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Wilde Jagd - René Freund

     
    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Taschenbuch: 288 Seiten
    • Verlag: ‎ Paul Zsolnay Verlag; 1. Edition (24. Juli 2023)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3552073671
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3552073678
    • Genre: Roman

     

Zsolny Klappentext:
In Stein am Gebirge scheinen alle alles zu wissen. Und eisern zu schweigen. So kommt es Quintus Erlach zumindest vor. Der Philosophieprofessor will den Sommer im Haus seiner Kindheit verbringen, da weder seine Frau noch seine Tochter derzeit mit ihm zu tun haben wollen. Gerade fürs Hundesitting ist er noch gut genug, und beim Spazierengehen lernt er Evelina kennen. Sie kommt aus der Slowakei und pflegt den alten Zillner, nachdem dessen frühere Pflegerin spurlos verschwunden ist. Evelina und Quintus wollen herausfinden, was mit ihr passiert ist. Aber haben sie sich mit den Zillners, denen das ganze Dorf gehört, womöglich einen zu mächtigen Gegner ausgesucht? Witzig, geistreich und fast schon ein Krimi.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Die Bücher von René Freund habe ich bisher alle gelesen und gemocht. Sie sind sehr unterschiedlich, regen jedoch immer zum Nachdenken an. Leise Zwischentöne und versteckter Humor sind die Essenz von René Freunds Romanen.

Beim Einstieg in sein neues Buch habe ich mich diesmal allerdings ein bisschen schwer getan, was sich aber bald geändert hat und ich mich mit Quintus, einem kauzigen Philosophieprofessor angfreundet, habe. Dieser steckt in einer Art Lebenskrise. Seine Frau brauchte Abstand zur gemeinsamen Ehe und forscht im Amazonas und Tochter Katja spricht momentan nicht mit ihm. Auf ihren Hund "Machtnix" soll er allerdings schon aufpassen, während das Töchterlein ein Auslandssemester in Kanada absolviert. Quintus zieht in sein Elternhaus in Stein am Gebirge ein, wo ihm buchstäblich die Decke auf dem Kopf fällt. Das Haus ist mehr als renovierungsbedürftig und das Dach im schlechten Zustand. Auch die Einwohner seines ehemaligen Heimatortes sind im fremd geworden

Beim einem Spaziergang trifft er auf Evelina, der slowakischen Pflegerin seines Nachbarns Herwig Zillner, dessen Familie halb Stein am Gebirge gehört. Evelina ist erst vor kurzem zu den Zillners gekommen und erzählt Quintus, dass ihre Vorgängerin Angelika spurlos verschwunden ist. Niemand würde sie suchen, noch gibt es eine Vermisstenanzeige. Evelina glaubt an ein Verbrechen und hat Angst. Gemeinsam versuchen sie herauszufinden, was passiert ist und treten dabei wohl jemand gehörig auf die Zehen....

René Freund hat diesmal einen Genre-Mix aus Krimi, Gesellschaftskritik und Vergangenheitsbewältigung in seinem neuen Roman gepackt. Was anfangs für mich etwas zu viel dahinplätscherte, steigerte sich mit jeder Seite und hat meine Neugier schnell angefacht. Was ist mit Angelika, der Vorgängerin von Evelina wirklich passiert? Was wissen die Einwohner von Stein am Gebirge? Wer will Quintus Nachforschungen boykottieren und droht ihm sogar?
Die Atmosphäre in dem kleinen österreichischen Ort ist wirklich hervorragend wiedergegeben. Die Mauer des Schweigens ist groß. Die Situationen, in die sich Quintus hineinmanövriert, sind herrlich skurill. Es dauert einige Zeit bis er einen Tipp bekommt, der jedoch wegen seinem alkoholbeeinträchtigten Zustand erst nach einer Weile zu ihm durchdringt. Dieses Ereignis lässt ihm den Vorsatz fassen, keinen Alkohol mehr zu trinken. Dadurch bekommt der eher analytisch veranlagte Professor sein Leben endlich wieder mehr oder weniger in den Griff. Neben der Suche nach Angelika, beginnt er sein Elternhaus wieder  etwas in Form und seine Ehe in rechte Lot zu bringen. Überraschende Wendungen und jede Menge Verdächtige machen die Suche nach Angelika ereignisreich und turbulent.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Quintus in der Ich-Form erzählt. Sprachlich ist René Freunds Werk wirklich gelungen. Ich liebe seinen schwarzen Humor und die Gesellschaftskritik, die hier mitschwingt. Die pointierten Dialoge sind gelungen.

