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Yellowface - Rebecca F. Kuang

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
    • Verlag: ‎ Eichborn; 4. Aufl. 2024 Edition (29. Februar 2024)
    • Übersetzer: ‎Yasmin Humburg
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3847901621
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3847901624
    • Originaltitel : ‎ Yellowface
    • Genre: Belletristik



Eichborn Kurzbeschreibung:
June Hayward und Athena Liu könnten beide aufstrebende Stars der Literaturszene sein. Doch während die chinesisch-amerikanische Autorin Athena für ihre Romane gefeiert wird, fristet June ein Dasein im Abseits. Niemand interessiert sich für Geschichten "ganz normaler" weißer Mädchen, so sieht es June zumindest. Als June Zeugin wird, wie Athena bei einem Unfall stirbt, stiehlt sie im Affekt Athenas neuestes, gerade vollendetes Manuskript, einen Roman über die Heldentaten chinesischer Arbeiter während des Ersten Weltkriegs. June überarbeitet das Werk und veröffentlicht es unter ihrem neuen Künstlernamen Juniper Song. Denn verdient es dieses Stück Geschichte nicht, erzählt zu werden, und zwar egal von wem? Aber nun muss June ihr Geheimnis hüten. Und herausfinden, wie weit sie dafür gehen will.

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur ABC Challenge

Buch zur Music meets Book Challenge

Meine Meinung:
Dieses Buch von Rebecca F. Kuang war ja einige Zeit überall zu sehen und die Hype darum hat mich tatsächlich abgehalten, danach zu greifen. Trotzdem hatte ich immer wieder das Bedürfnis diese Geschichte zu lesen, denn ich fand die Inhaltsangabe interessant und einmal etwas ganz anderes. Als es das Buch tatsächlich später in meiner Bücherei gab, habe ich dann zugegriffen.

Der Roman erzählt die Geschichte zweier noch junge Autorinnen, June und Athena. Während June nach einem ersten kleinen Achtungserfolg keine weiteren Bücher mehr veröffentlichen konnte, ist Athena bereits eine gefeierte Schriftstellerin. Die chinesisch-amerikanisch stämmige junge Frau ist in den Social Medien dauerhaft präsent und hat bereits ihr nächstes Meisterwerk in der Schublade liegen. June ist extrem neidisch auf den großen Erfolg ihrer Freundin und möchte endlich selbst durchstarten. Gemeinsam feiern sie Athenas neuen Netflix Vertrag, doch im Verlauf dieses Abends stirbt Athena. Sie hinterlässt ihr neues Manuskript "Die letzte Front", welches noch niemand gesehen hat, denn Athena spricht mit ihren Agenten nie über ihre neue Idee, sondern schickt ihm erst das vollständige Manuskript zu, wenn sie es beendet hat.
June beschließt dieses Manuskript mitzunehmen, abzuändern und es als ihre eigene Geschichte zu verkaufen. Sie ändert ihren Namen in Juniper Song um, um authentischer zu wirken, denn in Athenas Roman geht es um chinesische Arbeiter im Ersten Weltkrieg und June ist eine weiße Amerikanerin. Der gewünschte Erfolg stellt sich sofort ein und der Roman geht durch die Decke. Doch so ganz lässt auch June ihr schlechtes Gewissen nicht los.....

Die Idee dieses Buches ist wirklich gelungen und zeigt uns die Verlagsbranche in einem etwas anderen Licht. Die erste Hälfte hat mir sehr gut gefallen. Man macht sich Gedanken, wie man selbst gehandelt hätte, wie schnell sich Erfolg ins Gegenteil wandeln kann und wie man mit kulturellem Eigentum umgehen soll. Die Charaktere sind allerdings alle nicht wirklich sympathisch und June sowieso nicht. 

Der Roman ist aus der Ich-Perspektive von June geschrieben. Manchmal spricht sie den Leser auch direkt an, was ich etwas seltsam finde. Während Athena fast zu perfekt rüberkommt, ist June alles andere als ein Sympathieträger. Sie hat geistiges Eigentum einer anderen Person an sich genommen und geht damit nicht offen und ehrlich um. Während sie zu Beginn den Erfolg genießt, blitzt doch hin und wieder das schlechte Gewissen durch, bis sie ihr Handeln selbst verleugnet. Dabei gerät Juniper in eine Spirale, die immer abgedrehter wird und sie immer mehr nach unten zieht. Ab diesen Zeitpunkt konnte ich mit der Story immer weniger anfangen.

Rebecca F. Kuang spielt mit allen möglichen Klischees aus der Welt des Verlagswesens. Ich frage mich allerdings, ob man die amerikanische Buchbranche mit der deutschen oder europäischen vergleichen kann?
Außerdem widmet sich die Autorin Themen wie Rassismus, Geschlechterstereotypen und kulturelles Eigentum. Sie hält der heutigen Gesellschaft einen Spiegel vor, die sich oftmals alleine durch die Medien ihre eigene Meinung bildet und nichts hinterfragt. Fake News und Hasskommentare sind leider keine Seltenheit, sondern findet man täglich auf allen Plattformen. 

Gefallen hat mir der Blick hinter die Kulissen der Verlagswelt und wie entschieden wird, ob ein Buch zum Besteller wird. Der Druck auf Autoren und Lektoren, das ganze drumherum, wie die Präsenz in den Medien und Diskussionen um den Inhalt der Geschichte zerlegt wird, fand ich interessant. Die Frage, ob nur asiatisch stämmige Menschen über die asiatische Geschichte schreiben dürfen und ob alles andere kulturelle Aneignung ist, hat mich etwas nachdenklich zurückgelassen.
Ich muss aber gestehen, dass ich manchmal dieses Thema zu übertrieben finde, denn dann dürften sehr viele Autor:innen ihre Bücher nicht veröffentlichen. Vor allem auch im Krimi- und Thrillergenre frage ich mich, wie man das auslegen sollte/könnte... und seien wir ehrlich...was wäre die Buchwelt ohne Winnetou oder Kinder-Fantasy wie Peter Pan oder Momo? Wenn man es genau nimmt, könnte man ja auch im Fantasybereich nicht darüber schreiben, was nicht der "Wahrheit" entspricht. Bücher sind doch dazu da in andere Welten abzutauchen!

Das Ende fand ich etwas dünn und nichtssagend nach all den vielen Themen, die die Autorin aufgemacht hat. Außerdem haben wir es wieder mit einem (kleinen) offenen Ende zu tun, welches aber für mich in Ordnung ging. 

Cover:
von links nach rechts:
das einzige Cover, welches nicht genauso aussieht, wie alle anderen, ist das indonesische. Es wirkt ähnlich einem Manga, aber mir gefällt es sehr gut. Sonst wurde bei allen Übersetzungen dasselbe Cover verwendet. Hier seht ihr noch das portugiesische und das englischsprachige Originalcover.


Fazit:
Wirklich überzeugt hat mich der gehypte Roman leider nicht, aber ich bin trotzdem froh, dass ich ihn jetzt gelesen habe. Die Autorin bringt viele interessante Themen zur Sprache und lässt uns hinter den Vorhang der Verlagswelt schauen.



