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Der Buchspazierer - Carsten Henn

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

    • Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
    • Verlag: Pendo; 2. Edition (2. November 2020)
    • ISBN-10: 3866124775
    • ISBN-13: 978-3866124776
    • Genre: Gegenwartsliteratur



Pendo Kurzbeschreibung:
Es sind besondere Kunden, denen der Buchhändler Carl Christian Kollhoff ihre bestellten Bücher nach Hause bringt, abends nach Geschäftsschluss, auf seinem Spaziergang durch die pittoresken Gassen der Stadt. Denn diese Menschen sind für ihn fast wie Freunde, und er ist ihre wichtigste Verbindung zur Welt. Als Kollhoff überraschend seine Anstellung verliert, bedarf es der Macht der Bücher und eines neunjährigen Mädchens, damit sie alle, auch Kollhoff selbst, den Mut finden, aufeinander zuzugehen …

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Wer nach einem Roman zum Verschenken für Buchliebhaber sucht, hat mit "Der Buchspazierer" das richtige Buch in der Hand. Was für eine bezaubernde und zu Herzen gehende Geschichte sich hinter diesem liebevollen Cover versteckt, davon möchte ich euch erzählen.

Carl Christian Kollhoff's Leben ist das geschriebene Wort. Der 72jährige Mann hat sein Leben lang in der Buchhandlung gearbeitet, für die er noch heute nach Ladenschluss, Bestellungen ausliefert. Seine Stammkunden warten fast täglich auf sein Erscheinen, denn Carl ist für sie die wichtigste Verbindung zur Außenwelt. Ihnen hat er im Geheimen die Namen berühmter Protagonisten aus Klassikern gegeben. Einzig die Tochter seines ehemaligen Chefs und Freundes wäre froh ihn endlich los zu sein. Für sie zählt nicht der persönliche Kontakt zu den Kunden, sondern alleine die Zahlen, die am Ende des Monats übrig bleiben sollen. Doch eines Tages bekommt Carl ungewollt Begleitung. Die neunjährige Schascha beschließt ihn auf seinen Runden zu begleiten. Sie lässt sich nicht abwimmeln und bald ist sie für den Buchspazierer genauso wichtig wie für seine Kunden. Als jedoch der ehemalige Inhaber der Buchhandlung stirbt, wirft seine Tochter Carl hinaus. Das Lieferservice wird eingestellt und keine Kunden mehr beliefert. Carl gibt jedoch nicht so schnell auf, kommt aber bald an einem Punkt, wo er keine Reserven mehr hat. Und dann verlässt dem Buchspazierer das Glück vollkommen....

Carsten Henn erzählt in seinem Roman über Herzenswärme und Nächstenliebe. Die Geschichte hat mich völlig verzaubert. Schon länger suchte ich ein Wohlfühlbuch über Bücher und wurde bisher fast immer enttäuscht. Mit "Der Buchspazierer" ist nun endlich ein Buch hier eingezogen, das genau diese Attribute erfüllt.
Carl ist ein einsamer Mann, dessen Liebe den Büchern gehört und dem sein Spaziergang zu seinen Stammkunden sein Lebbenselixir ist. Die kleine Schascha ist ein richtig intelligentes und aufgewecktes Mädchen, das sehr schnell erkennt, wie einsam der Buchspazierer ist. Schascha hat sofort mein Leserherz erobert, knackt aber auch Carls Panzer. Sie bemerkt relativ schnell, dass auch die Kunden von Carl einsame Seelen sind und eigentlich ganz andere Geschichten bräuchten, als die, die sie sich bestellen. War Carl bisher nur der Auslieferer, der täglich einige Worte mit seinen Kunden wechselt, aber nicht wirklich hinter die Kulissen blickt, erkennt Schascha sehr schnell, was die Leser wirklich brauchen. Durch sie macht sich Carl Gedanken über Dinge, die ihm früher nicht wichtig genug waren. Er lernt seine Nase nicht nur in Bücher zu stecken, sondern auch hinter das Offensichtliche zu blicken. 

»Das geschriebene Wort wird immer bleiben, weil es Dinge gibt, die auf keine Art besser ausgedrückt werden können.«

Carsten Henn hat mit diesem Roman eine kleine Buchperle erschaffen, die zwar ruhig ist, aber die auf jeder Seite ihren eigenen Zauber versprüht. Ein Buch, das nachhallt und in Erinnerung bleibt und einen besonderen Platz in meinem Regal bekommt.

