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Caffè in Triest - Günter Neuwirth

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

     

    • Broschiert: 440 Seiten
    • Verlag: ‎ Gmeiner-Verlag; 2022. Edition (9. März 2022)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 383920111X
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3839201114
    • Genre: Historischer Krimi
    • Reihe: ja- Band 2 um Inspector Bruno Zabini



Gmeiner Kurzbeschreibung:
In der Stadt an der Adria gelingt Jure Kuzmin der Aufstieg vom einfachen Seemann zum Kaffeeimporteur. Als er sich in die Tochter eines Triester Großhändlers verliebt, macht er sich den Dandy Dario Mosetti zum Feind. Um seinen Nebenbuhler loszuwerden, ersinnt Dario einen perfiden Plan. Doch sein Vorhaben entfesselt einen Bandenkrieg und Inspector Bruno Zabini muss einschreiten. Dabei gestaltet sich sein Privatleben dieser Tage äußerst turbulent.

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Bruno Zabini, Inspector im kaiser-königlichen Polizeiagenteninstitut in Triest ermittelt wieder. Ich habe bereits letztes Jahr den ersten Band "Dampfer ab Triest" gelesen, der mich sehr gut unterhalten hat.
Triest ist ein Schmelztiegel verschiedener Nationalitäten. Das führt bei manchen Einwohnern der österreich-ungarischen Hafenstadt zu Rivalitäten und rassistischen Äußerungen.
Der junge und ehrgeizige Slowene Jure Kozim möchte in Triest einen florierenden Kaffeehandel ins Leben rufen. Seine innovativen Ideen kommen gut an und er findet schnell Unterstützung bei einem Triester Großhändler. Dabei lernt er die Tochter seines Gönners näher kennen und verliebt sich in sie. Doch Jure rechnet nicht mit einem Nebenbuhler. Dario Mosetti, wohlhabender Sohn und Dandy, sieht für seine angebetete Emma nur einen Italiener als zukünftigen Ehemann: sich selbst. Dabei übersieht er, dass seine Angebetete absolut kein Interesse an ihm hat. Um seinen Rivalen loszuwerden, ersinnt er einen perfiden Plan, der jedoch außer Kontrolle gerät....

Günter Neuwirth hat mit seinem zweiten Teil um Inspector Zaboni wieder ein historisch perfektes Sittengemälde geschaffen. Zu Beginn erleichtert ein Personenregister Neueinsteigern, wie auch "Nachfolgelesern", den Einstieg.
Kommen wir gleich zu meiner Kritik, um danach von den positiven Dingen zu sprechen.
In diesem zweiten Band der Trilogie steht nicht nur die Familie Kozim, sondern vorallem Brunos kompliziertes Liebesleben im Vordergrund. Bruno lebt seine Affären mit zwei verheirateten Frauen voll aus und der Leser wird dabei immer mitgenommen. Dieses Hin und Her nimmt leider der Geschichte jede Menge Spannung. 

Absolut gelungen ist dem Autor hingegen wieder die bildhafte Beschreibung des historischen Ambientes der Hafenstadt und Wirtschaftsmetropole Triest. Die gesellschaftlichen und politischen Spannungen sind durch jede Zeile spürbar und man fühlt direkt wie es unter der Oberfläche brodelt. Ebenfalls bekommt man Zutritt zu verschiedenen Gesellschaftsschichten der damaligen Zeit. Gefallen haben mir auch die interessanten wirtschaftlichen Neuerungen im Schiffsbau oder der letzte modische Schrei: die Armbanduhr für den Herren.

Die der Zeit angepasste und detaillierte Sprache führt den Leser direkt zurück in die k.und k. Zeit der Donaumonarchie. Italienische und antiquierte Ausdrücke, sowie Austriazismen bilden dabei eine große Rolle. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und werden nicht nur aus Brunos Sicht, sondern auch aus der des Täters, des Opfers oder anderer Personen erzählt. 

