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Winterleuchten am Liliensee - Elisabeth Büchle

    Die Bildrechte liegen beim Verlag


     Taschenbuch: 224 Seiten

    • Verlag: Gerth Medien; 3. Edition (10. August 2020)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3957346614
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3957346612
    • Genre: christlicher Roman, historischer Roman, Liebesroman


Gerth Medien Kurzbeschreibung:
Schwarzwald, 1965: Lisa hatte es nie leicht im Leben und wird von Selbstzweifeln geplagt. Als sie von der Försterfamilie Vogel an den reizvollen Liliensee eingeladen wird, hofft sie, dort Heilung zu erfahren. Charlotte Vogel nutzt die Gunst der Stunde, denn sie wünscht sich nichts sehnlicher als eine liebevolle Schwiegertochter. Und tatsächlich: Lisa unternimmt eine Bergtour mit Robert, dem ältesten Sohn der Familie, doch schon bald schweben die beiden in Gefahr ... Eine spannend-romantische Geschichte, die aufzeigt, dass Gott auch auf krummen Linien gerade schreiben kann. 

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Es ist schon eine Weile her, dass ich diesen Roman von Elisabeth Büchle gelesen habe, aber im Moment passt er perfekt in die Zeit. Außerdem überlege ich gerade, ob ich mir nicht auch den zweiten Band in den nächsten Monaten kaufen soll, der "Fühlingsfunkeln am Liliensee" heißt.

Unsere Protagonistin Lisa ist ohne Mutterliebe aufgewachsen. Nach ihrem Tod wird sie von Charlotte Vogel, einer Freundin ihrer Mutter eingeladen, die mit ihrer Familie im Schwarzwald wohnt. Die junge Frau, die an Selbstzweifeln leidet, hofft auf eine schöne Zeit in den Bergen und etwas Ablenkung. Bei ihrer Ankunft sind ihr jedoch nicht alle Hausbewohner wohl gesonnen. Die drei Söhne von Charlotte sind skeptisch und Lisa gegenüber alles andere als aufgeschlossen. Dabei würde sie die junge Frau am liebsten mit einem ihrer Söhne verkuppeln, damit sie endlich unter die Haube kommen. Für Charlotte wäre ihr mittlerer Sohn Georg der geeignete Kandidat. Sie versucht alles, um Georg von Lisa zu überzeugen. Großvater Johann ist jedoch anderer Meinung: Er setzt auf seinen ältesten Enkel Robert und schießt bei Charlottes Verkupplungsversuchen gehörig dazwischen. Das kann nur zu einem heillosen Durcheinander führen. Ein gemeinsamer Ausflug in die Berge endet nicht wie geplant, denn Robert und Lisa werden von einem Schneesturm überrascht und müssen sich in eine Hütte flüchten, wo sie nun gemeinsam festsitzen…

Ähnliche Situationen hat sicher schon jeder in einem Buch gelesen - egal, ob ein Gewitter, Platzregen oder Schneesturm....ein typisches Ereignis für eine Lovestory. Ein Klischee, bei dem ich immer öfter mit den Augen rollen muss und der auch bei diesem Buch Abzüge in der Bewertung bringt.
Jedoch hat Elisabeth Büchle ihre Charaktere so wunderbar lebendig angelegt, dass man mit ihnen mitfühlt und ihnen wirklich nahe kommt. In dieser auswegslosen Situation müssen Robert und Lisa versuchen sich gegenseitig zu vertrauen und sich zu öffnen..
So erfährt auch der Leser mehr über Lisas Schicksal, die ohne Mutterliebe aufgewachsen ist. Einzig ihre Großtante Camille hat dem Kind etwas Liebe entgegengebracht, doch ein Familienleben ist Lisa unbekannt. Bei den Vogels wird ihr das einmal mehr schmerzlich bewusst. Gleichzeitig genießt sie den dort gelebten Zusammenhalt und das liebevolle Miteinander.
Robert
knabbert seinerseits an einer schlechten Erfahrung und lässt seitdem keine Frau näher an sich heran. Da soll auch Lisa keine Ausnahme sein. Er ist eher griesgrämig und ein Einzelgänger. Georg hingegen ist ein offener und fröhlicher junger Mann, Charlotte eine warmherzige Frau, die nur das Beste für ihre Familie möchte. Sie kann dabei aber auch furchtbar nerven.

Die Naturbeschreibungen rund um das Forsthaus und den See sind sehr bildhaft und gelungen. Auch die Szenen in der Schutzhütte am Berg, mit Massen an Schnee, konnte ich mir zu jeder Zeit vorstellen.

Elisabeth Büchles Romane erscheinen im christlichen Gerth Medien Verlag. Ich bin nicht sehr gläubig und trotzdem lese ich Romane aus diesem Verlag (und vom Francke Verlag) sehr gerne. Dabei habe ich schon einige Schätzchen entdeckt. Der christliche Aspekt ist nicht vordergründig im Roman zu finden, taucht aber immer wieder auf. Es geht dabei aber um Fragen, über die sich jeder Mensch Gedanken machen sollte, wie zum Thema Familie oder Zusammenhalt, aber auch gegen Vorurteile Menschen gegenüber, über die wir nicht viel wissen oder über die wir wegen Äußerlichkeiten urteilen.

Neben den ernsteren Themen fand ich auch den Humor wunderbar. Vorallem, wenn Großvater Johann mit allerlei Tricks versucht Lisa und Robert zusammenzubringen und Charlottes Ideen zu manipulieren.

Fazit:
Ein warmherziger und atmosphärischer Wohlfühlroman mit einigen klischeehaften Szenen. Nicht wirklich etwas Neues, aber man weiß, was man bekommt. Zum Entspannen und Abtauchen perfekt geeignet.


Im Schatten der Vergangenheit - Elisabeth Büchle



    • Gebundene Ausgabe: 496 Seiten
    • Verlag: Gerth Medien GmbH (20. Februar 2019)
    • ISBN-10: 3957345359
    • ISBN-13: 978-3957345356
    • Genre: Gegenwartsliteratur, christlicher Roman, Spannungsroman



Gerth Kurzbeschreibung:
Pattonville, Deutschland 2015: Die Familie der Deutsch-Amerikanerin und ehemaligen Leistungssportlerin Hanna Jameson ist von einem Tag auf den anderen wie vom Erdboden verschluckt. Um sie zu suchen, reist Hanna in die Vereinigten Staaten. Dort trifft sie auf Chris Thompson, der sich gemeinsam mit ihr auf die Suche nach ihrer Familie begibt. Doch Hanna ist sich nicht sicher, ob sie ihm wirklich vertrauen kann ... Währenddessen stellt ein Freund der Familie, der IT-Experte Kevin Pancol, von Deutschland aus Nachforschungen an - nicht ahnend, dass er dadurch nicht nur sich selbst, sondern auch Hanna in Gefahr bringt. Schmerzlich wird der jungen Frau bewusst, dass nichts in ihrem Leben so ist, wie es scheint ...

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
In Elisabeth Büchles neuem Roman hat mich das Cover etwas irre geführt. Nachdem ich bei der Autorin blind zugreife, habe ich auch nicht den Klappentext gelesen (was ich in letzter Zeit immer weniger mache, da oftmals schon gespoilert wird). Erwartet hatte ich einen Roman in zwei Zeitsträngen, wie ihr letztes Hardcover, das ähnlich gestaltet ist, nämlich "Mehr als nur ein Traum", das für mich ein Jahres Highlight war. Und nach dem Beenden war mir auch klar, dass es in gewisser Weise auch mit "Im Schatten der Vergangenheit" zusammenhängt, aber nur weitläufig. Ein Thema haben beide Romane gemeinsam, nämlich den Klu-Klux-Clan..
"Im Schatten der Vergangenheit" ist ein Spannungsroman, fast schon ein Action-Thriller, der nur im Prolog in die nahe Vergangenheit reist, aber sonst nur in der Gegenwart spielt. Für mich kein Problem, weil ich ja sehr gerne Krimis und Thriller lese, allerdings hatte ich das von einem christlichen Roman von Elisabeth Büchle nicht erwartet.

