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Weißer Tod - Robert Galbraith

    Die Bildrechte liegen beim Verlag



    • Gebundene Ausgabe: 864 Seiten
    • Verlag: Blanvalet Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (27. Dezember 2018)
    • Originaltitel: Lethal white
    • ISBN-10: 3764506989
    • ISBN-13: 978-3764506988
    • Genre: Krimi
    • Reihe: ja - Band 4 um Cormoran Strike


Blanvelet Kurzbeschreibung:
Ein verstörter junger Mann bittet den privaten Ermittler Cormoran Strike um Hilfe bei der Aufklärung eines Verbrechens, das er – so glaubt er – als Kind mit angesehen hat. Strike ist beunruhigt: Billy hat offensichtlich psychische Probleme und kann sich nur an wenig im Detail erinnern, doch er wirkt aufrichtig. Bevor Strike ihn allerdings ausführlich befragen kann, ergreift der Mann panisch die Flucht. Um Billys Geschichte auf den Grund zu gehen, folgen Strike und Robin Ellacott – einst seine Assistentin, jetzt seine Geschäftspartnerin – einer verschlungenen Spur, die sie durch die zwielichtigen Ecken Londons, in die oberen Kreise des Parlaments und zu einem prachtvollen, doch düsteren Herrenhaus auf dem Land führt.

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Robert Galbraith alias J.K. Rowling passt ihre Krimireihe anscheinend ihrer Harry Potter Reihe an, denn diese werden ebenfalls von Fall zu Fall immer dicker. Band 4 hat stattliche 864 Seiten. 200-300 davon hätte man auch streichen können und trotzden hätte man den Faden der Geschichte nicht verloren, obwohl der Fall wieder sehr komplex aufgebaut ist. Mir war es diesmal einfach zuviel an Geplänkel zwischen Cormoran und Robin, welches viel zu sehr vom eigentlich Fall ablenkt. Doch wovon handelt der eigentlich?

Bei Strike taucht im Büro ein verwirrter und verwahrloster junger Mann auf, der behauptet als Kind ein Verbrechen mitangesehen zu haben. Kaum beginnt sich Cormoran für Billys Geschichte zu interessieren, ist er auch schon wieder verschwunden. Kurz darauf wird er vom konservativen Kulturminuster Jasper Chiswell beauftragt Material gegen einen Mann zu sammeln, der ihn erpresst. Robin versucht sich als verdeckte Ermittlerin im Parlament und beobachtet die Vorkomnisse rund um den Minister. Strike ist mittlerweile nach den Shakerwell Ripper Fall zu bekannt, um noch verdeckt ermitteln zu können. Während Robin herausfindet, dass Billys Bruder, der zu den Olympia-Protestlern gehört (die Geschichte spielt 2012 zur Zeit der Olympiade in London) immer wieder Drohungen gegen Chiswell ausstößt, lernt sie auch die Familie des Ministers kennen. Diese scheint einige dunkle Geheimnisse zu haben. Aber nicht nur Chiswell scheint Dreck am Stecken zu haben, sondern auch ein weiterer Minister aus der Gegenpartei.
Alle diese völlig unzusammenhängenden Handlungsstränge scheinen lange keine Gemeinskamkeit zu haben, bis sich zum Ende hin aus diesem komplexen Gebilde ein passendes Ganzes zusammenfügt. Das Ende ist schlüssig und wirklich genial gemacht!

Und trotzdem kann ich nur eine durchschnittliche Bewertung abgeben, denn es dauert wirklich eine ganze Weile bis der Krimi in Fahrt kommt. Dadurch, dass die Geschichte selbst schon richtig komplex ist, sind die Längen eklatant. J.K. Rowling oder Robert Galbraith erzählt extrem detailliert, baut viele Wiederholungen ein und zieht somit den Krimi viel zu sehr in die Länge. Man hat des öfteren das Gefühl auf der Stelle zu treten - wie auch Robin und Cormoran in ihrem aktuellen Fall. Zu ausschweifend sind vorallem die Szenen privater Natur zwischen den Beiden. Rowling verwendet viel Zeit für das Privatleben der beiden Ermittler. Generell finde ich Cormoran und Robin als Ermittlerpaar richtig toll. Sie haben meiner Meinung schon Kultstatus erreicht....aber muss das Liebesgeplänkel sein?

