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Home Story - Cleo Konrad

    Die Bildrechte liegen beim Verlag


    • Taschenbuch: 512 Seiten
    • Verlag:‎ Lübbe, 1. Auflage  (29. Juni 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3757702050
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3757702052
    • Genre: Thriller



Lübbe Kurzbeschreibung:
Der Steingruberhof ist ein abgeschiedener Ort mit einer eingeschworenen Gemeinschaft, die nach ihren eigenen Regeln lebt. Als dort in einem flirrend heißen Sommer die Leiche einer Journalistin gefunden wird, fällt der Verdacht auf die Hofbewohner. Die junge Anwältin Eva soll ihnen helfen, denn als Tochter der charismatischen Gründerin hat sie früher selbst in der Kommune gelebt. Nach dreizehn Jahren kehrt sie zurück. Doch der Ort, der einst ihre Heimat war, erscheint ihr nun fremd. Was verheimlichen ihr die Menschen, die sie so gut zu kennen glaubte? Auf der Suche nach Antworten stößt Eva auf eine Mauer des Schweigens. Und je näher sie der Wahrheit kommt, desto klarer wird ihr: Dieser Hof verbirgt mehr als ein Geheimnis - und einen Mörder, der bereit ist, für seines zu töten ...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Dies ist mein erster Thriller von Cleo Konrad und mich konnte er von Beginn an begeistern. Wir befinden uns am Steingruberhof, einem ökologisch geführten Selbstversorgerhof, der ziemlich abgelegen liegt. Dort lebt eine eingeschworene Gesellschaft von Menschen, eine Kommune. Als eines Tages eine Investigativ-Journalisten dort herumschnüffelt und die Bewohner um ein Interview bittet, wird sie verjagt. Am nächsten Tag wird sie unweit des Hofes tot aufgefunden. Sehr schnell stehen die Bewohner unter Verdacht. Eva, die Tochter der Hofbesitzerin, wird als Anwältin nach jahrelanger Abwesenheit zu Hilfe geholt und kehrt eher widerwillig von München zurück in ihr ehemaliges Zuhause. Als Umweltanwältin hat sie nicht wirklich die Kenntnisse, wie eine Rechtsanwältin oder ein  Verteidiger. Trotzdem versucht sie zu helfen und stößt auf eine Mauer des Schweigens. Bald erkennt sie, dass die Menschen am Hof ein Geheimnis verbergen....

Der Thriller lebt vor allen von den starken Charakteren und der tollen Atmosphäre.
Obwohl zu Beginn sehr viele Figuren eingeführt werden, hatte ich sehr schnell ein Bild von jedem Einzelnen des Steingruberhofes. Die Charaktere sind nämlich sehr individuell und das macht sie einzigartig.
Den ökologischen Selbstversorgerhof führt Wilma in fünfter Generation. Sie ist die "übermächtige Hofmutter", die ein Herz für gescheiterte und hilfsbedürftige Existenzen hat. Dazu gehören das Hippiemädchen Blossom und ihr Mann Kai; der verletzte und sensible Teddy; seine kleine Schwester Toni, die immer die Ferien am Hof verbringt und gerne Detektiv spielt; die ehemalige Umweltaktivistin Katja, ihre Schwester Mel mit den Kindern; Heidrun, die größte Stütze von Wilma, deren drogenabhängiger Enkel Merlin; Irina, tschetschenischer Flüchtling und ihr Mann Ralph, Biologe und Imker.
Am Beginn des Thrillers findet man ein zusätzliches Personenregister. Ich habe es nicht benötigt, denn man merkt sich die einzelnen individuellen Charakter sehr schnell. Auch eine Karte des Hofes und der Umgebung ist abgedruckt.

Erzählt wird außerdem aus mehreren Perspektiven und zwar aus der Sicht von Wilma, Eva, Toni und Teddy. Dazwischen gibt es Einschübe in kursiver Schrift von einer Person, die gefangen gehalten wird. 
Besonders gut haben mir die Kapitel von Toni gefallen, die als Hobby-Detektivin eine relativ gute Spürnase hat und gut beobachtet. Dadurch gerät sie aber auch bald in große Gefahr. Ihre Kapitel hat die Autorin kindgerecht wiedergegeben, was manch anderen Autor:innen nicht immer authentisch gelingt. 

Der Umgang mit Wilmas Demenz wird von Cleo Konrad sehr einfühlsam dargestellt. Man erfährt sowohl Wilmas Gedanken dazu, als auch die Reaktionen ihres Umfeldes. Es macht Wilma jedoch zu einer unzuverlässigen Erzählerin.

Die Atmosphäre und das Setting ist absolut gelungen. Die flirrende Hitze und die Probleme wegen Ernteausfällen der Selbstversorger passten perfekt zur Hitzewelle, die bei uns herrschte, als ich das Buch gelesen habe. Man spürt den Zusammenhalt der Gemeinschaft, aber auch die unterschwellige Bedrohung. Als Leser ahnt man, dass der Mörder am Steingruber Hof leben muss. Dadurch gewinnt die Lage an Brillanz. Mit einigen überraschenden Twists hält die Autorin die Spannung und lässt mich meine Ideen immer wieder verwerfen. Bei einer Sache hatte ich allerdings den richtigen Riecher.
 
Der einzige Minuspunkt aus meiner Sicht ist die Länge. Die rund fünfhundert Seiten hätten problemlos gekürzt werden können, was der Spannung zusätzlich zugutegekommen wäre.

Fazit:
Ich fand den Thriller richtig gelungen, empfand ihn aber eher als Krimi. Bei der Leserunde gab es gemischte Meinungen, aber ich empfehle ihn wirklich sehr gerne weiter! Wer komplexe Geschichten und sehr charismatische Figuren mag, ist hier richtig.



Der Fjord - Sarah Goodwin

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 384 Seiten
    • Verlag:‎ Lübbe; 1. Auflage (27. April 2026)
    • Übersetzer: Michael Krug
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3404196643
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3404196647
    • Originaltitel: ‎ The Serial Killer's Party
    • Genre: Thriller


Lübbe Kurzbeschreibung:
Ein luxuriöses Anwesen an der norwegischen Küste - weißer Sand, kristallklares Wasser und ein atemberaubender Blick auf den Fjord. Als Amelia die Einladung zur legendären Sommerparty der Familie Fowley erhält, weiß sie: Das ist ihre Chance! Denn es war auf der Party der Fowleys im Vorsommer, als ihre Schwester Rose zum letzten Mal gesehen wurde. Getarnt als Freundin eines Gasts, dringt Amelia in die schillernde Welt der Reichen und Mächtigen ein. Wird sie hier endlich erfahren, was mit ihrer Schwester geschah? Doch je näher sie der Wahrheit kommt, desto gefährlicher wird ihr Spiel ...

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Von Sarah Goodwin habe ich bereits alle ihre auf deutsch übersetzten Thriller gelesen: Die Insel, das Resort und die Yacht. Sie haben mir sehr unterschiedlich gefallen und nicht immer war ich derselben Meinung bei den Bewertungen, wie andere Leserinnen. Das ist aber auch gut so, denn Geschmäcker sind verschieden.

