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Hexenglut - Simone Dorra




    • Broschiert: 320 Seiten
    • Verlag: Silberburg-Verlag GmbH; Auflage: 1 (27. Juli 2020)
    • ISBN-10: 3842522290
    • ISBN-13: 978-3842522299
    • Genre: Historischer Roman, historischer Krimi



Silberburg Kurzbeschreibung:
1555. Die kräuterkundige Nonne Fidelitas vom Kloster Frauenalb wird nach Freiburg geschickt, um die kranke Frau des reichen Tuchhändlers Vinzenz Stöcklin zu kurieren. Sie hat mit einer gewagten Methode Erfolg - und wird prompt der Hexerei beschuldigt. Der Freiburger Rat lässt sie im Christoffelturm einkerkern und von der Außenwelt isolieren. Zwei verdächtige Todesfälle werden ebenfalls der Hexenkunst der Nonne zugeschrieben. Fidelitas ist den Vorwürfen wehrlos ausgesetzt - ihr drohen Folter und Scheiterhaufen. Derweil treibt ein skrupelloser Mörder im Hintergrund ein intrigantes Spiel um Liebe und Geld.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
"Hexenglut" ist der zweite Band der Reihe um die Nonne Fidelitas. Ich kannte Band 1 nicht, hatte jedoch keinerlei Einstiegsprobleme. Ich kenne die Autorin allerdings von ihren Krimis, die sie gemeinsam mit Ingrid Zellner schreibt und liebe ihren Schreibstil.

Der Tuchhändler Vinzenz Stöcklin wird auf der Heimfahrt von Wegelagerern überfallen und verletzt. Im naheliegenden klsoter frauenalb wird er gesund gepflegt. Bevor er sich auf den Rückweg nach Freiburg macht, bittet er um die Begleitung der kräuterkundigen Nonne Fidelitas, die seine schwerkranke Frau Regula heilen soll. Fidelitas begleitet den Tuchhändler in die Stadt Freiburg. Ihr gelingt es tatsächlich seine Frau gesund zu pflegen. Doch während ihres Aufenthaltes kommt es im Hause Stöcklin zu zwei mysteriösen Todesfällen und Fidelitas wird der Hexerei beschuldigt. Man steckt sie in den Christoffelturm und will sie unter Folter zu einem Geständnis zwingen.
Viktoria, die Tochter des Tuchhändlers, soll mit Martin Danner, Erbe eines wohlhabenden Tuchhändlers, verheiratet werden. Sie liebt jedoch seinen jüngeren Bruder Jörg, ein Uhrmachergeselle ohne nenneswerte Mitgift. Für Viktorias Großmutter Gundi kommt der verarmte Bruder nicht in Frage. Doch Viktoria kämpft um ihre Liebe, genauso wie um Fidelitas, deren Unschuld sie beweisen möchte....

Von Beginn an fesselt dieser historische Roman, der mit Krimielementen spielt. Nicht umsonst schreibt die Autorin auch zeitgenössische Krimis.
Die lebendige und intensive Erzählweise und die zeitlich angepasste Sprache haben mich durch das Buch fliegen lassen. Die bildhaften Beschreibungen und Schilderungen zur Hexenverfolgung, sowie die angewandten Foltermethoden haben mir Gänsehaut beschert. Was bin ich froh, dass diese Zeit vorüber ist....auch wenn man heutzutage mit Cyber-Mobbing Menschen genauso denunzieren kann.

Simone Dorra gibt dem Leser im letzten Drittel ausnahmsweise Hinweise zum Täter, was jedoch die Spannung nicht beeinträchtigt. Im Gegenteil! Die Autorin meinte in der Leserunde, dass es nicht nur heißt den Mörder zu finden, sondern auch mitzuerleben, wie er entdeckt und überführt wird. Das hatte zur Folge, dass der Spannungsbogen zum Ende hin nochmals beträchtlich ansteigt und ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte, bevor ich nicht wusste, wie es ausgeht.

Am Ende des Buches gibt es ein Glossar, ein Personenverzeichnis und ein Nachwort, das ich ziemlich interessant fand. Dabei wird angesprochen, dass es tatsächlich Nonnen gab, die der Hexerei beschuldigt und auch hingerichtet wurden. Grauenhaft!

Fazit:
Ein historischer Roman mit Krimianteil, der mir sehr spannende Lesestunden brachte. Ich hoffe auf ein weiteres Lesevergnügen mit der Nonne Fidelitas...


Vielen Dank an den Silberburg Verlag und an die Autorin für das Rezensionsexemplar, sowie die tolle Begleitung bei der Leserunde


Mordshass - Simone Dorra/Ingrid Zellner




    • Broschiert: 320 Seiten
    • Verlag: Silberburg-Verlag GmbH; Auflage: 1 (29. Juli 2019)
    • ISBN-10: 3842521901
    • ISBN-13: 978-3842521902
    • Genre: Krimi, Regionalkrimi


Silberburg Kurzbeschreibung:
Dass eine junge Studentin indischer Abstammung in Waiblingen ermordet aufgefunden wird, ist schlimm genug. Aber die ermittelnden Waiblinger Kommissare fassen schnell einen verstörenden Verdacht. Ihr Friedrichshafener Kollege Surendra Sinha hat nicht nur die Leiche des Hauptverdächtigen gefunden, sondern er hatte diesen schon einmal ins Gefängnis gebracht - und er kannte auch die junge Studentin persönlich. Es stellt sich die Frage: Könnte es sein, dass der Kollege Sinha vom Bodensee Selbstjustiz geübt hat? Kann man ihm noch vertrauen?