Großartig gelungen sind allerdings wieder die feinen Sozialstudien der englischen Gesellschaft und die Kluft zwischen Upper Class und den "normalen" Menschen.

Schreibstil:
Sehr viel muss man eigentlich nicht mehr über den Schreibstil sagen... ich denke wir wissen, dass die Autorin schreiben kann und sehr gerne ins Detail geht. Trotz der Längen legt man den Krimi nur schwer aus der Hand. Die Charakterstudien sind wieder einzigartig, aber die Dynamik bleibt beim vierten Band auf der Strecke..
Jedem Kapitel sind Zitate aus Henrik Ibsens Drama "Rosmersholm"  vorangestellt.

Cover:


Ich glaube, dass hatte ich noch nie, dass das Originalcover für alle Übersetzungen verwendet wurde! Von links nach rechts seht ihr das polnische, das finnische, das niederländische, das italienische und das englische Originalcover 

Fazit:
Obwohl mir der vierte Fall nun durchschnittlich gefallen hat und man mindestens 200 Seiten hätte kürzen können, werde ich die Reihe noch weiter verfolgen. Robin und Cormoran haben schon Kultstatus, auch wenn dies der bisher schwächste Band der Reihe ist. 

Die Reihe um Cormoran Strike und Robin Ellacott: 

Band 1: Der Ruf des Kuckucks  *Rezi*
Band 2: Der Seidenspinner   *Rezi*
Band 3: Die Ernte des Bösen  *Rezi*
Band 4: Weißer Tod

Die Ernte des Bösen - Robert Galbraith



    • Gebundene Ausgabe: 672 Seiten
    • Verlag: Blanvalet Verlag (26. Februar 2016)
    • ISBN-10: 3764505745
    • ISBN-13: 978-3764505745
    • Originaltitel: Career of Evil
    • Genre: Krimi
    • Reihe: ja - Cormoran Strike Band 3




Blanvalet Kurzbeschreibung: 
Nachdem Robin Ellacott ein mysteriöses Paket in Empfang genommen hat, muss sie zu ihrem Entsetzen feststellen, dass es ein abgetrenntes Frauenbein enthält. Ihr Chef, der private Ermittler Cormoran Strike, ist ebenfalls beunruhigt, jedoch kaum überrascht. Gleich vier Menschen aus seiner eigenen Vergangenheit fallen ihm ein, denen er eine solche Tat zutrauen würde – und Strike weiß, dass jeder von ihnen zu skrupelloser, unaussprechlicher Grausamkeit fähig ist. Während die Polizei sich auf den einen Verdächtigen konzentriert, der für Strike immer weniger als Täter infrage kommt, nehmen er und Robin die Dinge selbst in die Hand und wagen sich vor in die düsteren und verstörenden Welten der drei anderen Männer. Doch als weitere erschreckende Vorfälle London erschüttern, gerät das Ermittlerduo selbst mehr und mehr in Bedrängnis …

