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Das Blau auf der anderen Seite - Lucinde Hutzenlaub

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     



    • Broschierte Ausgabe: 336 Seiten
    • Verlag: ‎ Penguin Verlag, Originalausgabe (17. Juni 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 332811338X
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3328113386
    • Genre: zwei Zeitebenen, Roman


Penguin Kurzbeschreibung:
Ihre Hochzeitsreise sollte Karla und Sebastian nach Neuseeland führen. Doch Sebastian stirbt, und Karla steht vor den Scherben ihres Lebens. Dass es ihr gelungen ist, den Flug nach Christchurch dennoch zu buchen, wundert sie selbst am meisten. Als sie einen Zwischenhalt auf der Apfelplantage der 97-Jährigen Auswandererin Marge macht, stößt sie in der Scheune auf Dokumente von Dr. Joshua Eichelbaum, die von einer dunklen Epoche in Deutschland erzählen. Und von einem Band, das die beiden ungleichen Frauen auf schicksalhafte Weise verbindet. Ein tief unter die Haut gehender Roman über Neuanfänge in Neuseeland, eine höchst ungewöhnliche Frauenfreundschaft und die Möglichkeit einer jungen Witwe, über Mut, Liebe und Freundschaft einen Weg in die Zukunft zu finden.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Lucinde Hutzenlaub hat mich mit ihrem neuen Roman "Das Blau auf der anderen Seite" nicht nur in mein Traumland Neuseeland entführt, sondern mich auch emotionale abgeholt.

Als Karla, statt ihrer Hochzeitsreise die Beerdigung ihres Verlobten Sebastian organisieren muss, liegt ihre Welt in Trümmern. Sie beweist jedoch enormen Mut und tritt die Reise später alleine an. Die Route hatten sie noch gemeinsam ausgewählt. Mit einem Van, den sie am Beginn der Reise vor Ort umbauen möchte, bricht sie von Christchurch aus auf. Auf dem Weg zu einem großen Festival in Motueka, wofür Karla Karten geschenkt bekommen hat, trifft sie auf Alex. Er bietet ihr an beim Umbau des Vans zu helfen und lädt sie auf die Apfelfarm "Wilson Orchard" seiner Großmutter Marge ein. Dort ist in der Scheune genügend Platz für den Umbau. Doch die eigenwillige 97jährige Marge ist alles andere als erfreut und zeigt ihren Unwillen ohne Hemmungen...
 
In einem zweiten Handlungsstrang sind wir im Jahr 1938. Die jüdische Familie um Dr. Joshua Eichelbaum bereitet sich - dank der Hilfe von seinem damaligen Studienkollegen Friedrich Adler, auf ihre Flucht aus Deutschland vor. Ihr Weg endet nicht, wie gewollt in Großbritannien, sondern führt sie schlussendlich ans andere Ende der Welt: nach Neuseeland. In Brief- und Tagebuchform erleben wir, wie Joshua, seine Frau Hannah und die Kinder Rebecca, Margret und Hans versuchen in der Ferne Fuß zu fassen. Doch das Leben meint es nicht immer gut mit ihnen....

Die Geschichte wird aus der Sicht von Karla und von Marge erzählt und mit Tagebucheinträgen und Briefen ergänzt. Die Handlung spielt größtenteils in der Gegenwart, doch vor allem die Erzählungen aus der Vergangenheit der Eichelbaums haben mich sehr berührt. Beide Handlungsstränge - aus Gegenwart und Vergangenheit - fließen mit der Zeit perfekt ineinander.
Feinfühlig und berührend schildert die Autorin wie aus Trauer allmählich Hoffnung und Zuversicht wachsen können. Aber auch die Auswirkungen der Traumata auf die Nachkommen der Familie, die die Eichelbaums erleben mussten, wird hier klar ersichtlich.

Lucinde Hutzenlaub erzählt sehr feinfühlig, eindrücklich und authentisch. Der Schreibstil ist warmherzig, packend und flüssig. Die Figuren sind lebendig dargestellt und haben Ecken und Kanten. Besonders Marge wirkt in ihrer rauen Art sehr greifbar.
Sehr gefallen hat mir auch die bildhafte und atmosphärische Beschreibung der neuseeländischen Landschaft und der Apfelplantage. Einzig einige Zufälle waren mir ein bisschen zu viel.

"Das Blau auf der anderen Seite" erzählt über Mut, Abschied, Trauer, Freundschaft und Hoffnung, sowie Vertrauen in die Zukunft. Im Mittelpunkt steht jedoch die Zuversicht, dass wir aus jedem Schicksalsschlag wertvolle Erfahrungen und neue Erkenntnisse mitnehmen können.

Fazit:
Ein berührender Roman über Trauer, Mut und Selbstfindung, Familie und Hoffnung. Auch das Setting Neuseeland wird wunderbar vermittelt. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!


Vielen Dank an den Penguin Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

[Der Eispalast] Entscheidung aus Liebe - Rena Rosenthal

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 496 Seiten
    • Verlag ‎ Penguin Verlag, 1. Auflage (26. November 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 332811131X
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3328111313
    • Genre: Historischer Roman
    • Reihe: ja - Band 3 der Eispalast Trilogie



Penguin Kurzbeschreibung:
Wien, Anfang 20. Jahrhundert: Julianna kehrt nach schmerzlich langer Abwesenheit zurück in ihre Heimatstadt, in der das Eiskunstlaufen ihr Leben für immer verändert hat. Doch als sie Leo, die Liebe ihres Lebens, endlich wieder in die Arme schließt, ist das Wiedersehen getrübt, denn der Eispalast, den er ihr zuliebe baut, bringt nicht den geplanten Erfolg. Schon bald geraten Julianna und Leo an ihre Grenzen, denn die Eislaufbahn aus Kunsteis war nicht nur ein lang gehegter Traum, sondern sollte auch die einzige Einnahmequelle sein. Als zusätzlich eine Intrige ihre Welt erschüttert, wird ihre Liebe auf die größte Zerreißprobe ihres Lebens gestellt …

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Nachdem mir die ersten beiden Teile dieser Trilogie sehr gefallen haben, war natürlich auch der Abschlussband ein MUST READ für mich.

Julianna kehrt nach ihrer Zeit in London zurück nach Wien. Sie ist voller Vorfreude auf ihre Zukunft mit Leopold und der geplanten Eiskunsthalle. Doch bei ihrer Ankunft wird sie weder erwartet, noch ist der Eispalast so weit fertig gestellt, wie sie erwartet hat. Leopold hat in der Zwischenzeit die Tuchfabrik verkauft und sich immens verschuldet. Um ihren großen gemeinsamen Traum verwirklichen zu können, beginnt Julianna in der nahen Ziegelfabrik zu arbeiten. Dort wird sie mit schlimmen Arbeitsbedingungen konfrontiert und schließt sich der Arbeiterbewegung an. Leo ist damit nicht wirklich einverstanden, obwohl die geplante Eröffnung immer näher rückt. Eine zusätzliche Intrige stellt ihr Glück noch mehr auf die Probe....
Auch Nikolett kämpft um ihre zukünftige Hochzeit mit Janos, die ihrer Mutter ein Dorn im Auge ist. Nikolett soll mit ihrer Mutter und dem Dienstmädchen bei einer Jagdgesellschaft teilnehmen, die jedoch mit einem Eklat endet und den Bruch mit Nikoletts Eltern herbeiführt.   