Auf dem Cover steht zwar wieder Roman und nicht historischer Krimi, aber ich habe mir nach dem spannenden ersten Band hier ähnliches erwartet. Der Kriminalfall nimmt diesmal allerdings erst im letzten Drittel an Fahrt auf, was für mich eindeutig zu spät war.

Fazit:
Ein wunderbares Sittengemälde der k.uk. Monarchie, atmosphärisch, aber für mich fehlte es großteils an Spannung. Außerdem gab es für mich zu viele Längen. Erst im letzten Drittel bringt ein fesselndes Finale wieder Schwung in den historischen Krimi/Roman. Trotz der Kritik bin ich schon gespannt auf den dritten und letzten Teil der Trilogie.

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar

Die Reihe um Inspector Bruno Zabini:

  1. Dampfer ab Triest  *Rezi*
  2. Caffè in Triest

Dampfer ab Triest - Günter Neuwirth

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Taschenbuch: 471 Seiten
    • Verlag: Gmeiner-Verlag; 2021. Edition (10. März 2021)
    • ISBN-10 : 383922800X
    • ISBN-13 : 978-3839228005
    • Genre: Historischer Krimi



Gmeiner Kurzbeschreibung:
Inspector Bruno Zabini ist ein wahrer Triestiner, er spricht mehrere Sprachen und liebt Kaffee. Seine Heimatstadt Triest ist für die Donaumonarchie der »Hafen zur Welt«. Als Bruno den Befehl erhält, zum Schutz des Grafen Urbanau an Bord des Kreuzfahrtschiffs »Thalia« zu gehen, ist er nicht erfreut. Viel lieber hätte er ein paar schöne Tage mit seiner Geliebten verbracht. Inkognito begibt er sich auf das Schiff und mischt sich unter die illustren Fahrgäste. Denn einer unter ihnen trachtet dem Grafen nach dem Leben …

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Günter Neuwirth entführt uns mit seinem neuen historischen Roman zurück ins Jahr 1907. Österreich-Ungarn unter Kaiser Franz Josef hat mit Triest seinen Zugang zum Meer und die Hafenstadt erlebt einen großen Aufschwung. Im Hafen liegt die "Thalia", das erste Dampfvergnügungsschiff. Das umgebaute Linienschiff soll erstmals zu einer Mittelmeer-Kreuzfahrt aufbrechen. Nachdem im Hafen ein Attentat auf Graf Maximilian von Urbanau verübt wurde, dessen Leben aber verschont geblieben ist, soll der 1. Polizeikommandant Bruno Zabini als Schiffsbauingenieur der Lloyd aufs Schiff geschleust werden. Er soll für den Schutz des Grafen und seiner Tochter, Komtess Carolina Sylvia von Urbanau, sorgen. Unter den gut betuchten und illustren Passagieren aus den gehobenen Gesellschaftsschichten muss sich auch der Täter befinden....

Günter Neuwirth hat mit "Dampfer ab Triest" ein perfektes historischen Sittengemälde geschaffen. Zu Beginn findet man ein Personenregister, das den Einstieg etwas erleichtert.
Die der Zeit angepasste und detaillierte Sprache führt den Leser direkt zurück in die k.und k. Zeit der Donaumonarchie. Eine ähnlich "leicht antiquierte Schreibweise" habe ich zuletzt bei Uta Seeburgs historischen Roman "Der falsche Preuße" genossen. Dadurch wirkt der Roman noch authentischer und sehr atmosphärisch.
Die illustren Gäste auf dem Dampfer machen es Bruno Zabini nicht unbedingt leichter. Das Leben an Bord ist ein Spiegelbild der damaligen Gesellschaft und er fühlt sich reichlich fehl am Platz. Einzig sein Charme, der bei den Frauen überaus gut ankommt, lässt ihn gesellschaftlich nicht deplaziert wirken. Die zahlreichen Figuren sind vielschichtig und bieten jede Menge Unterhaltungswert.
Da ist zum Beispiel die überaus neugierige Reiseschriftstellerin Theres Wundrak, eine bereits sehr emanzipierte Frau, die alles hinterfragt und ihm ziemlich bald auf die Schliche kommt. Die Komtess macht es ihm ebenfalls nicht leicht sie zu überwachen. Carolina hat ihren Liebhaber ein Schiffsticket bezahlt, damit er ebenfalls an Bord gehen kann. Der arme Theatherkünstler wäre wohl nicht wirklich im Sinne des Herrn Papa. Aber auch der Graf selbst ist nicht erfreut über die Bespitzelung durch einen Inspector. Er ist sich der Gefahr in der er schwebt nicht bewusst...