Meine Bewertung: * * * undeinhalb


Buch zur Blanvalet Challenge

Buch zur Weltenbummler Challenge


Meine Meinung:
Mittlerweile ist ja allgemein bekannt, dass hier J.K. Rowling unter dem Pseudonym Robert Galbraight ihre Krimis rund um Privatdetektiv Cormoran Strike und seine Assistentin Robin Ellacott schreibt.
"Die Ernte des Bösen", Band 3 der Reihe, beginnt äußerst blutig. Robin wird ein Paket zugestellt, das ein amputiertes Frauenbein beinhaltet. Schon bald entdeckt Cormoran, dass auf dem Paket zuerst sein Name als Empfänger aufschien, später jedoch auft Robins Name geändert wurde. Er ahnt sofort, dass die Drohung an erster Stelle an ihn gerichtet und das abgetrennte Bein eine Anspielung auf sein fehlendes Gliedmaß sein soll.
Außerdem findet Strike ein beigefügtes Blatt Papier mit einer Songzeile der Rockgruppe Blue Öyster Cult, die seine Mutter zu Lebzeiten verehrt hat und sich genau diese Zeile auf ihre Haut hat tätowieren lassen. Sofort denkt Strike an seinen Stiefvaters Jeff Whittacker, den er für den Tod seiner Mutter verantwortlich macht.  Doch auch andere "alte Bekannte" aus der Zeit in Afghanistan, die hier außer seinen Stiefvater die Finger im Spiel haben könnten, passen ins Bild. Die Polizei ermittelt jedoch in einer ganz anderen Richtung und Cormoran versucht nun die restlichen drei Verdächtigen zu observieren. Dass dies nicht ganz einfach sein wird, ist irgendwie vorhersehbar ;). Vorallem, wo der Weg eines Verdächtigen, Cormoran und Robin außerhalb von London, nämlich ins ländlichen Barrow-in-Furness in Nordengland, führt. Alle drei Verbrecher sind äußerst gewalttätig, mit allen Wasser gewaschen und ihre bisherige Gewalttaten passen perfekt ins Bild des makabren Paketes. Nur...wer von den Dreien steckt dahinter?

Leider verliert sich die Spannung, die zu Beginn des Krimis vorhanden ist, im Laufe der über 600 Seiten. Meiner Meinung nach wären 200 Seiten weniger einfach besser und interessanter gewesen, denn gerade in der Mitte gibt es einen Hänger, bei dem die Nachforschungen von Robin und Cormoran ziemlich auf der Stelle treten.
Die vielen komplexen Handlungsstränge sind allerdings kein Problem, denn als geübter Galbraight Leser konnte ich diesen mühelos folgen. Außerdem ist wohl bereits den meisten bekannt, dass J.K. Rowling/Robert Galbraith sehr detailverliebt schreibt. Dies trifft auch auf die privaten Probleme der beiden Ermittler zu. Während Robin ebenso mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wird, wie Cormoran, steht auch noch ihre geplante Hochzeit auf der Kippe. Erst im letzten Drittel nimmt die Spannung wieder etwas zu und  der Fall wird zum Ende hin fast zu schnell abgehandelt.  

Schreibstil und Charaktere:
Wie bereits in den Vorgängerbänden ist der Schreibstil sehr detailliert. Neben den Erzählungen von Cormoran und Robin gibt es diesmal auch Einsicht in die Gedanken des Mörders.
Wiederum lebt der Roman besonders durch die einzigartige Charakterzeichung von Cormoran und Robin, die eines der sympathischten und exzentrischten Paare der Krimiliteratur sind.
Der rote Faden auf den mehr als sechshundert Seiten ist die Band Blue Öystercult. Jedes Kapitel wird mit einer Songzeile dieser Band eingeleitet, die die Lieblingsband von Cormorans Mutter war.

Cover:

Warum beim dritten Band der Reihe das englische Cover nicht mehr übernommen wurde, kann ich nicht ganz verstehen. Band 1 und 2 passten hervorragend zusammen und nun kommt beim deutschen dritten Band ein gewöhnliches Bild der Tower Bridge, das schon bei anderen Krimis (z.Bsp. bei der Nicci French Reihe) relativ oft eingesetzt wurde und der eigene Charakter der Reihe verloren geht. Schade!

Fazit:
Wie gewohnt ein solider englischer Krimi alter Schule, sehr dicht und detailliert erzählt. Für mich leider der bis jetzt schwächste Band der Reihe rund um Cormoran Strike und Robin Ellacott. Die ungewöhnliche Protagonisten sind wieder hervorragend charakerisiert und geben der Reihe einfach das gewisse Etwas. Ich bin schön äußerst gespannt auf Band Nummer vier.




