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Die Glücksschneiderin - Ulrike Sosnitza

     

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Taschenbuch: 384 Seiten
    • Verlag: ‎ Heyne Verlag; Originalausgabe Edition (14. Juni 2021)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3453424891
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3453424890
    • Genre: Gegenwartsliteratur, Liebesroman



Heyne Kurzbeschreibung:
Clara hat sich ihren Traum erfüllt und in Würzburg ein Nähcafé eröffnet. Dort gibt sie Nähkurse, verwandelt alte Kleidungsstücke in neue und macht die Menschen mit maßgeschneiderten Röcken, Jacken und Hosen glücklich. Auf einem Flohmarkt findet sie eines Tages ein ganz besonderes Vintage-Kleid aus den Zwanzigerjahren. Als sie es anprobiert, steht plötzlich Finn, ihre erste große Liebe, vor ihr und behauptet, dass dieses Kleid ein Familienerbstück von ihm sei. Mit einem Schlag kehrt das Gefühlschaos von damals wieder. Was will er mit diesem Kleid? Und warum hat er sie vor vielen Jahren ohne ein Wort verlassen? Fragen, die Claras Leben vonn Jetzt auf Gleich völlig durcheinanderwirbeln.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Meine Mutter war gelernte Schneiderin und als Kind habe ich auf ihrer alten Singer Tretmaschine das Nähen gelernt. Ich habe es geliebt für meine Barbie-Puppen Kleider aus Stoffresten zu zaubern, bis ich in der Schule an der elektrischen Nähmaschine saß und Bettwäsche nähen musste. Da war es vorbei mit der Liebe zur Schneiderei...

Der neuerste Roman von Ulrike Sosnitza handelt von dieser Liebe zu den Stoffen und daraus aus etwas Altem etwas Neues zu machen. Im Näh-Café von Clara und ihrer Tante Sonja haben sich die beiden Frauen einen Traum erfüllt. Sonja bäckt und bewirtet die Kunden im Café, während Clara Nähkurse im hinteren Teil des Kaffeehauses geben möchte. Doch so gut, wie sie sich das vorgestellt hat, läuft es nicht. Kaum jemand hat Interesse an Upcycling, der Wiederverwertung von Stoffen. Selbst ihre Nichte Merle nennt ihre Idee Müllverwertung. Als Clara auf einem Flohmarkt ein ganz besonderes Vintage-Kleid findet, mit dem sie mehr Kunden ins Näh-Café locken möchte, steht plötzlich ihr Exfreund Finn vor ihr und behauptet das Kleid gehörte seiner Urgroßmutter. Clara möchte weder ihren Fund hergeben, noch Finn wieder zurück in ihr Herz lassen. Noch heute kann sie nicht verstehen, warum er sie ganz plötzlich und ohne jede Erklärung verlassen hat. Die alten Gefühle kochen bald wieder hoch, doch Finn will noch immer nicht über die Vergangenheit sprechen. Zusätzlich plagen Clara Probleme im Nähcafé, dem die nähwilligen Frauen fern bleiben....

Ulrike Sosnitza schreibt  in ihren Romanen über ganz besondere Interessen und Leidenschaften. In Novemberschokolade war es die Liebe zur Pralinenherstellung, in Hortensiensommer besitzt Johanna einen grünen Daumen und zaubert prachtvolle Gärten, in Sternenblütenträume geht es um (Hochzeits-)Fotografie und im neuen Roman um Nähen und Upcycling. Dieses Thema bildet den roten Faden. Ulrike Sosnitza spricht aber auch über Nachhaltigkeit, das Konsumverhalten der Menschen oder dem Klimawandel in ihrem Roman. Der Verzicht auf Fast Fashion wird ebenso aufgegriffen, wie Labelkäufe. Heutzutage werden viele Dinge einfach weggewofen und neu gekauft, während früher repariert, gestopft oder etwas nochmals verwendet wurde.

