Der Fjord - Sarah Goodwin

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    • Taschenbuch: 384 Seiten
    • Verlag:‎ Lübbe; 1. Auflage (27. April 2026)
    • Übersetzer: Michael Krug
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3404196643
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3404196647
    • Originaltitel: ‎ The Serial Killer's Party
    • Genre: Thriller


Lübbe Kurzbeschreibung:
Ein luxuriöses Anwesen an der norwegischen Küste - weißer Sand, kristallklares Wasser und ein atemberaubender Blick auf den Fjord. Als Amelia die Einladung zur legendären Sommerparty der Familie Fowley erhält, weiß sie: Das ist ihre Chance! Denn es war auf der Party der Fowleys im Vorsommer, als ihre Schwester Rose zum letzten Mal gesehen wurde. Getarnt als Freundin eines Gasts, dringt Amelia in die schillernde Welt der Reichen und Mächtigen ein. Wird sie hier endlich erfahren, was mit ihrer Schwester geschah? Doch je näher sie der Wahrheit kommt, desto gefährlicher wird ihr Spiel ...

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Von Sarah Goodwin habe ich bereits alle ihre auf deutsch übersetzten Thriller gelesen: Die Insel, das Resort und die Yacht. Sie haben mir sehr unterschiedlich gefallen und nicht immer war ich derselben Meinung bei den Bewertungen, wie andere Leserinnen. Das ist aber auch gut so, denn Geschmäcker sind verschieden.

Mit "Der Fjord" hat Sarah Goodwin einen weiteren spannenden Thriller geschrieben. Amelia Spencer ist Anwältin. Seit längerer Zeit gilt ihre jüngere Schwester Rose als vermisst. Als die Polizei die Suche einstellt, beschließt Amelia selbst nachzuforschen. Vor einiger Zeit hat sie im Haus von Rose eine mysteriöse Einladung zu einer Party in Norwegen gefunden. Die Fowleys haben dort am Fjord ein Luxusanwesen und laden jedes Jahr zu einer exzessiven dreitägigen Party ein. 
Amelia beschließt die Suche vor Ort zu betreiben. Sie ändert ihr Aussehen und wird zur Personal Trainerin. Tatsächlich gelingt es ihr, die Freundin von Ford Fowley zu werden Er ist der Cousin von Lawrence Foley, dem Besitzer des Anwesens. Ford nimmt sie zur nächsten Party bei den Fowleys mit - ein Jahr nachdem Rose diese besucht hat. Amelia hat genau drei Tage Zeit herauszufinden, was damals mit ihrer Schwester passiert ist und ob sie noch lebt....

Der Einstieg hat mir sehr gut gefallen. Danach wird das Tempo allerdings zurückgenommen und die Story wird langsam aufgebaut. Wir erfahren mehr über Amelias Beziehung zu Rose und wie sie ihre Nachforschungen plant. Als sie mit Ford am Anwesen der Fowleys ankommt, sind sie jedoch nicht im Haupthaus einquartiert, sondern in einer der diversen Gästehäuser. Amelia versucht in das gut gesicherte Anwesen einzudringen und mehr herauszufinden, während die erste Party startet..... 

Ab hier wurde es für mich ein bisschen unglaubwürdig. Amelias Eindringen ins Haupthaus, die seltsamen Dinge, die geschehen und niemand nimmt irgendwie Anstoß daran...selbst als Menschen sterben. Die Grundstimmung ist von großem Misstrauen geprägt und die Spannung bleibt in diesem Abschnitt trotzdem etwas gedämpft.

Das norwegische Setting war leider wenig spürbar. Die Party hätte auch an jedem anderen Ort spielen können. Die glamouröse Welt der Reichen und Schönen gibt vor allem ein Bild von selbstverliebten Snobs ab, die am zweiten und dritten Tag komplett die Kontrolle durch Alkohol und Drogen verlieren. Macht wird hier rücksichtslos ausgespielt, Empathie ist längst verschwunden und selbst der Tod wird zur Randnotiz: High Society in ihrer abscheulichsten Form.

Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und bleiben gewollt undurchsichtig. Lawrence, der Besitzer und Gastgeber, seine machthungrige Familie und die dekadenten Partygäste, sind alles tolle Figuren. Manche sind besser ausgearbeitet, manche bleiben mehr Randfigur. Verdächtig sind sie alle und so versucht man die ganze Zeit herausfinden, wer ein falsches Spiel spielt und was hier eigentlich passiert. 
Amelia selbst ist getrieben und möchte unbedingt herausfinden, was mit Rose passiert ist. Dabei verhält sie sich unklug und unglaubwürdig. Für eine Anwältin kam mir ihr Verhalten oftmals viel zu naiv vor, auch wenn ihr Antrieb emotional vollkommen nachvollziehbar ist. Stellenweise hatte ich das Gefühl, dass ihre Entwicklungen eher dem Plot angepasst wurden.

Leider verlaufen auch einige Handlungsstränge im Sand, genauso wie oftmals angesprochene Auffälligkeiten, die im Endeffekt doch keine Rolle spielen.
Im letzten Abschnitt wird es richtig fesselnd und die Spannung zieht gewaltig an. Die Autorin greift auf einige unerwarteten Plot-Twists zurück, die richtig Action in die Story bringen. Mit der Auflösung habe ich nicht gerechnet, jedoch fehlte mir das eigentliche Motiv für die Morde.
Das macht die Geschichte zu keinem schlechten Buch, denn packende Spannungslektüre ist "Der Fjord" - trotz unpassenden Titel - trotzdem.  

Cover:
Die Suche nach dem Original hat mich etwas verwirrt, denn unter den angegebenen Titel fand ich nur dieses Buch von Amy Cunningham. Es handelt sich dabei tatsächlich um "Der Fjord", den die Autorin unter einem Pseudonym geschrieben hat. Ob es sich um ein älteres Werk handelt, welches neu übersetzt wurde oder um ein neues Buch, fand ich nicht heraus. Und warum unter einem anderen Namen? Wenn ihr mehr darüber erfahren könnt, lasst es mich bitte wissen. 

Fazit:
Ein toller Plot und vor allem zum Ende hin einige unerwartete Twists, die die Spannungskurve stark ansteigen ließ. Jedoch fand ich einige Aktionen etwas unglaubwürdig und nicht wirklich stimmig. Zusätzlich gab es noch einige Handlungsstränge, die im Sand verliefen und Hinweise, die im Endeffekt keine Rolle spielten.  Ein "Popcorn-Thriller" für ein spannendes Wochenende - nicht mehr und nicht weniger.

Vielen Dank an die Lesejury und an Lübbe für das Rezensionsexemplar!

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