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Böse Lügen - Sharon Bolton




    • Broschiert: 464 Seiten
    • Verlag: Manhattan (19. Oktober 2015)
    • ISBN-10: 3442547652
    • ISBN-13: 978-3442547654
    • Originaltitel: Little Black Lies
    • Genre: Spannungsroman, Thriller




Manhattan Kurzbeschreibung:
In einer kleinen Gemeinschaft wie der auf den Falklands gehen keine Kinder verloren. Und wenn doch, so kann es sich nur um einen tragischen Unfall handeln, schließlich sind die rauen Küsten der Inselgruppe nicht ungefährlich. Doch als zum dritten Mal ein kleiner Junge verschwindet, glaubt kaum noch jemand an einen Zufall. Die Bewohner müssen befürchten, dass einer von ihnen ein Mörder ist. Auch Catrin Quinn, die nach dem Tod ihrer beiden Söhne ein zurückgezogenes Leben führt, wird in die Suche hineingezogen. Mit jeder Stunde steigen Misstrauen und Hysterie, bis eine regelrechte Hexenjagd beginnt. In ihrem Zentrum stehen Catrin selbst; Rachel, ihre beste Freundin aus Kindertagen; und Catrins ehemaliger Liebhaber Callum. Alle drei hüten Geheimnisse, die sie bis in ihre Träume verfolgen. Und sie vertrauen niemandem – nicht einmal sich selbst. Schließlich wären sie zu allem fähig …

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Von der Autorin habe ich vor Jahren "Bluternte" gelesen *meine Rezi hier* und war begeistert. Danach wollte ich eigentlich die Lacey Flint Reihe beginnen und habe mir zwar die ersten beiden Bücher schon gekauft, aber noch immer nicht gelesen *shame on me* Deshalb war ich froh wieder ein Einzelbuch der Autorin in unserer Bücherei zu entdecken und dies ging dann auch gleich mit.

"Böse Lügen" spielt außerdem noch auf den Falkland Inseln, einer kleinen Inselgruppe an der Südspitze von Südamerika, welches zu Großbritannien gehört...ein sehr interessantes Fleckchen Erde und gut für meine Weltenbummler Challenge ;)  Außerdem können sich vielleicht noch einige an den Falklandkrieg in den 80-er Jahren erinnern bzw. haben vielleicht schon einmal davon gehört.
Im Roman befinden wir uns allerdings im Jahre 1994. In den letzten vier Jahren sind hier drei Jungen verschwunden. Auch Catrin Quinn hat vor drei Jahren ihre zwei Söhne bei einem Unglück verloren. Die Meeresbiologin ist seitdem schwer traumatisiert und sinnt auf Rache. Denn für sie ist ihre ehemalige beste Freundin Rachel Schuld am Tod ihrer Jungen.
Als der kleine Archie, Sohn eines Touristenpaares, die mit einen Kreuzfahrtsschiff auf den Inseln angekommen sind, plötzlich verschwindet, beginnen auch die Inselbewohner nicht mehr an Zufälle zu glauben. Eine großangelegte Suche nach dem kleinen Jungen beginnt. Catrin muss allerdings einige Leute von der Suchaktion abziehen, als Hunderte von Wale an der Küste am anderen Ende der Insel stranden und zu sterben drohen. Die Rettungsaktion scheitert und plötzlich wird Catrin zur Außenseiterin, der man alles mögliche zuzutrauen beginnt. Als dann auch noch Rachels jüngster Sohn verschwindet, beginnt das Misstrauen ihr gegenüber überhand zu nehmen und Catrin schwebt in Lebensgefahr.....

Die Geschichte ist in drei Teile gegliedert und wird aus der Sicht von Catrin, Rachel und Callum erzählt. Der Zeitraum ist allerdings derselbe und so erfährt der Leser über die gleichen Vorkommnisse, aber aus verschiedenen Sichtweisen. Sharon Bolton hat dies sehr interessant aufgebaut. Als Leser rätselt man mit, wer mit dem Verschwinden der Jungen etwas zu tun haben könnte, was sich damals abgespielt hat und was passiert ist, dass aus den besten Freundinnen nun Feindinnen geworden sind. Durch die verschiedenen Erzählperspektiven wird die Vergangenheit immer mehr aufgedeckt. Nach und nach setzt sich ein Puzzlestück nach dem anderen ins Gesamtbild und rundet die Geschichte ab. Trotzdem gab es durch die sehr detaillierten Beschreibungen einige kleine Längen. Überraschende Wendungen und vorallem die schockierende  Enthüllung ganz am Ende des Buches machten dies wieder wett und ließen mich sprachlos zurück.

Der Aufbau ist gelungen und die Stimmung ist vorwiegend bedrückend und düster. Die Spannung kommt langsam, aber stetig. Ich hatte das Gefühl, dass die Gefahr an allen Ecken und Enden lauert, doch was dahinterstecken könnte, war auch mir ein Rätsel....so sollte es bei einem guten Buch sein! Trotzdem würde ich nach dem Ende des Romans die Geschichte nicht als Thriller, sondern eher als Spannungsroman bezeichnen.

Die Gefühle der Protagonisten werden sehr eindringlich geschildert und irgendwie kommt man in einem Sog, der mich das Buch nicht mehr aus der Hand legen ließ. Die drei Hauptprotagonisten sind sympathisch, haben aber alle ihr Päckchen zu tragen und konnte ich ebenfalls nicht als Täter ausschließen. Callum, der ehemalige Freund von Catrin und Soldat im Falklandkrieg, kämpft seitdem mit einem posttraumatischen Verhaltenssyndrom und hat immer wieder Ausraster. Rachel hingegen versucht ihre Schuld am Tod der Jungen ihrer damaligen besten Freundin im Alkohol und mit Tabletten zu verdrängen. Und Catrin ist seit dem Verlust ihrer Söhne nicht mehr sie selbst. Nur die Aussicht auf Rache lässt sie nicht komplett zugrunde gehen....

