- Gebundene Ausgabe: 592 Seiten
- Verlag: Blanvalet Verlag (27. Februar 2008)
- Sprache: Deutsch
- ISBN-10: 3764502843
- ISBN-13: 978-3764502843
- Originaltitel: The Book Thief
- Genre: Roman, Gegenwartslitertur
Amazon Kurzbeschreibung:
Molching bei München. Hans und Rosa Hubermann nehmen die kleine Liesel Meminger bei sich auf – für eine bescheidene Beihilfe, die ihnen die ersten Kriegsjahre kaum erträglicher macht. Für Liesel jedoch bricht eine Zeit voller Hoffnung, voll schieren Glücks an – in dem Augenblick, als sie zu stehlen beginnt. Anfangs ist es nur ein Buch, das im Schnee liegen geblieben ist. Dann eines, das sie aus dem Feuer rettet. Dann Äpfel, Kartoffeln und Zwiebeln. Das Herz von Rudi. Die Herzen von Hans und Rosa Hubermann. Das Herz von Max. Und das des Todes. Denn selbst der Tod hat ein Herz.
Meine Bewertung: * * * * *
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Meine Meinung:
Seit einer halben Ewigkeit wollte ich dieses Buch schon lesen, aber immer wieder kamen mir andere - neuere - Bücher "dazwischen". Jetzt war es endlich so weit, denn der Film kommt bald in unsere Kinos und ich muss einfach bei einer Buchverfilmung das Buch zuerst gelesen haben!
Und nun frage ich mich, warum ich soo lange gewartet habe, bis ich dieses wundervolle Buch endlich zur Hand genommen habe?!
Es ist irgendwie schwer zu beschreiben, wie einem dieser Roman zurücklässt. Ich fühle mich nachdenklich, traurig, aber trotzdem mit einem frohen Herzen. Gestern Abend habe ich die letzte Seite zugeklappt und obwohl es heute sehr stressig im Büro war, sind des öfteren meine Gedanken zu diesem Buch gewandert....
Was ist so ungewöhnlich an diesem Roman?
Haben wir nicht das Thema Zweiter Weltkrieg schon viel zu oft durchgenommen oder darüber gelesen, geredet oder einfach auch mal die Nase voll davon gehabt?
Auch in diesem Buch geht es darum und der Erzähler ist nicht unsere Hauptprotagonistin Liesel Meminger, sondern der Tod! Dieser hatte ja zu dieser Zeit jede Menge zu tun und auch das wird hier beschrieben. Doch der Tod ist in dieser Geschichte kein gefürchteter Sensenman, sondern einer, der die Seelen fast zärtlich mit auf seine Reise nimmt und dabei die Farben des Himmels beobachtet. Ein poetischer Tod? In gewisser Weise schon, denn der Autor versteht es mit seinem eigenwilligen Schreibstil den Leser anfangs zu verwirren. Zuerst war mir diese Art des Schreibens, genauso wie die Erzählung durch den Tod ein bisschen befremdlich, doch schon bald hatte ich keine Schwierigkeiten mehr damit und konnte die Geschichte kaum aus der Hand legen. Auch tat es keinen Abbruch, dass wir zu Beginn schon viel vom Ende erfahren, denn der Tod geht nicht chronologisch vor. Trotzdem lässt er uns am Leben der neunjährigen Liesel teilhaben, die schon sehr früh die erste Begegnung, aber nicht die Letzte, mit ihm hat. Nachdem ihr kleiner Bruder auf dem Weg zur neuen Pflegefamilie stirbt, kommt sie dort alleine an und verliert mit einem Schlag ihre Mutter und ihren Bruder. Ihre neue Familie kümmert sich trotz Armut liebevoll um sie. Besonders ins Herz schließt Liesel ihren Pflegevater Hans, der ihr die Welt der Bücher und der Musik öffnet.
Als Bücherwurm liest man natürlich immer wieder gerne Romane in denen Bücher eine große Rolle spielen. Aber nicht nur die neue Familie, sondern auch der Nachbarsjunge Rudi und der Jude Max schleichen sich ins Liesels Herz. Letzterer wird von ihrer Pflegefamilie im Keller versteckt. Zwischen den Beiden entwickelt sich eine tiefe Freundschaft. Besonders schön sind auch die im Roman enthaltenen bebilderten Geschichten, die Max für Liesel als Geschenk gemalt hat.
Markus Zusak gelingt es auch wunderbar die eigentliche Kriegsgeschichte, die im Buch vorherrschend ist, ohne erhobenen Zeigefinger und moralischen Fingerzeig zu erzählen. Es gibt keine Verhetzuung gegen die Deutschen und Österreicher, sondern man erfährt von Hitleranhängern, aber auch genauso von Menschen, die sich unter Lebensgefahr für die Juden einsetzen. Die letzten Seiten enthalten, obwohl bereits zu Beginn teilweise erzählt, noch viele traurige Überraschungen bereit und man hat arg mit den Tränen zu kämpfen.
Schreibstil:
Der Stil von Markus Zusak ist genial und die deutsche Übersetzung großartig. Oft habe ich mir gedacht, dass kann kein Australier geschrieben haben! Auch als ich las, dass er der Sohn eines deutsch-österreichischen Ehepaares ist, wurde mir zwar einiges klar, aber trotzdem war die Umsetzung einfach toll! Man denkt der Autor war selbst mittendrinn...
Cover:

links das bekannteste Cover des Buches. Ich habe das Buch aus dem Weltbildverlag gelesen, deshalb habe ich oben ein anderes Cover verwendet.Rechts das Buch zum Film
Ich hoffe nur, dass Hollywood NICHT das Ende geändert hat!!!! Das fällt den Amis ja leider des Öfteren ein und haben schon ganze Geschichten damit zerstört! Auch wenn das Ende sehr traurig ist, sollte es keinen anderen Schluss geben!
Fazit:
Ein wunderbarer, ergreifender Roman, der berührt und der noch lange in Erinnerung bleiben wird. Trotz des nicht verschönerten Themas um den 2. Weltkrieg und der Verfolgung der Juden ist diese Geschichte alleine schon durch den wunderbaren Schreibstil ein richtiger Edelstein im "Bücherdschungel". Meine absolute Leseempfehlung!
Hier möchte ich euch noch den Trailer zum Film zeigen:
Ich werde mir den Film auf jeden Fall ansehen. Und wer das Buch noch nicht kennt, sollte es noch schnell vorher lesen!















