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Don't believe her - Nicola Sanders

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 336 Seiten
    • Verlag: ‎ HarperCollins Paperback. 1. Auflage (24. Februar 2026)
    • Übersetzer: Wolfgang Thon
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3365012729
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3365012727
    • Originaltitel:  Don't Believe Her
    • Genre: Thriller


HarperCollins Kurzbeschreibung:
Ellie hat alles: eine glückliche Beziehung, eine kleine Tochter und ein schönes Haus. Nur Carla, ihre beste Freundin aus Kindheitstagen und seit 12 Jahren schmerzlich vermisst, fehlt nach wie vor. Als Carla eines Tages vor der Tür steht, sind alle hellauf begeistert - bis auf Ellie, die spürt, dass hier etwas nicht stimmt. Das hier muss eine fremde Frau sein. Je vehementer Ellie versucht, ihre Zweifel zu beweisen, desto mehr steht sie allein da. Familie, Freunde und auch Carlas Mutter halten Ellie für paranoid. Doch tief in ihr wächst die Gewissheit: Diese Frau ist nicht die, die sie vorgibt zu sein – und ihre Rückkehr bringt alles in Gefahr, was Ellie liebt.

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Ellie kommt nach dem Tod ihres Vaters zurück in ihre Heimatstadt, wo sie alles an ihre beste Freundin Carla erinnert, die vor zwölf Jahren verschwunden ist. Bei ihrer Mutter und Carlas Bruder Nick findet sie Verständnis und Geborgenheit. In Nick war sie schon damals verliebt und die Beiden stehen nun kurz vor der Hochzeit als Carla plötzlich wieder auftaucht. Ellie, die alles versucht hat, ihre beste Freundin wiederzufinden, ist jedoch skeptisch. Diese Frau sieht aus wie Carla, aber sie benimmt sich total anders. Außerdem weicht sie immer wieder Fragen nach ihrem früheren Aufenthalt aus und kann sich an bestimmte Dinge nicht erinnern. Wer ist diese Frau? Und was will sie?
Ellie beginnt zu zweifeln, ob nur sie die Dinge klar erkennt oder ob sie selbst langsam den Bezug zur Realität verliert…

Der Einstieg und die Vorstellung der Hauptfigur nimmt etwas Zeit in Anspruch. Dadurch büßt die Handlung etwas an Dynamik ein. Danach gelingt es Nicola Sanders aber immer wieder mit spannenden Wendungen zu überraschen. Ich war mir nie sicher, wer die Wahrheit spricht und wer nicht.
Die Autorin versteht es - wie im Vorgänger - geschickt, Zweifel zu säen und den Leser an der Nase herumzuführen. Wen kann man glauben? Wer spricht die Wahrheit?

Der Aufbau ist ähnlich wie bei "Don't let her stay". Dadurch hat man manchmal das Gefühl den kommenden Plot-Twist zu erahnen.
Die Figuren sind alle eher keine Sympathieträger. Niemand von ihnen wirkt vertrauenswürdig. Carla ist schwer greifbar und Ellie fühlt sich von allen nicht ernst genommen. Man nimmt ihre Zweifel, ihre Angst und ihre Wut deutlich wahr – ebenso wie die zunehmende Verzweiflung darüber, dass ihr anscheinend niemand Glauben schenkt. 

Der Schreibstil ist fesselnd und lässt sich superschnell lesen. Die Twists häufen sich am Ende und es wird sehr spannend - jedoch nicht immer realitätsnah. Popcornkino vom Feinsten!

Cover:


Ich habe diesmal nur das englischsprachige Originalcover gefunden.
Es scheint außer in Deutsch in noch keine anderen Sprachen übersetzt worden zu sein.
Das Cover erinnert mich irgendwie an die Thriller von K.L. Salter oder T.M. Logan.

Fazit:
Ein Pageturner, den man schnell gelesen hat und der fesselt. Allerdings wirkt er manchmal auch etwas realitätsfern und überzogen. Trotzallen ein Popcornthriller, der unterhält!


Vielen Dank an das HarperCollins Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!


Beeren pflücken - Amanda Peters

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Gebundene Ausgabe: 320 Seiten
    • Verlag:‎ HarperCollins Hardcover, 2. Auflage (15. April 2025)
    • Übersetzer: ‎Brigitte Jakobeit
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3365009442
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3365009444
    • Originaltitel: ‎ The Berry Pickers
    • Genre: Gegenwartsliteratur, Roman


HarperCollins Kurzbeschreibung:
 Juli 1962. Eine Mi'kmaq-Familie aus Nova Scotia kommt in Maine an, um den Sommer über Blaubeeren zu pflücken. Einige Wochen später ist die vierjährige Ruthie verschwunden. Sie wird zuletzt von ihrem sechsjährigen Bruder Joe gesehen, als sie auf ihrem Lieblingsstein am Rande eines Beerenfeldes sitzt. Ihr Verschwinden wirft Rätsel auf, die Joe und seine Familie verfolgen und fast 50 Jahre lang ungelöst bleiben.
In Maine wächst ein Mädchen namens Norma als Einzelkind in einer wohlhabenden Familie auf. Ihr Vater ist emotional distanziert, ihre Mutter erdrückend überfürsorglich. Norma wird oft von wiederkehrenden Träumen geplagt. Mit zunehmendem Alter ahnt sie, dass ihre Eltern ihr etwas verheimlichen. Da sie nicht bereit ist, von ihrem Gefühl abzulassen, wird sie Jahrzehnte damit verbringen, dieses Geheimnis zu lüften.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Jedes Jahr im Sommer kommt eine indigene Mi'kmaq Familie als Erntehelfer von Nova Scotia nach Maine. Im Sommer 1962 verschwindet die vierjährige Ruthie, die jüngste der fünf Kinder, spurlos. Besonders Joe, der jüngste Bruder, der Ruthie besonders nahe stand, leidet sehr darunter. Er war der Letzte, der sie gesehen hat und gibt sich seither die Schuld an ihrem Verschwinden. Die Polizei ignoriert das Abhandenkommen des kleinen Mädchens, denn die Familie sei nur als Farmhelfer hier und hätte eben besser aufpassen sollen. Als Indigene haben sie kaum Rechte, werden diskriminiert und nach dem Vorfall versucht man der Familie auch noch die anderen vier Kinder wegzunehmen. Dies weiß der Vater jedoch zu verhindern. Die darauffolgenden Jahre kommen die Eltern und Geschwister wieder nach Maine zum Beeren pflücken und suchen weiter nach Spuren von Ruthie - doch leider erfolglos.

In einem zweiten Handlungsstrang erzählt die Autorin von Norma. Sie wächst in Maine bei einer emotional distanzierten Familie auf. Besonders die Mutter ist überfürsorglich und lässt Norma kaum aus dem Haus. Das Mädchen leidet unter wiederkehrenden und quälenden Träumen, die sie beunruhigen, jedoch mit den Jahren verschwinden.
Als Leser weiß man von Beginn an, dass Norma Ruthie ist, doch was damals passiert ist und ob Ruthie jemals wieder ihre Familie findet, wird erst am Ende des Romans aufgeklärt. 