Die Reihe um Cormoran Strike und Robin Ellacott: 

Band 1: Der Ruf des Kuckucks  *Rezi*
Band 2: Der Seidenspinner   *Rezi*
Band 3: Die Ernte des Bösen

Der Seidenspinner - Robert Galbraith


    • Gebundene Ausgabe: 672 Seiten
    • Verlag: Blanvalet Verlag (24. November 2014)
    • ISBN-10: 376450515X
    • ISBN-13: 978-3764505158
    • Originaltitel: The Silkworm
    • Genre: Krimi
    • Reihe: ja - Teil 2 um Cormoran Strike



Blanvalet Kurzbeschreibung:
Als der Romanautor Owen Quine spurlos verschwindet, bittet seine Frau den privaten Ermittler Cormoran Strike um Hilfe. Es ist nicht das erste Mal, dass Quine für einige Tage abgetaucht ist, und sie möchte, dass Strike ihn findet und nach Hause zurückbringt. Doch schon zu Beginn seiner Ermittlungen wird Strike klar, dass mehr hinter Quines Verschwinden steckt, als seine Frau ahnt. Der Schriftsteller hat soeben ein Manuskript vollendet, das scharfzüngige Porträts beinahe jeder Person aus seinem Bekanntenkreis enthält. Sollte das Buch veröffentlicht werden, würde es Leben zerstören – zahlreiche Menschen hätten also allen Grund, Quine zum Schweigen zu bringen. Als Quine tatsächlich tot aufgefunden wird, brutal ermordet unter bizarren Umständen, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, um das wahre Motiv des skrupellosen Mörders aufzudecken – eines Mörders, wie Strike ihm noch nie zuvor begegnet ist …

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Blanvalet Challenge

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Gespannt wartete ich nach "Der Ruf des Kuckucks" auf den nächsten Krimi von Robert Galbraith alias J.K. Rowling rund um Privatdetektiv Cormoran Strike. Die Meinungen zum ersten Band der Reihe gingen ja doch ganz schön auseinander, aber ich fand den typisch englischen Krimi "Der Ruf des Kuckucks" gut.
Auch "Der Seidenspinner" lebt wieder von den exzentrischen und fabelhaft ausgearbeiteten Charakteren, allen voran Comoran Strike und Robin Ellacot. Mit den Beiden hat Galbraight/Rowling ein einzigartiges Ermittlerpaar geschaffen.

Nachdem Comoran seinen ersten Fall um Lula Landry erfolgreich abgeschlossen hat, hat er endlich weniger Geldsorgen. Seine Schulden sind trotzalledem noch nicht beglichen und so versucht er nur mehr profitable Aufträge anzunehmen. Als ihn jedoch die eher mittellose Leonora Quine um Hilfe bittet ihren verschwunden Mann zu finden, nimmt er den Auftrag an. Ihr Ehemann, der Schrifsteller Owen Quine, ist seit einigen Tagen verschwunden. Da der exentrische Autor öfters für ein paar Tage abtaucht, hat sie sein Verschwinden noch nicht der Polizei gemeldet und bittet Comoran um Hilfe. Sie befürchet, dass ihm etwas passiert ist. Normaler Weise bleiben sie in Verbindung, auch wenn er sich gerade seine "Auszeit" nimmt, denn die Beiden haben eine behinderte Tochter für die der Schrifsteller, trotz seines kapriziösen Benehmens, immer zu erreichen ist.
Außerdem hat er erst vor kurzem seinen Roman „Bombyx Mori“ (= lateinischer Name für Seidenspinner) vollendet, den er für sein Meisterwerk hält. Dieser soll für großes Aufsehen sorgen, denn die Enthüllungen darin betreffen die Menschen in seiner unmittelbaren Umgebung: Verlagsmenschen, Autoren, Freunde und auch seine Familie. Obwohl das Manuskript noch unveröffentlicht ist, kursiert es bereits seit Tagen in der Verlagswelt herum und wirklich jeder, der darin vorkommt, hätte ein Tatmotiv. Als Quines Leiche, die auf bestialische Weise und haargenau wie in seinem Buch hingerichtet gefunden wird, begibt sich Comoran auf Mördersuche. Nicht so einfach bei so vielen Tatverdächtigen!

Auch in diesem Krimi haben sich wieder ein paar Längen im Mittelteil eingeschlichen, jedoch tat dies der Spannung kaum Abbruch. Als Leser versucht man herauszufinden, wer hinter dem Mord steckt und tappt genauso im Dunkeln wie Comoran und Robin, denn wirklich jeder der im Buch "Bombyx Mori" vorkommt, ist der Mord zuzutrauen.

