Posts mit dem Label Jodie Picoult werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Jodie Picoult werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Wildhonig - Jodie Picoult/Jennifer Finney Boylan

    Die Bildrechte liegen beim Verlag



    • Borschiert: 560 Seiten
    • Verlag: ‎ C.Bertelsmann Verlag; Deutsche Erstausgabe Edition (30. Mai 2024)
    • Übersetzer: ‎ Elfriede Peschel
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3570104206
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3570104200
    • Originaltitel: ‎ Mad Honey


Bertelsmann Kurzbeschreibung:
Olivia McAfee hätte nie gedacht, je wieder in ihre verschlafenen Heimatstadt in New Hampshire zurückzukehren, in das Haus ihrer Kindheit. Doch als ihr Mann, ein brillanter Chirurg, seine dunkle Seite offenbarte, war die Flucht dorthin für sie und ihren Sohn Asher die einzige Wahl. Sie fassen schnell Fuß, Olivia übernimmt den Imkereibetrieb ihres Vaters, und Asher verliebt sich in Lily, die wie er neu an der Schule ist. Lily erwidert seine Liebe, allerdings trägt sie ein Geheimnis mit sich herum, und sie ist sich nicht sicher, ob sie Ash wirklich alles anvertrauen kann. Doch dann geschieht das Unvorstellbare: Lily ist tot, und Asher wird von der Polizei verhört. Olivia ist von der Unschuld ihres Sohnes überzeugt. Aber in Ash schlummern auch Anteile seines Vaters. Als sich der Verdacht gegen ihn verhärtet, merkt sie, dass er etwas verbirgt ...

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur ABC Challenge

Meine Meinung:
Jodie Picoult war jahrelang meine Lieblingsautorin, bis mich einige ihrer Bücher nicht mehr wirklich überzeugen konnten. Ihre letzten Romane habe ich dann nicht mehr gelesen, aber mit "Wildhonig" hat sie eine Geschichte geschrieben, die mich wieder interessierte und welche im englischsprachigen Raum auch sehr gut bewertet wurde.
Außerdem ist mein Mann nun bald seit einem Jahr Imker und so hat mich auch das Thema Bienen interessiert, welches zu Beginn doch sehr ausufernd erklärt wird. Das könnte einige Leser etwas abschrecken.... Ich fand es hingegen bewundernswert, wie viel die Autorin hier recherchiert hat und sich mit der Imkerei auseinandergesetzt haben muss.

Olivia McAfee hat mit ihrem Sohn Asher ihren gewalttätigen Ex-Mann verlassen und kehrt in ihre Heimat in New Hampshire zurück. Dort kümmert sie sich schon seit dem Tod ihrer Eltern um deren Bienenstöcke. Die Imkerei war schon immer ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens, den sie sich nun hauptberuflich widmet. Asher findet schnell Anschluss, ist beliebt und gehört zu den Besten im Eishockey-Team. Als er sich auch noch in Lily verliebt, ist die Welt in Ordnung. Doch dann findet Asher Lily tot in ihrem Zuhause und wird bald darauf des Mordes verdächtigt. Olivia ist von der Unschuld ihres Sohnes überzeugt, jedoch schlummern in Ash auch die Gene seines gewalttätigen Vaters.
Der Ort und seine Schulkameraden wenden sich von Asher ab, der Ex-Mann von Olivia taucht wieder auf und Asher wird verhaftet. Mutter und Sohn sind verzweifelt, denn Asher liebte seine Lily sehr. Doch kurz vor ihrem Tod hat sie ihm ein ganz besonderes Geheimnis anvertraut, welches ihm als mögliches Motiv angelastet wird...

Der Roman wird aus verschiedenen Sichtweisen und mit Rückblenden erzählt. Jodie Picoult und Jennifer Finney Boylan überraschen in "Wildhonig" mit einem Plott-Twist der mich kurz umgehauen hat. Dadurch war für mich aber auch die Aufteilung der Geschichte und ihre Themen logisch. Ich erkannte in den Gerichtsszenen die "alte" Jodie Picoult wieder, deren Art zu erzählen ich vor allem in "19 Minuten" und "Beim Leben meiner Schwester" geliebt habe. Die Gerichtsszenen nahmen viel Raum ein, waren aber spannend erzählt. Man lernt immer wieder Neues über das amerikanische Gerichtssystem...Gutes und Schlechtes.

Warum dann "nur" 3 1/2 Sterne?
Der Roman hat zu viele Längen! Vieles hätte gekürzt werden können und die Geschichte wäre trotzdem verständlich und genauso interessant gewesen.
Vor allem auf den ersten Seiten wurde sehr intensiv über die Imkerei gesprochen und sehr detaillierte Angaben gemacht. Mich hat es interessiert, weil ich erst vor kurzem durch meinen Mann mehr über Bienen weiß, aber ich denke, dass es für viele andere Leser zu langatmig war. Es waren einfach zu viele Informationen!
Auch in der Mitte gab es so einige Längen, die nicht notwendig gewesen wären, weil die Geschichte trotz allem sehr intensiv und komplex ist. Dabei haben die beiden Autorinnen sehr tiefgründige Themen gewählt, die nachhallen und extrem wichtig sind.
Mit "Wildhonig" konnte mich Jodie Picoult nicht ganz überzeugen und als Fan ihrer Bücher "zurückholen", aber sie ist wieder auf dem besten Weg....

Cover:
von links nach rechts:
das amerikanische Cover, drei Paperbacks dazu, wobei eines das britische und eines das australische Cover ist, das litauische und das ungarische Cover

Fazit:
Ein Roman mit sehr wichtigen Themen, der leider etwas zu viele Längen hat. Trotzdem blitzt hier die Jodie Picoult von früher wieder durch, die sich den gesellschaftskritischen und "unangenehmen" Themen widmet. Die Geschichte hallt nach und regt zum Nachdenken an.



Der Funke des Lebens - Jodie Picoult

    Die Bildrechte liegen beim Verlag


    • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
    • Verlag: C. Bertelsmann Verlag; Auflage: Deutsche Erstausgabe (27. April 2020)
    • Übersetzer: Elfriede Peschel
    • ISBN-10: 3570104001
    • ISBN-13: 978-3570104002
    • Originaltitel: A Spark of Light
    • Genre: Gegenwartsliteratur; Belletristik



C. Bertelsmann Kurzbeschreibung:
An einem warmen Herbsttag wird der Polizeiunterhändler Hugh McElroy zu einer Frauenklinik in Jackson, Mississippi, gerufen. Ein verzweifelter Schütze war in die Klinik eingedrungen, hatte das Feuer eröffnet und die Anwesenden als Geiseln genommen. Als McElroy im Begriff ist, mit dem Geiselnehmer zu verhandeln, kommt auf seinem Handy eine schockierende Nachricht an: Seine 15-jährige Tochter Wren befindet sich in der Klinik. McElroy setzt alles daran, Wren und die anderen Geiseln zu befreien - Frauen in Not, engagierte Ärzte und Krankenschwestern, bedroht von einem fanatischen Abtreibungsgegner, selbst Vater einer Tochter im Teenageralter, der Amok läuft, um sich Gehör zu verschaffen ...

Meine Bewertung: schwache * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Gemeinsam mit der lieben Andrea von Leseblick habe ich den neuen Roman von Jodie Picoult, einer meiner Lieblingsautorinnen, gelesen. Leider muss ich sagen, dass ich ihre Bücher früher lieber mochte.
Bei "Der Funke des Lebens" ist der Funke leider nicht übergesprungen, dabei ist der Plot wirklich sehr interessant und wie von der Autorin bekannt, ein Thema, das für Diskussionen sorgt.
Das Problem beginnt eigentlich gleich zu Beginn. Jodie Picoult konfrontiert den Leser mit jeder Menge an Protagonisten, die man anfangs sehr schwer zuordnen und auseinanderhalten kann. Man kennt diese noch nicht richtig und hat noch keinen richtigen Zugang zu ihnen. Das zweite Problem ist, dass der Roman eigentlich mit dem Ende beginnt, da er rückwärts erzählt wird.