Die Charaktere sind sehr stark gezeichnet, haben Ecken und Kanten. Qunitus hat zu Beginn ein großes Alkoholproblem, dem er sich erst im Laufe der Geschichte stellt. Es dauert deshalb etwas, bis er beginnt sein Leben zu hinterfragen und er sich richtig auf die Spurensuche begeben kann. Evelina ist ein starker Charakter, der weiß, was sie will. Sie gibt Quintus immer wieder den erfoderlichen Schubs, den er braucht. Außerdem scheint sie übersinnliche Fähigkeiten zu haben. Aber auch die Nebenfiguren sind sehr bildhaft gezeichnet und sind direkt aus dem Leben.
Die Auflösung am Ende ist überraschend und schockiert.

Fazit:
"Wilde Jagd" ist ein atmosphärischer Genre-Mix mit Anspruch, den René Freund diesmal veröffentlicht hat.  Ein weiterer gelungener Roman des Autors, der es versteht, tiefgründige Themen als humorvolle Erzählung aufs Papier zu bringen. Eine Geschichte, die in Erinnerung bleibt!

Vielen Dank an den Zsolney Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

Das Vierzehn-Tage Date - René Freund

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
    • Verlag: ‎ Paul Zsolnay Verlag (17. Mai 2021)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3552072349
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3552072343
    • Genre: Gegenwartsliteratur



Zsolnay Kurzbeschreibung:
Corinna ist das Tinder-Date von David. Die beiden haben sich, wenn man ehrlich ist, aus lauter Langeweile und – coronabedingt – bei ihm zu Hause getroffen. Sie ist Kellnerin und wegen der Lokalsperren arbeitslos. Außerdem ist Corinna unordentlich, trinkt, raucht und stopft sich mit Junkfood voll. David ist Musiklehrer und Veganer. Klar, dass die beiden nicht füreinander bestimmt sind. Nach einer gemeinsam verbrachten Nacht, an die sich Corinna wegen einer Flasche Wodka nicht mehr erinnern kann, sind die beiden froh, einander nie wieder sehen zu müssen. Als sich jedoch herausstellt, dass der Bote, der ihnen Pizza gebracht hat, mit dem Virus infiziert war, müssen die beiden in Quarantäne. Zwei Wochen gemeinsam statt einsam …

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Hört sich der Klappentext nicht schon großartig an?
Ich wollte eigentlich keine Bücher, die Corona mehr oder weniger zum Thema haben lesen, aber da ich René Freund bereits als Autor kenne, wusste ich sofort, dass ich diese Geschichte lesen will. Schon bei seinem letzten Roman "Swinging Bells" habe ich oftmals so gelacht und auch hier schreibt René Freund wieder herrlich pointiert.

Corinna und David treffen sich zu einem Date, nachdem sie bei Tinder ein Match geworden sind. Doch schon nach den ersten paar Sekunden, als Corinna verspätet durch David's Wohnungstür kommt, wissen die Beiden, dass dieses Treffen das erste und letzte sein wird. Corinna, die nach außen hin Coole, aber sehr verunsicherte junge Frau sieht in dem Lehrer David, nicht gerade ihren Traummann. Sie ist Chaotin, trinkt gerne, raucht wie ein Schlot und drückt sich nicht sehr gewählt aus, wenn man so sagen kann. David ist Pendant, Veganer und eigentlich in seine Kollegin Mercedes verliebt. Der eher schüchterne Musiklehrer und die verkappte Kellnerin haben nur eine gemeinsame Liebe: die Musik.
Nach einer gemeinsamen Nacht, an die sich Corinna allerdings nicht mehr erinnern kann, beschließen die Beiden sich nicht mehr zu sehen. Doch dann bekommen sie den Anruf vom Pizzalieferanten, der in dem Lokal arbeitet, wo normaler Weise auch Corinna kellnert, dass er Corona positiv ist. D.h. für David und Corinna zwei weitere Wochen Gemeinsamkeit....

Ich glaube man braucht gar nicht viel Fantasie, um sich diese Situation vorszustellen. René Freund schreibt zwar wieder nur auf 160 Seiten seine Geschichte, doch diese steckt voller Witz und Situationskomik. Man merkt allerdings, nun nach mehr als einem Jahr Corona der Geschichte an, dass sie zu Beginn der Epidemie geschrieben wurde. Das Klatschen für die Coronahelden, die Jagd auf Toilettenpapier und der Beginn des ersten Lockdowns sind noch neu.
Bei zwei so unterschiedlichen Charakteren und den begrenzten Räumlichkeiten fliegen bald die Fetzen. Die Geschichte könnte auch sehr gut als Theatherstück funktionieren, denn sie beschränkt sich auf die vier Wände von Davids Wohnung. Dabei lernen sich die Beiden immer besser kennen und bemerken schnell, dass hinter der jeweiligen Fassade ein sehr unsicherer Mensch steckt. René Freund spielt damit indirekt auch auf die Scheinwelt auf diversen Social-Media Plattformen an.
 Die Corona Situation wird vom Autor ohne den erhobenen Finger erzählt. Er geht sowohl auf Verschwörungstheorien ein, als auch auf die politischen Auswirkungen. Er beleuchte die Situation von allen Seiten, was ich gelungen finde.