Der kurze Prolog hat mein Blut sofort in Wallung gebracht. Wir befinden uns im Jahr 1985 und der Klu-Klux-Clan stürmt das Haus des farbigen Bürgermeisterkandidaten in einem kleinen Ort in Mississippi und hinterlässt ein Blutbad.
Dreißig Jahre später lernen wir die deutsch-amerikanische Leistungssportlerin Hanna Jameson kennen. Nach einer sportlichen Pause wegen Krankheit, soll sie in Pattonville, nahe Stuttgart, zu ihrer Familie stoßen, die vor drei Wochen aus der USA nach Deutschland übersiedelt ist. Als Hanna jedoch bei der besagten Adresse ankommt, wohnt eine fremde Frau im Haus der Eltern. Die Nachbarn haben weder den Ein-, noch den Auszug ihrer Familie bemerkt und auch telefonisch sind sie nicht zu erreichen. Hanna ist verzweifelt und wendet sich nach einem erfolglosen Versuch bei der Polizei an den einzigen Menschen, den sie kennt: Kevin Pancol, IT-Spezialist und Mitarbeiter ihres Vaters und Freund der Familie. Er ist aus firmeninternen Gründen auch erst aus den USA übersiedelt. Als Kevin zusammengeschlagen und ebenso wie Hanna verfolgt wird, setzt sie sich ins Flugzeug und fliegt zurück in die USA zu ihrer Zwillingsschwester Helen. Diese ist seit einem Amoklauf in der Mother Emanual Church jedoch ebenfalls unauffindbar. In den USA angekommen entdeckt Hanna verdächtige Männer am Flughafen und trifft kurze Zeit später auf Deputy US Marshall Chris Thompson, der ihr seinen Schutz anbietet....

Die Geschichte wechselt zwischen sehr rasanten und temporeichen Stellen und tritt danach wieder viel zu lange auf der Stelle. Neben dem temporeichen Teil rund um die Verfolgung von Hanna geht es um die Themen Rassenhass, Zeugenschutzprogramm, Glaube und Selbstfindung. Auch die Familie und ihr Zusamenhalt spielt eine Rolle, genauso wie das FBI. Trotz der schnellen Szenewechsel, vorallem zu Beginn, hatte der Roman für mich einige Längen. Vorallem in der Mitte hatte ich öfters den Drang querzulesen.

Auch die Charaktere blieben mir teilweise zu blass und fern. Oftmals wurden sie nur anhand einer einizigen Charaktereigenschaft beschrieben (Kevin spricht keine ganzen Sätze und ist ein Nerd, Helena ist der ruhige Zwilling, Hanna die Sportliche und Ruhelose...beide sind natürlich äußerst attraktiv; die jüngere Halbschwester ist ein typischer motziger Teenager, ihr kleiner Bruder steht in ihrem Schatten...mehr erfährt man eigentlich nicht über ihn. Auch die Eltern bleiben Phantome).
Ich wurde weder mit den Figuren richtig warm, noch überzeugte mich die Liebesgeschichte, die von vielen Äußerlichkeiten dominiert wurde. Die Figuren blieben für mich leblos, obwohl sie jede Menge erleben.

Der Schreibstil der Autorin ist wie immer sehr einnehmend. Sie erzählt lebendig und flüssig. Die Landschaftsbeschreibungen, vorallem während der Verfolgungsjagd im Nationalpark, waren sehr lebendig und bildhaft. Einzig die Charaktere waren diesmal ein großes Manko.

Fazit:
Dieser Roman von Elisabeth Büchle, der teilweise schon einen Action-Thriller nahe kommt, konnte mich leider nicht wirlich überzeugen. Die Figuren blieben mir zu einseitig und blass. Rasante und temporeiche Szenen wechselten zwischen langatmigen Kapiteln, die mir oftmals die Lust zum Weiterlesen nahmen. Für mich bisher der schwächste Roman der Autorin, der mich leider enttäuscht zurrückgelassen hat.

Vielen Dank an Gerth Medien für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares


Der Klang deiner Liebe - Noa C. Walker



    • Taschenbuch: 344 Seiten
    • Verlag: Tinte & Feder (4. Dezember 2018)
    • ISBN-10: 2919804480
    • ISBN-13: 978-2919804481
    • Genre: Liebesroman


Amazon Kurzbeschreibung:
Seit sie ihren Verlobten kurz vor der Hochzeit bei einem Autounfall verlor, ist die Musik in Alexandras Herzen verstummt. Nun führt sie eine kleine Pension auf Norderney und zieht mit ihrer Herzenswärme viele Menschen an, die ebenfalls eine schmerzhafte Situation bewältigen müssen. Als Marc mit seinem Freund Jens in die Pension kommt, beginnt zum ersten Mal seit langem eine zarte Note in Alexandra zu schwingen. Doch Marc trägt ein Geheimnis in sich, das ihn davon abhält, sich anderen Menschen zu öffnen. Als sich die beiden einander endlich annähern, holt die Vergangenheit sie ein. Alexandra muss befürchten, noch einmal einen geliebten Menschen zu verlieren.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Alexandra steht kurz vor der Hochzeit mit dem Orchestermusiker Johann, als ein tödlicher Autounfall ihn frühzeitig aus dem Leben reißt. Die junge Frau versinkt in tiefe Trauer. Die gemeinsame Liebe zur Musik hat die beiden Liebenden verbunden, doch nun ist jede Melodie in Alexandra verstummt. Sie versucht ihre Trauer durch Reisen in fremde Länder zu kompensieren und landet schlussendlich auf der Nordseeinsel Norderney. Mit dem Geld von Johanns Lebensversicherung richtet sie das Häuschen von Johanns Mutter Marianne her. Es wird zu einer kleinen Pension, die vorallem Menschen willkommen heißt, die ebenfalls schmerzliche Erfahrungen machen mussten. Mit ihrem Verständnis und ihrer einfühlsamen Art findet Alexandra zu sich selbst und hilft gleichzeitig auch ihren Gästen. Als jedoch ein sehr in sich verschlossener junger Mann mit seinem gehbehinderten Freund auftaucht, spürt Alex erstmals wieder so etwas wie Anziehung und hört wieder eine leise Melodie in ihrem Herzen...

In "Der Klang deiner Liebe" geht es vorallem um Trauerbewältigung und um Vergebung. Ich kenne die Autorin bereits aus anderen Romanen, die sie unter ihren Namen Elisabeth Büchle schreibt. Ihren Schreibstil finde ich unter ihrem Pseudonym Noa C. Walker noch poetischer und detailverliebter. Die Landschaftsbeschreibungen der Nordseeinsel Norderney, die Wetterbedingunen und das ganz spezielle Inselflair hat die Autorin wunderbar eingefangen. Als Österreicherin habe ich kaum Zugang zum typischen Leben am Meer, zu Flut und Ebbe, Meerestierchen und der Schifffahrt. Durch so wunderbar beschriebene Einzelheiten und bildhaften Beschreibungen bekomme auch ich ein sehr gutes Bild von den Gegebenheiten auf einer Insel.
Sehr gut gefallen hat mir auch der musiklische Anteil. Noa C. Walker verbindet viele Gefühle mit Musik. Dadurch fühlte ich mich sofort heimisch im Roman.
Auch die einzelnen Figuren glänzen mit liebevoller und lebendiger Charakterdarstellung. Alle Gedanken und Gefühlsregungen von Alexandra werden durch kursive Schrift vom restlichen Text abgehoben und dem Leser mitgeteilt. Sie ist eine junge Frau voller Herzlichkeit und Anteilnahme. Sie geht auf andere Menschen zu und ist für sie da.
Besonders gefallen hat mir Lotti, die flippige Nachbarin von Alex, die ihr immer zur Seite steht. Max und Marianne sind Johanns Eltern, die nie mit dem Verlust ihres Sohnes fertig geworden sind. Sie verdrängen ihre Trauer durch Wut und Hass. Einzig Alex versucht nach vorne zu blicken und zu vergeben. Denn letztlich geht es darum, was ein "nicht vergeben können" alles anrichten kann.... (O-Ton Noa C. Walker)
Auch die Nebenfiguren, wie einige Pensionsgäste, sind sehr liebevoll gezeichnet und ich hatte von ihnen immer ein klares Bild im Kopf-

Obwohl einige Gegebenheiten etwas vorhersehbar sind, gibt es durchaus überraschende Wendungen, die Spannung in die Geschichte bringen. Vorallem das letzte Drittel konnte mich an die Seiten fesseln.

Fazit:
Ein sehr emotionaler Roman, dessen Hauptthema Vergebung und Trauerbewältigung ist. Durch die bildhafte Landschaftsbeschreibung, den lebendigen Figuren und dem musikalischen Anteil, fühlte ich mich in dieser Geschichte sehr wohl. Wer jedoch selbst erst einen Verlust erlitten hat, dem würde ich eher von der Lektüre abraten, da er einem zu Beginn beim Lesen doch sehr mitnimmt. Für alle anderen Leser, die gefühlvolle (und auch ein bisschen kitschige) Romane lieben und mit dem Thema Verlust und Trauer umgehen können, kann ich "Der Klang deiner Liebe" gerne weiterempfehlen.
Vielen Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar!