Die Problematik an der Geschichte liegt meiner Meinung nach aber nicht nur an der Art der Erzählung, sondern der Umsetzung. Ich habe erst vor kurzem einen Roman von Julie Cohen gelesen (leider gibt es noch keine Rezi dazu...wird folgen), der sich ebenfalls dieser Erzählart bedient und ich muss sagen Julie Cohen ist es absolut gelungen mich zu überraschen. Jodie Picoult gelang dies allerdings nicht. Bei ihr nimmt die Rückwärtserzählung für mich die komplette Spanung raus. Doch worum geht es eigentlich?

Wir starten mit einer Schießerei und Geiselnahme in einer Frauenklinik in Mississippi, den Südstaaten der USA. Die Klinik ist die einzige im Staat, die Abtreibungen vornimmt. Eine der Geiseln ist Wran, eine fünfzehnjährige Schülerin, deren Vater Hugh als Polizeiunterhändler vor der Klinik steht und versucht mit dem Amokläufer zu kommunizieren und seine Tochter zu retten.
Ein Wahnsinnsplot, der mich sofort gefangen genommen hat, als ich den Klappentext gelesen habe. Außerdem gehört Picoults Buch "19 Minuten" über einen Amoklauf in einer Schule zu meinen Lieblingsbüchern von ihr.
Doch zu Beginn ist sowohl die Stürmung der Klinik, als auch die Geiselnahme bereits passiert und der Leser hat die aufregendesten Sekunden versäumt. Mit der Rückwärtserzählung erfahren wir zwar dann weitere Geschehnisse, die bereits im Vorfeld passiert sind, aber das Hauptaugenmerk liegt beim Kennenlernen der Figuren, die involviert sind oder waren. Neben Wran wäre da noch ihre Tante Bex, die das Mädchen in die Klinik begleitet hat; Joy, die eine Abtreibung hinter sich hat; Janine, die sich als Abtreibungsgegner in die Klinik geschmuggelt hat; Olive, die einen Befund besprechen möchte; die schwangere Krankenschwester Izzy; Doktor Louie Ward, der die Abtreibungen vornimmt und Vonita, die Inhaberin der Klinik, sowie die Krankenschwestern Harriet und Rachel und die Sozialarbeiterin Graciela. Und natürlich der Geiselnehmer George......also wirklich jede Menge Protagonisten!
In einem weiteren Handlungsstrang lernen wir noch Beth kennen, die im Gefängnis sitzt und der ein Prozess wegen Abtreibung ihres Kindes bevorsteht.
Mit dem langsamen Kennenlernen gelingt die Zuordnung all dieser Charaktere zwar mit der Zeit besser, aber man ist zu Beginnn definitiv überfordert.

Was mich aber am meisten gestört hat ist, dass es keine plötzlichen Wendungen und Überraschungen (bis auf ein kleines Aha-Erlebnis, welches aber mit einem Sachverhalt abseits der Geiselnahme zu tun hat), mehr gibt. Der große Knall bleibt völlig aus! Der Cut mit Cliffhanger nach dem ersten Abschnitt wurde am Ende des Buches in 2-3 Sätzen abgehandelt. Ich musste diese Zeilen nochmals lesen, um es wirklich glauben zu können, dass es damit abgetan war.
Zusätzlich habe ich einige Mängel in der Übersetzung gefunden, die sprachlich nicht wirklich gebräuchlich sind - also im Alltag verwendet werden.

Positiv ist, dass sich Picoult wieder einem Thema gewidmet hat, welches polarisiert und zu Diskussionen anregt. Fassungslos habe ich gelesen, dass man Minderjährige für 20 Jahre wegen Mordes ins Gefängnis steckt, weil sie Medikamente (die man per Internet bestellen kann!) genommen haben, damit es zu einem Abort kommt. Immer wieder musste ich den Kopf schütteln über Menschen, die jede Frau bedrohen, die in diese Klinik geht....dabei ist das keine Abtreibungsklinik, sondern ein Gebäude mit einer normalen Frauenarztpraxis, die man auch zu (halb)jährlichen Untersuchungen besucht. Menschen campen vor der Klinik und werden gegenüber aller Patienten oftmals handgreiflich. Der Weg wird für die Frauen zu einem Spießrutenlauf. Einfach unbegreiflich für uns Europäer! Man stelle sich vor bei seinem nächsten Frauenarztbesuch muss man durch eine Ansammlung von Menschen, die einem mit Tomanten und Eiern bewerfen und beschimpfen, weil man eine Routineuntersuchung hat!!

Den Leser nachdenklich zu stimmen ohne dabei selbst zu werten - das beherrscht die Autorin und deswegen greife ich auch immer wieder zu ihren Romanen mit kontroversen Themen. Doch in Europa kommt sie meiner Meinung mit dieser Geschichte, der leider völlig die Spannung fehlt und wohl eher auf das Thema Abtreibung und nicht auf die Geiselnahme aufgebaut ist, nicht wirklich an. Zu unterschiedlich sind die Systeme...
Auch der Rassismus wird angesprochen, denn mit rund 38% der Bundesstaat mit dem größten Anteil Schwarzer und Afroamerikaner.

Tolle Recherche, facettenreiche Charaktere, kontroverses und komplexes Thema, guter Plot mit interessanten Denkanstößen für die Leser, kein erhobener Zeigefinger....all das sind wir von der Autorin gewohnt und sind Pluspunkte. Doch diesmal ist die Umsetzung in meinen Augen leider schief gegangen.
Die drei Sterne bekommt der Roman aufgrund der oben angegebenen Punkte, sonst hätte ich eher noch abgerundet...

Cover:
von links nach rechts:
ein englischsprachiges Cover, das französische, das polnische, wieder zwei englischsprachige, das tschechische und das Cover aus Lithauen

Fazit:
Der Funke ist bei mir diesmal leider nicht übergesprungen. Mit der Erzählweise hat die Autorin für mich die Spannung gekillt. Das Thema ist wieder eines, das zu Diskussionen einlädt, jedoch in Europa und den USA sehr unterschiedlich gehandhabt wird. Weil die Bewertungen sehr differenzieren, empfehle ich jeden sich selbst ein Bild zu machen und empfehle das Buch eingeschränkt weiter.
 
Vielen Dank an den C. Bertelsmann Verlag für das Rezensionsexemplar
______________________________________

Weitere Rezensionen zum Buch
Andrea vom Leseblick  *Rezi*

Kleine große Schritte - Jodie Picoult



    • Gebundene Ausgabe: 592 Seiten
    • Verlag: C. Bertelsmann Verlag (2. Oktober 2017)
    • Übersetzer: Elfriede Peschel
    • ISBN-10: 3570102378
    • ISBN-13: 978-3570102374
    • Originaltitel: Small Great Things
    • Genre: Gegenwartsliteratur


