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Raub in der Wiener Werkstätte - Beate Maly

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 256 Seiten
    • Verlag: ‎ Emons Verlag, 1. Auflage  (28. Mai 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3740826282
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3740826284
    • Genre: Historischer Kriminalroman
    • Reihe: ja - Band 3 der Wiener Werkstätte



Emons Kurzbeschreibung:
Wien, 1907: Eine Serie dreister Juwelendiebstähle beunruhigt die Villenviertel der Stadt. Als einer der Einbrüche tödlich endet, wird Oberkommissar Max von Krause mit dem Fall betraut. Seine Nachforschungen führen ihn in die Wiener Werkstätte, wo er Lili Feigl wieder trifft. Gemeinsam nehmen sie die Ermittlungen auf und geraten in ein Geflecht aus Lügen, Erpressung und gesellschaftlichen Zwängen. Bald wird klar: Es geht nicht nur um Diamanten – sondern um Macht.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Wien, 1907. Seit einiger Zeit kommt es in den Villenviertel der Stadt zu Einbrüchen. Als es jedoch eine Tote gibt, deren auffälliger Schmuck entwendet wurde, scheinen die Täter sich nicht mehr nur mit Einbrüchen zu begnügen. Die Angst geht um und Max von Krause hat nun als Oberkommissar alle Hände voll zu tun. Weil das verschwundene Collier in seiner ursprünglichen Form kaum zu verkaufen ist, führen Max’ Ermittlungen wieder zu Lili Feigl. In ihrem Atelier der Wiener Werkstätte ließe sich das Schmuckstück umarbeiten oder seiner Steine berauben. Nicht nur Max von Krause hat diese Idee, sondern auch der Reporter Herbert Rossberg möchte von Lili erfahren, ob jemand aus der Wiener Werkstätte daran verdienen könnte. Doch Lili hat diesmal ganz andere Sorgen....

In diesem dritten Teil der Reihe um Oberkommissar Max von Krause und Lili Feigl tritt die Wiener Werkstätte im Laufe der Geschichte etwas in den Hintergrund.
Lili hat diesmal ziemliche Probleme mit ihrem Vater, aber vor allem mit Oskar, ihrem ehemaligen Verlobten, der aus dem Gefängnis entlassen wurde. Er taucht bei Lili auf und stellt Ansprüche, droht Vater und Tochter und schlägt auch gerne mal zu. Lili lebt in großer Angst und muss sich einen anderen Schlafplatz suchen. Ich habe mit ihr mitgelitten und hatte vor jedem Kapitel, wo es um Oskar ging, leichte Angst um die sympathische Putzfrau aus der Wiener Werkstätte. 

Max von Krause ist endlich zum Oberkommissar aufgestiegen und mit Carel Novak, seinem Polizeidiener, hat er einen intelligenten und fleißigen Mitarbeiter auf den er sich verlassen kann - wenn seine Mutter nicht dazwischenfunkt. Diese versucht auch im dritten Teil ihren Sohn mit einer reichen Tochter aus Adelsgeschlecht zu verkuppeln und schreckt dabei nicht einmal vor einem Besuch im Polizeipräsidium zurück.

Die Geschichte wird wieder äußerst lebendig und bildhaft erzählt. Die (meisten) Figuren sind liebenswert und originell. Durch den Wiener Dialekt der damaligen Zeit wird das Lokalkolorit besonders authentisch vermittelt. 

Beate Maly hat die Unterschiede zwischen Arm und Reich zu dieser Zeit wieder grandios beschrieben. Die Arbeits- und Lebensbedingungen sind teilweise unzumutbar. Das Donauhochwasser aus dem Jahr 1907 wurde ebenfalls in den historischen Roman integriert. Die Auswirkungen des Hochwassers beschleunigten den schon länger geplanten Bau von Entlastungskanälen. Doch viele sehr ärmliche Familien, die entlang des Donaukanals lebten, hatten kaum ein Dach über dem Kopf und durch das dem Hochwasser noch stärker von Armut betroffen.

Das Ende kam diesmal etwas zu abrupt. Ich musste nochmals zurückblättern, denn ich konnte gar nicht fassen, dass die Geschichte plötzlich zu Ende war. Das hat mich doch etwas irritiert.
Obwohl die Handlung um Lili und Oskar sehr spannend war, war dieser dritte Band der Reihe etwas schwächer als die beiden Vorgänger (allerdings ist das Meckern auf hohem Niveau!)

Fazit:
Der kurzweilige dritte Band der historischen Krimireihe um die Wiener Werkstätte hat mir wieder sehr gut gefallen. Ich mag die einzelnen Charaktere und das Wiener Flair ganz besonders! Hoffentlich gibt es bald den vierten Band der Reihe!


Vielen Dank an den Emons Verlag für das Rezensionsexemplar!


Die Reihe um Max von Krause und Lili Feigl:
  1. Mord in der Wiener Werkstätte  *Rezi*
  2. Gold aus der Wiener Werkstätte  *Rezi*
  3. Raub in der Weiner Werkstätte

Solothurn ruft nach Vergeltung - Christof Gasser

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 352 Seiten
    • Verlag ‎ Emons Verlag, Erscheinungstermin: 27. Januar 2026
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3740825332
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3740825331
    • Genre: Krimi, Regionalkrimi
    • Reihe: ja - Band 7 der Solothurner Kantonspolizei


Emons Kurzbeschreibung:
Tod an den Solothurner Filmtagen Ein packender Kriminalroman über Ehre, Schuld und Tod. Filmemacher Tom Kurti soll auf den Solothurner Filmtagen für seine umstrittene Dokumentation über Frauenhass und Femizid ausgezeichnet werden. Doch kurz vor der Preisverleihung wird er brutal ermordet. Kurti hatte viele Feinde, im Darknet lief ein Mordauftrag gegen ihn. Aber Chefermittler Dominik Dornach muss schnell feststellen, dass die Hintergründe der Tat tiefer reichen. Schmerzhafte Erinnerungen an einen alten Fall kommen auf, der Dornach und seine Familie noch heute in Gefahr bringen könnte.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Ich empfehle die Vorgängerbände zum besseren Verständnis zu lesen

Meine Meinung:
Dies ist bereits der siebente Teil der Reihe um Chefermittler Dominik Dornach, die in Solothurn und Umgebung spielt. Die Krimis von Christof Gasser sind extrem spannend und lesen sich oftmals wie ein Thriller.