Fazit:
Es geht um Bücher und ihre magische Kraft, um Freundschaft, Nächstenliebe und dem Finden zu sich selbst. Carsten Henn hat mit "Der Buchspazierer" eine zauberhafte und zu Herzen gehenden Geschichte erfunden, die etwas märchenhaftes hat, aber trotzdem aus dem wirklichen Leben erzählt. Von mir gibt es eine fette Leseempfehlung!

Vielen Dank an den Pendo Verlag für das Rezensionsexemplar und an Lovelybooks

 

[ABGEBROCHEN] Als die Sehnsucht uns Flügel verlieh - Hanni Münzer


    Die Bildrechte liegen beim Verlag

    • Gebundene Ausgabe : 592 Seiten
    • Verlag: Pendo; 2. Edition (5. Oktober 2020) 
    • ISBN-10 : 3866124627
    • ISBN-13 : 978-3866124622
    • Genre: Historischer Roman, Familiensaga
    • Reihe: ja - Band 2 der Heimat-Saga




Pendo Kurzbeschreibung:
Im zweiten Band ihrer aufwühlenden Heimat-Saga, »Als die Sehnsucht uns Flügel verlieh« erzählt Spiegel-Bestsellerautorin Hanni Münzer vom Schicksal der schlesischen Familie Sadler in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Mai 1945: Der Krieg ist zu Ende. Doch für das junge Mathematikgenie Kathi Sadler bedeutet das keinen Frieden. Als Kriegsbeute der Russen wird sie gemeinsam mit ihrer Schwester Franzi nach Moskau verschleppt. Während der Eiserne Vorhang Osteuropa vom Westen trennt, wird Kathi Jahrzehnte um ihre Rückkehr in die Heimat kämpfen, um ihre Freiheit und ihre große Liebe.   

Meine Bewertung: * abgebrochen

Meine Kurzmeinung:
Dies ist der zweite Teil der Heimat-Saga. Mit Schrecken habe ich festgestellt, dass ich euch noch die Rezension zu Teil Eins schuldig bin, den ich vor vielen Monaten gelesen habe und für sehr gut befunden habe.

Nun habe ich aber den zweiten Teil bei Seite 256 abgebrochen. Es kommt selten genug vor, aber da es kein Rezensionsexemplar ist und ich das Buch aus der Bücherei geliehen hatte, habe ich mich dazu durchgerungen. Ich habe mich gestern einfach nur mehr durch die Seiten gequält...und das soll es nicht sein.
Die Story setzt dort an, wo Teil Eins endet und führt uns nach Russland. Über den Ortswechsel habe ich mich sehr gefreut. Die begabte Kathi und ihre besondere Schwester Franzi werden nach Moskau gebracht. Kathi wird allerdings nicht an die Uni gebracht, sondern wie eine Kriegsgefangene behandelt.

Danach wird es immer unglaubwürdiger, mystischer und langatmiger. Ich habe begonnen querzulesen, aber es half alles nichts. Plötzlich befinden sich alle Teile der Familie in Russland. Die Mutter ist eine ehemalige russische Spionin, der Vater ist im Kriegsgefangenenlager und plötzlich haben alle russischen militärischen Befehlshaber Interesse an Laurenz Sadler und den Mädchen. Spione, Doppelspione und jede Menge verwirrende russische Namen machen es nicht wirklich leichter. Zusätzlich bleiben die Figuren sehr an der Oberfläche. Immer wieder tauchen wir viel zu oft in Franzis Welt von Zwergen, Rübezahl, Bienen und geflügelten Autos ein....wozu diese an den Haaren herbeigezogenen Elemente. Ich habe auch so verstdanen, dass Franzi anders ist, aber müssen wir die Story aus ihrer Sicht lesen? Alles klingt einfach nur noch obskur und ich fragte mich, ob ich hier eine Fantasystory oder einen historischen Roman lese.
Ich habe bei Seite 256 abgebrochen - tut mir leid! Ich wollte es wirklich mögen! Macht euch aber bitte selbst ein Bild, wenn ihr das Buch lesen möchtet.