C. Bertelsmann Kurzbeschreibung:
Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist …

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Jodie Picoult gehört bereits seit Jahrzehnten zu meinen Lieblingsautorinnen. Ihre letzten Romane konnten mich allerdings nicht mehr ganz so überzeugen, wie etwa meine Lieblingsromane "19 Minuten" und "Beim Leben meiner Schwester".
Mit "Kleine große Schritte" hat fast zu ihrer alten Form zurückgefunden, auch wenn ich dafür keine 5, sondern 4 Sterne vergeben kann. Dafür hat mir doch noch einiges gefehlt...
Bei ihrem neuen Roman hat Picoult teilweise wieder zu altbewährtem gegriffen: Ein kontroverses Thema, das selten von anderen Autoren aufgegriffen wird. Teilweise deshalb, weil es hier um Rassismus in kleinen und großen Dosen geht und dieser doch immer wieder in Büchern verwendet wird. So haben wir diesmal also keine Thematik wie Organspende, Glasknochenkrankheit oder Amoklauf, sondern ein seit Ewigkeiten andauerndes Problem: Rassismus. Zu diesem Thema hatte ich dieses Jahr schon das Jugendbuch "The Hate U Give" gelesen, das aber nicht vergleichbar ist, weil es ein anderes Zielpublikum anspricht und auch die Sprache dementsprechend angepasst ist. Wer Jodie Picoult kennt, der weiß, dass sie sich gerne schwierigen Themen annimmt und diese aus verschiedenen Blickwinkel beschreibt. Auch diesmal legt die Autorin sehr viel Wert auf ihre Charakterbeschreibungen und lässt uns in die Köpfe ihrer sehr unterschiedlichen Figuren blicken.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Ruth, Kennedy und Turk in der Ich-Form erzählt. Zuerst begegnen wir Ruth Jefferson. Sie ist Mitte Vierzig, Witwe, Mutter eines 16-jährigen Sohnes und arbeitet als Hebamme und Säuglingsschwester. Sie liebt ihren Beruf, in dem sie auch sehr gut ist. Nicht umsonst ist sie die einzige farbige Schwester im Mercy West Haven Hospital. Bis zu ihrem Aufeinandertreffen mit dem Ehepaar Bauer hatte sie keine offensichtlichen Probleme wegen ihrer Hautfarbe. Doch die Bauers untersagen ihr deswegen jeglichen Kontakt zu ihrem Baby. Als der kleine Davis nach einem harmlosen Eingriff plötzlich Atemnot bekommt, ist Ruth die Einzige auf der Station, da ihre Kolleginnen zu einer Not-OP gerufen wurden. Soll sie sich der Anweisung beugen und sich wirklich von Davis fernhalten oder soll sie eingreifen? Ruth gerät in einen Gewissenskonflikt. Als das Baby stirbt, schiebt das Krankenhaus die alleinige Verantwortung auf Ruth, die des Mordes angeklagt wird.
 

Mir tat Ruth leid, aber ich konnte nicht immer ihre Gedanken nachvollziehen und auch keine wirkliche Nähe zu ihr aufbauen. Es blieb eine Distanz, dessen Ursprung ich nicht genau benennen kann. Ähnlich erging es mir bei Kennedy, ihre Pflichtverteidigerin. Diese ist eine priviligierte weiße Frau, die sich selbst nicht als rassistisch beschreibt. Durch diesen Fall erfährt sie allerdings einen Wandel, der auch bei ihr Umdenken hervorbringt. Doch auch bei ihr spürte ich eine Distanz beim Lesen. Einzig bei Turk konnte Picoult Emotionen bei mir hervorrufen. Normaler Weise versteht es die Autorin beide Seiten so darzustellen, dass man sich schwer auf nur eine Seite schlagen kann und sich in einer Zwickmühle befindet, da man beide Ansichten mehr oder weniger verstehen kann. Hier war das für mich kaum durchführbar. Den Schmerz, den Turk durch den Tod seines Sohnes erfährt, kann man irgednwie nachvollziehen, aber nicht wie er damit umging. Von seinen radikalen Ansichten war ich geschockt. Bei Turk konnte ich die meisten Emotionen freilassen, auch wenn es fast nur negative waren. Hier konnte mich die Autorin wirklich packen und die Darstellung des jungen Rechtsradikalen ist ihr sehr gut gelungen. Es gab auch interessante Einblicke in die rechtsradikale Szene. Interessant fand ich noch, dass Turk Bauer eine farbige Staatsanwältin zugesprochen bekam, was noch etwas mehr Pfeffer in die Geschichte bringt.

Mit viel Fingerspitzengefühl wird der Gerichtsprozess erzählt, der erst im letzten Drittel zu tragen kommt. Wie gewohnt steckt hier sehr viel Enthusiasmus drinnen und man verfolgt gebannt die verschiedenen Zeugenaussagen. Dieser Teil ist mit Abstand der Beste des Romans.

Auch wenn es für die Autorin laut ihrem Nachwort ihr wichtigstes Buch war, konnte es mich nicht gänzlich überzeugen. Picoult schreibt aus ihrer eigenen Sicht, wie sie im letzten Teil des Romans erklärt. In der Figur der Verteidierin Kennedy beschreibt sie eine weiße priviligierte Frau, wie sich selbst und erklärt, dass Rassismus in verschiedenen Bereichen gelebt werden kann. Manche davon sind uns Weißen gar nicht bewusst  und dieser bereits in kleinen alltäglichen Dingen beginnt. Die Welt ist noch immer für Weiße "aufgebaut". Picoult versucht den Leser mit für uns unwesentlichen Dingen auf die Diskriminerung hinzuweisen: Wie viele Bilderbücher gibt es mit farbigen Kindern? Wo sind die Werbespots mit farbigen Frauen? Hier könnte man allerdings auch gleich hinzufügen, wo eigentlich die weiblichen Wesen mit normalen Körpermaßen sind.... Das ist zwar eine andere Geschichte - jedoch genauso eine Diskriminierung, finde ich.
Man sieht, man begegnet Ausgrenzung und Rassismus eigentlich jeden Tag auf unterschiedlichste Weise. Genau darauf geht die Autorin ein und nicht nur auf die rechtsradikalen Werte eines Turk Bauer, der einer farbigen Säuglingsschwester verbietet sein Baby anzufassen.
Das Ende hat mich ebenfalls nicht ganz zufrieden gestellt. Dazu kann ich aber nicht mehr sagen, da ich sonst spoilern würde...
Das hört sich jetzt alles eigentlich viel negativer an, als ich es empfunden habe, denn Picoult gehört weiterhin zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Vielleicht bin ich deswegen umso kritischer...?
Insgesamt hat mir der Roman nämlich sehr gut gefallen und Picoult hat es wieder geschafft, dass man sich auch nach dem Beenden des Buches noch weiter mit der Geschichte auseinandersetzt und diese einem nicht so schnell loslässt...

Cover :

Puh....was für eine Menge! Hier sieht man natürlich auch, dass Jodie Picoult eine internationale Bestsellerautorin ist.
Von links nach rechts könnt ihr die Cover aus folgenden Ländern sehen: Polen, Italien, drei englischsprachige Cover, aus Portugal, Tschechien und Griecheland. Sehr interessant finde ich, dass die Tschechen wieder mal den Namen der Autorin "eintschechen"! =) Sie heißt hier Jodi Picoultová

Fazit:
"Kleine große Schritte" ist ein weiterer Roman von Jodi Picoult, der unter die Haut geht und der sich mit unangenehmen Themen auseinandersetzt. Diesmal gelang es mir aber nicht ganz, ihren Figuren näher zu kommen. Ich hatte immer ein Gefühl von Distanz. Trotzdem bleibt der Roman auch noch Tage nach dem Beenden im Gedächtnis und regt zum Nachdenken an. Für Picoult Fans wie mich, aber auf jeden Fall ein Must-Read.
Mein Dank gilt dem C. Bertelsmann Verlag und dem Bloggerportal für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

[LESERUNDE] "Kleine große Schritte" - Jodie Picoult


LESERUNDE
zu
"Kleine große Schritte" von JODIE PICOULT 

Diesmal darf ich die Leserunde zu einer meiner absoluten Lieblingsautorinnen leiten.
Wir starten am 22. November in die Leserunde
  
Klappentext:
Ruth Jefferson ist eine äußerst erfahrene Säuglingsschwester. Doch als sie ein Neugeborenes versorgen will, wird ihr das von der Klinikleitung untersagt. Die Eltern wollen nicht, dass eine Afroamerikanerin ihren Sohn berührt. Als sie eines Tages allein auf der Station ist und das Kind eine schwere Krise erleidet, gerät Ruth in ein moralisches Dilemma: Darf sie sich der Anweisung widersetzen und dem Jungen helfen? Als sie sich dazu entschließt, ihrem Gewissen zu folgen, kommt jede Hilfe zu spät. Und Ruth wird angeklagt, schuld an seinem Tod zu sein. Es folgt ein nervenaufreibendes Verfahren, das vor allem eines offenbart: den unterschwelligen, alltäglichen Rassismus, der in unserer ach so aufgeklärten westlichen Welt noch lange nicht überwunden ist … 

 Einteilung des Buches:
Abschnitt 1 (Seite 1 - 106)
Abschnitt 2 ( Seite 107 - 198 )
Abschnitt 3 ( Seite 199 - 304)
Abschnitt 4 ( Seite 305 - 405)
Abschnitt 5 ( Seite 409 - 493)
Abschnitt 6 ( Seite 494 - Ende)


Teilnehmer:
Andrea vom Leseblick
Sabrina von Sabs Bookparadise
Diane von Buchbria
Steffi von Steffis Bücherbloggeria
Janine von LeseLiebe
Hibi von In the prime time of life
und ich

Falls noch jemand mitlesen möchte:
Gerne könnt ihr euch noch anmelden und jederzeit miteinsteigen! Einfach bei mir melden!
Viel Spaß!
 
