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Die Schwimmerin - Gina Mayer

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

     

    • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
    • Verlag: HarperCollins; 1. Edition (24. November 2020)
    • ISBN-10 : 3959675577
    • ISBN-13 : 978-3959675574
    • Genre: Roman



HarperCollins Kurzbeschreibung:
Essen 1962: Betty heiratet ihren Martin und ist fest entschlossen, ihr lang ersehntes Glück mit aller Macht festzuhalten. Zu viele Entbehrungen hat sie schon hinnehmen müssen. Der zweite Weltkrieg hat Betty nicht nur ihre Heimat, ihre Familie und ihre erste Liebe genommen, sondern ihr auch ein düsteres Geheimnis aufgebürdet. Seit jener Zeit ist das Schwimmen Bettys Halt und Trost. Eine Überlebensstrategie, den Kopf immer über Wasser zu halten, komme was wolle. Ausgerechnet beim Schwimmen trifft sie nun auf ein junges Mädchen, das ihr eigenartig vertraut erscheint. Und dieses Mädchen hat entschieden, sich ein Stück von Bettys Glück zu greifen. Es beginnt, sie zu verfolgen, zu erpressen. Betty erkennt, dass die Vergangenheit sie hinabzureißen droht, wenn sie sich ihr nicht endlich stellt.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Gina Mayer's neuer Roman "Die Schwimmerin" gebührt weit mehr Beachtung, als ich bisher in den Medien darüber gelesen und gesehen habe. Titel und Cover stimmen zwar überein und das Schwimmen spielt auch eine Rolle in diesem Roman, aber nicht so, wie man vor der Lektüre denken mag. 

Der Roman wird auf zwei Zeitebenen erzählt und beginnt im Jahre 1962 in Essen. Betty steht kurz vor ihrer Hochzeit mit Martin Riessel, der bei Krupp einen gutbezahlten Job gefunden hat. Sie ist glücklich und freut sich auf ihre neue Wohnung, die sogar eine dieser modernen Einbauküchen hat. Wie es in den Sechziger Jahren gang und gäbe war, gibt sie ihren Beruf in der naheliegenden Bäckerei auf und bleibt als Hausfrau zuhause. Bald schon fühlt sie sich einsam und unterfordert. Sie freundet sich mit ihrer Nachbarin an und beginnt wieder zu schwimmen. Die Stunden im Schwimmbad tun ihr gut. Hier fühlt sie sich wohl und sie kann ihre Vergangenheit ausblenden, die nicht einmal ihr Ehemann kennt. Bis eines Tages ein Mädchen vor ihr steht und ihr mitteilt, dass sie weiß, was sie getan hat und Betty mit ihrem Wissen erpresst.....

Im zweiten Handlungsstrang befinden wir uns in den Jahren von 1942-1946 in Düsseldorf und danach im schwäbischen Weilerbach. Dort auf dem Land kommen Elisabeth und ihre Mutter an, nachdem der Vater im Krieg gefallen und ihr Haus ausgebombt wurde. Sie sind Flüchtlinge im eigenen Land. Während Elisabeths überängstliche Mutter in Depressionen verfällt, muss Elisabeth wohl oder übel sich selbst versorgen. Die gute Schülerin ist in der Dorfschule unterfordert und wird auf das naheliegende Gymnasium geschickt. Gemeinsam mit der Pfarrerstochter Susanne, mit der sie sich anfreundet und deren Familie sie unterstützt und liebevoll umsorgt, lebt sie anfangs noch unbeschwert in der ländlichen Umgebung. Sie verliebt sich in Susannes Bruder Rüdiger, mit dem sie die Liebe zur Literatur verbindet, der jedoch in den Krieg eingezogen wird. Doch der Krieg holt Elisabeth auch auf dem Lande ein und ihre Mutter lässt ihre Tochter postwendend im Stich.....

Gina Mayer erzählt abwechselnd aus den beiden Zeitebenen. Die bildhafte Sprache der Autorin habe ich bereits in einem anderen Roman kennengelernt, der mich ebenfalls überzeugt hat. Gina Meyer gelingt es meisterhaft die Spannung fortlaufend anzuheben. Die Geschichte gewinnt sowohl in der Vergangenheit, als auch in der Gegenwart immer mehr an Fahrt. Ich konnte den Roman nur schwer aus der Hand legen, denn ich wollte wissen um welches Geheimnis es sich dreht und wie und ob Betty/Elisabeth aus dem Dilemma und der Erpressung wohl herauskommen wird.

Betty/Elisabeth ist eine sehr interessante Protagonistin. Als junges Mädchen ist sie unbeschwert und intelligent. Sie ist eine Kämpferin und lässt sich auch von den furchtbaren Kriegserlebnissen nicht unterkriegen. Sie lehnt sich auf und versucht das Beste aus ihrer Situation zu machen. Bis sie an eine Grenze stößt, die sie zerbrechen lässt....
Danach verschließt sie die Erlebnisse  und versucht nach vorne zu blicken und sich ihr Glück selbst zu nehmen, was ihr jedoch nicht gelingt.

Ihre Gefühlswelt hat die Autorin sehr authentisch und gekonnt dargestellt. Ich habe mit Betty gelitten, aber auch manchmal voller Unverständnis den Kopf geschüttelt. Betreffend dem Geheimnis in der Vergangenheit möchte ich nicht allzu viel preisgeben, aber meiner Meinung nach hat die Autorin die Leser mit den schlimmsten Grausamkeiten verschont. Wenn man zu diesem Thema allerdings noch nichts gelesen hat, wird man schockiert sein. 