Mit "Der Fjord" hat Sarah Goodwin einen weiteren spannenden Thriller geschrieben. Amelia Spencer ist Anwältin. Seit längerer Zeit gilt ihre jüngere Schwester Rose als vermisst. Als die Polizei die Suche einstellt, beschließt Amelia selbst nachzuforschen. Vor einiger Zeit hat sie im Haus von Rose eine mysteriöse Einladung zu einer Party in Norwegen gefunden. Die Fowleys haben dort am Fjord ein Luxusanwesen und laden jedes Jahr zu einer exzessiven dreitägigen Party ein. 
Amelia beschließt die Suche vor Ort zu betreiben. Sie ändert ihr Aussehen und wird zur Personal Trainerin. Tatsächlich gelingt es ihr, die Freundin von Ford Fowley zu werden Er ist der Cousin von Lawrence Foley, dem Besitzer des Anwesens. Ford nimmt sie zur nächsten Party bei den Fowleys mit - ein Jahr nachdem Rose diese besucht hat. Amelia hat genau drei Tage Zeit herauszufinden, was damals mit ihrer Schwester passiert ist und ob sie noch lebt....

Der Einstieg hat mir sehr gut gefallen. Danach wird das Tempo allerdings zurückgenommen und die Story wird langsam aufgebaut. Wir erfahren mehr über Amelias Beziehung zu Rose und wie sie ihre Nachforschungen plant. Als sie mit Ford am Anwesen der Fowleys ankommt, sind sie jedoch nicht im Haupthaus einquartiert, sondern in einer der diversen Gästehäuser. Amelia versucht in das gut gesicherte Anwesen einzudringen und mehr herauszufinden, während die erste Party startet..... 

Ab hier wurde es für mich ein bisschen unglaubwürdig. Amelias Eindringen ins Haupthaus, die seltsamen Dinge, die geschehen und niemand nimmt irgendwie Anstoß daran...selbst als Menschen sterben. Die Grundstimmung ist von großem Misstrauen geprägt und die Spannung bleibt in diesem Abschnitt trotzdem etwas gedämpft.

Das norwegische Setting war leider wenig spürbar. Die Party hätte auch an jedem anderen Ort spielen können. Die glamouröse Welt der Reichen und Schönen gibt vor allem ein Bild von selbstverliebten Snobs ab, die am zweiten und dritten Tag komplett die Kontrolle durch Alkohol und Drogen verlieren. Macht wird hier rücksichtslos ausgespielt, Empathie ist längst verschwunden und selbst der Tod wird zur Randnotiz: High Society in ihrer abscheulichsten Form.

Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und bleiben gewollt undurchsichtig. Lawrence, der Besitzer und Gastgeber, seine machthungrige Familie und die dekadenten Partygäste, sind alles tolle Figuren. Manche sind besser ausgearbeitet, manche bleiben mehr Randfigur. Verdächtig sind sie alle und so versucht man die ganze Zeit herausfinden, wer ein falsches Spiel spielt und was hier eigentlich passiert. 
Amelia selbst ist getrieben und möchte unbedingt herausfinden, was mit Rose passiert ist. Dabei verhält sie sich unklug und unglaubwürdig. Für eine Anwältin kam mir ihr Verhalten oftmals viel zu naiv vor, auch wenn ihr Antrieb emotional vollkommen nachvollziehbar ist. Stellenweise hatte ich das Gefühl, dass ihre Entwicklungen eher dem Plot angepasst wurden.

Leider verlaufen auch einige Handlungsstränge im Sand, genauso wie oftmals angesprochene Auffälligkeiten, die im Endeffekt doch keine Rolle spielen.
Im letzten Abschnitt wird es richtig fesselnd und die Spannung zieht gewaltig an. Die Autorin greift auf einige unerwarteten Plot-Twists zurück, die richtig Action in die Story bringen. Mit der Auflösung habe ich nicht gerechnet, jedoch fehlte mir das eigentliche Motiv für die Morde.
Das macht die Geschichte zu keinem schlechten Buch, denn packende Spannungslektüre ist "Der Fjord" - trotz unpassenden Titel - trotzdem.  

Cover:
Die Suche nach dem Original hat mich etwas verwirrt, denn unter den angegebenen Titel fand ich nur dieses Buch von Amy Cunningham. Es handelt sich dabei tatsächlich um "Der Fjord", den die Autorin unter einem Pseudonym geschrieben hat. Ob es sich um ein älteres Werk handelt, welches neu übersetzt wurde oder um ein neues Buch, fand ich nicht heraus. Und warum unter einem anderen Namen? Wenn ihr mehr darüber erfahren könnt, lasst es mich bitte wissen. 

Fazit:
Ein toller Plot und vor allem zum Ende hin einige unerwartete Twists, die die Spannungskurve stark ansteigen ließ. Jedoch fand ich einige Aktionen etwas unglaubwürdig und nicht wirklich stimmig. Zusätzlich gab es noch einige Handlungsstränge, die im Sand verliefen und Hinweise, die im Endeffekt keine Rolle spielten.  Ein "Popcorn-Thriller" für ein spannendes Wochenende - nicht mehr und nicht weniger.

Vielen Dank an die Lesejury und an Lübbe für das Rezensionsexemplar!

[Die Ärztin] Gefährlicher Besuch - Meike Dannenberg

    Die Bildrechte liegen beim Verlag



    • Taschenbuch: 288 Seiten
    • Verlag: ‎ Lübbe, 1. Auflage  (30. März 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3404196635
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3404196630
    • Genre: Thriller
    • Reihe: ja - Band 2 der Reihe um Dr. Eva Mares



Lübbe Kurzbeschreibung:
Ein Jahr nach den alptraumhaften Ereignissen in Bremen hofft die Gynäkologin Dr. Eva Mares auf Ruhe. Doch der Neuanfang auf dem Land steht unter keinem guten Stern: Ihre Tochter zieht sich zurück, das Geld wird knapp, die Ehe ist angespannt. Dann stehen eines Nachts ein fremder Mann und seine hochschwangere Tochter Nina vor Evas Tür, es geht ihr nicht gut. Eva untersucht die Schwangere und kann Entwarnung geben, doch Nina hinterlässt ihr eine Botschaft auf dem Spiegel im Gästebad, in der sie um Hilfe bittet. Am nächsten Tag sind die beiden verschwunden. Während die Polizei einen alten Vermisstenfall untersucht, folgt Eva einer eigenen Spur und gerät in ein Netz aus Angst, Gewalt und Lügen ...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Hier würde ich raten die Reihenfolge einzuhalten und mit dem ersten Band zu beginnen

Meine Meinung:
Nachdem mich bereits der erste Band der Reihe um Gynäkologin Eva Mertens sehr gut gefallen hat, habe ich mich gefreut auch den Folgeband - diesmal über die Lesejury - lesen zu dürfen.