Erzählt wird abwechselnd aus der Sicht von Joe und Ruthie/Norma. Wir begleiten die beiden über fünf Jahrzehnte. Der Schreibstil ist einfühlsam und bildhaft. Der Aufbau des Romans ist gelungen und hat mich von der ersten Seite an begeistert. Obwohl man von Beginn an weiß, dass Nora die verschwundene Ruthie ist, bleibt die Geschichte durchgehend spannend. 
Die Charaktere sind lebendig und authentisch. Sie haben Stärken und Schwächen und man fühlt sich ihnen nahe.
Joe ist in der Gegenwart Ende Fünfzig und schwer krank. Er erinnert sich an Ruthies Verschwinden und erzählt von seinem rastlosen Leben, seinem Suchen und seinen Schuldgefühlen. Er geht engen Bindungen aus dem Weg und verhält sich teilweise verantwortungslos gegenüber anderen Mitmenschen.
Auch Norma hat Schwierigkeiten mit Bindungen. Sie hat durch die traumatischen Verhaltensweise ihrer Mutter, die einige Fehlgeburten verkraften musste, ähnliche Ängste und verweigert Gefühle. Zusätzlich fühlt sie sich immer irgendwie fremd in ihrer weißen Familie.
Die Entführung hat auf beide Familien weitreichende Auswirkungen und begleitet alle ihr Leben lang. Ich habe mit all den Menschen aus Ruthies Familie mitgelitten und das Ende hat mich sehr berührt.

Die Autorin spricht im Roman immer wieder die Stellung der Indianer an. Es ist leider bekannt, dass damals indigene Kinder bewusst in weiße Pflegefamilien oder in Heime gebracht wurden, um sie "kulturell" anzupassen. Die Autorin hat selbst zum Teil indigene Abstammung und kann aus Erfahrungen aus ihrer Familie schöpfen.

Cover:
von links nach rechts:
das englischsprachige Original, die Cover aus den Niederlanden, Italien, Serbien, der Ukraine, Arabien und Tschechien

Fazit:
Ein eher ruhiger, aber sehr berührenden Debütroman (!), der mich von der ersten bis zur letzten Seite mit den Figuren mitfühlen hat lassen. Auch die schwierige Situation der indigenen Bevölkerung in der Gesellschaft wird gut beleuchtet. Ein Roman, der unter die Haut geht und noch lange nachhallt. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!

Vielen Dank an das Bloggerportal von Harper Collins für das Rezensionsexemplar!

Das Winterhotel - Sarah Morgan

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Verlag: ‎ HarperCollins Paperback; 1. Auflage, Ungekürzte (20. August 2024)
    • Übersetzer: ‎ Sarah Heidelberger
    • Broschiert ‏ : ‎ 400 Seiten
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 336500758X
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3365007587
    • Originaltitel: ‎ The Book Club Hotel
    • Genre: Weihnachtsroman

     

HarperCollins Kurzbeschreibung:
Im Maple Sugar Inn lässt Besitzerin Hattie Coleman die Träume ihrer Gäste wahr werden. Doch dieses Weihnachten ist sie fast am Ende ihrer Kräfte, denn nach dem zu frühen Tod ihres Ehemannes muss sie sich nun allein um ihr gemeinsames Kind und das Hotel kümmern. Dann checken Erica, Claudia und Anna zu ihrem jährlichen Buchclub-Urlaub ein. Ihre jahrelange Freundschaft und tiefe Liebe zu Büchern verbindet sie, doch Hattie ist klar, dass da einiges unter der Oberfläche brodelt. Trotzdem ist sie nicht darauf vorbereitet, als herauskommt, wie sehr ihre eigene Geschichte mit der der anderen Frauen verwoben ist. Können die vier Frauen sich gegenseitig helfen, ein neues Kapitel im Leben aufzuschlagen?

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb 

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Kein Jahr ohne den neuen Weihnachtsroman von Sarah Morgan! Und auch dieses Jahr habe ich "Das Winterhotel" gemeinsam mit der lieben Livia von "Samtpfoten mit Krallen" gelesen und uns beiden hat unser erstes Weihnachtsbuch 2024 sehr gut gefallen!
Da das Wetter auch extrem abgekühlt und es ganz schön weit runter geschneit hatte, als ich das Buch gelesen habe, passte es perfekt zur Lesestimmung.

Was Sarah Morgan ganz besonders gut kann, ist die winterliche und weihnachtliche Stimmung wunderbar einzufangen. Man wünscht sich beim Lesen direkt an den Ort, den die Figuren der Geschichte gerade besuchen.
In ihrem neuen Roman begeben sich die drei Freundinnen Erica, Claudia und Anna auf ihren jährlichen Buchclub-Urlaub. Jedes Jahr genießen sie für eine Woche eine kleine Auszeit, in der sie über ein gemeinsam gelesenen Buch sprechen. Dabei werden auch ihre Lebensgeschichten auf den neuesten Stand gebracht, denn die drei Frauen leben weiter entfernt voneinander und könnten unterschiedlicher nicht sein. Doch die jahrelange Freundschaft und die Liebe zu Bücher verbindet die Freundinnen auf ganz besondere Weise.

Erica ist die alleinstehende Karrierefrau, die in der Welt herumreist und keine privaten Verpflichtungen eingehen will. Sie möchte ungebunden und frei sein. Ihre alleinerziehende Mutter hat ihr von klein auf eingetrichtert, wie wichtig es ist, als Frau auf den eigenen Beinen zu stehen.
Claudia ist eine begnadete Köchin, hat aber gerade ihren Job verloren und auch ihre langjährige Beziehung ging nach 10 Jahren in die Brüche. Ihr Leben steht auf dem Kopf und sie weiß nicht, wie es weitergehen soll.
Anna ist glücklich verheiratet und Mutter von Zwillingen, die gerade beginnen ihren eigenen Weg zu gehen. Dies macht ihr sehr zu schaffen, denn ihr Lebensinhalt sind ihre Kinder.
Alle drei stehen kurz vor ihrem vierzigsten Geburtstag und fühlen sich an einem Scheideweg....

Obwohl Erica Weihnachten hasst, hat sie für diese ganz besondere Woche mit Claudia und Anna im Maple Sugar Inn die Zimmer gebucht. Dort lässt Hattie Coleman, die Besitzerin des Hotels, alle Träume eines cozy Weihnachtshotels wahr werden. Die junge Witwe steht jedoch vor einem Burn Out, denn es liegt fast die ganze Last des Hotels auf ihren Schultern, nachdem ihr Küchenchef und auch die Hausdame gekündigt haben - und das nur wenige Wochen vor Weihnachten und einem ausgebuchten Hotel....

Wie bei Sarah Morgan üblich, wird aus den verschiedenen Perspektiven ihrer Protagonistinnen erzählt. Diese werden sehr genau eingeführt und so dauert es auch eine Weile bis sie zum eigentlichen Ziel ins Weihnachtshotel aufbrechen. Dort erwartet die Frauen eine Überraschung.