Die Handlung wird aus der Sicht von Julianna, Nikolett, Katalina und Leopold erzählt. Dadurch erhalten wir viele verschiedene Eindrücke und Gedanken. Über jedem Kapitel steht der Name des jeweiligen Erzählers.
Die Leidenschaft für das Eislaufen ist wieder der rote Faden der Geschichte und hat mich aus jeder Sicht hervorragend unterhalten. Der Versuch erstmals eine Eishalle zu bauen und Kunsteis zu produzieren, fand ich sehr interessant.
Neben dem Eiskunstlauf spielen die Arbeitsbedingungen im  Ziegelwerk ebenfalls eine wichtige Rolle. Die ersten Streiks gegen die Ziegelbarone, die ihre Arbeiter ausbeuten, finden hier ebenfalls Platz und beruhen stellenweise auf wahre Begebenheiten. Der Kampf um bessere Arbeitsbedingungen und der Wunsch von Frauen nach mehr Selbstbestimmung, das Misstrauen gegenüber neuer technischer Errungenschaften bestimmen den Alltag.

Die gesellschaftlichen Konventionen und der Unterschied zwischen Adel, Neureichen und der normalen Arbeiterschicht wird ebenfalls zum Thema, wie bereits in den Vorgängerbänden. Julianna und Nikolett sind dabei zwei Figuren, die sich über die gesellschaftlichen Normen hinwegsetzen. Nikolett liebt einen Mann aus der unteren Schicht und Julianna ist als ehemaliges Dienstmädchen für Leo eigentlich tabu.

Aber auch Katalina hat mit den gesellschaftlichen Gepflogenheiten zu kämpfen. Sie verliebt sich in ihren Klavierlehrer und trifft eine für sie folgenschwere Entscheidung.

Der Schreibstil der Autorin ist wieder wunderbar bildhaft und lebendig. Manche Ereignisse sind etwas vorhersehbar, doch kurz danach gelingt es Rena Rosenthal uns mit einer völlig überraschenden Wendung zu verblüffen. Manche Ereignisse fand ich für die Zeit Anfang des 20. Jahrhunderts in Wien zur Kaiserzeit etwas unrealistisch. Hier musste ich ein Auge zudrücken...

Man kann diesen Abschlussband auch ohne Vorkenntnisse lesen, aber ich empfehle die Vorgängerbände zu lesen, um die Figuren besser kennenzulernen. 

Am Ende gibt es ein Nachwort der Autorin mit Erklärungen, was auf historischen Begebenheiten beruht und welche Personen sie für ihren Roman inspiriert haben. Dazu gibt es Bilder der damaligen Mode, den ersten Eisbahnen und der damaligen Plakatkunst, die in die Zeit des Wiener Jugendstils fiel (von dem ich ein großer Fan bin).

Fazit:
Ein emotionaler Abschluss der Trilogie, die mich sehr gut unterhalten hat. Insgesamt sind die Romane aus der Reihe "Der Eispalast" eine wunderbare Zusammenfassung über die Geschichte des Eiskunstlaufs und dessen Entwicklung. Ich empfehle sie gerne weiter!


Vielen Dank an die Autorin und dem Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar!

Die Eispalast Trilogie:
  1. Der Eispalast  *Rezi*
  2. Der Eispalast: Die Kür ihres Lebens  *Rezi*
  3. Der Eispalast: Entscheidung aus Liebe


Rauhnächte - Ellen Sandberg

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     



    • Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
    • Verlag:‎ Penguin Verlag, Originalausgabe (12. November 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3328604375
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3328604372
    • Genre: Spannungsroman



Penguin Kurzbeschreibung:
„Sie darf das nie erfahren. Du hast es mir versprochen!“ Wie ein Faustschlag trifft dieser Satz die 22-jährige Pia an Heiligabend, als sie ein Streitgespräch ihrer Eltern belauscht. Als sie kurz darauf herausfindet, dass sie mit vier Jahren adoptiert wurde, bricht ihre bis dahin gekannte Welt vollends zusammen. Schon ihr Leben lang fühlte sie sich anders, seltsam fremd, als ob ein Tabu sie umgibt. Nun scheint all das bestätigt. Auf der Suche nach Antworten fährt Pia nach Wasserburg am Inn, dem Heimatort ihrer leiblichen Mutter. Der Raureif hängt tief in den winterlichen Inn Auen und durch das mittelalterliche Städtchen tanzen schauerliche Gestalten, die nach altem Brauch die Geister vertreiben sollen. In den Rauhnächten, so sagt man, drängen alte, gut gehütete Geheimnisse wieder an die Oberfläche. Und je näher Pia der Wahrheit über ihre Mutter kommt, desto enger ziehen die Geister der Vergangenheit ihre Kreise um sie. Bis Pia in tödlicher Gefahr schwebt ...

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Der neue Spannungsroman von Ellen Sandberg aka Inge Löhnig hat mich trotz kleiner Kritikpunkte von der ersten bis zur letzten Seite sehr gut unterhalten.
Die Geschichte richtet sich nach dem Titel "Rauhnächte" und beschreibt genau diese Zeitspanne im Roman. Die Story beginnt am Heiligen Abend und endet mit den 6. Januar, dem Dreikönigstag.

Ich war sofort mitten im Geschehen, als Pia durch einen zufällig belauschten Streit erfährt, dass sie adoptiert worden ist. Für sie bricht eine Welt zusammen, obwohl sie sich schon immer nicht richtig zugehörig und wie ein Außenseiter in der Familie gefühlt hat. Um mehr über ihren unbekannten Vater zu erfahren, hofft sie im ehemaligen Heimatort ihrer früh verstorbenen Mutter Antworten zu finden. Doch in Wasserburg am Inn stößt sie gegen eine Mauer des Schweigens. Jeder weiß wer sie ist, doch ihr wird mit großem Misstrauen begegnet. Was wissen die Wasserburger, was Pia nicht weiß? Warum fühlt sie sich auch in ihrem ehemaligen Geburtstort ausgestoßen? Und was hat die Geschichte ihrer Vorfahrin, die als Hexe verbrannt wurde, mit ihrer Familie zu tun?  