Man sieht sich - Julia Karnick

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
    • Verlag: ‎ dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG; 4. Edition (13. Juni 2024)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3423283912
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423283915
    • Genre: Gegenwartsliteratur, Belletristik

     

dtv Kurzbeschreibung:
Sommer 1988. Friederika hat große Füße und nennt sich Frie. Robert, neu an der Schule und schüchtern, verliebt sich sofort, aber zeigt es nicht. Vielleicht flirtet sie nur zum Spaß mit ihm?
Winter 2002. Frie ist Mutter einer kleinen Tochter, Robert ist Musiker. Nach Jahren der Funkstille und einer zufälligen Begegnung bestätigt sich: Wann immer die beiden aufeinandertreffen, wird es kompliziert.
Sommer 2022. Frie, inzwischen fünfzig und seit dem Ende ihrer letzten Beziehung wieder Single, fährt zum Abitreffen. Mit dabei: all die Erinnerungen an Robert, den sie seit einer halben Ewigkeit nicht gesehen hat. Was wird diesmal zwischen ihnen passieren? Ein mitreißend und liebevoll erzählter Roman übers Jungsein und Erwachsenwerden in den Neunzigern, über gelebte Träume und verpasste Gelegenheiten – und über eine neue Chance im Hier und Jetzt.

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Endlich wieder ein Buch, welches mit "Zwei an einem Tag" mithalten kann. Der Roman von David Nicholls gehört noch heute zu meinen allerliebsten Büchern, die einen ganz besonderen Platz in meinem Bücherregal haben. Außerdem liebe ich Romane, bei denen es um Beziehungen und verpasste Chancen geht bzw. um Paare, die sich aus den Augen verlieren und doch nicht voneinander loskommen.

Mit "Man sieht sich" ist Julia Karnick eine wundervolle und authentische Geschichte gelungen, die mich von Beginn an in den Bann gezogen hat. Sie spannt sich über mehr als 30 Jahre und wird von der Autorin mit sehr viel Einfühlungsvermögen erzählt.
Der Roman beginnt in der Gegenwart. Friederike, genannt Frie, hat eine Einladung zum dreißigjährigen Abitreffen erhalten und ist sich bis zum Schluss unsicher, ob sie dort aufkreuzen soll. Ihre Gedanken und Überlegungen sind so authentisch beschrieben, dass ich bereits auf den ersten Seiten schmunzeln musste. Danach wechseln wir in die Vergangenheit.
Julia Karnick erzählt über das erste Zusammentreffen, als Robert seine neue Schule betritt und als erstes das "Entenmädchen" kennenlernt, wie er Frie heimlich wegen ihren watschelnden Gang und den großen Füßen, nennt. Diese Freundschaft wird zu etwas ganz Besonderen, obwohl beide aus einem sehr unterschiedlichen Elternhaus kommen, das sowohl Robert, als auch Frie prägt. Nach dem Abi trennen sich ihre Wege, denn Frie geht als Au Pair nach Australien und Robert zum Zivildienst. Für Frie ist Freiheit zu dieser Zeit am Wichtigsten und Robert sucht seinen Platz im Leben. Jahre später haben sich beider Leben umgekehrt. Während Robert als Musiker seine Freiheit genießt, kämpft Frie als alleinerziehende Mutter ums tägliche Überleben...

Der Roman wird abwechselnd aus der Perspektive von Robert und Frie erzählt. So erfährt man immer, was gerade in ihrem Leben passiert, welches von Hochs und Tiefs geprägt ist. Es gibt dabei sehr intensive, aber auch unaufgeregte Erzählstränge.
Während all dieser Zeit verlieren sich Frie und Robert nie aus den Augen. Oftmals sind ihre Lebenswege zu unterschiedlich und der Zeitpunkt einfach nicht der richtige, dennoch spürt man im gesamten Roman, wie wichtig sie einander sind.
Die Stimmung der Achziger und Neunziger Jahre habe ich genossen und mich wieder jung gefühlt.

Julia Karnik beschreibt die Empfindungen ihrer Figuren einfühlsam und lebensnah. Dabei greift sie auch Themen auf, wie die Rolle der Frau über die Jahrzehnte oder die Prägung der Kindheit auf das weitere Leben. Besonders gefallen hat mir auch die Beziehung von Robert zu einem alten Mann, den er als Zivildiener kennenlernt und ihm zur Hand geht. Für Robert wird Herr Selk eine Art Vaterersatz, den er selbst nie kennengelernt hat.
Freunde und weitere Figuren rund um die Beiden blieben hingegen etwas schemenhaft, was mich allerdings nicht gestört hat, schließlich steht die Beziehung und Freundschaft von Robert und Frie im Mittelpunkt. Wie im echten Leben bleiben und gehen Freunde und sind in der Handlung mehr oder weniger vorhanden.

"Wer ›Zwei an einen Tag‹ von David Nicholls geliebt hat, wird dieses Buch auch nicht mehr aus der Hand legen. ― Der Hamburger Newsletter Published On: 2024-06-06"

Und dem kann ich nur zustimmen! 

Wie immer bei Romanen, die mich sehr berührt haben und die ich mit Begeisterung gelesen habe, fällt es mir besonders schwer eine Rezension zu schreiben, weil ich immer denke, dass diese der Geschichte nicht gerecht wird.

Fazit:
Für mich ein würdiger Nachfolger zu "Zwei an einem Tag", wobei Julia Karnick ihre ganz eigene Geschichte daraus macht, die einfühlsam und sehr authentisch erzählt wird. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung! (ganz besonders für jene, die "Zwei an einem Tag" genauso geliebt haben wie ich und noch immer nicht über das Ende hinweg sind.)

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

Die Farben des Sees - Rike Richtstein

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

     

    • Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
    • Verlag: ‎ Stadler Konstanz; 1. Edition (1. Dezember 2023)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3797707851
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3797707857
    • Genre: Roman, Belletristik 

     


Stadler Kurzbeschreibung:

Nach einer schmerzhaften Trennung reist Matilda an den Bodensee in das Haus ihrer kürzlich verstorbenen Großmutter Enni. Seit ihrer Kindheit ist sie nicht mehr hier gewesen und ihr wird bewusst, wie wenig sie über diese Frau weiß. In Ennis Nachttisch findet sie das Foto eines jungen Mannes, der nicht ihr Großvater war. Um sich abzulenken und auch aus Neugier, begibt sie sich auf die Suche nach dem Unbekannten und begegnet dabei einer Wahrheit, die alles verändert.

 Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Natürlich ist mir dieser Roman nicht nur wegen des wunderschönen Covers aufgefallen, sondern weil mich die begeisterte Rezension der YouTuberin Sarah Sophie sehr angesprochen hat. Deshalb sagte ich bei der Anfrage des Verlages, ob ich diesen Roman lesen möchte, gerne zu.

Matilda hat soben eine Trennung hinter sich, als sie erfährt, dass ihre Großmutter Enni gestorben ist. Als Kind war sie oft mit ihrer Schwester Juli am Bodensee bei den Großeltern, bis ihre Mutter plötzlich die Besuche einstellte und den Kontaklt abgebrochen hat.
Als Matilda erfährt, dass ihre Mutter das Erbe ausgeschlagen hat und Juli und sie das Haus der Großmutter erben, ist sie überrascht. Am Bodensee angekommen rollen die Erinnerungen über Matilda herein und sie macht sich immer mehr Gedanken darüber, warum sie den Kontakt zu ihrer Großmutter nicht mehr gesucht hat. Es macht sie traurig und nachdenklich. Als sie ein altes Foto eines jungen Mannes in der Schublade von Ennis Nachtkästchens findet, der nicht ihr Großvater ist, beginnt sie nachzuforschen...

