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Das perfekte Leben meiner Schwester - Sophie Edenberg


     

    • Taschenbuch: 396 Seiten
    • Verlag: Bookmundo Direct; 1. Edition (18. September 2020)
    • ISBN-10 : 9403609524
    • ISBN-13 : 978-9403609522
    • Genre: Gegenwartsliteratur, Drama


Bookmundo Kurzbeschreibung:
Als die neunzehnjährige Emma herausfindet, dass sie adoptiert wurde und in Wahrheit die uneheliche Tochter des vermögenden Wieners Ferdinand Lauderthal ist, regen sich Hoffnung und Zuversicht in ihr. Endlich sieht sie einen Ausweg aus ihrem unglücklichen Leben. Doch ihre Erwartungen werden enttäuscht. Während ihre gleichaltrige Halbschwester Céline das Leben ihrer Träume führt, will ihr Vater nichts von ihr wissen. Voller Eifersucht beschließt Emma, die beiden büßen zu lassen. Als vermeintliche Studienkollegin von Céline dringt sie in deren Leben ein und stellt dieses gehörig auf den Kopf. Doch schon bald muss Emma feststellen, dass nichts ist, wie es zunächst den Anschein hatte und sie sich in ihrer Halbschwester getäuscht hat. Hin und hergerissen zwischen ihrer wachsenden Zuneigung zu Céline und ihren Rachefantasien wird sie in einen Strudel aus Familienintrigen verstrickt, die ihr Verständnis von Gerechtigkeit auf eine harte Probe stellen. Denn alles im Leben hat seinen Preis …

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Nachdem ich von Sophie Edenbergs Roman "Fly Baby, fly" wirklich begeistert war, hat mir die Autorin auch ihr neues Buch "Das perfekte Leben meiner Schwester" als Rezensionsexemplar angeboten. Ich habe sehr gerne zugesagt. Auch der neue Roman steckt wieder voller Spannung und bringt mit einer sehr vielschichtigen Protagonistin Schwung in die Geschichte.

Als sich die neunzehnjährige Emma für die Führerescheinprüfung anmelden will, findet sie in den Unterlagen eine Abstammungsurkunde. Der Name der Mutter ist ein anderer, als auf ihrer Geburtsurkunde. Die Bestätigung, dass sie adoptiert wurde, bekommt sie von ihren vermeintlichen Eltern. Emma findet heraus, dass ihr leiblicher Vater als vermögender Unternehmer in Wien lebt. Ihr Leben war bisher gekenntzeichnet von Ablehnung und Missbrauch und so macht sie sich auf den Weg nach Wien. Mit einer List gelingt sie bis zu ihrem Vater, Ferdinand Lauderthal, vor. Doch ihre Hoffnungen werden enttäuscht. Der reiche Immobilenmakler will nichts von ihr wissen. Gleichzeitig scheint ihre gleichaltrige Halbschwester Céline all das zu bekommen, was auch ihr zustehen würde. Emma ist voller Neid und beginnt die Lauderthals auszuspionieren und sich in ihr Leben einzuschleichen. Sie möchte sich an ihnen rächen und freundet sich mit Céline an....

Emma hat in ihren neunzehn Jahren sehr viel Leid erfahren. Die sehr lieblose Behandlung ihrer Adoptiveltern gipfelt darin, dass ihre Stiefmutter doch noch schwanger wird und ihren leiblichen Sohn Emma immer vorzieht. Zusätzlich wird sie später noch vom Onkel sexuell missbraucht. Als sie die Bestätigung bekommt, dass sie nicht das leibliche Kind ihrer Eltern ist und diese sie mit ihrer Volljährlichkeit sowieso rausschmeißen, versucht sie verzweifelt ihre wahren Eltern kennenzulernen und reist nach Wien. Als ihr leiblicher Vater sie ebenso ablehnt, kann ich Emmas Verzweiflung und ihre Rachegedanken verstehen. Sie versucht seit ihrer Kindheit Liebe und Geborgenheit zu finden und erfährt nur Ablehnung. Irgendwann ist dann genug, doch Emma gerät in einen wahren Strudel und beginnt Grenzen zu überschreiten.

Céline ist hingegen in einem Kokon aufgewachsen. Ihre Mutter und die Haushälterin, zu der sie ein besonders enges Verhältnis hat, umsorgen sie liebevoll. Ihr Vater stellt ihr finanziell alles zur Verfügung, was sie möchte. Ihr Bruder Camillo ist ihr bester Freund. Die reichen Freundinnen, mit denen sie sich umgibt, sind genauso oberflächlich, wie sie. Doch hinter dieser Maske verbirgt sich ein verletztliches Mädchen, zu dem Emma vordringen kann. Bald erfährt sie auch von dunklen Familiengeheimnissen, die Emma für sich nutzt...

Die Handlung wird abwechselnd aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt. Dadurch wird die Geschichte zum Pageturner, denn der Leser ist den Figuren meistens ein kleines Stück voraus. Trotzdem gelingt es der Autorin genug überraschende Wendungen einzubauen, die mich vor Entsetzten aufkeuchen ließen oder wo ich nur kummervoll den Kopf schütteln konnte. Die Story ist rasant und der Schreibstil sehr dialoglastig.

Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse und sind auch der einzige Kritikpunkt am Spannungsroman. Es passiert in zu kurzer Zeit so einiges, was für mich letztendlich zu überspitzt und unwahrscheinlich rüberkommt. Der Rest ist aber gelungen!

