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Lichterloh - Stadt unter Ruß - Sarah M. Kempen

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Broschiert : 320 Seiten‎ 
    • Verlag: Magellan (13. Februar 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 373485086X
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3734850868
    • Lesealter ‏ : ‎ Ab 14 Jahren
    • Genre: Dystopie, Jugendbuch



Magellan Kurzbeschreibung:
Cleo und ihre Schwester Gwynnie leben in einer von Kohle dominierten Welt. Rauch verschleiert den Himmel und die Hoffnung auf hellere Tage liegt in weiter Ferne. Während Gwynnie heimlich umweltfreundliche Techniken erforscht, ist es Cleos größter Traum, den hochgeachteten Beruf der Schornsteinfegerin zu erlernen. Doch wie soll sie es als einfache Fabrikarbeiterin aus dem Volk in diese Elite schaffen? Nachdem ein schrecklicher Brand in einem Haus der unteren Schicht ausbricht und Cleo verbotenerweise zur Hilfe eilt, erhält sie überraschend die Chance, Schornsteinfegerin zu werden. Ihre Konkurrenten, allen voran der ehrgeizige Leander, sehen das nicht gerne. Ist Cleo der Erfüllung ihres sehnlichsten Traums ganz nah oder ist sie nur Zahnrad in einem perfiden Plan?

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Music meets book Challenge

Meine Meinung:
Momentan scheine ich ein gutes Händchen für die richtigen Bücher zu haben. Schon wieder ein
5 Sterne Buch und diesmal aus dem Genre Jugend-Dystopie.
Schon dieses wunderschöne Cover fällt ins Auge und nach einer Leseprobe bei vorablesen wusste ich, dass ich mich für diese Geschichte bewerben möchte. Aber nicht nur äußerlich hat mir das Buch gefallen, sondern auch vom Inhalt, wie ihr ja schon bemerkt habt.

In Rußstadt leben Cleo und ihre Schwester Gwynnie im Signalturm der Stadt. Ihre Eltern sind bei einem großen Feuer vor einigen Jahren gestorben. Die Stadt heißt nicht umsonst Rußstadt, denn die Kohle bestimmt das Leben der Einwohner. Dementsprechend ist auch die Luftqualität. Sonne hat noch keiner der Einwohner je gesehen, denn der Himmel ist immer verdunkelt. Die Stadt liegt außerdem in einem Talkessel und umso tiefer die Menschen leben, umso schlechter ist die Luft.
Gwynnies Aufgabe ist es jeden Tag mit einer Signalfarbe den Rußgehalt zu bestimmen und weiterzugeben. Cleo arbeitet in einer Maschinenfabrik und liebt es Dinge zu reparieren. Es ist jedoch verboten, veraltete Maschinen wieder instand zu setzen, um diese wieder nutzen zu können. Denn nur die Schornsteinfeger dürfen Kamine kehren und Brände löschen, sowie Geräte kontrollieren und reparieren. Cleos Traum ist es selbst einmal Schornsteinfegerin zu werden, doch dieser Job wird vererbt und nur bestimmte angesehene Familien in Rußstadt dürfen den Beruf ausüben. Als die Parade der Schornsteinfeger stattfindet, bricht jedoch ein Brand in einer der ärmlichen Gegenden aus. Cleo hilft ohne Nachzudenken und löscht den Brand. Sie soll dafür schwer bestraft werden, denn es ist nur Schornsteinfegern erlaubt einzugreifen. Die Menschen sind empört und Tosca Liebkind, die oberste der Schornsteinfegergilde erkennt, wie beliebt Cleo bei den einfachen Leuten ist. Daher erlaubt sie ihr die Ausbildung zur Schonsteinfegerin, was vor allem der führenden Familie Glanzruß ein Dorn im Auge ist. Schafft sie die Prüfung allerdings nicht, verlieren Cleo und Gwynnie ihr Zuhause.... 