Da es auf einem weiteren Portal etwas kritischere Stimmen zum Thriller gibt, die alle von Leser:innen handeln, die den ersten Band nicht kannten, empfehle ich "Die Ärztin- Gefährliche Nachtschicht" zuerst zu lesen, um die Hintergründe um Evas Verhalten und ihre Vorsicht besser kennenzulernen!

Mich konnte "Gefährlicher Besuch" hingegen wieder fesseln und ich war von der ersten Seite an in der Geschichte gefangen. Dieser titelgebende gefährliche Besuch passiert bereits auf den ersten Seiten, als ein fremder Mann und eine hochschwangere junge Frau spätabends an der Tür von Gynäkologin Dr. Eva Mares läuten und um Hilfe bitten. Als sie die Frau versorgt hat, bittet sie Eva am nächsten Tag ins Krankenhaus zu kommen. Am Morgen findet sie einen Hilferuf auf ihrem Badezimmerspiegel und hofft, dass die junge Frau in der Klinik auftauchen wird - jedoch vergeblich. Von Schuldgefühlen getrieben versucht Eva herauszufinden, wo das ungleiche Pärchen abgeblieben sein könnte und gerät bald selbst in Gefahr.

Zur gleichen Zeit sucht die Polizei in Bremen nach einer verschwundenen Frau. Polizistin Mina kennt diese bereits aus einem Einsatz, bei der sie vor Monaten wegen häuslicher Gewalt zu Hilfe gerufen wurde. Das bringt auch Kommissarin Frauke Herrschmann auf den Plan, die damals beim Kriminalfall rund um Eva und ihrer Familie ermittelt hat. 

Die Kapitel sind kurz gehalten und werden aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Über den jeweiligen Abschnitt steht der Name der jeweiligen Protagonistin. Besonders stark sind die Kapitel unter dem Namen "Sie". Man rätselt wer das Opfer ist und leidet mit ihr richtig mit. Diese Abschnitte sind auch teilweise sehr bewegend.
Besonders im letzten Drittel nimmt die Handlung richtig Fahrt auf und man kann den Thriller nicht mehr aus der Hand legen.
Die Charaktere sind authentisch gezeichnet. Vor allem Gynäkologin Eva Mares ist eine sehr starke Protagonistin, die sich trotz ihrer persönlichen Probleme aus der Vergangenheit für andere einsetzt. Besonders gefallen hat mir, dass sie hier nicht nur in ihrer Rolle als Ärztin, sondern auch als Mensch und Mutter gezeigt wird. Es gibt diesmal etwas Familienbezug und auch einen Vierbeiner, der einziehen wird.

Die Geschichte ist intensiv und emotional, temporeich und fesselnd. Es werden wichtige Themen, wie häusliche Gewalt, Angst und weitere traumatische Erlebnisse aufgegriffen. Gleichzeitig zeigt die Autorin aber auch auf, dass Mut, Zusammenhalt und die Kraft, trotz allem weiterzumachen, Sinn macht.
Neben den spannenden Elementen bekommen wir auch jede Menge Lokalkolorit. Setting ist unter anderem Bremen. Die Stadt und das Umland wird sehr bildhaft beschrieben.
Das Ende überrascht und hat mir gut gefallen.

Fazit:
Mich konnte auch der zweite Band wieder an die Seiten fesseln. Die Autorin beherrscht schwierige Themen perfekt und setzt diese grandios um. Ich empfehle den Thriller gerne weiter, aber rate unbedingt zuerst Band 1 zu lesen.


Vielen an die Lesejury und an Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar!

Die Reihe um die Ärztin Dr. Eva Mares:
  1. Nachtschicht  *Rezi*
  2. Gefährlicher Besuch

Not quite dead yet - Holly Jackson

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
    • Verlag:‎ Lübbe, 1. Auflage (17. Juli 2025)
    • Übersetzer:  Rainer Schumacher
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3757701240
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3757701246
    • Originaltitel: ‎ Not Quite Dead Yet
    • Genre: Thriller


Lübbe Kurzbeschreibung:
Jet ist die Tochter einer der reichsten Familien in Woodstock, Vermont. Mit 27 Jahren wartet sie immer noch darauf, dass ihr Leben endlich beginnt. "Das kann ich später noch machen", sagt sie immer. Denn Jet hat Zeit. Bis zu jener Halloween-Nacht, als sie von einem unsichtbaren Eindringling brutal angegriffen wird. Dabei erleidet Jet eine schwere Kopfverletzung, und die Ärzte sind sich sicher: In spätestens einer Woche wird ein tödliches Aneurysma Jet umbringen. Jet hätte nie gedacht, dass sie Feinde hat. Doch plötzlich sieht sie alle Menschen in ihrem Umfeld in einem neuen Licht: ihre Familie, ihre ehemalige beste Freundin, die jetzt ihre Schwägerin ist, ihren Ex-Freund. Sie weiß, ihr bleiben höchstens sieben Tage. Tage, in denen sich ihr Zustand verschlechtert und nur Billy, ein Freund aus Kindertagen, an ihrer Seite ist. Dennoch ist sie fest entschlossen, endlich etwas zu Ende zu bringen: Jet wird ihren eigenen Mord aufklären.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Buch zur ABC Challenge

Meine Meinung:
Um dieses Buch von Holly Jackson kreise ich schon einige Zeit. Als ich es bei meinem letzten Büchereibesuch gesehen habe, habe ich es dann mitgenommen.
Warum ich gezögert habe? Weil ich bisher ziemlich einstimmig gehört habe, dass Holly Jackson zwar einen Erwachsenen Thriller schreiben wollte, sie jedoch den jugendlich Grundton beibehalten hat. Und dem kann ich absolut zustimmen, denn obwohl unsere Hauptprotagonistin Jet bereits 27 Jahre alt ist, verhält sie sich eher wie ein älterer Teenager. Da ich aber auch gerne Jugendthriller lese, wollte ich es wagen...

Jet lebt in Woodstock, Vermont, und ihre Familie gehört zu den Reichsten in der Stadt. Bisher hat die 27-jährige ihr Leben noch nicht wirklich im Griff und verschiebt vieles auf morgen. Ihr Buder Luke hingegen ist verheiratet und möchte sobald wie möglich die Firma übernehmen. Der Vater ist jedoch noch nicht so weit und vertröstet, sowohl Luke, als auch Jet, immer wieder von neuem.
In der Halloweennacht wird Jet von einem unbekannten Täter in ihrem Zuhause attackiert. Sie überlebt nur knapp, doch als sie im Krankenhaus aufwacht, haben die Ärzte keine gute Diagnose für sie. Jet hat nur mehr sieben Tage zu leben, denn durch einen inoperablen Knochensplitter im Gehirn wird sich bei ihr ein Aneurysma bilden. Jets Leben steht völlig auf dem Kopf und sie entschließt sich endlich einmal eine Sache durchzuziehen: Sie möchte ihren eigenen Mord aufklären und den Täter finden. Gemeinsam mit Billy, ihrem Freund aus Kindertagen, beginnt sie nachzuforschen...