Die Figur von Corinna war mir nicht wirklich sympathisch und Davod hätte ich gerne öfters mal in den Allerwertesten getreten, aber gerade diese Konstellation macht dieses Vierzehn-Tage Date zu dem, was René Freund geschaffen hat: eine witzige Geschichte, die unterhält und bei der man sich selbst gedanken macht, wie man sich selbst verhalten hätte. Zum Ende hin gibt es noch eine kleine Überraschung des Autors betreffend der Namen der Protagonisten, die ich absolut gelungen fand und ihm zu dieser Pointe gratulieren muss!

Ob aus den Beiden am Ende doch noch ein Paar wird, verrate ich euch nicht. Das müsst ihr schon selber lesen!

Fazit:
Ein Roman mit witziger Situationskomik, der trotz des Pandemie-Themas unterhält. Wie immer eine gelungene Geschichte des Autors, der es versteht auch trotz so manchen tiefgründigen Thema eine humorvolle Erzählung aufs Papier zu bringen.

Vielen Dank and den Zsolnay Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

Swinging Bells - René Freund




    • Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
    • Verlag: Deuticke Verlag (23. September 2019)
    • ISBN-10: 3552064001
    • ISBN-13: 978-3552064003
    • Genre: Gegenwartsliteratur, Weihnachtsgeschichte



Deuticke Kurzbeschreibung:
Sandra und Thomas haben es geschafft, den verwandtschaftlichen Pflichten zu entkommen, und freuen sich auf Weihnachten zu zweit. Unangenehm ist nur, dass ausgerechnet heute noch die Leute vorbeikommen, die das zum Verkauf angebotene Bett abholen wollen. Als es an der Tür läutet, hofft Sandra, dass die Sache schnell erledigt sein wird. Doch die Käufer, die sich als Leo und Elisabeth vorstellen und eine Flasche Prosecco mitgebracht haben, machen es sich erst einmal im Wohnzimmer gemütlich. Thomas will nicht unhöflich sein, aber irgendwann beschleicht auch ihn der Verdacht, dass hier irgendetwas schiefläuft. Eine brillante Komödie, die mit den Themen Liebe, Sex, Sehnsucht, Angst, Wünschen und Verdrängen spielt.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Der neue Roman von René Freund erzählt über ein ganz besonderes und ungewöhnliches Weihnachtsfest. Sandra und Thomas freuen sich endlich den Heiligen Abend zu Zweit feiern zu können. Jedes Jahr verbringen sie den 24. und 25. Dezember bei den Eltern von Thomas in Wien und den zweiten Feiertag in Niederösterreich auf dem Lande bei Sandras Eltern. Das ungewollt kinderlose Ehepaar fühlt sich dabei unvollständig. Außerdem artet das Weihnachtsfest schlussendlich immer wieder in Streit aus. Doch diesmal sind die Eltern von Thomas verreist und die Beiden planen endlich alleine zu feiern. 
Ausgerechnet für diesen Tag haben sich Interessierte für das inserierte Doppelbett angesagt, das Sandra und Thomas verkaufen möchten. Als es klingelt bittet Sandra das Pärchen herein. Doch Elisabeth und Leo fragen nicht nach dem Bett, sondern nehmen im Wohnzimmer auf der Couch Platz und packen eine Flasche Prosecco aus. Auch sie wollen den Heiligen Abend ganz besonders verbringen und haben sich bei einer Swinger-Plattform im Internet gemeldet. Durch einen Ziffernsturz der Hausnummern und Etagen sind sie bei Sandra und Thomas gelandet. Die Beiden wollen nicht unhöflich sein und lassen die den Besuch verweilen, obwohl sie sich wundern, warum Elisabeth und Leo nicht ihr Doppelbett ansehen wollen....

Was habe ich anfangs gelacht! Herrlich pointiert schreibt René Freund wie Elisabeth und Leo bei Thomas und Sandra mit unterschiedlichen Erwartungen auf der Couch sitzen. Eine humorvolle Geschichte mit einer gelungenen Situationskomik, eine Art Kammerspiel, das harmlos beginnt und sich dramaturgisch immer mehr zuspitzt. Mit der Zeit wird der Ton dann alleridngs ernster, als Sandra und Thomas herausfinden, dass ihre Besucher sich im Haus geirrt haben und ein Swingerpärchen sind, die sich zu ihrem Treffen aufgemacht haben. Vorurteile kommen zur Sprache und erst mit der Zeit, als sich die Bewohner überreden lassen ein Kerzenspiel zum besser kennenlernen mitzuspielen, kommt so manche Wahrheit ans Tageslicht. Bei Thomas und Sandra hat sich in den Jahren der Alltag breit gemacht und die Probleme, die sich leise angeschlichen haben, wurden totgeschwiegen. Das nach außen eher spießige jüngere Paar wirkt gegen das ältere, aber noch frisch verliebte Pärchen, eher konservativ. Doch wenn man genauer hinsieht und umso mehr man in der Geschichte versinkt, umso deutlicher wird klar, was Fassade und was Wahrheit ist. Während des Lesens ändert man öfters die Meinung über die Charaktere der vier Protagonisten, um am Ende doch wieder überrascht zu werden.