Das Mädchen aus Brooklyn - Guillaume Musso



    • Broschiert: 496 Seiten
    • Verlag: Pendo (2. Juni 2017)
    • Übersetzer: Eliane Hagedorn, Bettina Runge
    • ISBN-10: 386612421X
    • ISBN-13: 978-3866124219
    • Originaltitel: La Fille de Brooklyn
    • Genre: Spannungsroman, Gegenwartsliteratur


Pendo Kurzbeschreibung: 
Raphaël ist überglücklich, in wenigen Wochen wird er seine große Liebe Anna heiraten. Aber wieso weigert sie sich beharrlich, ihm von ihrer Vergangenheit zu erzählen? Während eines romantischen Wochenendes an der Côte d’Azur bringt Raphaël sie dazu, ihr Schweigen zu brechen. Was Anna dann offenbart, übersteigt alle seine Befürchtungen. Sie zeigt ihm das Foto dreier Leichen und gesteht: »Das habe ich getan.« Raphaël ist schockiert. Wer ist die Frau, in die er sich verliebt hat? Doch ehe Anna sich ihm erklären kann, verschwindet sie spurlos. Raphaël bittet seinen Freund Marc, einen ehemaligen Polizisten, um Hilfe. Gemeinsam setzen sie alles daran, seine Verlobte wiederzufinden – der Beginn einer dramatischen, atemlosen Suche nach der Wahrheit, die sie bis in die dunklen Straßen von Harlem und Brooklyn führt.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge 

Meine Meinung:
Die letzten beiden Romane des Autors haben mir leider - vorallem wegen dem Ende -  nicht wirklich zugesagt, obwohl die Handlung spannend erzählt wurde. Nun war ich schon neugierig, wie es mir mit dem neuen Roman "Das Mädchen aus Brooklyn"  ergehen wird.
Gleich vorweg: Meine Gefühle sind zwiespältig! Mit dem Ende war ich diesmal zufrieden, auch wenn der Autor auf den letzten hundert Seiten etwas über die Stränge geschlagen hat, konnte ich gut mit dem Finale leben. Der Spannungsaufbau war wirklich hoch und schon zu Beginn der Geschichte wurde man mitten ins Geschehen geworfen. Der Handlungsverlauf erinnert eher an einem Thriller, als an einem Roman. Trotzdem gibt es einige Kritikpunkte meinserseits.

Unser Protagonist Raphaël ist Autor von Kriminalgeschichten und Vater eines kleinen Sohnes. Die Mutter des Kindes hat ihn verlassen und hat Theo bei ihm zurückgelassen. Seitdem hat er keinen Satz mehr auf Papier gebracht und das Vertrauen in die Frauen verloren. Doch als er Anna kennenlernt, weiß er, dass sie die Richtige ist. Kurz vor der Hochzeit möchte er das volle Vertrauen zwischen ihnen herstellen. Er wünscht sich, dass sie alle Geheimnisse miteinander teilen. Als Anna ihm ein Foto mit drei verbrannten Leichen zeigt und sagt: "Das habe ich getan" ist er entsetzt und verlässt das Hotel. Sehr schnell erkennt Raphaël, dass er zu voreilig war. Er möchte Antworten und kehrt zurück, doch das Zimmer ist verwüstet und Anna spurlos verschwunden.....

Mit der Hilfe seines Freundes Marc, einem ehemaligen Polizisten, macht sich Raphaël auf die Suche nach Anna und erlebt sehr schnell die nächste Überraschung. Und das ist nicht die Letzte! Raphaël hat aber auch das Gefühl, dass seine Verlobte in Schwierigkeiten steckt. Es beginnt ein spannendes Katz und Maus Spiel quer durch Frankreich und New York....

Durch den fulminaten Start hat man anfangs leider nicht wirklich genug Zeit die beiden Protagonisten Anna und Raphaël richtig kennenzulernen und ihre Charaktere einzuordnen. Es scheint als wäre dies auch die Absicht des Autors gewesen, denn die Spannungskurve wird damit angehoben. Als Leser weiß man nicht, wie man Anna einordenen soll - jene Frau, die kurz vor der Hochzeit ihren Verlobten ein Foto zeigt, das drei verbrannte Leichen zeigt und dazu "Das habe ich getan" sagt. Natürlich ist dies ein Schock für den zukünftigen Ehemann...aber läuft man sofort danach weg ohne nachzufragen? Zeigt man überhaupt ein derartiges Foto her und spricht diesen Satz aus? Eher nicht.....