Bei den Solothurner Filmtagen wird der Filmemacher Toni Kurtis tot aufgefunden. Ausgerechnet Pia, Dominik Dornachs Tochter, hat gemeinsam mit Kurtis Assistentin Ella den Regisseur im Hotelzimmer gefunden. Seine umstrittene Dokumentation "Seelenrisse" über Zwangsehen, Frauenhandel und Femizide sollte bei der Veranstaltung mit dem "Prix de Soleure" ausgezeichnet werden. Kurtis wurde in Albanien geboren und wurde des Landes verwiesen, als er einigen einflussreichen Personen zu sehr auf die Füße trat. Seither lebt er in der Schweiz.
Die Befragung des Filmteams ist schwierig und bald ist klar, dass der Ermordete viele Feinde hatte. Dominik und sein Team beginnen zu ermitteln. Dabei erkennt er bald, dass die Lösung in der Vergangenheit zu suchen ist - und zwar auch in seiner eigenen als Ermittler. Doch nicht nur der damals schlecht aufgeklärte Fall macht Dornach Probleme, sondern auch gesundheitlich scheint er nicht ganz auf der Höhe zu sein...

Der Inhalt des bereits siebenten Solothurner Krimis von Christof Gasser passt perfekt zum heutigen Frauentag. Die Krimis des Autoren lassen sich mit keinen anderen vergleichen, sind sie doch immer brandaktuell und politisch brisant. Diesmal haben wir es mit dem Thema Frauenmorde zu tun.
Schlagzeilen betreffend Femizide und Ehrenmorde werden zunehmend mehr und verursachen mir Gänsehaut. Misogyne Männer sind in allen Schichten und Religionen zu finden. 
 
Der Spannungsbogen ist von Beginn an hoch, die Handlung komplex und temporeich. Diese Eigenschaften schätze ich sehr an den Krimis des Autors. Gasser lässt uns diesmal nicht nur in der Schweiz, sondern auch im Kosovo ermitteln. Internationale Verflechtungen und zahlreiche Wendungen geben dem brisanten Thema zusätzliche Dramatik.
Private Einblicke dürfen ebenfalls nicht fehlen, wobei aber die Ermittlungen immer im Vordergrund stehen. Spritzige Dialoge lockern die Krimihandlung auf.
 
Die im letzten Band neu eingesetzte Staatsanwältin wird krankheitsbedingt durch eine uns bekannte Figur ersetzt: Angela Casagrande
Gassers Frauenfiguren sind sehr stark und unabhängig. Casagrande und Jana Cranach von Europol sind bezeichnend dafür.
Pia empfand ich in diesem Band etwas zu unüberlegt und impulsiv, auch wenn dies zu ihren Charaktereigenschaften gehört. Als angehende Polizeischülerin hat sie zwar Dominiks Gespür geerbt und auch schon viel gelernt, aber ihre Alleingänge lassen mich immer wieder den Kopf schütteln.
Das Ende birgt eine Überraschung, ist aber nachvollziehbar. Einen kleinen Cliffhanger gibt es zusätzlich.

Das Cover zeigt diesmal den Gerechtigkeitsbrunnen in Solothurn und passt perfekt zur Handlung. Ist Recht immer Gerechtigkeit?
Am Ende findet sich wieder ein Glossar mit Schweizer Begriffen, die ich als Österreicherin allerdings nicht wirklich benötige.

Fazit:
Ein hochbrisanter Krimi mit einer spannenden und raffiniert konstruierten Story. Christof Gassers Themen sind wie immer brisant und hochaktuell.


Vielen Dank an das Buchbüro und das Rezensionsexemplar!

Die Reihe um die Solothurner Kantonspolizei:
  1. Solothurn trägt schwarz 
  2. Solothurn streut Asche  *Rezi*
  3. Solothurn spielt mit dem Feuer   *Rezi*
  4. Solothurn tanzt mit dem Teufel  *Rezi*
  5. Solothurn blickt in den Abgrund  *Rezi*
  6. Solothurn hüllt sich in Schweigen  *Rezi*
  7. Solothurn ruft nach Vergeltung

Mord im Planetarium - Beate Maly

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 256 Seiten
    • Verlag: ‎ Emons Verlag, Erscheinungstermin: ‎ 11. November 2025
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3740826029
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3740826024
    • Genre: Historischer Krimi
    • Reihe: ja - Band 10 um Ernestine Kirsch und Anton Böck



Emons Kurzbeschreibung:
Wien, 1927: Das erste Planetarium Österreichs wird eröffnet, die Besucher kommen in Scharen. Auch Anton und Ernestine wollen sich das Spektakel auf keinen Fall entgehen lassen. Doch als nach der Vorführung das Licht wieder angeht, ist einer der Besucher tot. Schnell wird klar, dass er nicht auf natürliche Weise starb. Anton und Ernestine wittern das Motiv hinter der schillernden Fassade einer angesehenen Familie und machen sich an die Ermittlungen... Mit feinem Humor, historischem Flair und einem Hauch Nostalgie entführt Beate Maly in »Mord im Planetarium« in das Wien der Goldenen Zwanziger – ein raffiniert konstruierter Wohlfühlkrimi voller Atmosphäre, Spannung und Wiener Esprit. Tauchen Sie ein in die Glanzzeit Wiens und rätseln Sie mit!

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur "Music meets book Challenge"

Meine Meinung:
Kaum habe ich den schmalen Adventroman von Beate Maly gelesen, bei dem sich Ernestine und Anton zu einer Kunstauktion ins Semmeringgebiet begeben, bin ich wieder mit den beiden in Wien gelandet. Und diesmal gibt es auch wieder Mordermittlungen...

1927 wird am Messegelände das erste Planetarium in Wien eröffnet. Ernestine hat Karten für die Eröffnungsfeier, die nur für geladene Gäste bestimmt ist. Natürlich sollen auch Anton, Heide und Erich, sowie Rosa und Fritzi mitkommen. Während sich Anton und die Kinder lieber ein Eis holen, als sich die Sondervorstellung anzusehen, bleibt Ernestine mit Heide und Erich im Saal. Als das Licht nach der Vorführung angeht, gibt es einen Toten: Konrad Faber. Noch vor der Vorführung kam es zu einem Streit und einer Rangelei zwischen den Faber-Brüdern, die sich nicht ausstehen können. Konrad, der angesehene Arzt, und  Matthias, der Inhaber der familieneigenen Stofffabrik, sind sich spinnefeind. Aber nicht nur die Zwillingsbrüder hassen sich - die ganze Familie Faber ist eine einzige Schlangengrube.
Sie sind außerdem für Erich, der direkt zu ermitteln beginnt, alles andere als kooperativ. Als es zu einem weiteren Todesfall in der Familie kommt, hat er alle Hände voll zu tun, den Fall aufzulösen.