René Freunds Romane sind nicht allzu dick, aber auf den wenigen Seiten gelingt es ihm immer mühelos eine vielschichtige Geschichte mit vielen kleinen Zwischentönen zu erzählen. Die Geschichte ist in drei Teile mit den Überschriften Kommen, Advent und Nachspiel geteilt. Man macht sich auch nach dem Lesen noch seine Gedanken darüber und der Inhalt hallt noch länger nach.
Es ist bereits mein fünfter Roman des Autors und ich bin immer wieder überrascht, welchen Themen er sich annimmt und wie er auf knappen 200 Seiten so viel Inhalt und Botschaften vermitteln kann.

Fazit:
Nicht unbedingt eine typische Weihnachtsgeschichte, die auch an jedem anderen Tag spielen könnte, bei der jedoch das Fest der Liebe eine völlig neue Interpretation bekommt. Tiefgründig, aber auch humorvoll.

Vielen Dank an den Deuticke Verlag für das Rezensionsexemplar!

Ans Meer - René Freund




    • Gebundene Ausgabe: 144 Seiten
    • Verlag: Deuticke Verlag (14. Mai 2018)
    • ISBN-10: 3552063633
    • ISBN-13: 978-3552063631
    • Genre: Gegenwartsliteratur




Deuticke Kurzbeschreibung:
Es ist ein ziemlich übler Tag im Leben von Anton, dem Fahrer eines Linienbusses auf dem Land. Vor kurzem hat er sich verliebt: in Doris, seine Nachbarin. Doch letzte Nacht hat er auf ihrem Balkon einen Mann husten gehört. Dann steigt auch noch die krebskranke Carla in den Bus, die ein letztes Mal das Meer sehen möchte, und zwar sofort. Es ist heiß, und die Gedanken rasen in Antons Kopf. Mut gehört nicht zu seinen Stärken, aber hatte Doris nicht gesagt, dass sie Männer mag, die sich etwas trauen? Wenig später hören die Fahrgäste im Linienbus eine Durchsage: „Wir fahren jetzt ans Meer.“

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Vom österreichischen Autor René Freund habe ich bereits "Liebe unter Fischen", "Niemand weiß, wie spät es ist" und seinen biografischen Roman "Mein Vater, der Desserteur" gelesen.
Mit seinem neuem Buch "Ans Meer" hat er auf nur 144 Seiten einen sehr bewegenden, zu Herzen gehenden, aber auch humorvollen Kurzroman geschrieben. Auf den wenigen Seiten des Roadtrips steckt sehr viel Inhalt und man findet wunderschöne Zitate, die ich mir laufend notieren musste. Trotzdem wünschte ich mir, dass der Roman mehr Seiten hätte und der Autor noch auf einige Handlungen und Personen mehr hätte eingehen können.

Anton ist Linienbusfahrer. Schon als Kind wollte er Busfahrer werden, doch die Realität hat ihn bald eingeholt. Durch die Privatisierung der Buslinie verlor er erst den Job und wurde dann von einer privaten Busgesellschaft übernommen....Auslagerung nannte man so etwas oder "Liberalisierung des öffentlichen Verkehrs". Nun fährt er mit einem alten, klappernden Fahrzeug seine tägliche Strecke und trifft auf dieselben Menschen. Anton ist ein freundlicher und gutmütiger Mensch, der das Essen, im Speziellen seine Butterbrezeln, und gute Manieren mag. Außerdem ist er in seine Nachbarin Doris verliebt und erhält täglich mehrere Anrufe seiner Mutter, die ihn kontrolliert.
An einem Tag steigt Annika mit ihrer krebskranken Mutter Carla zu, die im Rollstuhl sitzt und während der Fahrt den Wunsch äußerst vor ihrer letzten Chemo noch einmal das Meer sehen zu wollen. Die gebürtige Italienierin möchte ein allerletztes Mal in ihr Heimatdorf San Marco und dort an den kleinen Strand, den sie als Kind immer besuchte. Anton lässt sich zuerst nicht auf Carlas Wunsch ein, doch nach einem Anruf, der ziemlich sicher seinen Arbeitsplatz kosten wird und der Aussage von Doris, dass sie echte Helden mag, setzt er seine Fahrt fort...ab ans Meer...