Die Figuren sind allesamt liebenswert und lebendig dargestellt. Mit Hella, der Freundin von Clara, die bei ihr in der WG wohnt, und den homosexuellen Pärchen Georg und Kilian, lernen wir neben Sonja, ihrer Tochter Merle und auch Finn, noch weiter sympathische Figuren kennen.
Die Liebesgeschichte steht klar im Mittelpunkt und war etwas vorhersehbar, was aber bei Romanen wie diesen auch erwartet wird. Das Geheimnis warum Finn Clara damals ganz plötzlich und ohne ein Wort verlassen hat, wird im letzten Drittel aufgeklärt, wobei Ulrike Sosnitza ein weiteres Tabuthema aufgreift. Trotzdem bleibt die Geschichte ein Wohlfühlroman mit viel Liebe, einem Geheimnis um das alte Kleid aus den Zwanziger Jahren und aktuellen Themen, die zur momentanen Zeit passen.

Der Schreibstil ist leicht, flüssig und sehr lebendig. Die vielen Dialoge hauchen der Geschichte Leben ein. Die Beschreibungen der Stoffe und der Materialien sind bildhaft undanschaulich beschrieben.

Die Liebe zur Schneiderei und dem Nähen wird durch Clara sehr lebendig dargestellt. Aber auch die Kulinarik kommt durch Sonjas Café nicht zu kurz. Die Idee eines Näh-Cafés finde ich richtig toll. Im Nachwort erzählt die Autorin, wie sie durch das Nähcafé Edeltraud in Würzburg auf die Idee kam, dieses Setting für ihren Roman zu verwenden.

Fazit:
Ein Wohlfühlroman mit aktuellen Themen rund um Nachhaltigkeit und dem Klimawandel. Dazu gibt es einen Hauch Romantik, Mode, Stoffe und kulinarischen Leckerbissen. Das alles zusammen ist ein wundervoller Mix für gemütliche Lesestunden.

Vielen Dank an den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar!

Sternenblütenträume - Ulrike Sosnitza

    Die Bildrechte liegen beim Verlag


    • Taschenbuch: 400 Seiten
    • Verlag: Heyne Verlag; Auflage: Originalausgabe (10. Februar 2020)
    • ISBN-10: 3453423690
    • ISBN-13: 978-3453423695
    • Genre: Liebesroman, Gegenwartsliteratur


Heyne Kurzbeschreibung: 
Die Hochzeitsfotografin Nina braucht eine neue Wohnung und einen neuen Mann. In dieser Reihenfolge. Seit sie wieder Single ist, lebt sie notgedrungen bei ihren Eltern, und das hält sie einfach nicht aus. Da trifft sie auf einer sonnendurchfluteten Lichtung im Wald auf den Schulsozialarbeiter Felix, der so gerne Bäume umarmt. Sie verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Und er in sie. Alles ist perfekt. Sogar die riesige Narbe auf ihrem Bauch stört ihn nicht. Doch dann entdecken die beiden, welch schreckliches Geheimnis sie verbindet.

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
"Sternenblütenträume" ist der vierte Roman der Autorin, der im Heyne Verlag erscheint und mein drittes Buch von ihr. Leider empfinde ich es als das bisher schwächste. Während mich "Hortensiensommer" und "Novemberschokolade" sehr gut unterhalten haben, hatte ich hier kleine Probleme mit dem viel zu vielen Missverständnissen, die einfach nicht aufgelöst wurden. Aber der Reihe nach....

Nina ist nach der Trennung von ihrem Freund wieder bei ihren Eltern eingezogen und arbeitet bei ihrem Vater im Fotogeschäft. Sie hat sich jedoch auf Hochzeitsfotografie spezialisiert und hat damit Erfolg. Nun braucht sie nur noch eine neue Wohnung, damit sie von zuhause wieder ausziehen kann.
Bei einer ihrer Joggingrunden entdeckt sie eine traumhafte Lichtung im Wald. Ihr fotografisches Auge ist entzückt und während sie überlegt, wie sie die mystische Wirkung am besten einfangen kannt, steht plötzlich ein Mann vor ihr. Es ist der Schulsozialarbeiter und Übergangsmanager Felix, der genauso verzaubert von Nina ist, wie von diesem magischen Moment. Zwischen den beiden funkt es gewaltig und die Lichtung wird ihr weiterer Treffpunkt. Doch das Glück währt nicht lange, denn zwischen den Beiden steht ein grausames Geheimnis....