Während Erich ermittelt, kommt es in Wien zu schweren Unruhen. Nach dem "Schattendorf-Prozess", bei dem die Schützen, die bei einer Versammlung ein kleines Kind und einen alten Mann erschossen haben, freigesprochen wurden, sind die Menschen erzürnt. Es kommt zu gewalttätigen Ausschreitungen, die mit dem Brand des Justizpalastes und vielen Toten und Verletzten endet. Als Ernestine erfährt, dass Anton unterwegs ist, um Rosa und Fritzi zu suchen, die auf den Weg zum Schwedenplatz sind, um ein Eis zu essen, wird sie nervös. Schweben ihre Lieben in Gefahr?

Mit der Julirevolte und den Aufständen im Juli 1927 erschafft Beate Maly diesmal eine etwas ernstere Stimmung. Der Antisemitismus ist immer mehr zu spüren und als Leser fragt man sich, wie es wohl mit der Familie weitergehen wird.
Trotzdem verliert auch der zehnte Band nicht an Leichtigkeit und mit der jungen Apothekergehilfin Ilse und dem kleinen Julian kommen zwei neue Figuren hinzu. Der Wiener Schmäh und die lebendigen Figuren schaffen auch diesmal wieder eine sehr ganz besondere Atmosphäre, die ich bei dieser Reihe sehr mag. Die historischen Ereignisse, die Beate Maly mit einbezogen hat, sind hervorragend recherchiert und lässt uns diese Zeit lebendig werden.

Fazit:
Ein spannender zehnter Fall, der viel Historisches im Kriminalfall beinhaltet und spannend erzählt ist. Wieder ein sehr atmosphärischer Wiener Cosy-Crime, den ich sehr gerne gelesen habe und der diesmal auch viele ernstere Seiten anschlägt.


Vielen Dank an den Emons Verlag für das Rezensionsexemplar!


Die Reihe rund um Ernestine Kirsch und Anton Böck:
  1. Tod am Semmering *gelesen vor meiner Bloggerzeit*
  2. Tod an der Wien   *Rezi*
  3. Mord auf der Donau
  4. Tod in Baden  *Rezi*
  5. Mord im Auwald  *Rezi folgt*
  6. Mord auf dem Eis  *Rezi*
  7. Mord auf der Trabrennbahn  *Rezi*
  8. Mord im Filmstudio  *Rezi*
  9. Mord im Böhmischen Wald *Rezi*
  10. Mord im Planetarium

Advent im Grandhotel - Beate Maly

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
    • Verlag: ‎ Emons Verlag, 1. Auflage (25. September 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3740826010
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3740826017
    • Genre: Historischer Weihnachtskrimi, Weihnachtsroman
    • Reihe: jein - eine kleine Weihnachtsgeschichte aus dem Ernestine Kirsch und Anton Böck Universum


Emons Kurzbeschreibung:
Advent 1926: Ernestine wird zu einer Ausstellung am Semmering eingeladen. Da sie und Anton dort ihr erstes gemeinsames Abenteuer erlebt haben, beschließen sie, einige Tage im Südbahnhotel zu verbringen. Höhepunkt des Wochenendes ist eine Versteigerung von Kunstgegenständen – doch das wertvollste Bild fehlt. Im weihnachtlichen Trubel findet Ernestine heraus, dass es mehrere Gäste in Geldnöten gibt, die ein teures Bild gut gebrauchen könnten. Oder steckt etwas ganz anderes hinter dem spektakulären Raub?

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Letztes Jahr hat Beate Maly mit "Mord im Stadtpalais" einen alleinstehenden Adventkrimi geschrieben, der mir außerordentlich gut gefallen hat. Dieses Jahr wurde sie wieder vom Emons Verlag gebeten eine Vorweihnachtsgeschichte zu schreiben. "Advent im Grandhotel" ist diesmal jedoch kein Krimi, sondern einfach eine Adventgeschichte.
In diesem kleinen Büchlein mit 192 Seiten begegnen wir wieder Ernestine und Anton aus der gleichnamigen Reihe von Beate Maly. Für mich fügt sich diese Geschichte chronologisch zwischen "Mord im Böhmischen Prater" und "Mord im Planetarium" (schon gelesen, Rezi folgt!) ein.

Diese Adventgeschichte kann man aber auch gerne alleinstehend lesen, ohne die historischen Krimis zu kennen. Sie passt perfekt in die Vorweihnachtszeit, denn sie vermittelt ein wohliges Gefühl und lässt sich schnell lesen. 

Advent 1926. Ernestine hat für ihre uneigennützige Arbeit in der Bibliothek eine Einladung zu Kunstauktion am Semmering geschenkt bekommen. Gemeinsam mit Anton, seiner Enkelin Rosa und ihren Freund Fritzi reisen die Vier wieder südlich von Wien ins winterliche Semmeringgebiet, wo sich vor allem die Kinder Spaß im Schnee erhoffen. Neben dem stimmungsvollen Adventmarkt gibt es im Südbahnhotel eine Kunstauktion, die Ernestine und Anton besuchen werden.
Man lernt einige Gäste des Hotels kennen, sowie Mitarbeiter und Künstler, dessen Werke vorgestellt und anschließend in einer Auktion verkauft werden sollen. Während Anton die süßen Leckereien aus der Hotelküche genießt und die Kinder sich beim Schlitten fahren austoben, freut sich Ernestine auf die Kunstauktion. Doch kurze Zeit später sind zwei der Kunstwerke, auf die geboten werden soll, verschwunden. Natürlich weckt dies sofort Ernestines Neugier....
Obwohl der Roman nur knapp 192 Seiten hat, findet man genug Inhalt und unterhaltsame Nebenstränge, die ebenfalls Spannung aufkommen lassen.

Auch wenn hier ein Kunstraub in die Geschichte eingeflochten wurde, handelt es sich nicht um einen Krimi, sondern um eine sehr atmosphärische Weihnachtsgeschichte während der Adventzeit (wir Österreicher sagen Adventzeit OHNE "s"!)
Beate Maly kann es trotzdem kaum lassen ihre Ernestine "schnüffeln" zu lassen. Für mich ist sie die Wiener "Miss Marple".
Die Auflösung kommt auf diesen wenigen Seiten relativ spät und fast ein bisschen "überhastet". Trotzdem habe ich mich wieder sehr gut unterhalten, denn Beate Maly erzählt gewohnt kurzweilig und historisch korrekt. 