Als Leser befindet man sich inmitten der Fahrgäste und erlebt bei diesem Roadtrip quer durch Österreich und anschließend nach Italien jede Menge Überraschungen. Man lernt die Mitfahrer, ihre Ängste und Sorgen, besser kennen und es bildet sich eine wundervolle Gemeinschaft, die einigen Widrigkeiten trotzt. Die Geschichte und der Schreibstil sind herrlich erfrischend. Anton wächst jeden Kilometer, den er zurücklegt, mehr aus sich heraus. Einzig die kleine Liebesgeschichte zwischen Anton und Doris konnte ich nicht wirklich nachempfinden. Mir fehlte es am Zwischenmenschlichen. Außerdem war mir nicht wirklich klar, warum Doris gleich zu Beginn des Romans so reagiert, wie sie es tat....mehr kann ich dazu leider nicht sagen, um nicht zu spoilern.

"Manchmal muss man vielleicht ein bisschen von der Linie abweichen, um das Glück zu finden" - Seite 29

Obwohl der Roman nicht viele Seiten hat, wird er mir trotzdem in guter Erinnerung bleiben. Die vielen wunderschönen Zitate und Sprüche laden zum Notieren ein und haben mich auch des öfteren sehr nachdenklich gemacht.
Gerne hätte ich weitere 144 Seiten mehr davon gelesen - eines der wenigen Makel des Romans: er ist eindeutig zu kurz!

Schreibstil:
Der Autor hat einen sehr bildhaften und warmherziger Schreibstil, der immer wieder durch humorvolle Passagen aufgelockert wird. René Freund schreibt erfrischend und kurzweilig. Die Charaktere sind sehr liebevoll gezeichnet, haben aber auch Ecken und Kanten.
Der Roman wird großteils aus der Sicht von Anton erzählt, manche Teile auch aus der von Doris.

Fazit:
Ein Roman, den man gerne weiterschenkt, der warmherzig und bildgwaltig erzählt wird. Die Geschichte berührt, während auch der Humor immer wieder durchblitzt. Leider ist er etwas zu kurz geraten und ich hätte mir gewünscht, dass der Autor noch etwas mehr auf einige Handlungen eingegangen wäre.
Ein berührender Roman über Mut, Freundschaft und "von der Linie abweichen".

Vielen Dank an den Deuticke Verlag für das Rezensionsexemplar!

Niemand weiß, wie spät es ist - René Freund



    • Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
    • Verlag: Deuticke Verlag; Auflage: 3 (25. Juli 2016)
    • ISBN-10: 3552063269
    • ISBN-13: 978-3552063266
    • Genre: Gegenwartsliteratur


Deuticke Kurzbeschreibung:
Nora hat ihren Vater verloren. Das wäre schon schlimm genug, doch dann erfährt sie seinen letzten Willen. Sie muss Paris und ihr schönes Leben in Frankreich verlassen, um mit der Asche ihres Vaters im Handgepäck und einem pedantischen jungen Notariatsgehilfen, der ihr täglich das nächste Etappenziel mitteilt, eine Wanderung zu unternehmen – durch Österreich, ein Land, das sie kaum kennt. Nora, die lebenslustige Chaotin, und Bernhard, der strenge Asket, folgen zwischen Regengüssen, Wortgefechten und allmählicher Annäherung einem Plan, der ihr Leben auf den Kopf stellen wird. Ein Roman über Liebe und Freundschaft und über eine ungewöhnliche Reise mit überraschendem Ziel.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Der neue Roman des österreichischen Autors René Freund hat mich wieder davon überzeugt, dass wir hier in Österreich wirklich hervorragende Schriftsteller haben, denen man mehr Aufmerksamkeit schenken sollte.
Ich habe bereits zwei Bücher von René Freund gelesen: "Liebe unter Fischen" *meine Rezi* und "Mein Vater, der Desserteur" *meine Rezi*. Dieser ist jedoch ein biografischer Roman aus dem Leben seines Vaters. Beide Bücher haben mir sehr gut gefallen und deswegen war ich schon sehr neugierig auf René's neuen Roman, den ich mir aus der Bücherei mitgenommen habe.

Die Inhaltsangabe klingt eigentlich nicht wirklich neu. Irgendwo habe ich schon ähnliche Klappentexte gelesen, die allerdings meistens mit humorigen Romanen in Verbindung gebracht wurden. Auch in "Niemand weiß, wie spät es ist" klingt Humor durch, jedoch ist dieser einfühlsame Roman keine wirkliche Komödie, sondern eher eine kleine Selbstfindung der Hauptprotagonistin.
Diese heißt Nora, ist Französin und wird nach dem Tod ihres Vaters Klaus mit seinem ungewöhnlichen letzten Willen konftrontiert. Sie soll gemeinsam mit einem österreichischen Notariatsgehilfen die Urne ihres Vaters an einem noch unbekannten Ort in Österreich bringen. Mittels Videobotschaft oder Briefen wird die nächste Teilstrecke, die die Beiden zurücklegen müssen, bekannt gegeben.
Nora ist außer sich vor Wut. Die chaotische Journalistin, die das französische "laissez-faire" liebt, soll in die von ihr ungeliebte Heimat ihres Vaters reisen. Noch dazu mit Bernhard, diesem pedantischen und langweiligen Schnösel, der die notarielle Aufsicht hat. Nora will diese Reise so schnell wie möglich hinter sich bringen und rechnet so gar nicht mit einer Art Schnitzeljagd durch Österreich....vorallem nicht zu Fuß! Denn in ihrem Koffer sind mehr Cocktailkleider als praktische Hosen und an den Füßen trägt sie Stöckelschuhe statt Wanderschuhe......