Der Roman wird aus der Ich-Perspektive erzählt. Dabei wechselt diese zwischen Nina und Felix. Damit haben wir einen guten Einblick in ihre Gefühlswelten. Das Geheimnis, welches die beiden auseinander bringt, hat mich überrascht und wurde von der Autorin gut gewählt. Der spätere Verlauf nach dem Zerwürfnis war mir dann allerdings zu sehr konstruiert und hinausgezogen. Das Hin und Her zwischen den beiden Verliebten ab diesen Zeitpunkt fand ich oftmals einfach nur mehr nervig. Es gab keine Kommunikation zwischen Nina und Felix mehr, die Probleme wurden aber immer größer und wären mit einem kurzen Gespräch aus der Welt geschafft worden. Das geht natürlich in einem Roman nicht, denn dann wäre die Geschichte auch schon wieder erzählt - das ist mir schon klar. Trotzdem war mir Vieles einfach zu aufgebauscht. Ich verstehe, dass es Zeit braucht bis es zum Happy End kommt, aber zu sehr hinausgezogen sollte es dann auch nicht sein.

Die bildhafte Beschreibung der Umgebung und vorallem der Waldlichtung fand ich hingegen wunderschön und sehr lebendig erzählt. Ich hatte die Landschaft vor Augen und konnte die Blumen riechen.
Gefallen hat mir auch die Beschreibung von Felix Job als Übergangsmanager, sowie seine Wandlung vom ehemaligen reichen Vatersöhnchen in der Bankbranche zu einem sozial engagierten jungen Mann. Er hilft sozialschwachen Kindern und denjenigen, die noch keine Auswahl betreffend ihres weiteren Berufsweges getroffen haben. So lernen wir auch Marlon kennen, der im Fotostudio bei Nina und ihren Vater schnuppern und sich etwas Praxis holen darf. Diese Idee fand ich wirklich gelungen und auch mal etwas ganz Neues. Themen wie diese werden in Büchern oftmals viel zu wenig angesprochen, was ich schade finde.
Auch Nina verfolgte ich gerne bei ihren Shootings während diverser Hochzeitsfeierlichkeiten.

Die Charaktere der beiden Hauptprotagonisten sind gut gezeichnet, agieren aber nicht immer stimmig. Sie entwickeln sich weiter und lernen aus ihren Fehlern. Die Nebencharaktere fand ich hingegen etwas zu schwarz-weiß gemalt und das Ende ein bisschen zu viel des Guten. Trotzdem ein netter Roman, der einige interessante neue Themen aufgreift und sich mit Vertrauen, Schuld und Vergebung aufseinandersetzt.

Schreibstil:
Ulrike Sosnitza schreibt einfühlsam und lebendig, sowie sehr dialoglastig. Die bildhaften Beschreibungen der Pflanzen, Blumen und auch der Landschaft sind wunderbar eingefangen und haben der Geschichte etwas Besonderes verliehen.
Das Cover ist, wie bereits die drei Vorgänger, ein absoluter Traum und einfach "zum Anbeißen"!

Fazit:
Ein Roman, der einerseits neue interessante Themen aufgreift, auf der anderen Seite aber manchmal zu gewollt mit dem Missverständnis der beiden Hauptprotagonisten spielt. Insgesamt hat mich die Geschichte gut unterhalten, kommt aber an die beiden anderen Romane der Autorin, die ich gelesen habe, nicht heran.  Dreieinhalb Sterne...gutes Buch, aber Durchschnitt.