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Raphaël oder Marc erzählt. Der Leser steht auf einer Stufe mit den Beiden und man bleibt lange im Unklaren, was Anna verbirgt. Marc, der ehemalige Polizist, lässt seine Verbindungen spielen, um an der Aufklärung ihres Verschwindens mitzuwirken. Raphaël versucht inzwischen in Brooklyn mehr über Annas Vergangenheit herauszufinden.
Trotz des etwas konstruiert und unglaubwürdigem Auftaktes, verfolgt man voller Spannung die Suche von Raphaël und Marc, die von der Côte d’Azur nach Paris und schlussendlich nach New York führt. Dabei hat Guillaume Musso unerwartete Wendungen eingebaut. So war auch die erste Hälfte absolut spannend zu lesen und hat mich wirklich an das Buch gefesselt. Musso beherrscht seinen Beruf, denn er beendet jedes seiner Kapitel mit einem kleinen Cliffhanger. Dadurch kann man das Buch kaum aus den Händen legen.
Die Charaktere bekommen im Laufe der Geschichte immer mehr Gesicht und werden greifbarer. Nach und nach fügt sich auch das Bild rund  um Anna zu einem Ganzen. Ein Ergebnis, das mir gefallen hat!

Kommen wir nun aber zu den eher negativen Fakten der Geschichte. Im letzten Drittel hat es der Autor etwas übertrieben. Musso wollte anscheinend noch mehr Action reinbringen und hat weitere Wendungen und Abläufe in die Geschichte gequetscht, die mit der Zeit immer konstruierter und unglaubwürdiger wirken. So  beginnt man leider öfters mit dem Kopf zu schütteln und fragt sich, was sich der Autor dabei gedacht hat. Mit dem Ende war ich teilweise zufrieden. Positiv für mich war diesmal, dass es kein mystisches Drumherum gab und ich wie in seinen letzten beiden Roman zutiefst enttäuscht das Buch zugeklappt habe. Ebenso werden auch alle losen Fäden verknüpft und es bleiben keine Fragen offen, aber die letzten hundert Seiten sind einfach zu konstruiert. 

Noch eine Frage musste ich mir stellen: Ob Musso wohl Vater ist? Wenn ja, dann scheint er nicht oft zu Hause zu sein. Oder er übernimmt die Kinderbetreuung nur für kurze Zeit, denn der kleine Theo ist wohl das bravste Kind überhaupt. Außer, dass er pausenlos im Hochstuhl sitzt und isst und glückselig lächelt, quängelt Theo kaum und macht keinerlei Probleme. Wo gibt es so ein pflegeleichtes Kleinkind??? Ich habe noch keines getroffen!

Und noch eine kleine Anmerkung: Anna ist übrigens dunkelhäutig. Der Verlag hat allerdings auf dem deutschen Cover eine weiße Frau dargestellt.

Wie bereits oben angesprochen lässt mich der Roman mit zwiespältigen Gefühlen zurück. Es liest sich wahnsinnig spannend und die Idee ist großartig. Doch vieles ist zu konstruiert und ich hatte das Gefühl der Autor wollte einfach zuviel in seinen Roman quetschen. Meine Erwartungen wurden daher nicht ganz erfüllt.

Schreibstil:
Der Schreibstil ist wie in allen Musso Romanen sehr flüssig und temporeich. Man liest zügig durch die Geschichte und möchte das Buch kaum aus der Hand legen. Guillaume Musso versteht Spannung aufzubauen und den Leser notfalls mit kleinen Cliffhangern bei der Stange zu halten - was er überhaupt nicht notwendig hat! Unerwartete Wendungen und rasche Perspektivenwechsel sorgen für ein hohes Spannungslevel.

Cover:


Wow...soo viele unterschiedliche Cover habe ich gefunden! Man sieht, dass der Autor wirklich weltweit veröffentlicht wird!
Ganz links könnt ihr die beiden französischen Cover sehen, wobei ich das Zweite sehr schön finde. 
Danach kommt das Cover aus Kroatien, Rumänien und Polen

Ganz toll finde ich das erste Cover, das aus Vietnam stammt! Danach zwei Cover aus Serbien. 

Fazit:
Die Geschichte hat einen sehr interessanten Plot und ist sehr spannend geschrieben. Dennoch beendete ich den Roman mit geemischten Gefühlen. Vorallem im letzten Drittel wirkt Vieles zu unglaubwürdig und ich hatte das Gefühl der Autor möchte unbedingt noch ein paar Wendungen hineinquetschen, die aber zu konstruiert wirken. Wegen dem rasanten Verlauf und der hohen Spannung vergebe ich noch schwache 4 Sterne.

