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Das Septemberhaus - Carissa Orlando

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Broschiert: 432 Seiten
    • Verlag: ‎ Festa Verlag, (20. März 2025)
    • Übersetzer: ‎Claudia Rapp
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3986761950
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3986761950
    • Genre: Geistergeschichte, Horror


Festa Kurzbeschreibung:
Als Margaret und ihr Mann Hal das große viktorianische Haus in der Hawthorn Street kaufen, können sie nicht glauben, dass sie endlich ein eigenes Heim besitzen. Doch dann offenbart sich der Spuk. Jedes Jahr im September tropft Blut von den Wänden und die Geister früherer Bewohner tauchen auf. Sie fürchten sich vor etwas, das im Keller lauert. Die meisten Menschen würden fliehen. Doch Margaret ist nicht wie die meisten Menschen. Sie bleibt. Es ist ihr Haus. Nach vier Jahren, als der September wieder bevorsteht, hält es Hal nicht länger aus und flüchtet … Oder verschwindet? Je länger Margaret versucht, Hal zu finden, desto schlimmer wird der Spuk, denn es gibt einige Geheimnisse, die das Haus bewahren will …

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Gemeinsam mit den lieben Blogger-Freundinnen Aleshanee, Nicole, Andrea und Hibi habe ich pünktlich im September "Das Septemberhaus" von Carissa Orlando gelesen. Wir wollten uns alle ein bisschen gruseln, bevor es dann im Oktober richtig spooky werden soll.

So richtig gruselig empfand ich "Das Septemberhaus" eigentlich nicht, auch wenn ich nicht zu den erfahrenen Horror-Leserinnen, wie Andrea oder Nicole gehöre. Erst zum Ende hin kam das Gruselfeeling auf. 

Margaret und Hal sind sich sicher ihr Traumhaus gefunden zu haben. Die viktorianische Villa, die zum Kauf angeboten wird, ist günstig. Einzig die Vormieter blieben alle nicht lange im Haus wohnen. Auch die Mieterin macht sie auf einige Todesfälle aufmerksam, was die Beiden jedoch nicht hindert einzuziehen. Margaret fühlt sich wohl und schließt Freundschaft mit Nachbarin Edie. Doch im September offenbart sich Schreckliches. Von den Wänden tropft Blut, furchtbare Schreie hallen während der Nacht durch das Haus, Geisterkinder spuken durch die Zimmer, Vögel fliegen in selbstmörderischer Absicht gegen die Fenster und im Keller scheint etwas Furchtbares zu wohnen. Mit jedem Tag im September wird es schlimmer und hört erst im Oktober wieder auf. 
Margaret beginnt sich damit zu arrangieren und stellt ihre eigenen Regeln auf, um den Monat zu überstehen. Es ist ihr Haus und sie möchte bleiben - komme, was wolle. Sie schließt sogar Freundschaft mit der Haushälterin, die vor Jahrhunderten in der Villa gearbeitet und anscheinend bestialisch ermordet wurde und seitdem durch das Haus spukt. Nur Hal hat nach drei Septembern genug und verschwindet von einem Tag auf den anderen, kurz bevor der nächste September bevorsteht....

Margret habe ich zuerst bewundert, wie sie sich stoisch dagegen wehrt, aus dem Haus vertrieben zu werden. In Rückblenden in ihre Vergangenheit wurde mir klar, wie sie ihr Leben durch Regeln, die sie sich aufstellt, in den Griff bekommen hat. Die Ehe mit Hal ist nicht das, was man nach außen hin sieht und Tochter Katherine hat sie seit Jahren nicht mehr besucht und lebt ihr eigenes Leben. Als sie sich genau im September ankündigt, weil sie ihren Vater nicht erreichen kann und ihn suchen will, wird Margaret nervös. Sie kann doch ihre Tochter nicht in einem Spukhaus wohnen lassen, wo die Wände anfangen zu bluten, die Geister durchs Haus spuken und Katherine der Gefahr im Keller aussetzen. Kurzerhand holt sie den Exorzisten-Pfarrer der Gemeinde zu sich ins Haus, der ihr schon einige Male geholfen und dem Spuk mit Weihrauch und Gebeten entgegenwirkt. Doch das Böse kehrt schneller zurück, als Margaret lieb ist....

