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Tödliches Gebet - René Anour

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Broschiert: 384 Seiten
    • Verlag: ‎ Heyne Verlag; Originalausgabe Edition (12. März 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3453442652
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3453442658
    • Genre: Krimi
    • Reihe: ja - Band 2 um Commissaire Campanard



Heyne Kurzbeschreibung:
Notre-Dame de Sénanque in der Provence: Seit fast 900 Jahren ruht die altehrwürdige Abtei inmitten leuchtender Lavendelfelder. Neuerdings macht hier ein Mönch von sich reden, der behauptet, der Teufel würde ihm die Zukunft zuflüstern. Als eine seiner Prophezeiungen eintritt, ein Mord an einem Klosterbruder, ist Commissaire Louis Campanard zur Stelle. Der Ermordete war für ihn nicht irgendwer: Vor Jahren stand Frère Bernard dem Ermittler in dessen dunkelster Stunde bei. Campanard schwört, denjenigen zu fassen, der diesen für ihn so wichtigen Menschen aus dem Leben gerissen hat. Doch die uralten Klostermauern geben ihr Geheimnis nicht freiwillig preis. Es heißt, hier sei das Böse eingezogen. Campanard will das nicht glauben, doch die folgenden Ereignisse stellen seine Überzeugungen auf die Probe …

Meine Bewertung: * * * * 

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur ABC Challenge

Meine Meinung:
Es freut mich sehr, dass René Anour seine neue Reihe fortsetzt. Mit dem zweiten Teil seines eher ungewöhnlichen Ermittlers Louis Campanard habe ich mich schnell angefreundet und mit dem spannenden und rätselhaften Prolog ist man sofort mitten im Geschehen.

Wir sind zurück in der Provence und diesmal muss Commissaire Companard in einem Kloster ermitteln. Dort gehen merkwürdige Dinge vor. Ein Pater wird vermisst, ein zweiter stirbt bei einem mysteriösen Unfall. Zusätzlich soll der Teufel innerhalb der Mauern sein Unwesen treiben. In einem YouTube Video, welches das Kloster sehr erfolgreich verbreitet, sieht man plötzlich keine meditativen Bilder mehr, sondern einen Pater mit blutigen Tränen....

Für Campanrad wird es kein einfacher Fall, denn der verunglückte Frère Bernard war ein guter Freund des Ermittlers. Er stand ihm vor langer Zeit hilfreich zur Seite.
Während Campanard verdeckt im Zisterzienserkloster ermittelt, sind Pierre Olivier und die neue ernannte Sonderermittlerin Linda Delacours im nahegelegenen Dorf auf Spurensuche. Die zuständige Polizistin ist jedoch keine wirklich große Hilfe, sondern legt sich vor allem mit Linda Delacours an. Bald befinden sich alle drei in großer Gefahr....

Der Krimi liest sich wieder äußerst unterhaltsam und spannend. Der Einstieg mit dem rätselhaften Prolog erzeugt sofort Neugierde. Der Spannungsbogen legt in der zweiten Hälfte noch ordentlich zu. Die Einblicke ins Klosterleben sind interessant und halten auch einige Überraschungen parat. René Anour gelingt es perfekt falsche Fährten zu legen und den Leser in die Irre zu führen.

Die Handlung spielt unweit von Grasse, Gordes und dem Kloster Notre Dame de Sénanque. Die im Buchumschlag abgebildete Landkarte hilft uns zu orientieren, in welchen Teil Frankreichs die Handlung spielt. Lokalkolorit, sowie die Beschreibungen der Lavendelfelder und der wunderschönen Landschaft haben mich - trotz der Morde ;) - von einer Reise nach Südfrankreich träumen lassen. Die kulinarischen Köstlichkeiten dieser Umgebung finden ebenfalls Platz in der Kriminalgeschichte. Hier gibt es auch einen amüsanten Fakt betreffend einer eigenen Erfahrung des Autors....

Die Charaktere sind facettenreich und sympathisch. Campanars geliebte Hawaiihemden sind diesmal etwas in den Hintergrund getreten und weichen der Mönchskutte, die er in der Abtei anlegen muss.  
Linda wird fest ins Team aufgenommen und Olivier schlägt sich mit Selbstzweifeln rum.
René Anour deutet so einiges aus der Vergangenheit seines Ermittlerteams an, was in den folgenden Bänden wohl noch zu einigen Überraschungen führen wird. Noch sind wir aber bei Band 2 und nur nach und nach werden einige kleine Geheimnisse gelüftet, was alle drei Ermittler betrifft. Ich bin schon gespannt, was alles dahinterstecken wird...

Fazit:
Diese Reihe lebt neben dem Fall, der aufzuklären ist, von den drei sehr unterschiedlichen Ermittlern, der südfranzösischen Landschaft und dem Humor des Autors. Ich werde weiterhin Commissar Campanard treu bleiben und freue mich schon auf die Fortsetzung.




Die Totenärztin: Wiener Blut - René Anour

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Taschenbuch: 416 Seiten
    • Verlag: ‎ Rowohlt Taschenbuch; 1. Edition (15. Juni 2021)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3499005581
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3499005589
    • Genre: Historischer Krimi




Rowohlt Kurzneschreibung:
Wien, 1908. Als ein toter Obdachloser in der Gerichtsmedizin eingeliefert wird, schenkt niemand ihm einen zweiten Blick – niemand außer der jungen Ärztin Fanny Goldmann. Ihr fallen Ungereimtheiten auf, aber keiner ihrer männlichen Kollegen will auf sie hören. Daher obduziert sie die Leiche nachts heimlich. Eine gefährliche Entscheidung, denn plötzlich findet sie sich mitten in einer tödlichen Verschwörung rund um einen charismatischen Dieb und Kaiserin Sissis verschwundene Diamantsterne wieder. Ihre Ermittlung führt Fanny von den mondänen Salons und prunkvollen Palais der Oberschicht bis in die schäbigen Spelunken und Bordelle der Wiener Unterwelt. Hier lauert an jeder Ecke der Tod, dessen Opfer Fanny auf ihrem Sektionstisch ihre intimsten Geheimnisse offenbaren ...