Vierundzwanzig Stunden - Guillaume Musso



    • Broschiert: 384 Seiten
    • Verlag: Pendo (1. Juni 2016)
    • ISBN-10: 3866124015
    • ISBN-13: 978-3866124011
    • Originaltitel:  L'instant présent 
    • Genre: Roman


Pendo Kurzbeschreibung: 
Lisa träumt von einer Karriere als Schauspielerin. Um sich ihr Studium zu finanzieren, arbeitet sie in einer Bar in Manhattan. Dort macht sie eines Abends die Bekanntschaft eines faszinierenden, aber rätselhaften Mannes: Arthur Costello. Der junge Arzt hat eine ungewöhnliche Bitte: Lisa soll ihm dabei helfen, als Krankenschwester verkleidet seinen Großvater aus der Psychiatrie zu befreien. Sie lässt sich auf das Abenteuer ein. Zwar gelingt die nächtliche Aktion, doch verliert sie Arthur dabei aus den Augen. Erst ein Jahr später soll sie ihm wieder begegnen, aber diesmal ist sie es, die seine Hilfe braucht. Aus den beiden wird ein Liebespaar. Bald stellt sich heraus, dass Arthur kein Mann ist wie jeder andere. Er offenbart ihr sein schreckliches Geheimnis, und von nun an kämpfen beide gemeinsam gegen einen unerbittlichen Feind - die Zeit ...

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Die Bücher von Guillaume Musso vermitteln oft den Eindruck eines Liebesromanes, doch dem ist überhaupt nicht so. Ich würde sie eher als Spannunsgromane bezeichnen, wobei einige seiner Geschichten auch ein bisschen mit Mystik oder Fantasy gewürzt sind. Auf jeden Fall gleicht keine Geschichte der anderen und das ist alleine oft schon eine Garantie für spannende Lesestunden.
So denkt man auch bei "Vierundzwanzig Stunden" sofort an Zeitreise, denn unser Protagonist Arthur erlebt 24 Jahre in 24 Stunden. Wie das?

Anmerken möchte ich noch, dass der Klappentext etwas irreführend ist, denn der Hauptprotagonist des Romans ist Arthur und nicht Lisa.

Arthur's Vater ist ein reicher und kaltherziger Mann. Schon als Kind erklärt er seinem Sohn mit einem brutalen Exempel Niemandem zu vertrauen. Noch zu Lebzeiten vermacht er seinen Kindern all seinen Reichtum, wobei Arthur nur einen alten Leuchtturm und das Grundstück, auf dem dieser steht, erhält. Aber auch dieses Erbe ist mit einem Versprechen verbunden: Arthur darf den Leuchtturm niemals verkaufen und keinesfalls die zugemauerte Tür im Keller öffnen. Wie wohl 99% von uns, denen gesagt wird, man darf etwas auf keinen Fall tun, siegt auch bei Arthur die Neugierde und er öffnet die Tür. Danach ist nichts mehr, wie es war und Arthurs Leben steht auf dem Kopf.

Der Einstieg in den Roman ist zuerst eher ruhig und man ist gespannt, was passiert, als Arthur die Tür im Keller des Leuchtturmes öffnet. Danach geht es rasant weiter und man kann nicht aufhören zu lesen, da man der Lösung immer mehr entgegen fiebert.
Natürlich weiß man bei "Vierundzwanzig Stunden", dass hier etwas nicht mit rechten Dingen zugehen kann, wenn unser Protagonist Arthur plötzlich vierundzwanzig Jahre in vierundzwanzig Stunden erlebt. Diese Zahl begleitet dem Leser die ganze Geschichte hindurch und ist der eigentliche rote Faden des Romans.
Während man es kaum erwarten kann, was Arthur bei seiner nächsten Zeitreise erlebt und was dahinter steckt, lernen wir Lisa, seine große Liebe, und seinen Großvater Sullivan kennen. Beide Charaktere sind äußerst liebenswert, haben ihre Stärken und Schwächen und stecken voller Überraschungen. Auch unseren Hauptprotagonisten mochte ich, auch wenn er sich im letzten Drittel des Romans eher negativ entwickelt hat.

Ich habe nun schon einige Bücher des Autors gelesen und meistens konnte ich sie kaum aus der Hand legen. Nur mit dem Schluss hatte ich das eine oder andere Mal Probleme, wie auch hier. Während ich das Ende bei "Sieben Jahre später" nur absurd fand, war es bei "Nachts im Park" für mich nicht zur restlichen Handlung passend. Nur "Nachricht von dir" gefiel mir als Ganzes wirklich sehr gut. Und das ist wirklich schade, denn der Schreibstil ist so lebendig und fesselt ungemein. Auch die Geschichten, die sich der Autor ausdenkt, sind immer wieder anders und ähneln sich nicht und dann kommt das Ende....und ich bin wieder enttäuscht.
Diesmal war das Ende für mich auch nicht wirklich überraschend. Ich kenne ähnliche Geschichten und mir fehlte das Aha-Erlebnis oder eben auch einer meiner Gedanken, die ich bei seinen anderen Romanen hatte. Hier war mir das Ergebis zu simpel....