Unter dem Abendstern - Elisabeth Büchle



    • Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
    • Verlag: Gerth Medien (27. August 2018)
    • ISBN-10: 9783957344991
    • ISBN-13: 978-3957344991
    • ASIN: 3957344999
    • Genre: Liebesroman, christlicher Roman
    • Reihe: ja - Band 4 der Winter Reihe



Gerth Kurzbeschreibung:
Als Katja über die Weihnachtsfeiertage in ein einsam gelegenes Ferienhaus in Dänemark eingeladen wird, stimmt sie spontan zu. Am tief verschneiten Ziel angekommen, stellt sie fest, dass sich unter den Miturlaubern auch Nick befindet, für den sie früher einmal geschwärmt hat. Als die frostigen Temperaturen das Ferienhaus von der Außenwelt abschneiden, sehen sich die Gäste mit einigen Herausforderungen konfrontiert ... Eine romantische Weihnachtsgeschichte, die aufzeigt, dass Sorgen, Ängste und Selbstzweifel überwunden werden können.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Der vierte Band der Winter Reihe von Elisabeth Büchle entführt und diesmal nach Dänemark.
Katja ist Lehrerin und liebt ihren Beruf und ihre Schüler sehr. Ihre Eltern sehen ihr Potential allerdings als verschwendet an, denn in ihrer Familie wimmelt es nur von Ärzten und Juristen. Umso willkommener ist ihr die eher spontane Einladung einer ehemaligen Schulkollegin, die sie bei einer Hochzeit wiedertrifft. Diese wird mit einigen ihrer Bekannten Weihnachten in einem Ferienhaus in Dänemark verbringen. Weil das Verhältnis zwischen Katja und ihren Eltern angespannt ist und sie eigentlich nicht über die Weihnachtsfeiertage zu ihnen fahren möchte, sagt Katja zu. Als sie jedoch im Ferienhaus am Strand ankommen, ist unter den Miturlaubern ihre heimliche Jugendliebe Nick. Sie kennen sich bereits seit ihrer Schulzeit und laufen sich immer wieder über den Weg. Doch die Vergangenheit und einige unschöne "Altlasten" haben bei Beiden Narben hinterlassen und eine Annäherung nie zugelassen. Inzwischen ist Nick der Chef einer Firma und die meisten Feriengäste sind seine Angestellten. Während sie sich anfangs eher aus dem Weg gehen, nähern sie sich mit der Zeit doch noch an. Dabei spielt auch Jeffrey, Nicks Freund, eine große Rolle. Aber auch die gemeinsame Freude auf die Weihnachtstage und die besinnliche Stimmung tut ihr Übriges. Während die anderen Feriengäste das Weihnachtsfest nicht althergebracht feiern wollen, liebt Katja die Vorweihnachtszeit. Sie schmückt das Haus und bäckt leckeren Lebkuchen. Bei einem Spaziergang trift sie auf die schwangere Chiara, die im Ferienhaus nebenan wohnt....

Die Beschreibung der Natur und der Landschaft ist sehr bildhaft und hat Atmosphäre. Man spürt die Kälte des Winters, hört das Eis knacken und hört die Geräusche des Windes zwischen den Zeilen. Die winterliche Stimmung verzaubert beim Lesen. Aber auch die leckeren Gerichte und Getränke die Katja zubereitet, lassen einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Am liebsten wäre ich sofrt aufgesprungen und hätte mir auch eine heiße Schokolade mit Zimt gemacht. Die besinnliche Grundstimmung lässt schon Vorweihnachtsfreude aufkommen.

Die Charaktere sind wie immer sehr liebevoll gezeichnet. In allen Romanen der Reihe haben wir es mit mindestens einer Figur zu tun, die mit ihrer vergnagenheit zu kämpfen hat. So ist es auch hier.
Katja fühlt sich von ihren Eltern nicht verstanden Sie liebt ihren Job und hat keine hochfliegenden Karrierepläne. Sie fand sich nie gut genug.
Nick ist nach außen hin der toughte Chef. Sein Leben besteht aus Arbeit, Arbeit und noch mehr Arbeit. Dahinter versteckt er seine Selbstzweifel und Ängste. Und diese sind nicht klein...
Mein liebster Charakter war jedoch Jeffrey, Nicks Freund. Der Amerikaner hat viel Humor und macht sich einen Spaß daraus Katja jeden Tag mit einem anderen Vornamen anzusprechen. Er zeigt jedoch sehr viel Empathie und ist auch Nick ein treuer Freund.

Wer schon eines oder mehrere Bücher aus der Reihe gelesen hat, kann sich auf ein Wiedersehen mit Figuren aus den Vorgängerbänden freuen.

Dieser Band der Reihe war mir allerdings ein bisschen zu kitschig. Das ewige Hin und Her zwischen Katja und Nick hat an meinen Nerven gezerrt. Und auch die "schlimme Vergangenheit" war für mich keine große Tragödie. Trotzdem hat der Roman, wie alle Bücher der Autorin, eine absolute Wohlfühlatmosphäre. Man muss die Figuren einfach lieben!

Schreibstil:
Elisabeth Büchle schreibt sehr einfühlsam und bildhaft. Landschaften und Figuren sind einzigartig beschrieben und bringen eine wunderbare Atmosphäre in die Geschichte. Freundschaft und Empathie spielen auch diesmal wieder eine große Rolle. Witzige Dialoge lockern die manchmal feierliche oder berührende Stimmung auf.
Die Kapitel sind eher kurz gehalten.

Fazit:
Wieder ein perfekter Roman zum Abtauchen und Entspannen  - passend für die Vorweihnachtszeit. Die besinnliche Stimmung und die Wohlfühlatmosphäre tun das Übrige. Mir war dieses vierte Buch der Winter-Reihe allerdings ein bisschen zu romantisch... Wer davon nicht genug bekommen kann, sollte allerdings zugreifen!
Vielen Dank an Gerth Medien für das Rezensionsexemplar!

Die Winter Reihe:
  1. Unter dem Polarlicht
  2. Unter dem Sternenhimmel  *Rezi*
  3. Unter dem Mitternachtsmond  *Rezi
  4. Unter dem Abendstern

Mehr als nur ein Traum - Elisabeth Büchle




    • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
    • Verlag: Gerth Medien (26. Februar 2018)
    • ISBN-10: 3957344603
    • ISBN-13: 978-3957344601
    • Genre: Roman, historischer Roman




Gerth Kurzbeschreibung:
Felicitas hat trotz ihrer jüdischen Wurzeln Nazideutschland überlebt. Ein unerwartetes Erbe führt die junge Frau Anfang der 1960er-Jahre in den Süden der Vereinigten Staaten, mitten hinein in die brodelnden Rassenunruhen. Trotz aller Warnungen freundet sie sich mit ihren schwarzen Nachbarn an - und macht sich damit rasch Feinde, die bereit sind, bis zum Äußersten zu gehen. Welchem ihrer neuen Nachbarn kann sie trauen? Ein riskantes Verwirrspiel inmitten der aufgeheizten Stimmung am Mississippi nimmt seinen Lauf ...

Meine Bewertung: * * * * *
♥♥♥ Lieblingsbuch-Status ♥♥♥

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur "Ich war noch niemals ins New York" Challenge

Meine Meinung:
Bereits im Roman "Gute Geister" von Kathryn Stockett hat mich der Rassismus in den 1960igern im Süden der USA schockiert. Ich konnte es nicht fassen, dass es vor rund 50 Jahren im "fortschrittlichen" Amerika Zustände gab, die mich eher an die Zeit der Sklavenhaltung erinnerten. Die Gesichter derjenigen hätte ich gerne gesehen, als die USA den ersten schwarzen Präsidenten wählte! Nun...eine Frau hat es noch immer nicht geschafft...

Zurück zu den 1960igern. Zu dieser Zeit tritt Felicitas, eine junge Deutsche mit jüdischen Wurzeln, ein unverhofftes Erbe an. Als einzige Überlebende des Holocaust hält sie, außer ihrer Freundin Kerstin und ihrem Job als Fotografin, nichts mehr in Deutschland. Kerstin, die mit einem Piloten der US-Army liiert ist, überlegt allerdings ebenfalls mit Christopher nach Amerika auszuwandern. Als Felicitas in Wilkinson County, Mississippi ankommt, ist sie gänzlich unbefangen was Rassentrennung angeht - vorallem auch wegen ihrer eigenen Vergangenheit. Ihre offene und liebenswürdige Art hilft ihr schnell in der kleinen Stadt, sowie im eigens gelegenen Dorf der Schwarzen, Anschluss zu finden. Doch gerade ihre Unbeschwertheit den farbigen Menschen gegenüber ist manchen Bewohnern ein Dorn im Auge. Und so erhält Felicitas in ihrem neuen Heim, das zwar idyllisch, aber sehr abgeschieden liegt, bald Besuch von den berühmt berüchtigten weißen Kapuzenmännern, dem Klu-Klux-Klan. Als durchsickert, dass sie Jüdin ist, steht sie noch mehr im Zentrum der Vereinigung, die nicht nur auf Schwarze, sondern auch auf Juden und Katholiken Hatz macht. Nur durch die Hilfe der beiden engagierten Sheriffs Landon Brown und John Johnson ist sie erstmals sicher. Doch ihr fotografisches Gedächtnis erinnert sie an einen blinkenden Sheriffstern beim letzten Übergriff der Kapuzenmänner. Wen kann sie eigentlich noch trauen? Und was geschah mit der Frau, die vor ihr im Haus wohnte und auf mysteriöse Art gestorben ist? Als Kerstin in Deutschland auch noch Hinweise bekommt, dass die Nachlasspapiere Ungereimtheiten aufzeigen, sind beide Frauen mehr als beunruhigt...