Fazit:
Wieder eine echte Wohlfühllektüre für die Vorweihnachtszeit, bei der ich ein paar Seiten mehr noch lieber gehabt hätte. "Advent im Grandhotel" kommt nicht ganz an ihren Vorjahres-Adventkrimi heran, aber vermittelt dieses ganz bestimmte wohlige Gefühl der Vorweihnachtszeit wieder perfekt.  Ein perfektes Geschenk für den Nikolaus oder auch noch zu Weihnachten! (auch wenn als Hardcover mit nur 192 Seiten etwas teuer ist)


Wienerberg - Mina Albich

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 320 Seiten
    • Verlag: ‎ Emons Verlag, 1.Auflage (16. Oktober 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3740825065
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3740825065
    • Genre: Krimi, Regionalkrimi
    • Reihe: ja - Band 4 um Inspektor Felix Grohsmann



Emons Kurzbeschreibung:
Wien, Nähe Spinnerin am Kreuz: Ein Mädchen entdeckt beim Spielen im Wasserpark Favoriten einen menschlichen Knochen. Inspektor Grohsman kennt die finstere Historie dieser Umgebung, einst befand sich in der Nähe die Hinrichtungsstätte Wiens. Doch das Skelett, das schließlich geborgen wird, ist eindeutig jüngeren Datums. Der Fall führt Grohsman, seiner Kollegin Joe Kettler und Kriminalpsychologin Nicky Witt vor Augen, wie sich die düstere Vergangenheit wiederholt – oder doch nicht?

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
"Wienerberg" ist der vierte Fall von Felix Grohsmann und Joe Kettler, sowie der forensischen Psychologin Nicky Witt.
Mina Albich entführt uns in ihrem vierten Wien-Krimi zur ehemaligen Richtstätte am Wienerberg. Dort wurde im frühen 19. Jahrhundert Therese Kandl als erste Frau gehängt. Heute ist an der alten Richtstätte ein Wasserturm mit einem Wasserspielplatz und die "Spinnerin am Kreuz", die gotische Bildsäule auf dem Cover.

Als die achtjährige Mara ihren Käfer beim Spielplatz begraben will, findet sie einen Knochen, der sich kurze Zeit später als Oberschenkelknochen eines Menschen entpuppt. Dieser verstarb vor ungefähr dreißig Jahren. Deshalb suchen Grohsmann und Kettler nach Vermisstenfällen aus dieser Zeit. Bald entwickelt sich dieser Cold Case aber als sehr komplexer Fall. Zusätzlich deutet viel darauf hin, dass damals schlampig gearbeitet wurde, um einigen höheren "Persönlichkeiten" nicht auf die Zehen zu steigen. Als es jedoch zu einem Mordanschlag kommt, der anscheinend mit dem Cold Case von damals zusammenhängt, wird die Ermittlergruppe nervös.
Psychologin Nicky Witt nimmt sich Mara an, die seit dem Knochenfund belästigt wird. Nächtens kommt es immer wieder zu "Geistererscheinungen" vor ihrem Fenster, was Mara sehr verängstigt. Das Mädchen, welches als leicht autistisch gilt, ist blitzgescheit. Ihre alleinerziehende Mutter kommt allerdings nicht wirklich mit ihr zurecht und tut diese Erscheinungen als Hirngespinste ab.

Die Figuren sind wieder lebendig und facettenreich und bis hin zu den Nebenfiguren sehr authentisch dargestellt. Mir waren es diesmal aber fast zu viele Charaktere. Behilflich war dabei das Personenregister am Anfang des Buches.
Der Schreibstil von Mina Albich lässt sich sehr gut lesen und vor allem das Lokalkolorit ist wieder absolut gelungen. Immer wieder "spukt" auch Theresa Kandl im Krimi herum und erinnert an ihr Schicksal. Man erlebt Wien aus verschiedenen Blickwinkeln und fiebert mit dem verzwickten Fall und allen darauffolgenden Entwicklungen mit. Bis hier sämtliche Fäden zusammengeführt werden, dauert es und führt Felix Grohsmann und Joe Kettler auf viele verschiedene (Um-)wege.
Mina Albich gelingt es überraschende Wendungen einzubauen, die den Leser immer von neuem rätseln lassen. Die Spannung bleibt bis zum Schluss erhalten. Manches war mir allerdings zu detailverliebt erzählt. Ich muss z. Bsp. nicht wissen, welche Teesorte laufend getrunken werden... 

Mir war es diesmal oftmals leider etwas zu verwirrend. Ich denke aber, dass liegt daran, dass ich den Krimi nicht in einem Zug durchlesen konnte, sondern immer wieder (ungewollte) Pausen einlegen musste, weil ich kaum Zeit fand (was nicht geplant war).
Ich bin die Einzige in der Leserunde, die bisher keine fünf Sterne gegeben hat, also bitte macht euch selbst ein Bild!

Fazit:
Ein weiterer spannender Wien-Krimi aus der Reihe um Felix Grohsmann und Joe Kettler, den ich gerne weiter empfehle. 

Vielen Dank an Lovelybooks und an den Emons Verlag für das Rezensionsexemplar!

Die Reihe um Felix Grohsmann, Nicky Witt und Joe Kettler
  1. Mexikoplatz  *Rezi*
  2. Wiener Todesmelodie  *Rezi*
  3. Tod am Nussdorfer Wehr  *Rezi*
  4. Wienerberg

Ägerisee - Monika Mansour

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    • Taschenbuch: 288 Seiten
    • Verlag: ‎ Emons Verlag, (Erscheinungstermin: ‎ 22. April 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3740824182
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3740824181
    • Genre: Regionalkrimi
    • Reihe: ja - Band 5 der Zuger Reihe



Emons Kurzbeschreibung:
Ein nervenaufreibendes Versteckspiel, bei dem nichts so ist, wie es scheint. Als die junge Schauspielerin Noemi spurlos verschwindet, bittet ihr Freund die Detektei Trust Investigation um Hilfe. Die Nachforschungen von Natalie, Sara und Tom lösen eine Reihe verstörender Ereignisse aus, bis sie bei der Ruine Wildenburg blutige Hinweise, aber keinen Leichnam finden. Das Kleintheater am Zuger Kolinplatz scheint der Schlüssel zu Noemis Verschwinden zu sein, denn das geplante Stück weist Parallelen zu dem Fall auf und endet mit einem schrecklichen Mord. Mehr und mehr verschwimmt die Grenze zwischen Schauspiel und Realität, und eine grausame Wahrheit kommt ans Licht.

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Eigentlich liebe ich die Krimis von Monika Mansour und habe diese bisher immer sehr gut bewertet. Mit "Ägerisee" aus der Zuger Reihe wurde ich diesmal aber nicht so richtig warm. Es ist der fünfte Band der Reihe aus der ich bisher nur den Vorgänger "Lorzentobel" gelesen habe, den ich aber sehr spannend fand.