Vielen Dank an den Heyne Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar, sowie die nette Begelitung durch die Autorin bei der Leserunde

Hortensiensommer - Ulrike Sosnitza



    • Taschenbuch: 400 Seiten
    • Verlag: Heyne Verlag (12. März 2018)
    • ISBN-10: 3453422147
    • ISBN-13: 978-3453422148
    • Genre: Gegenwartsliteratur


Heyne Kurzbeschreibung:
Ob Schneerosen, Taglilien oder Anemonen – im malerischen Sommerhausen verzaubert Johanna kahle Gärten in duftende Paradiese. Seit einem tragischen Ereignis lebt sie alleine in einem viel zu großen Haus und vermietet die Einliegerwohnung an Philipp mit dem Panamahut. Nur zögernd freunden sie sich an. Als Philipp beginnt, ihr vorzulesen, schleicht sich langsam die Liebe in ihr einsames Herz. Im Mai dann erklingt Kinderlachen im Garten und Philipp stellt Johanna seine kleine Tochter vor, woraufhin sie entsetzt flüchtet. Als Philipp den Grund für Johannas Verhalten erfährt, setzt er alles daran, sie wieder zum Strahlen zu bringen ...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Mein zweites Buch von Ulrike Sosnitza (nach "Novemberschokolade"), das wieder mit einem unglaublich tollen Cover aufwarten kann. Das unbeschwerte Bild mit Kirschen, Eiscreme und einer Hortensienblüte, sowie der Titel "Hortensiensommer" lassen wieder locker-leichte Lektüre vermuten, doch diesmal versteckt sich sehr viel Schwermut dahinter.

Auch wenn der Roman beschwingt und eher leicht beginnt, da Johanna ihren "Love-Interest" bereits auf den ersten Seiten kennenlernt, geht der Roman viel tiefer, als er vermuten lässt. Denn Johanna hat einige sehr schwere Jahre hinter sich - eine Tragödie, die sie bis in die Gegenwart nicht verarbeitet und verdrängt hat. Eine tiefe Traurigkeit umgibt sie Tag und Nacht. Ihre ganze Liebe widmet sie den Pflanzen. Nach der Scheidung von ihrem Mann hat sie sich selbstständig gemacht. Mit ihrem grünen Bus mit der Aufschrift "Die Gartenfee - mobile Gartenpflege" übernimmt sie Arbeiten in fremden Gärten und gibt auf ihrem Blog Hilfe bei Problemen mit Pflanzen für Menschen ohne grünen Daumen - wie mich ;) Sie lebt allein in einem viel zu großen Haus mit Garten. Nach einem bösen Reinfall mit ihrer letzten Mieterin ist sie auf der Suche nach einem neuen Untermieter für die kleine Einliegerwohnung. Ihre Wahl fällt auf den alleinstehenden Mathematiklehrer Philipp. Nach und nach wird eine Freundschaft daraus, die allerdings bald auf eine harte Probe gestellt wird....

Johanna ist keine einfache Protagonistin. Sie lebt in ihrem Schneckenhaus und ist anderen Menschen gegenüber sehr distanziert. Dabei umgibt sie immer eine Aura von Traurigkeit. Der Leser kann sich zwar bald denken, warum sie trauert, doch Näheres erfahren wir erst im letzen Drittel des Buches. Manche Aktionen von Johanna konnte ich nicht ganz nachvollziehen, aber sehr viele. Ihr großes Problem ist, dass sie sich mit ihren Schicksalsschlag bis heute nicht wirklich auseinandergesetzt hat. Alles wurde verdrängt, nicht einmal die Eltern und ihre Schwester Franzi durften darüber reden. Zusätzlich vermeidet Johanna jeglichen Umgang mit Menschen, die sie an ihr Schicksal erinnern. Dass dies nicht gutgehen kann, ist vorauszusehen. Als sie sich mit Philipp immer mehr anfreundet, scheint sie auf dem rechten Weg zu sein und langsam ins Leben zurück zu finden. Doch dann entdeckt Johanna, dass ihr Philipp etwas verheimlicht hat....
Nicht nur Johanna, sondern auch der Leser erlebt ein Wechselbad der Gefühle, jedoch nicht wie erwartet wegen einer Lovestory, sondern durch bestimmte Ereignisse aus Johannas Vergangenheit.