Der Roman ist in relativ großer Schrift geschrieben und besteht nur aus knapp 224 Seiten. Jedes Kapitel beginnt mit einer wunderbaren Beschreibung des Sees und seines einzigartigen Farbenspiels. Es ist bewundernswert, wie die Autorin dieses Naturschauspiel beschreibt und sich dabei nicht wirklich wiederholt.

Der See wird auch zum Ausgangspunkt für Matilda, deren Spaziergänge immer wieder dorthin führen. An diesem Platz versucht sie ihren Schmerz und ihre Einsamkeit zu vergessen. Sie sucht nach Antworten in ihrem Leben. Dabei begibt sie sich auf eine schmerzhafte, aber auch befreiende Konfrontation mit der Vergangenheit.

Die poetische Sprache von Rike Richtstein, die nicht nur die innere Zerissenheit der Protogonistin widerspiegelt, sondern auch das wechselnde Farbspiel des Sees perfekt miteinbaut, ist das Um und Auf dieses Romans. Die Autorin versteht es perfekt, die Gefühle von Matilda wiederzugeben. Eine gewisse Melancholie trägt den Leser durch die Seiten und macht nachdenklich. Man hält als Leser inne, um all die Gedanken und Gefühle auf sich einwirken zu lassen.
Nicht verstanden habe ich allerdings den Grund für den Kontaktabbruch von Matildas Mutter zu ihrer eigenen Mutter Enni. Ich empfand diesen absolut nicht gerechtfertigt und finde es traurig, wenn sich eigene Kinder von den Eltern lossagen.

Die Farben des Sees ist ein Roman, der sich wunderbar liest, aber mir vorallem wegen der poetischen Erzählweise in Erinnerung bleiben wird. Der Roman selbst ist eher unaufgeregt und befasst sich mit Trennung, Trauer und Vergangenem.

Fazit:
Es ist eine sehr ruhige Geschichte, die direkt aus dem Leben gegriffen ist und nichts Spektakuläres an sich hat. Beeindruckend ist jedoch die poetische Sprache der Autorin und die gelungene Atmosphäre.

Vielen Dank an den Literaturtest für das Rezensionsexemplar!

Im Sommer treffen wir uns wieder - Sarah Morgan

    Die Bildrechte liegen beim Verlag


    • Broschiert: 384 Seiten
    • Verlag: ‎ HarperCollins Paperback; 1. Edition (19. März 2024)
    • Übersetzer: ‎ Judith Heisig
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3365005862
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3365005866
    • Originaltitel: The Island Villa
    • Genre: Belletristik, Gegenwartsroman


HarperCollins Kurzbeschreibung:

Die gefeierte Liebesromanautorin Catherine Swift führt seit Jahrzehnten die Bestsellerlisten an, dabei ist sie selbst in der Liebe alles andere als erfolgreich. Drei gescheiterte Ehen haben die Beziehung zu ihren Töchtern belastet, doch das soll sich nun ändern. Catherine ist verlobt und hofft, dass ihre Hochzeit auf Korfu sie alle endlich als Familie zusammenführt. Adeline weiß nicht, was schlimmer ist – dass ihre Mutter ein viertes Mal heiratet oder dass sie das auch noch in Catherines Luxusvilla feiern soll. Die Trennung ihrer Eltern hat Spuren hinterlassen, die sie als Psychologin zwar erkennt, aber längst nicht verwunden hat. Ihre Halbschwester Cassie scheint wie immer das genaue Gegenteil von ihr zu sein: nichts als pure Begeisterung. Als die Schwestern entdecken, wen ihre Mutter heiraten will, steht für beide alles kopf. Wird die Liebe im sommerlichen Griechenland trotzdem am Ende alles überstrahlen?

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Den neuen Sommerroman von Sarah Morgan, der jedes Jahr auf meiner Leseliste steht, hätte ich fast übersehen. Der Verlag hat nämlich schon wieder die Cover verändert und so habe ich dieses gelb-pink-weiße Cover zuerst nicht mit der Autorin in Verbindung gebracht.

In ihrem neuen Roman stellt Sarah Morgan wiederum eine schwierige Mutter-Tochter Beziehung in den Mittelpunkt. Catherine Swift ist eine erfolgreiche Liebesroman-Autorin, die die Bestsellerlisten seit Jahren anführt. Während sie über die große Liebe schreibt, schaut ihr Privatleben ganz anders aus. Mittlerweile steht sie kurz vor ihrer vierten Hochzeit. Ihre beiden Töchter Adeline und Cassie, die in Großbritannien leben, flattert die Hochzeitseinladung nach Griechenland überraschend ins Haus. Zusätzlich hält Catherine den Namen ihres zukünftigen Mannes geheim und will ihn erst zuhause auf Korfu lüften, wenn ihre beiden Töchter eintreffen.

Adeline, ihrer ältere Tochter, ist ihr großes Sorgenkind. Die Beziehung zwischen den beiden Frauen ist angespannt. Adeline hat die Trennung ihrer Eltern nie wirklich überwunden, vorallem aber leidet sie seit ihrer Kindheit daran, dass sie auf Wunsch ihrer Mutter bei ihrem Vater aufwachsen musste. Adeline hat zwar eine sehr gute Beziehung zu ihrem Vater, aber dass sie ihre Mutter einfach abgeschoben hat, hat sie bis heute nicht verkraftet. Als ausgebildete Psychologin erkennt sie zwar ihr Problem, hat aber seitdem keinerlei Gefühle mehr zugelassen. Sie glaubt nicht an die Liebe und lebt ein sehr selbstkontrolliertes Leben. Ihr widerstrebt es sehr, die Reise nach Korfu anzutreten und eine weitere Hochzeit zu feiern...

Cassie ist das komplette Gegenteil von Adeline. Sie ist gefühlsbetont, offen und eine kleine Romantikerin. Sie hat das Herz auf der Zunge und ein sehr gutes Verhältnis zu ihrer Mutter. Cassie verbringt ihre Sommer jedes Jahr auf Korfu. Nachdem sie ihr Studium abgeschlossen hat, träumt sie davon, ebenfalls Schriftstellerin zu werden. Noch verheimlicht sie, dass sie bereits ein Manuskript eingereicht hat....

Als Adeline und Cassie auf Korfu eintreffen, erwartet sie eine Überraschung, die jedoch nicht so ausfällt, wie ihre Mutter es sich vorgestellt hat und das Aufeinandertreffen eskaliert...

Sarah Morgan erzählt abwechselnd aus der Sicht der einzelnen Figuren. Es ist klar, dass in der Vergangenheit so einiges passiert sein muss, was das Verhältnis zueinander belastet. Deshalb ist die Atmosphäre zu Beginn zwischen den drei Frauen ziemlich angespannt. Man fühlt und fiebert mit Catherine, Adeline und Cassie mit, die sich eigentlich alle drei nichts anderes wünschen, als ein harmonisches Familienglück.

Der mitreißende und bildhafte Schreibstil hat mich durch die Geschichte "getrieben" und ich wollte unbedingt wissen, was in der Vergangenheit passiert ist. Sarah Morgan hält dabei auch einige Überraschungen parat.

Die Charaktere sind lebendig und wieder sehr liebevoll gezeichnet. Man erlebt drei sehr unterschiedliche Frauen einer Familie, die sich nach außen tough geben, aber sehr unsicher sind. Ich mochte sie alle drei auf ihre eigene Art und Weise.

Ganz besonders geliebt habe ich das Setting Korfu. Ich habe die griechische Insel selbst vor Jahren besucht und die wunderschönen Beschreibungen der Landschaft hat mir Fernweh beschert. Viel zu lange war ich nicht mehr in Griechenland...