Der Autor amüsierte mich des öfteren mit interessanten Tischgesellschaften und sehr eigenwilligen Damen. Bruno ist ein sehr moderner Mann, der sich den neuesten Kriminaltechniken widmet. Er hat stets sein Köfferchen dabei, mit dem er Fingerabdrücke nehmen kann. Damals eine Revolution! Ebenso setzt er sich dafür ein, dass am Tatort fotografiert und keine handschriftliche Skizze angefertigt wird. Auch der Emanzipation der Frau steht er offen gegenüber, doch selbst heiraten möchte er nicht. Er liebt seine "Gspusi's" mit verheirateten Frauen.
Die farbenprächtigen Beschreibungen der Schauplätze und die unbekannten Ortsnamen haben mich neugierig gemacht. Nur bei Pola und Konstantinopel wusste ich, dass sich das istrische Pula und das türkische Istanbul dahinter verbirgt. Bei Smyrna, Mykene und Argos musste ich googeln...
Auch die politischen Hintergründe des damaligen Vielvölkerstaates und die bereits leicht brodelnde Stimmung unter den Menschen ist spürbar.

Durch die sehr detaillierten Personen- und Landschaftsbeschreibungen, den politischen Hintergründen und die Probleme des Vielvölkerstaates, kam der eigentliche Krimi ein bisschen zu kurz. Ihm fehlte es in der Mitte ein bisschen an Spannung, was der Autor jedoch mit einem überraschenden Finale wettgemacht hat.

Am Ende schreibt Günter Neuwirth in einem längeren Nachwort über die historischen Hintergründe, über die Bedeutung Triests, der Schifffahrt und dem Begründer der Kriminalistik, Hans Gross.

Fazit:
Ein sehr atmosphärischer historischer Krimi, der das Flair der Donaumonarchie und der gesellschaftlichen Standesdünkel perfekt übermittelt. Durch den sehr detaillierten Schreibstil hat der Krimi kleine Längen, hat mich aber trotzdem sehr gut unterhalten. Ich hoffe, es wird noch weitere Fälle für Inspector Bruno Zabini geben.  

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag und an Lovelybooks für das rezensionsexemplar, sowie an den Autor für die nette Begleitung der Leserunde


In der Hitze Wiens - Günter Neuwirth




    • Taschenbuch: 347 Seiten
    • Verlag: Gmeiner-Verlag; Auflage: 2019 (17. April 2019)
    • ISBN-10: 3839224071
    • ISBN-13: 978-3839224076
    • Genre: Krimi, Regionalkrimi

 
Gmeiner Kurzbeschreibung:
Im sommerlichen Wien herrschen Habgier und Neid. Inspektor Hoffmann wird zur Villa eines betagten Hoteliers gerufen. Einbrecher haben den Hausbesitzer ermordet und wertvolle Gemälde gestohlen. Hoffmanns Ermittlungen gestalten sich schwierig, auch weil die Hinterbliebenen sich auffällig wortkarg geben. Welches Motiv steckt hinter der Gewalttat? Als einer der Einbrecher geschnappt wird, beginnt die Jagd nach seinem Komplizen.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Chefinspektor Wolfgang Hoffmann ermittelt in Günter Neuwirths Krimi bereits zum sechten Mal. Für mich war es der erste Krimi dieser Reihe, aber sicherlich nicht der letzte.