Sarah Morgan bindet ihre tiefgründigen Themen gekonnt in die wohlige Weihnachtsatmosphäre ein. Die Figuren sind lebendig, facettenreich und reifen an ihren Entscheidungen. Die Dialoge sind tiefgründig, aber auch humorvoll und sarkastisch.
Einige Handlungsverläufe sind vorhersehbar, was mich bei dieser Art von Romanen nicht stört, wenn die Autorin einige weitere Überrschungen noch dazu einbringt. Als Weihnachts-Wohlfühlroman erwartet man ja als Leser auch das eine oder andere Happy-End.

Mir hat der diesjährige Weihnachtsroman "Das Winterhotel" noch besser gefallen, als "Weihnachten kann kommen" vom letzten Jahr.

Cover:

von links nach rechts:
das amerikanische und das englische Cover. Die Cover wurden auch für die estnische und die slowakische Ausgabe übernommen

Harper Collins übernimmt ja seit cirka einem Jahr nicht mehr die zwar eher kitschigen, aber trotzdem süßen Cover der Originale und verwendet reduzierte Cover. Bei den Weihnachtsbüchern gefällt mir das auch ganz gut. Das Cover für den Sommerroman 2024 fand ich allerdings nicht ansprechend. Man hat das Gefühl der Verlag experimentiert hier etwas herum, denn die Cover der Bücher von Sarah Morgan sind bereits zum dritten Mal verändert worden. Mir fehlt daher der Wiedererkennunsgwert!

Fazit:
Wieder ein ganz bezaubernder und stimmungsvoller Winter-/Weihnachtsroman der Autorin, der mir dieses Jahr ganz besonders gut gefallen hat. Sarah Morgan versteht es perfekt, die vorweihnachtliche Stimmung einzufangen, ohne dabei kitschig zu werden. Man kuschelt sich gemütlich in den Lesesessel und genießt jede Zeile! Wer noch nach einen Weihnachtsroman sucht, dem kann ich "Das Winterhotel" auf jeden Fall weiterempfehlen!


Vielen Dank an das Bloggerportal von HarperCollins für das Rezensionsexemplar!

Graceland - Kristen Mei Chase

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

     

    • Broschiert: 272 Seiten
    • Verlag: ‎ HarperCollins Paperback; 1. Auflage, Deutsche Erstausgabe (25. Juni 2024)
    • Übersetzer : ‎ Sabine Schilasky
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3365005889
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3365005880
    • Originaltitel: ‎ A Thousand Miles to Graceland
    • Genre: Roman, Gegenwartsliteratur 

     

HarperCollins Kurzbeschreibung:
Tausend Meilen sind es bis Graceland. Und es ist Loralynns großer Traum, einmal im Leben das Elvis-Anwesen zu besuchen. Deshalb hat Grace sich überreden lassen, ihrer Mutter Loralynn den Wunsch zu erfüllen. Der Zeitpunkt ist günstig, sie kann Ablenkung gerade gut gebrauchen. Auf dem Weg von El Paso nach Memphis ziehen sie eine Spur aus Pailletten, falschen Wimpern und schwierigen Erinnerungen. Doch zwischen spontanen Zwischenstopps bei Hellsehern, bei alten Freunden, in Karaokebars, zwischen Perückenpannen und vertrauten passiv-aggressiven Sprüchen beginnen beide Frauen, einander besser zu verstehen. Als sich neue Chancen für sie auftun, scheint der King auf mysteriöse Weise auf sie beide zu wirken. Nach all den Jahren ist es für Grace und ihre Mutter möglich, die Verletzungen der Vergangenheit zu heilen und mit Humor im Jetzt zu sein.

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummeler Challenge

Meine Meinung:
Die Beziehung zwischen Grace und ihrer Mutter Loralynn ist nicht die Beste und doch wünscht sich Loralynn zu ihrem 70. Geburtstag nichts sehnlicher, als eine Reise nach Graceland zum Anwesen von Elvis - gemeinsam mit Grace. Am liebsten würde diese sofort absagen, denn der minimale Kontakt zu ihrer Mutter ist ihr mehr als genug. Loralynn fällt seit jeher durch ihre schrillen Outfits und diverse Perücken auf, sammelt mit Leidenschaft Elvis Figuren und Memorabilia ihres Idols. Grace war dies immer peinlich. Nicht umsonst hat sie gleich nach dem letzten Schuljahr ihr Elternhaus verlassen, um den alkoholkranken und gewalttätigen Vater und der exzentrischen Mutter zu entkommen.
Als Grace jedoch von ihrem Ehemann Jeff verlassen wird, überdenkt sie den Vorschlag ihrer Mutter nochmals. Zur Zeit kann sie nicht weit genug von ihrem Noch-Ehemann entfernt sein. Da bieten sich die tausend Meilen von Boston nach Memphis, Tennesse, geradezu an. In einem schrillen lilafarbenen Cadillac machen sich Grace und Loralynn auf den Weg, der zu einem Roadtrip in die Vergangenheit wird....

Zu Beginn tat ich mir ein bisschen schwer in die Geschichte hineinzufinden, die doch sehr amerikanisch ist. Es wird von Marken, Shops oder anderen Dingen oder Orten gesprochen, die ich nicht kenne. Das macht es mir etwas schwerer sich hineinzufühlen. Doch mit der Zeit treten andere Themen in den Vordergrund und mit jeder Meile, die Grace und Loralynn zurücklegen, umso interessanter und fesselnder wird die Geschichte.
Es werden Gespräche geführt, die schon vor Jahren wichtig gewesen wären, wir erfahren mehr über das Familienleben und den Verletzungen aus der Vergangenheit.
Während ihres Roadtrips lernen sie viele verschiedene Menschen kennen, erleben schöne und traurige Momente und besuchen auch alte Freunde. Es ist bewegend, wie sich beide immer mehr öffnen und mehr Verständnis füreinander aufbringen.
Manche Passagen regen zum Nachdenken an, andere wiederum brachten mich zum Lachen. Die Charaktere der beiden Frauen sind sehr unterschiedlich.
Der Schreibstil ist eher einfach, flüssig und teilweise auch etwas herb bei den Dialogen. Trotzdem gelingt es Kristen Mei Chase schwierige und emotionale Themen mit leichter und humorvoller Unterhaltung zu verbinden und diese genau auf den Punkt zu bringen.

Die Autorin ist ebenfalls asiatischer Herkunft und spricht neben den Themen des Romans auch Vorurteile und Rassismus an, die viele in den USA (und auch anderswo) erfahren müssen.

Cover:

Das amerikanische Cover gefällt mir auch, aber es passt nicht wirklich zum Inhalt, denn es suggeriert eher einen lustigen Roadtrip mit einer spritzigen Story. Es blitzt zwar auch immer wieder Humor in der Geschichte durch, aber es geht eher um Vergangenheitsbewältigung, Krankheit, häusliche Gewalt und Trennung. Alles nicht so "lustige" Themen, wie das Cover hier versucht zu vermitteln.
Das deutsche Cover gefällt mir da hingegen viel besser und passender, auch wenn die Frau am Steuer nicht wirklich asiatisch wirkt.