Bei diesem Roman muss ich allerdings dem Autor auch zuerkennen, dass das Ende nachdenklich macht und die Leser wirklich etwas zwiegespalten zurücklässt - ja, sogar in zwei Lager teilt. Denn der Kern seiner Aussage trifft besonders auf unsere heutige schnelle Zeit zu: Man soll die Kostbarkeit jeder einzelnen Minute seines Lebens genießen.

Schreibstil:
Guillaume Musso's Schreibstil ist einnehmend, temnporeich und fesselt ungemein. Man kann kaum aufhören zu lesen und man lebt und liebt mit den Figuren mit. Die Kapitel sind eher kurz gehalten.

Cover:

Rechts das französische Origina- und links das niederländische Cover. Auf beiden, wie auch auf dem deutschen Titelbild, ist eine Frau abgebildet, obwohl unser Protagonist männlich ist. Der Leuchtturm ist auf dem eindeutig schöneren Cover der niederlädischen Ausgabe zu sehen und doch passt dieses ebenso wenig, wie alle anderen.....


Fazit :
Wieder ein spannender und temporeicher Roman mit einem sehr interessanten Plot, dessen Ende mich aber wiederum etwas enttäuscht zurückgelassen hat.


Straße der Schatten - Jennifer Donnelly




    • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
    • Verlag: Pendo (9. November 2015)
    • ISBN-10: 3866123981
    • ISBN-13: 978-3866123984
    • Originaltitel: These Shallow Graves 
    • Genre: Historischer Roman, historischer Krimi


Pendo Kurzbeschreibung: 
1890, New York City. Für Josephine Montfort, die aus einer wohlhabenden New Yorker Handelsfamilie stammt, scheint das Leben vorgezeichnet: Nach der Schule eine arrangierte Ehe, Kinder und ein ruhiges, häusliches Leben. Aber Josephine hat andere Pläne: Sie möchte als Journalistin auf das Leben der weniger Privilegierten aufmerksam machen. Doch eine Familientragödie reißt sie jäh aus ihren Träumen – ihr Vater stirbt zu Hause durch seine eigene Waffe. Josephine glaubt nicht an einen Unfall und der attraktive Journalist Eddie Gallagher bestärkt sie in ihrem Verdacht. Zu zweit beginnen sie eine Spurensuche, die sie in die zwielichtigsten und gefährlichsten New Yorker Viertel führt – und setzen dabei ihr eigenes Leben aufs Spiel …

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:

Jennifer Donnelly gehört seitdem ich die "Rosen-Trilogie" gelesen habe, zu meinen Lieblingsautorinnen. Auch ihr neuerster historischer Krimi "Straße der Schatten", den ich gemeinsam mit der lieben Hibi und der lieben Klusi gelesen habe, hat mich wieder überzeugt.

"Straße der Schatten" ist ein historischer Roman mit Krimieinfluss. Die Protagonistin Josephine Montfort ist eine junge und sehr mutige Frau, die aus einer angesehen New Yorker Handelsfamilie stammt. Es ist die Zeit kurz vor der Jahrhundertwende und Frauen aus den höheren Schichten werden dazu erzogen eine gute Partie zu machen. Josephine allerdings ist wissensdurstig und hat sich in den Kopf gesetzt Journalistin zu werden. Sie schreibt für die Schülerzeitung und versucht dabei über den Rand der Gesellschaftsschichten zu blicken und auf die weniger Privilegierten aufmerksam zu machen. Doch der Tod des Vaters zerstört ihre Träume. Josephine kann nicht glauben, dass sich ihr Vater umgebracht hat und beginnt auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen. Eine große Hilfe ist ihr dabei der Zeitungsreporter Eddie Gallagher, der beim Standard arbeitet. Dieses Unternehmen gehört ebenfalls den Montforts und Eddie hat ganz ähnliche Gedanken wie Jo. 