Fazit:
Ein Pageturner, der aber nicht an das Debüt der Autorin herankommt. Ich mag die vielschichtigen Figuren, die Sophie Edenberg kreiert und die immer für Überraschungen gut sind. Ich hatte spannende Lesestunden und freue mich schon auf das nächste Werk der Autorin.

Vielen Dank an die Autorin für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Fly, Baby fly - Sophie Edenberg




    • Taschenbuch: 348 Seiten
    • Verlag: myMorawa von Dataform Media GmbH; Auflage: 1 (18. Juni 2020)
    • ISBN-10: 3991104768
    • ISBN-13: 978-3991104766
    • Genre: Gegenwartsliteratur


Kurzbeschreibung:
Als Lea nach einem schweren Autounfall im Krankenhaus zu sich kommt, findet sie sich in einem wahrgewordenen Albtraum wieder. Ihre Erinnerungen an die letzten dreizehn Jahre sind verschwunden. Bei ihrer Suche nach der eigenen Identität erfährt sie, dass sie ihre Jugendliebe Christopher geheiratet und mit ihm eine Tochter hat. Doch Christopher stößt sie von sich und drängt auf Scheidung. Wie es scheint, hat sie ihn und ihre Tochter vor Jahren verlassen und ihrer Heimatstadt Wien den Rücken gekehrt. Von Schuldgefühlen und Reue gepeinigt ist Lea fest entschlossen, die Liebe ihres Lebens zurückzugewinnen – komme was wolle. Anna ist endlich mit ihrem Traummann zusammen. Alles, was zu ihrem vollkommenen Glück noch fehlt, ist ein gemeinsames Kind. Das Leben ihrer Träume scheint zum Greifen nah. Doch all das verändert sich schlagartig, als Lea, Christophers verschollene und bildschöne Ehefrau, unvermutet wieder auftaucht.

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Die österreichische Autorin Sophie Edenberg hatte mich gefragt, ob ich ihren Roman gerne lesen und rezensieren würde. Ich habe in die Leseprobe reingelesen und danach sofort zugesagt und es wirklich nicht bereut. Was für eine tolle und spannende Geschichte!

Die Handlung hat mich von Beginn an sofort gefangen genommen. Wir erleben mit Lea ihren schweren Autounfall und wie sie ohne Erinnerung an die letzten dreizehn Jahre im Krankenhaus erwacht. Ihre letzte Erinnerung ist der Abschlussball an ihrer Schule, den sie gemeinsam mit ihrem Freund Christopher besucht hat. Lea möchte direkt an die Zeit ihrer Erinnerung im Jahr 1999 anschließen, doch das ist nicht möglich. Mit keinem ihrer früheren Freunde, sowie mit den Eltern pflegte sie noch Kontakt. Ihren Mann Christopher, den sie scheinbar geheiratet und mit dem sie eine gemeinsame Tochter hat, hat sie vor mehr als drei Jahren verlassen. Lea ist geschockt und voller Schuldgefühle. Sie ist fest entschlossen ihren Mann und ihre Tochter zurückzugewinnen, der mittlerweile mit seiner ehemaligen besten Freundin Anna liiert ist.

Dies ist einer der selten Romane, bei dem ich sogar das Liebesdreieck nicht furchtbar fand. Sophia Edenberg erzählt mitreißend und tiefgründig. Die Charaktere bestechen durch Vielschichtigkeit und sind mitten aus dem Leben gegriffen. Sie haben Ecken und Kanten und sind alles andere als perfekt.

Die Handlung wird abwechselnd aus der Sicht von Lea, Anna und Christopher erzählt. Zusätzlich gibt es Rückblenden in die Jahre 1999 und 2006, während die Gegenwart im Jahr 2019 und Anfang 2020 spielt. 
Die Charaktere sind sehr realitättsnah und vielschichtig dargestellt. Keine der Figuren ist perfekt, sondern alle haben Ecken und Kanten. Durch Rückblenden werden die Geheimnisse aus Leas Vergangenheit langsam schichtweise aufgedeckt. Dadurch wird die Spannung erhöht. Die zwischenmenschlichen Beziehungen werden sehr eingehend dargestellt und ich konnte mich teilweise gut in beide Frauen hineinversetzen. Auch wenn Lea nicht unbedingt ein Sympathieträger ist, konnte ich ihre Verzweiflung wegen ihrer Amnesie verstehen. Ich war neugierig, was hinter Leas Kontaktabbruch steckte, beobachtete mit Anna, wie sich Christoph plötzlich veränderte, nachdem er Lea wieder getroffen hat und fühlte ihren Kummer.

Die beiden Frauen sind sehr unterschiedlich. Während Lea vor ihrem Unfall nur vor Selbstvertrauen strotze und der es auch danach nicht wirklich an Selbstwertgefühl mangelte, muss sich Anna erst selbst wertschätzen lernen. Christophs Entwicklung überraschte mich allerdings am meisten.
Jeder der Figuren entwickelt sich in ihrem eigenen Tempo weiter. Es gibt keine plötzlich 180 Grad Wendung, sondern eine realistische Entwicklungder Charaktere bzw. deren Aufdeckung.

Zum Ende hin gibt es eine überraschende Wendung, mit der ich nicht gerechnet hatte. Die Idee dahinter ist von der Autorin großartig umgesetzt worden und ist sehr schlüssig. Für mich stimmt hier einfach alles. Und nun höre ich auf zu schwärmen und sage nur: Liest selbst!

Fazit:
"Fly, Baby fly" sticht aus diesen 08/15 Geschichten heraus, wie eine Orchidee zwischen Unkraut. Ein Roman, wie man ihn öfters gerne lesen möchte und doch so selten findet. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung!
Vielen Dank an die Autorin für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

 

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