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Zum Schweigen verdammt - Melanie Metzenthin

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

     

    • Taschenbuch: 352 Seiten
    • Verlag : ‎ Tinte & Feder (25. Juli 2023)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 2496711042
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-2496711042
    • Genre: historischer Roman, Roadtrip

       

Amazon Kurzbeschreibung:
1953: Der junge Journalist Eddy McLaine und sein Fotograf Bruno Matthiesen machen sich mit einem ausgebauten VW-Bus auf die weite Reise von Deutschland in den Iran. Begeistert von der fremden Welt des Orients und der iranischen Gastfreundschaft, gelingt es den aufgeschlossenen jungen Männern schnell, Kontakte zu knüpfen. Doch der Iran steht am Scheideweg zwischen Tradition und Moderne – Teheran ist ein Pulverfass und Eddy und Bruno sind mittendrin. Wenn jetzt noch herauskommt, dass Bruno und er viel mehr sind als nur Kollegen, könnte es für sie beide lebensgefährlich werden … 

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Die Bücher der Autorin Melanie Metzenthin lese ich sehr gerne. Melanie war sogar schon bei mir am Blog zu Gast, als wir die "Hafenschwester" Trilogie in einer Blogger-Leserunde hier bei mir gelesen haben.

Mit "Zum Schweigen verdammt" hat sie einen etwas anderen Roman geschrieben. Das Buch gehört zur "Leise Helden" Reihe, jedoch sind Eddy und Bruno zwei Nebenfiguren der Trilogie, die nun ihre eigene Geschichte bekommen. Man kann daher diesen Roman auch ohne Vorkenntnisse zur Reihe lesen.
Ich habe Band 3 "Die verstummte Liebe" gelesen, welche eine Art Vorgeschichte zu den ersten beiden Bänden ist, und der mich sehr bewegt zurückgelassen hat.

Wir begleiten Bruno und Eddy auf ihrer Reise in den Iran, der 1953 noch sehr westlich orientiert und fortschrittlich war. Wenn man sich die heutigen Nachrichten oder die Entwicklung des Landes in den letzten fünfzig Jahren ansieht, ist dies kaum zu glauben. Unsere Generation und die nach mir kennen deswegen den Iran nur als grausame Diktatur.
Wir befinden uns in der Zeit des Kalten Krieges. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich die Stimmung zwischen der USA und der Sowjetunion wieder zunehmend verschlechtert. Die Trennung Deutschlands in Ost- und West zeigt die Differenzen und die politischen Gegensätze.
In dieser Zeit machen sich Bruno Matthiesen aus Westdeutschland und der Brite Eddy McLaine auf den Weg in den Iran. Die beiden sind ein Paar und dürfen ihre Liebe nicht ausleben. Umso mehr freuen sie sich auf den gemeinsamen Road-Trip. Eddy ist Journalist und möchte eine Reisereportage schreiben. Er hat dazu das okay seines Chefs bekommen und ahnt noch nicht, in welche politisch wichtige Epoche sie geraten werden. Bruno hat den gemeinsamen VW-Bus umgebaut und möchte damit Werbung für seine Tischlerei machen. Außerdem soll er als Fotograf auftreten.
Auf den Weg in den Iran erfahren sie große Gastfreundschaft und treffen letztendlich wohlbehalten in Teheran ein, wo sie der Familie Khademi begegnen, die ihnen ein offenes Haus anbieten. Der britische Journalist Trevor, an den sich Eddy wenden soll, um ihm Einblicke in die iranischen Gegebenheiten zu ermöglichen, verhält sich hingegen äußert unfreundlich. 