Bevor es zum gruseligen Finale kommt, ist die Geschichte mehr Familiendrama. Man erfährt so einiges über Hal und Margaret, wie auch über Katherine. Die Vergangenheit wirft ein etwas anderes Licht auf die Familie. Mich verwirrte zu Beginn, wie Margaret so gleichgültig mit diesen fürchterlichen Umständen leben konnte und mit ziemlich emotionsloser Akzeptanz das Verschwinden von Hal hinnahm. Spätestens als Katherine auftaucht und man Margarets Beziehung zum Haus und ihre Eigenschaft, sich den Dingen zu stellen erkennt, fragt man sich, ob vielleicht doch nicht alles so ist, wie es uns Margaret erzählt.
Die Figuren sind sehr bildhaft und lebendig gezeichnet, auch wenn viele keine Sympathieträger sind. Über Hal erfahren wir einiges in Rückblenden, aber auch Katherine ist kein wirklich liebenswerter Charakter. Sie ist aufbrausend und übergriffig. 
Die Atmosphäre ist düster und trotzdem nicht so gruselig, dass man sich fürchten müsste.

Die Autorin hat uns einige Male gekonnt auf den falschen Weg gelotst. Vor allem im letzten Drittel war man total unsicher, was nun Sache ist. Bildet sich Margret alles nur ein oder geistert es im Spukhaus tatsächlich? 
Carissa Orlando verpackt die Gruselgeschichte mit schwarzem Humor, so dass man sich nicht wirklich gruselt - bis es zum Finale kommt. Trotzdem könnte das eine oder andere Thema jemand unvorhergesehen triggern, denn zuvor geht es vor allem um Opferverhalten: verheimlichen, anpassen, ertragen und die Schuld auf sich nehmen.
Das Ende kam fast etwas zu abrupt und ich hätte mir hier noch einen Epilog gewünscht.

Cover:
von links nach rechts:
das englischsprachige Originalcover, das ukrainische, das polnische und das persische Cover.
Ich finde das deutschsprachige Cover vom Festa Verlag wirklich gelungen.

Fazit:
"Das Septemberhaus" ist eine etwas andere Geschichte, als man erwarten würde. Der Grusel steht eher im Hintergrund, der Inhalt ist vielschichtig und hat emotionalen Tiefgang. Mit der Bewertung tat ich mir allerdings sehr schwer und schwankte zwischen 3 und 4 Sternen. Nach dem Schreiben der Rezension habe ich nun den Mittelweg  genommen und 3 1/2  Sterne vergeben.



The Deep - Alma Katsu

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Taschenbuch: 560 Seiten
    • Verlag: ‎ Festa Verlag (25. April 2024)
    • Übersetzer: ‎Heiner Eden
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3986761144
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3986761141
    • Originaltitel: The Deep
    • Genre: Horror, Geistergeschichte, historische Mysterynovelle


Festa Kurzbeschreibung:
 Etwas Übernatürliches sucht die Titanic heim. Das ist die einzige Erklärung für die unheimlichen Ereignisse auf der Jungfernfahrt des Ozeandampfers. Viele der Passagiere sind überzeugt: Es ist etwas Jenseitiges an Bord. Doch bevor man mehr herausfinden kann, geschieht, wie man weiß, die wahre Katastrophe. Vier Jahre später, der Erste Weltkrieg hat begonnen, versucht Annie Hebbley, die jene schicksalhafte Nacht überlebt hat, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen. Sie dient als Krankenpflegerin auf dem Schwesternschiff der Titanic, der Britannic, die gerade zum Lazarettschiff umgerüstet wurde. Verfolgt von den Albträumen der ersten Reise, stößt Annie unter den Patienten auf einen bewusstlosen Soldaten. Sie erkennt den jungen Mark Fletcher. Er war ebenfalls auf der Titanic. Aber sie ist sich sicher, dass er den Untergang nicht überlebt hat ...

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Diesen Gruselroman habe ich schon im Februar gemeinsam in einer Leserunde mit der lieben Nicole von Zeit für neue Genres und der lieben July von julybookish gelesen. Es wird Zeit für eine Rezension!

Der Klappentext war vielversprechend. Erwartet haben wir uns einen spannenden Schauerroman, der auf der Titanic spielt. Bekommen haben wir ein historisches Drama auf zwei Zeitebenen. Horror und Grusel hat fast komplett gefehlt, was sehr schade ist. Trotzdem hat Alma Katsu dieses Unheilvolle auf der Titanic sehr gut eingefangen.

