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[Die Erben der Nacht] Nosferas - Ulrike Schweikert

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

     

    • Broschiert: 448 Seiten
    • Verlag: cbt; 1. Edition (10. März 2008)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 9783570304785
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3570304785
    • Genre: Jugendbuch, Fantasy, Vampirroman
    • Reihe: ja - Band 1 der Erben der Nacht



cbt Kurzbeschreibung:
Ende des 19. Jahrhunderts haben sich die letzten sechs Vampir-Clane über ganz Europa ausgebreitet. Feindselig stehen sie einander gegenüber, doch als ihre Art in der modernen Zeit vom Untergang bedroht ist, gibt es nur einen Weg, das eigene Überleben zu sichern: Gemeinsam sollen ihre Kinder, die Erben der Nacht, ausgebildet werden, damit sie von den Stärken jedes Clans profitieren … Die Ausbildung der Erben der Nacht beginnt in Rom. Von den italienischen Meistern sollen die Irin Ivy, der Engländer Malcom, der Wiener Franz-Leopold und die Deutsche Alisa lernen, sich gegen Kirchenkräfte jeder Art zu immunisieren. Doch bald häufen sich die Morde im italienischen Clan. Ein rätselhafter Vampirjäger geht um. Als sich die vier jungen Vampire auf seine Fährte setzen, stoßen sie auf eine teuflische Verschwörung in den eigenen Reihen … 

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
In einer gemeinsamen Leserunde auf meinem Blog habe ich "Nosferas", den ersten Teil der "Erben der Nacht" Reihe von Ulrike Schweikert gelesen. Meine Mitleser waren Aleshanee vom Blog "Weltenwanderer" und Nicole vom Blog "Zeit für neue Genres". Eines hatten wir gemeinsam: Es ist total an uns vorbei gegangen, dass es sich hier um ein Jugendbuch handelt. Dementsprechend verhalten fiel unser Fazit aus. Das ist allerdings unsere eigene Schuld und ich denke ich werde als Einzige dem nächsten Band noch eine Chance geben, weil ich Band 2 und 3 sowieso schon hier zuhause liegen habe. Wann das sein wird, kann ich allerdings noch nicht sagen.
Von der Autorin habe ich bereits einen anderen historischen Vampirroman gelesen, der mehr in die Richtung historisch geht und mir eigentlich sehr gut gefallen hat. Es handelt sich dabei um "Das Herz der Nacht". Hier ist meine uralt Rezension aus dem Jahre 2011 dazu *klick*

In Nosferas haben die letzten sechs Vampirclans ein großes Problem. Sie sind davor auszusterben. Deshalb beschließen sie die jüngste Generation, die Erben der Nacht, zusammenzuführen und sich nicht mehr gegenseitig zu bekämpfen. Abwechselnd sollen diese gemeinsam in den diversen Ländern der einzelnen Clans unterrichtet werden. Dabei sollen sie sich die  bestimmte Eigenschaften der anderen Vampirclans aneigen und von deren Stärken profitieren. Nur gemeinsam können sie stark genug sein, um sich gegen die immer häufiger auftretenden Vampirjäger zu wehren. Die Ausbildung beginnt in Rom bei den Nosferas. Von ihnen sollen die Nachkommen aus den verschiedenen Clans Unterricht in Abwehr gegen Kirchenkräfte erhalten und die italienische Sprache lernen. Außerdem würden sich die jungen Vampire gegenseitig besser kennenlernen. Nacheinander treffen die Lycana aus Irland, die Dracas aus Wien, die Vyrad aus London, die Pyras aus Paris und die Vamalia aus Hamburg in Rom ein, wo sie in der Domus Auream, dem ehemaligen Palast Neros, untergebracht sind.