Die Erzählperspektiven wechseln zwischen Johanna und Philipp und lassen den Leser an ihrer jeweiligen Gefühlswelt teilhaben. Jeder erzählt aus der Ich-Perspektive. Die Themen sind nicht immer leicht, aber Ulrike Sosnitza hat genau den richtigen Ton getroffen und das richtige Gespür wie sie den Leser begeistern kann. Es wird weder kitschig, noch zu melodramatisch. Ich habe den Roman in einem Rutsch durchgelesen und konnte mich nur schwer von der Geschichte trennen.

Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet. Johanna ist etwas distanziert dargestellt, wie sie sich im Roman auch den anderen Menschen gegenüber verhält. Nicht alle ihre Verhaltensweise konnte ich gutheißen.
Philipp ist ein sehr warmherziger und geduldiger Mann. Das muss er auch, um die Freundschaft mit Johanna nicht zu gefährden. Er bemüht sich sehr und will Johanna überzeugen, dass sie sich ihrer Vergangenheit stellen muss, damit sie zwar nicht vergessen, aber abschließen kann.
Mit Franzi, der Schwester von Johanna, hat die Autorin einen wunderbaren Charakter erschaffen. Sie ist eine liebevolle Schwester, die ihre eigenen Probleme hinten anstellt, aber trotzdem ihren Weg geht.

Die bildhafte Umgebung rund um das fränkische Weindorf Sommerhausen bringt viel Lokalkolorit mit sich. Auch die Beschreibung der Pflanzen, welche Eigenschaften sie haben und wo man sie am Besten pflanzt, wurde wunderbar beschrieben. Ich verspürte noch mehr Sehnsucht nach dem Frühling, um endlich meinen Garten aus dem Winterschlaf zu holen.

Schreibstil:
Ulrike Sosnitza schreibt wunderbar einfühlsam, lebendig und flüssig. Der Schreibstil ist sehr dialoglastig. Die bildhaften Beschreibungen der Pflanzen, Blumen und auch der Landschaft sind wunderbar eingefangen und man sieht sich beim Lesen selbst in einer  grüner Oase. oder zwischen den Weinbergen wandeln...

Fazit:
Cover und Titel lassen auf einen leichten und lockeren Sommerroman schließen. Dahinter steckt jedoch eine melancholische Geschichte über Verlust und Trauer, aber auch über Neuanfang und einem Leben, das so bunt und vielfältig wie ein Sommerstrauß sein kann.

Vielen Dank an den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar!

Novemberschokolade - Ulrike Sosnitza




    • Taschenbuch: 368 Seiten
    • Verlag: Heyne Verlag (11. Oktober 2016)
    • ISBN-10: 3453359062
    • ISBN-13: 978-3453359062
    • Genre: Gegenwartsliteratur



Heyne Kurzbeschreibung:
Zimt, Koriander und natürlich Schokolade – in Würzburgs einzigartiger Chocolaterie liegen verheißungsvolle Düfte in der Luft. Hier zaubert Lea Winter die wunderbarsten Schokoladengenüsse. Doch Liebe und Begeisterung allein bezahlen keine Rechnungen. Lea steht kurz vor der Pleite, und der einzige Ausweg scheint die Teilnahme an einem Wettbewerb zu sein. Mitten in ihrer Recherche entdeckt sie ihre Mutter Anne, die vor über zwanzig Jahren spurlos verschwand, in der Fachzeitschrift der Chocolatiers. Lea macht sich auf den Weg zu ihr und erfährt eine lang verdrängte, furchtbare Wahrheit.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Durch die Jahreszeiten Challenge

Meine Meinung:
Schon bevor ich zu lesen begann, ließ mich das Cover meine Schokoladenvorräte durchwühlen.  Doch kaum hatte ich die ersten Seiten inhaliert und erfahren wie unsere Hauptprotagonistin Lea Winter ihre Schokoladekreationen herstellt, war es um mich geschehen! Man riecht und schmeckt die Schokolade, den Zimt, Kardamon, Orange, Koriander usw. und es blieb keine Süßigkeit in meinem Haus verschont! (nur mal zur Warnung....hee, hee....)