Fazit:
Ein wunderbarer Roman, den ich sehr gerne gelesen habe. Ich bin durch die Geschichte gerauscht, denn ich konnte sie nur sehr schwer aus der Hand legen. Ein Frauenschicksal, das zu dieser Zeit leider nicht ungewöhnlich war - gefühlvoll erzählt. Ich empfehle diesen Roman sehr gerne weiter!

Vielen Dank an HarperCollins und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar sowie für die tolle Begleitung bei der Leserunde

 

Leonore und ihre Töchter - Gina Mayer


    • Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
    • Verlag: Rütten & Loening; Auflage: 1 (12. September 2014)
    • ISBN-10: 3352008477
    • ISBN-13: 978-3352008474
    • Genre: historischer Roman, Familiensaga

Amazon Kurzbeschreibung:
Im Paris des Jahres 1900 erfährt die unglücklich verliebte Nanette von einem gutgehüteten Geheimnis, das auf ihrer Familie lastet: Als ihre Urgroßeltern Leonore und Anton einst heirateten, verwünschte eine eifersüchtige Freundin das Brautpaar. Tatsächlich hadern nicht nur Leonore, sondern auch ihre Tochter, ihre Enkelin und ihre Urenkelin Nanette mit dem Schicksal und finden kein Glück in der Liebe. Bis Nanette eines Tages beschließt, den Familienfluch endlich zu bannen.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur WeltenbummlerChallenge

Buch zur Einmal um die Welt Challenge

Buch zur Deutsche Autoren Challenge

Meine Meinung:
Bei Lovelybooks wurde der neuerste historische Roman von Gina Mayer verlost. Die Leseprobe fand ich sehr ansprechend und die Geschichte sehr interessant, so freute ich mich umso mehr, dass ich wieder Glück hatte und das Buch zur Rezension bekommen habe.

Der Roman erzählt die Lebensgeschichte von vier Frauen aus einer Familie: Leonore, Mathilde, Dora und Nanette. Die Geschichte beginnt jedoch nicht in zeitlicher Reihenfolge, sondern mit Dora in Paris zur Jahrhundertwende. Die gebürtige Deutsche ist mit dem französischen Architekten Gustave Boucher verheiratet und gehört zur gehobenen Gesellschaft in Paris. Ihr Mann organiserte die Eröffnung der Weltausstellung, die sein großer Triumph wird. Für Dora wird diese jedoch der Tiefpunkt ihrer Ehe, da Gustave sie wegen ihrer Freundin Odile, die seine Mätresse ist, verlässt. Ihre gemeinsame Tochter Nanette verliebt sich unterdessen in Yves Charpentier, den jüngsten Sohn einer Bankiersfamilie, der jedoch das schwarze Schaf der Familie ist. Als Mathilde, die Mutter von Dora, aus Deutschland zu Besuch kommt, bemerkt sie besorgt, dass  Mutter und Tochter verzweifelt sind. Sie erzählt Nanette von einem Familiengeheimnis und einem Fluch, der angeblich den Frauen der Familie Unglück bringen soll. Nanette will mehr darüber wissen und beginnt den "Fluch der Erlkönigin" auf den Grund zu gehen.

Gleich zu Beginn des Buches ist das Gedicht "ERLKÖNIG" von Johann Wolfgang von Goethe abgedruckt. Ich musste es seinerzeit in der Schule noch auswendig lernen, deshalb kenne ich es sehr gut. Es ist der rote Faden, der sich durch den Roman zieht.
Danach gibt es ein Personenregister und die Aufteilung in die verschiedenen Kapitel, die alle nach den Namen der jeweilgen Frauen benannt sind. So beginnt, wie bereits oben erklärt, der Roman mit Dora im Jahr 1900 und führt uns dann zurück zu Mathilde ins Jahr 1848  und danach zum Ursprung des Fluches: zu Anton und Luise im Jahre 1813. Durch diese Rückblenden wird nach und nach die Geschichte und das Geheimnis gelüftet, das mit einer Dreiecksgeschichte um Anton, Luise und Leonore, entsteht.

Man erfährt jede Menge über eine für mich eher unbekannte Zeit - das Deutschland im 19. Jahrhundert. Die Autorin erzählt über den Beginn der Industralisierung, die Revolution 1848, den großen Unterschied zwischen Adel und Arbeiter, der Beginn der Suffragetten, ohne die wir Frauen heute nicht all diese Rechte hätten, die wir als selbstverständlich ansehen. Man erfährt wie die Frauen damals geachtet wurden, weil der Mann fremd ging und ihnen die Schuld dafür gegeben wurde oder wie hoffnungslos es meistens ist, wenn man in eine Schicht hineingeboren wurde, daraus wieder herauszukommen....

Schreibstil:
Der Schreibstil von Gina Mayer ist mitreißend und sehr gut zu lesen. Sie versteht eine Famliengeschichte zu schreiben, die hier zwar im Vordergrund steht, den Leser jedoch im Hintergrund geschickt die historischen Begebenheiten des Landes und der Bevölkerung näher bringt. Die Charaktere sind hervorragend gezeichnet.

Fazit:
Wer gerne über Familiengeheimnisse liest und mehr über das 19. Jahrhundert in Deutschland erfahren will, den kann ich den neuen Roman von Gina Mayer nur empfehlen! Eine rundherum gelungene Geschichte.


Mein Dank geht an Lovelybooks, den Verlag Rütten & Loening und der netten Autorin Gina Mayer, die die Leserunde begleitet hat und uns gerne einige historische Dinge erklärte ;)

 

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