Der Schreibstil ist dem jugendlichen Leser angepasst. Die Autorin hat eine faszinierende und interessante Welt erschaffen, die ich mir sehr gut vorstellen konnte. Durch ihre detailgetreue und sehr bildhafte Beschreibung weckt sie Rußstadt vor meinen Augen zum Leben. Die Symbolik, die hinter dem Aufbau der Stadt und den verschiedenen Gesellschaftsschichten dargestellt wird, beinhaltet zusätzlich jede Menge Gesellschaftskritik. Denn die Industriellen, die ganz oben am Berg um den Talkessel wohnen, haben saubere Luft und unterdrücken mit der Macht der Kohle alle anderen in Rußstadt. Sie halten sie klein und unwissend. Jeder Fortschritt wird verboten und verfolgt. Einzig die Schornsteinfeger haben noch etwas mehr Rechte, als die gewöhnlichen Bürger.
Aber in der Geschichte geht es auch um Freundschaft, Zivilcourage und Umweltschutz. Cleo ist eine tolle Protagonistin, die nicht nur klug ist, sondern auch hilfsbereit. Mit ihrem Aufstieg zur Schornsteinfegerin erkennt sie einige gravierende Missstände und Lücken im System. 

Zu erwähnen sind auch die liebevollen Illustrationen von Melanie Korte. Innerhalb der Klappe befindet sich außerdem noch ein toller Stadtplan.
Bei der Beschreibung des Buches steht unter anderem eine dystopische Young Adult Trilogie. Also Liebesgeschichte gibt es hier definitiv keine, was ich eigentlich immer mit einem YA Roman verbinde. Aber vielleicht verstehe ich das auch falsch...

"Lichterloh" hat für mich absolut zurecht 2022 den Literaturpreis der Hamburger Kulturbehörde im Bereich Kinder- und Jugendbuch gewonnen.
Der Epilog weckt bereits die Neugierde und Vorfreude auf den zweiten Band, der im Juli erscheinen wird.

Fazit:
"Lichterloh - Stadt unter Ruß" ist ein wunderbarer Auftakt einer Trilogie für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren, die aber genauso für junggeblieben Erwachsene passt, die gerne Dystopien lesen oder einfach eine tolle Geschichte erleben möchten.

 
Vielen Dank an vorablesen und den Magellan Verlag für das Rezensionsexemplar

Die Lichterloh Trilogie:
  1. Stadt unter Ruß
  2. Ein Funke in der Luft  (erscheint voraussichtlich im Juli 2025)
  3. Der Himmel in Flammen  (erscheint voraussichtlich im September 2025)

Das rote Band der Hoffnung - Lucy Adlington

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

     Gebundene Ausgabe: 336 Seiten

    • Verlag: ‎ Magellan (13. Juli 2021)
    • Übersetzer: ‎ Knut Krüger
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3734850576
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3734850578
    • Originaltitel: The Red Ribbon
    • Genre: Jugendroman, Zweiter Weltkrieg, #gegendasvergessen



Magellan Kurzbeschreibung:
Schöne Kleider, Stoffe und Anproben sind eigentlich Ellas Welt. Aber ihr neuer Arbeitsplatz als Schneiderin ist kein gewöhnlicher und ihre Kundinnen sind es auch nicht – Ella arbeitet in der Schneiderei des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau. Dorthin wurde sie verschleppt und nur ihre Fähigkeiten an der Nähmaschine haben sie bisher vor der Gaskammer bewahrt. Nun kann jedes Kleidungsstück, das sie für KZ-Aufseherinnen oder ranghohe SS-Offiziersgattinnen anfertigt, für sie den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten. Also stürzt sich Ella in ihre Arbeit, immerhin bietet sie ihr auch ein winziges Stück Normalität in der alltäglichen Hölle des Konzentrationslagers. Doch verrät sie sich und ihre Mitgefangenen durch ihre Liebe zu Kleidung und Kreativität oder ist es ihr einziger Weg, am Leben zu bleiben?

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Ich lese seit Jahren Bücher rund um den Holocaust, wobei Jugendbücher eher seltener dabei sind. Mit "Das rote Band der Hoffnung" von Lucy Adlington habe ich dies seit langer Zeit wieder einmal gewagt.