Die Ermittler dieser Reihe sind die Mitglieder der Privatdetektei Trust Investigation. Die ehemalige Polizistin Sara; Nathalie, die an der Schmetterlingskrankheit leidet und zum Großteil für die Recherchen im Darknet zuständig ist und Tom, ihr ehemaliger Bodyguard und Privatdetektiv. Diesmal mischt auch Elias Tanner, genannt ET, fleißig mit. Er ist der Pflegesohn von Sara, der in Band vier bereits eine wichtige Rolle spielte und die Trust Investigation aufmischt. Seine jugendlichen Ideen und Denkweisen helfen Sara und Tom oftmals den Fall aus einem anderen Blickwinkel zu sehen.

Den Prolog fand ich großartig! Jemand wird gefragt, wie er denn sterben möchte. Welche Art von Tod man wählen würde....eine sehr interessante Frage! Die Gefragte entscheidet sich für einen Heldentod, denn Heldinnen sterben nie....
Danach steigen wir ins Theater-Milieu ein. Die Schauspielerin Noemi ist spurlos verschwunden, obwohl sie endlich am Zuger Theater eine Hauptrolle ergattert hat. Sie ist ein großer Fan von Jeanne d'Arc/Johanna von Orleans und sieht sich selbst als Kriegerin.
Ihr Freund Fabian bittet Nathalie, die eine Schulkameradin von ihm war, um Hilfe. Die Mitglieder der Trust Investigation versuchen eine Spur von Noemi zu finden und beginnen zuerst im Theater nachzuforschen. Das Zwei-Personen-Stück "Wildenburg", in dem Noemi auftreten sollte, steht nun auf der Kippe. Levi Morgenstern, der Regisseur, und Samu, ihr Partner im Theaterstück, sind beide ratlos und fürchten um die Premiere. Trotzdem scheinen alle Fäden beim Theater zusammenzulaufen, denn das Verschwinden von Noemi weist Ähnlichkeiten zum Theaterstück auf, dessen Arbeitstitel "Wildenburg" ist. Tatsächlich werden bei der Ruine Wildenburg Blutflecken gefunden. Eine Leiche ist jedoch keine zu finden. Es beginnt ein sehr verworrenes Ratespiel mit vielen neuen Wendungen und Irrwegen, die die Autorin einstreut. Monika Mansour lässt die Leser diesmal sehr lange im Unklaren. Mit der Zeit hatte ich allerdings das Gefühl beim Lesen auf der Stelle zu treten. 

Die Figuren sind sehr gut ausgearbeitet. Neben den drei Privatdetektiven, die alle ihr eigenes Päckchen zu tragen haben, kam mir ET etwas zu brav für einen Teenager vor. Auch wenn ich seine Vorgeschichte kenne, fand ich ihn manchmal etwas unglaubwürdig gezeichnet.
Der Krimi ist komplex. Es gibt es jede Menge Nebenfiguren, wie Theatermitarbeiter oder auch die Eltern von Noemi. Diese waren strikt gegen ihre Schauspielerei und auch gegen ihren Freund Fabian. Der Vater, ein ehemaliger Soldat und die Mutter, eine sehr bestimmende und manipulative Frau, sind alles andere als Sympathieträger. Das macht aber nichts - ich brauche nicht nur sympathische Menschen in einem Buch. Schließlich kommen wir im täglichen Leben auch nicht immer mit diesen zusammen ;)

Der Schreibstil lässt sich flüssig lesen, die Dialoge sind lebendig. Diesmal fehlte es mir aber etwas an Tempo.

Fazit:
Mir war dieser Krimi diesmal etwas zu wirr und ich vermisste teilweise die Spannung, die Monika Mansour sonst immer in ihren Krimis bravourös einbaut. Die Auflösung war okay und logisch. Meine Ahnung ging bereits ein bisschen in diese Richtung....
Für mich der bisher schwächste Krimi der Autorin.


 Vielen Dank an den Emons Verlag für das Rezensionsexemplar!

Die Zuger Reihe:

  1. Höllgrotten
  2. Wildspitz
  3. Zugersee
  4. Lorzentobel  *Rezi*
  5. Ägerisee

[Die Kriminalistinnen] Der stumme Zeuge - Mathias Berg

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 320 Seiten
    • Verlag: ‎ Emons Verlag (19. Juni 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3740823399
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3740823399
    • Genre: Kriminalroman
    • Reihe: ja - Band 3 der Kriminalistinnen


Emons Kurzbeschreibung:
Dezember 1970: Die vierjährige Liese verschwindet spurlos von einem Kinderkarussell – Hinweise sprechen für eine Entführung. Kommissarin Lucia Specht und das Team des Düsseldorfer Polizeipräsidiums setzen alles daran, den Täter zu finden. Doch während die Ermittlungen auf Hochtouren laufen, wird Lucia überraschend von höchster Stelle abgezogen: Sie soll verdeckt im berüchtigten Kölner Ganovenmilieu ermitteln. Schon bald überschlagen sich die Ereignisse, und Lucia muss eine schwerwiegende Entscheidung treffen. 

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Man sollte die Trilogie der Reihe nach lesen, da sie aufeinander aufbaut

Meine Meinung:
Mit dem dritten Band um die Kriminalistinnen endet die Trilogie um die ersten Frauen in Deutschland als Polizeianwärterinnen. Mir hat diese Reihe richtig Spaß gemacht und ich habe mich auf ein Wiedersehen mit Lucia und ihren Kolleginnen von der Düsseldorfer Kripo gefreut.

Es ist der Dezember 1970, als Lucia Specht und ihr Team einen ganz besonders schlimmen Fall von Kindesentführung bekommen. Die kleine Liese verschwindet vom Weihnachtsmarkt, den sie mit ihrer Großmutter besucht hat. Vorhin saß sie noch auf einem Pferdchen am Kinderkarussell und plötzlich ist sie nicht mehr da. Sofort wird eine Suchaktion gestartet. Lucia, die nach ihrer Zeit bei der Sitte nun in der Vermisstenabteilung arbeitet, setzt alles daran die Vierjährige zu finden. Bald ist ihnen klar, dass sie entführt wurde und schnell sind auch drei Verdächtige ausgemacht. Doch wer von ihnen ist der Entführer und wohin wurde Liese gebracht? Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit...
Während Lucia alle Hände voll zu tun hat, erfährt sie, dass ihr Vater und ihr Bruder Henning nach einem Grubenunglück im Krankenhaus sind. Ihr Vater darf noch am selben Tag wieder nach Hause, doch Henning ist schwer verletzt. In seinen Sachen findet sie ein Notizheft, in dem er anscheinend den mutmaßlichen Mörder ihrer Mutter beschattet und sich akribisch den Tagesablauf notiert hat. Lucia ahnt Schlimmes....
Zusätzlich wird sie auch noch kurzfristig nach Köln versetzt, wo sie ihre Kollegen unterstützen und als verdeckte Informantin arbeiten soll. Die Kölner Szene versinkt immer mehr im Spiel- und Drogensumpf. Glückspiel, Gewalt, Banküberfälle und Hehlerei sind an der Tagesordnung. Getarnt als Kunststudentin porträtiert sie in dubiosen Lokalen einige Gäste und lernt schnell nicht nur Kleinkriminelle kennen....

