn an kein gutes Gefühl, hört Stimmen und fühlt sich verfolgt. Fiona beginnt in der Familiengeschichte nachzuforschen und entdeckt, dass Callums Urgroßvater Angus Campell seine Frau Rebecca unter mysteriösen Umständen verloren hat. Man findet jedoch kaum Unterlagen zu Rebecca, was Fiona umso neugieriger macht. Sie ist davon überzeugt, dass in den alten Gemäuern schlimme Geheimnisse verborgen sind, die Schreckliches ans Licht bringen.

In einem zweiten Handlungsstrang sind wir im Jahre 1917 und lernen Maisie kennen. Sie wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf. Nachdem sie unverschuldet ihre Arbeit als Dienstmädchen verliert und ihre Schwester schwer an Tuberkulose erkrankt, gerät sie in Not und in schlechte Kreise. Dort lernt sie den charismatischen Baron Angus Campell kennen, der ihr hilft und sie als Dienstmädchen nach Buchan Manor mitnimmt. Doch seine Hilfe ist nicht kostenlos, denn auch im Herrenhaus passieren schreckliche Dinge. Immer wieder verschwinden weibliche Hausangestellte und Maisie erkennt bald, dass sie vom Regen in die Traufe gekommen ist, denn der Baron hat ein zweites Gesicht.....

Mir hat besonders der Teil aus der Vergangenheit gefallen. Jedoch hat mir das unverschuldet schwere Leben von Maisie fast das Herz gebrochen. Was sie alles zu Gunsten der Behandlung für ihre Schwester erleiden muss, ist grausam. Wie Fiona fühlt auch sie, dass es etwas Verborgenes im Herrenhaus gibt. Sie hört Stimmen flüstern und fühlt sich verfolgt. Besonders ihre Hilflosigkeit und die Abhängigkeit vom Baron waren schwer zu ertragen.

Die Geschichte ist sehr düster und man spürt die Gefahr und das Unheil zwischen den Zeilen. Astrid Korten versteht es mit der Psyche des Lesers zu spielen. Man hat jederzeit das Gefühl, dass etwas ganz und gar nicht stimmt. Besonders gelungen empfand ich die sehr düstere Atmosphäre. Die Handlung fesselt von der ersten Seite an, wobei ich den Teil in der Gegenwart (2022) nicht ganz so stark fand, wie den Vergangenheitsstrang. Bis Fiona hinter das Geheimnis von Buchan Manor kommt, ist man in einer sehr atmosphärischen Handlung gefangen.
Das Ende empfand ich dann im Vergleich etwas schwächer. Hier hätte ich mir ein emotional stärkeres Ende gewünscht.
Das ist jedoch "Jammern auf hohem Niveau", denn dieser Psychothriller, der mit dem "Vorbild" kokettiert, kann auf jeden Fall mithalten.

Fazit:
Ein düsterer Psychothriller voller Abgründe und Geheimnissen, der fesselnd erzählt wird.


Vielen Dank an Astrid Korten und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar

Dunkelnah - Roman Klementovic

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 384 Seiten
    • Verlag: ‎ Gmeiner-Verlag, 1. Auflage (10. September 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3839208696
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3839208694
    • Genre: Psychothriller, Thriller


Gmeiner Kurzbeschreibung:
Ein seit Jahrzehnten stillgelegtes Kurhotel tief im Wald ist Simons neuer Arbeitsplatz. Er soll dem einstigen Luxustempel zur baldigen Wiedereröffnung verhelfen. Doch das Gebäude entpuppt sich als Bruchbude und die sonderbaren Besitzer scheinen etwas zu verbergen. Als Simon von dem mysteriösen Verschwinden einer jungen Frau erfährt, regt sich in ihm ein schlimmer Verdacht: Hat jemand aus der Hoteliersfamilie etwas damit zu tun? Er macht sich in dem riesigen Haus auf die Suche und ahnt dabei nicht, dass er längst in der Falle sitzt …

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Dies ist leider der erste Thriller von Roman Klementovic, der mich nicht wirklich überzeugen konnte. Ich bin schon seit "Verspielt", seinem ersten Thriller, ein Fan des Autors.
Daher war es für mich überraschend, dass ich schon von Beginn an schwer in die Geschichte fand. Das ist mir bisher bei Klementovic noch nie passiert. Der Prolog war hingegen noch richtig fesselnd und auch sehr grausam. Ein toller Start!

Danach trat ich gemeinsam mit unserem Protagonisten Simon Winter aus dem Wald, den er auf den Weg zu seinen neuen Arbeitsplatz durchquerte. Ein vor langer Zeit erfolgreiches Hotel, welches nun eher einen Lost Place entspricht, wartet auf seine Renovierungskünste. Das zukünftige Luxushotel soll bald eröffnet werden, was für Simon beim Anblick als unmöglich erscheint. Als er auf die sehr merkwürdigen Besitzer des Hotels trifft, scheint er außerdem der einzige Arbeiter zu sein. Der Mann empfängt ihn mit angelegten Gewehr und einem bissigen Hund, während seine Frau von den grandiosen Möglichkeiten des Hotels schwärmt und den desolaten Zustand nicht zu erkennen scheint. Die vielen dunklen Gänge und Zimmer wirken wie ein Labyrinth und Simon verirrt sich immer wieder darin. Als er erfährt, dass vor nicht langer Zeit eine Frau, die im Hotel gearbeitet hat, verschwunden ist, will er unbedingt herausfinden, was mit ihr geschehen ist. Dies wird bald zur Obsession und man fragt sich als Leser, warum ihm die Sache keine Ruhe lässt. Außerdem spürt man, dass im Hotel etwas Unheimliches vor sich geht und das Gebäude, sowie ihre Bewohner, Gefahr ausstrahlen. 
Die inneren Monologe, die Simon mit sich führt, lassen auf sein Innenleben und seine Gefühlswelt schließen.