Mit viel Humor, bei dem wir Österreicher vom Autor ein bisschen auf die Schippe genommen werden, beschreibt René Freund nun den Weg von Nora von Wien ausgehend Richtung Westen. Dabei kommen sie auch in meiner Gegend vorbei und ich habe mich zerkugelt über die Bermerkungen über unsere Region ;)
Größtenteils zu Fuß soll Nora sich durch die anfängliche Hügellandschaft und spätere Bergwelt quälen. Wie sich die beiden sehr ungleichen Charaktere zusammenraufen, ist wunderbar beschrieben. Auch die lebendigen Schilderungen der oft eskalierenden Szenen zwischen Nora und Bernhard, sowie die bildhafte Beschreibung der Umgebung, lassen viele Bilder im Kopf entstehen.
Die melancholischen Einschübe durch die Botschaften des verstorbenen Vaters zeigen auch eine andere Seite von ihm, die Nora nicht kannte. Hier hält der Autor immer etwas inne und lässt auch manchmal dem Leser etwas nachdenklich zurück. Bernhard, der notarielle Begleiter, zeigt  ebenfalls immer mehr überraschende Eigenschaften, die Nora ihm nie zugetraut hätte.
Hat man den Klappentext gelesen, erwartet man als Leser eine 08/15 (Liebes-)geschichte, doch René Freund hält hier eine Überraschung bereit, mit der der Leser nicht wirklich rechnet. Mich konnte er auf jeden Fall mit seiner unvorhersehbaren Wendung verblüffen.
Dieses Ende und die wunderbare Beschreibung der Reise zum Ich, die Nora antritt, machen diesen Roman zu etwas Besonderem.

Schreibstil:
René Freund hat einen sehr einnehmenden Schreibstil, der mich überzeugt und berührt. Die humorvollen Einlagen haben mich schon bei "Liebe unter Fischen" begeistert. Auch die sehr bildhaften Beschreibungen der gemeinsamen Reise von Wien ausgehend Richtung Westösterreich waren absolut gelungen. Da ich sehr viele Regionen kannte, die der Autor beschrieben hat, fühlte ich mich fast wie zuhause ;)

Fazit:
"Niemand weiß, wie spät es ist" ist meiner Meinung nach der beste Roman des Autors, den ich bis jetzt gelesen habe (die Biografie seines Vater zähle ich hier nicht mit!). Ich habe mitgelacht und mitgefiebert, wohin Noras Vater sie schlussendlich schickt und welches Geheimnis es zu entdecken gibt. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!


Mein Vater, der Deserteur - René Freund


    • Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
    • Verlag: Deuticke Verlag (29. September 2014)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3552062564
    • ISBN-13: 978-3552062566
    • Genre: Biografie, Roman

Amazon Kurzbeschreibung: 
Paris, August 1944. Die Stadt ist von Hitlers Wehrmacht besetzt, doch die Tage der deutschen Herrschaft sind gezählt. Gerhard Freund ist achtzehn, als er zur Wehrmacht eingezogen wird; Mitte August 1944 soll seine Einheit an der Schlacht um Paris teilnehmen. Der junge Soldat erlebt die sinnlose Brutalität des Kampfes und desertiert. Er wird von der Résistance festgenommen und von amerikanischen Soldaten vor der Erschießung gerettet. Mehr als sechzig Jahre später liest René Freund das Kriegstagebuch seines verstorbenen Vaters, stöbert in Archiven, spricht mit Zeitzeugen und fährt nach Paris, auf der Suche nach einem schärferen Bild von seinem Vater – und der eigenen Familiengeschichte.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Deutschen Autoren Challenge

Meine Meinung:
Die Aufzeichungen seines Vaters während des zweiten Weltkrieges veranlassten den Autor René Freund sich mit seiner Familiengeschichte näher auseinanderzusetzen. Bei einer sehr interesssanten Leserunde bei Lovelybooks durften wir mit dem Autor darüber diskutieren und Fragen stellen.