Es ist Hochsommer in Wien und die brütende Hitze macht den Polizeibeamten, die nicht gerade auf Urlaub sind, schwer zu schaffen. Die Städter treibt es aufs Land hinaus und eigentlich sollte es ruhig im Polizeirevier sein, als ein brutaler Raubmord im noblen Villenviertel am Schafberg geschieht. War es ein Einbruch, bei dem der Hausbesitzer überraschend störte? Oder war es Mord und man ließ die Tat wie einen Einbruch aussehen? Wolfgang Hoffmann hat so seine Zweifel, vorallem nach den Gesprächen mit den Hinterbliebenen. Beliebt war der achzigjährige Friedrich Asperger, ein ehemaliger Unternehmen, nicht wirklich....

Auch als Neuling der Reihe kommt man sehr gut in die Handlung. Es gibt drei verschiedene Handlungsstränge, die zunächst unzusammenhängend erscheinen. Diese werden vom Autor am Ende jedoch perfekt zusammengeführt.
Im ersten Handlungsstrang lernen wir die junge Thailänderin Tuki kennen, die von ihrem Ehemann in der gemeinsamen Wohnung eingeschlossen und überwacht wird. Moderne Sklavenhaltung par excellence...
Im zweiten Handlungsstrang lernen wir Hannes kennen, der nach seinem Gefängnisaufenthalt ein ehrbares Leben beginnen möchte. Er hat im Gefängnis einen Beruf erlernt und war als Schweißer in Thailand und im Orient tätig. Nun möchte er seinen verdienten Urlaub in Kroatien antreten. Dort trifft er auf Nadja, eine Kroatin, die in Wien lebt. Die Beiden verlieben sich, verlieren sich aber aus den Augen. Doch dann findet Hannes heraus, dass Nadja und er einen gemeinsamen Bekannten haben: Dragan, Nadjas Exmann und ehemaliger Häftling derselben Anstalt, in der Hannes einsaß.

Der Fall ist vielschichtig und es dauert länger, bis man als Leser, genauso wie die Ermittler, hinter all die Geheimnisse kommt. Die akribische Polizearbeit des sympathisches Teams hat mir gut gefallen. Selten liest man von guter Zusammenarbeit und ebensolcher Stimmung unter Ermittlern.Hier kommt es zu keinem Alleingang eines anderen Polizisten, der Karriere machen möchte, noch wird das BKA oder irgendein anderer höher gestellter Polizeiapparat miteinbezogen.
Es gibt einige Einblicke in das Privatleben von Wolfgang Hoffman, der nach schwerer Krankheit zurück in sein Team kommt. Hier wird auch ein bisschen auf den letzten Fall zurückgegriffen, aber nicht wirklich viel verraten, sodass man auch als Neueinsteiger getrost die vorherigen Bände, ohne gespoilert zu werden, lesen kann.
Der Autor hat die Dosis bezüglich privater Probleme der Ermittler, dem Lokalkolorit, wie Wiener Dialekt und die Begleitung durch die Wiener Straßen und Gassen genau richtig gehalten. Man befindet sich eindeutig in Wien, hat aber nicht das Gefühl, dass diese Sequenzen im Vordergrund stehen.

Obwohl es sich um einen Regionalkrimi handelt, kam bald echte Spannung auf, die bis zum Ende hin kontinuierlich anstieg.Die Kapitel sind kurz gehalten und verleiten zum "immer weiterlesen" ein. Das Ende ist gelungen und stimmig. Was will man mehr?

Fazit:
Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt, habe mitgebangt und mitgerätselt und kann "In der Hitze Wiens" eindeutig weiterempfehlen.
 

Vielen Dank an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar!
 

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