Zitat, Seite 26:
„Dabei meldet sich seine innere Stimme zurück – noch eindringlicher als zuvor: Du machst einen großen Fehler! Verschwinde, solange du noch kannst!“

Doch Simon bleibt und wird in ein unergründliches Spiel hineingezogen, in dem nichts so ist, wie es scheint.
Von der ersten Seite an weiß man, dass hier etwas nicht stimmen kann. Genau solche Ausgangssituationen beherrscht Roman Klementovic hervorragend. Bei jedem seiner Psychothriller fragt man sich, wer hier die Wahrheit spricht und wer ein unzuverlässiger Erzähler ist. Am Ende gelingt es dem Autor immer wieder, den Leser mit seinen Auflösungen zu überraschen.

Klementovic erzählt seine Psychothriller in Präsens. Die Spannung erhöht er gekonnt mit falschen Fährten. Die düstere und beängstigende Atmosphäre, die der Autor meisterhaft beherrscht, ist ihm auch diesmal gelungen und deshalb gebe ich dem Psychothrilller gerade noch 3 Sterne.
Leider hat mich alles andere an der Geschichte diesmal nicht wirklich überzeugen können und ich kann euch gar nicht wirklich erklären WARUM. Es hat mich ganz einfach nicht gepackt und ich fand doch einiges etwas konstruiert. Das überraschende Ende war jedoch wieder gewohnt unerwartet und trotzdem logisch.

Fazit:
Vielleicht war es nicht der richtige Zeitpunkt oder dieser Psychothriller des Autors ganz einfach nicht meins. Bisher haben mich alle seine Geschichten begeistert und ich kann nicht genau sagen, warum es diesmal leider nicht so war. Am Besten ihr macht euch selbst ein Bild davon oder lest einfach einen seiner anderen tollen Thriller.

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar!

Wer Verderben sät - Veronika Bauer

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 384 Seiten
    • Verlag: ‎ Gmeiner-Verlag, 1. Auflage  (13. August 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3839209153
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3839209158
    • Genre: Thriller, Psychothriller



Gmeiner Kurzbeschreibung:
»Ich weiß, was du getan hast.«, behauptet der Zettel an Elzas Tür. Ja, sie hat ihr Kind im Stich gelassen. Ja, sie hat ihren Ehemann im Garten vergraben. Aber umgebracht hat sie ihn nicht. Nur, wer wird Elza glauben? Das ganze Dorf ist gegen sie – die Erntehelferin aus dem Osten und angebliche Heiratsschwindlerin. In ihrer Panik gefangen, manövriert Elza sich in immer größere Schwierigkeiten. Bald schon geschieht der nächste Mord. Und der nächste Zettel an ihrer Tür prophezeit: »Du wirst töten.«

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Puh, ich muss zugeben, dass ich mich mit dieser Rezension und der Bewertung dieses Thriller-Debüts der niederösterreichischen Autorin Veronika Bauer etwas schwer tu. "Wer Verderben sät" ist ein Psychothriller, der mir richtige Gänsehaut bereitet hat, mich aber auch oftmals den Kopf schütteln hat lassen. 

Von Beginn an hat mich die Geschichte gefangen genommen. Mit der ungarischen Erntehelferin Elza lernen wir eine Frau kennen, die in einem kleinen Ort in Österreich lebt. Nach dem Tod des Vaters und der gefühlskalten Mutter, einer ebenso lieblosen Ehe und einem Kind, für das sie nicht sorgen kann, sucht sie als Erntehelferin in Österreich ihr Glück. Vor allem aber möchte sie ihrem Sohn ein besseres Leben bieten. Ihr Wunsch geht in Erfüllung, denn der eher wortkarge und stille Weinbauer Johan, bei dessen Bruder sie in den Weinbergen arbeitet, nimmt sie zur Frau. Es ist keine Liebesheirat, aber die Ehe ist für beide von nutzen. Elza wird jedoch von der Familie und der Dorfgemeinschaft nicht anerkannt und angefeindet. "Nestbeschmutzerin" und "Heiratsschwindlerin" sind die nettesten Bezeichnungen, die sie erhält. Als sie eines Tages neben ihren toten Ehemann aufwacht, weiß sie, dass sie als Erste des Mordes verdächtigt werden wird. Sie gerät in Panik und zögert den Anruf beim Arzt immer länger hinaus und vergräbt ihren Mann in der kommenden Nacht im Garten. Und das ist erst der Beginn des kommenden Alptraumes, denn irgend jemand schickt ihr Zettel mit der Nachricht "Ich weiß, was du getan hast" oder "Ich weiß, du wirst töten". Elza fühlt sich verfolgt und gerät immer mehr in Panik. Als es einen weiteren Toten gibt, zieht sich die Schlinge um Elza immer fester....