Ich tat mir zu Beginn etwas schwer mit dem Einstieg. Der Schreibstil erinnerte mich nicht wirklich an die Autorin, von der ich bereits einige Bücher gelesen hatte. Er war sehr nüchtern und erinnerte eher an ein Sachbuch. Doch bald änderte sich mein Gefühl und ich nahm regen Anteil an Bruno's und Eddy's Abenteuer. Man bekommt Einblicke in die Hintergründe und den Machtspielchen der Briten, Amerikaner und Russen, die den Iran auf ihre Seiten ziehen wollen. Unter Reza Schah blühte das Land auf und war ein moderner Staat. Doch nach seinem Tod wird sein Sohn Mohammed Reza Pahlavi zum Spielball der Großmächte. Die kommunistische Tudeh-Partei unterstützt außerdem Premier Mohammad Mossadegh und die Briten sind seit dem Streit um das Öl zu Feinden mutiert. Bruno und Eddy sind mittendrin und erleben den Beginn des Umsturzes life mit.

Melanie Metzenthin hat die damaligen politischen Ereignisse wunderbar mit ihrer fiktiven Geschichte um Bruno und Eddy verwoben. Beide Männer sind sehr symapthische Figuren. Durch viele Dialoge erhalten wir persönliche Einsichten und erfahren mehr über die charakterlichem Eigenschaften der beiden.

Das Bild dieses Landes, wie wir es heute kennen und wie es Bruno und Eddy vor siebzig Jahren erleben durften, lässt sich kaum vergleichen. Von dem gastfreundlichen und damals noch weltoffenen Iran mit seinen freundlichen und herzlichen Menschen ist nicht viel geblieben. Melanie Metzenthin erzählt über die Wandlung eines neutralen und eher europäisch orientierten Landes hin zum Gottesstaat, wie wir ihn heute kennen. Mich hat es sehr erschreckt, wie schnell ein neutrales und weltoffenes Land in eine völlige Diktatur schlittern kann. Das macht sehr nachdenklich! Auch die Rollen der USA und Russland, die mit ihren Geheimdiensten und ihrer Doppelmoral wesentlich zum Niedergang des Irans beitrugen, werden aufgezeigt.

Im Nachwort gibt es noch einige zusätzliche Details zu Akteneinsichten, die erst 2013 veröffentlicht wurden.

Fazit:
Ein sehr interessanter Roman, der das Leben im Iran vor siebzig Jahren zeigt und wie es zum Umsturz zum Gottesstaat kam, den wir heute kennen. Die beiden Protagonisten Bruno und Eddy sind dabei wundervolle Charaktere, die ich gerne begleitet habe.


Sommervögel - Barbara Schinko

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Broschiert: 270 Seiten
    • Verlag: ‎ MAXIMUM Verlag; 1. Edition (23. Juni 2023)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3948346976
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3948346973
    • Genre: Jugendroman Young Adult





Maximum Kurzbeschreibung:
Die 17-jährige Fern und ihre beste Freundin Mela wollen zu einem Musikfestival auf Juist, als ein Bahnstreik ihre Pläne durchkreuzt. Sie stranden in einem ostfriesischen Dorf. Auch Jona und Sanne sind auf dem Weg - zum Ferienhaus von Jonas Familie am Meer. Sie bringen die impulsive Fern und die stets perfekt organisierte Mela zur Fähre. Doch die hat wegen eines Unwetters den Betrieb eingestellt. Was nun? Notgedrungen übernachten die vier zusammen im Ferienhaus. Mela fühlt sich zu dem sympathischen, loyalen Jona hingezogen, während Fern zunehmend genervt vom sarkastischen Sanne und dessen Lügengeschichten ist. Erst als die Mädchen beschließen, das Festival sausen zu lassen und stattdessen mit den Jungs einen Roadtrip unternehmen, kommen sie sich näher. Und plötzlich spielen Ferns Gefühle verrückt … Soll sie Sanne eine Chance geben? 

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Roadtrip und Jugendbuch sind zwei Stichworte, die mich immer wieder neugierig werden lassen. Die österreichische Autorin Barbara Schinko ist mir ebenfalls noch unbekannt und wie schon vor kurzem angesprochen, möchte ich dieses Jahr noch viel mehr Autor:innen aus meinem Heimatland kennenlernen.