Lucia Specht ist mir mittlerweile ans Herz gewachsen. Sie ist eine taffe und sympathische Ermittlerin, die sich zu dieser Zeit, wo Frauen kaum im Polizeidienst anzutreffen sind, durchsetzen kann. Mit Mieze, Ruth, Lilli, Petra und Renate hat sie Freundinnen fürs Leben gefunden, auch wenn wir uns in diesem dritten und letzten Band von einigen von ihnen verabschieden müssen, denn leider bleiben nur Lucia, Ruth und Mieze als harter Kern des Ausbildungsjahrganges übrig. Generell kamen mir die anderen beiden Mädchen in diesem Teil der Reihe auch etwas zu kurz.
Gott sei Dank ist noch Lucias Alibi-Freund Toni dabei, der mit seinem italienischen Charme punktet, aber nicht offen zu seiner Homosexualität stehen darf. 
Ein spannender Charakter ist ebenfalls Kommissar Kuhn von der Düsseldorfer Polizei, den ich sehr mochte.

Der Krimi ist wieder sehr dialoglastig und Mathias Berg fängt das damalige Zeitgeschehen wieder wunderbar ein, auch wenn ich das Gefühl hatte, dass es diesmal etwas reduzierter war.

Der Autor hat in diesem dritten Teil viele Themen aufgemacht und Lucia gleich an drei Stellen eingesetzt, was ich fast etwas zu viel finde. Dazu kommt noch das etwas komplizierte Liebesleben, welches einiges durcheinander wirbelt. Ich wäre ehrlich gesagt lieber länger beim Vermisstenfall der kleinen Liese geblieben, als in Köln über Ganoven zu ermitteln. Trotzdem war dieser Strang immens wichtig, denn der Showdown baut sich darauf auf und war wirklich rasant und temporeich und bringt noch die eine oder andere Überraschung mit sich. Am Ende werden alle Handlungsstränge perfekt zusammengeführt.

Fazit:
Für mich war der dritte und leider letzte Teil der Retro-Krimi-Trilogie etwas schwächer als seine Vorgänger. Grund waren vor allem die etwas zu vielen Handlungsstränge. Sonst hat mich der Krimi aber wieder sehr gut unterhalten und vor allem das Ende war sehr spannend.


Vielen Dank an den Emons Verlag für das Rezensionsexemplar!

Die Reihe um die Kriminalistinnen:

  1. Der Tod des Blumenmädchens  *Rezi*
  2. Acht Schüsse im Schnee  *Rezi*

Gold aus der Wiener Werkstätte - Beate Maly

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     



    • Taschenbuch: 256 Seiten
    • Verlag : ‎ Emons Verlag (22. Mai 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3740823739
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3740823733
    • Genre: Historischer Kriminalroman
    • Reihe: ja  Band 2 der Wiener Werkstätte



Emons Kurzbeschreibung:
Wien, 1906: In einem Hotel wird die Leiche einer Prostituierten aufgefunden. Der auffällige Schmuck der jungen Frau führt Ermittler Max von Krause erneut zur Wiener Werkstätte, wo er Lili Feigl wiedertrifft. Als Lili auf eigene Faust nach dem Käufer des Schmucks sucht, stößt sie auf ein Netz aus Lügen und Intrigen, das bis in die höchsten Kreise Wiens reicht. Gemeinsam versuchen sie, den Täter zu entlarven, doch die Zeit scheint gegen sie zu spielen, denn schon bald geschieht ein weiterer Mord ... "Gold aus der Wiener Werkstätte" von Beate Maly enthüllt die dunkle Seite des historischen Wien. Der Kriminalroman besticht durch tiefgründige Charaktere, eine spannende Handlung und lebendige Einblicke in die Wiener Gesellschaft des frühen 20. Jahrhunderts. Ein Muss für Fans historischer Krimis und starker Ermittlerinnen.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur ABC Challenge

Meine Meinung:
Mit "Gold in der Wiener Werkstätte" sind wir zum zweiten Mal mit Ermittler Max von Krause und Lilli Feigl im Wien Anfang des 20. Jahrhunderts unterwegs.
Lilli ist mittlerweile fest als Putzfrau in der Wiener Werkstätte angestellt und steht auch diesmal neben Max im Fokus der Handlung.
Als in einem Hotel eine Prostituierte tot aufgefunden wird, soll der Mord an der Frau auf Befehl von Oberkommissar Sobotka, Max von Krauses Vorgesetzten, vertuscht werden. Sobotkas Cousin ist der Inhaber des Hotels Kaiserkrone, dem der Ruf des Hauses wichtiger ist, als die Aufklärung eines Mordfalles. Max denkt jedoch nicht daran den Befehl zu befolgen, vor allem nachdem er wertvollen und auffälligen Schmuck bei der Toten gefunden hat. Dieser wurde eindeutig in der Wiener Werkstätte gefertigt. Darum führt sein Weg wieder zu Lilli Feigl, die das Schmuckstück sofort wiedererkennt. Die künstlerisch begabte Lilli hat den Entwurf nämlich mitkreiert, nachdem sie Goldschmied Alfred Pribil etwas zur Hand gegangen ist, der sie - natürlich unentgeltlich - um Hilfe bat. Lilli fällt jedoch auf, dass nicht die Initialen der Wiener Werkstätte, sondern statt den beiden "W"s zwei "M" eingraviert sind. Hat Pribil gegen den Code der Wiener Werkstätte verstoßen, die nur Unikate herstellen darf? 
Als eine weitere Tote aufgefunden wird, die ebenfalls dieselben Schmuckstücke in ihrem Besitz hat, muss Pribil zugeben, dass er insgesamt drei Kopien der Schmuckstücke angefertigt hat. Wird es noch zu einen weiteren Mord geben? Lilli und Max versuchen beide auf ihre Weise dem Täter auf die Spur zu kommen....

Beate Maly hat sich diesmal an einem realen Fall orientiert, der 1906 ein riesiger Skandal war. Die Bordellbesitzerin Regine Riehl hat jahrelang sehr junge Mädchen ihren Eltern abgekauft, sie eingesperrt und als Prostituierte arbeiten lassen. Riehl hatte Männer aus den höchsten gesellschaftlichen Reihen und auch Polizeibeamte als Kunden. Diese sahen bei diversen Kontrollen einfach weg und überließen die Mädchen ihrem Leid. 