Der Thriller wird aus der Sicht von Elza erzählt und bereitet beim Lesen Herzklopfen. Die Atmosphäre ist beklemmend und düster. Die Autorin lässt uns tief in die menschlichen Abgründe blicken. Doch immer wieder fragt man sich, warum Elza so handelt, wie sie handelt. Sie wirkt irrational und ist ein sehr komplexer Charakter. Sie scheint das Unglück angezogen zu haben und stolpert von einem Katastrophe in die nächste. Die Toten verfolgen sie und so sucht sie Zuflucht beim querschnittgelähmten Nachbar Rupert, der ihr als Einziger zu glauben scheint. Mit Tabletten hält sich Elza in diesem Alptraum aufrecht und weiß bald selbst nicht mehr, was die Wahrheit ist und was nicht. 
Veronika Bauer gelingt es Zweifel zu säen und Wahrheiten zu hinterfragen. Und als Leserin fragt man sich genauso: Ist Elza ist eine unzuverlässige Erzählerin? Zieht sie wirklich das Unglück an? Oder tötet sie selbst? Wer stalkt sie und möchte sie vernichten? Oder hat Elza eine gespaltene Persönlichkeit?

Veronika Bauer zeichnet mit Elza eine Figur, deren Zerrissenheit, die Schuldgefühle gegenüber ihren Sohn und ihren Ängsten auf jeder Seite spürbar ist. Auch als Leser hat man ein permanentes Gefühl der Bedrohung. Grandios umgesetzt von der Autorin! Genauso wie die beklemmende Atmosphäre hat die Autorin auch die Nebenfiguren sehr lebendig beschrieben. 

Was mir weniger gefallen und wo mich Veronika Bauer ab der Hälfte etwas verloren hat, waren die Aktionen von Elza, die man einfach nicht nachvollziehen kann. Diese wirken oft etwas konstruiert und unglaubwürdig. Auch die Polizeiarbeit auf Seiten der österreichischen und der ungarischen Polizei wirkt nicht wirklich nachvollziehbar.
Am Ende nimmt der Psychothriller noch mehr Fahrt auf und endet in einem rasanten Showdown, der gut gelöst wird. Rückblickend und umso öfters ich darüber nachdenke, finde ich die Auflösung jedoch nicht wirklich nachvollziehbar...

Fazit:
Ein sehr verstörender Psychothriller, der mich von Beginn an begeistert hat. Tolle und beklemmende Atmosphäre und grandiose Figurenbildung. Ab der Hälfte hat mich der Psychothriller aber mehr und mehr verloren...

Vielen Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar, nachdem das Buch vom Gmeiner Verlag nicht und nicht ankam. Vor kurzem kam dann auch das Verlagsbuch - vielen Dank auch an den Gmeiner Verlag! 
 

Haltlos - Sarah Nisi

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    • Broschiert: 352 Seiten
    • Verlag: ‎ btb Verlag; Originalausgabe Edition (15. Januar 2025)
    • Broschiert ‏ : ‎ 352 Seiten
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 344277313X
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3442773138
    • Genre: Thriller


btb Kurzbesxchreibung:
Emily führt in London seit Monaten das Leben einer Außenseiterin. Sie kann ihren Alltag nicht mehr bewältigen, musste ihr Studium aufgeben. Vor drei Monaten starb ihre Freundin Liv beim Sturz auf die U-Bahn-Gleise. Emily stand neben ihr, doch erinnern kann sie sich nicht. Das Trauma hat eine Amnesie ausgelöst. Während die Polizei von einem Unfall ausgeht, spürt Emily, dass dies nicht die ganze Wahrheit ist. Sie muss einen Weg finden, um ihr Gedächtnis zurückzuholen. Doch warum reagieren alle, mit denen sie darüber spricht, so ausweichend? Und was, wenn etwas ans Licht käme, das sie selbst belasten würde? Emily beginnt nachzuforschen ― ohne zu ahnen, in welcher Gefahr sie bereits schwebt. Ein brillant konstruierter Psychothriller über die Unzuverlässigkeit der Erinnerung und die gefährliche Suche nach der Wahrheit.

Meine Bewertung: * * * 

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur ABC Challenge

Meine Meinung:
Der neue Psychothriller von Sarah Nisi hat mich diesmal ziemlich verwirrt. Die Spannung beginnt von der ersten Seite, aber der rasche Wechsel zwischen einzelnen Personen und verschiedenen Rückblicken und Einsichten, machten es mir anfangs doch etwas schwer.

Aus ungewisser Ursache stürzt Emilys Freundin Liv vor ihren Augen auf die U-Bahn Gleise der Londoner Underground. Emily fühlt sich am Tod ihrer besten Freundin schuldig und hat ein schlechtes Gewissen, weil sie sich seit diesem Augenblick an nichts mehr erinnern kann. Emily leidet seit diesem Vorfall an einer posttraumatischen Amnesie und kann ihren Alltag nicht mehr bewältigen- Sie musste sogar ihr Studium abbrechen. Neben den Gedächtnisverlust hat sie auch Panikattacken und Schlafstörungen. Medikamente sollen sie ruhigstellen, doch Emily möchte endlich wissen, was damals genau passiert ist. War es Mord, ein Unfall oder Selbstmord? Immer wieder geht sie zur Unglücksstelle in der Holborn Station und befragt Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes.
Auf eine Bitte von Livs Mutter zieht sie in dessen Wohnung, um diese aufzulösen. Nebenan wohnt Shakes, ein Kleinkrimineller, der Emily irgendwie bekannt vorkommt, ihr aber auch Unbehagen bereitet. Er gibt an Liv kaum gekannt zu haben, doch Emily glaubt ihm nicht...