Eine einzige Hauptprotagonistin gibt es in der Geschichte eigentlich nicht, obwohl ich zu Beginn dachte es sei Alisa aus Hamburg. Doch auch Ivy aus Irland, die immer in Begleitung ihres Wolfes ist und der hochnäsige Franz Leopold aus Wien spielen eine größere Rolle. Neben den Schulstunden unternehmen die jungen Vampire Ausflüge in das nächtliche Rom. Doch dort lauert eine große Gefahr! Es gehen Vampirjäger um und immer wieder werden Vampire ermordet aufgefunden. Es scheint, als ob der Vatikan in diese Geschehnisse verwickelt  ist. Zusätzlich zieht noch eine weitere, unheimliche Gestalt durch die Ruinen - weder Vampir noch Mensch. Doch die Nosferas verheimlichen den Erben diese Todesfälle, was sie zusätzlich in große Gefahr bringt.
Im weiteren Verlauf erleben wir einige sehr spannende Szenen, aber es gibt auch etliche Längen, die sehr deutlich werden lassen, dass es sich um eine Jugendbuch handelt. Die Ausschnitte, die mehr Spannung aufbauten, waren meiner Meinung etwas zu kurz geraten. Hier hätte ich mir ein bisschen mehr gewünscht.  Auch das Ende wurde mir etwas zu schnell abgehandelt und natürlich werden nicht alle Geheimnisse aufgelöst, denn es folgen noch weitere Bände.

Gefallen haben mir die bildhaften Beschreibungen der Landschaft und der ewigen Stadt am Ende des 19. Jahrhunderts. Ulrike Schweikert hat die Stellung der Kirche sehr gut dargestellt und die politischen Folgen ihres Eingreifens. Ganz besonders gefallen haben mir die Erwähnungen bekannter Autoren, wie Oscar Wilde, Charles Dickens, Bram Stroker und Shakespeare. Wenn Alisa am Friedhof auf den blutjungen Oscar Wilde trifft, ist dies ein ganz besonderer Lesemoment.

Der Schreibstil der Autorin ist wie in ihren anderen Romanen bildhaft und einnehmend. Die Charaktere sind sehr aussagekräftig und man kann sich ein gutes Bild machen. Was ich jedoch sehr vermisst habe war eine Übersicht der Clans und ihren jugendlichen Vertretern zu Beginn des Buches. So dauerte es eine Weile bis ich alle richtig zuordnen konnte, denn die Jungvampire kamen alle in Begleitung ihrer Servienten, sogenannten Halbvampiren, die als Mensch gebissen wurden. Sie sind deren Diener, aber auch Beschützer. Und so gab es zu beginn namen über Namen, die mich ziemlich verwirrten und die ich erst im Laufe der Zeit zuordnen konnte.

Fazit:
Ein Vampirroman, der einen interessanten Plot aufweist, dem man jedoch anmerkt, dass es sich um ein Jugendbuch handelt und "Nosferas" der Beginn einer Reihe ist. Die Geschichte ist sicher erst mit dem sechsten Band zu Ende erzählt, jedoch ist der erste Band abgeschlossen. Ich hoffe, dass die Charaktere im Laufe der nächsten Bände noch erwachsener werden und etwas mehr Spannung aufkommt. 


 

The Hate U Give - Angie Thomas



    • Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
    • Verlag: cbt (24. Juli 2017)
    • Übersetzer:Henriette Zeltner
    • ISBN-10: 3570164829
    • ISBN-13: 978-3570164822
    • Originaltitel: The Hate U Give
    • Genre: Jugendbuch


cbt Kurzbeschreibung: 
Die 16-jährige Starr lebt in zwei Welten: in dem verarmten Viertel, in dem sie wohnt, und in der Privatschule, an der sie fast die einzige Schwarze ist. Als Starrs bester Freund Khalil vor ihren Augen von einem Polizisten erschossen wird, rückt sie ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Khalil war unbewaffnet. Bald wird landesweit über seinen Tod berichtet; viele stempeln Khalil als Gangmitglied ab, andere gehen in seinem Namen auf die Straße. Die Polizei und ein Drogenboss setzen Starr und ihre Familie unter Druck. Was geschah an jenem Abend wirklich? Die Einzige, die das beantworten kann, ist Starr. Doch ihre Antwort würde ihr Leben in Gefahr bringen...