In einem zweiten Handlungsstrang  erfahren wir mehr über Pias Mutter Sonja und ihrer Vergangenheit. Puzzlestück um Puzzlestück wird zusammengefügt, bis am Endes Pia erfährt, was wirklich damals geschehen ist.
Die durchgehend düstere Atmosphäre ist allgegenwärtig. Ellen Sandberg ist es hervorragend gelungen, die Nachforschungen zu Sonjas Tod mit der Mystik der Rauhnächte zu verweben. Brauchtum und alte Sagen lassen die Nächte, in denen das Tor zur Anderswelt offen steht, lebendig werden. 
Die unterschwellige Spannung war zu jeder Zeit spürbar und hat mich das Buch kaum aus der Hand legen lassen.
Die Wechsel zwischen den beiden Handlungssträngen und Zeitebenen sind so gesetzt, dass man immer neugierig ist, wie es weitergehen könnte und sich vornimmt noch eine Seite und noch eine zu lesen...

Kommen wir nun zum Kritikpunkt:
Etwas ungewöhnlich war für mich die erst 22-jährige Protagonistin Pia, deren Alter man auch während des Lesens spüren konnte. Oftmals hatte man das Gefühl eine noch jüngere Protagonistin vor sich zu haben, die sehr unreif wirkt. 
In den letzten Kapiteln wächst Pia dann plötzlich über sich hinaus. Diese Entwicklung ging mir einfach zu schnell. Man erkennt, dass die Autorin ihr ehemaliges Jugendbuch in einen Erwachsenenroman umgeschrieben hat, wobei die Figur der Pia für mich etwas gelitten hat. Gerade weil die Geschichte für Erwachsene neu erzählt wurde, hätte man Pias Charakter von Beginn an etwas mehr Entwicklung geben können. 

Im Nachwort erzählt die Autorin noch, dass sie die Geschichte bereits vor zehn Jahren als Jugendroman geschrieben und veröffentlicht hat. "Rauhnächte" ist jedoch keine Überarbeitung, sondern eine vollständige Neuerzählung mit einem anderen Fokus.
Impulsgeber für Pias Geschichte war die Sage "Das Fuxerl"von Ilona Picha-Höbert, die die Autorin fasziniert hat und dessen Rechte der Penguin Verlag gekauft hat. Diese ist auch hinten im Buch abgedruckt.

Großes Lob an den Verlag für das tolle Cover! Der Fuchs (der hervorragend zur Geschichte passt) und die ästhetischen Farbtöne haben mich verzaubert! Ein absoluter Hingucker! (Und das in Zeiten von Farbschnitten)  

Fazit:
Eine sehr spannende und stimmungsvolle Geschichte um ein düsteres Familiengeheimnis, welches besonders durch den atmosphärischen Teil rund um die Rauhnächte und die weibliche Ahnenlinie überzeugt.

Vielen Dank an den Penguin Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

Himmelerdenblau - Romy Hausmann

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Broschiert: 464 Seiten
    • Verlag: ‎ Penguin Verlag, 1. Auflage (27. August 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3328604286
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3328604280
    • Genre: Thriller


Penguin Kurzbeschreibung:
Seit dem 7. September 2003 ist Julie Novak verschwunden. Die Familie ist daran zerbrochen. Nur ihr Vater Theo hört nicht auf, nach ihr zu suchen. Als sich Julies Verschwinden zum zwanzigsten Mal jährt, nimmt die Podcasterin Liv Kontakt zu Theo auf. Sie sei auf eine neue Spur gestoßen. Doch wenn er die Wahrheit erfahren will, muss er sich beeilen, bevor seine fortschreitende Demenz alles mit Dunkelheit überzieht. Wer zum Teufel hat ihm seine Tochter genommen? Warum hat Julies Ex-Freund Daniel das Schlafzimmer seiner verstorbenen Mutter so sorgfältig verschlossen? Und gibt es etwas Grausameres als die Ungewissheit über das Schicksal des eigenen Kindes?

Meine Bewertung: * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Auf den neuen Thriller von Romy Hausmann war ich schon sehr gespannt, denn das Thema der Demenz und ein dazugehöriger Cold Case haben mich neugierig gemacht. 
Seit zwanzig Jahren ist die damals 16jährige Julie Novak verschwunden und der Fall wurde nie aufgelöst. Ein Grund für Liv und Phil, die einen True Crime Podcast betreiben, das Verschwinden von Julie wieder aufzurollen. In der Zwischenzeit ist Julies Mutter gestorben und ihr Vater Theo, ein ehemalig sehr angesehener Chirurg der Berliner Charité, leidet an fortschreitender Demenz. Er hat jedoch die Suche nach seiner Tochter all die Jahre nie aufgegeben. Als Liv über neue Erkenntnisse zu verfügen scheint, möchte sie Theo für ein Interview gewinnen. Julies Schwester Sophie, die sich liebevoll um ihren Vater kümmert, möchte endlich mit der Vergangenheit abschließen. Sie möchte nicht wieder neue Hoffnungen in Theo wecken...

Romy Hausmann hat Erfahrung mit True Crime, dem sie sich bereits in ihrem Sachbuch "True Crime: Der Abgrund in dir - Was den Menschen zum Mörder macht" gewidmet hat. Ich fand ihre dargestellten Fälle damals sehr interessant zu lesen. Leider habe ich das Buch noch immer nicht rezensiert.
In "Himmelerdenblau" greift sie auf einen Cold Case zurück, dem in einem True Crime Podcast neuerlich Aufmerksamkeit gewidmet wird. Das Verschwinden von Julie ist genau 20 Jahre her und Phil und Liv sehen darin ihre Chance mehr Follower zu gewinnen, in dem sie ihn neu aufrollen.
Als Verdächtiger stand damals Julies Ex-Freund Daniel, der wesentlich älter als sie war, im Fokus. Die Ermittlungen gegen ihn wurden jedoch eingestellt. Er leidet noch heute an den damaligen Beschuldigungen und hat diesen Makel nie ablegen können.

Romy Hausmann erzählt aus verschiedenen Sichten ihrer Protagonisten. Bei Theo hat sie sich etwas Spezielles einfallen lassen, denn seine Kapitel stecken oft voller Rechtschreibfehler, falschen Wörtern und unzusammenhängenden Ereignissen, die sein Chaos im Kopf sehr deutlich darstellen. Ich fand diese Art der Schilderung interessant. Als Leser wusste man immer, was er eigentlich meinte, wenn sich ein falsches Wort eingeschlichen hatte. Selbst habe ich allerdings noch nie jemanden kennengelernt, der an Demenz leidet und statt dem fehlenden Wort in seinem Kopf ein anderes einsetzt.
Das Thema der Demenz hat Romy Hausmann jedoch sehr authentisch und mit viel Sensibilität dargestellt, was mir gefallen hat. Generell sind die Charaktere facettenreich und komplex gezeichnet. Man durchschaut sie schwer und man hat das Gefühl, dass man keinen von ihnen wirklich trauen kann. Nur Liv und Phil blieben mir etwas zu blass und unglaubwürdig. Vor allem Phil wirkt zwielichtig und es fehlen jegliche Hintergrundinformationen zu seiner Figur.