Max von Krause hat diesmal sehr starken Gegenwind von seinem Vorgesetzten Sobotka, der gegen ihn arbeitet. Zusätzlich sonnt er sich in Max Erfolgen und gibt diese als seine aus, während er täglich im Kaffeehaus sitzt und dem Nichtstun frönt.
Auch in der Wiener Werkstätte erleiden die weiblichen Künstlerinnen ähnliches. Während Männer sich in allen Sparten künstlerisch betätigen dürfen, sind diese für Frauen eingeschränkt. Oftmals wird auch statt der eigentlichen Künstlerin ein männlicher Name auf dem Kunststück verewigt. 
Sehr gefallen hat mir, dass wir diesmal auch wieder Fanny Harflinger-Zakucka in der Wiener Werkstätte begegnen dürfen, die in meinem Geburtsort geboren wurde und die ich bereits bei meiner Bloggerpost zur Lesung von Beate Maly *klick* erwähnen durfte.

Die Charaktere sind wieder sehr lebendig beschrieben. Max Mutter ist ein Unikat aus alten, aber verarmten Adelsgeschlecht, die unbedingt ihren Sohn standesgemäß verheiratenwill. Nach wie vor ist sie mit seiner Berufswahl nicht einverstanden und zieht im Hintergrund ihre Fäden für eine Beförderung ihres Sohnes. So muss Max nicht nur vor seinem Vorgesetzten "fliehen", sondern auch von seiner Mutter.
Auch Lilli muss sich weiterhin um ihren alkoholkranken Vater sorgen, der immer wieder neue Schulden anhäuft. Zusätzlich kümmert sie sich auch um die Kinder ihrer verarmten Nachbarin Grete, die auf nicht ganz legale Art Geld zu verdienen versucht. Dabei gerät sie unweigerlich in Gefahr...

Beate Maly hat die damalige Zeit wieder hervorragend eingefangen. Die Einwohner Wiens, die aus Menschen aus der reichen Oberschicht, verarmten Adeligen, Handwerkern und Tagelöhnern besteht - sind ein buntes Sammelsurium und lassen tief in die damalige Wiener Gesellschaft blicken. 
Die Autorin hat einige (alt-)österreichische Wörter verwendet, die noch mehr Lokalkolorit verströmen. Die oft spritzigen Dialoge runden den Gesamteindruck hervorragend ab. Wieder ein absolut gelungener historischer Krimi!

Fazit:
Ein sehr gelungener Kriminalroman im alten Wien um die Jahrhundertwende. Ich freue mich, dass es mit Ermittler Max von der Krause und Lilli Feigl weitergeht und wir weitere Einblicke in die Welt der Wiener Werkstätte bekommen. Mir hat das Lesen wieder sehr viel Spaß bereitet und ich freue mich bereits auf den - hoffentlich kommenden - dritten Band.


Vielen Dank an den Emons Verlag für das Rezensionsexemplar!

Die Mündung - Tim Pieper

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     



    • Taschenbuch: 384 Seiten
    • Verlag: ‎ Emons Verlag (20. März 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3740821728
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3740821722
    • Genre: Krimi, Thriller



Emons Kurzbeschreibung:
Eine starke Heldin mit erschreckenden Flashbacks, die nicht ruht, bis der Täter gefasst ist. Kommissarin Lena Funk nimmt sich eine Auszeit auf einer abgeschiedenen Insel. Fernab der Erinnerungen, fernab des Schmerzes. Doch in einer stürmischen Nacht wird in den Dünen ein Toter freigespült. Offenbar brutal ermordet. In seiner Jackentasche findet Lena eine Handvoll Schmuckstücke. Und nicht irgendwelche: Es sind die Trophäen des Gezeitenmörders – jenes Mannes, dem auch ihre Schwester zum Opfer fiel. Endlich gibt es eine Spur, endlich eine Chance auf Gerechtigkeit. Aber je tiefer Lena in den Fall eintaucht, desto gefährlicher wird er. Jemand beobachtet sie. Jemand spielt mit ihr. Und die Wahrheit, die sie enthüllt, ist weitaus grausamer, als sie je befürchtet hatte.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Die Havel-Krimis von Tim Pieper habe ich alle verschlungen und deshalb war ich schon sehr gespannt auf seinen ersten Thriller. Vorab muss ich aber sagen, dass ich "Die Mündung" eher wieder als Krimi empfunden haben. Oftmals ist der Grat sehr schmal... Spannung kann der Autor aber - egal, in welchem Genre!

Zu Beginn tat ich mich ein bisschen schwer in die Geschichte zu finden, was sich jedoch bald änderte. Hauptkommissarin Lena Funke hat sich eine Auszeit auf der Vogelinsel Schärhorn genommen, wo sie als Umweltpraktikantin arbeitet. Dies war immer der Traum ihrer hochbegabten Schwester Jette, die jedoch eines der Opfer des Gezeitenmörders wurde. Seitdem leidet Lena unter Alpträumen. Jettes Leiche wurde nie gefunden und Lena bekommt mehr und mehr das Gefühl, dass die Soko bei den Ermittlungen geschlampt hat. Nach einem verheerenden Sturm auf der Insel findet sie eine männliche Leiche am Strand. In den Taschen des Mannes sind Gegenstände, die der Gezeitenmörder seinen Opfern als Trophäe abgenommen hat. Daraufhin kontaktiert sie ihren Vorgesetzten und kehrt zurück, um wieder zu arbeiten und die Ermittlungen aufzunehmen. Doch eigenartige Flashbacks und das Verhalten der Kollegen, sowie einigen Menschen in ihrer Umgebung, verwirren Lena zusätzlich. Sie erfährt, dass sie nie auf der Vogelinsel gewesen ist und dort ein anderer Umweltpraktikant arbeitet. Lena war drei Monate lang verschwunden und niemand wusste, wo sie sich aufgehalten hat. Ihr Chef Eberhard Bruns und ihr bester Freund Mickel wollen ihr helfen und schalten eine Hypnoseärztin ein. Diese wirkt jedoch nicht wie die Koryphäe, als die sie angekündigt wurde, sondern eher verwirrt und alles andere als kompetent. Was wird hier gespielt? Und warum hat sie genaue Erinnerungen an die Vogelinsel und woher kommt der Beutel mit den Trophäen?

Ich muss gestehen, dass nicht nur ich bei der Leserunde nach dem ersten Leseabschnitt komplett verwirrt war. Was ist die Wahrheit und was Einbildung? Ist Lena eine unzuverlässige Erzählerin?
Nicht nur Lena weiß nicht mehr, wem sie vertrauen kann, sondern auch mir schwirrte der Kopf. Erst nach und nach erschließen sich die Zusammenhänge. Auch als geübter Thriller- und Krimileser weiß man nicht, wohin uns der Autor führen möchte.