Cover:

von links nach rechts:
Die beiden englischsprachigen Titel sind in den USA und in Großbritannien verschieden übersetzt worden und auch die Cover sind unterschiedlich. Die beiden rechten Cover aus Island und der Slowakei haben sich jeweils einem davon angeschlossen.

Das deutschsprachige Cover ist hingegen komplett anders und fällt aus der Reihe. Außerdem hat der deutsche HarperCollins Verlag sich anscheinend gegen eine Fortsetzung der einheitlichen Cover der Autorin entschieden, was ich sehr schade finde. Es ist bereits das zweite Mal, dass die Cover der Autorin komplett verändert werden und somit der schnelle Erkennungswert verloren geht. Auf der anderen Seite wirkt es moderner und frischer.

Fazit:
Sarah Morgan hat mit ihrem neuen Roman "Im Sommer treffen wir uns wieder" eine emotionale Geschichte über Familiengeheimnisse, Neuanfänge, verlorenes Vertrauen und neue Chancen geschrieben, den ich gerne weiterempfehle.

Vielen Dank an HarperCollins für die Bereitstsellung des Rezensionsexemplares!

Der Wind kennt meinen Namen - Isabel Allende

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Gebundene Ausgabe: 335 Seiten
    • Verlag: Suhrkamp Verlag; 1. Edition (15. April 2024)
    • Übersetzer: ‎ Svenja Becker
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3518432001
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3518432006
    • Originaltitel : ‎ El viento conoce mi nombre
    • Genre:  Gegenwartsliteratur, Belletristik



Suhrkamp Kurzbeschreibung:
Wien, 1938. Samuel Adler ist sechs Jahre alt, als sein Vater und die Familie alles verliert. In ihrer Verzweiflung verschafft Samuels Mutter ihrem Sohn einen Platz in einem Kindertransport, aus dem von den Nazis besetzten Österreich nach England. Samuel macht sich allein auf die Reise, außer einer Garnitur Wechselkleidung und seiner Geige hat er bei sich nichts – die Last der Einsamkeit und Ungewissheit wird ihn ein Leben lang begleiten.
Arizona, 2019. Acht Jahrzehnte später steigen Anita Díaz und ihre Mutter in den Zug, um der Gewalt in El Salvador zu entkommen und in den Vereinigten Staaten Zuflucht zu finden. Doch ihre Ankunft fällt mit der neuen brutalen Einwanderungspolitik zusammen: Die siebenjährige Anita wird an der Grenze von ihrer Mutter getrennt und landet in einem Lager. Allein und verängstigt, weit weg von allem, was ihr vertraut ist, sucht sie Zuflucht in Azabahar, einer magischen Welt, die nur in ihrer Fantasie existiert. Wie aber soll sie zurückfinden zur Mutter?

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Wien November 1938. In der Progrom- oder Reichskristallnacht ändert sich für die jüdische Familie Adler alles. Doktor Rudolf Adler wird vom aufrührerischen Mob zusammengeschlagen und kurze Zeit später ins Konzentrationslager gebracht. Seine Frau Rachel entscheidet sich deshalb schweren Herzens den gemeinsamen sechsjährigen Sohn Samuel mit einem der letzten Kindertransporte nach England zu schicken. Erst nach vielen Hindernissen findet er bei einem Quäkerpaar eine liebevolle Familie, die sich um ihn kümmert. Samuel lebt für seine Musik und war vor der Deportation ein musikalisches Wunderkind. Nach dem Ende des Krieges versucht er seine Eltern ausfindig zu machen...

1981. Im zweiten Handlungsstrang überleben nur Leaticia und ihr Vater das Massaker von El Mozote. Gemeinsam fliehen sie von El Salvador in die USA.
Jahrzehnte später ist die sieben jährige Anita mit ihrer Mutter ebenfalls von El Salvador auf der Flucht in die USA. Bedingt durch die neue Flüchtlingspolitik unter Donald Trump wird sie an der Grenze grausam von ihrer Mutter getrennt und kommt zunächst in ein Lager.

Wer kann sich noch an die herzzereißenden Bilder an der mexikanischen Grenze erinnern? Ich denke jeder von uns! Diese unmenschlichen Handlungen gegenüber den Kleinsten sind einfach nur grauenvoll!
Ü
berall auf der Welt sind Menschen auf der Flucht. Jeder von ihnen hat furchtbare Dinge erlebt, um überhaupt den Entschluss zu fassen, seine Heimat zu verlassen. Kinder sind in besonderem Maße Leidtragende, wenn mächtige Politiker ihre Entscheidungen treffen.

Während ich mit Samuel und der kleinen Anita mitgelitten habe, blieb mir Leaticia durch einen zu großen Zeitsprung in der Geschichte, leider etwas fremd. Ich hatte etwas Mühe, die kleine Laeticia als Frau Mitte vierzig und das Kind Samuel, mit den schon über achzigjährigen Mann, zu identifizieren, den wir anschließend wiedertreffen.
Auch während der einzelnen Handlungsstränge gab es viele Zeitsprünge. Ich wurde dadurch oft aus der Handlung gerissen und konnte
die Tiefe der Geschichte zu wenig spüren.

Erst am Ende des Buches liefen die Handlungsfäden zusammen und ergaben einen Sinn. Man erfährt, wie all diese Menschen irgendwie zusammenhängen und ein ähnliches Schicksal hinter sich haben. Leider hat sich
Isabel Allende meiner Meinung nach zu vielen Themen angenommen, um die wahre Tiefe der Charaktere zu spüren.
Die großartige Geschichtenerzählerin, die bereits zu Lebzeiten eine Legende ist, hat dennoch einen sehr zeitgemäßen Roman geschrieben. Und obwohl ich mir etwas mehr erwartet hatte, ist dieser Roman auf jedem Fall sehr lesenswert, denn er behandelt ein wichtiges und erschütterndes Thema: Das unermessliche Leid von Flüchtlingskindern und wie sich ein solch traumatisches Ereignis auf deren weiteres Leben auswirkt. Außerdem lässt uns die Autorin nicht hoffnungslos zurück, sondern appeliert an die Menschlichkeit.

Cover:

von links nach rechts:
das spanischsprachige Originalcover und weitere Cover aus Rumänien, der Ukraine, zwei englischsprachige und das bulgarische Cover

Fazit:
Ein Roman über die Flüchtlingsproblematik, die uns seit Jahrzehnten begleitet und die auch jederzeit uns alle betreffen kann. Ergreifend und aufwühlend, aber für mich mit zu großen Zeitsprüngen und zu vielen Themen. Trotzdem sollte man Allendes neuen Roman lesen!


Vielen Dank an vorablesen und den Suhrkamp Verlag für das Rezensionsexemplar!

Die Halbwertszeit von Glück - Louise Pelt

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Gebundene Ausgabe: 432 Seiten
    • Verlag: Lübbe; 2. Aufl. 2024 Edition (29. Februar 2024)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3757700228
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3757700225
    • Genre: Roman, Belletristik


     

Lübbe Kurzbescheibung:
Paris 2019: Mylènes Glück steht eigentlich nichts mehr im Weg. Doch dann wird durch eine erschütternde Enthüllung ihre ganze Welt auf den Kopf gestellt. Mylène fragt sich: Kann man überhaupt glücklich sein, solange man nicht weiß, wer man ist?
DDR-Grenzgebiet 1987: Einsiedlerin Johanna findet im Wald ein 17-jähriges Mädchen und versteckt es vor den Grenztruppen. Dadurch wird sie unversehens mit einer Vergangenheit konfrontiert, von der sie glaubte, sie längst hinter sich gelassen zu haben. Aber auch Erinnerungen an vergangenes Glück kommen wieder hoch. Doch darf man irgendwann wieder glücklich sein, auch wenn die eigene Schuld zu groß ist?
Los Angeles 2003: Bei einem Unglück ist Hollys Kollegin Jay ums Leben gekommen - und das nur, weil sie spontan für Holly eingesprungen ist. Von Schuldgefühlen geplagt, versucht Holly unter einem Vorwand, Jays Freund und Sohn etwas Glück zurückzugeben. Aber hätte auch sie selbst es verdient, wieder glücklich zu sein? 