__________________________________________

[Abgebrochen] Die Spuren meiner Mutter - Jodie Picoult





    • Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
    • Verlag: C. Bertelsmann Verlag (29. August 2016)
    • ISBN-10: 357010236X
    • ISBN-13: 978-3570102367
    • Originaltitel: Leaving Time
    • Genre: Gegenwartsliteratur



Bertelsmann Kurzbeschreibung:
Die dreizehnjährige Jenna sucht ihre Mutter. Alice Metcalf verschwand zehn Jahre zuvor spurlos nach einem tragischen Vorfall im Elefantenreservat von New Hampshire, bei dem eine Tierpflegerin ums Leben kam. Nachdem Jenna schon alle Vermisstenportale im Internet durchsucht hat, wendet sie sich in ihrer Verzweiflung an die Wahrsagerin Serenity. Diese hat als Medium der Polizei beim Aufspüren von vermissten Personen geholfen, bis sie glaubte, ihre Gabe verloren zu haben. Zusammen machen sie den abgehalfterten Privatdetektiv Virgil ausfindig, der damals als Ermittler mit dem Fall der verschwundenen Elefantenforscherin Alice befasst war. Mit Hilfe von Alices Tagebuch, den damaligen Polizeiakten und Serenitys übersinnlichen Fähigkeiten begibt sich das kuriose Trio auf eine spannende und tief bewegende Spurensuche – mit verblüffender Auflösung.

*** abgebrochen ***

Meine Meinung:
Schon bevor ich das Buch in der Bücherei vorbestellt habe, habe ich bereits befürchtet, dass dieser Picoult Roman nicht wirklich meiner sein wird. Fast 200 Seiten habe ich gelesen, doch dann habe ich aufgegeben.

Jodie Picoult gehört zu meinen Lieblingsschriftstellerinnen und fast immer bin ich begeistert von ihren ganz besonderen Geschichten. Bereits einmal habe ich ein Buch von ihr abgebrochen (Zeit der Gespenster) und auch da war das Übersinnliche ein Teil des Romans. Doch hier hat es mich nicht gestört, denn gerade der Abschnitt übere Serenity, ein Medium, war sehr interessant und konnte mich kurzzeitig fesseln. Leider war das Alles, denn auf den fast 200 Seiten erfuhr ich nicht wirklich viel mehr, als im Klappentext angegeben.

Die dreizehnjährige Jenna sucht ihre Mutter Alice. Nach einem Unfall im Elefantengehege, wo Alice Kollegin umgekommen ist, wurde Jennas Mutter schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert. Doch von dort verschwand sie damals spurlos. Jenna möchte nach 13 Jahren endlich Gewissheit haben und sucht den damals ermittelnden Polizeibeamten, sowie ein Medium auf, die ihr bei der Suche helfen sollen.
Tja, und sehr viel mehr Inhalt hatten auch die 200 Seiten nicht, außer jede Menge Geschichten über Elefanten. Diese waren eigentlich nicht uninteressant, aber der Rest der Erzählung plätscherte einfach ohne Höhen und Tiefen nur so dahin. Ich konnte weder eine Beziehung zu den Charakteren aufbauen, noch fand ich in die Geschichte.
Deshalb beschloss ich mit wehem Herzen den neuersten Roman einer meiner Lieblingsautorinnnen abzubrechen.
 

Bis ans Ende der Geschichte - Jodie Picoult



    • Gebundene Ausgabe: 560 Seiten
    • Verlag: C. Bertelsmann Verlag (31. August 2015)
    • ISBN-10: 3570102173
    • ISBN-13: 978-3570102176
    • Originaltitel: The Storyteller
    • Genre: Roman



Bertelsmann Kurzbeschreibung:
Sage Singer ist eine junge Bäckerin. Sie hat ihre Mutter bei einem Autounfall verloren und fühlt sich schuldig, weil sie den Wagen gelenkt hat. Um den Verlust zu verarbeiten, nimmt sie an einer Trauergruppe teil. Dort lernt sie den 90jährigen Josef Weber kennen. Trotz des großen Altersunterschieds haben Sage und Josef ein Gespür für die verdeckten Wunden des anderen, und es entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft. Als Josef ihr eines Tages ein lang verschwiegenes, entsetzliches Geheimnis verrät, bittet er Sage um einen schwerwiegenden Gefallen. Wenn sie einwilligt, hat das allerdings nicht nur moralische, sondern auch gesetzliche Konsequenzen. Sage steht vor einem moralischen Dilemma: Denn wo befindet sich die Grenze zwischen Hilfe und einem Vergehen, Strafe und Gerechtigkeit, Vergebung und Gnade?

Meine Bewertung: schwache * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Darum geht's:
Die junge Sage ist seit dem Tod ihrer Mutter traumatisiert, denn sie lenkte damals den Unglückswagen und gibt sich die Schuld an deren Tod. Die Narbe im Gesicht verdeckt sie durch einen langen Pony, die im Herzen versucht sie in einer Trauergruppe zu überwinden. Dort lernt sie den über 90jährigen Josef kennen, der ihr ein folgenschweres Geheimnis erzählt und sie um einen Gefallen bittet, der sie in große Gewissenkonflikte stürzt.

Meine Meinung:
In einer gemeinsamen Blogger Leserunde haben wir den neuen Roman einer meiner absoluten Lieblingsautorinnen durchgenommen. Ich liebe die kontroversen Themen, die die Autorin immer wieder in großartige Geschichten verpackt und mich damit fesselt. Leider ist dies bei ihrem neuen Roman nur teilweise gelungen.

In "Bis ans Ende der Geschichte" erzählt im ersten Handlungsstrang in der Gegenwart von Sage, einer sehr unsicheren jungen Frau, die sich die Schuld am Tod ihrer Mutter gibt. Die Narbe, die ihr geblieben ist, versteckt sie hinter ihrer Haarflut, sich selbst in einer Bäckerei. Das Gefühl für den Tod ihrer Mutter büßen zu müssen, da sie das Auto lenkte, in dem diese unkam, ist allgegenwärtig. Selbst in der Trauergruppe, die sie besucht, hört sie lieber zu, als etwas von sich seobst preiszugeben. Bis sie den über 90jährigen Josef Weber kennenlernt, der ihr aus seinem Leben erzählt und zugibt früher bei der SS gewesen zu sein. Er bittte sie, eine Jüdin, an Stelle vieler anderer, ihm zu vergeben und beim sterben zu helfen. Doch Sage nimmt Verbindung mit der Polizei auf und wird an eine Stelle verwiesen, die Naziverbrechen verfolgt. Der zuständige Sacharbeiter Leo Stein nimmt sich ihrer Anzeige an und beginnt nachzuforschen.