Elisabeth Büchle ist mit "Mehr als nur ein Traum" ein wahrhaft großartiger Roman gelungen, der viele Themen beinhaltet und auch einen tollen Spannungsbogen aufweisen kann. In der Geschichte nehmen die Rassenunruhen in den Südstaaten der USA eine tragende Rolle ein. Dazu hat die Autorin auch einige historische Begebenheiten und Personen einflochten. J.F. Kennedy, Martin Luther King, sowie der bereits im Kern beginnende Vietnamkrieg sind genauso Themen, wie der Kampf gegen den Drogensumpf.
Mit dem Perspektivenwechsel nach Vietnam erzählt Büchle ebenso brilliant über den schwelenden Konflikt zwischen dem Norden und Süden des Landes, den Glaubenskriegen und dem Einsatz der US Army, sowie den beginnenden Drogenhandel und der Prostitution.

Charaktere:
Felicitas ist ein sehr vielschichtiger Charakter. Trotz ihrer schweren Kindheit ist sie eine offene, herzliche und hilfsbereite Frau. Sie hat ein fotografisches Gedächtnis und ist vollkommen unvoreingenommen. Auf der anderen Seite ist sie etwas tollpatschig, naiv und chaotisch. Sie hat Mut und lässt sich nicht so schnell von ihrem Weg abbringen. Sie setzt sich für Gerechtigkeit ein und nimmt auch selbst die Dinge in die Hand.
Sheriff Landon bleibt bis zum Ende hin ein undurchschhaubarer Charakter. Ich konnte ihn bis zum Ende nicht in Gut oder Böse einordnen, auch wenn ich immer etwas mehr zu den Guten tendierte. Das beruhte aber auch darauf, dass er ebenfalls den Schwarzen gegenüber gerecht und freundschaftlich gegenüber trat.
Kerstin und vorallem Christopher, den wir in einem eigenen Handlungsstrang nach Vietnam begleiten, nehmen ebenfalls einen Teil der Geschichte ein. Die restlichen Nebenfiguren sind ebenfalls sehr authenisch und sprühen teilweise nur so vor Leben. Besonders ans Herz gewachsen ist mir Birdie, die im Dorf der Schwarzen lebt.
Und noch kurz erwähnt...nicht nur der Inhalt, sondern auch das Cover ist einfach mehr als nur ein Traum!

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist einnehmend, lebendig und sehr bildhaft. Die beschriebene Zeitspanne wurde hervorragend recherchiert. Historische Persönlichkeiten wurden in die fiktive Geschichte miteinbezogen. Dadurch erhält man beim Lesen das Gefühl inmitten einer wahren Geschichte zu sein, die fesselt und mitreißt. Die wunderbare Erzählweise und Sprache der Autorin sind ein weiterer Pluspunkt.
Die Geschichte ist in fünf Teile aufgeteilt, die sich über die Jahre 1960-1964 aufteilen. Das Schriftbild des Buches ist eher klein und der Roman besitzt eine Dichte, die etwas mehr Lesezeit beansprucht. Zum einfach "kurz dazwischenlesen" ist die Geschichte nicht geeignet. Aber wer einmal begonnen hat, greift sowieso zu keinem anderen Roman.

Fazit:
Dieser tiefgründige Roman beinhaltet einfach alles, was man sich für einen bewegenden und interessanten Leseabend wünscht: spannende Handlung mit überraschenden Wendungen, lebendige Charaktere und Landschaften, sowie die hervorragende Recherche der Autorin.
Meiner Meinung ist "Mehr als nur ein Traum" das bisher beste Buch der Autorin! Von mir gibt es eine dicke Leseempfehlung und den "Lieblingsbuch" Status!

Unter dem Mitternachtsmond - Elisabeth Büchle



    • Taschenbuch: 224 Seiten
    • Verlag: Gerth Medien (28. August 2017)
    • ISBN-10: 3957342325
    • ISBN-13: 978-3957342324
    • Genre: Liebesroman, Gegenwartsliteratur



Gerth Medien Kurzbeschreibung: 
Nach dem Unfalltod seiner Frau lebt Patrick in der ständigen Angst, auch seinem siebenjährigen Sohn Leo könnte etwas zustoßen. Der Umzug auf einen alten Gutshof in idyllischer Gegend des Schwarzwaldes soll Abhilfe schaffen. Dort lebt auch die Künstlerin Debora mit ihren eigenartigen Angewohnheiten. Was macht sie regelmäßig um Mitternacht im Garten? Und was versucht sie vor Patrick zu verbergen?

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
"Unter dem Mitternachtsmond" ist die Fortsetzung von "Unter dem Polarlicht" und "Unter dem Sternenhimmel", kann jedoch ohne Probleme eigenständig gelesen werden. Jeder Band hat andere Protagonisten und jede Geschichte ist individuell anzusehen. Trotzdem ist es nett bekannte Gesichter aus den Vorgängerbänden wiederzutreffen.

Auch Elisabeth Büchles dritter Weihnachtsroman überzeugt wieder mit viel Gefühl und winterlichem Flair. Der bereits betagte Waldemar lebt auf einem abgelegenen Hof im Schwarzwald, wo er sich ziemlich einsam fühlt. Deswegen entschließt er sich zwei Mieter für je eine Wohneinheit bei sich einzuquartieren. Für Debora hat er sich schon vor einiger Zeit entschieden. Die junge Frau hat ihre Wohneinheit selbst restauriert und sich ein Kunstatelier im Westflügel eingerichtet. Sie will die Vergangenheit hinter sich lassen und einen neuen Lebensabschnitt beginnen. In der zweiten freien Wohneinheit zieht der junge Witwer Patrick mit seinem 7jährigen Sohn Leo ein. Seine Frau starb bei einem Verkehrsunfall. Auch er sucht nach einem Neuanfang. Patricks Angst noch jemanden zu verlieren, den er liebt, zeigt sich an seine Überfürsorge gegenüber Leo. Er lässt seinen Sohn kaum aus den Augen und würde ihn am liebsten in Watte packen. Patrick weiß trotzdem, dass er ihn mit der Zeit immer mehr loslassen muss. Doch das ist alles andere als einfach....
Die eher unkonventionelle Debora mit ihren Dreadlocks ist das komplette Gegenteil vom eher "spießigen" Patrick, der am liebsten alles durchgeplant hat. Das führt natürlich bald zu Spannungen, denn Leos Vater hat einige Vorbehalte gegenüber der chaotischen Debora. Den Schrott, den sie ausstellt, findet er alles andere als kunstvoll. Und was macht Debora jede Nacht um Mitternacht im Garten? Doch Leo hat die Nachbarin bereits in sein Herz geschlossen und verbringt viel Zeit mit ihr. Er ist ein aufgeweckter Junge, der sich für alles interessiert und sehr aufgeschlossen ist. Man muss ihn einfach gern haben....

Elisabeth Büchle erzählt in "Unter dem Mitternachtsmond" eine herzerwärmende Geschichte rund um ein ungleiches Paar, das sich erst zusammenraufen und die Vergangenheit loslassen muss. Beide Hauptprotagonisten haben eine schwere Zeit hinter sich und versuchen diese hinter sich zu lassen. Doch die Narben sind noch nicht wirklich verheilt...
Die Autorin erzählt sehr einfühlsam von den Problemen der Beiden. Sicherlich weiß man von Anfang an, wie die Geschichte ausgehen wird, aber das WIE ist bei einem Liebesroman immer ausschlaggebend. Und das hat die Autorin wieder perfekt hinbekommen. Es gibt einige kleine Überraschungen und Wendungen, einiges an Romantik, etwas Humor und eine besinnliche Grundstimmung zur Weihhnachtszeit. Auch das weihnachtliche Randthema darf nicht fehlen. Diesmal geht es um die Geschichte der Weihnachtskrippe.

Die Landschaftsbeschreibungen sind sehr bildgewaltig und während des Lesens konnte ich es gar nicht mehr erwarten, dass auch hier bald der Winter mit viel Schnee einkehren wird.
Leider hat der Roman nur 224 Seiten, die sehr schnell weggelesen sind. Man wünscht sich noch länger im verschneiten Gutshaus im Schwarzwald zu verweilen. Am Ende gibt es noch ein Rezept des Apfel-Zimt-Punsches.

Schreibstil:
Der Schreibstil von Elisabeth Büchle ist sehr einfühlsam, lebendig und atmosphärisch. Die Kapitel sind kurz gehalten und passen perfekt zu den leider nur 224 Seiten des Romans. Die Charaktere sind liebevoll beschrieben und mitten aus dem Leben gegriffen. Auch der christliche Aspekt wurde wieder angesprochen, aber auch der Humor kommt nicht zu kurz.