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge 

Meine Meinung:
Der Roman beginnt mit einer kurzen Einführung in den November 1938. In der Progromnacht oder Reichskristallnacht ist die junge Margarthe unterwegs zu ihrem Verlobten Max Goldberg, als sie mitten in die gewaltsamen Ausschreitungen gerät.....

Danach begleiten wir drei Frauen auf drei Zeitebenen.
In Paris 2019 steht Mylène kurz vor ihrer Hochzeit mit den Sunnyboy Frédéric. Sie ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau, die Lippenstifte aus Naturmaterialien herstellt und ihre eigene Firma besitzt. Ihre Zukunft ist rosig, als sie eines Tages Besuch von einem Anwalt bekommt. Sie erfährt, dass sie eine Wohnung in Amsterdam geerbt hat. Als sie ihren Eltern davon erzählt, hört sie Unglaubliches. Von einem Tag auf den anderen wird ihre Welt total auf den Kopf gestellt und sie beginnt ihr ganzes Leben und ihre eigene Person in Frage zu stellen.

DDR 1987. Johanna lebt in einer einsamen Hütte im Wald an der deutsch-deutschen Grenze. Sie hat nach einem schlimmen persönlichen Ereignis Dresden verlassen und lebt seitdem als Einsiedlerin in der Datscha ihrer Eltern. Als sie in der Nähe ein junges verletztes Mädchen findet, welches nach Westdeutschland flüchten und angeschossen wurde, versteckt sie sie in ihrer Hütte. 

Los Angeles 2003. Holly träumt von einer Karriere als Drehbuchautorin. Doch die Wirklichkeit sieht anderes aus. Sie lebt gemeinsam mit einer Freundin in einer kleinen WG und arbeitet als besseres Laufmädchen in einer Produktionsfirma. Als eine berühmte Regisseurin mit ihr über ihr Drehbuch sprechen möchte, kann sie ihr Glück kaum fassen. Doch ihre launische Chefin hat vergessen, dass sie deswegen eine längere Mittagspause macht und verweigert ihr diese. Jay, eine Kollegin springt für Holly ein und zahlt mit dem Leben. Holly ist entsetzt und untröstlich. Sie fühlt sich schuldig und macht sich auf die Suche nach Jays Familie, um diese ein bisschen glücklich zu machen.

Louise Pelt erzählt abwechselnd aus der Sicht der drei Frauen, die durch ein großes Unglück oder einem Geheimnis aus ihrer momentanen Lebensphase gerissen wurden. Das Glück hat sie verlassen und alle drei müssen feststellen, wie flüchtig diese Momente sein können.

Johanna ist die unnahbarste der drei Frauen. Sie ist die Älteste und hat sich nach einem schmerzlichen Ereignis vollkommen zurückgezogen. Die ehemalige Physikerin erkennt auch die „Halbwertszeit von Glück“, die titelgebend ist und bereits einiges über den roten Faden des Romans aussagt.
Durch die Hilfe, die sie dem Mädchen gewährt, öffnet sich ihr Herz ein klein bisschen und lässt sie über ihr momentanes Leben nachdenken. Nach langer Zeit offenbart sie sich ihrem Gast, den sie Fluchthilfe geben möchte.

Mylène ist eine erfolgreiche Geschäftsfrau, doch die Neuigkeit, die sie erfährt bringt ihre gesamte Welt ins Schwanken. Als toughe Erfolgsfrau war sie mir manchmal privat etwas zu naiv. Doch für sie ist nichts mehr, wie es war und ihr bleibt nichts anderes übrig, als die Vergangenheit ans Licht zu bringen und sich selbst zu finden.

Mit Holly konnte ich mich am wenigstens identifizieren, auch wenn ich ihre anfänglichen Schuldgefühle  verstehen konnte. Sie wirkte jedoch etwas unreif auf mich und mit der Zeit nervte ihr Selbstmitleid. Dennoch ist auch sie eine Frau, die sich dem Leben stellen muss. Lange Zeit war nicht ersichtlich, in welcher Beziehung Holly zu den beiden anderen Frauen steht.

Mich hat der Roman von Beginn an mitgenommen. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und habe vorallem mit Johanna am meisten mitgefühlt. Ihre Abschnitte habe ich besonders gerne gelesen.
Der Schreibstil ist einnehmend und bildhaft. Über jedem Kapitel steht der Name, Monat und Jahr, damit wir als Leser wissen, wessen Geschichte wir gerade lesen werden. Meistens endet der Abschnitt mit einen kleinen Cliffhanger und man möchte sofort weiterlesen, um mehr zu erfahren.
Lange habe ich gerätselt, wie diese drei Frauen in Verbindung stehen können. Louise Pelt hat die einzelnen Puzzlesteinchen nach und nach zusammengeführt und am Ende ein Gesamtbild erschaffen, das mich sehr berührt hat.

Fazit:
Eine wunderschöne Geschichte um die Vergänglichkeit des Glücks und um Neuanfänge - von der Autorin gefühlvoll erzählt. Ihren Namen muss ich mir merken, denn mit "Die Halbwertszeit von Glück" hat sie für mich ein fünf Sterne Buch geschrieben, welches ich sehr gerne weiterempfehle!


Vielen Dank an die Bloggerjury und an Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar!

Undercover Bridesmaid - Katy Birchall

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Broschiert: 416 Seiten
    • Verlag: ‎ Piper Taschenbuch; 3. Edition (31. März 2022)
    • Übersetzer: Sonja Rebernik-Heidegger
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3492062342
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3492062343
    • Originaltitel: ‎ The Secret Bridesmaid
    • Genre:  Romance, Belletristik


Piper Kurzbeschreibung:
Als Undercover Bridesmaid wird Sophie als perfekte rechte Hand gebucht. Sie gibt sich als Freundin aus, wird aber dafür bezahlt, dass der schönste Tag im Leben reibungslos abläuft: Ob angesäuselte Trauzeugen oder pöbelnde Schwiegerväter, verschollenes Catering oder platzende Brautkleidnähte – Sophie sorgt dafür, dass jede Hochzeit ein Happy End hat. Davon kann sie selbst nur träumen, denn sie findet einfach nicht den Richtigen. Gut, dass Ablenkung in Sicht ist. Eine Dame aus dem Hochadel engagiert Sophie als Brautjungfer für ihre Tochter. Leider ist Lady Cordelia eine echte Bridezilla und tut alles, um die Arbeit der Bridesmaid zu torpedieren. Sophie ist kurz davor, alles hinzuschmeißen, als sie auf Cordelias attraktiven Bruder trifft …

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Jeder von uns kennt mittlerweile den aus den USA kommenden Brauch eines Hochzeitsplaners. Doch wie sieht es mit einer professionellen Brautjungfer aus?
Sophie hat ihre Leidenschaft zum Beruf gemacht und arbeitet als "Undercover Bridesmaid". Unter falschen Namen, denn ihre Identität muss ein Geheimnis bleiben, steht sie den zukünftigen Bräuten zur Seite und schaut darauf, dass am schönsten Tag im Leben alles reibungslos verläuft.
Der gute Ruf eilt Sophie voraus und es könnte beruflich gerade nicht besser gehen. Umso mehr freut sie sich, als sie eines Tages für eine royale Hochzeit gebucht wird. Noch ahnt sie nicht, was sie sich damit einbrockt. Die junge Dame, für die sie laut Autrag der Brautmutter arbeiten soll, entpuppt sich jedoch als richtige "Brautzilla". Lady Cordelia, die Braut in spe, tut alles um Sophie das Leben zur Hölle zu machen...