„...Unser Gedächtnis arbeitet rekonstruktiv und konstruktiv. Also wiederherstellend und aufbauend. Es kann abgespeicherte Informationen abrufen, aber sie werden durch unsere Wünsche, Bedürfnisse oder Ziele verändert...“

Die Figuren sind facettenreich und ich hatte das Gefühl niemanden vertrauen zu können. Auch Lena ist eine komplizierte Hauptprotagonistin. Sie ist rastlos, erscheint oft verwirrt und unglaubwürdig. Sie ignoriert Anweisungen und agiert oftmals rücksichtlos. Ihre Alleingänge konnte ich nicht wirklich verstehen. Entsetzt war ich über die schlimme psychische Behandlung ihres Vaters, der immer die hochintelligente Schwester bevorzugte und Lena  gegenüber keinerlei Zuneigung zeigte. Er hat sie immer abgelehnt und Jette bevorzugt, die seinen Traum eine angesehene Wissenschaftlerin zu werden, erfüllen sollte.

Der Schreibstil ist temporeich und der Plot komplex. Großes Thema ist die Neurowissenschaft und die Beeinflussung unseres Gehirns. Es zeigt auf, wie unzuverlässig unsere Erinnerungen oftmals sind.

Das maritime Glossar am Ende des Buches hat mir Binnenlandmädchen bei einigen Beschreibungen sehr geholfen. 

Fazit:
Tim Pieper kann auch Thriller, wobei ich trotzdem seine Havelkrimis bevorzuge. Obwohl ich viele Thriller lese und liebe, bin ich in diesem Genre sehr pingelig. Das Thema, welches Tim Pieper hier gewählt hat, ist sehr interessant und regt zum Nachdenken an. Außerdem führt er sogar geübte Leser wirklich an der Nase herum und schafft mit überraschenden Wendungen richtigen Nervenkitzel. 


Vielen Dank an den Autor und an den Emons Verlag für das Rezensionsexemplar!

Mord im Böhmischen Prater - Beate Maly

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 256 Seiten
    • Verlag: ‎ Emons Verlag (21. November 2024)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3740823275
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3740823276
    • Genre: Historischer Krimi
    • Reihe: ja - Band 9 um Ernestine Kirsch und Anton Böck


Emons Kurzbeschreibung:
 Wien, 1925. Bei schönstem Herbstwetter genießen Anton und Ernestine das bunte Treiben im Böhmischen Prater. Während Anton vor lauter Powidltascherl im Mehlspeishimmel schwelgt, widmet sich Ernestine der Polka. Doch die beschwingte Stimmung kippt, als Cockerspaniel-Dame Minna einen menschlichen Knochen unter dem Musikpavillon ausgräbt. Ernestine wittert ein Verbrechen – und stößt inmitten von Schaustellern und Besuchern auf gut gehütete Geheimnisse und raffinierte Intrigen.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Und auch diesen Monat gibt es wieder eine Rezension zu einem Buch von Beate Maly.
Im neunten Band der Reihe um die ehemalige Lateinlehrerin Ernestine Kirsch und ihrem Lebensgefährten, dem ehemaligen Apotheker Anton Böck, sind wir im Böhmischen Prater, welcher im 19. Jahrhundert am Laaer Wald gegründet wurde.
Ein gewiefter Gastwirt eröffnete dort eine Gaststätte, welche die Arbeiter des nahen Ziegelwerkes gerne in Anspruch nahmen. 1882 holte er die Erlaubnis ein, neben dem Gasthaus eine Schaukel und ein Ringelspiel aufzustellen. Auch Anton und Ernestine verbringen mit Hündin Minna dort öfters ihre Sonntag Nachmittage. Als Minna eines Tages unter dem Musikpavillon einen menschlichen Knochen ausgräbt, ist Ernestines Neugier geweckt. Bald geht das Gerücht um, dass es sich um die Überreste der hübschen Mizzy handeln könnte, die vor Jahren spurlos verschwunden ist. Die bei den Männern äußerst umschwärmte junge Frau war ansonsten nicht sehr beliebt und alle dachten, sie wäre mit einem reichen Mann auf und davon. Dabei liegen ihre Knochen unter dem Musikpavillon...

Beate Maly schafft es wieder hervorragend, die damalige Zeit lebendig werden zu lassen. Ich war selbst noch nie im Böhmischen Prater, der nach dem Zweiten Weltkrieg an Bedeutung verloren hat und dem Prater Wien Platz machen musste, der heute weithin bekannt ist.
Die Ziegelfabrik am Laaer Berg spielt ebenfalls eine große Rolle, die damals einer der größten Arbeitgeber im Umkreis war. Die Arbeiter und Arbeiterinnen, die größtenteils aus Böhmen und Mähren kamen, arbeiteten unter sehr schlechten Bedingungen.

Die Charaktere sind wieder sehr lebendig dargestellt und ich hatte manche skurrile Nebenfiguren exakt vor Augen. Natürlich sind aber Ernestine und Anton die Hauptfiguren. Ohne dem sympathischen Ermittlerpärchen, die immer wieder in "mörderische Situationen" gelangen, wäre diese Cosy Crime Reihe nicht das, was sie ist.
Natürlich darf auch diesmal Antons Liebe für Mehlspeisen nicht fehlen, genauso wie Erichs erfolglose Versuche, die beiden Senioren vom Ermitteln abzuhalten.

Beate Maly hat wie immer großartig recherchiert und lässt uns das Wien in den Zwanziger Jahren lebendig werden. Die bunte Mischung der Bewohner der ehemaligen Donaumonarchie und die beginnende Industrialisierung spielen ebenfalls wieder eine größere Rolle.
Wieder erwähnenswert ist das tolle Cover, das der Emons Verlag für diese Reihe herstellt - ein Hingucker sondergleichen!

Fazit:
Wieder ein atmosphärischer und unterhaltsamer Wiener Cosy-Crime mit den liebenswerten Hobby-Ermittlerpärchen Ernestine Kirsch und Anton Böck, die diesmal im Böhmischen Prater auf Mörderfang gehen. Gelungen!

 
Die Reihe rund um Ernestine Kirsch und Anton Böck:
  1. Tod am Semmering *gelesen vor meiner Bloggerzeit*
  2. Tod an der Wien   *Rezi*
  3. Mord auf der Donau
  4. Tod in Baden  *Rezi*
  5. Mord im Auwald  *Rezi folgt*
  6. Mord auf dem Eis  *Rezi*
  7. Mord auf der Trabrennbahn  *Rezi*
  8. Mord im Filmstudio  *Rezi*
  9. Mord im Böhmischen Wald
 

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