Und bereits bei diesen oben erwähnten Punkten begannen meine Probleme mit der Geschichte. Ein ehemaliger Naziverbrecher sucht bei einer einzigen Person um Vergebung und einen Art Erlass seiner Sünden? Etwas, das ich nicht nachvollziehen konnte, was aber am Ende der Geschichte geklärt wird. Sage's Verhalten sofort zur Polizei zu laufen, BEVOR sie sich überhaupt seine Geschichte angehört hat, konnte ich genauso wenig verstehen. Überhaupt wurde ich mit Sage nicht so richtig warm und konnte die meisten ihrer Verhaltensweisen so überhaupt nicht nachvollziehen.

Doch dann begann Handlungsstrang Nummer 2, der aus der Sicht von Minka, Sage's Großmutter, erzählt wurde. Die Geschichte von Minka, einer außergewöhnlich guten Schülerin, die ihren Vater abgöttisch liebt, hat mich sehr berührt. Sie ist ein junges Mädchen, das von einer Karriere als Schriftstellerin träumt, als die Verfolgung der Juden beginnt und auch das Leben sich in Lodz, Polen, durch die Nazis und den Zweiten Weltkrieg zu verändern beginnt. Lange wehrt sich Minkas Vater, der eine gutgehende Bäckerei führt, das Viertel zu verlassen, doch schlussendlich landen auch sie im Ghetto. Die Beschreibungen des Lebens hinter dem Stacheldraht und schlussendlich im Konzentrationslager Ausschwitz lässt absolut nichts aus. Picoult hat hier hervorragend recherchiert und erzählt aus zwei Sichten, nämlich aus der der Jüdin Minka und ihrer Freundin Darija und den Brüdern Franz und Reiner Hartmann, die der SS angehören. Der Schreibstil ist auf diesen 200 Seiten eher emotionslos, doch die brutalen Schilderungen aus dem KZ nahmen mich trotzallem ziemlich mit. Picoult beschönigt und verurteilt hier nicht, sondern erzählt Fakten bzw. eine Lebensgeschichte. Und diese packte mich ungemein und ist auch der Grund, dass der Roman von mir gerade noch 4 Sterne erhält.

Denn die Geschichte aus der Gegenwart konnte mich nicht wirklich fesseln und war zu vorhersehbar, zu übertrieben und meiner Meinung nach überhaupt nicht der Stil von Jodie Picoult!

Es gibt auch noch eine dritte Geschichte, die wie ein kurzer eingeflochtener Handlungsstrang wirkt. Dieser ist in kursiver Schrift dargestellt und erzählt eine brutale Geschichte eines Mädchens in Polen und zwei vampirartigen Brüdern. Erst mit der Zeit entdeckt man, dass dieses Art Märchen von Minka geschrieben wurde, das ihr hilft, das Leben im KZ zu überstehen.
So verknüpft die Autorin in drei sehr unterschiedlichen Erzählsträngen einen Roman, der von Opfern und Tätern erzählt.

Jodie Picoult ist auch dafür bekannt, dass ihre Bücher immer mit einem besonderen Knalleffekt enden. Dieser war mir diesmal zu vorhersehbar und wird meiner Meinung nach auch zu wenig begründet und erklärt. Hier hätte ich es besser gefunden, wenn die Autorin eine andere Lösung gefunden oder einfach auf einige Ereignisse verzichtet hätte.

Schreibstil und Charaktere:
Die beiden Hauptstränge unterscheiden sich sprachlich sehr. Während der Teil über den Holocaust eher einfach, aber sehr aussagekräftig war und mich fesselte, war der der Beginn und das Ende des Buches, das in der Gegenwart erzählt, zu unausgegoren und eher seicht....es fehlte mir an Tiefe. Die vorhersehbare Erzählweise erinnerte mich überhaupt nicht an den tollen und mitreißenden Schreibstil der Autorin, den ich sonst gewohnt bin.

So erging es mir auch mit den Charakteren aus dem Teil des Buches, der in der Gegenwart spielte. Ich wurde weder mit Sage so richtig warm, noch konnten mich die anderen Personen aus diesem Teil des Buches überzeugen.
Ganz anders jedoch der Rückblick in die Zeit des zweiten Weltkrieges. Mit Minka litt ich mit, zitterte vor Angst oder suchte nach einem Hoffnungsschimmer. Auch ihre Freundin Darija konnte ich mir bildhaft vorstellen. Dieser Part ist fesselnd und sehr berührend.

Bewundernswert finde ich die gute Recherche der amerikanischen Autorin, die das Thema Holocaust nicht wie wir allgegenwärtig hat, ebenso wie ihre gewohnte Sicht auf zwei Seiten und Meinungen, die nicht polarisieren.

Cover:

Die beiden englischsprachigen Cover sind in der Art und Weise wie das deutschsprachige, wobei auf dem Titelbild links ein Stacheldrahtzaun abgebildet ist, der ein bisschen die Thematik ankratzt....aber nur wenn man weiß, worum es in der Geschichte geht. So richtig gut gefällt mir keines des drei Cover, auch wenn ich farblich das deutsche Titelbild am schönsten finde.


Fazit:
Ein Buch, das mich zwiegespalten hat. Die Rahmenhandlung hat mich enttäuscht. Sie war vorhersehbar und emotionslos. Der Teil aus der Vergangenheit war berührend, fesselnd und sehr gut recherchiert. Meine Bewertung hat mir Kopfzerbrechen bereitet. Durch den Lieblingsautorstatus und der intensiven Holocaustgeschichte vergebe ich gerade NOCH vier Sterne.


Vielen Dank an den C.Bertelsmann Verlag und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!

Solange du bei uns bist - Jodie Picoult


    • Gebundene Ausgabe: 464 Seiten
    • Verlag: Bastei Lübbe 
    • Hardcover; Auflage: Aufl. 2014 (16. Mai 2014)
    • ISBN-10: 3785725027
    • ISBN-13: 978-3785725023
    • Originaltitel: Lone Wolf
    • Genre: Gegenwartliteratur, Roman

Amazon Kurzbeschreibung: 
Edward Warren hat keinen Kontakt mehr zu seiner Familie, seit er wegen eines heftigen Streits nach Thailand ausgewandert ist. Eine schreckliche Nachricht führt ihn zurück in die USA: Sein Vater liegt nach einem Unfall im Koma, die Chancen auf Genesung sind minimal. Während seine Schwester Cara auf ein Wunder hofft, will Edward den Vater sterben lassen und seine Organe spenden. Wird er von Nächstenliebe oder von Rachegedanken angetrieben? Und wie weit wird Cara gehen, um das Leben ihres Vaters zu erhalten?

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur ABC Challenge

Buch zur Einmal um die Welt Challenge

Meine Meinung:
Jodie Picoult gehört zu meinen Lieblingsschriftstellerinnen und ist immer ein Garant für Themen, die sonst kaum jemand anspricht. Auch in ihrem neuesten Roman hat sie wieder eine Thematik aufgegriffen, die zu Diskussionen nur so auffordert: lebenserhaltende Maßnahmen bei Koma-Patienten.

Die Autorin versteht es, wie kaum eine Andere, den Leser das Für und Wieder zu einem Thema zu vermitteln. Steht man selbst eher auf der einen Seite, erhält man auch viele Gründe geboten, die jemand mit einer kompletten konträren Meinung hat. So beschäftigt man sich immer sehr intensiv mit dem Thema und sieht die Dinge aus verschiedenen Sichtweisen.