In meiner Bücherei habe ich das quietschpinke Cover mit diesem wunderschönen Buchschnitt gesehen und es war um mich geschehen. Ich tippte auf eine YA Geschichte und stellte das Buch wieder zurück. Dann schwärmte Caroline von Marie`s Salon du Livre (You Tube) vom Buch und ich fragte nach, ob es ein Young Adult Buch sei. "Nein" war die Antwort und deshalb ging es dann einfach beim nächsten Büchereibesuch mit. Ausprobieren kann ich es ja trotzdem, dachte ich mir. Und ich hatte die humorvolle Geschichte auch sehr schnell ausgelesen.

Obwohl es auch Romantik in der Geschichte gibt, konzentriert sich die Handlung vorallem auf Sophie selbst und die Unterstützung, die sie von ihren Freundinnen und ihrer Mutter erhält. Natürlich erfahren wir auch viel über Hochzeiten und wie Sophie als professionelle Brautjungfer arbeitet. Am Ende jedes Kapitels gibt es Emails von zufriedenen Kundinnen und Lieferanten, die sich für ihre Engagemanet bedanken. Dies lockert die Handlung auf und gibt noch mehr Einblicke in Sophies Arbeit. Man merkt, wie sehr Sophie für ihren Job brennt und wie sehr sie es liebt Bräuten ihre Träume zu erfüllen.
Lady Cordelia ist eine junge Frau, die wirklich biestig agiert und ich hätte an Sophies Stelle den Job wirklich hingeschmissen. Hinter der Fassade versteckt sich allerdings eine junge Frau, die arg getäuscht wurde und seitdem eine Mauer um sich herum aufgebaut hat. Einzig ihr Bräutigam und ihr Bruder sind Personen, denen sie hinter diese blicken lässt.
Natürlich gibt es auch eine Love Story, doch die ist eher im Hintergrund gehalten, was mir sehr gut gefallen hat. Zu viel Kitsch brauche ich nämlich nicht und die Dosis war hier trotz dem Thema Hochzeit passend. Allerdings fand ich die Figur des Love-Interests etwas zu blass. Ich konnte das Knistern zwischen den Beiden nicht wirklich spüren.

Der Schreibstil ist flüssig und voller Siutationskomik, wenn auch manchmal etwas zu überspitzt. Für mich war es ein humorvoller Roman a la "Schokolade zum Frühstück". Wer hier nur eine Liebesgeschichte sucht ist allerdings falsch. Es ist ein Roman, dessen Hauptaugenmerk auf den Themen Thema Freundschaft, familiäre Unterstützung und Selbstfindung liegt, aber trotzdem nicht zu tief geht. Humorvolle Unterhaltung eben...

Cover:

von links nach rechts:
das niederländische, das englische, das ungarische und nochmals ein englisches Cover

Fazit:
Wer eine humorvolle und spritzige Geschichte über eine professionelle Brautjungfer sucht, hat sie hier gefunden ;) Nette und unterhaltsame Urlaubslektüre.

Die sieben Männer der Evelyn Hugo - Taylor Jenkins Reid

    Die Bildrechte liegen beim Verlag


     

    • Taschenbuch: 464 Seiten
    • Verlag: ‎ Ullstein Taschenbuch; 6. Edition (31. März 2022)
    • Übersetzer: ‎ Babette Schröder
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3548066739
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3548066738
    • Originaltitel: ‎ The Seven Husbands of Evelyn Hugo
    • Genre: Belletristik, Roman


Ullstein Kurzbeschreibung:
Die einstige Hollywood-Filmikone Evelyn Hugo ist endlich bereit auszupacken und die Wahrheit über ihr schillerndes Leben und ihre skandalösen sieben Ehen zu erzählen. Sie fragt die Lokaljournalistin Monique Grant als Ghostwriterin an. Monique ist darüber mehr als erstaunt, schließlich hat sie seit Jahren keinen großen Artikel mehr geschrieben. Könnte das ihre Chance sein? In ihrem luxuriösen Apartment über den Dächern Manhattans beginnt Evelyn Monique ihre Geschichte zu erzählen: vom Aufstieg in der Männerwelt Hollywoods, den goldenen Jahren der Filmbranche und einer geheimen großen Liebe, deren Scheitern der Preis für ihren Erfolg war. Als sich die Geschichte dem Ende nähert, begreift Monique schließlich, auf welch schmerzhafte Weise ihr Leben mit dem des Hollywoodstars verbunden ist ... 

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Schon vor mehr als zwei Jahren ist mir dieses Buch bei einigen englischsprachigen You Tubern aufgefallen und auf meine Wunschliste gehüpft. Ich wartetet auf die deutsche Übersetzung, aber die kam und kam nicht. Im März 2022 wurde die Geschichte endlich übersetzt und ich bestellte das Buch vor. Zum Lesen kam ich aber erst letzten Monat und heute möchte ich euch erzählen, ob die Hype und meine Erwartung sich erfüllt haben. 

Was soll man eigentlich zu einem Buch noch schreiben, das gefühlt bereits jeder gelesen hat? Ich werde es einfach mal versuchen....
Eigentlich lässt der Klappentext nicht wirklich einen Bestseller erwarten, aber auch mich hat die Geschichte sehr überrascht, gefesselt und mitgerissen.
Filmikone Evelyn Hugo steht am Ende ihres Lebens, welches alles andere als langweilig gewesen ist. Sie findet es an der Zeit nun ihre Memoiren schreiben zu lassen und die Wahrheit über ihre sieben skandalösen Ehen zu erzählen. Doch Evelyn Hugo möchte nur einer ganz bestimmte Ghost-Writerin ihre Lebensgeschichte erzählen: Monique Grant. Die Lokalreporterin der Vivant ist mehr als überrascht, als sie für einen Artikel zur berühmten Filmdiva eingeladen wird. Seit Jahren wartet sie auf den Durchbruch als Journalistin. Sie weiß, sie braucht eine richtig gute Story, um bei Vivant endlich Fuß zu fassen und sagt zu. Doch es soll nicht wie angekündigt ein Artikel über eine Wohltätigkeitsversteigerung werden, sondern Monique soll die Memoiren der berühmten Hollywood-Ikone schreiben, mit der Einschränkung diese erst nach ihrem Tod zu veröffentlichen. Monique kann es kaum glauben und fragt sich immer wieder warum Evelyn Hugo gerade sie ausgewählt hat....