Leider kam es aber auch sehr oft zu Wiederholungen und für mich hatte dieser Thriller erhebliche Längen und leider kaum Spannung. Mir fehlte es an Tempo und an dem Wunsch weiterzulesen. Ich musste mich überwinden zum Buch zu greifen und habe daher das letzte Viertel nur mehr quer gelesen. 

Fazit:
Für mich stand leider nur Thriller drauf - der Inhalt konnte mich weder packen, noch überzeugen. Viele Längen und das fehlende Tempo ließen mich das letzte Viertel nur mehr querlesen. Schade!


[Lindt & Sprüngli] Zwei Rivalen, ein Traum - Lisa Graf

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     



    • Taschenbuch: 480 Seiten
    • Verlag: ‎ Penguin Verlag, 1. Auflage (15. Oktober 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3328604170
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3328604174
    • Genre: Historischer Roman
    • Reihe: ja - Band 2 


Penguin Kurzbeschreibung:
Bern 1863: Kurz bevor die Räder einer vorbeifahrenden Kutsche den kleinen Tagträumer Rudolphe Lindt auf dem Marktplatz erfassen, wird er von einem bildhübschen Blumenmädchen gerettet. Von diesem Augenblick an ist klar: Der junge Lindt hat überlebt, um Großes zu vollbringen! Doch nicht etwa so, wie es sich seine Familie wünscht. Der Sohn eines Apothekers wird zum Schulabbrecher und stürzt sich in das Abenteuer. In Bern eröffnet er schließlich eine Schokoladenfabrik und schafft etwas Einzigartiges, das ihm einen Platz in den Geschichtsbüchern sichert: Der Junge, der einst eine herbe Enttäuschung für seine Familie war, revolutioniert die Schokoladenherstellung. Während Rudolphe Lindt das Conchieren erfindet, richten sich die Blicke der Welt auf ihn. Vor allem Chocolatier Sprüngli kann nicht glauben, was er vollbracht hat …

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Nachdem der erste Band dieser Trilogie von der Familie Sprüngli erzählte, erfahren wir nun im zweiten auch etwas über die Familie Lindt. Abwechselnd schreibt die Autorin über die beiden Rudolfs: Rudolf Sprüngli und Rudolf Lindt, der sich später Rodolphe nennt. Dies verwirrt etwas, aber wird immer gut gekennzeichnet. Da es sich um historische Personen handelt, konnte die Autorin auch nicht ihre Namen verändern.

Der Roman spannt sich diesmal von 1863 bis 1880 und erzählt von der Familie Sprüngli in Zürich und der Familie Lindt in Bern. Diesmal steht die Familie Lindt bzw. Rodolphe Lindt etwas mehr im Vordergrund, denn schließlich wird die Herstellung seiner berühmten Schokolade hier zum Mittelpunkt.

1863 ist Rudolf Lindt erst acht Jahre alt und kein guter Schüler. Er ist verträumt und liebt die Natur, steckt am liebsten mit seiner Lieblingsschwester Fanny zusammen und hat zum Ärger seines Vaters keinerlei Ambitionen später einmal die Apotheke zu übernehmen. Jahre später trifft ihn ein schwerer Schicksalsschlag und wird daraufhin von seinen Eltern zu seinem Großonkel in die französische Schweiz geschickt. Die Kohlers führen eine Schokoladefabrik und besonders Charles Kohler lässt den Jungen schwer arbeiten. Zurück in Bern möchte Rodolphe, wie er sich ab jetzt nennt, selbst Schokolade herstellen. Er kauft eine alte Mühle und beginnt zu experimentieren. 

Rudolf Sprüngli ist 1863 bereits 21 Jahre alt und hat seine Wanderjahre in Paris verbracht, wo er viel über die Schokoladeherstellung erfahren hat. Zurück in Zürich heiratet der geborene Unternehmersohn Marie, die in der Konditorei Sprüngli arbeitet. 

Erst sehr spät im Laufe des Romans treffen die beiden Schokoladenhersteller zusammen, jedoch eher oberflächlich....bis Rudolf Sprüngli die neuartige Schokolade von Rodolphe Lindt durch Zufall in die Hände bekommt.....

Lisa Graf schafft es wieder hervorragend, mit den relativ wenig bekannten historischen Fakten zu Rodolphe Lindts Leben eine packende Geschichte zu schreiben, die man schwer aus der Hand legen kann. Die historischen Hintergründe dieser Zeit und das Leben der unterschiedlichen Gesellschaftsschichten sind neben der Schokoladeherstellung der rote Faden der Geschichte. Mit Rodolphes bester Freundin Binia, die aus einer unteren Gesellschaftsschicht stammt, wird immer wieder Augenmerk darauf gelegt, genauso wie auf die Arbeitsbedingungen in den verschiedenen Fabriken. Aber auch die Frage betreffend eines Schutzrechtes für eine Erfindung, einem Patent, wird angesprochen. Nicht umsonst ist Lindt besorgt, dass jemand sein "Conchierverfahren "stehlen" könnte, denn einen Schutz seiner Idee und seines Verfahrens gibt es noch nicht.

Der Schreibstil ist sehr bildhaft und ich konnte mir sowohl die verschiedenen Landschaftsstriche, als auch die Arbeit rund um die Schokolade bildhaft vorstellen.
Kleiner Kritikpunkt sind für mich die in der ersten Hälfte des Buches, die zu raschen Wechsel zwischen den zwei Rudolfs. Dazu kamen dann auch noch Kapitel aus der Sicht von Marie Sprüngli, Binia Haab und David Robert Sprüngli. Als das Augenmerk dann auf Rodolphe Lindt gelegt wird, wird es wieder übersichtlicher und man verfolgt gespannt seine Experimente, um eine besondere Schokolade herzustellen. Man spürt seine Anspannung und völlige Hingabe zu seiner Arbeit. Besonders bewundert habe ich seinen Durchhaltevermögen und seinen Ehrgeiz, der schlussendlich von Erfolg gekrönt wurde.

Wie Sprüngli und Lindt zu Geschäftspartnern werden, erfahren wir allerdings erst im dritten und letzten Band, der im Herbst 2026 erscheinen wird.

Fazit:
Mir hat der zweite Band noch ein bisschen besser als der erste Band gefallen und habe den Anfang des späteren Erfolgsunternehmen Lindt mit Spannung verfolgt. Die Autorin hat wieder Fiktion und historische Fakten perfekt miteinander verbunden und einen mitreißenden Roman geschrieben.