Fazit:
Der Roman vermittelt den Grundgedanken, dass es nie zu spät ist, alte Wunden zu heilen und neue Wege zu gehen, zu verzeihen und sich zu öffnen. Nicht unbedingt ein Feel-Good-Roadtrip, aber trotzdem mit einer Prise Humor und viel Elvis im Gepäck.

Vielen Dank an das HarperCollins Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!


Im Sommer treffen wir uns wieder - Sarah Morgan

    Die Bildrechte liegen beim Verlag


    • Broschiert: 384 Seiten
    • Verlag: ‎ HarperCollins Paperback; 1. Edition (19. März 2024)
    • Übersetzer: ‎ Judith Heisig
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3365005862
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3365005866
    • Originaltitel: The Island Villa
    • Genre: Belletristik, Gegenwartsroman


HarperCollins Kurzbeschreibung:

Die gefeierte Liebesromanautorin Catherine Swift führt seit Jahrzehnten die Bestsellerlisten an, dabei ist sie selbst in der Liebe alles andere als erfolgreich. Drei gescheiterte Ehen haben die Beziehung zu ihren Töchtern belastet, doch das soll sich nun ändern. Catherine ist verlobt und hofft, dass ihre Hochzeit auf Korfu sie alle endlich als Familie zusammenführt. Adeline weiß nicht, was schlimmer ist – dass ihre Mutter ein viertes Mal heiratet oder dass sie das auch noch in Catherines Luxusvilla feiern soll. Die Trennung ihrer Eltern hat Spuren hinterlassen, die sie als Psychologin zwar erkennt, aber längst nicht verwunden hat. Ihre Halbschwester Cassie scheint wie immer das genaue Gegenteil von ihr zu sein: nichts als pure Begeisterung. Als die Schwestern entdecken, wen ihre Mutter heiraten will, steht für beide alles kopf. Wird die Liebe im sommerlichen Griechenland trotzdem am Ende alles überstrahlen?

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Den neuen Sommerroman von Sarah Morgan, der jedes Jahr auf meiner Leseliste steht, hätte ich fast übersehen. Der Verlag hat nämlich schon wieder die Cover verändert und so habe ich dieses gelb-pink-weiße Cover zuerst nicht mit der Autorin in Verbindung gebracht.

In ihrem neuen Roman stellt Sarah Morgan wiederum eine schwierige Mutter-Tochter Beziehung in den Mittelpunkt. Catherine Swift ist eine erfolgreiche Liebesroman-Autorin, die die Bestsellerlisten seit Jahren anführt. Während sie über die große Liebe schreibt, schaut ihr Privatleben ganz anders aus. Mittlerweile steht sie kurz vor ihrer vierten Hochzeit. Ihre beiden Töchter Adeline und Cassie, die in Großbritannien leben, flattert die Hochzeitseinladung nach Griechenland überraschend ins Haus. Zusätzlich hält Catherine den Namen ihres zukünftigen Mannes geheim und will ihn erst zuhause auf Korfu lüften, wenn ihre beiden Töchter eintreffen.

Adeline, ihrer ältere Tochter, ist ihr großes Sorgenkind. Die Beziehung zwischen den beiden Frauen ist angespannt. Adeline hat die Trennung ihrer Eltern nie wirklich überwunden, vorallem aber leidet sie seit ihrer Kindheit daran, dass sie auf Wunsch ihrer Mutter bei ihrem Vater aufwachsen musste. Adeline hat zwar eine sehr gute Beziehung zu ihrem Vater, aber dass sie ihre Mutter einfach abgeschoben hat, hat sie bis heute nicht verkraftet. Als ausgebildete Psychologin erkennt sie zwar ihr Problem, hat aber seitdem keinerlei Gefühle mehr zugelassen. Sie glaubt nicht an die Liebe und lebt ein sehr selbstkontrolliertes Leben. Ihr widerstrebt es sehr, die Reise nach Korfu anzutreten und eine weitere Hochzeit zu feiern...

Cassie ist das komplette Gegenteil von Adeline. Sie ist gefühlsbetont, offen und eine kleine Romantikerin. Sie hat das Herz auf der Zunge und ein sehr gutes Verhältnis zu ihrer Mutter. Cassie verbringt ihre Sommer jedes Jahr auf Korfu. Nachdem sie ihr Studium abgeschlossen hat, träumt sie davon, ebenfalls Schriftstellerin zu werden. Noch verheimlicht sie, dass sie bereits ein Manuskript eingereicht hat....

Als Adeline und Cassie auf Korfu eintreffen, erwartet sie eine Überraschung, die jedoch nicht so ausfällt, wie ihre Mutter es sich vorgestellt hat und das Aufeinandertreffen eskaliert...

Sarah Morgan erzählt abwechselnd aus der Sicht der einzelnen Figuren. Es ist klar, dass in der Vergangenheit so einiges passiert sein muss, was das Verhältnis zueinander belastet. Deshalb ist die Atmosphäre zu Beginn zwischen den drei Frauen ziemlich angespannt. Man fühlt und fiebert mit Catherine, Adeline und Cassie mit, die sich eigentlich alle drei nichts anderes wünschen, als ein harmonisches Familienglück.

Der mitreißende und bildhafte Schreibstil hat mich durch die Geschichte "getrieben" und ich wollte unbedingt wissen, was in der Vergangenheit passiert ist. Sarah Morgan hält dabei auch einige Überraschungen parat.

Die Charaktere sind lebendig und wieder sehr liebevoll gezeichnet. Man erlebt drei sehr unterschiedliche Frauen einer Familie, die sich nach außen tough geben, aber sehr unsicher sind. Ich mochte sie alle drei auf ihre eigene Art und Weise.

Ganz besonders geliebt habe ich das Setting Korfu. Ich habe die griechische Insel selbst vor Jahren besucht und die wunderschönen Beschreibungen der Landschaft hat mir Fernweh beschert. Viel zu lange war ich nicht mehr in Griechenland...

Cover:

von links nach rechts:
Die beiden englischsprachigen Titel sind in den USA und in Großbritannien verschieden übersetzt worden und auch die Cover sind unterschiedlich. Die beiden rechten Cover aus Island und der Slowakei haben sich jeweils einem davon angeschlossen.

Das deutschsprachige Cover ist hingegen komplett anders und fällt aus der Reihe. Außerdem hat der deutsche HarperCollins Verlag sich anscheinend gegen eine Fortsetzung der einheitlichen Cover der Autorin entschieden, was ich sehr schade finde. Es ist bereits das zweite Mal, dass die Cover der Autorin komplett verändert werden und somit der schnelle Erkennungswert verloren geht. Auf der anderen Seite wirkt es moderner und frischer.

Fazit:
Sarah Morgan hat mit ihrem neuen Roman "Im Sommer treffen wir uns wieder" eine emotionale Geschichte über Familiengeheimnisse, Neuanfänge, verlorenes Vertrauen und neue Chancen geschrieben, den ich gerne weiterempfehle.

Vielen Dank an HarperCollins für die Bereitstsellung des Rezensionsexemplares!