Die Grundidee ist genial: ein Überfall, ein Opfer, welches nur mehr einige Tage zu leben hat und den Mordversuch an sich selbst aufklären möchte, ein verschwundener Exfreund, ein Bauunternehmen und viele Verdächtige. Eine tolle Idee!
Anfangs wurde ich jedoch nicht so ganz warm mit der 27-jährigen Jet. Man erkennt in ihr die verzogene Tochter aus reichem Haus, die sich nicht wirklich anstrengen muss. Doch bald entdeckte ich bei ihr nicht nur Trotz, sondern auch eine Trauer und Leere, die durch die Vergangenheit der Familie zu begründen ist. Mit der schlimmen Diagnose will sich Jet nicht abfinden und übernimmt erstmals Verantwortung. Sie erkennt, wie dumm es war, alles auf später zu verschieben. Außerdem erkennt sie viel zu spät, was wirklich wichtig ist. Dadurch hat sie bald meine Sympathie doch noch bekommen.

Für mich war es das erste Buch von Holly Jackson. Der sehr leichte Schreibstil lässt einem durch die Geschichte rauschen, die mir gut gefallen hat. Das Thema, welches die Autorin gewählt hat, ist außerdem reizvoll und einmal etwas ganz Neues. Obwohl ich die Handlung nicht wirklich als Thriller empfand, habe ich gerne in der Geschichte gelesen und wollte wissen, was hier wohl dahinterstecken mag. Einige Vorgänge waren für mich schnell ersichtlich, andere wiederum nicht. Die Autorin hat versucht viele Wendungen einzubauen, um die Leser auf falsche Fährten zu führen. Ganz gelungen ist ihr das  - für mich als langjährige Thrillerleserin - nicht, aber für das jugendliche Zielpublikum, welches diesmal eigentlich gar nicht gemeint war, passt es gut. Gefallen hat mir auch das Kleinstadt-Setting und die herbstliche Atmosphäre in Vermont. 

Trotz des eigentlichen traurigen Themas, kommt immer wieder der Humor durch. Besonders zum Ende hin zieht der Spannungsbogen rasant an. Auch die vielen Figuren, die mehr oder weniger präsent sind,  werden sehr lebendig und facettenreich gezeichnet. Die kleine Liebesgeschichte fand eher im Hintergrund statt, was für mich die richtige Dosis war.
Kritik gibt es bezüglich doch einiger etwas unrealistischen Szenen, bei denen man ein Auge zudrücken muss. Trotzdem habe ich diese außergewöhnliche Geschichte gerne gelesen.

Cover:
von links nach rechts:
Das englischsprachige Originalcover, die Cover aus Spanien, Finnland, Vietnam und Norwegen.
Zu 99% wurde das Originalcover von allen übernommen, deswegen habe ich die Titel, die in der jeweiligen Sprache übersetzt wurden, rausgesucht. Im Deutschen wurde ja der englische Titel übernommen. Nur das vietnamesische Cover sieht etwas anders aus.

Fazit:
Holly Jackson hat es mit "Not quite dead yet" nicht geschafft vom Jugendthriller zum Erwachsenenthriller zu wechseln. Sowohl die Sprache, als auch die Hauptprotagonistin wirken zu jugendlich. Trotzdem las ich gerne in diesem Buch, das eine richtig tolle Grundidee hat. Außerdem möchte uns die Autorin sagen, dass wir unser Leben nicht auf später verschieben, sondern im Jetzt leben sollen. Da kann ich ihr nur zustimmen!


Safe Space - Sarah Bestgen

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    • Broschiert: 400 Seiten
    • Verlag:  ‎ Lübbe. 1. Auflage (28. November 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3757701569
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3757701567
    • Genre: Psychothriller



Lübbe Kurzbeschreibung:
Sadisten, Psychopathen, Serienmörder - die forensische Psychologin Anna Salomon weiß um die dunklen Abgründe der menschlichen Natur. Sie gilt als Ausnahmetalent in der Behandlung von Straftätern und ist bekannt dafür, die undurchdringlichsten Fassaden zu durchschauen. Doch niemand ahnt, was sich hinter ihrer eigenen verbirgt. Denn ausgerechnet in den Mauern eines Hochsicherheitsgefängnisses jagt Anna ihrer ganz persönlichen Heilung hinterher. Auf der Suche nach der Wahrheit ist sie bereit, alles zu riskieren. Nur: Sie ist nicht die Einzige, die ein gefährliches Spiel spielt. Jemand spielt mit - der Einsatz ist Annas Leben ...

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Was war ich gespannt auf den neuen Thriller von Sarah Bestgen, nachdem mich ihr Debüt "Happy Place" absolut umgehauen hat! 
Ganz besonders habe ich mich gefreut, dass ich wieder bei der Lesejury bei der Leserunde mitlesen durfte. Das macht es umso interessanter, denn alle von uns haben wieder mitgerätselt und Ideen eingebracht.

Anna ist forensische Psychologin und tritt nach einem ausgezeichneten Studium ihre erste Stelle im Hochsicherheitsgefängnis Weyer an. Hier werden die ganz schweren Fälle behandelt, doch Anna hat sich mit Absicht für die Stelle in der JVA Weyer beworben. Sie möchte wissen, was mit ihrer Schwester Sina passiert ist, die vor sechs Jahren spurlos verschwand. In ihrer Wohnung wurde damals nur eine Menge Blut gefunden, welches auf ein Gewaltverbrechen zurückzuführen scheint. Gemeinsam mit Sina ist auch deren Freund Samu unauffindbar und dessen Freund Sonny, der jedoch zur Tatzeit angeblich in Haft ist. Die Polizei konnte trotz intensiver Ermittlungen den Fall nicht abschließen. Anna vermutet indessen den Täter oder einen Mitwisser in Weyer. 

Die Einblicke in die psychologische Arbeit innerhalb eines Hochsicherheitsgefängnissen, in dem Serienmörder und Psychopaten einsitzen, ist spannend. Allerdings beginnt Anna Fehler zu machen und gerät zunehmend unter Druck. Sie kann immer öfter ihre professionelle Maske nicht mehr aufrecht erhalten. Mit ihrer Figur bin ich nicht ganz warm geworden und als forensische Psychologin handelte sie oftmals zu unreflektiert. Anna gerät zunehmend unter Druck und macht Fehler. Das spielt jedoch jemand perfekt in den Plan, denn Anna ist längst selbst das Opfer in diesem Katz und Maus Spiel...

Neben dem Handlungsstrang in der Gegenwart, die wir aus Annas Sicht erleben, lesen wir noch aus Sinas Tagebuch und über Leon, dessen gewaltreiche und lieblose Kindheit wir begleiten. Dies ist oftmals harter Tobak!
Sarah Bestgen ist die charakterliche Darstellung ihrer Figuren wieder großartig gelungen. Jedoch habe ich mich bei einigen gefragt, welche genaue Rolle sie im Endeffekt eigentlich gespielt haben und wie manche Stränge zusammenpassen. Da gab es für mich einige Irritationen.