 Vielen Dank an den Penguin Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

LITTLE GERMANY - Der Geschmack von Freiheit - Maria Nikolai

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     



    • Taschenbuch: 512 Seiten
    • Verlag: Penguin Verlag, Originalausgabe, (24. September 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3328111778
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3328111771
    • Genre: Historischer Roman
    • Reihe: ja - Band 2 der Dilogie der Bäckerinnen von Manhattan


Penguin Kurzbeschreibung:
Little Germany, Manhattan, 1904: Eine verheerende Katastrophe hat das deutsche Viertel in Schockstarre versetzt. Trotz des schweren Schicksalsschlags, der auch sie getroffen hat, kämpfen Lissi und Julia weiter für ihre Bäckerei und ihr persönliches Glück. Doch bald schon zeichnet sich ab, dass Little Germany nie mehr die Heimat sein wird, zu der es für sie geworden war. Noch einmal müssen die beiden jungen Frauen von vorn beginnen – und eröffnen »Lissi's Kleine Konditorei« auf der 86th Street in Yorkville. Wie ein aufstrebender Stern am German Broadway erobert die schwäbische Confiserie schnell die Herzen aller. Währenddessen müssen sich Julia und Lissi ihrer Vergangenheit stellen, denn zwei Männer aus ihrem alten Leben treiben sie nicht nur in ein Gefühlschaos, sondern stellen auch ihre Zukunft infrage. Zur selben Zeit beginnt der Prozess gegen die Verantwortlichen der Tragödie auf dem East River …

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Man sollte zuerst den ersten Band lesen, um Band zwei besser verstehen zu können

Meine Meinung:
Auf den zweiten Teil von "Die Bäckerinnnen von Manhattan" von Maria Nikolai habe ich mich schon sehr gefreut, nachdem der erste Band von mir  ♥♥♥ Lieblingsbuch-Status ♥♥♥  erhalten hat. Außerdem gab es am Ende einen Cliffhanger, der mich auf die Fortsetzung hin fiebern hat lassen.
Der zweite Band schließt nahtlos an den ersten an. Die große Katastrophe hat auch Lissi und Julia betroffen, aber vor allem ist "Little Germany" nicht mehr das, was es war. Man spürt die Trauer der Einwohner des Viertels, die nach und nach abzuwandern beginnen. Julia und Lissi wollen sich jedoch nicht unterkriegen lassen und kämpfen weiter für ihre Bäckerei. Sie müssen jedoch einsehen, dass das deutsche Viertel einfach nicht zur Ruhe kommt. Nach einigen Überlegungen versuchen sie einen Neuanfang in Yorkville.

Maria Nikolai fängt in ihrem Roman die Themen Verlust, Neuanfang und Zusammenhalt ein. Man spürt, wie tief die Katastrophe in der deutschen Gemeinschaft nachwirkt. Im ersten Viertel überwiegt noch die Trauer der Einwohner von "Little Germany" und die Wut auf die Verantwortlichen der Tragödie, dessen Gerichtsverhandlungen immer mehr hinausgezögert werden. Hier habe ich vor allem die historischen, oftmals trockenen Fakten, die die Autorin intensiv recherchiert hat, als spannend und lebendig erzählt empfunden. Die Atmosphäre ist in diesem Abschnitt gedrückt und wird erst mit dem Neuanfang wieder lebhafter und positiver. Neben der Bäckerei, die manchmal fast ein bisschen zu kurz kommt, stehen vor allem auch die privaten Handlungsstränge rund um Lissi und Julia im Vordergrund.

Der Schreibstil von Maria Nikolai lässt sich sehr angenehm lesen, ist bildgewaltig und versprüht eine ganz besondere Atmosphäre. Sie versteht es historische Fakten mit fiktiven Vorkommnissen perfekt zu verknüpfen und daraus ihre wundervollen Geschichten zu kreieren.
Man fühlt sich direkt in New York Anfang des 20. Jahrhunderts angekommen, flaniert durch die Straßen, riecht den Duft der leckeren Gebäckstücke oder fährt mit Julia Rad durch den angrenzenden Park. 
Aber auch die Bandenkriege, in die Giovanni und Bernardo hineingezogen werden, sowie ein persönlicher Stalker, geben der Geschichte Dynamik. 
Die Charaktere sind liebenswert und authentisch gezeichnet. Die enge Freundschaft zwischen Lissi und Julia gibt beiden in herausfordernden Situationen Halt. Sie unterstützen sich gegenseitig in allen Bereichen.
Auch die Nebenfiguren, wie Toby und Frederick, Giovanni, Annedorle, Harry und Nonna Antonella bringen Leben in die Geschichte. Eine sehr interessante und schillernde Figur ist auch Alva Vanderbildt Belmont - eine der historisch belegten Personen, die ebenfalls eine Rolle im Roman spielt.

Am Ende gibt es ein Personenverzeichnis, historische Romanhintergründe und einige leckere Rezepte aus Lissis Bäckerei.

Mir hat der erste Band ein kleines bisschen besser gefallen, aber wirklich nur um Nuancen. Das ist sicher reine Geschmackssache. Im Ganzen gesehen ist diese Dilogie jedoch eine wunderbare Zeitreise nach New York, gespickt von Erlebnissen der vielen Einwanderer zu Beginn des 20. Jahrhunderts und ihren Neuanfängen.

Fazit:
Ein gelungener Abschluss der Dilogie, die mich nach New York ins beginnende 20. Jahrhundert geführt hat. Zwischen historischen Ereignissen und liebenswerten Charakteren, Einblicke in die Welt der Einwanderer und viel Atmosphäre, hat mich auch die Fortsetzung der "Little Germany" Reihe wieder begeistert. Gerne vergebe ich eine Leseempfehlung für diese Dilogie!


Vielen Dank an den Penguin Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

Mittsommer - Lucy Foley

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Broschierte Ausgabe; 480 Seiten
    • Verlag:‎ Penguin Verlag, deutsche Erstausgabe (21. Mai 2025)
    • Übersetzer: Ivana Marinovi‎c
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3328604006
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3328604006
    • Originaltitel: ‎ The Midnight Feast
    • Genre: Thriller


Penguin Kurzbeschreibung:
Es ist Mittsommer an der Küste von England. Im kühlenden Schatten eines uralten Waldes versammeln sich die Gäste zum Eröffnungswochenende des neuen Luxushotels The Manor. Die opulent gedeckte Tafel biegt sich unter köstlichen Speisen und der Champagner fließt in Strömen, während die Sonne im Meer versinkt, um einer unvergesslichen Party die Bühne zu bereiten. Doch schon früh stören Jugendliche aus dem Dorf das Fest; immer lauter wird der Unmut der Dorfbewohner, die das Hotelgelände für sich reklamieren. Die Feier eskaliert. Wahre Identitäten werden aufgedeckt und Geheimnisse gelüftet. Feindschaften treten zutage, die unter dem Deckmantel alter Freundschaft daherkamen. Noch bevor die Nacht zu Ende ist, steht das Gebäude lichterloh in Flammen, und am nächsten Morgen wird an den meterhohen, steil abfallenden Klippen eine Leiche gefunden. Zwischen ihren Fingern klebt eine ölig schwarze Feder. Die Feder eines Rabenvogels. Etwas Dunkles hat sich geregt unter der Mittsommersonne …

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Wir sind an der Küste von Dorset, wo am Sonnwendwochenende "The Manor", ein neues Luxushotel eröffnet werden soll. Es wird eine Wellness-Oase für die Reichen und Schönen. Die Bewohner der anliegenden Dörfer sind alles andere als erfreut darüber. Der nahe Wald soll für luxuriöse "Holzhütten" noch weiter abgeholzt werden, auf dem eine sehr mystische Stimmung liegt. Den Kindern wird von klein auf von den schwarzen Rabenvögeln erzählt, die darin hausen. Die Geschichte soll sie vom betreten des Waldes abhalten. Doch auch die Erwachsenen meiden den Wald. Bei der Eröffnungsfeier wird ausgelassen gefeiert, während einige Dorfbewohner die Party immer wieder gezielt stören. Die Katastrophe tritt ein und das neue Hotel brennt bis auf die Grundmauern ab. Am nächsten Morgen wird  unterhalb der Klippen eine Tote mit einer schwarzen Feder in der Hand gefunden....