Wir starten mit der Zugreise von Fern und Mela, die sich mega auf ihren ersten Festival-Besuch freuen. Auf Juist spielt Melas Lieblingsband Valby und für beide Mädels ist es die erste Reise ans Meer. Doch das extreme Schlechtwetter durchkreuzt die Pläne der beiden Freundinnen. Zuerst streikt die Bahn und dann fährt wegen dem anhaltenden Sturm keine Fähre nach Juist. Gestrandet an einem Bahnhof im Nirgendwo treffen sie auf Jona und Sanne, die unterwegs zum Ferienhaus von Jonas Tante sind. Obwohl sie die beiden Burschen nicht kennen, steigen Fern und Mela ins Auto und fahren mit ihnen mit. Dabei lernen wir die vier besser kennen und erleben einige aufregende Tage...

Die Geschichte wird aus der Sicht von Fern erzählt. Dadurch bekommen wir einen direkten Blick in ihre Gedankenwelt. Im Fokus steht die ganz besondere Freundschaft zwischen den beiden Mädchen und das erste Kennenlernen mit den Jungs, Herzklopfen und Abenteuer. Perfekt für eine Lektüre über das Erwachsenwerden.

Die Charakte der vier sind sehr unterschiedlich. Während Fern eher spontan agiert und noch keine richtigen Pläne für ihre Zukunft hat, ist Mela strukturiert und ziestrebig. So ergänzen sich die beiden perfek. Sie vetrauen einander und sind immer füreinander da.
Auch die Freundschsftt zwischen Jona und Sanne ist etwas besonders. Dabei fiel es mir anfangs etwas schwer Sanne zu mögen. Er ist sprunghaft und erzählt, was ihm gerade einfällt. Meistens ist es weit entfernt von der Wahrheit. Manchmal kam es mir vor, als würde er in einem "Wolkenkuckucksschloss" wohnen. Mit seinen spontanen Wetten bereichert er allerdings den Aufenthalt von Mela und Fern und macht Jonas Leben bunter.
Ich konnte manche seiner Aktionen nicht wirklich gutheißen. Dafür bin ich wohl schon zu alt. Trotzdem bringt er frischen Wind in die Gruppe und auch in den Roman. Ich bin mir sicher hinter dieser chaotischen und fröhlichen Maske steckt ein sensibler Junge. Jona ist ganz anders als Sanne. Er ist der ruhigere der Beiden und versucht Sanne immer wieder auf den Boden zurückzuholen.

Die Charaktere hat Barbara Schinko wirklich sehr lebendig dargestellt. Sie sind zum Anfassen und handeln dem Alter entsprechend. Trotzdem fand ich nicht wirklich Zugang zu ihnen. Ich denke ich bin der Zielgruppe für diesen Roman schon entwachsen....
Die aufkeimende Zuneigung zwischen Sanne und Fern wird sehr liebevoll beschrieben.

Die Kapitel sind relativ lang, der Schreibstil einfach und sehr dialoglastig. Er passt zur jugendlichen Zielgruppe. Die Beschreibungen von Ostfriesland sind bildhaft und lebendig.
Das Ende ist bittersüß und lässt noch einige kleine Fragen offen.

Fazit:
Eine nette Geschichte rund ums Erwachsenwerden. Ich mag Romane zu diesem Thema, jedoch war mir "Sommervögel" zu "kindlich". Ich bin der Zielgruppe doch schon entwachsen, auch wenn ich andere Romane zu diesem Thema oftmals anders empfinde. Hier hat es für mich nicht ganz gepasst.