Wie schon in ihrem Thrillerdebüt versteht die Autorin es hervorragend falsche Fährten zu legen, mit Erwartungen zu spielen und die Leser zu verwirren. Auch in "Safe Space" gelingt ihr das ausgezeichnet.
Sarah Bestgen lässt in menschliche Abgründe blicken. Während des Lesens spürt man die unheilvolle Stimmung und die bedrückende Atmosphäre.

Trotzdem konnte mich "Safe Space" nicht so abholen, wie "Happy End". Ich empfand manche Handlungen überzogen oder unglaubwürdig. Es gab Wiederholungen und es fehlte mir in der Mitte etwas die Spannung. Nichts zu bemängeln gibt es bei den Kapitellängen und den Schreibstil der Autorin, den ich bereits kannte und sehr mag.
Was Sarah Bestgen wieder absolut beherrscht sind die überraschenden Wendungen und Plot Twists! Das Ende ist ein Knaller.

Fazit:
Für mich leider um einiges schwächer als "Happy End", aber vor allem die Charakterisierungen der Figuren und die intensive beklemmende Atmosphäre ist der Autorin wieder hervorragend gelungen. Wegen einiger Wiederholungen, kleinen Längen und überzogenen Handlungen gebe ich 3 1/2 Sterne und runde auf anderen Plattformen auf.


Vielen Dank an die Lesejury und Lübbe für das Rezensionsexemplar!

[Blankenese] Zeitensturm - Michael Grünig

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     



    • Broschiert: 480 Seiten
    • Verlag: Lübbe, 1. Auflage (29. August 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 375770052X
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3757700522
    • Genre: Familiensaga, historischer Roman
    • Reihe: ja - Band 3 der Trilogie Blankenese



Lübbe Kurzbeschreibung:
Hamburg, 1968. Ein Riss geht durch Deutschland, die neue Generation befindet sich im Konflikt mit der alten. Auch Ulrike Casparius, eine angehende Journalistin, sympathisiert mit der Studentenbewegung und rebelliert gegen ihre Eltern. Ihre sensible Schwester Sabine sucht verzweifelt nach Anerkennung und findet sie in einer Gruppe Hippies und Hausbesetzer, denen sie sich anschließt. Dort werden große Pläne für eine bessere Zukunft geschmiedet. Als einer ihrer Freunde erfährt, dass sie mit Kurt Jacobson verwandt ist, der für die Bundesanwaltschaft arbeitet, ruft dies die RAF auf den Plan. Und plötzlich wird aus Gedankenspielen tödlicher Ernst ...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Im dritten und letzten Band der Blankenese Trilogie von Michaela Grünig sind wir in den 1970iger Jahren unterwegs und bei der nächsten Generation angelangt. Die Kinder von Sonja Casparius-Koenig treten in den Vordergrund. Die 68iger Generation beginnt sich gegen ihre Eltern aufzulehnen. Sie wollen wissen, wie sich diese während des Zweiten Weltkrieges verhalten haben und erhalten oftmals keine Antworten. Die Studenten gehen auf die Straße und demonstrieren gegen den Staat. Es ist der Beginn der Rote Armee Fraktion (RAF), die die folgenden Jahre Deutschland und auch Resteuropa mit Attentaten und Entführungen in Angst und Schrecken versetzten.

Ulrike Casparius-Koenig, die älteste Tochter von Sonja und Friedrich, hat kein Interesse an der Reederei und studiert Journalismus. Sie möchte selbstständig sein und von den Geschehnissen in der ganzen Welt berichten. Außerdem sympathisiert Ulrike mit der Studentenbewegung und hat einen Freund, der RAF Sympathisant ist. Ulrike soll trotzdem - anstelle ihres Bruders Albrecht, der in der Welt herumreist und das Leben genießt - in den Familienbetrieb einsteigen und eventuell übernehmen. Doch wird Ulrike glücklich mit dieser Entscheidung?
Ihre jüngere Schwester Sabine ist eine eher labile Persönlichkeit. Sie findet in der Schule keinen Anschluss und wird teilweise gemobbt. Mit Ulrikes Hilfe darf sie endlich die Schule wechseln und findet Freunde. Doch dann passiert ein großes Unglück und Sabine gerät auf die schiefe Bahn....

Kurt Jacobsen, Sonjas Großcousin, arbeitet für die Bundesanwaltschaft. Er kämpft für die gerechte Bestrafung ehemaliger Nazigrößen und nimmt später auch den Kampf gegen die RAF auf. Diese nimmt in diesem Teil der Reihe viel Platz ein. Man erfährt vom Beginn der Studentenbewegung und der Radikalisierung einzelner - bis hin zu den ersten Anschlägen, Entführungen und Morde.

Michaela Grünig hat diese Epoche sehr bildhaft dargestellt und auch weitere wichtige politische Ereignisse geschickt in die Story eingeflochten. Die Auflehnung der Jugend gegen die Eltern und Großeltern, die über die Naziherrschaft schweigen und viele noch den alten Meinungen anhängen, bringt viele auf die Barrikaden. Doch die Radikalisierung in die andere Richtung bringt ebenfalls viel Leid. 
Besonders bei Sabine erkennt man, wie leicht man sensible und unsichere Menschen auf den falschen Weg geleiten kann. Durch Vorspiegelung von Anerkennung gelingt es leicht, einsame und Menschen ohne Selbstbewusstsein einer Gehirnwäsche zu unterziehen. 

Die Charakterentwicklung einzelner Figuren ist der Autorin sehr gelungen. Einzig Sonja war mir in diesem Teil lange Zeit nicht wirklich sympathisch. Ich vermisste die junge Sonja aus dem zweiten Teil, die auch Kompromisse einging und ein Herz hatte.
Natürlich gibt auch ein Wiedersehen mit Charakteren aus den Vorgängerbänden, auch wenn der Hauptaugenmerk diesmal auf die jüngste Generation der Familien Casparius-König und Jacobsen liegt. Das Ende hat mich jedoch etwas zerstört zurückgelassen....

Sehr hilfreich fand ich auch das zu Beginn angeführte Personenregister und das Nachwort der Autorin zu den historischen  Hintergründen.

Fazit:
Michaela Grünig hat wieder toll recherchiert und einen fesselnden dritten Teil ihrer "Blankenese-Reihe" geschrieben. Eine sehr lesenswerte Trilogie, die ich gerne weiter empfehle!

Vielen Dank an Bastei Lübbe und die Lesejury für das Rezensionsexemplar!