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zu HUfis großer Stall Challenge

Meine Meinung:
Bei sehr gehypten Büchern bin ich immer etwas skeptisch, aber "The Hate U Give" stand schon eine Weile auf meiner Wunschliste nachdem ich bei einer Bloggerin eine total begeisterte Rezension dazu gelesen habe, die den Roman bereits auf Englisch verschlungen hatte. Deswegen habe ich mich umso mehr gefreut, als ich es vom Bloggerportal tatsächlich zugeschickt bekommen habe.

Es fällt mir schwer zu diesem Buch eine Rezension zu schreiben, die meine Gedanken beim Lesen wiedergeben. Es sind sehr viele Gefühle vertreten: Ohnmacht, Wut, Trauer, Unverständnis, aber auch Freude, Hoffnung und Glaube an das Gute im Menschen.
Ich fand sehr schnell Zugang zur Geschichte, die mich von Beginn an packen konnte. Man lernt Starr, eine 16-jährige Schwarze und ihre Familie kennen, die in Garden Heights, einen Armenviertel lebt.
Ich spoilere hier nicht, wenn ich schreibe, dass ich fassungslos die Szene verfolgte, als Starr im Auto sitzt und zusehen muss, wie Khalil, ihr Freund aus Kindertagen, ohne Vorwarnung von einen weißen Polizisten erschossen wird. Diese Ungerechtigkeit und die vorschnelle Verurteilung ließen mich einfach nur sprachlos zurück. Trotzdem liest man aber immer wieder von solchen Fällen in der Zeitung, die in manchen Gegenden der USA zum "Alltag" gehören. Dieser Roman ist ein Plädoyer an die Gerechtigkeit und gegen Rassismus!

Bis dahin konnte ich mir nicht vorstellen, Todesangst vor der Polizei zu haben. Wir kennen zwar das mulmige Gefühl, wenn einem die Polizei aufhält und man sich fragt, ob man wohl ein Verkehrszeichen übersehen oder zu schnell gefahren ist und ob man den Führerschein heute morgen in die richtigen Tasche gepackt hat (das ist mir passiert). Aber hier erlebt man hautnah den Moment mit, der für viele Menschen aus diesen Vierteln tägliche Realität ist und die tatsächlich um ihr Leben fürchten müssen, wenn der Deputy ans Fenster klopft. Diese Stellen im Buch hinterließen bei mir einen dicken Kloß im Hals. Solche Szenen kann ich mir hier im friedlichen ländlichen Teil von Österreich überhaupt nicht vorstellen.
Die Autorin zeigt in beeindruckender Weise auf, wie sich das Leben in manchen Teilen einer Großstadt in den Vereinigsten Staaten abspielt. Dabei malt sie keineswegs das übliche Schwarz-Weiß-Bild von den Figuren im Roman, sondern zeigt viele Grauschattierungen. Da ist etwa Starrs Onkel Carlos, der schwarz und Polizist ist. Chris, der weiße Boyfriend von Starr oder Kousin Devante, der nicht automatisch kriminell sein möchte, obwohl sein Vater ein berüchtigter Gansterboss ist. Die Charaktere sind teilweise sehr lebendig gestaltet, manche bleiben aber leider an der Oberfläche.