Mauerträume - Kati Stephan

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Taschenbuch: 320 Seiten
    • Verlag: HarperCollins Taschenbuch; 1. Edition (27. Dezember 2023)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3365004696
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3365004692
    • Genre: historischer Familienroman, geteiltes Deutschland



HarperCollins Kurzbeschreibung:
Ost-Berlin 1975: Anni und ihre Familie leben in der DDR. Als Anni ihre Tante Gundula wie so oft zum Grenzübergang Tränenpalast begleitet, verliert sie ihr geliebtes Notizbuch. Der Finder des Büchleins ist Emil, ein junger Mann aus dem Westen, der ab und an beruflich nach Ost-Berlin reist. Um ihr Notizbuch wiederzubekommen, lässt Anni sich auf eine Verabredung mit ihm ein.
Annis Schwester Paula, deren größter Wunsch das Abitur ist, beginnt derweil für ihren Lehrer zu schwärmen. Als sie von der Stasi ein unmoralisches Angebot bekommt, gerät sie in eine Zwickmühle. Nachdem Tante Gundula schwer erkrankt und die Gefühle für Emil trotz ihres Vorsatzes immer stärker werden, wächst in Anni der Wunsch auf ein Leben im Westen. Doch wie kann sie die Mauer überwinden? Und ist sie überhaupt bereit dazu, ihre Familie und vor allem ihre Schwester zurückzulassen?

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Ich habe bereits einige Bücher gelesen, die sich um den Mauerbau, die Zeit der Trennung Berlins und auch dem Fall der Mauer beschäftigen.
Mit "Mauerträume" befinden wir uns in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Anni und ihre Schwester Paula wachsen mit ihren Eltern Marlies und Georg in Ostberlin auf.  Georgs Schwester Gundula ist noch vor dem Mauerbau alleine in den Westen gegangen. Jeden Dienstag besucht sie die Familie und bringt Geschenke mit.
Anni liebt es zu zeichnen und obwohl sie Talent dazu hat und Kundstgeschichte studieren wollte, erhielt sie keinen Studienplatz. Anni arbeitet als Kellnerin in einem Restaurant am Müggelsee. Ihr Notizbuch mit ihren Skizzen und Zeichnungen hat sie jedoch immer dabei. Als sie eines Dienstags wieder zum Grenzübergang Friedrichstraße geht, um ihre Tante Gundula abzuholen, stößt sie mit dem Westdeutschen Erich zusammen. Dabei fällt ihr ihr Notizbuch aus der Tasche. Erich möchte es ihr nur unter der Bedingung zurückgeben, dass er sie zu einem Date einladen kann. Anni möchte allerdings keinen Westdeutschen näher kennenlernen.
Ihre Schwester Paula ist Klassenbeste und bekommt trotzdem keinen Platz an der EOS, weil sie den Staat kritisiert und verbotene Bücher liest, die ihr ihr Lehrer heimlich zusteckt. Da bekommt Paula vom Direktor der Schule ein Angebot. Wenn sie ihren Lehrer bespitzelt, erhält sie den gewünschten Platz am Gymnasium. Wird sich Paula darauf einlassen? Vater Georg arbeitet als einer der Letzten noch als Schuster in seiner eigenen Werkstatt, doch auch ihm wird das Leben schwer gemacht, während Marlies ihre privaten Tauschgeschäfte führt...

Annies und Paulas Familie steht für viele Familien in der ehemaligen DDR, die nicht ganz der Norm oder dem Wunsch der Obrigen entsprachen.
Als Leser begleiten wir die beiden Jugendlichen und ihre erhalten Einblicke in ihre Wünsche und Träume, die sich nicht oft mit denen des Staats vereinbaren lassen. Trotzdem fallen beide nicht wirklich auf und erst als Gundula fragt, was Glück für die Mädchen bedeutet, werden sie nachdenklich und überdenken ihr Leben. Dabei ist auch der Zusammenhalt der Familie ein großes Thema.

Kati Stephan beschreibt das Leben in der DDR sehr anschaulich und bildhaft. Der Schreibstil ist angenehm und eindringlich. Die Figuren sind sehr lebendig und trotzdem konnte ich nicht immer mit ihnen so mitfühlen, wie ich es gerne getan hätte. Leider verrät der Klappentext sehr viel bzw. hat er für mich eher den Touch einer Liebesgeschichte. Diese steht aber keineswegs im Vordergrund und bekommt erst zum Ende hin mehr Raum. Dieses letzte Viertel war mir dann auch fast etwas zu schnell abgehandelt, denn die Zeitsprünge geben ein etwas gerafftes Bild wieder.

Wer gerne mehr über die deutsch-deutsche Geschichte lesen möchte, dem empfehle ich die Trilogie von Farina Eden "Geteiltes Land".

Fazit:
"Mauerträume" erzählt vorallem über Träume und dem Zusammenhalt der Familie auf der anderen Seite der Mauer in Berlin der Siebziger Jahre. Gut rechercheirt und eindringlich erzählt, aber nicht mein Favorit der Romane, die ich bisher über die deutsch-deutsche Geschichte gelesen habe.

Vielen Dank an das Bloggerportal von HarperCollins für das Rezensionsexemplar!

Weihnachten kann kommen - Sarah Morgan

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Broschiert: 416 Seiten
    • Verlag: ‎ HarperCollins Paperback; 1. Auflage, Deutsche Erstausgabe (26. September 2023)
    • Übersetzer: ‎ Sarah Heidelberger
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3365004068
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3365004067
    • Originaltitel: ‎ Snowed in for Christmas
    • Genre: Weihnachtsroman



HarperCollins Kurzbeschreibung:
Das Weihnachtsfest der Familie Miller ist legendär – eine perfekte Feier, von der die Werbefachfrau Lucy bisher nur gelesen hat. Bis jetzt. Denn dieses Jahr muss sie Ross Miller für einen neuen Vertrag gewinnen. Und weil er ihre Anrufe nicht entgegennimmt, will sie die familiären Vorbereitungen unterbrechen, Ross' Unterschrift einholen und dann verschwinden, bevor ihr Neid auf die grandiose Familie zu stark wird. Doch es kommt alles anders, weil die Millers sie für Ross' neue Freundin halten. Ehe sie sich versieht, ist Lucy eingeladen, über die Feiertage bei ihnen in den verschneiten schottischen Highlands zu wohnen. Ihr vermeintlicher Freund ist wütend, aber die Chemie zwischen den beiden ist ebenso heftig wie überraschend. Entweder steht Lucy das schlimmste Weihnachtsfest aller Zeiten bevor, oder die Verwechslung entpuppt sich als der beste Fehler ihres Lebens.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Nicht nur Petra Schier gehört für mich jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit zu meinen MUST READS, sondern auch Sarah Morgan. Diesmal habe ich den Roman gemeinsam mit der lieben Livia von "Samtpfoten mit Krallen" gelesen.