Vielen Dank an den Maximum Verlag und an Lovelybooks, sowie für die nette Begleitung der Autorin bei der Lovelybooks-Leserunde

Hannos Reise - Kai Bischof

     

    • Taschenbuch: 432 Seiten
    • Verlag: Independently published (3. Dezember 2020)
    • ASIN : B08PJWKPRB
    • ISBN-13 : 979-8664437829
    • Genre: Jugendbuch, Roadtrip, Abenteuerroman



Kurzbeschreibung:

Der siebzehnjährige Hanno Vollmer ist kein Junge vieler Worte. Eine Eigenschaft, die ihn unter seinen Mitschülern nicht gerade beliebt gemacht hat. Und während die hübsche Melina ihn überhaupt nicht beachtet, hat es ausgerechnet Großmaul Rayk auf ihn abgesehen. Zu allem Überfluss schickt ihn sein Vater über die Sommerferien auch noch auf Europareise, wo er doch eigentlich mit seinem einzigen Freund, dem Onlinegamer Silentfox14, virtuelle Welten auf der Playstation erobern wollte. Als er im Zug nach Freiburg auf die selbstbewusste Studentin Sarah trifft und sich an ihre Fersen heftet, ist die hübsche, drei Jahre ältere Amerikanerin zunächst genervt von ihm. Doch weil Hanno ihr in München aus der Patsche hilft, bietet sie ihm an, die Reise gemeinsam fortzusetzen. Die beiden kommen sich näher, bis Sarah ihm eröffnet, dass sie nicht die Person ist, als die sie sich ausgibt …

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Meine Meinung:
Dies ist mein zweiter Roman des Autors und wie auch "Für dich bricht meine Welt zusammen" fand ich die Geschichte glaubwürdig und wunderbar erzählt.
"Hannos Reise" wird unter Young Adult gelistet, ist es aber meiner Meinung nach nicht. Es ist viel mehr ein Road-Trip und ein Selbstfindungsroman. Es gibt hier keinen Bad Boy und auch keine ausgiebigen Sexszenen, sondern einen ganz normalen siebzehnjährigen Jungen, der auf der Suche nach sich selbst ist.
Hanno ist schüchtern und wird in der Schule gemobbt. Er ist keiner der großen Macker, sondern ein introvertierter Junge mit wenig Selbstbewusstsein. Am liebsten spielt er Onlinegames, wo er in Silentfox14 eine verwandte Seele gefunden hat. Doch am Ende des Schuljahres schickt ihn sein Vater auf eine Interrail-Tour, um endlich etwas mehr Selbstbewusstsein zu gewinnen. Hanno ist entsetzt. Doch schon am ersten Tag bekommt er Hilfe von der hübschen, drei Jahre älteren Sarah, als er im Zug blöd angemacht wird. Hanno klebt fortan an ihrer Seite, was Sarah gar nicht recht ist. Doch dann hilft ihr Hanno in München aus der Patsche und Sarah und er beschließen nun doch gemeinsam weiterzureisen. Sarah hütet jedoch ein Geheimnis...sie ist nicht diejenige, als die sie sich ausgibt....

Was für ein toller Jugendroman und gleichzeitig ein Roadtrip quer durch Europa. Kai Bischof/Kai Everstein hat es wieder geschafft, mich völlig in seiner Geschichte abtauchen zu lassen.
Die Protaginisten sind authentisch und mit viel Liebe zum Detail ausgearbeitet. Hanno ist ein sehr sympathischer Junge. Ich konnte viele seiner Unsicherheiten und Selbstzweifel verstehen - auch mir ging es in seinem Alter sehr ähnlich. Er ist ein feinfühliger und empathischer junger Mann, der jedoch durch die ständige Mobberei durch seine Klassenkameraden immer weniger Selbstvertrauen aufbringt. Nur in seiner Spielewelt fühlt er sich wohl.
Sarah spielt bei Hannos Selbstfindung eine große Rolle. Die ältere und selbstbewusste junge Frau, die früh auf eigenen Beinen stehen musste, nimmt Hanno so, wie er ist. Sarah lernt Hanno in einem anderen Umfeld kennen und erkennt sehr schnell, welche Herzenswärme er besitzt. Sie versucht ihm zu vermitteln, dass er liebenswert ist. Das dauert jedoch eine Weile, was sehr authentisch dargestellt wird. Sarah hat ihre eigenen Probleme und erfährt durch Hanno etwas Normalität in ihrem Leben.
Zwar dreht sich die Geschichte auch um Liebe, aber es gibt keine aufgesetzte Romanze, sondern es geht um Freundschaft, Empathie und Hilfsbereitschaft.

