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Ein weites Leben - M.L. Stedman

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Gebundene Ausgabe: 528 Seiten
    • Verlag: ‎ Blanvalet Verlag, deutsche Erstausgabe (25. März 2026)
    • Übersetzer: Cornelius Hartz
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3764510056
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3764510053
    • Originaltitel : ‎ A Far-Flung Life
    • Genre: Roman, Familienroman


Blanvalet Kurzbeschreibung:
Seit Generationen lebt die Familie der MacBrides auf der entlegenen Schaffarm Meredith Downs in Westaustralien. Bis eines Tages ein Unfall alles ändert. Während der Vater und der älteste Sohn ihr Leben verlieren, übersteht der 17-jährige Matthew das Unglück mit schweren Beeinträchtigungen. Und doch findet er zielstrebig zurück nach Meredith Downs, zurück zu Mutter und Schwester, als das Schicksal ein zweites Mal zuschlägt. Aber diesmal steht nicht nur Matts Leben auf dem Spiel, sondern seine Seele – und zwar auf eine Weise, die kaum jemand vorhersehen, geschweige denn hätte überleben können.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Wir sind im Jahre 1958 im Westen von Australien, wo die fünfköpfige Familie der McBrides ihre Schaffarm bewirtschaftet. Das Leben im Outback ist hart. Die Hitze und die karge Landschaft fordert die Menschen jeden Tag.
Ein tragischer Unfall verändert das Leben der McBrides von einem Tag auf den anderen. Der Vater und der ältere Sohn sterben, der jüngste Sohn, Matt, wird schwer verletzt. Er überlebt, hat aber schwere Beeinträchtigungen an Körper und Seele. Lorna, seine Mutter, und Rose, seine Schwester, müssen trotz ihrer Trauer nicht nur die Schaffarm weiterführen, sondern sich auch um den traumatisierten Matt kümmern. Gerade als es scheint, dass sich alles zum Guten wendet, schlägt das Schicksal erneut unerbittlich zu.....

Die Autorin hat mich vor Jahren mit ihrem Debütroman "Das Licht zwischen den Meeren" begeistert. Wow, das ist schon 12 Jahre her, sehe ich gerade. Von "Ein weites Leben" habe ich mir natürlich ähnliches erhofft. Leider ist das nicht ganz eingetroffen, aber die 5 Sterne von damals sind auch schwer zu erreichen.
Der Roman wird in drei Teile unterteilt. M.L. Stedmann erzählt ihre Geschichte in der 3. Person, wechselt ab und zu zwischen Gegenwart und der Vergangenheit, was mich nur kurz einmal etwas irritiert hat.

Der Schreibstil der Autorin ist ruhig und detailliert. M.L. Stedman ist es, wie schon im Vorgänger gelungen, die einzelnen Charaktere authentisch und sehr lebendig zu beschreiben. Man hat das Gefühl sie gut zu kennen und bis in ihr Innerstes blicken zu können. Die emotionale zwischenmenschliche Tiefe des Romans hat mir außerordentlich gut gefallen, auch wenn die Geschichte nach dem zweiten schweren Unglück sehr bedrückend wird. Das ändert sich Gott sei Dank wieder und man spürt die Hoffnung, die Matt und seine Mutter Lorna antreibt. Sie wollen in Meredith Down bleiben und die Schaffarm weiter führen. 
Dabei wirft die Autorin auch immer wieder grundlegende Fragen nach Recht und Gerechtigkeit auf. Sie beleuchtet eindringlich, welche Auswirkungen Tabus und innere Konflikte auf den Menschen haben. Dabei wertet sie nicht und gibt dem Leser weitere Denkanstöße.
Gleichzeitig bleiben die raue Landschaft und die besonderen Lebensumstände des Outbacks stets präsent. Bildgewaltig beschreibt sie die Weite Australiens, die für uns Europäer schwer vorstellbar ist.

Es gibt aber auch einige kleine Kritikpunkte. Viele Ereignisse, die nicht wirklich zur Geschichte beitragen, verlaufen sich mit der Zeit und werden nicht zu Ende geführt. Am Ende fragt man sich, warum diese Stränge überhaupt Erwähnungen finden. Andere wiederum zeigen das gesellschaftliche Leben und die Menschen, die in der einsamen Gegend nach Tragödien gieren, auf. Für mich war vieles sehr detailliert erzählt und hätte gekürzt werden können, ohne der Handlung zu schaden.

Cover:
von links nach rechts:
das erste und die letzten beiden Cover sind alle englischsprachig, das zweite zeigt das französische Cover, danach das polnische und das schwedische Cover.

Fazit:
Ein eindringliches Buch darüber, was einem bleibt, wenn scheinbar alles verloren ist. Bildgewaltig erzählt und voller Denkanstöße über das Leben, Recht und Gerechtigkeit.