Die Geschichte spielt auf zwei Zeitebenen und springt zwischen 1912 und 1916 hin und her.
Annie Hebbley, unsere Hauptprotagonistin, erlebt die Jungfernfahrt der Titanic mit. Sie soll sich als Stewardess um die Gäste aus der 1. Klasse kümmern. Ihr zugeteilt ist auch das junge Ehepaar Mark und Caroline Fletcher und ihr Baby Odine.
Die illustren Gäste der Oberschicht sind so bekannte Namen wie die Astors, Benjamin Guggenheim, die Modeschöpferin Lady Lucille Duff-Gordon und ihr Mann Cosmo, sowie der Journalist und Spiritist W.T. Stead.
Bereits in den ersten Tagen stirbt der Dienstjunge Teddy der Familie Astor, während einer Séance, die zu dieser Zeit in der Oberschicht sehr beliebt war. Die sonderbaren Ereignisse auf dem Schiff häufen sich und die Menschen an Bord glauben, dass sich etwas Übernatürliches an Bord befindet. Auch die abergläubische Annie sieht immer wieder den einen oder anderen Schatten und fühlt sich vom Meer angezogen.
Trotzdem geht es hier auf und unter dem Deck der Titanic größtenteils um die Beschreibung der verschiedenen Charaktere und dessen Tagesabläufe.

Aber wir sind nicht nur auf der Titanic, sondern auch auf dem Schwesternschiff, der Britannic und zwar vier Jahre später. Annie Hebbley, die den Untergang der Titanic überlebt hat und danach einige Zeit in einer Nervenheilanstalt in Liverpool verbracht hat, arbeitet als Krankenschwester auf dem Lazarettschiff. Der erste Weltkrieg fordert viele Verletzte, die auf der Britannic versorgt werden. Abbie erkennt unter den Verwundeten Mark Fletcher, den sie und seine Frau, sowie Baby Odine versorgt hat. Sie dachte der Mann sei beim Untergang der Titanic ertrunken. Die Verbindung zu diesem Soldaten ist etwas seltsam.

Natürlich weiß man, was mit der Titanic passiert und wartet auf den Untergang, der ziemlich spät bei den insgesamt 560 Seiten startet.
Leider fand ich auch zu Annie nicht wirklich Zugang. Sie bleibt blass, distanziert und wirkt unnahbar. Außerdem wird nicht wirklich aufgeklärt, ob Annies Wahnvorstellungen ernst zu nehmen sind oder nicht. Auch den Rest der Figuren fehlte es an Charaktertiefe. Der Schreibstil ist sehr detailverliebt und beschreibend.
Die Atmosphäre und die Darstellung der beiden Schiffe fand ich allerdings gelungen und sehr bildhaft. Die Längen - vor allem im Mittelteil - konnten diese Beschreibungen jedoch auch nicht richtig auffüllen. Das Übernatürlich und Gruselige vermisste ich gleichfalls.
Das Ende ließ mich eher etwas unzufrieden zurück und trotzdem war das Buch nicht so schlecht, wie es sich jetzt anhört. Es war ganz einfach anders, als ich es mir erwartet hatte.

Mein Senf dazu: Eigentlich wäre die Geschichte um Violet Jessop, der Freundin von Annie, viel interessanter gewesen. Während Annie eine fiktive Figur im Roman ist, hat Violet wirklich gelebt. Ihre Lebensgeschichte ist außerordentlich! Sie hat 1911 den Zusammenstoß der Olympic mit dem britischen Kreuzer Hawke miterlebt. Danach war sie 1912 auf der Titanic und 1916 ebenfalls auf der Britannic, dessen Untergang sie ebenfalls überlebte. Eine wahre Geschichte, die grandioser Stoff wäre. Violet Jessop starb 1971 als 83jährige an Herzinsuffizienz.  

Cover:
von links nach rechts:
das US amerikanische Cover, das bulgarische, das englische Paperback, das englische Hardcover und das russische Cover
Das bulgarische Cover finde ich großartig! Man muss es allerdings genau ansehen und passt perfekt zur Geschichte

Fazit:
Leider nicht die erwartete Schauergeschichte, sondern eher ein Drama mit vielen Längen und zum Ende hin einigen Ungereimtheiten. Der Grusel blieb ebenfalls aus. Hier wäre so viel rauszuholen gewesen, was die Autorin schlicht versäumt hat. Trotzdem ist es kein schlechtes Buch und ich gebe noch 3 Sterne.


 
 

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