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Aufsteiger - Peter Huth

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     



    • Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
    • Verlag:‎ Droemer HC, 2. Auflage  (1. September 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3426449854
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3426449851
    • Genre: Roman, Gegenwartsliteratur



Droemer Kurzbeschreibung:
Felix Licht hat alles für die Karriere geopfert: Seine besten Jahre, lebenslange Freundschaften, die Zeit mit Frau und Kind. Jetzt fehlt nur noch der letzte Schritt, die Berufung zum Chefredakteur des wichtigsten Magazins des Landes. Doch dann eröffnet ihm Verleger Christian Berg, einst Modezar der neurechten Szene, jetzt geläutert und selbsternannter Retter der Pressefreiheit, dass nicht Licht den Job bekommt, sondern Zoe Rauch. Ausgerechnet Zoe – jung, schön, woke. Die Frau, an die Felix seit zwölf Jahren immerzu denken muss. Sein Leben zerbricht – und reißt alle um ihn herum in einen Mahlstrom aus gekränkten Eitelkeiten, brüchigen Lebenslügen, opportunistischer Lust an immer absurderen Fake News und Gutmenschen, die bereit sind, über Leichen zu gehen.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Von Peter Huth habe ich bereits "Der Honigmann" gelesen, den ich wirklich gut fand. Vor allem die Gesellschaftskritik, die der Autor eingebaut hat, war großartig.
Diesmal beschäftigt er sich mit der Medienbranche und dem schnelllebigen Social Media Erfolgen.

Spannend macht es Peter Huth auch durch seinen Prolog, denn auf den ersten Seiten wird eine Leiche gefunden. Man weiß nicht, wer es ist und wie es zum Mord kam. Danach wechselt der Autor in die Zeit kurz vor der Tat.
Felix Licht ist einer dieser Journalisten, die für ihren Job leben. Er steht kurz vor einer Beförderung zum Chefredakteur des Magazins, bei dem er schon seit Jahrzehnten arbeitet und auch die Übernahme durch den rechten Verleger Christian Berg überlebt hat. Der Champagner ist bereits kalt gestellt, seine Familie wird von seinem zukünftigen Erfolg in Kenntnis gesetzt und wer sollte sonst außer ihm in Frage kommen, wo er doch bereits alle Fäden in der Hand hält...
Doch der Schock ist groß, als ihm als Mann um die Vierzig, plötzlich eine farbige junge Frau als neue Chefin vor die Nase gesetzt wird. Außerdem kennt er seine neue Vorgesetzte etwas besser, als er sollte. Vor zwölf Jahren war sie Volontärin beim Magazin und hat ihm ordentlich den Kopf verdreht. 
Doch das Magazin will sich neu orientieren und sich von alteingesessenen Meinungen, die viele alte weiße Männer vertreten, lossagen. Besonders die Ehefrau des Eigentümers möchte verstärkt Frauen und die links-woke Gesellschaft ansprechen. Sie möchte sich einer anderen Leserschaft zuwenden und vom rechten Hintergrund ihres Mannes ablenken. Licht fällt daraufhin in eine tiefe Depression, die ihm Ehe und Job kosten werden.....

Ausgehend von Felix Lichts tiefen Fall erleben wir eine Geschichte, die zeigt, wie eng Erfolg und Misserfolg beieinander liegen können. 
Der Roman trifft den Zeitgeist und spricht viele Themen an, die auch in der Gegenwart präsent sind: das Zunehmen konservativer Kräfte, gendergerechte Sprache, Klimakleber, LGBTQ, Diskriminierung und einiges mehr. Außerdem geht es um Macht, Verrat, Blendung, Manipulation, Gewalt und Verlust. Trotz der 336 Seiten sind dies viele Themen, die jedoch gut eingebunden werden und beim Leser nicht das Gefühl aufkommen lässt, dass der Autor zu viel wollte.

Mit leicht satirischer und überspitzten Gesellschaftskritik kommt der Autor direkt auf dem Punkt. Seine Figuren sind oft gewollt stereotyp, aber sehr gut gezeichnet. Ihm ist es wieder eindrucksvoll gelungen, das moralische und gesellschaftliche Bild unserer Zeit wiederzugeben. Dabei schafft er es, die Themen aus verschiedenen Blickwinkeln zu zeigen und uns keine vorgefertigte Meinung aufzuzwingen. Das ist nicht selbstverständlich und macht für mich die Qualität des Buches aus. 

Peter Huth hat auch wieder einige Plot-Twists eingebaut, die überraschen und der Geschichte eine krasse Wendung geben. Einen davon habe ich allerdings bald erraten oder erahnt....was sich jedoch nicht negativ ausgewirkt hat. Wieder ein sehr gutes Buch, auch wenn mir "Der Honigmann" eine Spur besser gefallen hat.

Fazit: 
Der Autor trifft wieder gekonnt den Nerv der Zeit und verschafft uns einen Einblick in die Medienbranche. Obwohl leicht überspitzt erzählt und mit einem nicht kontinuierlichen Spannungslevel, konnte ich das Buch nur schwer aus der Hand legen. Die Gesellschaftskritik ist wieder einmalig erzählt und lässt einem nachdenklich zurück. 