Zusätzlich haben mir die Reisen in die Schweiz, nach Spanien, Italien und Schweden sehr gut gefallen. Die Landschaftsbeschreibungen sind lebendig und bildhaft. Außerdem war ich selbst vor 2 Jahren in Andalusien und freute mich buchtechnisch nochmals in diese Gegend reisen zu können.

Die Geschichte ist wunderbar authentisch. Kai Bischof erklärt ohne erhobenen Daumen, wie wichtig Individualität ist und man sich nicht dem Gruppenzwang beugen soll. Nur ganz am Ende fand ich zwei Dinge ein bisschen zu viel gewollt.

Schreibstil:
Der Schreibstil von Kai Bischof ist einfühlsam, aber auch locker mit einer Prise Humor. Der Autor lässt tief in die Gefühlswelt seines Protagonisten blicken.

Fazit:
Ein wundervoller Roman für jung und alt mit einem sehr sympathischen Protagonisten. Eine Geschichte, die jungen Menschen aufzeigt nicht der oberflächlichen Masse nachzueifern, sondern sich selbst und seine eigenen Stärken zu finden. Den älteren Semestern - wie ich - erlaubt es einen Blick zurück in ihre Jugend und erinnert an die Selbstzweifel, die man damals hatte. Wie schon Kai Bischofs letzter Jugendroman sticht auch "Hannos Reise" aus dem Einerlei dieses Genres heraus. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!

Vielen Dank an den Autor für das Rezensionsexemplar!


Wie Nebel in der Sonne - Astrid Töpfner




    • Taschenbuch: 332 Seiten
    • Verlag: Tinte & Feder (14. August 2018)
    • ISBN-10: 2919802623
    • ISBN-13: 978-2919802623
    • Genre: Liebesroman, Roadtrip, Gegenwartsliteratur



Amazon Kurzbeschreibung:
Dass sich aus einem Flirt und zu viel Wein gleich eine gemeinsame Reise nach Spanien entwickeln würde – damit hätten Susanna und Mark sicher nicht gerechnet. Schließlich begegnen sie sich am Abend vor der Abfahrt zum ersten Mal. Was in einer kleinen Bodega in Zürich beginnt, wird zu einem höchst emotionalen Trip. Beide ahnen noch nichts davon, welches Ziel der jeweils andere mit dieser Fahrt verfolgt: Susanna begibt sich nach dem Tod ihrer Mutter auf die Suche nach ihrer Familie und kommt dabei einem lang gehüteten Geheimnis auf die Spur, und Mark versucht nach einem tragischen Erlebnis den Glauben an die Liebe wiederzufinden und sich selbst zu verzeihen. Für beide ist diese Reise mit Trauer und Schmerz verbunden, aber auch mit Neuanfängen, Freude und der Hoffnung auf Glück.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge
Meine Meinung:
Der Debütroman von Astrid Töpfner überzeugt mit viel Gefühl und Herz, ohne dabei kitschig zu werden. Der Einstieg in die Geschichte ist zuerst kein leichter, denn unsere Protagonistin Susanna hat eine schwere Zeit. Ihre Mutter ist an Krebs erkrankt. Ihr tagesablauf besteht im Moment nur aus der Pflege dieser und ihrem Job in einer Gärtnerei. Ihre Schwester Amaia verwirklicht sich seit Jahren in Indien selbst und reagiert nicht auf Susannas Bitten nach Hause zu kommen. Auch ihr Freund Sven fühlt sich durch die Zeit, die sie ihrer Mutter widmet, vernachlässigt. Beide sind keine große Hilfe oder Stütze in dieser schwierigen Situation. Als Susanna erfährt, dass Sven sie betrügt, ist sie am Tiefpunkt angelangt. Kurz darauf stirbt ihre Mutter. Susanna ist gefangen in ihrer Trauer, als Amaia doch noch pünktlich zum Begräbnis auftaucht. Gemeinsam verabschieden sie die Mutter, als Susanna sich entschließt die Asche in ihre Heimat zu bringen. Sie nimmt sich Urlaub, um die Urne nach Spanien zu überführen - an den Ort, wo ihre Mutter als Kind glücklich war....