Wir erleben den Thriller aus der Sicht von fünf Protagonisten: Francesca, die sehr exzentrische Londoner Unternehmerin und nunmehrige Hotelbesitzerin und ihr Mann Owen, ein Stararchitekt; Partygast Bella, die ein Geheimnis verbirgt; der neunzehnjährige Kellner Eddie, der im Dorf wohnt und Detective Walker. Sie alle lassen uns teilhaben an ihren Erlebnissen während der Mittsommernacht. Zusätzlich gibt es noch Rückblenden in die Vergangenheit und Einblicke in ein Tagebuch aus dem Jahre 2010. Es erzählt über den Sommer von damals aus der Sicht eines Teenagers. Dabei spielen auch Francesca und ihre Brüder, sowie weitere Jugendliche aus dem Ort eine Rolle. 

Der Plot ist komplex und Lucy Foley hat die Handlung sehr geschickt aufgebaut. Erst nach und nach fügen sich die einzelnen Puzzleteile zusammen. Dabei kommt einiges ans Tageslicht, was wiederum ganz neuen Enthüllungen Raum gibt. Alle Figuren und Handlungsstränge hängen zusammen, aber man weiß lange Zeit nicht in welcher Form. Ein bisschen hat es mir trotzdem an Spannung gefehlt und es hat etwas gedauert, bis mich die Geschichte richtig gepackt hat.
Die einzelnen Charaktere sind vielschichtig. Niemand ist derjenige, der er zu sein scheint. Die oberflächlichen Reichen und Schönen, die sich als naturverbunden darstellen, habe ich genauso empfunden, wie sie beschrieben wurden. Die Atmosphäre war greifbar und das Setting perfekt gewählt. 

Für mich kam der Teil um die Mystik der Raben und die heidnischen Bräuche und Traditionen etwas zu kurz, auch wenn ich normaler Weise in Thrillern nichts "Übernatürliches" mag. Trotzdem wird das Thema immer wieder aufgegriffen und war mir am Ende dann fast zu wenig bearbeitet. Die Auflösung war jedoch gelungen.

Als Thriller würde ich "Mittsommer" allerdings nicht wirklich einordnen. Spannungsroman passt da etwas besser.

Cover:
von links nach rechts:
Das italienische Cover, das niederländische, das spanische, zwei englischsprachige und das serbische Cover

Fazit:
Ein sehr interessantes Thema, welches Lucy Foley hier gewählt hat. Atmosphärisch top, aber sehr komplex und dennoch mit einigen Längen. Manche Dinge wirken etwas konstruiert. Trotz allem hat mich "Mittsommer" gut unterhalten.


Die Insel - Ulf Kvensler

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Broschiert: 400 Seiten
    • Verlag:  Penguin Verlag, Deutsche Erstausgabe (11. Juni 2025)
    • Übersetzer: Sabine Thiele
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3328110887
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3328110880
    • Originaltitel: ‎ Brandmannen
    • Genre: Thriller


Penguin Kurzbeschreibung:
 Als Isak und Madde die Reise nach Gotland antreten, sind sie voller Zweifel. Wie wird nach Jahren des Schweigens das Wiedersehen mit Isaks Vater verlaufen? Der Vater, vor dessen Unberechenbarkeit Isak immer gewarnt wurde. Doch als das junge Paar auf der Insel ankommt, sind sie überwältigt von der Schönheit, die sie empfängt. Vor allem die makellose Eleganz des väterlichen Anwesens beeindruckt beide sehr – so sehr, dass sie alle Warnungen in den Wind schlagen. Schließlich erwartet sie ein unvergesslicher Sommer. Während die schwüle Luft über Gotland aufsteigt und am Strand Cocktails serviert werden, nehmen die Spannungen in der Gruppe zu. Isak und Madde streiten sich immer häufiger, und lange verschwiegene Geheimnisse der Familie werden ans Tageslicht gebracht. Trotzdem ahnt niemand, welche unheilvollen Folgen die Vergangenheit auf die Zukunft aller Beteiligter wirklich haben wird …

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur "Music meets book" Challenge

Meine Meinung:
"Die Insel" ist mein zweiter Thriller von Ulf Kvensler. Sein Vorgänger "Der Ausflug" war spannend, aber das offene Ende hat mich ziemlich enttäuscht zurückgelassen. Doch dann gab es bei Lovelybooks eine Verlosung und ich hatte ausnahmsweise einmal bei einem Thriller Glück. "Die Insel" hat nun meine Erwartungen erfüllt. Ich habe das Buch innerhalb von zwei Tagen ausgelesen!

Isak hat als Kleinkind seine Mutter und seine kleine Schwester bei einem Hausbrand verloren. Der Vater hat ihn daraufhin beim Großvater zurückgelassen, bei dem er aufgewachsen ist. Mittlerweile ist Isak Pfleger und lebt mit seiner Freundin  Madde in einer kleinen Wohnung in der Stadt. Als sich plötzlich nach zwanzig Jahren Funkstille sein Vater Fredrik meldet und ihn zu sich nach Gotland einlädt, fällt Isak aus allen Wolken. In der Zwischenzeit ist Fredrik ein berühmter Künstler geworden, dessen Bilder hohe Summen erzielen. Nachdem sein Vater erfahren hat, dass er an einem Gehirntumor leidet und bald sterben wird, möchte er Isak und Madde in seinem Haus auf die Insel Fårö bei Gotland einladen. Die Zweifel nagen an Isak, aber schlussendlich machen sich beide gegen den Rat des Großvaters auf nach Gotland, um noch eine gewisse Zeit zusammen zu verbringen. Doch ist das der einzige Grund, warum Fredrik Isak und Madde zu sich holen will? Und warum hat er sich zwanzig Jahre nicht gemeldet?