Auch die Aufteilung der einzelnen Kapitel wird wieder, wie üblich, aus der Sicht einzelner Personen erzählt. Die Kapitel haben pro Person sogar eine eigene Schriftart. So bemerkt man auch optisch sofort, dass eine andere Person erzählt.
Die Geschichte dreht sich um Luke, einen Wolfsforscher, und seiner menschlichen Familie. Menschlich betone ich deshalb, weil Luke eigentlich mehr Zeit mit seiner wölfischen "Familie" verbringt. Schon als Kind ist er mehr ein Einzelgänger, verbringt die meiste Zeit in der Natur und interessiert sich für Tiere. Als er im Zoo arbeitet, beobachtet er die Wölfe und beginnt sich diesen anzuschließen, indem er die Nächte bei ihnen im Gehege verbringt.
Im Roman von Jodie Picoult wird sehr viel über diese Verhaltensforschung erzählt. Man hat dadurch Einblick in die Welt von Luke, bevor er im Wachkoma liegt. Diese Kapitel sind in kursiver Schrift geschrieben, manchmal sogar mit Pfötchen dekoriert und bringen den Leser die Welt der Wölfe näher. Anfangs fand ich das sehr interessant, mit der Zeit wird es dann aber doch fast zu viel und man versteht, warum sich seine Frau Georgie von ihm getrennt hat und sein Sohn Edward eigene Wege geht.
Rund um die Handlung von  Luke und seine Liebe zu den Wölfen baut die Autorin eine Familiengeschichte auf. Einzelne Familienmitglieder erzählen in ihren "zugeordneten" Kapiteln aus ihrer Sicht. Dies sind Edward, der Sohn, der mit 18 Jahren nach Thailand abgehauen ist und seinen Vater seit sechs Jahren nicht mehr gesehen hat; seine Ex-Frau Georgie; die noch minderjährige Tochter Cara, die bei Luke lebt und Georgies neuer Ehemann Joe, ein Rechtsanwalt. Während Cara wirklich alles daran setzt, dass Luke am Leben bleibt und nicht einmal vor einer Klage zurückschreckt, will Edward die Maschinen abstellen, denn die Ärzte sehen keine Chance, dass dieser nochmals aufwachen wird....

Von Kapitel zu Kapitel erlebt der Leser wie jedes Familienmitglied sich an Luke und die gemeinsame Zeit erinnert und warum er für seine Meinung eintritt. Als Leser erlebt man die Verzweiflung, die innere Zerissenheit und die Hilflosigkeit gegenüber der Situation. Man fragt sich selbst immer wieder, wie man wohl in so einer Situation entscheiden würde. Das Thema geht unter die Haut und berührt....


Schreibstil:
Jodie Picoult versteht es einfach ihre Leser zu verzaubern, zu berühren und sich mit Themen auseinanderzusetzen, die man eher vermeidet. Der Schreibstil ist flüssig und man rast förmlich durch die Geschichte...man will ganz einfach wissen, wie sich die Familie entscheidet oder ob Luke wieder erwacht.

Cover:


Ich lasse diesmal einfach die verschiedenen Cover sprechen....
Den englischen Originaltitel finde ich sehr passend und super gewählt, während der deutsche Titel eher an eine Liebesgeschichte anmutet.

Fazit:
Als Picoult-Fan finde ich ihren neuersten Roman wieder äußerst gelungen! Das Thema des Romans schwirrt einem noch lange nach dem zuklappen des Buches im Kopf herum. Der Inhalt berührt und man überdenkt so einiges. Für mich wieder ein hervorragendes neues Buch der Autorin! Leseempfehlung!

Ein Lied für meine Tochter - Jodie Picoult

    • Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
    • Verlag: Bastei Lübbe, Auflage: 1 (17. 08 2012)
    • ISBN-10: 3431038573
    • ISBN-13: 978-3431038576
    • Originaltitel: Sing You Home
    • Genre: Roman  


Amazon Kurzbeschreibung:
Als ihre Ehe mit Max zerbricht, findet Zoe Trost in der Musik. Durch ihre Arbeit als Musiktherapeutin lernt sie Vanessa kennen, und aus der Freundschaft der Frauen wird bald Liebe. Zoe will ihr Leben mit Vanessa teilen. Die beiden träumen von einem gemeinsamen Kind. Doch Max tut alles, um dieses Familienglück zu verhindern. Er sucht Rat bei einer radikalen christlichen Gemeinde. Diese kämpft seit Jahren gegen Homosexualität und will nicht zulassen, dass Max's Zoe "in Sünde" lebt...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Wälzer Challenge

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur "Die dunklen Tage" Challenge

Meine Meinung:
Ich liebe ganz einfach die Schreibweise der Autorin, ebenso das Aufgreifen ganz spezieller Themen, die der Großteil der Autoren lieber vermeidet. Auch in Picoults neuestem Buch geht es um Problematiken, die nur selten ein Schriftsteller aufgreift: unerfüllter Kinderwunsch, künstliche Befruchtung, Homosexualität, die sektenähnliche Christengemeinde.....
Dieses Mal waren mir die Themen aber fast zu viel....

Aber der Reihe nach:
In der Vorbemerkung richtet die Autorin das Wort an den Leser. Erstmals "begleitet" Musik die einzelnen Kapitel dieses Romans. Jeder Musiktitel wird so einem bestimmten Kapitel zugeordnet. Diese Idee finde ich wirklich interessant und als Musikliebhaber finde ich das toll. Leider fand ich aber unter dem angegebenen link (www.jodiepicoult.com/sing-you-home-lyrics.html) diese Songs nicht.

Das Thema Musik begleitet uns alle 576 Seiten lang, denn Zoe, unsere Hauptprotagonistin ist Musiktherapeutin....ein toller Beruf, finde ich.
Wie bereits aus ihren anderen Romanen gewohnt, lässt Picoult in jedem Kapitel eine andere Person aus ihrer Sichtweise erzählen. Hier kommen die drei Hauptprotagonisten Zoe, Max und Vanessa zu Wort.

Seit einigen Jahren versuchen Zoe und ihr Mann Max vergeblich eigene Kinder zu bekommen. Nach mehreren Fehlgeburten und einer Totgeburt in der 28. Schwangerschaftswoche blockt Max plötzlich ab und will keine weiteren Versuche mehr. Zoe ist wie vom Blitz getroffen und versteht die Welt nicht mehr. Aber Max will weder eine Liebe nach Plan, noch weitere Ehejahre mit Zoe verbringen. Er flüchtet in den Alkohol und landet schlussendlich bei seinem Bruder Reid und seiner Frau Liddy, die der Kirchengemeinde Eternal Church of Glory angehören. Nach einem Unfall und den tröstenden Worten von Pater Clive wird auch er ein Mitglied dieser Gemeinde.
Währenddessen stürzt sich Zoe in ihre Arbeit und lernt die Psychologin Vanessa kennen. Die bald innige Freundschaft der Beiden entwickelt sich unerwartet zu Liebe, die durch eine Hochzeit im angrenzenden Staat Massachusetts, geschlossen wird, denn in Rhode Island ist eine Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern nicht möglich. Zoe's Wunsch nach einem eigenen Kind ist noch allgegenwärtig und so will sie ihre restlichen drei eingefrorenen Embryonen benutzen. Dazu benötigt sie jedoch das Einvberständnis von Max. Doch die Eternal Church of Glory stellt sich dagegen und Max ist, schneller als er glaubt, dessen Spielball. In einem aufregenden Prozess um die drei Embryos kämpfen Max, Zoe und Vanessa umGerechtigkeit.......

In den ersten Kapitel litt ich mit Zoe und Max und und all ihren erfolglosen Versuchen ein Kind zu bekommen richtig mit. Trotzdem fand ich Max nicht wirklich sympathisch....verlässt er doch Zoe nach neun Jahren Ehe einfach sang- und klanglos über Nacht und lässt seine Frau im Stich. Sicher belastet so ein Problem die Ehe sehr...und ich spreche hier nicht von etwas, was mir völlig fremd ist!...deshalb verurteile ich die Handlungsweise von Max noch viel mehr.....denn er versinkt vorallem in Selbstmitleid.
In den nächsten Kapitel erschienen mir die nächsten Schicksalsschläge doch etwas zu geballt, ebenso wie die zu plötzlich aufkeimende Liebe zwischen Zoe und Vanessa. Hier fand ich die Geschichte etwas unglaubwürdiger und es fehlten mir einfach einige Aspekte, sowie Erklärungen in Rückblenden zu manchen Punkten. Auch der religiöse Aspekt durch die sektenähnliche Kirchengemeinde muss nicht jeder Leser mögen....Erst mit dem Beginn des Prozesses erlebte ich wieder diese wunderbare Art zu fesseln, wie nur Picoult es kann. Prozesse sind einfach ihr Metier ;) Dieser schleimige Anwalt der Christengemeinde, der nur Profit und möglichst viele Fernsehübertragungen und Medienberichte herausschlagen will, die humorvolle Anwältin von Zoe und einige überraschende Wendungen brachten mich wieder voll zurück in die Geschichte.