Fazit :
Eine wunderschöne und atmosphärische Wintergeschichte mit einer besinnlichen Grundstimmung, die schon auf die Weihnachtszeit einstimmt. Mit einem Apfel-Zimt-Punsch, eingemummt in eine Decke, vergisst man für einige Zeit die Welt um sich herum und taucht ein in eine kleine, aber feine Geschichte, die ich gerne weiterempfehle!

Vielen Dank an Gerth Medien und der Autorin für das Rezensionsexemplar!

Hoffnung eines neuen Tages - Elisabeth Büchle



    • Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
    • Verlag: Gerth Medien (10. März 2014)
    • ISBN-10: 3865919278
    • ISBN-13: 978-3865919274
    • Genre: Familiensaga, historischer Roman
    • Reihe: ja - Band 3 der Meindorff Trilogie


Gerth Kurzbeschreibung: 
Während der Erste Weltkrieg seinen unheilvollen Lauf nimmt, versucht die junge Demy in Berlin weiter unermüdlich, sich und ihre Schützlinge durch die schwere Zeit zu bringen. Als sie unter der Last zusammenbricht, steht ihr Philippe Meindorff unverhofft zur Seite. Doch dann erhält die Familie eine niederschmetternde Nachricht, die alles erneut ins Wanken bringt ... Anki und Robert geraten in Petrograd in die Unruhen der Februarrevolution und müssen mit den vier Fürstenkindern fliehen. Bei dem fast aussichtslosen Versuch, nach Berlin zu entkommen, wird die Schicksalsgemeinschaft auseinandergerissen. Wird das nahe Kriegsende alle wieder zusammenführen?

Meine Bewertung: schwache * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Der Roman ist auch ohne den Vorgängerbänden lesbar, jedoch empfehle ich die Einhaltung der Reihenfolge

Meine Meinung:

******ACHTUNG, KANN SPOILER ENTHALTEN!*****

Im Abschlussband der Meindorff Trilogie begleiten wir Demy van Campen und ihre Schwester Anki Busch durch die letzten beiden Kriegsjahre 1917 und 1918. In Petrograd spitzt sich die Lage zu und die Revolution bricht aus. Für Anki und Robert eine gefährliche Situation. Gemeinsam mit den vier Chabenski Mädchen der Füstenfamilie versuchen sie Russland in Richtung Berlin zu verlassen. Doch auf der Flucht werden sie getrennt....
Auch Demy hat in Berlin immer mehr Schwierigkeiten über die Runden zu kommen. Mit den Meindorffs geht es geschäfltlich bergab, die Lebensmittel werden immer knapper und die Menschen sind kriegsmüde. Das Haus der Meindorffs ist voll von Hilfesuchenden und Demy stößt langsam an ihre körperlichen Grenzen. Als sie schwer erkrankt und um Leben und Tod kämpft, erkennen die Menschen in ihrem Umkreis erst, wie viel Demy eigentlich leistet und dass sie eigentlich der Mittelpunkt in der Meindorff-Villa geworden ist. Das Verhältnis zu Philippe ist noch immer schwierig und ihre beiden jüngeren Geschwister Rika und Feddo machen ebenfalls Probleme. Hannes kämpft noch immer an der Westfront und Edith geht ganz in hrem Beruf als Krankenschwester im Lazarett in Belgien auf. In der Zwischenzeit heckt Karl Roth einen teuflischen Plan aus....

Die Kapitel werden diesmal abwechselnd aus Berlin und St.Petersburg erzählt, zum Ende hin auch aus Belgien. Als Leser weiß man, dass der Krieg sich dem Ende naht und so findet man viele Leidensgeschichten noch sinnloser. Besonders die Revolution in Petrograd und eine ebenso befürchtete in Berlin, führen uns die Sinnlosigkeit des Krieges noch mehr vor Augen. Die politischen Unruhen und die Frauenrechtskämpfe, bei denen wir Lieselotte wieder begegnen, zeigen den Wandel der Zeitgeschichte deutlich. Zu Herzen ging mir die Geschichte von Hannes und Edith. Hier kann ich leider nicht mehr dazu verraten ohne zu spoilern.

Elisabeth Büchle hat wie auch in den Vorgängerbänden die politischen Ereignisse hervorragend recherchiert und ihr ist es in allen drei Büchern großartig gelungen die Stimmung der damaligen Zeit zu reflektieren.
Trotzdem konnte mich diesmal der Abschlussteil der Trilogie nicht mehr ganz so fesseln, wie Band 1 und 2. Manche Ereignisse fand ich zu glatt, manche zu wenig spektakulär. Die Beziehung zwischen Demy und Philippe fand ich anfangs sehr steif und gab mir erst zum Ende hin das richtige Gefühl.
Der Abschluss  bereitet dem Leser ein versöhnliches Ende für viele der liebgewonnenen Figuren, jedoch mussten wir von einigen im Laufe der Trilogie auch Abschied nehmen. Insgesamt fand ich diese Trilogie als Ganzes aber wunderbar zu lesen und deswegen habe ich beim Abschlussband noch ein Auge zugedrückt und statt der vorher bereits vergebenen 3 1/2 Sterne auf 4 aufgerundet.

Charaktere und Weiterwentwicklung:
(von Band 1 bis 3)
Die Charaktere unserer Protagonisten haben sich über die Kriegsjahre sehr weiterentwickelt. Aus dem Herzensbrecher Philippe wurde ein verantwortungsbewusster Mann, Hannes gewinnt an Stärke und Mut, Albert blieb ein bisschen blass, wird aber im letzten Band ein draufgängerischer junger Mann, der Philippe glühend verehrt. Nur Joseph bleibt weiterhin stur, kalt und eingebildet und auch der alte Meindorff bleibt nach außen hin der gefühlskalte und am Ende einsame kranke Mann, der jedoch ein bisschen Herz zeigt....wenn auch im Verborgenen.  
Am meisten hat sich aber Demy in diesen drei Bänden verändert. Von einem jungen und ungestümten Mädchen, das sich im fremden Berlin unsagbar einsam fühlte, ist sie zu einer verantwortungsvollen Frau mit einem großen Herzen geworden. Sie sieht in jedem Menschen das Gute und hilft, wo sie kann.
Tilla blieb mir in dieser Reihe als Einzige der van Campens viel zu blass und Rika scheint einen ähnlichen Dickkopf wie Demy zu haben. Sie scheint erst in Band 3 wirklich auf und hinterlässt ebenfalls nicht viele Spuren. Da sie aber in Band 1 und 2 noch ein Kind war und in Holland lebte, kann ich hier ein Auge zurdürcken. Anki's Leben, das mit ihrer Position als Kindermädchen am Fürstenhof weitaus besser als Demy's begann, muss ebenfalls viel Leid erleben und liebt ihre Schützlinge wie ihre eigenen Töchter. Sie empfand ich als sehr liebevoll und sympathisch. Edith wächst im Beruf über sich hinaus, verliert aber durch einen Vorfall im letzten Band ihren Glauben an Hannes.

Schreibstil:
Elisabeth Büchles Scheibstil ist lebendig und einfühlsam. Die Atmosphäre dieser Zeitepoche wurde von der Autorin wunderbar widergegeben. Diese Trilogie ist großes Kino, die Charaktere lebendig und authentisch.
Der Wechsel der Schauplätze wird am Beginn des jeweiligen Kapitels angezeigt, ebenso Monat und Jahr.
in einem Vorwort erklärt die Autorin die prekäre Lage Russlands zu Beginn des Jahres 1917, dem Umsturz von Zarenreich zur später entstehenden sowjetischen Sozialistischen Republik. Am Anfang des Buches befindet sich ein Glossar über die wichtigsten historischen Persönlichkeiten.

Fazit:
Der Abschlussband konnte mich nicht so fesseln, wie die Vorgängerbände. Trotzdem kann ich die Meindorff-Trilogie allen Liebhabern von Familiensagen und historischen Romanen empfehlen. Großartig recherchiert und eine wunderbar aufgebaute Familiengeschichte, die auf jeden Fall im Gedächtnis haften bleibt.