Die Reihe um die Familien Casparius und Jacobson: 

  1. BLANKENESE: Licht und Schatten  *Rezi*
  2. BLANKENESE: Schwere Entscheidungen  *Rezi*
  3. BLANKENESE: Zeitensturm

Die Anatomie der Einsamkeit - Louise Pelt

    Die Bildrechte liegen beim Verlag




    • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
    • Verlag: ‎ Lübbe; 1. Aufl. 2025 Edition (28. Februar 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3757701038
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3757701031
    • Genre: Roman, Gegenwartsliteratur



Lübbe Kurzbeschreibung:
Journalistin Olive träumt von der ganz großen Geschichte - und davon, endlich ein Zuhause zu finden. Zwar ist sie in einer liebevollen Familie aufgewachsen, aber sie wird das Gefühl nicht los, dass ihr etwas fehlt, um wirklich glücklich zu sein. Können ausgerechnet die Nachforschungen zu dem alten, scheinbar wertlosen Kompass ihrer Großmutter Olive aus ihrer Einsamkeit führen?
Zwanzig Jahre zuvor führt Claire ein Leben auf der Überholspur. Aber die Nachricht vom Tod ihrer Schwester Iris wirft sie aus der Bahn. Sie flieht Hals über Kopf auf die kleine Felsinsel, auf der Iris lebte. Dort findet Claire haufenweise Zeichnungen - darunter auch eine von einem alten, scheinbar wertlosen Kompass ...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Der Erstling von Louise Pelt "Die Halbwertszeit von Glück" hat mir sehr gut gefallen und deshalb war ich schon neugierig auf ihren neuen Roman. 
Auch diesmal haben wir verschiedene Zeitebenen, aber nur zwei Hauptprotagonistinnen, die irgendwie miteinander verbunden zu sein scheinen. Wie schon in ihrem Debüt erfährt man erst relativ spät, wie alles zusammenhängt und rätselt sehr lange, wie die beiden Geschichten zusammenhängen könnten. 

Nach einem dramatischen Prolog aus dem Jahr 1950, der mich anfangs ratlos zurückließ, starten wir ins erste Kapitel.
Im Jahr 2000 lernen wir die erfolgreiche New Yorker Anwältin Claire kennen, die vor kurzem einen sehr lukrativen Abschluss hinter sich hat. Mit ihrem Kollegen Will hat sie eine geheime Affäre, bei der sie seit langer Zeit wieder so etwas wie Nähe zu einem anderen Menschen spürt und zulässt. Seit dem Bruch mit ihrer Zwillingsschwester Iris hat sie niemanden mehr an sich herangelassen. Ihr Leben auf der Überholspur ließ dies auch kaum zu. Doch auch Will enttäuscht sie. Als sie zusätzlich noch die Nachricht von Iris Tod erhält, verliert die toughe Erfolgsfrau den Boden unter den Füßen. Sie nimmt sich eine kleine Auszeit und fliegt auf die kleine Insel, auf der ihre Schwester die letzten Jahre gelebt hat. Dass diese Insel bis auf das Haus von Iris unbewohnt und nur mit dem Boot erreichbar ist, stürzt die New Yorkerin, die Trubel gewohnt ist, in eine Krise. Die Einsamkeit packt sie und nur langsam findet sie Zugang zu der Welt ihrer Zwillingsschwester. Nach und nach wird aufgedeckt, wie es zum Bruch der beiden Schwestern kam....

Im Jahr 2022 sind wir bei Olive in London. Sie ist Journalistin und nicht glücklich in ihrem Job. Sie will endlich über anspruchsvolle Themen schreiben. Als sie wieder von ihrer Chefin übergangen wird, ist sie wütend. Sie fühlt sich einsam, nirgends zugehörig und allein. Als sie einen Anruf von ihrer Schwester Sadie erhält und diese ihr anschließend ein Foto eines Artikels aus einer deutschen Zeitung schickt, wird Olive hellhörig. Im Keller eines Wohnhauses in Hamburg wurde eine eingemauerte Leiche gefunden, die einen ganz besonderen Kompass in Händen hält. Olives Kompass, den sie von ihrer geliebten Großmutter Poppy als vorgezogenes Erbe bekommen hat, gleicht diesem Teil aufs Haar. Doch laut einem Begutachter ist ihr Kompass ein Einzelstück. Da ihre Großmutter seit einem Schlaganfall pflegebedürftig und kaum mehr ansprechbar ist, möchte Olive herausfinden, was es mit diesem identen Kompass auf sich hat. Sie schlägt ihrer Chefin eine große Story dazu vor, die diese tatsächlich annimmt. Gemeinsam mit dem Fotografen Tom, der für die Zeitung alles festhalten soll, macht sich Olive auf den Weg nach Hamburg.

Der Roman wird abwechselnd aus der Sicht von Olive und Claire erzählt. Was die beiden Frauen verbindet, deren Leben auf zwei verschiedenen Kontinenten und durch zwanzig Jahre getrennt ist, wird erst nach und nach ersichtlich. Dass der Kompass dabei eine große Rolle spielt, ist allerdings bereits aus dem Klappentext augenscheinlich. Die Geheimnisse rund um Poppy, die in ihre Vergangenheit führen, sind spannend erzählt und doch hat man bald eine Ahnung, wohin sie führen könnten. Trotzdem gibt Louise Pelt nur so viel frei, dass immer nur ein Puzzlestück nach dem anderen aufgedeckt wird.

Die Charaktere sind sehr authentisch dargestellt. Beide Hauptfiguren sind sehr mit sich selbst beschäftigt und sie verbindet das Gefühl nirgends dazu zugehören. 
Während Claire kontrolliert und ehrgeizig, kühl und einsam wirkt, ist Olive eine junge Frau mit wenig Selbstvertrauen, etwas tollpatschig und unstrukturiert. Sie hatte ein sehr enges Verhältnis zu ihrer Großmutter, welches seit dem Schlaganfall etwas schwierig geworden ist. Olive macht sich große Sorgen um Poppy und war enttäuscht, als sie "nur" einen Kompass vererbt bekommen hat, während ihre Geschwister ihren VW Bus oder eine Perlenkette erhalten haben.

Über jedem Kapitel steht der Name, der Monat und das Jahr, damit wir als Leser wissen, wessen Geschichte wir gerade lesen. Meistens endet der Abschnitt mit einem kleinen Cliffhanger. Deshalb möchte man am liebsten sofort weiterlesen, um mehr zu erfahren. Zusätzlich gibt es zwischen den einzelnen Kapiteln Gedichte aus den Vierziger Jahren, die in Deutschland und Dänemark geschrieben wurden.

Louise Pelt ist es wieder gelungen diesen vielschichtigen Roman einfühlsam und mitreißend zu erzählen. Trotz der ruhigen Erzählweise, wollte ich keine der beiden Frauen verlassen, wenn die Sichtweise gewechselt wurde. Trotz kleiner Längen in der Mitte des Romans fieberte ich dem Ende entgegen - mit dem Wunsch eines Aufeinandertreffens und der Relativierung dieser Tragödie, die sich über Jahrzehnte gezogen und einige Familien über Generationen hinweg, beeinflusst hat.

Fazit:
Im Roman geht es um die Einsamkeit mit ihren verschiedenen Facetten und über ein Geheimnis, welches Familien über Generationen beeinflusst hat. Aber auch um einen Neuanfang und dem Finden zu sich selbst. Wieder ein wunderschöner Roman der Autorin!


Vielen Dank an die Bloggerjury und an Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar!