Fazit: Picoults Schreibweise ist einfach wunderbar und dieser neue Roman wieder eines ihrer besseren Bücher...... Durch fast zu viele Randthemen und einen kleinen Hänger zwischendurch kann ich daher leider keine fünf Sterne vergeben....aber fast ;)



Und dennoch ist es Liebe - Jodie Picoult

Englischer Originaltitel: Harvesting the Heart

Weltbild Kurzbeschreibung:
Paige O'Toole hat nie verwunden, dass ihre Mutter sie mit nur fünf Jahren sitzengelassen hat. Seitdem wird sie von Selbstzweifeln geplagt. Erst als sie den Medizinstudenten Nicholas kennenlernt, lernt sie, was Vertrauen ist. Doch um seine Karriere als Herzchirurg zu unterstützen, muss Paige ihre eigenen Wünsche hinten anstellen. Und als ihr Sohn Max geboren wird, gelangt sie ans Ende ihrer Kräfte. Wer ist sie eigentlich? Kann sie lieben? Und was will sie wirklich vom Leben? Auf der Suche nach sich selbst verlässt Paige Nicholas und ihren Sohn und macht sich auf die Spuren ihrer Mutter. Doch wird sie dort die Antworten finden, nach denen sie sucht?

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Wälzer Challenge
Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
"Und dennoch ist es Liebe" ist kein neues Buch der Autorin, sondern bereits aus dem Jahre 1993. Trotzdem wurde es noch nie ins Deutsche übersetzt. Beim Weltbild Verlag erschien das Buch allerdings vor wenigen Monaten und als Picoult Fan musste ich das Buch einfach lesen.

Man merkt bald, dass es eines der Anfangswerke der Autorin ist. Es geht hier zwar ebenfalls um ein familiäres Problem, doch in diesem Buch steht die Selbstfiindung im Vordergrund. Wie auch in den anderen Romanen von Picoult erzählt jeweils ein Kapitel lang eine der Hauptprotagonisten die Geschichte aus ihrer/seiner Sicht. Hier sind es allerdings nur zwei Personen: Paige und Nicholas

Paige vermisst seit ihrer Kindheit ihre Mutter, die, als Paige fünf Jahre alt war, von einem Tag auf den Anderen die Familie verlassen hat. 
Mit 18 Jahrhen verlässt auch sie ganz plötzlich Chicago und begräbt ihren Traum Kunst zu studieren.
Paige hält sich mit einem Kellnerjob über Wasser, bis sie Nicholas trifft. Der einzige Sohn aus gutem Haus und angehender Chirurg verliebt sich genauso Hals über Kopf in Paige, wie sie sich ihn ihn. Doch die Familie ist gegen diese Beziehung.
Paige, die immer wieder von Selbstzweifeln geplagt ist, kann es gar nicht fassen, dass sich Nicholas trotzdem für sie entscheidet. Nach der Hochzeit richtet sie ihr Leben komplett nach den Wünschen ihres Mannes und unterstützt ihn so gut sie kann bei seiner Karriere. Dabei verliert sie sich selbst immer mehr. Nach der Geburt von Max fällt sie in eine postnatale Depression und glaubt keine gute Mutter zu sein, da sie kein Vorbild hatte. Nur 3 Wochen nach der Geburt verschwindet sie genauso sang- und klanglos wie damals ihre Mutter....

Das Buch ist sehr leise und es fehlt irgendwie an Höhepunkten, trotzdem konnte ich besonders die drei Wochen nach der Geburt von Max nachvollziehen und Paige's Verzweiflung, Mutlosigkeit und Einsamkeit sehr gut verstehen. Sie erhält keinerlei Unterstützung von ihrem Mann. Dieser erwartet noch genauso verhätschelt zu werden, wenn er von der Arbeit nach Hause kommt, wie früher, während Paige alles über den Kopf wächst. Er versteht nicht, dass Paige kaum schlafen, essen oder sich waschen kann, da Max immerzu schreit. Er weiß nicht einmal, das Paige keine Freundinnen hat oder nicht das Haus verlässt....bis er dann alleine mit einem 3 Wochen alten Baby zu Hause ist....

Fazit: Obwohl es nicht an Picoults Besteller heranreicht, die Handlung eher ohne Höhepüunkte auskommt, hatte ich die 621 Seiten bald gelesen und vergebe deshalb 4 Sterne.


In den Augen der anderen - Jodie Picoult


Englischer Titel: House Rules

Amazon Kurzbeschreibung:
Jacob Hunt hasst die Farbe Orange. Und er hasst es, wenn sein gewohnter Tagesablauf gestört wird. Routinen sind für ihn lebenswichtig, denn er leidet unter dem Asperger-Syndrom, einer autistischen Störung. Deshalb kocht Emma, seine Mutter, montags nur grüne Speisen und dienstags rote. Und längst hat sie Jacobs Besessenheit für Kriminaltechnik akzeptiert. Doch dann wird seine Erzieherin Jess erschlagen aufgefunden, und Jacob wird des Mordes an der jungen Frau verdächtigt. Die mühsam erkämpfte "Normalität" in Emmas kleiner Familie bricht zusammen. Jacob muss sich sich vor Gericht verantworten. Alle Beweise sprechen gegen ihn. Doch Emma nimmt den Kampf auf. Denn es geht darum, ihren Sohn vor dem Gefängnis zu bewahren und um die Rechte von Menschen, die anders sind.

 Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Meine Meinung:
Selten ist es mir so schwer gefallen ein Buch zu bewerten und nachdem ich jetzt hier sitze und die Rezi schreiben will,  weiß ich noch immer nicht, was ich eigentlich schreiben soll und wie ich das Buch bewerten soll.
Jodie Picoult gehört zu meinen Lieblingsautorinnen und leider muss ich sagen, dass die letzten Bücher, die ich von Ihr gelesen habe, nicht mehr an ihre Bestseller von früher anschließen können.
"In den Augen der anderen" behandelt wiederum ein Thema, das Picoult schon oft aufgegriffen hat: Familie mit kranken Kind oder Problemkind oder beides. Trotz des gleichen Thema's sind jedoch ihre Bücher immer anders und als Leser erfährt man sehr genau, wie schwer es für Familien ist mit dieser Krankheit zu leben und damit umzugehen. Im neuesten Roman geht es um Jacob, der das Asperger Syndrom hat; eine besondere Form des Autismus. Wir lernen seine alleinerziehende Mutter Emma und seinen Bruder Theo kennen. Picoult verleiht wieder jeden der Hauptpersonen eigene Kapitel, die in der der Ich-Form erzählt werden. Außerdem lernen wir noch in den einzelnen Kapiteln die Sichtweisen von Rich, dem ermittelnden Kommisar, und Oliver, Jacob's Rechtsanwalt, kennen.
Leider hat das Buch einige Längen und ich finde die Autorin hätte von den fast 700 Seiten 200 streichen können. Es wird wirklich viel zu lang und breit über die Krankheit berichtet. (Übrigens ist die Krankheit nach dem österreichischen Kinderarzt Hans Asperger benannt). Die Geschichte kommt erst spät in Schwung und ich habe das erste Mal bei Picoult den Schluss erraten.
Was mich auch gestört hat, war die Erzählweise von Jacob, der sich im Buch selbst analysiert und auch seine Gefühle beschreiben kann, was Personen mit dem Asperger Syndrom ja aberkannt wird.