Ebenso versteht es Angie Thomas den Zwiespalt in dem Starr lebt, wenn sie morgens in die Privatschule der Weißen zum Unterricht geht und abends zuhause in Garden Heights die Drogendealer das Straßenbild beherrschen, glaubwürdig zu vermitteln. Den Wunsch ihrer Mutter diese Gegend endlich zu verlassen, konnte ich nur zu gut verstehen. Diese beiden Welten prallen immer wieder aufeinander und lassen Starr mehr und mehr verzweifeln. Einerseits möchte sie Gerechtigkleit für Khalil, andererseits aber verleugnet sie anfangs, dass dieser Khalil, der in den Medien als Drogendealer hingestellt wird, ihr Freund war. Starr selbst ist nicht immer die starke und gerechte Hauptprotagonistin. Vorallem wie sie sich ihrem Freund gegenüber verhält, fand ich nicht ganz nachvollziehbar und in Ordnung. 

Gut miteinbezogen hat die Autorin auch die Parts der Presse, der Justiz und der Polizei. Hier hätte ich mir alleridngs ein bisschen mehr Seiten zum Gerichtsurteil gewünscht, welches in nur einem Satz abgehandelt wurde, nachdem man kapitelweise darauf hingefiebert hat.

Obwohl das Thema der Geschichte sehr ernst und der Plot oft düster ist, schwingt trotzdem viel Humor im Roman mit. So wird das schwierige Thema auch für die Zielgruppe etwas "leichter" und durch den jugendlichen Schreibstil lockerer. Die Geschichte ist nachvollziehbar und authentisch und hat eine sehr wichtige Thematik. Die Hype kann ich aber nicht ganz nachvollziehen.

Schreibstil:
Die Autorin hat in ihrem Debütroman den Schreibstil der Altersklasse angepasst, der sich eher einfach und flapsig präsentiert. Die Geschichte wird in der Ich-Pespektive aus der Sicht von Starr erzählt. So erlebt man ihre Gefühlswelt hautnah mit.
Der typische amerikanische Slang und auch diverse Produkte, die immer wieder genannt werden und bei mir oftmals nur Fragezeichen hinterließen, können vielleicht jüngere Leser besser nachvollziehen.... Es gibt viele Dialoge, die manchmal die sehr emotionale Erzählung etwas auflockern.
Die Slang-Begriffe, die verwendet werden, sind in einem Glossar am Ende des Romans näher erläutert.

Cover:

Wie findet ihr die Cover? Von links nach rechts sind diese aus den USA (Originalcover), aus Serbien, Ungarn und Schweden. Interessant finde ich, dass beim serbischen Cover der Name der Autorin ebenfalls serbisch wurde ;) Aus Angie Thomas wurde Endži Tomas.
Mir gefällt das Originalcover sehr gut, aber auch die deutsche Version des Buches.

Fazit:
Ein sehr vielschichtiger Roman in jugendlicher Sprache, der von allen Altersgruppen gelesen werden sollte. Trotzdem konnte er mich nicht ganz überzeugen. Das Thema Rassismus ist und bleibt immer ein Brennpunkt und sollte auch nie in Vergessenheit geraten. Trotzdem fand ich nicht alles an diesem Roman gelungen und vergebe deswegen 4 Sterne.

Vielen Dank an den cbt Verlag und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!

Anna und der Schwalbenmann - Gavriel Savit




    • Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
    • Verlag: cbt (29. Februar 2016)
    • ISBN-10: 3570164047
    • ISBN-13: 978-3570164044
    • Originaltitel: Anna and the Swallow Man
    • Genre: Jugendbuch