Schreibstil:
Wie bereits im ersten Band der Krimireihe ist der Schreibstil sehr detailliert und dialoglastig. Die Geschichte lebt von den beiden Hauptprotagonisten. Ebenso könnte man mit der Beschreibung der Straßen Londons eine kleine Tour durch die englische Hauptstadt organisieren. Ich bin mir sicher, dass man problemlos die angegeben Plätze finden kann.

Cover:

Das Originalcover wurde vom Blanvalet Verlag übernommen, was ich super finde, da es erstens zum "Der Ruf des Kuckucks" passt und zweitens sehr schön ist.

Fazit:
Auch Teil 2 ist ein typischer englischer Krimi alter Schule, der nahtlos an seinen Vorgänger anschließt. Die sehr detailreichen Beschreibungen sind atmosphärisch dicht erzählt, während die Geschichte großteils von den wundervoll ausgearbeiteten und ungewöhnlichen Charakteren lebt.



Der Ruf des Kuckucks - Robert Galbraith


    • Gebundene Ausgabe: 640 Seiten
    • Verlag: Blanvalet Verlag (30. November 2013)
    • ISBN-10: 3764505109
    • ISBN-13: 978-3764505103
    • Originaltitel: The Cuckoo's Calling
    • Genre: Roman, Krimi


 

Amazon Kurzbeschreibung: 
Als das berühmte Model Lula Landry von ihrem schneebedeckten Balkon im Londoner Stadtteil Mayfair in den Tod stürzt, steht für die ermittelnden Beamten schnell fest, dass es Selbstmord war. Der Fall scheint abgeschlossen. Doch Lulas Bruder hat Zweifel – ein Privatdetektiv soll für ihn die Wahrheit ans Licht bringen.
Cormoran Strike hat in Afghanistan körperliche und seelische Wunden davongetragen, mangels Aufträgen ist er außerdem finanziell am Ende. Der spektakuläre neue Fall ist seine Rettung, doch der Privatdetektiv ahnt nicht, was die Ermittlungen ihm abverlangen werden. Während Strike immer weiter eindringt in die Welt der Reichen und Schönen, fördert er Erschreckendes zutage und gerät selbst in große Gefahr …

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Einmal um die Welt Challenge

Buch zur Chaos Challenge 2014

Meine Meinung:
Dass sich hinter dem Autor Robert Galbraith J. K. Rowling verbirgt, dürfte inzwischen Jedermann bekannt sein, denn an Publicity fehlte es nicht gerade ;) Gespannt war ich trotzdem und so ging dieser Krimi, nachdem ich auch den Gesellschaftsroman "Ein plötzlicher Todesfall" der Autoerin gelesen hatte, aus der Bücherei mit.
Nachdem ich mir einige Kommentare zum Buch angesehen habe, kann ich den eher negativen Touch der Rezensionen nicht wirklich verstehen. Vielleicht sind das alles Leser, die weitere Fantasybücher der Autorin erwarten...ich weiß es nicht...aber da ich selbst sehr gerne Krimis und Thriller lese, finde ich den ersten Versuch von J.K. Rowling eigentlich gelungen. Es ist ein richtiger britischer Kriminalroman der "alten Schule" à la Agathe Christie mit tollen Charakteren.

Mit dem Privatdetektiv Cormoran Strike ist der Autorin ein wirklicher Glücksgriff gelungen. Er ist ein patenter Kerl, der viele Ecken und Kanten hat. Als unehelicher Sohn eines Rockstars und dessen Groupie, wächst er in der Drogenhölle seiner Mutter und deren diversen Freunden auf. Nach Jahren in Afghanistan, wo er der British Armed Forces beitrat und als militärischen Sonderermittler ausgebildet wird, verliert er bei einem Sprengstoffattentat einen Teil seines Beines. Daraufhin kehrt er nach England zurück und beginnt seinen Job als Ermittler. Eher glücklos und blank, haust er nach der Trennung seiner Langzeitfreundin Charlotte auf einer Liege im Büro. Eigentlich kann er sich keine Assistentin leisten, doch da schickt ihm eine Zeitarbeitsfirma eine Aushilfe und Robin ist genau das, was er braucht, um endlich mehr als nur zwei Klienten zu seinen Kunden zählen zu können. Sie bringt sein Büro auf Vordermann, ist talentiert und sehr ideenreich, wenn es darum geht, bestimmte Dinge herauszufinden.

