....oder wie grausam ist der Mensch eigentlich wirklich?
Guten Morgen meine Bücherwürmer!
Heute morgen bin ich im Bett gelegen und meine Gedanken sind gewandert..... Sie waren bei meinen letzten beiden gelesenen Büchern "Das Haus der verlorenen Kinder" von Linda Winterberg und "Kirschblüten und rote Bohnen" von Durian Sukegawa.
In beiden Romanen geht es um Grausamkeiten, die Menchen anderen zufügen. Sicherlich wissen wir alle, was der Zweite Weltkrieg angerichtet hat und welche Gräueltaten sich dahinter verstecken. Ich habe schon viele Bücher zu diesem Thema gelesen, aber immer wieder gelingt es, dass ich trotzdem wieder etwas Neues erfahre....wie eben in "Das Haus der verlorenen Kinder" über die Lebensborn-Einrichtungen. Kanntet ihr diese bereits? Ich nicht!
Was sind Lebensborn Einrichtungen?
Dies sind Heime für ledige Mütter und deren Kinder.
Hört sich ja nicht schlecht an, jedoch...
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| Foto: Wikipädia, Bild rechts aus SS-Leitheft 9/3 S. 33 f., 1943. |
Kinder, die aus "rassischen und biologischen Gesichtspunkten total unbrauchbar" waren, wurden zwangssterilisiert oder in Kinderheime abgeschoben. Frauen, die Babies geboren hatten, wurden diese einfach weggenommen, Namen und Geburtsdaten verändert.....
Aufgrund der veränderten Identität und der gezielten Vernichtung von Akten, konnten die betroffenen Kinder nach dem Krieg nicht alle identifiziert werden. Die Zahl derer, die ohne Kenntnisse ihrer Identität, ihren richtigen Eltern oder ihrer wahren Nationalität lebten, ist nicht bekannt.
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In meinen zweiten Buch geht es um Lepra....und es spielt NICHT in der Vergangenheit!
Lepra? Ja....eine Krankheit, die wir vorallem mit längst vergangenen Zeiten gleichsetzen. Lepra oder Aussatz oder auch die Hansen Krankheit wurde im Mittelalter als Geißel Gottes angesehen, als Bestrafung für Sünder. Heute denken die meisten die Krankheit wäre ausgerottet - stimmt nicht! Sie ist jedoch bei frühzeitiger Diagnose heute durch eine dreifache Antibiotika-Kombination vollständig heilbar.
Unkenntnis und Vorurteile reichen noch bis in die heutige Zeit. In Japan wurden Infizierte bis 1996 aufgrund eines Gesetzes von 1931 lebenslang in geschlossenen Anstalten, den Leprosorien, mit Zwangssterilisation und Zwangsarbeit inhaftiert, selbst dann noch, als schon Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung standen.
Und genau darum geht es in "Kirschblüten und rote Bohnen".
Hier erfuhr ich zum ersten Mal, dass im letzten Jahrhundert Menschen, egal welchen Alters, die an Lepra erkrankt waren, einfach weggesperrt wurden. Sie mussten meist in Quarantäne, in sogenannten Leprakolonien dahinsiechen. Sie Auch sie wurden zwangssterilisiert und durften nicht mit der Außenwelt verkehren.
Auch als 1996 (vor 20 Jahren!!!) in Japan das Gesetz der Zwangsquarantäne aus dem Jahre 1907 aufgelöst wurde, gab es für diese Menschen keine Zukunft. Man stelle sich vor, man wird als Kind in ein geschlossenes Heim gesperrt und dann plötzlich mit 60 Jahren oder später durfte man es dann endlich verlassen. Wohin sollte man gehen? Auch diese Gedanken spielen im Buch und der Verfilmung eine Rolle....
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Diese beiden Bücher haben mich wieder sehr betroffen gemacht und mich gefragt, zu welchen Grausamkeiten der Mensch eigentlich NICHT fähig ist? Ich denke, es gibt keine....
