Die Frau des Serienkillers - Alice Hunter

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Broschiert: 416 Seiten
      Verlag: Lübbe; 1. Aufl. 2024 Edition (29. November 2024)
    • Übersetzer: Rainer Schumacher
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3757700961
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3757700966
    • Originaltitel: ‎ The Serial Killer’s Wife
    • Reihe: ja - Band 1 Die Familie des Serienkillers




Lübbe Kurzbeschreibung:
Beth und Tom Hardcastle leben in dem kleinen, idyllischen Ort Lower Tew und werden von allen beneidet. Sie führen die perfekte Ehe, haben das perfekte Haus, die perfekte Tochter, kurzum: Sie sind die perfekte Familie ... zumindest bis zu dem Tag, an dem die Polizei auftaucht und Tom wegen Mordes in Haft nimmt. So beginnt auch für Beth eine tägliche Tortur, denn die Nachbarn können nicht glauben, dass sie nichts von Toms Taten gewusst hat. Zunächst verteidigt Beth ihren Mann noch und beteuert seine Unschuld. Mit der Zeit wird jedoch klar, dass auch sie ihre Geheimnisse hat, die ihre Freunde und Nachbarn nicht erfahren sollen, ganz zu schweigen von der Polizei.

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Auf diesen Thriller war ich sehr gespannt, denn der Klappentext hörte sich wirklich super interessant und spannend an.
Beth und Tom Hardcastle sind vor einigen Jahren von London nach Lower Tew gezogen, einem Dorf außerhalb von London. Tochter Poppy soll nicht in der Großstadt aufwachsen und Beth hat sich ihren Wunsch erfüllt und ein Keramik-Café eröffnet, während Tom weiterhin zu seinem Arbeitsplatz in einer Bank in London pendelt.
Als Beth mit ihrer kleinen Tochter Poppy auf die Heimkehr von Tom wartet, klopft die Polizei an die Tür, die nach ihrem Mann sucht, der unter Mordverdacht steht. Die Fassade der perfekten Familie zerfällt, denn nachdem Tom tatsächlich in Untersuchungshaft kommt, fällt die vorstädtische Idylle in sich zusammen. Die Presse belagert den Garten vor dem Haus und im Café, welches Beth führt, lassen manche Nachbarn Kommentare ab, die Beth in keines gutes Licht erscheinen lässt.

Der Beginn hat mich sofort gecatcht, jedoch lässt die Spannung leider sehr schnell nach. Die Autorin erzählt aus verschiedenen Perspektiven. Man erlebt mit Bath die Tage nach der Verhaftung und wie sich ihre Gedanken vor allem um die gemeinsame Tochter Poppy dreht, der sie eine gesicherte Zukunft bieten möchte. Sie ist von Toms Unschuld überzeugt und fühlt sich von der Polizei in die Mangel genommen.
Wir dürfen aber auch in Toms Gedankenwelt eintauchen und bemerken bald, dass er so unschuldig nicht sein kann. Außerdem gibt es Rückblicke in die Vergangenheit und erleben die Beziehung von Tom und seiner Exfreundin Katie, wegen deren Verschwinden er unter Mordverdacht steht.
Im Laufe der Geschichte wird ersichtlich, dass auch Beth ihre Geheimnisse hat. Als Thrillerleser der ersten Stunde hatte ich bald einen Verdacht, der sich auch bestätigt hat.

Leider hat mich der Klappentext mehr gecatcht, als die Geschichte selbst. Auf den ersten 150 Seiten passiert kaum etwas und man verfolgt größtenteils Beths Gedankenkarussell. Sie macht sich vor allem Sorgen um Poppy und was die anderen Kita-Mütter wohl denken oder ob ihr Keramik-Café unter der Verhaftung von Tom leiden wird. Über ihren Ehemann selbst macht sie sich eher weniger Gedanken, was irritiert.  

Die Kapitel sind kurz gehalten und der Schreibstil von Alice Hunter lässt sich gut und flüssig lesen. Die Atmosphäre im Ort wird gut eingefangen und wir lernen auch einige der Einwohner etwas besser kennen, wie Lucy, die Beth im Keramik-Café hilft; Adam, der Witwer, dessen Tochter mit Poppy befreundet ist und die sich gegenseitig aushelfen, wenn jemand eine kurzfristige Kinderbetreuung benötigt oder Julie, die immer top gestylte Mama von Drillingen, die allerdings ein kleines Alkoholproblem haben dürfte....

Obwohl es oftmals an Spannung gemangelt hat, wollte ich wissen, wie die Geschichte ausgeht. Den Plot-Twist am Ende fand ich gelungen, konnte aber die eher spannungsarme Handlung nicht wettmachen.

Cover:
von links nach rechts:
der englische Originaltitel, das spanische und das italienische Cover

Fazit:
"Die Frau des Serienkillers" war für mich mehr Spannungsroman als Thriller, den ich "alten Thrillerhasen" nicht wirklich weiter empfehle. Aus der Grundidee hätte man einen richtig guten Thriller machen können. Leider wurde das Potential nicht ausgeschöpft und so blieb dieser erste Band einer losen (?) Trilogie leider hinter meinen Erwartungen.


Vielen Dank an Bastei Lübbe und der Bloggerjury für das Rezensionsexemplar!

Die Ärztin: Gefährliche Nachtschicht - Meike Dannenberg

    Die Bildrechte liegen beim Verlag



    • Taschenbuch: 272 Seiten
    • Verlag : ‎ Lübbe; 2. Aufl. 2024 Edition (27. September 2024)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3404193326
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3404193325
    • Genre: Thriller



Lübbe Kurzbeschreibung:
Dr. Eva Mares, Gynäkologin im Krankenhaus Bremen, führt nach einer brutalen Vergewaltigung in der Nachtschicht eine anonymisierte Spurensicherung durch. Das Opfer, eine junge Frau, wünscht keine Nachverfolgung, weil sie die Ereignisse möglichst schnell vergessen will. Wenig später wird eine andere lebensgefährlich verletzte Frau mit ähnlichen Misshandlungen eingeliefert. Eva fürchtet, dass derselbe Mann erneut zugeschlagen hat. Nur sie wüsste dann, dass DNA eines Serienvergewaltigers im geheimen Archiv des Krankenhauses lagert. Eva ahnt nicht, dass der Täter längst weiß, wer sie ist und wie gefährlich sie ihm werden kann - und dass er begonnen hat, Katz und Maus mit ihr zu spielen...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Nachdem mir dieser Thriller schon in der Vorschau aufgefallen ist, habe ich mich sehr gefreut, dass ich via Lovelybooks Glück hatte und das Buch gewonnen habe.

Bereits der Einstieg in der Geschichte ist heftig und man ist mitten im Geschehen. Doktor Eva Mares ist Gynäkologin, kümmert sich aber nach einer Spezialausbildung auch um vergewaltigte Frauen und sichert Spuren. Da oftmals die Opfer keine Anzeige erstatten möchten, werden diese Spuren anonymisiert abgenommen und bis zu 10 Jahren aufbewahrt, um vor Gericht herangezogen werden zu können.
Als eine junge Frau eingeliefert wird, die schwer misshandelt wurde, erkennt die Ärztin einige Parallelen zu einem früheren Opfer. Handelt es sich um einen Serienvergewaltiger?
Die damals anonym genommene DNA könnte helfen, doch Eva steht unter ärztlicher Schweigepflicht. Zusätzlich scheint der Täter einiges über die Ärztin zu wissen, die immer mehr in seinen Fokus gerät. Doch nicht nur Eva, sondern ihre ganze Familie scheint plötzlich in Gefahr....