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist absolut fesselnd und lässt sich sehr gut lesen. Dieser hat mich schon bei "Bluternte" absolut überzeugt. Die bildhafte Beschreibung der stürmischen Insel am anderen Ende der Welt und die lebendige Charakterdarstellung konnte voll bei mir punkten.


Cover:

Die englischsprachigen Cover sind allesamt sehr düster. Das mittlere und rechte Titelbild unterscheidet sich kaum. Auf dem linken Cover ist ganz unten ebenfalls das stürmische Meer abgebildet, auch wenn die blaue Farbe die Düsternis etwas aufhebt gegenüber den beiden dunkelgrauen Buchcover.

Fazit :
Ein tolles Setting, ein guter Plot, lebendige Charakterdarstellungen und bildhafte Beschreibungen machen dieses Buch zu etwas Besonderem. Trotzdem gab es kleine Längen und insgesamt reichte es nicht ganz an "Bluternte" heran. Düster und beklemmend und aus meiner Sicht kein Thriller, sondern eher ein Spannungsroman, in dem nicht alles so ist, wie es anfangs scheint.....


Bluternte - Sharon Bolton

Bildquelle: Amazon
Englischer Originaltitel: Blood Harvest

Amazon Kurzbeschreibung:
Es gibt eine Zeit zu leben. Eine zu sterben. Und eine zu töten.
Die Familie Fletcher ist erst vor kurzem aufs Land gezogen. Doch die vermeintliche englische Dorfidylle entpuppt sich bald als Alptraum. Die beiden Söhne der Fletchers hören auf dem Friedhof nahe des Hauses rätselhafte Stimmen und sehen immer wieder die seltsame Gestalt eines Kindes. Als eine Friedhofsmauer einstürzt und ein Grab mit den Überresten dreier Mädchen freigelegt wird, ist klar, dass der Ort ein tödliches Geheimnis birgt. Auch der neue Vikar, Harry Laycock, und die Psychotherapeutin Evi Oliver werden in die rätselhaften Vorgänge um verschwundene Mädchen und ein unfassbares Verbrechen hineingezogen. Und die kleine Tochter der Fletchers könnte das nächste Opfer eines rätselhaften Killers sein ...

Meine Bewertung: * * * * *
 9. Buch zur Thriller-Challenge

Inhalt und meine Meinung:
Endlich wieder ein Thriller, der mich von der ersten bis zur letzten Seite völlig gefesselt hat!!
Da ich bis jetzt noch nichts von der Autorin gelesen hatte, wusste ich gar nichts über den Schreibstil und das Buch selbst, aber ich hatte es immer wieder in der Bücherei in der Hand und das letzte Mal ging es mit.
Das Buch beginnt schon mit einem eher gruseeligen und spannenden Prolog:
Im kleinen Örtchen Heptonclough in West Yorkshire unweit den Hochmooren findet man in einem Kindergrab etwas Ungewöhnliches. Der neu hinzugezogene Vikar Harry Laycock steht vor einem Rätsel..genauso wie der Leser am Beginn des Buches.
Ebenfalls neu zugezogen ist die Familie Fletcher, die sich gleich neben der alten Abteiruine  ein Häuschen baut. Schon bald hören Sie, dass in diesem kleinen Dorf schon einige Mädchen im Kleinkindalter verstorben oder verschwunden sind. Neben den beiden Söhnen Tom und Joe haben die Fletschers auch eine kleine Tochter, Millie. Der neue Vikar ist der Erste, der seit 10 Jahren wieder in Heptonclough ansäßig ist und der die zweite Kirche, die neben der alten Brandruine steht, wieder aufsperrt. Schon bald hört er Stimmen, die ihm zuflüstern und er hat immer öfter das Gefühl nicht alleine in der Kirche zu sein.
Auch die Fletcher Jungen sehen im alten Friedhof Schatten und Tom glaubt immer wieder ein Mädchen zu sehen, das sich rund ums Haus schleicht. Doch die Erwachsenen glauben Ihm nicht und die Psychiaterin Evi Oliver hat in dem kleinen Dorf nicht nur die Mutter eines verstorbenes Kindes zu therapieren, sondern auch bald Tom, der immer ängstlicher wird und große Angst um Millie hat, denn Millie ist genau in dem Alter als auch die anderen kleinen Mädchen starben.
Eines nachts stürzt die alte Friedhofmauer ein und in einem Mädchengrab liegen statt einer Leiche plötzlich drei.....


Das Buch war vom Anfang an spannend geschrieben, man gruselte sich und überlegte wieso es in diesem Dorf so ungewöhnlich zugeht...welche Hintergründe hier wohl mitspielen und wer das Mädchen ist, das Tom in der Nacht sieht? Man fühlt richtig die Ängste des Jungen. Die Autorin hat gekonnt den Spannungsaufbau des Buches immer mehr gesteigert ohne zu reißerisch zu sein oder ins Übersinnliche abzudriften.
Man fiebert richtig der Auflösung entgegen.
Auch die Charaktere im Buch sind sehr sympathisch und überzeugend, allen voran Vikar Harry und die Fletscher Jungen.


Fazit: ein rundherum gelungener Thriller mit Gänsehautfeeling und Spannung von der ersten Seite an!


 

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