Neben dem Erzählstrang um Emily, der die Haupthandlung bildet, haben wir kleine Rückblenden und Auszüge aus Livs Tagebuch und auch Einblicke in Shakes Leben. Dazwischen gibt es immer wieder Kapitel eines namenlosen Patienten, der sich in einer Therapiesitzung befindet. Man erkennt eindeutig einen Psychopaten, der mit seinem Arzt spricht und spielt.
Die verschiedenen Blickwinkel, die mich anfangs verwirrten, führen mit der Zeit immer mehr zusammen, verraten aber lange Zeit kaum etwas. Als Leser rätselt man, was wohl ans Licht kommt, wenn Emily sich wieder erinnern kann und trotzdem möchte man es am liebsten sofort wissen. Der Spannungsbogen steigt dadurch an, denn als Leser weiß man genauso wenig wie Emily selbst. Zusätzlich fragt man sich, ob sie eine zuverlässige  Erzählerin ist.
Shakes wirkt als ehemaliger Häftling gleichermaßen undurchsichtig. Aber auch Emilys Exfreund Alex, ein Polizist, der ebenfalls im selben Wohnkomplex wohnt, erschien mir etwas fragwürdig.
So richtig konnte ich zu keinen der Figuren eine Verbindung aufbauen.

Erst nach der Hälfte hat der Thriller Fahrt aufgenommen und konnte mich richtig in den Bann ziehen. Sarah Nisi hat das Konzept der posttraumatische Amnesie plausibel mit der Handlung verknüpft. Der Fokus liegt auf psychologischen Aspekten und Hintergründen, die die Autorin in einem Nachwort noch genauer beschreibt. 

Trotz der hohen Spannung ab der zweiten Hälfte des Buches und einigen überraschenden Wendungen, konnte mich der Psychothriller nicht komplett packen. Vor allem zu Beginn hatte ich große Schwierigkeiten in die Geschichte zu finden. Obwohl "Haltlos" komplett anders als die anderen beiden Thriller der Autorin ist, hat mich auch dieser nicht gänzlich überzeugen können. 

Cover:
Ich habe keine weiteren Cover gefunden. Sarah Nisi ist deutsche Autorin und lebt seit 2012 in London. Sie dürfte ihre Bücher auf deutsch schreiben.
 
Fazit:
Ein unblutiger Psychothriller, der erst ab der zweiten Hälfte richtig spannend wird und der mich nicht gänzlich überzeugen konnte. Die Idee und diverse Plottwists haben mir aber gefallen. Ich bin mir allerdings unsicher, ob ich die kommenden Thriller der Autorin lesen werde.



Minus 22 Grad - Quentin Peck

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Broschiert: 368 Seiten
    • Verlag: ‎ Blanvalet Taschenbuch Verlag; Originalausgabe Edition (25. Dezember 2024)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3734112621
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3734112621
    • Genre: Thriller
    • Reihe - ja - Band 1 der Johannsen Reihe


Blanvalet Kurzbeschreibung:
Ein Tag im Winter, kurz vor Mitternacht. Laura Gehler ist mit ihrem Trekkingrad im tief verschneiten Wald unterwegs. Wie aus dem Nichts taucht hinter ihr ein SUV auf. Der Fahrer drängt sie vom Weg ab und überwältigt sie. Stunden später erwacht sie in einem Käfig aus Plexiglas. Zwischen Laura und ihrem Entführer beginnt ein tödliches Spiel: Sie muss das Rätsel des Käfigs lösen – sonst wird sie sterben. Lauras Mutter bekommt zeitgleich eine unheimliche Botschaft: eine Barbiepuppe mit Sterbedatum. Kommissar Lukas Johannsen erkennt darin die Handschrift eines nie gefassten Mörders. Soll Laura sein nächstes Opfer werden? Lukas macht sich bereit, in der Winterkälte ein Phantom zu jagen ...

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Da dachte ich mir doch noch vor kurzem, dass ich von einem bestimmten Autor schon lange keinen neuen Thriller mehr gelesen habe. Und prompt kommt mir das Foto von Quentin Peck bei der Lovelybooks Leserunde sehr bekannt vor. Ich habe mich deshalb sehr gefreut, dass der Autor unter einem neuen Pseudonym und bei einem neuen Verlag seinen neuen Thriller "Minus 22 Grad" veröffentlicht hat.

Laura Gehler, eine Fotografie-Studentin, ist mit ihrem Rennrad unterwegs - trotz klirrender Kälte und spät abends - als sie gezielt von einem Auto verfolgt, gerammt und anschließend entführt wird. Sie erwacht in einem Plexiglaskäfig und soll das Rätsel lösen, warum sie entführt wurde - sonst droht ihr der Tod. Laura hat nur wenige Tage Zeit um herauszufinden, dass der Grund ihrer Entführung in einer alten Schuld aus ihrer Vergangenheit liegt. Doch wem hat sie so derart geschadet?