Die Meindorff Trilogie:

  1. Himmel über fremden Land  *Rezi*
  2. Sturmwolken am Horizont  *Rezi*
  3. Hoffnung eines neuen Tages

Sturmwolken am Horizont - Elisabeth Büchle




    • Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
    • Verlag: Gerth Medien (5. September 2013)
    • ISBN-10: 3865919219
    • ISBN-13: 978-3865919212
    • Genre: historischer Roman
    • Reihe: Ja - Band 2 der Meindorff Trilogie


Gerth Medien Kurzbeschreibung:
St. Petersburg im Juli 1914: Anki van Campen hat sich in den jungen Arzt Robert Busch verliebt. Doch ihre zarte Romanze wird vom Beginn des Ersten Weltkriegs überschattet. In Berlin werden unterdessen die Lebensmittel knapp, die jüngeren Meindorff-Männer sind an der Front, der alte Patriarch krank. Demy van Campen versucht, gemeinsam mit den Angestellten den Haushalt zusammenzuhalten. Bald beginnt sie, heimatlose Kinder und andere Kriegsopfer aufzunehmen. Noch glauben alle, der Krieg sei bis Weihnachten vorbei. Doch das soll sich als bitterer Irrtum erweisen ...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Der Roman ist auch ohne Band 1 gelesen zu haben verständlich, jedoch empfehle ich diese Reihe beginnend mit Band 1 lesen

Meine Meinung:

******ACHTUNG, KANN SPOILER ENTHALTEN!*****

Berlin/St.Petersburg 1914:
Band 2 der Meindorff Trilogie beginnt sechs Jahre nach dem Ende von Teil eins. Wir begegnen einer mittlerweile erwachsenen Demy van Campen, die noch immer kein richtiges Zuhause in Berlin bei den Meindorffs gefunden hat. Allerdings hat sich das Haus seit Kriegsbeginn eher zu einem Frauenhaushalt gewandelt, denn die Söhne des Fabriksbesitzers Jospeh Meindorff sind in den Krieg gezogen und Tilla entflieht der Familie durch Auslandsreisen, solange es die Umstände noch zulassen. So fällt es mehr und mehr Demy zu, sich um den Haushalt zu kümmern, ein Auge auf den alten und kranken Meindorff zu werfen und alles so gut es geht zusammenzuhalten. Sie bittet Philippe um Hilfe, den sie zufällig in Paris wiedertrifft und der beim niederländischen Flugzeugbauer Fokker als Pilot und Auszubildender arbeitet.
Doch auch Philippe, der nie von Meindorff senior geduldet wurde, sieht sich nicht im Stande Demy mehr zu helfen.....

Der Russlandteil ist diesmal viel ausgeprägter und nimmt einen großen Teil des Romans ein. Wir treffen wieder auf Rasputin, der eine "ungesunde Ausstrahlung" auf die Bevölkerung und die Zarenfamilie hat und der Anki und ihre Freundinnen in Schwierigkeiten bringt. Durch den Krieg schlägt den deutschen Familien in St.Petersburg immer mehr Hass entgegen und Anki fühlt sich nicht mehr sicher. Doch die Liebe zu Robert Busch und die Loyalität ihren Arbeitgebern, dem Fürstenpaar Chabenski, gegenüber, lässt sie in der russischen Metropole bleiben. Doch dann muss auch Robert das Land verlassen....

Die vielen Perspektivwechsel, die wir bereits aus Band 1 kennen, machen die Familiengeschichte um einiges spannender. Einige offene Fragen aus "Himmel über fremden Land" werden beantwortet, doch gibt es auch wieder angefangene Themen und Handlungsstränge, dessen Antworten wir hoffentlich in Band 3 von der Autorin aufgelöst bekommen. Auch einige Personen, die mir leichtes Bauchweh verursacht haben, rückten noch nicht in den Mittelpunkt und ich hoffe, dass diese auch im letzten Teil wieder auftauchen und es zu einem "Grande Finale" kommt.

Im Gegensatz zum ersten Teil kann man hier eine Charakterentwicklung vieler Figuren erkennen. Während Philippe nach seinem großen Verlust endlich ein Ziel im Leben hat und sich bei Fokker ausgesprochen wohl fühlt, Demy mehr und mehr Stärke zeigt und Anki ihre liebevolle Art ihrer "Ersatzfamilie" entgegen bringt, erlebt Hannes den Schrecken an der Front, wo er ein furchtbares Gemetzel an jungen Männern hautnah miterlebt. Joseph junior wird hier kaum mehr erwähnt und Tilla hat erst gegen Ende des Romans ihren großen Auftritt. Aber auch Nebencharaktere aus Band 1 treten wieder in Erscheinung, wobei Hauptmann Theodor Birk diesmal einen größeren Part bekommt.

Die Unterschiede zwischen der einfachen Bevölkerung, die sowohl in Deutschland als auch in Russland hungert, und der Dekadenz der Adeligen wird sehr gut dargestellt. Elisabeth Büchle gelingt es hervorragend die Stimmung des ersten Kriegsjahres einzufangen. Dachten doch alle Soldaten der Krieg wäre spätestens zu Weihnachten beendet, erlebt der Leser hautnah mit, wie sich die Lage immer mehr zuspitzt und mehr und mehr Länder in den Krieg eingreifen. Hier begleiten wir Hannes an die Front und später Robert ins Lazarett, wo er als Arzt an seine Grenzen gehen muss. Mit Demy bleiben wir in Berlin, die die Augen vor den Nöten der armen Bevölkerung nicht verschließt und Straßenkinder mit dem nötigen Essen versorgt.

Mir hat der Mittelteil der Trilogie besser gefallen als Band 1 und ich hoffe auf einen spannenden Abschluss der Geschichte, die wir wieder gemeinsam im Mai in einer Leserunde lesen werden.

Schreibstil:
Nachdem dies hier nicht mein erstes Buch der Autorin ist und ich wirklich sehr gerne ihre gut recherchierten und auf den Punkt gebrachten Geschichten lese, war ich wieder begeistert von ihrem einfühlsamen und lebendigen Schreibstil. Ihre Romane besitzen Atmosphäre und lassen uns an damaligen Zeiten teilhaben.
Der Wechsel der Schauplätze wird am Beginn des jeweiligen Kapitels angezeigt, ebenso Monat und Jahr.
Im Anhang befindet sich ein Glossar über die wichtigsten historischen Persönlichkeiten.

Fazit:
Im Gegensatz zu vielen Trilogien, wo der Mittelband der Schwächste ist, hat Elisabeth Büchle hier einen bewegenden zweiten Band geschrieben, der uns in die ersten Kriegsjahre des Ersten Weltkrieges entführt. Hervorragend recherchiert hat diese Familiengeschichte nun mein Herz erobert. Ich freue mich schon auf Band 3.
 

[Leserunde] "Sturmwolken am Horizont" - Elisabeth Büchle

  LESERUNDE 
zu
 "Sturmwolken am Horizont" von Elisabeth Büchle

Die Reihe rund um die Meindorff Saga geht weiter!
Wir haben uns nun alle Band 2 zugelegt und starten am 1. März in die nächste Leserunde.
Gemeinsam lesen wir "Sturmwolken am Horizont" von Elisabeth Büchle, den zweiten Band der Meindorff-Trilogie.

KLAPPENTEXT:
St. Petersburg im Juli 1914: Anki van Campen hat sich in den jungen Arzt Robert Busch verliebt. Doch ihre zarte Romanze wird vom Beginn des Ersten Weltkriegs überschattet. In Berlin werden unterdessen die Lebensmittel knapp, die jüngeren Meindorff-Männer sind an der Front, der alte Patriarch krank. Demy van Campen versucht, gemeinsam mit den Angestellten den Haushalt zusammenzuhalten. Bald beginnt sie, heimatlose Kinder und andere Kriegsopfer aufzunehmen. Noch glauben alle, der Krieg sei bis Weihnachten vorbei. Doch das soll sich als bitterer Irrtum erweisen ...

Einteilung des Buches:
Abschnitt 1 (Kapitel 1 -10, Seite 1 - 101)
Abschnitt 2 (Kapitel 11 - 20, Seite 102 - 190 )
Abschnitt 3 (Kapitel 21 - 27, Seite 191 - 288)
Abschnitt 4 (Kapitel 28 - 38, Seite 289 - 388)
Abschnitt 5 (Kapitel 39 bis Ende)


Teilnehmer:
Janine von LeseLiebe
Sabine von Buchmomente
Andrea von LeseBlick
 Hibi von intheprimetimeoflife
und ich

Falls noch jemand mitlesen möchte:
Mehr Leser sind immer erwünscht und können jederzeit miteinsteigen! Einfach bei mir melden!
Und nun viel Spaß!

Der Korsar und das Mädchen - Elisabeth Büchle




    • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
    • Verlag: Gerth Medien (16. Januar 2017)
    • ISBN-10: 3957341884
    • ISBN-13: 978-3957341884
    • Genre: Abenteuerroman, Historischer Roman



Gerth Medien Kurzbeschreibung:
 South Carolina, 1814: Die 17-jährige Catherine ist ein Wildfang, der Reiten, Fechten und auf Bäume klettern mehr schätzt als hübsche Kleider und Teekränzchen. Kein Wunder, hat sie doch in Ermangelung eines männlichen Erben von Kindesbeinen an die Erziehung eines solchen erhalten. Als sie und ihre Schwester Emily in den Wirren des 2. Britisch-Amerikanischen Krieges unfreiwillig auf einer Kriegskorvette landen, gibt sie sich erfolgreich als Schiffsjunge aus.