Jennifer Donnelly versteht es, die damalige Zeit und die Zwänge der Frauen, wunderbar darzustellen. Josephine ist eine beherzte junge Frau, die gut behütet in ihren Kreisen aufwächst und oft ziemlich naiv an ihre Nachforschungen herangeht. Sie möchte frei sein, was man auch aus diesem Satz herauslesen kann:

"Wir sind dumme Fräuleins. Bedauernswerte Niemande. Allein dürfen wir nirgendwo hingehen..." - Seite 11

Aber ohne der Hilfe von Eddie und ein paar Zufällen, wäre so manche Situation für Jo böse ausgegangen, denn die Beiden sind vorallem in den dunklen Ecken von New York unterwegs. So lernt Josephine auch Eddie etwas besser kennen und verliebt sich in den Reporter, dabei ist sie doch mit Bram Aldrich so gut wie verlobt. Aber nicht nur Eddie, sondern auch die Taschendiebin Fay, sowie Oscar Rubin, der im Leichenschauhaus arbeitet, werden gute Freunde und helfen ihr bei der Suche nach der Wahrheit rund um den Tod des Vaters. Doch es scheint, als hätten die Beiden mit ihren Nachforschungen zu viel Staub aufgewirbelt, denn bald stehen sowohl Eddie, als auch Jo im Fokus des Täters, der alles daran setzt sie aufzuhalten......

Der Autorin gelingt es die Spannung immer weiter aufzubauen und lässt dabei viel über die verschiedenen Gesellschaftsschichten in die Krimihandlung einfließen. Dabei sind alle Charaktere bis zur kleinsten "Nebenrolle" ganz wunderbar und bildhaft ausgearbeitet und beschrieben - sie leben einfach! Sie sind weder nur schwarz oder nur weiß, sondern haben sowohl gute, als auch schlechte Seiten. Oftmals ist das äußere Erscheingungsbild ein ganz anderes, als tatsächlich dahinter steckt....
Auch Jo entwickelt sich weiter und lernt, wie das Leben abseits ihres gut behüteten Familienlebens aussieht.
Tempo und Spannung bauen sich im Laufe der Handlung immer mehr auf. Im letzten Abschnitt beginnt man bereits zu ahnen wer der Bösewicht sein könnte, doch die Autorin überrascht die Leser mit einer ungeahnten Wendung und toppt die Spannung noch einnmal.
Dass es zu keinen fünf Sternen reicht, liegt daran, dass mir doch einige Passagen zu konstruiert erschienen sind und ein paar Klischees bedient werden....trotzdem ein wunderbares Lesevergnügen!

Schreibstil:
Das Jennifer Donnelly schreiben kann, weiß ich schon lange. Auch in ihrem Roman "Straße der Schatten"  versteht sie es großartig, den Figuren Leben einzuhauchen und die düstere Stimmung der dunken Ecken New Yorks einzufangen. Der Schreibstil ist flüssig und fesselnd, dabei aber auch detailreich und emotional.

Fazit :
Der Roman ist eine gelungene Mischung aus Krimi, Abenteuer, historischem Roman mit einem kleinen Schuss Romantik. Ein tolles Lesevergnügen, welches jedoch nicht ganz an die Rosentrilogie heranreicht.


Die Stille unter dem Eis - Rachel Weaver



    • Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
    • Verlag: Pendo (5. Oktober 2015)
    • ISBN-10: 3866123973
    • ISBN-13: 978-3866123977
    • Originaltitel: Point of Direction
    • Genre: Gegenwartsliteratur


Pendo Kurzbeschreibung:
Anna trampt durch Alaska. Als der junge Fischer Kyle sie auf der Straße aufsammelt und in seinem Pick-up mitnimmt, merken die beiden schnell, dass sie viel gemeinsam haben: Ihre Liebe zur wilden, einsamen Landschaft Alaskas, ihren starken Drang nach Unabhängigkeit und Abenteuer. Sie werden ein Liebespaar. Als man ihnen anbietet, den Winter in einem abgelegenen Leuchtturm auf einem kleinen Felsen vor der Küste Alaskas zu verbringen, stimmen sie zu. Seit der letzte Leuchtturmwärter zwanzig Jahre zuvor auf mysteriöse Weise verschwand, hat dort niemand mehr gewohnt. Das perfekte Abenteuer für das junge Paar. Doch in der Einsamkeit der Wildnis und dem immer gnadenloser hereinbrechenden Winter Alaskas wird mehr und mehr klar, dass beide ihre Geheimnisse voreinander haben ...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Durch die Jahreszeiten Challenge

Meine Meinung:
Den Klappentext fand ich zwar interessant, jedoch so richig weit oben auf meiner Wunschliste befand sich der Roman von Rachel Weaver nie. Die guten Bewertungen und der Tipp einer Bloggerfreundin ließen mich "Die Stille unter dem Eis" aus der Bücherei mitnehmen und ich kann sagen, ich habe es nicht bereut. Hinter diesen 288 Seiten steckt eine wunderbare Geschichte voller Intensivität. Ein Debütroman - kaum zu glauben!
Durch den Klappentext konnte ich das Buch nicht klar zuordnen und erwartete mir mehr einen Spannungsroman oder Krimi, was jedoch nicht ganz der Fall ist. Hier geht es um Abenteuer, Vergangenheitsbewältigung und man erlebt "hautnah" die rauhe Wildnis von Alaska.