Ihre Mutter, eine erfolgreiche Politikerin, erhält nach einigen Tagen eine Barbiepuppe mit den Sterbedaten ihrer Tochter, Kommissar Lukas Johannsen erkennt darin eine Ähnlichkeit zu einem alten Fall, dem des Puppenmörders, den er in der Vergangenheit nicht abschließen konnte.
In einem weiteren Handlungsstrang lernen wir Ariane kennen, eine Zoologin, die sich nach dem Tod ihres Mannes in ein einsames Häuschen am Waldrand zurückgezogen hat. Dort trifft sie auf Tom, der beim Eislaufen am nahen Teich im Eis einbricht und dem sie das Leben rettet.

Man ist von Beginn an direkt mitten in der Geschichte. Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven in kurzen und knappen Sätzen. Dies verwirrt zu Beginn etwas, denn man erkennt keinen Zusammenhang zwischen den einzelnen Handlungssträngen, denn Quentin Peck hat seinen Plot raffiniert aufgebaut. 

Der Autor ist seinem Schreibstil treu geblieben, der temporeich und knackig ist. Man erkennt auch, dass er als Fernsehjournalist und -produzent arbeitet, denn es wird oftmals bildgewaltig, wenn es rauscht, knistert, tropft oder raschelt.
Überraschende Wendungen locken oftmals auf falsche Fährten und das Kopfkino rattert ununterbrochen.
Neben den Blick auf die Hauptcharaktere, entführt uns der Autor auch in die Gedankenwelt des Entführers. Zusätzlich gibt es alte Tonaufzeichnungen, die eingestreut werden.
Nach und nach erkennt man auch, dass Laura nicht wirklich die sympathische junge Frau ist, die wir zu Beginn kennenzulernen glaubten. 
Manche der Figuren handeln seltsam und man kann sie nicht wirklich einordnen, was die Spannung erhöhen soll. Man rätselt, wer diese Charaktere wirklich sind, was sie verbergen und welche Geheimnisse sie haben. Obwohl der eigentliche Personenkreis nicht sehr hoch ist, sind alle verdächtig und nicht wirklich sympathisch. Manche Handlungen einzelner Figuren konnte ich nicht immer nachvollziehen und hat mir nur ein Kopf schütteln eingebracht. 

Etwas überrascht hat mich, dass der ermittelnde Kommissar Lukas Johannsen sehr im Hintergrund agiert und fast zur Nebenfigur mutiert. Mir blieb er auch deswegen viel zu blass.

Das Ende lässt erahnen, dass es einen weiteren Band um Lukas Johannsen geben wird, denn der klitzekleine Cliffhanger sorgte für ein kurzes überraschendes Luft holen meinerseits und lässt auf ein weiteres spannendes Abenteuer hoffen.

Fazit:
Ein temporeicher Thriller mit vielen verschiedenen Handlungssträngen, die am Ende gekonnt zusammen führen. Die Figuren bleiben teilweise jedoch etwas blass und der Spannungsbogen fällt in der Mitte etwas ab. Der Plot ist allerdings raffiniert aufgebaut und hat mir sehr gut gefallen.


Vielen Dank an Lovelybooks und an Blanvalet für das Rezensionsexemplar! Danke auch an die tolle Begleitung des Autors.

Sie kann dich hören - Freida McFadden

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

    • Broschiert: 368 Seiten
    • Verlag: ‎ Heyne Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (11. April 2024)
    • Übersetzer: ‎ Astrid Gravert
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3453274660
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3453274662
    • Originaltitel ‏ ‎ The Housemaid's Secret
    • Genre: Thriller, Psychothriller
    • Reihe: ja - Band 2 um Millie Calloway



Heyne Kurzbeschreibung:
Millie Calloway hat einen neuen Job. Um sich ihr Studium zu finanzieren, hilft sie einem reichen Paar aus Manhattan im Haushalt. Ihr Arbeitgeber Douglas Garrick wirkt nett, und zum Glück stellt er ihr nicht zu viele Fragen zu ihrer Vergangenheit. Doch warum darf Millie nicht mit seiner Frau Wendy sprechen? Was bedeuten das Weinen, das sie aus dem verschlossenen Zimmer hört, und die Blutflecke auf Wendys Kleidung? Ist Douglas in Wahrheit nicht der fürsorgliche Ehemann, der er vorgibt zu sein? Millie weiß nur eins: Sie muss Wendy helfen. Auch wenn sie damit riskiert, dass ihr dunkelstes Geheimnis doch noch ans Licht kommt.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur ABC Challenge

Meine Meinung:
Band 2 der Housemaid Trilogie hat ja im Vorfeld bereits einige Diskussionen ausgelöst. Die meisten fanden das Buch schwächer, als den ersten Band, einige aber auch besser. Wem schließe ich mich nun an?
Die Geschichte hat mir gut gefallen, auch wenn ich mir nicht vorstellen konnte, was es nach dem Ende des ersten Bandes noch zu berichten gäbe. "Sie kann dich hören" hat mich aber super unterhalten, jedoch schließe ich mich denjenigen an, die Band 2 schwächer fanden. Das ist aber auch keine Kunst, denn "Wenn sie wüsste" hat von mir 5 Sterne bekommen und die sind bei mir ja eher rar gesät. Der Thriller ist sehr ähnlich aufgebaut, was mich ebenfalls etwas skeptisch gemacht hat.