Und das fragt sich natürlich auch der Leser dieser Geschichte. Doch bis wir darauf eine Antwort erhalten erfahren wir, wie die als Evelyn Elena Herrera geborene und als Tochter kubanischen Einwanderer im berüchtigten Viertel Hell's Kitchen in New York City aufgewachsen und zur berühmten Hollywood Diva aufgestiegen ist. Und diese Geschichte ist wahrlich fesselnd! Evelyn erkennt sehr schnell, dass sie mit ihrem Aussehen die Männer um den Finger wickeln und daraus ihre Vorteile ziehen kann. Ihr Traum Schauspielerin zu werden und aus Hells Kitchen wegzukommen, gelingt ihr mit viel Engagement und Talent.
Ich hatte durchgehend das Gefühl Evelyn Hugo ist keine fiktive Figur, die die Autorin erschaffen hat, sondern eine reale Person. Instinktiv denkt man dabei an Elizabeth Taylor oder Marilyn Monore - Ikonen dieser Zeit, in der auch unsere Evelyn Hugo berühmt wird.
Doch welche Opfer oftmals erbracht werden, um genug Publicity zu haben und nicht vom Film-Olymp gestoßen zu werden, weiß man als Außenstehender nicht und zeigt uns dieser Roman.
Man blickt hinter die Kulissen und Abgründe des Showbusiness.
Dabei begleiten wir Evelyn Hugo von den Fünfziger Jahren bis in die Achziger und natürlich in die Gegenwart des Buches, dem Jahr 2017.


Die Geschichte springt zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her, ohne jedoch zu sprunghaft zu wirken. Im Handlungsstrang aus dem Jahre 2017 erfahren wir mehr über Monique und nehmen teil am Interview der Filmikone, die ihr aus ihrem Leben erzählt.
Dazwischen gibt es Zeitungsausschnitte aus den verschiedenen Klatschpressen...einfach herrlich!

Die Charaktere wurden von Taylor Jenkins Reid wunderbar gezeichnet. Sie sind vielschichtig und interessant. Evelyn ist nicht unbedingt eine Sympathieträgerin. Sie schätzt sich selbst nicht als Gutmensch ein, jedoch hat sie immer versucht ihre Familie zu schützen. Um Jahrzehnte in Hollywood bestehen zu können, muss man auch ab und zu Kompromisse eingehen, die Überwindung kosten.
Evelyn ist eine sehr facettenreiche Frau. Hingegen blieb mir Monique etwas zu blass.

Die Geschichte ist in sieben Teile aufgeteilt: ein Teil für jeden Ehemann. Taylor Jenkins Reid blickt nicht nur hinter die Kulissen der Filmbranche, sondern hat auch Themen, wie Rassismus und LGBTQ miteingewoben. Dabei erleben wir auch die (kaum wahrnehmbaren) Veränderungen zu diesen Themen über 30 Jahre hinweg.
Ich habe das Buch innerhalb kurzer Zeit inhaliert und empfehle es gerne weiter!

Cover:

von links nach rechts:
Die beiden englischsprachigen Cover, das spanische, das französiche und das litauische Titelbild

Das smaragdgrüne Kleid, welches auf den meisten Cover abgebildet ist, spielt im Roman eine große Rolle.
Es ist schade, dass nicht nur auf dem deutschen Cover ihre kubanischen Wurzeln und die braune Haut nicht richtig zur Geltung kommen, die im Buch mehrmals erwähnt werden.

Fazit:
Zu Recht ein gehyptes Buch, das mich trotz des Themas wirklich fesseln konnte. Die Geschichte entwickelt einen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!

Der Papierpalast - Miranda Cowley Heller

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
    • Verlag: ‎ Ullstein Hardcover; 6. Edition (31. März 2022)
    • Übersetzer: ‎ Susanne Höbel
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3550201370
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3550201370
    • Originaltitel: ‎ The Paper Palace

     

Ullstein Kurzbeschreibung:
Elle Bishop, 50, glücklich verheiratet, steht vor einer großen Entscheidung: Bleibt sie bei ihrem Ehemann oder verlässt sie ihn und ihre Familie für ihren Jugendfreund, mit dem sie eine unvergessliche Nacht verbracht hat. Sie hat nur einen Tag Zeit, um herauszufinden, wer sie im Leben sein will und mit wem sie es verbringen möchte. Im Papierpalast, dem Sommerhaus der Familie, steht sie vor der Frage, welche Art des Glücks sie wählen wird. Ein großer Roman über die Sommer unseres Lebens ― und darüber, was es heute bedeutet, eine Frau zu sein. 

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Auf den Roman, der mir noch unbekannten Autorin Miranda Cowley Heller, wurde ich durch mehr und mehr Bilder und Rezensionen auf Instagram aufmerksam. Nachdem ich mir den Klappentext durchgelesen hatte, klettere "Der Papierpalast" gleich auf meine Wunschliste. Umso mehr freute ich mich, als ich das Buch ganz neu in meiner Bücherei entdeckte. Natürlich kam es gleich mit nach Hause.

Eleonor, genannt Elle, verbringt ihre Sommer am liebsten mit ihrer ganzen Familie im Ferienhaus in den Black Woods, in der Nähe des Atlantiks bei Cape Cod. Dort hat sie schon ihre Kindheit, gemeinsam mit ihrer Schwester Anna und dem zwei Jahre jüngeren Nachbarsjungen Jonas, verbracht. Die verfallenen Holzhütten, in denen die Familie noch heute den Sommer über wohnt, hat sie liebevoll "den Papierpalast" genannt. Ein kleiner idyllischer Teich ist der Mittelpunkt. Doch der Papierpalast ist auch Zeuge einer komplizierten und verlustreichen Familiengeschichte. Hier hat sich Elle das erste Mal verliebt - in Jonas, den Nachbarjungen. Als sie diesen Sommer wieder mit ihrem Ehemann Peter und ihren drei Kindern anreist, ist jedoch plötzlich alles anders. Elle hatte eine leidenschaftliche Nacht mit Jonas, den sie ihr ganzes Leben lang nicht vergessen konnte. Nun steht sie vor der Frage, mit welchen der beiden Männer sie ihre weitere Zukunft verbringen möchte....

Als Rahmenhandlung für ihren Roman nimmt Miranda Cowley Heller nur einen einzigen Tag. Dabei erfahren wir in Rückblenden von Elle’s Kindheit, die geschickt mit der Gegenwart verwoben wird. Der Autorin gelingt ein komplexes, bedrückendes, aber auch sehr eindringliches Porträt einer komplizierten Familie. Die Entwicklung der Frauen - Elle, Wallace und Anna - und ihre Beziehung zueinander zählt für mich zu den Stärken des Romans. Die Geschichte wechselt immer zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her. Trotzdem handelt es sich hier nicht um die im Klappentext suggerierte sommerliche Strandlektüre, denn der Roman schreckt nicht vor harten Themen, wie sexuellem Missbrauch und Gewalt zurück. Romantische Gefühle wurden, vorallem durch die sehr oft verwendete rüde und ordinäre Sprache bei erotischen Szenen, im Keim erstickt. Zusätzlich bin ich kein Freund von Dreiecksbeziehungen.
Besonders im Vergangenheitsstrang, der die Kindheit von Elle und Anna erzählt, erfahren wir von einigen traumatischen Erlebnissen, die eine Triggerwarnung benötigt hätten.

Ein Highlight sind die wunderschönen, detailreichen und bildstarken Beschreibungen der Landschaft. Die Tier- und Pflanzenwelt wird sehr lebendig und stimmungsvoll beschrieben. Der Scheibstil ist sowohl poetisch, als auch bei einigen Szenen etwas explizit.
Die Hype um die Geschichte kann ich nicht ganz nachvollziehen. Mir hat der Roman gut gefallen, aber er rangiert bei mir eher im Mittelfeld bzw. sticht nicht wirklich unter anderen ähnlichen Romanen hervor.