Gerhard Freund wurde, kurz vor seinem 18. Geburtstag, zur Wehrmacht einberufen. In seinem getippten Kriegstagebuch schreibt er seine Gedanken und Erlebnisse während dieser Zeit nieder.
Kriegsberichte gibt es einige und wer einen Vater oder einen Großvater in der Familie hat, der den zweiten Weltkrieg miterlebt hat, weiß vielleicht einige Geschichten aus dieser Zeit. Doch größenteils blieben diese Männer stumm und blieben es bis zum Tode. Filme und Tatsachenberichte runden unser Bild zum Thema ab. Wir, die Kriegsnachkömmlinge, die zwar noch immer die Last tragen dürfen, aber selbst viel zu wenig darüber wissen. Bedenkt: die Zeitzeugen aus dem letzten Jahrhundert werden immer weniger.

Mein Vater, geboren 1921, verließ die Front mit einer Verwundung im Bein. Mein Großvater und mein Onkel kamen nicht mehr nach Hause. Über den Krieg erzählte hat mein Vater kaum. Ich weiß gerade, dass er in Italien und dem früheren Jugoslawien gekämpft hat. Vor wenigen Monaten fanden wir eine alte Mandoline, die er sich, laut meiner Mutter, damals in Italien gekauft hat. Ich wusste nicht einmal, dass er darauf spielen konnte! Und so verstehe ich wirklich, dass auch René Freund mehr über seinen Vater wissen möchte und sich mit diesem schwierigen Thema auseinander gesetzt hat. Er hat im Alter von 12 Jahren seinen Vater verloren und versuchte durch seine Aufzeichnungen mehr über ihn zu erfahren. Er kannte ihn zwar als erfolgreichen Fernsehdirektor des ORF, als Freund vom früheren Bundeskanlzer Raab oder als Schauspieler. Doch der junge Gerhard Freund blieb ihm fremd. Der Junge, der gleich nach der Schule in den Krieg zog und 1944 nach Paris geschickt wird. Dort sind bereits die Tage der deutschen Wehrmacht gezählt. Der D-Day steht bevor und Gerhard verschwindet - gemeinsam mit seinem "väterlichen Freund", den er Papa nennt. Seine Erlebnisse bei der französischen Restistance und später im amerikanischen Gefangenenlager erzählt er eher emotionslos in seinen Aufzeichnungen, die sein Sohn später findet.
Geschickt vermischt der Autor dieses Kriegstagebuch seines Vaters mit seinen eigenen Recherchen. Er verbindet geschichtliche Fakten mit persönlichen Empfindungen, öffnet das Fotoalbum seiner Familie für uns Leser, spricht mit Zeitzeugen und durchstöbert Archive. Gemeinsam mit seiner Familie bereist er die Schauplätze in Frankreich. Er versucht auf den Spuren seines Vaters zu wandeln und spricht mit anderen Kriegsveteranen und Deserteuren. Gedenkplätze werden besucht und Familienmitglieder werden befragt.
Sein biografischer Roman, eigentlich eine Familiengeschichte, wie er hervorhebt, ist kein trockener Tatsachenbericht, sondern eine bunte Mischung aus schriftlichen Berichten und Auszügen seines Vaters, eigenen Interpretationen und Erlebnissen, sowie historischen Schilderungen.

Beeindruckt hat mich auch, dass es hier keine schwarz/weiß Malerei gibt. René Freund erzählt z. Bsp. auch von Dr.  Leo Müller, dem Vater seiner Mutter, der beruflich eigentlich vom Krieg profitierte, nicht eingezogen wurde und trotz allem Flüchtlinge auf seinen Bauernhof versteckte. Oder wie sich Gerhard Freund im Wald verlaufen hat und auf einen Feind traf. Beide waren des Krieges müde und verschonten sich gegenseitig. Wie anders hätte das ausgehen können?! Immer wieder hatte ich den Gedanken im Kopf, wie willkürlich oft einige Situationen ein ganzes Leben beeinträchtigt haben - besonders in Kriegszeiten!
Abschließend gibt es im Buch noch einige Worte zum Krieg generell und die immer wiederkehrende Frage: Wie hätte ich mich damals verhalten?

Fazit:
Ein sehr beeindruckendes Buch des Autors, das mich noch tagelang beschäftig hat. Der Aufbau mit den Tagebucheinträgen einerseits und den persönlichen Gedanken und Erlebnissen andererseits ist perfekt gewählt und hinterlässt somit nicht das Gefühl ein Sachbuch oder eine reine Biografie vor sich zu haben.


Ich danke dem Autor und Lovelybooks, sowie dem Deuticke Verlag für diese interessante Familiengeschichte und dem regen Gedankenaustausch!