Meine Bewertung: * * * *


Meine Meinung:
USA 1814. Die Amerikaner führen den zweiten Unabhängigkeitskrieg gegen die Briten. Zu dieser unruhigen Zeit schickt der Plantagenbesitzer Frederick Hansen seine beiden Töchter Emily und Catherine übers Meer in die alte Welt. Stafford, der englisch-spanisch stämmige Schiffseigentümer der "Santiago de Cuba", ist der Verlobte von Emily, und soll die beiden Frauen gut über den Atlantik bringen. Catherine soll ihre Schwester begleiten, denn auch für sie interessiert sich der Sohn eines englischen Lords, der bei ihrem Vater um ihre Hand angehalten hat. Wegen des andauernden Krieges fährt Stafford unter spanischer Flagge, jedoch gibt es Informationen, dass er amerikanische Kriegsgefangene nach England bringen will. Diesen Gerüchten soll der junge Leutnant zur See, Lennart Montiniere, auf den Grund gehen. Mit seiner Korvette "Silver Eagle" ist er auf geheimer Mission unterwegs und als sich Stafford weigert ihn an Deck zu empfangen, kapert Lennart das Schiff mit Emily, Catherine und dem Sklavenjungen First an Board. Catherine, die auf der Plantage wie ein Junge aufgezogen wurde und gemeinsam mit First fechten und reiten lernte, verkleidet sich als Junge und nennt sich Cato. Für die beiden Frauen wird es eine sehr stürmische Fahrt....

Als österreichische Landratte hatte ich anfänglich ziemliche Schwierigkeiten all die Begriffe, die mit dem Segeln und dem Schiff zu tun haben, zu verstehen. Die Autorin hat jedoch am Ende des Buches in einem Glossar viele dieser für mich unbekannten Ausdrücke erklärt. Ebenfalls ist eine Abbildung eines Segelschiffes mit den dazugehörigen Bezeichnungen zu finden. Dies erleichtert doch das Lesen ungemein.
Da ich erst vor kurzem den Piratenroman "Joli Rouge" gelesen habe, fühlte ich mich auf dem Meer schnell wieder wohl und verfolgte voller Spannung die abenteuerliche Fahrt der "Silver Eagle" samt seiner Mannschaft. Mit den Männern an Deck wurde man schnell vertraut und auch Emily und Cato finden ihren Platz. Während Catherine zuerst in der Schiffsküche schikaniert wird, darf sie später an Deck und wird bald unverzichtbares Mannschaftsmitglied. Oben in der Takelage fühlt sie sich wohl und so hat sie bald den Spitznamen "Äffchen" des Commanders. Lennart findet immer mehr Gefallen an dem flinken Jungen, der ihn immer mehr verwirrt. Catherine geht in ihrer Rolle als Schiffsjunge total auf und genießt alle Freiheiten. Doch auch sie fühlt sich immer mehr zu Lennart hingezogen....

Die bildhafte Darstellung des Lebens auf dem Schiff, die harte Arbeit und die totale Auslieferung der Männer an die Wetterlage, erzeugt eine sehr atmosphärische Stimmung. Und trotz der rauhen See bleibt auch die Romantik nicht auf der Strecke.
In der Mitte der Geschichte schlichen sich einige kleine Längen ein, da sich die Handlung etwas wiederholte bis einige unvorhersehbare Wendungen auftreten und die Spannungskurve wieder ansteigt. Besonders am Ende in Großbritannien gibt es einen Showdown, der die Seiten nur so dahinfliegen lassen und man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann.

Gut gefallen hat mir die Wandlung von Emily. Die zarte Südstaaten-Lady, die das komplette Gegenteil von der wilden Catherine ist, tritt aus ihren Schatten und hat bald eine ernstzunehmdene Aufgabe auf dem Schiff. Auch First fühlt sich auf der "Silver Eagle" wohl und hat als Beschützer ein Auge auf die beiden Frauen. Sämtliche Charaktere sind sehr liebevoll gezeichnet und lebendig. Man schließt sie schnell ins Herz und fiebert mit ihnen mit. Das einzige "Negative" bei den Figuren ist die doch sehr ausgeprägte "schwarz/weiß Malerei". Es gibt bei den Charakteren kaum Grauschattierungen: entweder sie sind gut oder böse. Das ist schade!

Schreibstil:
Dies ist nicht mein erster Roman von Elisabeth Büchle und wird auch nicht mein Letzter sein ;) Der Schreibstil ist sehr flüssig und liest sich einfach wunderbar. Auch der Humor kommt nicht zu kurz, der besonders mit scherzhaften Dialogen punktet. Die große Stärke sind die einzelnen Charaktere, die die Autorin zwar einseitig (gut/böse), aber sehr detailliert und lebendig zeichnet. Sie entwickeln sich weiter und treten oftmals aus ihrem Schatten.
Zu Beginn gibt es noch zwei Personenverzeichnisse (historische Personen und die Mannschaft der Silver Eagle) zur besseren Orientierung.

Fazit:
Ein atmosphärischer Abenteuerroman mit einer Prise Romantik und Spannung, interessantem historischen Hintergrund und einen Einblick in die Welt der Seefahrer. Ein wunderbares Leseerlebnis!
Vielen Dank an Gerth Medien für das Rezensionsexemplar, sowie an Lovelybooks und Elisabeth Büchle für die interessante Leserunde.


Himmel über fremdem Land - Elisabeth Büchle




    • Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
    • Verlag: Gerth Medien (10. März 2013)
    • ISBN-10: 386591750X
    • ISBN-13: 978-3865917508
    • Genre: Familiensaga 
    • Reihe: ja - Band 1 der Meindorff Saga


Gerth Kurzbeschreibung: 
Am Vorabend des Ersten Weltkrieges geht die Niederländerin Tilla van Campen eine arrangierte Ehe mit einem Berliner Industriellen ein. Ihre 13-jährige Schwester Demy begleitet sie nur widerwillig in die Großstadt. Für das lebhafte Mädchen ist der steife Lebensstil der Familie Meindorff und die strenge Erziehung durch eine Gouvernante die reinste Folter. Die Kluft zwischen Arm und Reich und die Standesdünkel vertragen sich nicht mit Demys ausgeprägtem Gerechtigkeitssinn, und immer wieder eckt sie an. Nur Hannes, der sympathische jüngste Sohn des Hauses, scheint ihr wohlgesonnen. Doch dann beginnt sich die politische Lage in Berlin zuzuspitzen ...

Meine Bewertung: gute * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge


Im Rahmen einer Blogger-Leserunde haben wir (Sabine von Buchmomente, Hibi von intheprimetimeoflife, Andrea vom Leseblick und Janine von Leseliebe) gemeinsam den ersten Teil der Meindorff Saga "Himmel über fremdem Land" auf meinem Blog gelesen. Es war dies die erste Leserunde, die bei mir stattfand und somit sage ich allen ganz herzlichen Dank!💕

Darum geht's:
Die erst 13-jährige Demy van Kampen, gebürtige Niederländerin, muss gegen ihren Willen ihre Schwester Tilla als Gesellschafterin nach Berlin begleiten. Um dies zu ermöglichen, gibt Tilla ihre kleine Schwester älter aus, als sie in Wahrheit ist. Die arrangierte Ehe mit dem Sohn von Joseph Meindorff senior, einem großbürgerlichen Fabriksbesitzer, soll beiden Familien von Vorteil sein.
Zum Clan der Meindorffs gehören neben Tillas Bräutigam Joseph jun. auch Sohn Hannes, der eher das unbekümmerte Leben eines Großindustriellensohnes führt, bis er sich in die Arbeiterin Edith verliebt, sowie sein älterer Ziehbruder Philippe, das schwarze Schaf der Familie. Dieser kämpft als Offizier in Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia. Trotzdem verbindet die beiden Männer eine tiefe Freundschaft, denn Meindorff senior führt ein strenges Regiment in seinem Haus und ist ein wahrer Tyrann.
Auch Demy lebt sich nur schwer in Berlin ein. Als Gesellschafterin steht sie zwischen dem Personal und der Familie. Sie fühlt sich gänzlich fehl am Platz, nur mit Hannes verbindet sie mit der Zeit eine Freundschaft. Als Demy eines Tages die etwa gleichaltrige Lieselotte kennenlernt, sieht sie die andere Seite von Berlin, denn ihre neue Freundin lebt mit ihrer Familie im sogenannten Scheunenviertel in ärmlichsten Verhältnissen.

In St. Petersburg lebt die dritte Schwester, Anki van Campen, die als Kindermädchen in einer angesehenen russischen Adelsfamilie arbeitet. Sie fühlt sich wohl im Kreise der Familie, die mit der Zarenfamilie befreundet ist. Doch eines Abends lernt sie Grigori Jefimowitsch kennen, besser bekannt als Rasputin, der ihr riesige Furcht einflößt...