Für mich blieb das Ende leider offen, welches Raum für Interpretation und Spekulation lässt. Einige Buchblogger empfanden dies nicht so, doch mich verwirrte vorallem der letzte Absatz so sehr, dass ich nach dem letzten Satz nicht wusste, wie Elle sich entschied. Darüber bin ich doch etwas enttäuscht, denn ich mag offene Enden nicht.

P:S.: Wenn jemand von euch das Buch gelesen hat, schreibt mir bitte eine PN. Ich würde gerne über das Ende diskutieren.

 Cover:

von links nach rechts:
die beiden englischsprachigen Ausgaben, das italienische und das estnische Cover.
Die Farben auf dem deutschsprachigen Cover finde ich absolut unharmonisch und gefallen mir gar nicht.

Fazit:
Der Roman ist definitiv keine leichte Kost und auch keine leichte Sommerlektüre. Eine Triggerwarnung fände ich angebracht. Trotzallem hat mich die tiefgründige Geschichte voller Geheimnisse und Lügen teilweise fasziniert. Bei meiner Bewertung bin ich mir diesmal ziemlich unsicher und vergebe 3 1/2 Sterne, die ich auf anderen Portalen aufrunden werde.


Die Reise der Sommerfrauen - Sarah Morgan

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Broschiert: 448 Seiten
    • Verlag: ‎ HarperCollins; 1. Edition (22. März 2022)
    • Übersetzer: Judith Heisig
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3749903603
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3749903603
    • Originaltitel : ‎ The Summer Seekers
    • Genre: Roman, Belletristik


HarperCollins Kurzbeschreibung:
Kathleen will sich wieder ins Abenteuer stürzen und lieber die große Reise quer durch die USA unternehmen – statt ins Seniorenheim zu ziehen. Ihre Tochter Liza steckt mitten im Alltagstrubel mit Mann und Kindern. Da fehlten ihr neue Sorgen um ihre Mutter gerade noch. Aber sie treffen eine Vereinbarung: Liza hütet das Cottage in Cornwall, wenn Kathleen sich von jemandem fahren lässt. Das übernimmt die junge Martha allzu gern und nutzt die Chance, endlich den Erwartungen ihrer Familie zu entfliehen.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Zwei Mal im Jahr ist es Zeit für einen neuen Sarah Morgan Roman: im Frühling/Sommer und zur Weihnachtszeit.
Wie auch schon die letzten Male hat mich die Autorin wieder einmal mit ihrer Geschichte um drei sehr unterschiedliche Frauenfiguren begeistern können.

Kathleen ist eine lebenslustige Über-80jährige. Sie wohnt in einem kleinen Cottage in Cornwall und weiß sich auch während eines nächtlichen Überfalls gegen den Einbrecher zu wehren. Mit ihrer Bratpfanne schlägt sie dem Dieb eines über. Ihre Tochter Liz und ihr Mann Sean sind jedoch überzeugt, dass es mittlerweile für Kathleen viel zu gefährlich in ihrem abgelegenen Häuschen ist. Sie überlegen das Cottage zu verkaufen und Kathleen in ein Seniorenheim zu stecken. Doch Kathleen ist alles andere als damit einverstanden. Als ehemalige Moderatorin einer Reisesendung ist sie jahrelang durch die Welt gereist und hat für ihre Show "The Summer Seekers" gelebt. Was soll sie in einem Seniorenheim?
Einen Traum möchte sich Kathleen noch erfüllen und die legendäre Route 66 von Chicago bis Santa Monica befahren. Sie engagiert eine Reisebegleitung, die sie quer durch die USA kutschieren soll. Als sich die 25jährige Martha bei Kathleen vorstellt, ist die Reise trotz Lizas Bedenken fixiert. Martha ist ebenfalls glücklich, denn obwohl sie nicht gerne Auto fährt, möchte sie
ihrem schwierigen Elternhaus entfliehen. Das Jobangebot von Kathleen kommt damit gerade richtig.

Die drei Frauen, deren Geschichte wir abwechselnd verfolgen, sind sehr unterschiedlich. Mit Liza konnte ich mich sehr gut identizifizieren. Als berufstätige Mutter managt man das gesamte Familienleben und stellt sich selbst hinten an. Liza wird von allen Familienmitglieden nur ausgenutzt. Ein Dankeschön gibt es nie - eher Gemotze von den Kindern und ein vergessesner Hochzeitstag vom Ehemann, der das Fass zum Überlaufen bringt. Doch wie entkommt Liza dem Stress des Alltags?
Obwohl sich Kathleen und Liza nicht wirklich nahe stehen, erkennt Kathleen, dass ihre Tochter dringend eine Auszeit benötigt. Mit der Bitte ein Auge auf ihren Kater Popeye zu haben, während sie durch die USA tingelt, ermöglicht sie Liza eine kleine Auszeit. Liza erkennt, dass sie so nicht mehr weitermachen kann und bleibt kurzfristig für einige Zeit im Cottage ihrer Mutter. Sie beginnt wieder zu malen und erinnert sich an ihre Träume, die sie vor der Geburt ihrer Zwillinge hatte...

Aber auch Kathleen hat eine Vergangenheit, die sie bedrückt und die der wahre Grund ist, warum sie die Route 66 und vorallem kalifornien bereisen möchte. Einfühlsam entlockt Martha Kathleen nach und nach ihre Geschichte und es entsteht eine ganz besondere Freundschaft zwischen den Beiden. Martha gewinnt an Selbstvertrauen und wächst schlussendlich über sich selbst hinaus.

Alle drei Frauen stehen durch ihr unterschiedliches Alter an völlig anderen Punkten in ihrem Leben angelangt. Trotzdem haben alle von ihnen erhebliche Probleme, die es zu bearbeiten gilt.

Schreibstil:
Sehr viel brauche ich eigentlich nicht mehr über den Schreibstil von Sarah Morgan schreiben...nicht umsonst freue ich mich jedes Mal aufs Neue auf ihre Bücher. Wie gewohnt erzählt die Autorin abwechselnd aus der Sicht der drei Hauptfiguren, sodass wir jederzeit sehr nah am Geschehen sind. Es gibt wunderbare Dialoge mit viel Lebensweisheiten und klugen Gedanken, die zum Nachdenken anregen. Sarah Morgan hat auch diesmal ihrer Geschichte wieder Tiefgang verliehen und tief verschüttete Probleme angesprochen.

Durch den Roadtrip auf der Route 66 und durch Lizas Aufenthalt in Cornwall
erhalten wir zusätzlich viele landschaftliche Eindrücke. Genauso mag ich es.
Einzig das Ende kam mir fast etwas zu schnell und überhastet. Aber das ist jetzt schon meckern auf hohem Niveau.

Cover:

von links nach rechts:
zwei englischsprachige Ausgaben und die französische Ausgabe, die überraschender Weise einen englischsprachigen Titel hat
Alle Cover sind in einem ähnlichen Stil designt, an den sich auch die deutsche Ausgabe anschließt

Fazit:
Ein weiterer wundervoller Roman von Sarah Morgan, der viel mehr Tiefgang hat, als das Cover vermittelt. Ich habe die Geschichte sehr gerne gelesen und bin mit Kathleen und Martha entlang der Route 66 gefahren und war mit Liza in Cornwall am Meer. Nach dem Motto: Man ist nie zu alt für eine Veränderung oder ein Abenteuer!

Vielen Dank an das Bloggerportal von harperCollins für das Rezensionsexemplar!

 

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