cbt Kurzbeschreibung: 
 Krakau, 1939. Anna ist noch ein Kind, als die Deutschen ihren Vater mitnehmen, einen jüdischen Intellektuellen. Sie versteht nicht, warum. Sie versteht nur, dass sie allein zurückbleibt. Und dann trifft Anna den Schwalbenmann. Geheimnisvoll ist er, charismatisch und klug, und ebenso wie ihr Vater kann er faszinierend viele Sprachen sprechen. Er kann Vogellaute imitieren und eine Schwalbe für sie anlocken. Und er kann überleben – in einer Welt, in der plötzlich alles voller tödlicher Feindseligkeit zu sein scheint. Anna schließt sich dem Schwalbenmann an, lernt von ihm, wie man jenseits der Städte wandert, sich im Wald ernährt und verbirgt. Wie man dem Tod entkommt, um das Leben zu bewahren. Aber in einer Welt, die am Abgrund steht, kann alles gefährlich werden. Auch der Schwalbenmann.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Erst vor kurzem habe ich ein anderes Jugendbuch zum Thema Zweiten Weltkrieg gelesen: "Winterpferde" von Philipp Kerr, das ebenfalls im Osten Europas spielt und den Überfall der deutschen Wehrmacht aufzeigt. Dieser Roman hier ist noch etwas märchenhafter und meiner Meinung nach für jüngere Leser oder Teenager geeignet, die über den Weltkrieg lesen wollen, da er auch weniger Brutalität aufzeigt, aber trotzdem die Atmosphäre spüren lässt..

Die erst siebenjährige Anna ist ein sehr intelligentes Mädchen. Ihr Vater ist Professor für Fremdsprachen an der Jagiellonen Universität und so lernt sie spielerisch von klein auf die Sprachen Russisch, Deutsch, Französisch, Englisch, Jiddisch und Ukrainisch. Die Muttersprache Polnisch lernt er ihr nicht, denn die kommt von ganz alleine, meint ihr Vater.
Doch eines Tages kommt er nicht mehr von der Universität nach Hause. Gemeinsam mit anderen jüdischen Gelehrten wurde Annas Vater von der Gestapo abgeholt und wurde nie mehr gesehen. Anna wartet stundenlang vor der Tür des Apothekers, der sie normaler Weise immer unter seine Fittiche nimmt, bis der Vater sie abholt. Doch diesmal ist es anders und er will das Mädchen nach dem Verschwinden des Professors nicht mehr in seine Apotheke lassen. Dort vor der Eingangstür trifft sie eines Tages auf den Schwalbenmann. Er ist elegant gekleidet, groß gewachen und spricht ebenfalls mehrere Sprachen, wie ihr Vater. Aber was Anna am meisten an ihm fasziniert....er spricht mit den Vögeln.
Sie folgt dem faszinierenden Mann. Es ist eine Wanderschaft ins Ungewisse. Bald sind die Beiden in ganz Polen unterwegs und kommen sogar bis in die Ukraine. Dabei macht ihnen der Winter schwer zu schaffen, aber Anna lernt wie man in der Wildnis überlebt, Gefahren umgeht und sich von der Stadt fernhält. Eines tages treffen die Beiden auf den Juden Reb Hirschel, mit dem Anna sofort Freundschaft schließt. Er stellt jedoch für Beide eine große Gefahr dar, da er keine Ahnung vom Überleben im Wald hat und außerdem ein Jude ist.

Es gab nur eine negative Anmerkung von meiner Seite, deshalb auch keine 5 Sterne: Das Ende blieb mir zu offen. Das liegt nicht an der Frage, wer nun der Schwalbenmann eigentlich ist, denn hier kann jeder seine eigenen Vermutungen anstellen. Aber das offene Ende bezüglich Anna's Schicksal hat mich dann doch etwas gestört.

Charaktere:
Die Protagonisten sind sehr anschaulich beschrieben, mit allen Eigenheiten und einer Portion Magie. Und trotz der bildhaften Charakterbeschreibungen sind diese schwer greifbar. Auch der Schwalbenmann bleibt für den Leser ein Geheimnis. Man erfährt weder seinen wahren Namen, noch seinen Beruf oder warum er sich Anna annimmt. Der Leser bleibt Betrachter und lässt sich von der märchenhaften Erzählung ganz einfach faszinieren.