Werbefachfrau Lucy Clarke liebt ihren Job in einer in London ansäßigen Werbeagentur. Als zwei Großkunden kurzfristig abspringen, steht es nicht gut um die Firma und Lucy versucht verzweifelt nach Auswegen um Kündigungen vorzubeugen. Schließlich hat sie die Idee "Miller Active", ein Sportbekleidungslabel unter der Leitung von CEO Ross Miller, ein lukratives Angebot zu unterbreiten. Für die unsportliche Lucy ein sehr gewagtes Unternehmen. Deshalb greift sie zu außergewöhnlichen Mitteln und reist kurzerhand von einem anderen Auftrag, den sie in Schottland betreut hat, weiter zur Lodge der Millers in den schottischen Highlands. Dort will sie ihr Angebot persönlich überbringen...

In der Zwischenzeit treffen nach und nach die erwachsenen Kinder von Douglas und Glenda Miller zuhause ein. Zuvor haben sie sich abgesprochen, dass die Themen Heirat, Nachwuchs und Partner nicht angesprochen werden dürfen, denn es gibt sowieso genug "Sprengstoff", wenn die Familie aufeinander trifft. Vater Douglas gehört das Familienunternehmen Glen Shortbread. Gerne würde er etwas kürzer treten, aber sein Sohn Ross hat sein eigenes Unternehmen gegründet und hat kein Interesse den Familienbetrieb zu übernehmen. Seitdem ist das Verhältnuis zwischen Vater und Sohn sehr abgekühlt. Alice ist Ärztin und ein richtiger Workaholic. Begleitet wird sie von Nico, einem Herzchirurgen, mit dem sie seit neun Monaten zusammen ist. Mutter Glenda und Nanna Jean hören schon die Hochzeitsglocken läuten. Die Jüngste der Geschwister ist Clemmie. Sie eifert keinen der Familie nach und hat ein großes Geheimnis im Gepäck. Als Ross auftaucht, hoffen die Schwestern von sich ablenken zu können und erfinden kurzerhand für ihn eine Freundin. Und dann steht Lucy vor Tür....

Nachdem ich den Klappentext gelesen habe, dachte ich eigentlich, dass sich der Roman hauptsächlich um Lucy und Ross dreht. Doch ab der Mitte verschiebt sich der Fokus auf die einzelnen Familienmitglieder und ich hatte das Gefühl, dass sich die Autorin unabsichtlich etwas verzettelt hat. Sie öffnet einen Handlungsstrang nach dem anderen und der Fokus verschiebt sich auf die gesamte Familie Miller, wobei Ross und Lucy nur mehr als Nebenhandlung fungieren. Gestört hat es mich nicht, aber ich hatte trotzdem das Gefühl, dass Sarah Morgan zu viele Stränge aufgemacht hat, die sie auch logisch schließen muss. Dadurch bleibt einiges an der Oberfläche und es fehlte an einigen Stellen an Tiefgang. Einen Handlungsstrang fand ich außerdem etwas überhastet bzw. abrupt beendet.

Die Weihnachtsstimmung kommt dennoch nicht zu kurz, auch wenn einige Probleme gewälzt werden. Durch das stimmungsvolle Ambiente in den verschneiten schottischen Highlands und etwas Romantik, fühlt man sich rundherum wohl. Während die Millers eingeschneit werden und niemand mehr den nahen Ort erreichen kann, spitzt sich die Lage in der Lodge immer mehr zu. Es kommt zu eingen Dramen und auch humorvollen Geschehnissen, die unterhalten. Die bildhafte Beschreibung der Umgebung und das winterlichen Setting beherrscht die Autorin wieder großartig.

Schreibstil:
Sarah Morgan schreibt sehr warmherzig und gefühlsbetont. Wie von der Autorin gewohnt, wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht der einzelnen Figuren erzählt. Die Charaktere sind lebendig gezeichnet und ich hatte alle bildhaft vor Augen. Besonders Nanna Jean schließt man schnell ins Herz, die offen ausspricht, was sie denkt und für einige Lacher sorgt. Man rätselt welche Geheimnisse Alice und Clemmie haben und fühlt mit Douglas, der sich Gedanken über Glen Shortbread und dessen Zukunft macht. Familienhund Hunter gehört ebenfalls dazu und Lucy schließt man sowieso von Beginn an ins Herz, die sich nichts sehnlicher, als eine Familie wünscht. Ich habe mich wunderbar unterhalten gefühlt.

Cover:

von links nach rechts:
die beiden englischsprachigen Cover, das schwedische und italienische

Warum der Verlag nun zum dritten Mal die deutsche Covergestaltung ändert, ist mir ein Rätsel. Mir gefällt zwar das neue Cover von "Weihnachten kann kommen", aber wenn nicht groß der Namen der Autorin draufgestanden wäre, hätte ich nicht erkannt, das es sich um den alljährlichen Weihnachtsroman der Autorin handelt.

Fazit:
Romantisch, stimmungsvoll, humorvoll und ein bisschen nachdenklich ist der neue Weihnachtsroman von Sarah Morgan, der mich bereits in vorweihnachtliche Stimmung gebracht hat. Trotz der zu vielen Ebenen und Dramen hat mich die Geschichte gut unterhalten und mir ein paar schöne Lesestunden beschert.

Vielen Dank an das Bloggerportal von HarperCollins


Die letzte Nacht - Karin Slaughter

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Gebundene Ausgabe: 560 Seiten
    • Verlag : ‎ HarperCollins Hardcover; 1. Edition (25. Juli 2023)
    • Übersetzer: ‎ Fred Kintzel
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3365003703
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3365003701
    • Originaltitel: After That Night
    • Genre: Thriller
    • Reihe: ja - Band 11 der Georgia Reihe



HarperCollins Kurzbeschreibung:
Vor fünfzehn Jahren veränderte sich Sara Lintons Leben schlagartig, als sie nach einem Barbesuch brutal überfallen wurde. Mittlerweile hat sie es geschafft, das Trauma hinter sich zu lassen: Sara ist erfolgreiche Ärztin und mit einem Mann verlobt, den sie liebt. Doch eines Nachts, während sie in der Notaufnahme arbeitet, verändert sich alles. Eine junge Frau wird nach einem Überfall schwer verletzt eingeliefert, und Sara muss um ihr Leben kämpfen. Je weiter die Ermittlungen unter der Leitung von Will Trent fortschreiten, umso klarer wird es, dass das, was dieser Frau zugestoßen ist, auf grausame Weise mit Saras eigenem Schicksal zusammenhängt. Sara Linton muss sich ihrer Vergangenheit stellen ...

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Puh, gefühlt ist es schon eine halbe Ewigkeit her, dass ich den letzten Thriller aus der Georgia Reihe von Karin Slaughter gelesen habe. Die letzten Bücher der Autorin waren größtenteils Stand alones und irgendwie fehlen mir auch die Bände von Teil 7 an bis 10 der Georgia Reihe....hm. Allerdings werden diese auch unterschiedlich aufgelistet....egal...es war trotzallen wieder toll Sara Linton und Will Trent nach längerer Zeit "wieder zu begegnen", auch wenn mich "Die letzte Nacht" nicht ganz überzeugen konnte.