Inzwischen sind ein paar Jahre vergangen und Millie hat angefangen zu studieren. Um sich ihr Studium leisten zu können, arbeitet sie wieder als Hausmädchen bei den Garricks, einem reichen Upper Class Pärchen in Manhattan. Gott sei Dank will Douglas Garrick nichts über ihre Vergangenheit wissen - doch ist das nicht eher seltsam? Außerdem bekommt Millie seine Frau Wendy kaum zu Gesicht, die die meiste Zeit in ihrem Zimmer sitzt und aus dem sie Wendy oftmals weinen hört. Milly ist klar, dass sie der Frau helfen muss.....sie darf aber laut Vertrag nicht mit Wendy sprechen....

Der Epilog mit seinem ersten Satz "Heute Nacht werde ich ermordet" haut schon einmal richtig rein. Man wird sofort gepackt und will wissen, wer die Person ist, die diesen Satz sagt.
Danach geht es eher gemächlich weiter, steigert sich jedoch sehr schnell wieder zu einem Pageturner.

"Sie kann dich hören" wird wieder aus zwei Perspektiven erzählt. Wir treffen wieder auf Enzo, dem Gärtner aus dem Vorgänger, lernen aber auch neue Figuren kennen. Manchmal konnte ich Millies Handlungen nicht wirklich verstehen, was aber sicher auch von der Autorin gewollt zu sein scheint. Freida McFadden schreibt auf jeden Fall richtig gut und beherrscht ihr Metier perfekt. Sie weiß Spannung zu erzeugen und führt den Leser gekonnt in die Irre. Überraschende Plottwists und kurze Kapitel begünstigen den Lesefluss. Kaum angefangen zu lesen, kann man nicht mehr aufhören. Man fliegt durch die Seiten und trotzdem fand ich die Geschichte diesmal etwas schwächer. 

Cover:


von links nach rechts:
das englischsprachige Originalcover, das niederländische, das polnische und das slowakische Cover

Fazit:
"Sie kann dich hören" ist nach einem sehr ähnlichen Muster gestrickt, wie mein Highlight aus dem Jahre 2023. Der Thriller lässt sich genauso schnell weg lesen, wie der Vorgänger und enthält einige Twists und überraschende Wendungen. Deshalb empfehle ich auch diesen zweiten Band gerne weiter. 

Die Housemaid Reihe:

  1. Wenn sie wüsste  *Rezi*
  2. Sie kann dich hören  
  3. Sie wird dich finden

Ich bringe dich zum Schweigen - Sarah Nisi

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

     

    • Broschiert: 352 Seiten
    • Verlag: ‎ btb Verlag; Originalausgabe Edition (12. Juli 2023)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3442718929
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3442718924
    • Genre: Psychothriller


btb Kurzbeschreibung:
Die Beziehung der Stiefschwestern Phoebe und Charlie ist seit ihrer Kindheit durch Konkurrenzkampf geprägt. Ein Ereignis in der Schulzeit machte daraus offene Feindschaft. Umso überraschter sind beide, als sie jetzt, mit Ende 20, gemeinsam ein größeres finanzielles Erbe antreten sollen. Die einzige Bedingung: Sie müssen sich unterstützen – denn nur durch enge Zusammenarbeit kann ihnen der Durchbruch in der Theaterszene Londons gelingen. Was sich wie eine Aufforderung zur Versöhnung anhört, wird für Charlie und Phoebe zum Albtraum. Und das Ringen um eine erfolgreiche Inszenierung ein fatales Spiel um Leben und Tod. 

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Nachdem mir Sarah Nisis Debüt "Ich will dir nah sein" gut gefallen hat, war ich auf ihren zweiten Psychothriller sehr gespannt.

Phoebe und Charlie sind Stiefschwestern und schon seit ihrer Kindheit verfeindet. Sie haben nichts gemeinsam und sind zwei sehr unterschiedliche Charaktere. Den Grund erfährt man als Leser im Laufe der Geschichte, wobei jedoch eine der beiden Schwester psychopathische Züge hat. Als die beiden Frauen plötzlich erben, sollen sie ihre Rivalität begraben und gemeinsam ein Theaterstück beenden, welches Potential hat ein Welterfolg zu werden. Wer nun denkt, die beiden Schwestern begraben deswegen ihre Feindschaft, irrt sich gewaltig. Jede von ihnen versucht aus der Ausgangslage Kapital zu schlagen. Hindernisse werden aus dem Weg geräumt...

Die Autorin fährt ein ähnliches Schema wie bei ihrem ersten Buch. Auch hier spürt man von Beginn an die unterschwellige Spannung und den Thrill, obwohl es bei "Ich bringe dich zum Schweigen" im ersten Drittel einige kleine Längen gibt. Doch diese Informationen sind wichtig für den weiteren Verlauf der Geschichte und erklären sich erst am Schluss.
Die Geschichte spielt in der Theaterwelt von London, welches ein sehr interessantes Setting bietet. Die Handlung wird aus unterschiedlichen Sichtweisen erzählt. Dabei stehen nicht nur die beiden Stiefschwestern im Fokus, sondern wir bekommen auch Einblicke in verschiedene Blickwinkel verschiedener Nebenfiguren und in diverse Tagebucheinträge. Weiters erhalten wir Rückblenden in die Vergangenheit von Phoebe und Charlie.
Sarah Nisi erzählt eindringlich vom Katz- und Mausspiel der beiden Stiefschwestern, die es hervorragend zu Manipulieren verstehen. Ihnen ist jedes Mittel recht, um sich für die Verletzungen der Vergangenheit zu rächen. Wer hier gut und böse ist, müsst ihr selbst rausfinden..
Auch diesmal überrascht mich die Autorin mit ihrem Ende, wobei ich aber den Großteil des Plots bereits erraten habe. Trotzdem gelingt es ihr noch eine weitere Wendung einzubauen, die mich schlussendlich kalt erwischt.