Die ersten Tage ist Isak überwältigt von Reichtum und dem Umfeld seines Vaters. Doch immer mehr hat man beim Lesen das Gefühl, dass er sein Leben immer weniger im Griff hat. Der gutmütige junge Mann lässt sich zu untypischen und gefährlichen Handlungen hinreißen und vom Vater manipulieren. Immer wieder quälen ihm Alpträume, die schrecklich real wirken. Alkohol und andere Rauschmittel werden vielfach konsumiert und geben weitere Rätsel betreffend Wahrheiten oder Fiktion auf.
Einige Kapitel, die immer wieder eingeblendet werden, machen die Geschichte noch rätselhafter, denn Isak sitzt in einer Haftanstalt ein. Erst zum Ende wird klar, welches Verbrechen er begangen hat. In Rückblenden erfährt man zusätzlich noch mehr aus seiner der Kindheit. Dieser Perspektivwechsel bringt zusätzliche Spannung in den gut konstruierten und fesselnden Plot. Der Schreibstil ist sehr dialoglastig und äußerst atmosphärisch. Wie bereits in "Der Ausflug" gelingt es dem Autor die Natur sehr bildhaft einzufangen. Auch die elitäre Kunstszene, in der sich Fredrik bewegt, wird ungeschönt dargestellt.

Die Figuren sind sehr vielschichtig gezeichnet. Isak war mir zu Beginn sehr sympathisch. Im Laufe der Geschichte verändert er sich jedoch und zeigt Verhaltensweisen, die ihn mir immer unsympathischer werden ließen. Sein Vater war hingegen von Beginn an ein Kotzbrocken! Ein Manipulator seinesgleichen! Menschliche Abgründe tun sich immer mehr auf, umso länger man liest! Gruselig und etwas unklar ist die Rolle von Barbro, die in Fredriks Haus wohnt.
Trotzdem fragt man sich immer wieder, was hier eigentlich dahinterstecken mag. Die dichte psychologische Spannung hält sich bis zum Ende aufrecht. 
Die teilweise düstere Stimmung und zahlreiche Wendungen lassen einem misstrauisch werden und man weiß bald nicht mehr, wem man trauen kann und wer die Wahrheit spricht. Szenarien wie diese, mag ich sehr.

Ab einem gewissen Zeitpunkt war ein Teil der Handlung vorhersehbar, was den Überraschungseffekt etwas gelindert hat. Der Spannungsbogen blieb aber trotzdem hoch und es gab noch einige Wendungen, mit denen ich nicht gerechnet hatte.

Cover:
von links nach rechts:
das dänische, das englische, französische und schwedische Originalcover 

Fazit:
Ein psychologischer Thriller, der nicht nur die Figuren in der Geschichte, sondern auch die Leser manipuliert. Spannung vom Feinsten und vielschichtige Charaktere erzeugen einen fesselnden Thriller, den ich gerne weiter empfehle!


Vielen Dank an den Penguin Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

LITTLE GERMANY - Der Duft der neuen Welt - Maria Nikolai

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 656 Seiten
    • Verlag: ‎ Penguin Verlag; Originalausgabe Edition (1. Mai 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 332811176X
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3328111764
    • Genre: Historischer Roman
    • Reihe: ja - Band 1 der Bäckerinnen von Manhattan



Penguin Kurzbeschreibung:
Stuttgart/Hannover, 1901: Entgegen aller Vernunft hat sich das Dienstmädchen Lissi auf eine unerlaubte Liaison eingelassen. Doch ihre Hoffnung auf eine Heirat zerschlägt sich jäh. Schwanger und allein beschließt sie, der Heimat den Rücken zu kehren. Julia von Varrell dagegen wurde mit falschen Versprechungen in eine arrangierte Ehe gelockt. Unabhängig voneinander wagen sie den Ausbruch und fliehen in die Neue Welt. An Bord des Schnelldampfers nach New York entwickelt sich eine innige Freundschaft – die beiden Frauen wollen den abenteuerlichen Neuanfang gemeinsam wagen. Eine Bäckerei im deutschen Viertel Little Germany bietet ihnen eine Anstellung und ein Dach über dem Kopf. Bald ist sie bis in die besten Kreise bekannt für ihre duftenden Zuckerbrezeln. Doch am Horizont braut sich eine Katastrophe zusammen, die nicht nur Julias und Lissis neues Leben in seinen Grundfesten erschüttern wird ...

Meine Bewertung: * * * * *

♥♥♥ Lieblingsbuch-Status ♥♥♥

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Maria Nikolais neue Dilogie startet mit Band 1 "Der Duft der Neuen Welt" und hat mich von der ersten Seite an begeistert.
Die Autorin hat einen wunderbaren Schreibstil, der mich schon bei ihrer Schokoladenvilla total eingenommen hat.

In "Little Germany" lernen wir zwei junge Frauen aus unterschiedlichen Schichten kennen, die den Sprung über den Atlantik wagen.
Lissi arbeitet als Dienstmädchen in der herrschaftlichen Villa Wagner in Stuttgart und ist vom Sohn des Hauses schwanger. Sie hofft auf eine Heirat, doch stattdessen wird sie auf die Straße gesetzt.
Julia kommt aus gutem Haus und wird mit falschen Voraussetzungen in eine arrangierte Ehe gelockt. Ihre Liebe gehört den Pferden und ganz besonders ihrem Hengst Achill. Eigentlich sollte sie ihrem Mann Frederick bei der Gestütsleitung helfen, doch ihre herrische Schwiegermutter will sie als vorzeigbare Ehefrau ihres Mannes präsentieren. Als Frederick Achill verkauft, bricht für Julia die Welt zusammen. Sie verlässt heimlich das Rittergut Eckerde ihres Mannes und schifft sich in Bremerhaven auf der "Kaiser Wilhelm der Große" ein. Auch Lissi hat eine Fahrkarte im Mitteldeck ergattern können und so treffen die beiden Frauen aufeinander und freunden sich an. Die Überfahrt ist abenteuerlich. Kaum in New York angekommen möchte Lissi ins "Deutschländle", der Ecke von NY, wo sich deutsche Auswanderer angesiedelt haben. Dort möchte vor allem Lissi wenn möglich in einer Bäckerei arbeiten, denn sie liebt das Backen: Sie hat das Rezeptbuch ihrer Großmutter mit auf die Reise genommen, wo sich auch das Geheimrezept ihrer Brezeln befindet...

Maria Nikolai hat nicht nur die Reise über den Ozean und die Ankunft auf Ellis Island bildhaft und lebendig beschrieben, sondern auch die weiteren gemeinsamen Jahre von Lissi und Julia, die sich ein neues Standbein schaffen. Ich habe die beiden Frauen sehr gerne begleitet und habe mich auch an meinem Besuch im Auswanderermuseum in Hamburg 2018 erinnert. Lissi und Julia sind zwar von Bremerhaven aus gestartet, aber die Museen werden sich sicher etwas ähneln.