Liebe unter Fischen - René Freund


    • Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
    • Verlag: Deuticke Verlag; Auflage: 3 (28. Januar 2013)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3552062092
    • ISBN-13: 978-3552062092
    • Genre: Gegenwartsliteratur, Roman

Amazon Kurzbeschreibung:
Fred Firneis, Lyriker mit Sensationsauflagen, leidet nach langen alkoholdurchtränkten Jahren an einem Burnout. Seine Verlegerin, die ihn in seiner Berliner Wohnung aufspürt, schickt ihn in eine Holzhütte in die Alpen nach Österreich. In Grünbach am See gibt es weder Strom noch Handyempfang, und Firneis kommt wieder zu Kräften. Doch dann taucht Mara auf, eine junge Biologin aus der Slowakei, die ihre Doktorarbeit über die Elritze schreibt, einen spannenden kleinen Schwarmfisch. Bald interessiert sich Fred für sämtliche Details von Biologie, Verhaltensforschung - und Mara, die jedoch plötzlich verschwindet …

Meine Bewertung:n * * * *

Buch zur Chaos Challenge AGAIN

Buch zur Deutschsprachigen Autoren Challenge 2013

Meine Meinung:
Ich muss ehrlich zugeben, der Autor ist mir leider völlig unbekannt gewesen, obwohl er Österreicher ist und schon Bücher veröffentlicht hat.
Mit großer Neugierde begann ich an den eher dünnen Roman (für mich als Wälzerleser ;)...) zu lesen und amüsierte mich prächtig!
Ich weiß solche Sätze, wie auf der Rückseite des Buches "Wer Glattauers Gut gegen Nordwind geliebt hat, wird auch an dieser herrlich komischen Liebesgeschichte seine Freude haben" - Julia Kospach"
verleiten oft zu Käufen, die man danach bereut. Außerdem misst sich kein Autor gerne mit einem anderen, genauso wenig wie jeder Sänger oder Schauspieler. Jeder Einzelne ist individuell.
Trotzdem muss ich dem Satz ein bisschen Recht geben. Man merkt auf jeden Fall, dass hinter der Geschichte ein Mann als Autor steckt und obwohl es hier um keine E-Mails geht, beinhaltet dieser Roman sehr viele direkte Reden, Briefe, Anrufbeantworteransagen und sms Einträge - vor allem in der ersten Hälfte des Buches.

Hier ein kleiner Ausschnitt, der mich zum Lachen brachte:
August zeigte auf ein hohes Wolkenfeld, das im Westen aufzog. "Morgen schlägt das Wetter um. Für zwei Wochen."
"Das siehst du an diesen harmlosen Wolken?"
"An den Wolken sehe ich, dass das Wetter umschlägt".
"Und für zwei Wochen, wo siehst du das?"
"Auf www.wetter.at."

Wen diese Schreibweise nicht stört, die allerdings nicht durch das ganze Buch führt, der liegt hier richtig, denn der Roman ist wirklich unterhaltsam und birgt eine Liebesgeschichte der etwas anderen Art.

Aber worun geht es hier eigentlich?
Die Geschichte handelt von Fred Firneis, einen Autoren, der tief in der Krise steckt. Nach zwei Lyrikbänden, die sich sensationell verkauften, leidet er an einer Schreibblockade. Zu allen Übel steht der kleine Verlag, der seine Bücher veröffentlicht hat, kurz vor dem Ruin und braucht dringend ein neues Buch von ihm. Doch Fred steckt in einer tiefen Depression und haust in seiner Wohnung unter Pizzaschachteln und -resten der letzten Wochen, leeren Bier- und Weinflaschen und Zigarettenstumnmeln und geht weder an sein Handy, noch an den Computer, den er zu guter Letzt auch noch zertrümmert hat. Als er einen Schwächeanfall erleidet, schickt ihn seine Verlgerin ins Krankenhaus und direkt weiter auf eine einsame Hütte in den österreichischen Bergen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und Trotzreaktionen, findet Fred das Leben mitten in der Natur gar nicht mehr so schlimm. Als er dann auch noch August und Mara trifft, will er gar nicht mehr zurück ins laute Berlin. Doch schon bald erwartet ihn (und den Leser) eine kleine Überraschung....

Die vier Protagonisten werden wirklich sehr treffend vom Autor beschrieben und auch wenn einiges an Klischee dahintersteckt, so kann man mit allen Vieren wirklich mitfühlen und mitfiebern.
Die Kapitel unterteilen sich in Tage und die Erzählweise wechselt oft mit den Protagonisten; manchmal poetisch und voller Fantasie und dann wieder einfach, kurz und prägnant. Hier hat es der Autor wirklich verstanden mit seiner Sprache Leben in die Geschichte zu bringen.

Der Roman kommt wirklich ohne Kitsch aus und ist trotzdem überzeugend, auch wenn mir der Schluss dann doch zu plötzlich kam und ich mir noch ein paar Hinweise erwartet hätte. Obwohl das Ende ein klein bisschen offen bleibt, was ich sonst ja gar nicht leiden kann,  lässt René Freund etwas Spielraum für unsere eigenen Gedanken und führt den Leser aber trotzdem in eine bestimmte Richtung.

Fazit: Eine fast zu kurz geratene, aber erfrischende und feine Geschichte, die zwar schnell zu lesen ist, aber auch Ernsthaftigkeit versprüht. 





 

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