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Ich habe mich total gefreut, dass ich bei dieser Leserunde dabei sein und nach Wien in die Zeit der Jahrhundertwende reisen durfte. René Anour hat diese Epoche wunderbar eingefangen und mit Fanny Goldmann eine sehr außergewöhnliche junge Frau erschaffen.

Fanny ist Totenärztin, also Pathologin. Sie liebt ihren Beruf und möchte den Toten eine Stimme geben. Jedoch durfte sie 1908, trotz Medizinstudium, nicht als Ärztin arbeiten, sondern muss den männlichen Kollegen als Prosekturgehilfin assistieren. Dabei fällt ihr auf, dass der scheinbar Obdachlose, den Inspector Kalteneckker zur Obduktion gebracht hat, unter dem stinkenden Mantel gepflegte Hände und Nägel hat. Außerdem ist er viel zu gut genährt. Diese Ungereimtheiten lassen Fanny keine Ruhe, doch ihre männlichen Kollegen nehmen sie nicht ernst. Fanny beschließt die Leiche heimlich während der Nacht zu obduzieren. Dabei entdeckt sie einige Geheimnisse des Toten, wie einen Zettel mit der Einladung zu einem geheimnisvollen Treffen am Stock im Eisen in zwei Tagen. Fanny beschließt sich den Treffpunkt genauer anszusehen  und kommt einem skrupellosen Mörder in die Quere...

Die Geschichte packte mich von der ersten Seite an. Fanny ist eine überaus sympathische und intelligente Person, die etwas zu neugierig und unerschrocken ist. Sie verkörpert den modernen Frauentyp, dem Bildung wichtig ist und sich nicht in das übliche Schema pressen lassen möchte. Damit eckt sie natürlich überall an. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin Tilde lässt sie sich zu so einigen verrückten Aktionen hinreißen, die für mich manchmal etwas über das Ziel hinausschossen. Der Spannungsbogen stieg dadurch nochmals an und blieb durch weitere unerwartete Wendungen in der Höhe, sodass man das Buch nicht aus der Hand legen konnte.

Neben Fanny spielt ihre beste Freundin Tilde eine große Rolle. Sie wirkt etwas naiv und bezaubert mit ihrem Charme und Aussehen die Männer. Hinter dem hübschen Gesicht steckt aber eine sehr unkonventionelle und gewitze junge Frau.
Auch Fannys Cousin Schlomo passt nicht in die gesellschaftliche Norm. Seine Eltern haben mit ihrm gebrochen, seit er als Maskenbildner unter dem Namen Maître François am Burgtheater arbeitet.
Leontine Kuderna ist die Frau des Insitutsleiters, die heimlich für mehr Frauenrechte kämpft und Fanny unterstützt. Und dann gibt es noch den Mann, den Fanny bei ihrem geheimnisvollen Treffen am Stock im Eisen antrifft und der ihr immer wieder über den Weg läuft...

Historisch erfahren wir ebenfalls mehr über Kaiserin Elisabeth, ihrem Hungerwahn und ihrem Haarschmuck. Die berühmten Sisi-Sterne spielen eine besondere Rolle in der Geschichte. Die tiefen Einblicke in die damalige Wiener Gesellschaft sind gelungen.
Die Schauplätze der österreichischen Metropole sind von René Anour sehr bildhaft eingefangen worden, wie auch die einzigartige historische Atmosphäre. Zusätzlich hat der Autor viele österreichische Köstlichkeiten vorgestellt (und meinen Hunger geweckt), sowie modische Einblicke in die Zeit eingebaut. Mit Emilie Flöge, die Muse Gustav Klimts, die mit ihren Reformkleidern eine modische Revolution begeht und die Frauen vom Korsett befreit oder die ersten Automobile, die das Stadtbild verändern.
Am Ende gibt es einen fiesen Cliffhanger, der mich ungeduldig auf den Nachfolgeband warten lässt.

Schreibstil:
Der Schreibstil von René Anour ist sehr bildhaft, und detailliert. Die Szenen in der Gerichtsmedizin und in den Katakomben Wiens sind sehr detailliert beschrieben und haben mir grausige und gruselige Bilder im Kopf beschert. Die Geschichte fesselt ungemein und hat auch witzige Momente, die die Handlung immer wieder auflockern. Der Autor hat viel Zeit in seine Recherche gesteckt und mit "Die Totenärztin: Wiener Blut" einen tollen Auftakt zu einer Diologie erschaffen, die hoffentlich eine Reihe werden wird.

Auf der Innenseite vorne und hinten gibt es eine historische Karte von Wien. Im Anschluss an den Roman findet man noch ein Nachwort des Autoren, wo er Fiktion und Realität trennt, sowie ein Glossar.

Fazit:
Ein toller historischer Krimi mit einer ungewöhnlichen Protagonistin und dem Charme von Wien zur Jahrhundertwende. Eine spannende Jagd nach Dieben und Mörder in der damaligen Wiener Gesellschaft - absolut gelungen!

Vielen Dank an den Rowohlt Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

 

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