Sara und Wilbur stehen kurz vor ihrer Hochzeit, als eines Nachts eine junge Frau in die Notaufnahme des Grady Hospitals gebracht wird, die durch eine Vergewaltigung schwer verletzt unter Saras Händen stirbt. Dieser Vorfall weckt in Sara Erinnerungen, die sie lange Jahre verdrängt hat. Vor fünfzehn Jahren wurde sie selbst vergewaltigt und der Tod der jungen Frau wirft sie kurzfristig aus der Bahn. Der Vorfall scheint nämlich auf grausame Weise irgendwie mit ihrer Vergangenheit zusammenzuhängen....

Sara muss als Zeugin beim Prozess gegen den Sohn eines ehemaligen Kommilitonen aussagen. Er wird angeklagt, die junge Frau, die damals schwer verletzt in die Notaufnahme gekommen ist, unter Drogen gesetzt und vergewaltigt zu haben. Einige Hinweise ergeben, dass dies nicht der erste derartige Fall ist, der auf diese Weise verübt wird. Die Frauen werden zuerst gestalkt, dann unter Drogen gesetzt und vergewaltigt. Will, Faith und Sara beginnen ohne Auftrag zu ermitteln....

Das Thema ist etwas heikel und könnte Leserinnen triggern. Allerdings erfährt man schon im Klappentext, dass es im neuen Thriller um Vergewaltigungen geht....also wer genau liest, weiß um den Inhalt.
Die ersten Kapitel sind spannend, jedoch ziehen sich die fast 600 Seiten insgesamt doch etwas. Vorallem in der Mitte hatte ich oftmals das Gefühl, nicht wirklich etwas Neues zu erfahren. Dafür erhalten wir viele Einblicke in Saras Vergangenheit und in viele kranke Gehirne.
Karin Slaughter taucht tief in die Abgründe der menschlichen Seele. Die Atmosphäre ist bedrückend und teilweise aggressiv. Die Kaltblütigkeit, die hier gegenüber Frauen angewandt wird, ist teilweise schwer zu verdauen.

Meine Thriller-Leidenschaft wurde eigentlich vor Jahrzehnten durch Karin Slaughter geweckt. Mittlerweile überzeugen mich ihre Thriller leider nicht mehr richtig.
Obwohl ich Will nun schon einige Bücher lang kenne, bleibt er mir nach wie vor ein bisschen fremd. Er hat viele Facetten und schlüpft sehr schnell in eine andere Rolle. Ein wirklicher Sympathieträger ist er für mich aber noch nicht wirklich geworden.

Die Sprache ist teilweise wieder rauh und eher einfach. Viele überraschende Wendungen lassen den bereits in Gedanken gefassten Verdacht schnell wieder ad acta legen. Einige Auflösungen fand ich jedoch nicht wirklich logisch. Die zahllosen langen Dialoge und die teilweise sehr detaillierten Passagen nehmen dem Thriller ebenfalls die Spannung. Da ich Slaughter's Bücher aber schon so lange lese und vorallem mit ihren ersten Teilen meine Liebe zum Genre erst so richtig geweckt wurde, vergebe ich drei Sterne.

Cover:

von links nach rechts:
die englischsparchige Ausgabe, die dänische, portugiesische, niederländische und nochmals eine englischsprachige Ausgabe

Fazit:
Nicht unbedingt das beste Buch der Autorin. Mir fehlte es hier generell an Spannung. Zweihundert Seiten weniger und ein mehr stringenter Aufbau hätten mir besser gefallen. Ob ich die Reihe weiter verfolgen werde, weiß ich noch nicht...

Vielen Dank an das Bloggerportal von HarperCollins für das Rezensionsexemplar!

Das Haus der Sommerfreundinnen - Sarah Morgan

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Broschiert: 384 Seiten
    • Verlag: ‎ HarperCollins Paperback; 1. Edition (25. April 2023)
    • Übersetzer: ‎ Judith Heisig
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 336500257X
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3365002575
    • Originaltitel: ‎ Beach House Summer
    • Genre: Roman, Gegenwartsliteratur



HarperCollins Kurzbeschreibung:
Der Tod ihres Mannes zieht Joanna Whitman den Boden unter den Füßen weg. Ihre Ehe war nicht mehr glücklich, und trotzdem ist für Joanna erst jetzt der Zeitpunkt gekommen, ganz neu anzufangen. Um sich und die Frau zu schützen, die mit ihrem verunglückten Ehemann im Auto saß, reist Joanna mit ihr an den einzigen Ort, an dem sie zu sich kommen und sich erholen kann: nach Silver Point, wo sie unvergessliche Sommer und ihre Kindheit verbracht hat. Am weißen Strand Kaliforniens wartet nicht nur das herrliche Strandhaus auf die beiden Frauen. Es ist ein Ort der Wahrheit, an dem sich beide ihrer Vergangenheit stellen müssen, um die Zukunft zu gestalten, die sie sich wünschen.

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Jedes Jahr im Sommer und Winter erscheint ein neuer Roman von Sarah Morgan, der immer auf meiner Wunschliste steht. So ist natürlich auch diesmal ihre neuerste Geschichte bei mir eingezogen. Leider hat mich die Autorin aber mit "Das Haus der Sommerfreundinnen" etwas enttäuscht zurückgelassen.

Zwanzig Jahre war Joanna mit dem berühmten Starkoch Cliff Whitman verheiratet. Die Ehe war alles andere als gut. Cliff, der sich gerne im Mittelpunkt sonnte, hatte laufend Affären. Seit einem Jahr sind Joanna und er geschieden, als er bei einem tödlichen Autounfall ums Leben kommt. Neben ihm im Auto saß eine junge Frau, die überlebt hat. Die Presse belagert seitdem Joannas Haus. Um den Reportern und Fotografen zu entkommen, flüchtet sie mit Ashley, die bei Cliff im Wagen saß, in ihre alte Heimat Silver Point. Selbst nach zwanzig Jahren, in denen sie sich nie bei ihren Freunden gemeldet hat, wird Joanna liebevoll aufgenommen. Unvergessliche und schmerzhafte Erinnerungen haben sie all die Jahre über davon abgehalten den Kontakt aufrecht zu halten. Die Rückkehr fällt Joanna schwer, doch sie muss sich schlussendlich der Vergangenheit stellen...

Der Beginn der Story hat mir gut gefallen. Joanna hasst jeden Medienrummel und kann sich nach dem tödlichen Autoufalles ihres Ex-Mannes diesen nur durch Flucht entziehen. Doch warum hat sie Ashley aus dem Krankenhaus geholt und mit nach Silver Point genommen? Und warum verließ sie vor zwanzig Jahren ihren Heimatort von einem Tag auf den anderen?
Diesen Geheimnissen gehen wir nach und nach auf dem Grund. Joanna hat in ihrer Jugend viele Verletzungen erfahren und hat durch die Heirat mit ihrem narzistischen Mann den letzten Rest an Selbstvertrauen verloren. Sie möchte Ashley vor der Pressemeute beschützen, denn sie weiß, warum die junge Frau in Cliffs Wagen saß. In ihrem Haus in Silver Point lernen sich die beiden näher kennen und bald entsteht eine tiefe Freundschaft.