Mit dem Tod des Model Lula Laundry, der als Selbstmord bereits als abgeschlossener Fall im Polizeirevier liegt, will sich ihr Bruder John Bristow allerdings nicht abfinden und engagiert Strike, der das Geld des Anwaltes gerade brauchen kann. Und Cormoran Strike ist ein richtiger Ermittler, der sich Fakten notiert, alle Möglichkeiten durchspielt und sein ganzes Herz in einem ungelösten Fall legt. Hier wird ermittelt was das Zeug hält und vielleicht ist das vielen Lesern, die eher auf blutrünstige Thriller stehen (Ich mag beides!) zu wenig?! Denn die Spannung in diesem Schmöker wird erst langsam aufgebaut.
Heute kam mir der Vergleich mit Nicci French Wochentage-Krimis (Blauer Montag, Eisiger Dienstag, Schwarzer Mittwoch...) in den Sinn. Ich finde, dass es bei diesen Krimi/Thrillern ebenfalls mehr um die Ermittlerarbeit geht. Wer diese Bücher mag, den kann ich auch "Der Ruf des Kuckucks" empfehlen.

Kommen wir nun zu den negativen Punkten:
Wie bereits bei "Ein plötzlicher Todesfall" schreibt J.K. Rowling SEHR detailreich. Manchmal wäre weniger mehr gewesen, aber ich empfand das Buch eigentlich nie als langweilig. Ebenfalls gibt es anfangs wieder jede Menge Namen...jedoch sind diese schon viel, viel weniger als im Vorgängerbuch! Also nicht abschrecken lassen.....es kommen später kaum neue Namen mehr dazu und man behält den Überblick. Mit der letztendlichen Auflösung des Falles und der Begründung war ich allerdings ein bisschen unzufrieden.

Schreibstil:
Das Buch lebt vom Schreibstil und von den beiden Hauptprotagonisten Cormoran Strike und Robin Ellacott und ist sehr dialoglastig. Man schließt diese Beiden sofort ins Herz und ich freue mich, dass es ein Wiedersehen mit Cormoran und Robin geben wird.

Cover:

links das britische Cover, das bei der deutschen Ausgabe übernommen wurde.
rechts das amerikanische Cover, wenn ich richtig recherchiert habe ;)


Fazit:
Ein Kriminalroman alter Schule mit viel Ermittlerarbeit und zwei wundervollen Protagonisten. Trotz einiger kleiner Mängel sehe in J.K. Rowling's Krimidebüt ein großes Potential für weitere Romane dieses Genres und freue mich schon auf weitere Fälle.

Ein plötzlicher Todesfall - J. K. Rowling


    • Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
    • Verlag: Carlsen;  Auflage (27. September 2012)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3551588880
    • ISBN-13: 978-3551588883
    • Originaltitel: The Casual Vacancy
    • Genre: Roman

Amazon Kurzbeschreibung: 
Als Barry Fairbrother mit Anfang vierzig plötzlich stirbt, sind die Einwohner von Pagford geschockt. Denn auf den ersten Blick ist die englische Kleinstadt mit ihrem hübschen Marktplatz und der alten Kirche ein verträumtes und friedliches Idyll, dem Aufregung fremd ist. Doch der Schein trügt. Hinter der malerischen Fassade liegt die Stadt im Krieg. Krieg zwischen arm und reich, zwischen Kindern und ihren Eltern, zwischen Frauen und ihren Ehemännern, zwischen Lehrern und Schülern. Und dass Barrys Sitz im Gemeinderat nun frei wird, schafft den Nährboden für den größten Krieg, den die Stadt je erlebt hat. Wer wird als Sieger aus der Wahl hervorgehen – einer Wahl, die voller Leidenschaft, Doppelzüngigkeit und unerwarteter Offenbarungen steckt?