Meike Dannenberg gelingt es von der ersten Seite an Spannung aufzubauen, die bis zum Ende anhält. Dementsprechend schnell habe ich den Thriller auch gelesen, denn ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Man liest aus der Sicht von Dr. Eva Mares, der Kommissarin Frauke Herrschmann, einem Opfer und auch aus der Sicht des Täters. Dabei wird oftmals auch einige Monate zurückgeblendet.
Mit der Zeit wird die Beklemmung immer intensiver, denn Dr. Eva Mares wird gestalkt und bedroht. Bis die Polizei einige ihrer Hinweise ernst nimmt, scheint es fast zu spät. Als Leser tappt man - auch nachdem das Täterprofil sichtbar wird - im Dunkeln.

Der Schreibstil ist fesselnd und die Kapitel sind kurz gehalten. Dabei ist das Thema wahrlich kein einfaches. Auch die Verletzungen der Opfer werden ziemlich genau beschrieben und könnten triggern.
Geschickt hat die Autorin immer mehr Spannung aufgebaut und zahlreiche Wendungen eingebaut. Die Auflösung überrascht, ist aber logisch und überzeugt.

Fazit:
Ein spannender Thriller, der unter die Haut geht und sich von der breiten Masse etwas abhebt. Ich konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen und empfehle ihn sehr gerne an Leser weiter, die das Thema nicht triggert.


 Vielen Dank an Lovelybooks und an Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar!


Happy End - Sarah Bestgen

    Die Bildrechte liegen beim Verlag



    • Verlag: ‎ Lübbe; 1. Aufl. 2024
      Edition (25. Oktober 2024)
    • Sprache ‏ : ‎ Deutsch
    • Broschiert ‏ : ‎ 512 Seiten
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3757700716
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3757700713



Lübbe Kurzbeschreibung:
Gerade noch lag der kleine Ben fröhlich brabbelnd auf seiner Krabbeldecke, kurz darauf ist er nicht mehr da. Isa erlebt ihren dunkelsten Albtraum, als ihr vier Monate alter Sohn spurlos verschwindet. Nach mehr als einem halben Jahr taucht Ben plötzlich wieder auf, doch seine Rückkehr bleibt so rätselhaft wie sein Verschwinden. Während die Polizei nach Antworten sucht, setzt Isa alles daran, die verlorene Zeit mit ihrem Sohn nachzuholen. Dabei werden tief in ihr die Zweifel immer lauter. Hatte Ben schon immer diese klaren blauen Augen? Aufmerksam betrachtet Isa jede Abweichung - und stellt sich weitere Fragen. Fragen, die schon bald vermuten lassen, dass hinter der Fassade einer scheinbar heilen Welt dunkle Abgründe lauern ...

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Wow! Was für ein Debüt! Mit dem Thriller "Happy End" ist Sarah Bestgen eine überaus spannende Geschichte gelungen, die definitiv zu meinen Thriller Highlights gehört!

Schon die Leseprobe hat mich von Beginn an gefesselt. Isa ist glücklich mit Mark verheiratet und seit kurzer Zeit Mutter. Doch bald wird für sie der persönliche Alptraum jeder Mutter wahr. Als sie nur kurz die Wäsche in den Keller bringt und zurück ins Wohnzimmer kommt, ist ihr Sonnenschein, der vier Monate alte Ben, verschwunden. Während Mark irgendwann seiner Arbeit als Kinderarzt wieder nachgeht, ist Isa in ihrem Kummer gefangen, denn die Monate vergehen und die Polizei ist ratlos. Bens Verschwinden bleibt ein Rätsel. Als der Junge nach einigen Monaten plötzlich wieder auftaucht, ist Isa überglücklich. Doch mit der Zeit kommen ihr immer mehr Zweifel, ob es sich wirklich um ihren Sohn handelt
. Ihre Ehe wird auf eine harte Probe gestellt, denn Isa erscheinen einige Vorkommnisse immer seltsamer und auch Mark geht immer mehr auf Distanz.... 

Der Thriller ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Man erkennt schnell, dass hier etwas faul sein muss -  aber was und warum?
Ich habe das Buch bei einer Leserunde der Lesejury gelesen und wir waren alle begeistert und haben fleißig mitgeraten. Doch mit jeder weiteren Seite wurden unsere Zweifel geweckt und alle Mutmaßungen umgestoßen. Genauso liebe ich Thriller!

Die Autorin bringt den Leser in Situationen, in der man zu zweifeln beginnt und nicht mehr weiß, was der Wahrheit entspricht. Die Intensivität von Isas Gefühlen spürt man in jeder Zeile. Sie sind wunderbar transportiert und ich denke nicht nur jede Mutter kann sich zu 100 Prozent damit identifizieren. Ich war gemeinsam mit Isa verzweifelt, fühlte mich getäuscht und konnte nicht glauben, welche Abgründe sich in ihrem Leben plötzlich auftun.

Sarah Bestgen hat ihre Geschichte perfekt aufgebaut und bringt ihre falschen Fährten an den richtigen Stellen ein. Immer wieder wird man überrascht und sieht sich einer neuen Situation gegenüber. Die Autorin spielt geschickt mit den Wahrnehmungen und den Gefühlen der Leser. Man erkennt auch schnell, dass sie Psychologie studiert hat. Beim Lesen fragt man sich trotzdem  immer wieder, ob Isa eine zuverlässige Erzählerin ist?

Die ersten zwei Drittel des Buches waren großartig und ich habe das Buch nur ungern weggelegt (bei der Lesejury wird wöchentlich ein Leseabschnitt gelesen - was hier wirklich schlimm für mich war und ich große Willenskraft aufbringen musste, nicht einfach durchzulesen).
Das letzte Drittel kann dann leider das Niveau nicht ganz halten. Am Ende gab es dann einige Handlungsstränge, die für mich nicht ganz auserzählt, während andere etwas zu schnell abgehandelt wurden.
Trotzdem gebe ich für diesen wahnsinnig spannenden und emotionalen Thriller, der ein Debüt ist, fünf Sterne! Mich hat schon lange kein Buch aus diesem Genre so gepackt! Außerdem ist  Sarah Bestgen die charakterliche Darstellung der Figuren und ganz besonders die von Isa so großartig gelungen, dass ich den Hut ziehe! Chapeau, Sarah Bestgen!
Obwohl die letzten hundert Seiten nicht mit den vierhundert Seiten davor mithalten können, verdient die Geschichte das Wort "Psychothriller" zu 100% . Ich freue mich auf weitere Thriller der Autorin.

Fazit:
Ein grandioses Thrillerdebüt, welches in psychische Abgründe führt und den Leser an den Seiten fesselt. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!


Vielen Dank an Bastei Lübbe und die Lesejury für das Rezensionsexemplar!
 

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