Seit ihrer Kindheit ist Lea von Schokolade umgeben, denn ihr Vater war ein Meister vom Fach. Lea hat seine Begabung geerbt und erkennt Düfte und Ihre Zusammensetzung. Sie widmet sich ihrem Job mit Leib und Seele, Geschäftssinn hat sie aber leider weniger. Und so steht es um ihren kleinen Laden in der Würzburger Innenstadt nicht sehr gut, obwohl ihre Pralinenvariationen einfach göttlich und mit nichts vergleichbar sind. Lea ist seit Monaten mit der Miete in Verzug und der Inhaber der gegenüberliegenden Pizzeria hat bereits ein Auge auf die Räumlichkeiten geworfen. Als ihr die Vermieterin schlussendlich die Wohnung kündigt, schläft Lea im Lagerraum des Ladens. Ihre große Hoffnung ist das Weihnachtsgeschäft und ein Wettbewerb um die beste Schwanenpraline, damit sie doch noch den Laden retten kann. Doch dann läuft ihr Leben komplett aus dem Ruder, als sie den gut aussehenden und hervorragend duftenden Alessandro kennenlernt und außerdem ihre Mutter findet, die sie als Kleinkind verlassen hat....

Durch den wunderbaren und lebendigen Schreibstil der Autorin fühlt und schmeckt man mit Lea, durchlebt ihre Verzweiflung, ihre Einsamkeit und ihre Liebe zur Schokolade durch die Buchseiten. Trotzdem konnte ich viele ihrer Aktionen nicht ganz nachvollziehen. Lea agiert oft Hals über Kopf, ohne groß nachzudenken und wirkt für ihr Alter etwas naiv und gutgläubig. Die Sehnsucht nach ihrer Mutter, die sie schon als Kleinkind verlassen hat, lässt sie ganz spontan nach München fahren. Dort lebt und arbeitet diese ausgerechnet mit dem damaligen größten Konkurrenten ihres Vaters, dem Star-Chocoaltier Sebastién. Doch die gewünschte Freude der Mutter Lea wiederzusehen stellt sich nur teilweise ein und ab diesem Zeitpunkt nimmt das Familiendrama einen sehr spannenden, aber auch teils vorhersehbaren Verlauf. Trotzdem konnte ich mit "Novemberschokolade" ein paar wunderbare und sehr kalorienreiche ;) Stunden verbringen und finde den Debütroman der Autorin äußerst gelungen.

Schreibstil:
Ulrike Sosnitza hat ein unglaubliches Talent die Sinne beim Lesen anzuregen. Ihre detaillierte Beschreibung verschiedenster Gerüche und Geschmäcker habe ich noch kein einziges Mal so grandios beschrieben bekommen als in "Novemberschokolade" - ein Traum! Auch sonst liest sich der Roman sehr flüssig und hat Atmosphäre. Die Charaktere sind teilweise sehr lebendig (Sebastien, Anna), manche bleiben jedoch nicht ganz greifbar. Alessandro ist nett und einfühlsam, aber ich konnte keine richtige Beziehung zu ihm aufbauen. Leas zu spontane Reaktionen konnte ich ebenfalls nicht nachvollziehen. War sie mir zu Beginn noch sehr sympathisch, verlor ich in der Mitte irgendwie den Bezug zu Lea. Auch Manon und die Großeltern blieben für mich zu viel im Hintergrund und nicht greifbar, obwohl sie doch wichtige Bezugspersonen in Lea's Leben darstellen.

Fazit :
Ein Wohlfühlbuch für die Sinne, das gut unterhält und vorallem durch den wunderbaren Streibstil der Autorin glänzt. Als Debüt gelungen, wenn auch noch mit kleinen Schwächen. Ich freue mich trotzdem schon auf den nächsten Roman der Autorin und werde nun wieder meinen Schokoladenbestand aufstocken ;)


Vielen Dank an den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar, an Lovelybooks und an die nette und geduldige Autorin, die uns in der Leserunde begleitet hat.
 

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