Der Honigmann - Peter Huth

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Gebundene Ausgabe: 256 Seiten
    • Verlag: ‎ Droemer HC; 3. Edition (1. August 2024)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 342644982X
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3426449820
    • Genre: Gegenwartsliteratur



Droemer Kurzbeschreibung:

Für Fine und Tim ist das malerische Fischbach vor den Toren der Großstadt das Familienparadies, von dem sie geträumt haben. Unter den anderen Eigenheimbesitzern finden sie schnell Freunde für sich und ihre Tochter. Als ein älterer Herr einen kleinen Laden für Honig, Tee und Deko eröffnet, scheint er das letzte Mosaiksteinchen im Idyll zu sein: Immer hat er ein offenes Ohr für die Mütter und einen Kakao für die Kinder.

Jeder in Fischbach liebt den Honigmann – bis ein schockierendes Gerücht über seine Vergangenheit die Runde macht. Plötzlich steht alles, das so sicher schien, zur Disposition: Freundschaften, Beziehungen, Wohlstand. Wie weit wird Fine gehen, um ihre Vorortidylle zu beschützen?

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Sobald ich die Inhaltsangabe von "Der Honigmann" in der Vorschau gelesen habe, wusste ich, dass ich dieses Buch unbedingt lesen muss. Es erinnerte mich ein bisschen an "Der Buchhändler" von Petra Johann, das ein Highlight für mich war.

Im idyllischen Fischbach, ein Ort im Speckgürtel der nächsten großen Stadt, ist die Idylle perfekt. Die ehemaligen Großstädter, die sich nach einem Eigenheim mit Garten und Swimmingpool sehnen und für ihre Kinder ein Aufwachsen im Grünen wünschen, haben hier ihr kleines Paradies gefunden. Man schließt schnell Freundschaft mit den Nachbarn, die Kinder wachsen unbeschwert auf und obwohl die soziale Gesellschaft bunt durchgemischt ist, lebt man in einer wohlbehüteten Gemeinschaft. Es gibt Vereine, Veranstaltungen und eine Auswahl an Geschäften, die das Leben in Fischbach paradiesisch erscheinen lassen. Als noch ein Dekoladen gegenüber der Schule eröffnet, der Geschenkartikel, Honig und Tee anbietet, sind besonders die Frauen begeistert. Der Ladenbesitzer wird nur "Der Honigmann" genannt und hat auch immer ein offenes Ohr für die Kinder, die mit ihren Müttern vorbeikommen. Als jedoch ein furchtbares Gerücht um den Hongimann die Runde macht, scheint die vermeintliche Idylle zu platzen. Die Fischbacher wollen ihr "Paradies" erhalten und so erleben wir als Leser, wie sich die Stimmung immer mehr aufschaukelt und zuspitzt.....

Peter Huth zeigt mit seinem Roman auf, wie schnell durch ein Gerücht und weiteren unbedachten Aktionen die Stimmung in einer Gemeinschaft kippen kann. Dabei kommt der titelgebende Honigmann nur im ersten und im letzten Kapitel vor und bleibt doch die ganzen 256 Seiten über mehr als präsent.

Die Geschichte ist eine Art "Momentaufnahme"von Geschehnissen innerhalb einer Woche. Wir erleben deshalb nur die Gefühle und die Stimmung der Charaktere während dieser Zeit, die aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt wird. Sie eröffnet mir als unbeteiligte Beobachterin die unterschiedliche Sichten und Meinungen der Fischbacher. Dabei begleiten wir vor allem Fine, eine Schauspielerin und ihren Lebensgefährten Tim, einem Controller. Sie ist die Erste, die auf das Gerücht reagiert und mit einem Social Media Kommentar alles weitere ins Rollen bringt.

Peter Huth spart nicht mit Gesellschaftskritik und hält uns allen einen Spiegel vor. Es geht um Familie, Neid, Missgunst und Freundschaft. Huth zeigt auf, was ein Gerücht alles anrichten kann und wie fragil unser moralischer Kompass ist. Mit überraschenden Plot-Twists spart der Autor nicht und so kann man das Buch schwer aus der Hand legen.
Huth zeigt ein gesellschaftliches Bild, welches heute leider umso aktueller ist. Der Autor
 schreibt bissig und erzählt schonungslos und authentisch. 
Das Ende hält noch eine kleine Überraschung bereit.

Mit "Der Buchhändler" von Petra Johann lässt sich die Geschichte nicht ganz vergleichen und doch haben beide das Thema Selbstjustiz und zeigen auf, was eine unbedachte Aussage alles anrichten kann.

Fazit: 
Ein aufrüttelnder Gesellschaftsroman, der dem Leser einen Spiegel vorhält. Man muss sich selbst an der Nase nehmen und wird vom Autor auch an derselben herumgeführt. Der Roman bleibt auf jeden Fall in Erinnerung.



 

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