Aber ich will hier nicht nur Negatives berichten. Der Schreibstil der Autorin ist wie immer flüssig und ihre Recherearbeiten zum jeweiligen Thema sind immer beeindruckend. Mir gefällt ja auch so an ihren Büchern, dass Picoulte immer wieder Themen aufgreift, über die sonst kein Autor schreiben würde. Und wer noch kein Buch der Autorin gelesen hat und keine besseren Vergleiche hat, wird der Roman sicher gut gefallen.

Fazit: Jodie Picoult's neuester Roman hat das altbekannte Schema ihrer erfolgreichsten Romane, doch hier kommt zeitweise etwas Langeweile auf. Trotzdem ein Thema, das interessiert und wie immer gut recheriert und sehr gut geschrieben.

Schuldig - Jodie Picoult

englischer Titel: The Tenth Circle


Klappentext:
Die 14-jährige Trixi ist Daniels Augenstern. Er liebt seine Tochter mehr als sich selbst. Der freiberufliche Comiczeichner schafft für Trixi eine Welt voller Heldengeschichten, während seine Frau Laura an der Universität Karriere macht. Wie brüchig aber das Glück der Familie ist, wird ihm nur allzu bald klar: Trixi kommt eines Abends vollkommen aufgelöst nach Hause. Die unschuldige Liebe ihres Freundes Jason hat sich in rohe Gewalt verwandelt. Wenig später stirbt der Junge unter mysteriösen Umständen, Trixi flieht vor den Konsequenzen der Ereignisse nach Alaska. An einen Ort, der ihrem Vater sehr vertraut ist. Endlich muss er sich seiner  Vergangenheit stellen und macht seiner Frau ein erschütterndes Geständnis …

Fazit: * * * undeinhalb


Das Jodie Picoult zu meinen Lieblingsautorinnen gehört, wissen einige meiner Blogleserinnen ja schon. Das neueste Buch der Autorin "Schuldig" dürfte Sie aber schon viel früher geschrieben haben, denn am Anfang des Buches steht als Ausgabe die Jahreszahl 2006, nur die deutsche Erstausgabe ist 2011.

Inhalt und meine Meinung:
Die 14-jährige Trixie wird bei einer Party bei Ihrer Freundin von Ihrem Ex-Freund vergewaltigt. Als Trixie die Vergewaltigung anzeigt, gibt es einen Riesenwirbel in der Kleinstadt, ist doch der allseits beliebte Jason der Täter, der nicht nur als zukünftiger Eishockstar gehandelt wird, sondern auch Trixies Ex ist. Der Großteil der Lehrer, Schüler, ja selbst Ihre beste Freundin Zephyr wenden sich von Trixie ab, denn nach und nach kommen immer mehr Lügen und Unwahrheiten ans Tageslicht. Nur Ihre Eltern stehen bedingungslos hinter dem Teenager, vorallem Ihr Vater Daniel.
Soweit finde ich die Thematik typisch Jodie Picoult, die vor keinem Thema zurückschreckt und sehr deutlich aufzeigt, dass nicht immer Opfer und Täter in ein schwarz-weiß System gesteckt werden können, sondern oft viel mehr dahintersteckt. Bei diesem Buch gibt es jedoch einige Überraschungen. Als ich am Anfang des Buches plötzlich einen gezeichneten Comic fand, war ich etwas verwirrt.


Der Comic beinhaltet jedoch ein Rätsel und passt hervorragend zum englischen Originaltitel "The Tenth Circle". Außerdem stammen die Zeichnungen von Trixies Vater Daniel, der Comiczeichner ist.
Somit sind wir auch gleich bei Trixies Vater, der alles daran setzt, den Vergewaltiger hinter Gitter zu bringen. Nach einer Schlägerei mit Jason ist der Junge jedoch am nächsten Tag tot und Daniel ist der Hauptverdächtige.
Hier sollte nun eigentlich die größte Spannung aufkommen, aber für mich flachte das Buch ab hier ab. Ich wusste bald wer Jason umgebracht hatte und konnte mich auch nicht so mit dem Ortswechsel nach Alaska anfreunden...aber das ist Geschmackssache. Schockiert hat mich - selbst Mutter einer 15-jährigen Tochter - die Sexpraktiken und Spielchen, die die Teenager bei Ihren Party's so auf dem Lager hatten.
Auch Daniel als Übervater fand ich etwas überzeichnet. Anfangs hatte ich den Verdacht, dass er selbst seine Tochter schon im Bett hatte, so unnatürlich kam mir seine Vaterliebe vor....
Alles in allem ein gutes Buch und eine etwas andere Jodie Picoult, aber für mich reicht es nicht an Ihre Bestseller wie "19 Minuten", "Das Leben meiner Tochter" und auch nicht an das letzte veröffentlichte Buch "Zerbrechlich" heran.

Ich tat mir bei diesem Buch sehr schwer beim bewerten, denn eigentlich hätte ich mehr zu vier Sternen tendiert, da ich aber selber "Zerbrechlich" nur vier Sterne gegeben habe und ich dieses Buch schlechter finde, sind es nun nur 3 undeinhalb geworden. Vielleicht sollte ich mein Punktesystem etwas überdenken????

Zerbrechlich - Jodie Picoult

Amazon Kurzbeschreibung:
Willow, ihr lang ersehntes Kind, ist perfekt. Das ist das Erste, was Charlotte O'Keefe hört, als sie ihr Baby auf dem Ultraschallbild sieht. Ja, es ist perfekt. Daran ändert auch Willows Krankheit nichts. Charlotte liebt ihr Kind abgöttisch und will nur eins: es beschützen. Denn Willow braucht allen Schutz der Welt. Beim kleinsten Stoß brechen ihre Knochen. Jedoch auch ihr Herz kann brechen. Genau das scheint Charlotte zu vergessen, als sie vor Gericht das Geld für die richtige Behandlung erkämpfen will. Sie verklagt ihre Frauenärztin. Die Krankheit hätte schon zu Beginn der Schwangerschaft erkannt und die Eltern gewarnt werden können. Charlotte muss jedoch behaupten, ihr geliebtes Kind sei besser nie geboren worden ... Erschütternd, tief bewegend und sensibel führt dieser Roman mitten ins Herz einer Familie, die durch die Kraft einer bedingungslosen Liebe verbunden ist.

Fazit: ++++
Gleich vorweg...ich bin ein großer Fan dieser Autorin. Ich mag Ihren Schreibstil, aber vorallem, dass Sie immer wieder Themen in Ihren Büchern verabeitet, die andere Autoren nie für einen Roman verwenden würden.
Leider haben mich die letzten beiden Romane von Ihr enttäuscht. Ich fand "Das Herz meiner Schwester" zu religiös angehaucht und auch zu unglaubwürdig (meine Meinung muss nicht Eure sein) und bei "Zeit der Gespenster" passierte es das erste Mal, das ich ein Buch von Ihr nicht zu Ende gelesen habe bzw. schon nach den ersten 100 Seiten das Buch enttäuscht weggelegt habe.
"Zerbrechlich" hat mir wieder sehr gut gefallen und erinnert wieder an Ihre Art zu erzählen...was ich aber auch als minus anführen muss, denn es erinnert sehr stark an "Das Leben meiner Schwester" (deshalb auch nur vier Plus und nicht fünf). Wie bei Picoult üblich erzählen in jedem Kapitel andere Personen aus der eigenen Sichtweite; hier Charlotte (die Mutter), Sean (der Vater), Willow selbst und Amelia (die große Schwester), sowie Piper (die Gynäkologin) und Marin (die Anwältin). Mehr möchte ich aber zum Inhalt nicht verraten. Sehr nachdenklich macht einen, wenn man hier mehr über OI, die Glasknochenkrankheit, liest.
 

Martinas Buchwelten Copyright © 2012 Design by Antonia Sundrani Vinte e poucos