Meine Bewertung: noch ****

Buch zur Wälzer Challenge

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Da ich die Harry Potter Bücher nicht gelesen habe....oh, oh...ich höre eure entsetzten Aufschreie!....ja, ich muss es zugeben, denn damals hatte ich mit Fantasty noch gar nix am Hut, bin ich absolut unvoreingenommen an dieses Buch herangegangen. Ich habe zwar einen Artikel in einer Tageszeitung gelesen, wo eine österreichische Autorin das Buch gelesen hat und ihre Meinung  betreffend der schlechten Übersetzung ins Deutsche kundtat, aber sonst hatte ich null Ahnung.

Nun muss ich sagen, dass mir die Idee der Geschichte eigentlich sehr gut gefallen hat. Oft dachte ich an unsere Dorfgemeinschaft oder die kleine Stadt, die meine erste Heimat war und J. K. Rowling hat hier sehr viel davon aufgegriffen! Egal ob in England (wie hier das Städchen Pagford) oder in Österreich, Deutschland oder der Schweiz, solche Scheinheiligkeiten und Heucheleien kommen überall vor. Die Autorin hat uns hinter die Fassaden der Häuser und in die Herzen der Protagonisten sehen lassen und der Leser entdeckt hier jede Menge Bösartigkeiten.

Der Prolog beginnt mit dem plötzlichen Todesfall des Barry Fairbrother ....so auch der deutsche Buchtitel. Die Nachricht des Todes des allseits bekanntes Bürgers verbreitet sich - wie üblich in kleinen Städtchen - wie ein Lauffeuer. Damit beginnt der etwas schwierige Teil für den Leser, denn ab diesem Zeitpunkt wird man mit Namen nur so bombardiert. Wenn man die ersten hundert Seiten nicht in einem Rutsch durchlesen kann, hat man sicher Schwierigkeiten beim nächsten Einstieg zu wissen, von wem denn gerade die Rede ist.
Ausführlich werden ganze Familien, deren Sorgen und Nöte beschrieben. Die Autorin versteht es hervorragend uns einen Spiegel vorzuhalten und uns selbst zu fragen: Sind wir nicht alle ein bisschen so?
Wir lernen Teenager kennen, die sich gegenseitig mobben; angesehene Bürger, die mit dem "Abschaum" aus dem neugebauten Wohnviertel nichts zu tun haben wollen; einen männlichen Lehrer, der homophile Neigungen verspürt; ein bindungsunfähiger Anwalt, der ein Auge auf die Witwe geworfen hat und so weiter und so weiter.......Es gibt keine Familie, die hier gut weg kommt, allerdings gibt es auch fast keine Person im Buch, die nur schwarz oder weiß ist. Jeder hat hier seine schlimmen Seiten, die er verstecken will.

Die Gesellschaftskritik finde wirklich gelungen, leider sind aber die ersten 200 Seiten etwas zäh mit all den Erläuterungen und Einführungen in die verschiedenen Familien. Einen Hauptprotagonist oder eine Hauptprotagonistin gibt es hier nicht. Die Sprache ist teilweise sehr einfach und ein bisschen vulgär. Ich denke aber, dass die Autorin damit die verschiedenen Gesellschaftsschichten besser darstellen wollte.

Die Geschichte selbst ist düster und teilweise voller Hoffnungslosigkeit. Spannend wird es leider erst richtig auf den letzten 50 Seiten. Der Schluss lässt dem Leser traurig zurück....trotzdem besteht etwas Hoffnung, dass die Menschen in Pagford etwas gelernt haben.
Das Buch ist nicht immer einfach zu lesen, aber es regt sehr zum Nachdenken an. Viele verschließen die Augen vor der Wirklichkeit, dem Unterschied zwischen arm und reich, der Hoffnungslosigkeit auf der einen Seite und die Gier auf der anderen Seite. Richtig sympathisch sind die wenigsten in dieser Geschichte, trotzdem hat mich der Inhalt noch Tage nach dem zuklappen des Buchdeckels berührt.

Fazit: Nicht wirklich spannend, kein Krimi, schon gar kein Thriller, kein "normaler" Roman....was ist diese Geschichte eigentlich? Einmal etwas anderes....Gesellschaftskritik an unserer Lebensform in Buchform mit Protagonisten, die wir auch in unserer Stadt finden werden. Ich vergebe vier Punkte!




 

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