Für mich kam "Ich bringe dich zum Schweigen" nicht ganz an Sarah Nisis Debüt "Ich will dir nah sein" heran, weil für mich das Schema sehr ähnlich aufgebaut ist. Es gab auch einige Längen, bevor die Autorin zum finalen Schlag ausholt.

Fremde Cover gibt es keine, denn die Autorin ist gebürtige Deutsche - lebt aber seit 2012 in London.

Fazit:
Ein etwas ruhiger, aber gut aufgebauter Psychothriller, der mit seiner unterschwelligen Bedrohung punktet. Das Ende überrascht und ist gelungen. Für mich war jedoch das Debüt der Autorin stärker, als ihr Nachfolger.


Wenn sie wüsste - Freida McFadden

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Broschiert: 400 Seiten
    • Verlag: ‎ Heyne Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (11. Mai 2023)
    • Übersetzer: ‎ Astrid Gravert, Renate Weitbrecht
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3453471903
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3453471900
    • Originaltitel: ‎ The Housemaid
    • Genre: Psychothriller



Heyne Kurzbeschreibung:
Millie kann ihr Glück kaum fassen, als die elegante Nina ihr die Stelle als Haushaltshilfe inklusive Kost und Logis bei ihrer Familie auf Long Island anbietet. Schließlich hat sie eine Vergangenheit, von der niemand etwas wissen soll. Doch kaum ist Millie eingezogen, zeigt Nina ihr wahres Gesicht: Sie verwüstet das Haus und unterstellt ihr Dinge, die sie nicht getan hat. Ihre verwöhnte Tochter behandelt Millie ohne jeden Respekt. Nur Ninas attraktiver Mann Andrew ist nett zu ihr. Wäre da nur nicht Ninas wachsende Eifersucht. Hat sie Millie nur eingestellt, um ihr das Leben zur Hölle zu machen? Oder hat auch sie ein dunkles Geheimnis, von dem niemand etwas erfahren darf?

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Bereits der Klappentext hat mich sehr neugierig gemacht - die Hype um den Thriller hat mich jedoch etwas abgeschreckt. Als ich das Buch in der Bücherei entdeckte, nahm ich es sofort mit und kann mich nun den positiven Bewertungen anschließen.

Die arbeits- und wohnungslose Millie Calloway sucht verzweifelt einen Job und kann es gar nicht glauben, dass die wohlhabende Familie Winchester auf Long Island ihr eine Chance gibt. Als Millie jedoch ihren ersten Arbeitstag beginnt, ist alles anders, als bei ihrem Vorstellungsgespräch. Die zuvor duchgestylte Nina und ihr Haushalt sind plötzlich alles andere als perfekt. In der Küche sieht es aus, als wäre ein Tornado hindurchgefegt und Nina wechselt ihre Stimmungen im Minutentakt. In einem Moment herrscht sie Millie vollkommen ungerechtfertigt an und bezichtigt sie der Lüge und im nächsten Moment bedankt sie sich überschwänglich für die Hilfe. Die verwöhnte Tochter Cece macht es Millie ebenfalls schwer. Schnell erkennt sie, dass ihr Job doch nicht so toll ist, wie sie dachte...doch Millie braucht ihre Arbeit, denn auch sie verheimllicht etwas....
Und als sie der italienische Gärtner vor einer Gefahr warnt, läuten erst recht die Alarmglocken.

Von Beginn an hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen! Beginnt der erste Teil noch relativ harmlos und man rätselt wohin die Autorin will, ändert sich ab Teil zwei alles. Der eingebaute Twist ist absolut gelungen!

Der Psychothriller kommt mit wenigen Figuren aus: Millie, Nina, Ninas Tochter Cece und ihr Mann Andrew, Gärtner Enzo und wenige Nebenfiguren, die die Geschichte abrunden. Auch das Setting ist minimal: Es spielt sich fast alles im Haus der Winchesters ab und niemand weiß, was hinter den verschlossenen Türen tatsächlich abgeht. Ich liebe solche Art von Psychothriller!

Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt. Nach Teil Eins, der hauptsächlich aus Millies Sicht erzählt wird, startet Teil zwei aus der Sicht von Nina - und plötzlich ist nichts mehr, wie es scheint.

Wer hier böse ist, habe ich tatsächlich schon in Teil Eins anhand eines einizigen Satzes durchschaut, aber welche Abgründe sich hier tatsächlich verbergen, war auch für mich noch schockierend und unerwartet. Obwohl ich die richtige Vermutung hatte, blieb die Spannung aufrecht.
Der Schreibstil ist flott, die Kapitel kurz und der Zeitpunkt des Twists in der Mitte des Buches ist gut gewählt.

Der Psychothriller ist ein Pageturner und sehr temporeich geschrieben. Es geht um Manipulation, häusliche Gewalt und Psychoterror. Ich habe ihn an einem Sonntag Nachmittag gelesen....das sagt schon sehr viel aus. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen und wollte unbedingt wissen, was noch alles passieren wird.