Anna ist trampend auf dem Weg nach Alaska, als sie Kyle, ein Fischer, in seinem Pick-up mitnimmt. Aus der zuerst etwas distanzierten Haltung zueinander wird bald Sympathie. Beide Menschen sind Abenteurer und leben im Einklang mit der Natur. Anna als Eiskletterin und Kyle als Fischer. So entsteht zwischen den Beiden eine Freundschaft und in  der Folge so etwas wie Liebe. Nur langsam nähern sich die Beiden an, die sich durch ihre inneren Verletzungen nur schwer anderen gegenüber öffnen. Da kommt ihnen das Angebot für neun Monate im Leuchturm von Hibbler Rock, der seit Jahren nicht mehr bewohnt wurde, zu leben und diesen zu warten, gerade recht. Dies soll der geeignete Platz sein, um unabhängig voneinander ihre eigenen Traumata aufzuarbeiten.

In dieser Zeit erleben Anna und Kyle, wie die vollkommene Einsamkeit und ein auf sich selbst gestelltes Leben abgeschnitten von jeglicher Zivilisation, sich in ihre Seele einnistet. Es ist ein Leben, bei dem sie nur auf sich selbst gestellt sind. Menschlichen Kontakt gibt es nur über ein Funkgerät und alle zwei Wochen fährt die Wasserpolizei  als Routinecheck einmal an der Insel vorbei. Während sich Anna anfangs gut einlebt und besser mit der Einsamkeit umgehen kann, wird Kyle immmer seltsamer und Anna erkennt, wie wenig sie eigentlich voneinander wissen. Als immer wieder ein fremder Mann in einem Boot vor dem Leuchtturm auftaucht, eskaliert die Situation eines Tages....

Dieser Roman ist sehr leise, hat aber eine stille Dramatik. Durch die isolierten Lebensumstände holt das Unausgesprochenen die Beiden bald ein. Während Anna's Alptraum sich im Laufe der Geschichte mit Rückblenden in die Vergangenheit für den Leser schneller erschließt, bleibt Kayle's Geheimnis für längere Zeit undurchschaubar. Erst im letzten Drittel wird dieses gelüftet. Der Roman hat aber keinerlei kriminellen Komponente, sondern hier geht es vorallem um den Kampf gegen Schuldgefühle und Einsamkeit. Es geht um Liebe und Freundschaft, um menschliche Gefühle und den Kampf gegen die Natur und Verletzungen der Seele.

Schreibstil:
Die Geschichte wird aus der Sicht von Anna in der Ich-Perspektive erzählt. Der Schreibstil ist eher nüchtern und sachlich, trotzdem sehr atmosphärisch und dramatisch. Die Autorin versteht es sehr gut die wunderbaren Landschaftsbeschreibungen gekonnt mit der Geschichte zu verknüpfen. Man erkennt ihre Liebe zu diesem rauhen Fleckchen Erde und der Fischerei. Die Natur Alaskas spielt eine große Rolle, denn Anna und Kyle müssen sich dieser komplett ausliefern, sowohl in den Abschnitten aus Annas Vergangenheit, als auch in der Gegenwart auf Hibblers Rock.

Cover:

Titel und Cover passen im Original viel besser zur Geschichte, auch wenn das deutsche Cover eindeutig schöner ist. Hier sieht man eine Insel und den Leuchtturm, den ich mir zwar anders vorgestellt hatte, aber die Stimmung wird hier besser eingefangen.
Auch den englischen Originatitel "Point of Direction" finde ich besser gewählt und passender.

Fazit:
Eine stille, aber eindringliche und atmosphärische Geschichte über Freundschaft, Schuld, Einsamkeit und Verletzungen der Seele. In der Mitte gab es für mich ein paar Längen, deshalb gibt es keine fünf Sterne, aber trotzdem eine Leseempfehlung.


 

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