Vielen Dank an Lovelybooks und an den Blanvalet Verlag für das Rezensionsexemplar

Das Licht zwischen den Meeren - M.L. Stedman


    • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
    • Verlag: Limes Verlag (23. September 2013)
    • ISBN-10: 3809026190
    • ISBN-13: 978-3809026198
    • Originaltitel: The Light Between Oceans
    • Genre: Roman

Randomhouse Kurzbeschreibung:
1926, Janus Rock. Auf einer abgelegenen Insel im Westen Australiens arbeitet Tom Sherbourne als Leuchtturmwärter. Mit seiner Frau Isabel führt er ein erfülltes Leben fern einer Welt im Umbruch. Nur eines trübt ihr Glück: Ein Kind bleibt ihnen verwehrt. Bis sie eines Morgens am Strand ein Ruderboot entdecken, in dem die Leiche eines Mannes liegt – und ein neugeborenes Baby. Während Tom die Küstenwache alarmieren will, schließt Isabel das kleine Mädchen in die Arme – und für immer in ihr Herz. Gegen Toms Willen nehmen sie das Kind als ihr eigenes an und nennen es Lucy. Zwei Jahre später kehren sie aufs Festland zurück – und müssen erkennen, dass ihre Entscheidung das Leben eines anderen Menschen zerstört hat …

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Einmal um die Welt Challenge


Meine Meinung: 
Dieser Debütroman von M.L. Stedman hat mich wirklich berührt. Noch Tage nach Beenden des Romanes war ich des öfteren in Gedanken bei der Geschichte und der Frage, wie ich wohl selbst gehandelt hätte. Dieser Roman ist so wunderbar geschrieben, beinhaltet jedoch ein schwieriges Thema und berichtet über Liebe, Freundschaft, Entscheidungen, Verlust und Verrat, aber vorallem geht es um die Frage: Was ist richtig und was ist falsch? Und wer beurteilt dies?

Es geht um Tom, einen jungen Mann, der aus dem ersten Weltkrieg aus Europa nach Australien zurückkehrt. Äußerlich unversehrt, leidet er innerlich an den Erlebnissen des Krieges und am zerrütteten Verhältnis zu seinem Vater und Bruder. Tom ist sehr sensibel und fühlt sich schuldig, weil er unverletzt geblieben ist, während andere Familien Ehemänner und Söhne verloren haben. Deshalb meldet er sich auch freiwillig um den Posten als Leuchtturmwärter auf der Insel Janos. Die Insel liegt im Südwesten von Australien und ist der letzte Punkt zwischen zwei Meeren, dem Indischen und dem Pazifischen Ozean, viele Seemeilen vom Ort Point Partageuse entfernt. Dort verbringt er seine erste Zeit nach dem Krieg, bringt den Leuchtturm auf Vordermann und schreibt Briefe an Isabel, einer jungen Frau, die er kurz vor seinem Antritt auf Janos in Port Partageuse, kennengelernt hat. Bald heiraten die Beiden und genießen gemeinsam ihr einsames, aber glückliches Leben auf der rauen Insel. Doch nach zwei Fehlgeburten und einer Totgeburt ist Isabel nervlich am Ende. Als eines Tages ein Boot angetrieben wird, indem sich die Leiche eines Mannes und ein schreiendes kleines Baby befinden, überlegt Isabel nicht lange und überredet Tom den Vorfall nicht zu melden und das Baby, ein kleines Mädchen, als ihres auszugeben. Tom plagt jedoch das schlechte Gewissen und als sie zwei Jahre später wieder an Land gehen und erfahren, dass die leibliche Mutter noch lebt, gerät die Situation außer Kontrolle....

Als Mutter verstand ich die Beweggründe von Isabel, die vollkommen verzweifelt ist und sich nichts sehnlicher wünscht, als ein Baby. Aber ich konnte auch Toms schlechtes Gewissen nachvollziehen, genauso wie die verzweifelte Hoffnung der leiblichen Mutter, die auch nach zwei Jahren den Glauben nie aufgegeben hat, ihren Mann und ihre Tochter wiederzufinden. Man sieht hier immer wieder: wichtige Entscheidungen können dein Leben nachhaltig beeinflussen und haben Konsequenzen.
M.L. Stedman verstand es einfach hervorragend nicht zu urteilen oder zu verurteilen. Man erlebt die Geschichte aller Beteiligten mit und versteht die Beweggründe fast aller handelnden Personen. Die Art wie die Autorin dieses schwierige Thema mit viel Herzblut beschrieben hat, ohne in Gut und Böse zu kategorisieren, erinnert mich an Jodie Picoult.
 
Cover:
Das deutsche Cover ist in verschiedene Blautönen gehalten und wunderschön. Der Leuchtturm ist der Hauptschauplatz des Buches.
Ich habe noch einige andere Cover gefunden:
 

Was meint ihr? Ich finde das deutschsprachige Cover am Schönsten.

Schreibstil:
Der Roman ist in drei Teile unterteilt, wobei man zu Beginn miterlebt, wie Tom und Isabel das Boot finden, und dann zurückgeblendet wird. Danach geht es chronologisch weiter. Die Autorin erzählt in der 3. Person, wechselt ab und zu zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit, was aber kaum auffällt und nicht stört.
Der Schreibstil ist ruhig, jedoch beschreibt die Autorin die einzelnen Charaktere so wunderbar, dass man selbst bis ins Innerste blicken kann und die Gefühle und die Verzweiflung zwischen den Zeilen spürt.

Fazit:
Ein wundervoller Roman, der einem noch lange im Gedächtnis bleibt! Ein Thema, das sonst nur Jodie Picoult genauso gut erzählen kann....ich war wirklich beeindruckt! Das Buch bekommt meine absolute Leseempfehlung!



Vielen Dank an Sebastian Rothfuss vom
Verlag für das Rezensionsexemplar!
 

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