Wir erfahren über das Leben in "Little Germany", den Bekanntschaften, die die beiden Frauen machen, von diversen Schwierigkeiten, die sich ihnen in den Weg stellen, aber auch von neuen Hoffnungen. Alles wird so wunderbar lebendig beschrieben, dass man nicht nur mit den beiden Figuren mit fiebert, sondern sich mitten drinnen in "Little Germany"  fühlt.
Die unbeschreibliche Atmosphäre in New York zur Jahrhundertwende, all die neuen Möglichkeiten, aber auch Armut und Bandenkriege, lassen uns in diese Zeit "hineinschnuppern".
Die Charaktere sind facettenreich und obwohl man manchen von ihnen nicht trauen kann, schließt man sie trotzdem ins Herz. Neben vielen fiktiven Figuren lernen wir auch historische kennen. Die fundierte Recherche der Autorin muss man ebenfalls einfach hervorheben. Ich habe über Instagram auch ihren Besuch im ehemaligen deutschen Stadtviertel "Little Germany" in New York mit Interesse mitverfolgt.

Die Geschichte ist in vier Teile geteilt und das Ende dramatisch. Teil 1 schließt mit einem Cliffhanger, der mich bestürzt zurücklässt und das Warten auf Band 2 noch länger erscheinen lässt.

Im Anhang befindet sich noch ein Personenverzeichnis historischer und fiktiver Figuren, historische Romanhintergründe, wie zur Auswanderung, dem Fahrrad fahren, über Little Germany und anderen Vierteln in New York, sowie ein Glossar und Rezepte.

Fazit:
Ein großartiger erster Band, der uns zur Jahrhundertwende nach "Little Germany" in New York führt und die Geschichte von Lissi und Julia erzählt, die als Auswanderer ein neues Leben beginnen. Spannend und atmosphärisch, hervorragend recherchiert und fesselnd. Gerne gebe ich eine Leseempfehlung und warte schon sehnsüchtig auf den Folgeband!


Vielen Dank an Lovelybooks und an den Penguin Verlag für das Rezensionsexemplar!


Dorn: Zimmer 103 - Jan Beck

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Broschiert: 384 Seiten
    • Verlag: Penguin Verlag; Originalausgabe Edition (29. Januar 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3328112278
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3328112273
    • Genre: Thriller
    • Reihe: ja - Band 1 um Simon Dorn und Lea Wagner


Penguin Kurzbeschreibung:
Kriminalpsychologe Simon Dorn beendet nach zahlreichen persönlichen Schicksalsschlägen seinen Polizeidienst und zieht sich in das leerstehende Hotel Dornwald in Bad Gastein zurück. Dort setzt er heimlich seine Arbeit fort. Zimmer für Zimmer verwandelt er das Dornwald in einen Schaukasten ungelöster Mordfälle. Einzige Verbindung zur Außenwelt: Karla Hofbauer vom Cold Case Management am Bundeskriminalamt Wien. Als Hofbauer in Hamburg ermordet wird, deutet alles auf einen Serientäter hin. Die junge Kriminalpolizistin Lea Wagner folgt Hofbauers Spuren nach Bad Gastein und kommt als ungebetener Gast. Doch bald schon ermitteln Dorn und Wagner gemeinsam und jagen einen Mörder, der keine Grenzen kennt.

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Nachdem ich den letzten Band um Björk und Brand eher enttäuscht hat, war ich schon auf die neue Thrillerreihe von Jan Beck alias Joe Fischler gespannt. Leider war auch "Dorn: Zimmer 103" etwas ernüchternd, auch wenn es gleich rasant und mit einem richtigen Knall losging. Doch danach ließ die Spannung ziemlich nach...

Karla Hofbauer vom Cold Case Management des BK in Wien wird auf den Spuren eines Serienmörders, von diesem in Hamburg, kaltblütig ermordet. Das ist kein Spoiler, sondern passiert bereits auf den ersten Seiten, die ich auch als Leseprobe gelesen habe.
Weil Karla aber nicht beauftragt wurde, sondern privat unterwegs war, verbindet weder die Hamburger, noch die Wiener Polizei einen Zusammenhang zum "Kronenmörder", den Karla im Visier hatte - und wohl auch gefunden hat. Nur dass sie mit dem Leben dafür bezahlen musste. Einzig Kriminalpolizistin Lea Wagner, die schockiert über den Mord an der Kollegin ist und von ihrem Chef wegen einem dummen Vorfall suspendiert wurde, begibt sich auf die Spur von Karla. Sie stößt dabei auf Hinweise in Karlas Wohnung, die sie nach Bad Gastein führen. Karla scheint in Verbindung mit Simon Dorn, einem ehemaligen Kriminal-Psychologen, gewesen zu sein. 
Dieser hat nach schweren persönlichen Verlusten den Polizeidienst quittiert. Er lebt völlig zurückgezogen im ehemaligen Hotel Dornwald, welches seine Eltern betrieben haben. Für den Bürgermeister von Bad Gastein ist das Dornwald ein Schandfleck. Er versucht auf perfide Weise Simon Dorn zu vertreiben, um das Hotel abzureißen. Doch dieser hat seine ungelösten Fälle mitgenommen und versucht diese der Reihe nach zu lösen.
Lena macht sich auf den Weg nach Bad Gastein, aber die Kontaktaufnahme scheitert. Die Tür ins Hotel und zu Simon Dorn öffnet ihr völlig überraschend Lenas tierische Begleitung. Buddy, der weiße Schäferhund, der sie seit einigen Tagen begleitet und nicht "abwimmeln" lässt, öffnet ihr die Hoteltüren. Aber auch Lenas unkonventionelle Art überzeugen Dorn schlussendlich und die Beiden machen sich auf die Suche nach dem Serientäter und Karlas Mörder.

Mit "Zimmer 103" betreten wir als Leser den ersten Raum voller ungeklärter Mordfälle im Hotel Dornbach. Noch bin ich nicht ganz warm geworden mit dem neuen Ermittlerpärchen, obwohl ich vor allem Lena bald ins Herz geschlossen habe. 
Die Erzählweise von Jan Beck konnte mich hingegen dieses Mal nicht so richtig packen, auch wenn der Thriller spannend geschrieben wurde und mit gut angelegten Cliffhangern punkten kann. Einige Fakten fand ich etwas weit hergeholt und das Ende hat mich ebenfalls nicht richtig überzeugt.

Das Setting mit Location in Bad Gastein mochte ich hingegen sehr und auch das leerstehende Hotel empfand ich als tollen Schauplatz. Die Beschreibung des Dornwalds war sehr bildhaft und anschaulich. Die beiden Ermittler sind keine 08/15 Figuren und machen neugierig, jedoch gab es in diesem ersten Band noch zu wenig Raum für ihre Entwicklung, was sich hoffentlich in den nächsten Bänden ändern wird.
Das österreichische Lokalkolorit macht ebenfalls Spaß und doch ist "Dorn - Zimmer 103" ein Thriller jener Art, wie wir sie zuhauf vorgesetzt bekommen und der nicht aus dem Genre heraussticht, auch wenn der Autor immer sehr außergewöhnliche Themen aufgreift.

Fazit:
Der Serienauftakt der neuen Reihe hat mich nicht restlos überzeugt. Die Idee mit den Zimmern und den Cold Case Fällen hat aber großes Potential und ich hoffe, dass die Reihe noch besser wird.



 

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