Schreibstil:
Der Schreibstil ist ruhig, sehr poetisch und bildhaft. Er hat mich sofort verzaubert und mich auf eine Reise mitgenommen, die mal voller Hoffnung und Liebe war und dann wieder düster und verwirrend. Hier wird der Krieg auf ganz andere Art erklärt....die Deutschen sind z. Bsp. die Wölfe, die Russen die Bären und natürlich muss sich Anna in den Tiefen des Waldes von Beiden verstecken. Es gibt viele Metapher, die jedoch leicht verständlich sind.

Fazit:
Eine etwas andere Geschichte über den Zweiten Weltkrieg, ruhig und poetisch, die sich langsam und leise in das Herz des (jungen?) Lesers schmuggelt. Fasziniert hat mich auch, dass "Anna und der Schwalbenmann" ein Debütroman ist. Von diesem Autor möchte ich gerne noch mehr lesen!


Vielen Dank an den cbt Verlag und das Bloggerportal für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Witches of London [Vom Teufel geküsst] - Laura Powell



    • Taschenbuch: 480 Seiten
    • Verlag: cbj (8. September 2015)ISBN-10: 357040286X
    • ISBN-13: 978-3570402863
    • Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
    • Originaltitel: Burn Mark 
    • Genre: Fantasy
    • Reihe: ja - Band 1 von ?



 Cbt Kurzbeschreibung:
Glory und Lucas könnten unterschiedlicher nicht sein. Glory kommt aus einer Hexenfamilie und für sie steht fest: Sobald sich ihr Fae, ihre magische Fähigkeit, entwickelt hat, wird sie die Macht der Hexen wiederherstellen. Lucas weiß, dass er einmal in die Fußstapfen seines Vaters treten wird – der Inquisition beitreten, um die Hexen in London zu maßregeln. Doch was dann geschieht, konnte niemand vorhersehen. Lucas entwickelt auf einmal selbst ein Fae und muss seine Loyalität gegenüber der Inquisition unter Beweis stellen. Glory erfährt, dass ihre Tante schon seit Jahren Informantin der Inquisition ist, um gegen einen sehr mächtigen und gefährlichen Hexenzirkel zu bestehen. Glory soll ihr dabei helfen, einen Hexenagenten in den Zirkel einzuschleusen – und der ist niemand geringerer als Lucas …

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Darum geht's:
Lucas ist der Sohn eines Geschlechtes von Inquisitoren. Schon sein Vater und sein Großvater gehörten zur Inquisation, eine Vereinigung, die über die Macht der Hexen herrscht und diese kontrolliert. Er ist privilegiert und bereitet sich auf sein zukünftiges Leben vor. Glory ist in einem Hexenzirkel aufgewachsen und wartet sehnsüchtig darauf Hexe, wie ihre Mutter, zu werden. Sie lebt in den Slums der Stadt, gemeinsam mit ihrer Tante.
Doch noch vor Glory entdeckt Lucas an sich Fähigkeiten, die man eindeutig der Hexenkunst zuschreiben kann. Sein Fae, das Hexen-Gen, ist völlig unerwartet bei ihm ausgebrochen und so wird er als Hexenagent in die Welt von Glory eingeführt....

Meine Meinung:
Ich liebe Hexengeschichten und deshalb war für mich sofort nach Entdeckung des Romans klar, dass ich diesen (das angegebene Alter von "ab 12 Jahren" finde ich etwas unpassend!) unbedingt lesen möchte. Die Autorin hat mich dann allerdings mit ihrer Geschichte etwas überrascht.
Laura Powell hat in ihrem Jugend-Fantasy-Roman "Witches of London" eine komplett neue Welt erschaffen, eine Art Parallelwelt, in der Hexen und Inquisatoren leben. Es ist eine moderne Welt, in der trotzallem Hexen, die sich nicht an die Gesetze halten, am Scheiterhaufen landen. Um diese davon abzuhalten, werden sie mit Eisen gezäumt - je größer die Hexenkräfte, umso mehr Eisen.
Man merkt, hier kommt etwas Neues und es hat leider auch einige Zeit gedauert, bis ich mich in diese andere Welt einfinden konnte. Trotzdem war die Weltenstruktur sehr gut überlegt und ausgebaut.