Meine Meinung:
Die bereits im Klappentext angeführten Schauplätze haben neben der Geschichte ebenfalls mein Interesse geweckt. Geschickt wechselt die Autorin von Berlin nach Windhuk oder St. Petersburg, wobei hier im ersten Band der russische Schauplatz etwas zu kurz kommt. Sehr interessant fand ich die Erzählungen aus Deutsch-Südwestafrika, wo Philippe sich in die Afrikanerin Udako verliebt und geplante Überfälle auf Diamantenfelder untersuchen soll. Noch ahnt er nicht, in welch großer Gefahr er schwebt.

Der Großteil der Geschichte spielt jedoch in Berlin, dem Dreh- und Angelplatz der Meindorffs. Was jedoch alle drei Stränge vereint ist der gesellschaftliche Unterschied und die bereits schwelende Unruhe des Arbeiterstandes gegen die Adeligen und Großbürger, sowohl in Deutschland, als auch in Russland. Ebenso ein Thema ist die startende Frauenbewegung. Es ist die Zeit der "Suffragetten" und Demys Freundin Lieselotte schließt sich den Aktivistinnen mit viel Engagement an. Auch die nicht standesgemäße Liebe der beiden jüngeren Meindorffsöhne birgt Konfliktpotential.

Elisabeth Büchle hat diese Themen hervorragend in die Geschichte einflechten lassen und sehr interessant beschrieben. Man spürt die Unruhe und Spannung....die Welt beginnt sich zu ändern. Neben den vielen neuen wissenschaftlichen Errungenschaften wollen auch die einfachen Leute ihr Leben nicht mehr hinnehmen.
Auch die Gefühlswelt der kleinen Demy wirkt sehr authentisch, die sich, obwohl umgeben von vielen Menschen im Hause Meindorff, schrecklich einsam fühlt.

Während zu Beginn des Romans der Leser in die Geschichte eingeführt wird und alle Personen und Schauplätze kennenlernt, schlich sich meiner Meinung nach in der Mitte eine kleine Länge in die Erzählung ein. Die gesellschaftlichen Verpflichtungen von Demy und ihre Einführung in die Gesellschaft fand ich etwas langweilig. Im letzten Drittel steigt allerdings die Spannung rasant und ich konnte nicht mehr aufhören zu lesen, bis ich das Buch mit einem Seufzen zugeschlagen hatte. Leider endete es mit einem etwas fiesen Cliffhanger, deswegen bin ich schon gespannt, wie die Trilogie weitergehen wird und welche Schicksalsschläge noch auf Demy, Tilla, Philippe, Hannes und Anki warten, denn der erste Weltkrieg steht noch vor der Tür....

Schreibstil:
Elisabeth Büchle schreibt sehr lebendig und einfühlsam. Es wurde gut recherchiert und viele historische Persönlichkeiten sind mit der fiktiven Geschichte verwoben.
Die Atmosphäre dieser Zeitepoche wurde von der Autorin wunderbar widergegeben. Man fühlt sich direkt vor Ort. Der Wechsel des Schauplatzes wird am Beginn des jeweiligen Kapitels angezeigt, ebenso Monat und Jahr.
Im Anhang befindet sich ein Glossar über die wichtigsten historischen Persönlichkeiten.

Fazit:
Bewegender Auftakt einer Familiensaga, die mit interessanten Schauplätzen und Figuren punkten kann. Das rasante Ende und ein Cliffhanger lassen mich nun gespannt auf den nächsten Teil warten, den wir wieder gemeinsam lesen möchten.


Unter dem Sternenhimmel - Elisabeth Büchle




    • Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
    • Verlag: Gerth Medien (29. August 2016)
    • ISBN-10: 3957341353
    • ISBN-13: 978-3957341358
    • Genre: Roman



Gerth Medien Kurzbeschreibung:
Noa erhält endlich die Chance, ihren großen Traum zu verwirklichen. Sie eröffnet in Freiburg ein Café mit Bücher- und Dekoshop. Alles läuft prima an, und Noa hofft, dass sie endlich eine Heimat gefunden hat. Doch dann wird sie von ihrer Vergangenheit eingeholt. Erneut muss sie gegen die Schatten ankämpfen, die sie hinter sich gelassen zu haben glaubte ... Der Schreiner Jonas hilft Noa bei der Einrichtung des Cafés in der alten Stadtvilla und fühlt sich bald sehr zu ihr hingezogen. Aber irgendetwas an Noa ist seltsam und beunruhigt ihn. Wer ist diese Frau, für die seine Freunde Chiara und Florian so viel riskiert haben?

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Durch die Jahreszeiten Challenge


Meine Meinung:
"Unter dem Sternenhimmel" ist die Fortsetzung zu "Unter dem Polarlicht", kann jedoch ohne Probleme eigenständig gelesen werden. Auch ich kenne das erste Buch nicht und fand den Roman eigentlich eher eigenständig.
Die Geschichte erzählt hier von Noa, einer jungen, sehr sensiblen Frau voller Selbstzweifel. Auf der anderen Seite ist sie ein Wirbelwind, sprudelt voller neuer Ideen und ist künstlerisch sehr begabt. Ihr Traum ist ein eigener Blumenladen mit integriertem Café und Geschenkeartikelshop. Nach unzähligen Absagen betreffend der Finanzierung, erhält sie von Chiara die Chance ihren Traum zu leben. Die Bankangestellte erkennt ihr Potential und bietet Noa das Untergeschoß ihrer Stadtvilla als Geschäftsladen an. Bei den Einrichtungsarbeiten soll Chiaras Bekannter Jonas, ein Tischler, helfen. Die Beiden sind bald ein eingespieltes Team und Jonas hat auch sehr schnell ein Auge auf die rotlockige junge Frau geworfen.
Mit dem neuen Laden "Noas Arche" gelingt Noa das Unmögliche und schon bald hat sie in ihrer neuen Heimat Freiburg jede Menge neue Freunde gefunden. Doch Noa umgibt ein Geheimnis und bald greifen die Schatten der Vergangenheit nach ihr....
Der sehr einfühlsame Roman beginnt eher ruhig, verspricht viel Romantik und hat eine besinnliche Grundstimmung. Nachdem Noa ihre Vergangenheit hinter sich gelassen hat, bekommt sie endlich die Möglichkeit ihren Traum zu leben und startet in eine ereignisreiche Zukunft. Gefallen hat mir neben dem sehr einnehmenden und lebendigen Schreibstil auch die Atmosphäre des Romans, der im Spätsommer/Frühherbst beginnt und zu Weihnachten endet. Die Autorin greift hier auch die Entstehung des ersten Adventskranzes auf, die in einer sehr atmosphärischen Geschichte in der Geschichte erzählt wird.  Im letzten Drittel wird es dann etwas turbulenter und die Handlung zieht so richtig an.

Charaktere:
Noa, unsere Hauptprotagonistin, hat eine schwere Kindheit hinter sich und ist kein unbeschriebenes Blatt. Ich empfand sie als sympathischen Wirbelwind, die voller wunderbaren Ideen steckt und sich doch mit jeder Menge Selbstzweifel plagt. Doch die Gegensätzlichkeit ihrer Darstellung als tolpatschige Frau auf der einen Seite und einer Künstlerin auf der anderen Seite, die nie zuvor ein Schnitzmesser in der Hand hatte und plötzlich kunstvolle Ornamente aus dem Holz schnitzen kann, fand ich leider nur unglaubwürdig.
Während mir Noa sonst gut gefiel, fand ich Jonas nicht ganz greifbar. Er ist zwar in Noa verliebt, doch während alle anderen an die junge Frau glauben, ist es gerade er, der immer wieder Zweifel hat und das Schlimmste von der jungen Frau annimmt. Liebe bedeutet für mich Vertrauen und nachdem sogar die Nachbarn hinter Noa stehen, vertraut Jonas ihr noch immer nicht.....
Die Seniorengang rund um Elsa und Walter waren für mich die Lieblinge in diesem Roman. Sie unterstützen Noa tatkräftig und geben ihr Rückhalt. Die sehr humorvollen Sequenzen mit der Seniorengang fand ich richtig erfrischend.

Schreibstil:
Der Schreibstil von Elisabeth Büchle ist sehr einfühlsam, lebendig und atmosphärisch. Er liest sich ausgesprochen gut und ich habe schon ein paar weitere Romane der Autorin auf meinem SuB und auf meiner Wunschliste. Die Kapitel sind kurz gehalten und passen perfekt zu den leider nur 208 Seiten des Romans.

Fazit :
Ein leiser Roman mit einer besinnlichen Grundstimmung  - einfach perfekt zum Abtauchen und Entspannen in der Herbst- und Winterzeit! Atmosphärischer Schreibstil, nette Liebesgeschichte, jedoch etwas zu kurz, um die Entwicklung der Protagonisten glaubwürdig zu transportieren. Trotzdem eine wunderschöne und zu Herzen gehende Geschichte!


 

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