Es geht um Neuanfänge, Selbstvertrauen, Freundschaft und zweite Chance. Trotzdem fragte ich mich sehr oft, wer von den beiden Frauen hier die Vierzigjährige und wer der Teenager ist, denn Joanna verhält sich oftmals so untypisch für eine erwachsene Frau, dass ich nur den Kopf schütteln konnte. Ashley dagegen ist für ihr Alter fast zu erwachsen und vernünftig und erklärt in langen Dialogen und Gesprächen Joanna die Welt. Ab diesen Zeitpunkt hat mich die Geschichte verloren. Es wird geredet und geredet. Joanna ist zwar verusichert und von der Situation überfordert, aber sie wirkt oftmals nicht ihrem Alter entsprechend - genauso wie Ashley.

Die Charaktere sind liebevoll gezeichnet. Joannas frühere Freundinnen Meg, Marie-Lu und Rosa wirken wie ein Fels in der Brandung, die Joanna auch nach zwanzig Jahren beistehen. Greg und Nate sind fast zu gut, um wahr zu sein und Eden wandelt sich ebenfalls plötzlich vom widerspenstigen Teenager zur einsichtigen jungen Frau. Das war mir etwas too much.

Das Setting und die bildhaften Beschreibungen der Kleinstadt Silver Point und ihren Einwohnern ist hingegen gelungen. Man fühlt sich selbst als Leser in der Umgebung wohl und ich hätte am liebsten gleich die Koffer gepackt, um dort Urlaub zu machen.

Die Angst, die beide Frauen von der Presse hatten, und die zu Beginn ein sehr wichtiger Teil der Handlung war, wird in den letzten Kapiteln nur mehr kurz angeschnitten und schnellstmöglichst abgehackt. Ein weiterer Kritikpunkt....

Cover:

von links nach rechts:
alles englischsprachige Cover bis auf das zweite von links, welches aus Dänemark kommt

Fazit:
Mich hat dieser neue Sommerroman von Sarah Morgan leider nicht ganz so überzeugt, wie ihre vorherigen Bücher. Mir war ein Teil davon zu dialoglastig und teilweise auch zu unglaubwürdig. Das Setting ist bildhaft und weckt Sommerträume.

Vielen Dank an das Bloggerportal von HarperCollins für das Rezensionsexemplar

Träume aus Eis - Franziska Winkler

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

     

    • Taschenbuch: 400 Seiten
    • Verlag: ‎ HarperCollins Taschenbuch; 1. Edition (25. April 2023)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3365002774
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3365002773
    • Genre: Familiensaga



Heyne Kurzbeschreibung:
Erna und Josef Pankofer sind überglücklich, als sie die kleine Eisdiele in der Kaufinger Straße in München eröffnen. Endlich hat das Tingeln mit dem Eiswagen durch die Straßen ein Ende und sie haben ein besseres Zuhause für sich und ihre beiden Töchter. Doch dann bricht die Weltwirtschaftskrise über sie herein, und die älteste Tochter Frieda verliebt sich ausgerechnet in den Sohn eines Konkurrenten. Das Glück der Familie hängt bald am seidenen Faden - kann die Idee, als erster Laden in ganz Bayern Eis am Stiel zu verkaufen, sie retten, oder sind die Träume aus Eis am Ende nur Luftschlösser ...?

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Franziska Winkler alias Nicole Steyer, Anke Petersen oder Linda Winterberg hat sich den Anfängen des "Eis am Stil" angenommen. In ihrem fiktiven Roman "Träume aus Eis" erzählt sie die Geschichte um das erste "Steckerleis" und seinem Erfinder Josef Pankofer.

Gemeinsam mit seiner Frau Erna eröffnet er 1929 in München einen kleinen Eissalon. Um aus der Masse der größeren Kaffeehäuser, die ebenfalls Eis verkaufen, hervorstechen, möchte er etwas Neues und Einzigartiges anbieten. In einer Zeitschrift liest er über das erste Eis am Stil in den USA und bei einer Reise nach Berlin lernt er tatsächlich einer Kollegen kennen, der bereits daran arbeitet. Sein Traum ist es, sein eigenes "Eis am Stil" in München zu verkaufen.

Doch nicht nur der große Konkurrent, das Café Großglockner mit original italienischenem Eis, sondern auch die Weltwirtschaftskrise, dämpfen Josefs Träume. Dann verliebt sich seine Tochter Frieda auch noch in den Sohn des größten Konkurrenten und deren jüngere Schwester Lotte hat mit dem Eissalon so gar nichts am Hut....

Inspiriert ist die Geschichte von Josef Pankofer, der das Eis am Stiel in Deutschland bekannt machte. Die historischen Fakten um sein "Jopa-Eis" sind allerdings dünn gesät. Die Autorin konzentriert sich eher auf die fiktive Familiengeschichte. Dadurch reiht sich dieser Roman in das "Allerlei" anderer leichten, sogenannten "historischen" Familiensagen ein, die sich gerade gut verkaufen. Ich lese diese sehr gerne, aber es gibt hier wirklich sehr große Unterschiede was Authentizität und Historie betrifft.

Gefallen hat mir das Münchner Lokalkolorit. Beim Lesen fühlt man sich direkt vor Ort. Auch der manchmal eingefügte bayrische Dialekt trägt zur Authentizität bei. Interessant waren die Hintergrundinformationen rund um die Eisherstellung, die zu dieser Zeit wirklich ein sehr umständlicher Prozess war!

Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich gut lesen. Die Geschichte ist sehr kurzweilig geschrieben. Die Figuren sind authentisch. Von manchen hätte ich mir noch etwas mehr Tiefe gewünscht, andere sind wiederum sehr ursprünglich und sympathisch, wie Fanny, die Küchenhilfe. Sie ist mir besonders ans Herz gewachsen. Manche Teile der Geschichte leben erst richtig durch ihre Person.
Mit Josef Pankofer hatte ich manchmal Schwierigkeiten. Er ist ein Tüftler und Träumer. Oftmals versinkt er in seiner eigenen Welt und vergisst dabei alles um ihn herum. Seine Sturheit in Bezug auf Frieda und Erich hat mir allerdings nicht gefallen und wirkte mit der Zeit unglaubwürdig.

Was mir weniger gefallen hat, war die Masse an Dramen. Kaum schien es bei den Pankofers bergauf zu gehen, schlägt das Schicksal erneut zu. Vieles wurde mir auch viel zu schnell gelöst.
Ebenso haben sich einige Fehler eingeschlichen. Figuren haben plötzlich andere Namen oder verschiedene Hintergründe. Das darf - meiner Meinung nach - im Lektorat nicht übersehen werden!
Das Cover hat mich hingegen richtig angesprochen und neugierig auf den Roman gemacht.

Fazit:
Ein leicht zu lesender Roman, der sich eher in die Riege "leichte Familiensaga" einreihen lässt und nicht wirklich in die Tiefe geht. Mir waren es vorallem in der zweiten Hälfte zu viele Dramen und Schicksalschläge. Interessant ist die damals noch sehr umständliche Eisherstellung, die den Rahmen der Geschichte bildet.


Vielen Dank an das Bloggerportal von HarperCollins für das Rezensionsexemplar!
 

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