Die Näherinnen von Ausschwitz gab es wirklich, doch dies ist kein biographisches Buch. Die Autorin hat sich mit Ella eine jugendliche Protagonistin ausgewählt, die damals zu dieser Gruppe hätte gehören können.
Ella ist eine begabte Näherin, die bereits von Kindesbeinen an das Schneiderhandwerk bei ihrer Großmutter gelernt hat - zuerst spielerisch, danach neben der Schule schon mit dem Wunsch einmal einen eigenen Modesalon zu eröffnen. Doch der Krieg kommt dazwischen und Ella wird auf dem Nachhauseweg von der Gestapo einfach aufgegriffen und nach Ausschwitz-Birkenau gebracht. Was dies heißt, wissen wir alle, denn Birkenau war ein reines Vernichtungslager. Als Ella die Chance bekommt in der Schneiderei mitzuarbeiten, nimmt sie diese wahr und findet in Rose eine sehr gute Freundin.

Rose liebt Bücher und Geschichten und versucht die schwere Zeit im Konzenrationslager durch ihre märchenhaften Erzählungen etwas aufzulockern und den Mithäftlingen Hoffnung zu schenken. Sie ist ein herzensguter Mensch, der Mitleid mit jeder Kreatur hat und hilft, wo sie nur kann. Ella ist kreativ und begabt. Sie versteht sehr schnell, wie man im Lager überleben kann, ohne missgünstig zu sein. Sie verbiegt sich nicht und bleibt sich selbst immer treu. Sie weiß genau, dass jedes einzelne Kleidungsstück, dass sie für die SS-Offiziersgattinnen schneidert, zwischen Leben und Tod entscheiden kann. Rose gibt Ella die Hoffnung ihren großen Traum einmal erfüllen zu können und Ella achtet darauf, dass Rose in der grausamen Umgebung voller Hunger, Niedertracht und Willkür nicht untergeht....

Der Beginn hat mich zuerst etwas skeptisch gestimmt, denn für mich war die anfängliche Atmosphäre "zu locker" und die Begebenheiten des Lageralltages nicht in ihrer gänzlichen Brutalität festgehalten. Ich musste mich daran erinnern, dass es sich hier um ein Jugendbuch handelt und keinen biografischen Roman einer Zeitzeugin. Danach kam ich besser in die Geschichte und erlebte mit Ella und Rose den Lageralltag, der mit der Zeit immer schwerer wurde. Gehässigkeiten von KZ-Aufseherinnen bringen beide in aussichtlose Situationen, die lebensbedrohlich werden.

Der Schreibstil ist flüssig und bildhaft. Ich hatte immer Bilder im Kopf, die sehr lebendig waren. Die Geschichte ist nicht in einzelne Kapitel aufgeteilt, sondern in Farben. Auf diese geht die Autorin in den Abschnitten immer ein und nehmen auch Bezug zum Lager und zur Nähstube.

Der Autorin ist es gelungen die Handlung für Jugendliche so aufzubereiten, dass diese durch die dramatischen Ereignisse im Konzentrationslager nicht überfordert, aber dennoch für das Thema sensibilisiert werden. Damit ist ihr eine Gradwanderung gelungen, die ich bewundernswert finde und mich meine anfängliche Skepsis total vergessen hat lassen.

Mein einziger Kritikpunkt ist das Ende. War die Erzählung die ganzen dreihundert Seiten über realitätsnah und für Jugendliche gut aufbereitet, war der Schluss etwas zu unglaubwürdig und zu märchenhaft. Er passt nicht wirklich zur vorangehenden Geschichte, gibt aber Hoffnung. Hoffnung, die wir im Moment alle nur zu gut brauchen können...

Cover:


von links nach rechts:
die Cover aus Großbritannien, Portugal, Spanien, Niederlanden und Ungarn

Fazit:
Eine sehr passende Lektüre für Jugendliche, um für das Thema des Holocausts sensibilisiert werden. Lucy Adlerton ist die Gratwanderung gelungen, diese grausame Zeit so aufzubereiten, dass sie authentisch, aber nicht zu grausam rüberkommt und die Jugendlichen verstört. Gerade jetzt finde ich diese Lektüre sehr wichtig, denn das Ende gibt Hoffnung - Hoffnung auf ein neues Leben!

Vielen Dank an Lovelybooks und den Magellan Verlag für das Rezensionsexemplar!
 

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