Gloriana ist ein richtiger Sturschädel und sie vertritt ihre einmal gefasste Meinung ohne zu zögern. Lucas hingegen war mir vom Anfang an sympathisch. Er ist anfangs zwar wegen seiner Wandlung zur Hexe ziemlich verstört, doch er versucht sich eine eigene Meinung zu bilden und das Beste aus seiner Situation zu machen. Man merkt sehr schnell, dass er ein kluger Kopf ist und ganz gut in die Organisation WICA, die Hexenabteilung der Inquisition, passt, die ihn als Agent in Glorys Welt einführt. Nach und nach kommen viele dunkle Geheimnisse ans Licht, die die Sichtweise der Beiden für immer verändert.....

Hier beginnt sich der Roman zu wandeln, denn der zweite Teil der Story erinnerte mich ein wenig an eine Mafiageschichte. Es gab Kämpfe zwischen den  Hexenclans, Anschläge und Intrigen.....teilweise sehr spannend erzählt.
Sehr gefallen hat mir auch die Entwicklung zwischen Lucas und Glory. Bis sich die Beiden von ihren Vorurteilen gelöst hatten und sich begannen gegenseitig zu vertrauen, dauerte es einige Zeit, wurde dadurch aber sehr realistisch dargestellt.

Wer sich eine Liebesgeschichte zwischen Glory und Lucas erwartet, wird enttäuscht werden. Ich jedoch war sehr zufrieden damit, dass der Roman keine Romanze eingebaut hat, auch wenn sich die beiden Jugendlichen immer besser verstehen. Die Aussage, die die Autorin ihren Lesern mitgeben möchte, ist dass eine Freundschaft zwischen zwei sehr unterschiedlichen Menschen, die mit ihren von Klein auf vorgegeben Vorstellungen aufgewachsen sind, möglich ist. Jeder sollte sich ein eigenes Bild seines Gegenübers machen , bevor er jemanden verurteilt oder in bestimmte Schubladen steckt.

Schreibstil:
Gerade zu Beginn der Story war mir die Autorin etwas zu detailverliebt. Hier wird der Leser  mit Informationen überschüttet, die einem fast Kopfweh bereiten ;) Nein, das ist übertrieben, aber diese völlig andere Welt benötigt einige Zeit verstanden zu werden. Das ist auch einer der Punkte, warum ich die Altersempfehlung nicht richtig finde. Im zweiten Teil geht es etwas härter zu, wenn die Hexen sich untereinander bekriegen und einige Inquisatoren ihre eigenen Regeln aufstellen.
Wie weit die Übersetzung mitspielt, dass der Schreibstil manchmal ein bisschen hölzern rüberkommt, kann ich nicht sagen, aber die Bewertungen der englischen Leser sind allesamt besser, als die des übersetzen Buches.

Cover:
Das Originalcover ist nicht schlecht und passt sehr gut, doch mit dem wirklich tollen deutschen Cover kann es nicht mithalten (auch wenn Glory eigentlich hellblond und nicht schwarzghaarig ist!) Ich muss zugeben, dass auch ich mich ins deutsche Cover verliebt habe, obwohl ich eine Leserin bin, die nach Inhalt und Klappentext geht und nicht beim Kauf auf andere Prioritäten setzt ;)

Fazit:
Ein interessanter Auftakt einer neuen Jugend-Fantasy-Reihe, die anders ist, als ich erwartet hatte.  Der Weltenaufbau ist gelungen, die Erzählung selbst war allerdings zu Beginn etwas schleppend.  Im Grunde mochte ich die Geschichte, doch fehlte mir das gewisse Etwas.


Vielen Dank an den cbt Verlag und das Bloggerportal für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares


 

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