Somit kann ich den Hype verstehen, auch wenn es vielleicht ein paar kleine logische Ungereimtheiten gibt, bei denen ich diesmal aber bewusst ein Auge zugedrückt habe.

Cover:

 von links nach rechts:
das französische, das niederländische, das isländische und das Originalcover in Englisch.

Fazit:
Ein packender Psychothriller mit einem tollen Twist, den ich kaum aus der Hand legen konnte. Die Hype kann ich nun nachvollziehen, obwohl es schon ein paar kleine Ungereimtheiten gab. Trotzdem endlich wieder ein richtiger Pageturner! Leseempfehlung!

Kaltherz - Henri Faber

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

     

    • Broschiert: 416 Seiten
    • Verlag: ‎ dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG; 1. Edition (18. Mai 2022)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3423220120
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423220125
    • Genre: Thriller



dtv Kurzbeschreibung:
Acht Minuten. Länger war die fünfjährige Marie nicht alleine. Doch als ihre Mutter zum Auto zurückkommt, ist Marie spurlos verschwunden. Kommissarin Kim Lansky übernimmt den Fall. Es ist ihre letzte Chance, sich als Ermittlerin zu beweisen. Die Suche nach der Wahrheit führt sie in die dunkelsten Kapitel ihrer eigenen Vergangenheit – und zu einer erschreckenden Frage: Warum bleiben gerade in München so viele Kinder verschwunden?

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Henri Fabers erster Thriller "Auswegslos" habe ich bereits gelesen, aber auch noch immer nicht rezensiert...oh weh! Deswegen werde ich heute gleich meine Rezension zu "Kaltherz" tippen, damit ich noch alles gut im Gedächnis habe. Den Thriller habe ich innerhalb von zwei Tagen durchgelesen, denn "Kaltherz" bietet neben Spannung und zahlreichen Wendungen auch facettenreiche Figuren.

Als Clara Lippmann ihre fünfjährige Tochter Marie alleine im Auto zurücklässt, um die Toilette aufzusuchen, ist das Mädchen bei ihrer Rückkehr spurlos verschwunden. Die bereits angeschlagene Ehe der Lippmanns gerät noch mehr ins Wanken. Clara ist psychisch labil und leidet an Schuldgefühlen. Sie begeht einen Selbstmordversuch und landet im Krankenhaus, während ihr Ehemann Jürgen seine Karriere noch mehr voranzutreiben versucht. Nach vier Monaten hat die Polizei noch keinerlei weitere Hinweise, als der leitende Kommissar an einem plötzlichen Herztod verstirbt. Kim Lansky erhält ihre letzte Chance sich zu beweisen, nachdem sie aus anderen Abteilungen wegen ihrer unkonventionellen Art geflogen ist. Ihre Ansicht von Recht und Gerechtigkeit steht nicht immer im Einklang mit dem Gesetzbuch. Sie kommt aus einem schwachen sozialen Umfeld, was ihr gleichzeitig auch einige Vorteile verschafft, weil sie genau weiß, wie Menschen aus dieser sozialen Schicht handeln. Kommissar Rizzi, der aus demselben Umfeld kommt und seit ihrer Kindheit ein guter Freund ist, holt Kim in die Abteilung für Vermisstenfälle. Und es dauert nicht lange bis Lansky eine Spur findet....

Henri Faber schreibt schlicht, aber fesselnd und dynamisch. Der Thriller ist in fünf Teile gegliedert. Die kurzen Kapitel animieren zum sofortigen weiterlesen. Henri Faber hat einen ziemlich komplexen und raffinierten Plot aufgebaut, der mit vielen Wendungen überrascht. Auch der Titel des Buches wird erklärt, was ich immer als ein schönes Detail empfinde.
Der Autor lässt die einzelnen Figuren aus der Ich-Perspektive erzählen. Besonders interessant fand ich dabei den Einblick in Maries Gedankenwelt. Ihre Sicht der Dinge wurden sehr authentisch geschildert.
Aber auch die restlichen Charaktere sind intensiv dargestellt und sehr facettenreich.
Der Thriller ist voller unerwarteter Wendungen und konnte mich absolut fesseln. Wie auch schon bei "Ausweglos" ist von Anfang an nichts, wie es zu sein scheint.

Es gibt auch kleine Kritikpunkte. Manchmal fand ich einzelne Figuren doch etwas überzeichnet. Und warum haben wir hier schon wieder eine kaputte Ermittlerin? Außerdem mochte ich die unangebrachten Aussagen des Autors zu Frauen, die Mode von der Stange anziehen oder deren Gegenteil "aufgebrezelten Business-Barbies" sind, nicht. Diese abfälligen Bemerkungen gab es nur gegenüber weiblichen Figuren, während dies bei männlichen nie vorkam. Normalerweise fallen mir solche Dinge nicht auf, aber hier empfand ich die negativen Bewertungen von weiblichen Äußerlichkeiten unangebracht. Dies fand ich ein wenig schade, auch wenn dies wohl gerade Meckern auf hohem Niveau ist.

Das Ende hält einige Überraschungen bereit und wirklich alle ungeklärten Fragen wurden zufriedenstellend beantwortet.

Fazit:
Ein spannender Psychothriller, der mit zahlreichen überraschenden Wendungen und facettenreichen Figuren glänzt. Ich empfehle "Kaltherz" gerne weiter.

 

 

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