Mark und Susanne treffen zufällig in einer spanischen Weinstube aufeinander. Ein kleiner Flirt und zu viel Alkohol führen zu einer spontanen Entscheidung. Susanna bietet Mark die Mitreise nach Spanien an. Zu Beginn der Reise bereuen sie beide, so vorschnell gehandelt zu haben, doch mit der Zeit wird der Roadtrip von Zürich nach Nordspanien eine emotionale Tour mit Höhen und Tiefen. Beide Charaktere haben viel aufzuarbeiten.  Immer wieder gibt es kurze Rückblicke in die Vergangenheit, die uns nach und nach mehr über Susanna und Mark offenbaren. Diese sind in kursiver Schrift gehalten. Erst allmählich öffnen sie sich gegenüber dem Anderen und geben immer mehr von ihren Gedanken und Gefühlen preis. So erkennen Mark und Susanna am Ende, was im Leben wirklich zählt.
Dazu kommt noch ein kleines Familiengeheimnis, das Susannas Welt auf den Kopf stellt. Trauer, Liebe und Schuldgefühle sind der rote Faden in der Geschichte.

Susanna und Mark sind zwei sympathische Protagonisten, wobei Mark kurzfristig etwas an Sympathie einbüßt, als seine Geschichte näher beleuchtet wird. Er ist ein richtiger "Halodri", der es mit den Frauen nicht sehr ernst meint und eine Entscheidung trifft, die er später bereut. Er ist charmant und überzeugt von seiner Ausstrahlung auf Frauen. Doch hinter seiner coolen Fassade steckt ein junger Mann mit Herz und einer tragischen Geschichte.
Susanna kann nicht loslassen und ihre Trauer nicht zulassen. Zu lange hat sie alleine gekämpft, um die Tage zu überstehen. Auch von den Männern wurde sie schon zu oft enttäuscht und auch diesmla ist sie sich sicher, dass auch Mark etwas zu verbergen hat.
Astrid Töpfner gelingt es sehr gut die innere Zerissenheit der beiden Figuren darzustellen. Jeder kämpft gegen seine eigenen Dämonen. Dabei zieht der Roman den Leser aber nicht in eine melancholische Lesestimmung, sondern man bekommt das Gefühl, dass die Charaktere aus den dichten Nebel herausfinden und sich am Ende einen Platz an der Sonne sichern.

Schreibstil:
Astrid Töpfner schreibt sehr gefühlvoll und diaoglastig. Der warmherzige, aber melancholische Roman hat ein trauriges Thema, welches die Autorin jedoch gekonnt mit einigen witzigen Dialogen mischt und den Leser nicht hinabzieht. Die Beschreibung der Landschaft ist bildhaft und lebendig.
Susannas spanische Herkunft mütterlicherseits wird durch spanische Worte immer wieder hervorgehoben. Es ist gerade so viel, dass auch Leser, die wie ich nicht der Sprache mächtig sind, den Sinn verstehen.

Fazit:
Ein warmherziger Roman über Liebe, Verlust und Schuldgefühle, der durch den teilweise witzigen Roadtrip an Melancholie verliert. Die Autorin versteht es mit einer etwas anderen Liebesgeschichte zu überzeugen, die zugleich schön und trautig ist. Ein toller Debütroman!

 
Vielen Dank an die Autorin die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!
 

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