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Mein zweites Buch des Autorenduos Simone Dorra und Ingrid Zellner. Das letzte Mal habe ich den tollen Liebesroman "Kuckuckssohn" gelesen, diesmal ist es ein Krimi...eigentlich DAS Genre, welches die beiden Autorinnen für sich beanspruchen. Von Simone Dorra habe ich noch keinen Krimi gelesen, aber Ingrid Zellners "Adlerschanze" hat von mir glatte 5 Sterne bekommen!

In diesem habe ich auch die Bekanntschaft des äußerst sympathischen indischstämmigen Kommissar Surendra Sinha gemacht. Zurzeit verbringt er seine Tage allerdings bei seinen Eltern in Waiblingen, da er wegen interner Ermittlungen in Friedrichshafen beurlaubt ist. Während Sinha praktisch die Zeit totschlägt, finden seine Kollegen der hiesigen Polizei die Leiche einer jungen indischen Studentin am Flussufer. Sie wurde missbraucht und anschließend getötet. Nur kurze Zeit später wird ein weiterer Tote gefunden und diesen findet ausgerechnet Surendra bei seinem Morgenspaziergang. Laut DNA ist es der Mörder der jungen Frau und ein Altbekannter von Sinha: Pierre Meyer. Dieser ist erst vor kurzem aus dem Gefängnis entlassen worden, wo er wegen diverser Verwaltigungsdelikte eingessen hat. Sinha war maßgeblich daran beteiligt, dass er verhaftet wurde und Meyer hat ihm daraufhin Rache geschworen. Nun ist er tot und Sinha wird zum Hauptverdächtigen, denn die tote Studentin lebte im Haus seiner Eltern. Für den Ermittler der Waiblinger Polizei, Malte Jacobsen, ist die Sache klar: Sinha ist der Täter....

Simone Dorra und Ingrid Zellner haben in ihrem ersten gemeinsamen Krimi ihre jeweiligen Ermittler zusammengeführt. Eigentlich wäre es logisch, dass Sinha und Malte zusammenarbeiten und gegenseitig Informationen austauschen, um den Täter schneller zu finden. Jedoch sind sich die beiden Männer von Anfang an nicht wirklich sympathisch. Malte beginnt sich regelrecht in den Fall zu verbeißen und sieht einzig Sinha als Verdächtigen. Für ihn passen die Fakten einfach zusammen. Seine Kollegin Melanie Brendel sieht das ganz anders und versteht ihren Kollegen überhaupt nicht mehr. Dadurch gestalten sich die Ermittlungen schwierig. Durch Maltes Eifersucht und unkollegiale Art behindert er zusätzlich die Nachforschungen. Deswegen begibt sich Melanie alleine auf die Spur der ehemaligen Opfer von Meyer, die er vergewaltigt hat und die überlebt haben. Die Zahl der Frauen ist alles andere als klein und so verspürt man als Leser auch keinerlei Mitleid mit dem Toten - im Gegenteil! Melanie erkennt, dass nach all den Jahren die Opfer noch immer sehr darunter leiden und oftmals verantwortlich für die Tat gemacht wurden. Dies hat tiefe Spuren hinterlassen.
Mit viel Sensibilität sprechen die beiden Autorinnen das Thema Vergewaltigung an. Sie zeigen dabei auch auf, dass auch noch heute oft die Meinung herrscht, Frauen seien mit ihrer "aufreizenden Kleidung" oder durch ausgehen am Abend selbst Schuld daran. Aussagen, die einem sprachlos machen, aber leider die Realität sind.

Dem Privatleben der Ermittler wird viel Raum gegeben, wobei die Krimihandlung aber nicht zu kurz kommt. Trotzdem nahm sie mir teilweise ein bisschen zu viel Platz ein.
Das Ende punktet mit einem klassischen Showdown, dessen Auflösung mich überraschen konnte.

Schreibstil:
Die lebendige und fesselnde Erzählweise der beiden Autorinnen ließ mich auch diesen Krimi wieder in einem Rutsch durchlesen. Die Figuren sind lebendig, vielschichtig und jenseits jeder schwarz-weiß Malerei.
Die Emotionen der drei Kommissare wurden sehr bildhaft beschrieben und ich habe mit jeden von ihnen richtig mitgefühlt. Eigentlich lebt der Krimi neben der Spannung und einigen überraschenden Wendungen vorallem von seinen großartig gezeichneten Protaginisten.

Die wunderbaren Beschreibungen der indischen Köstlichkeiten mit denen Sinhas Mutter ihren Sohn und auch Melanie verwöhnt, ließen mir das Wasser im Mund zusammenlaufen. So kommt neben dem vorhandenden Lokalkolorit auch ein Hauch von Exotik dazu.
Am Ende des Buches befindet sich ein Glossar mit den Übersetzungen zu den benutzen französischen, schwäbischen und bayrischen Wörtern und Sätzen.

Fazit:
Auch "Mordshass" hat mich wieder überzeugt und ich finde die Idee der beiden Autorinnen ihre jeweiligen Kommissare gemeinsam ermitteln zu lassen richtig gut. Gerne würde ich noch weitere Krimis in diesem Format lesen. Sowohl Ingrid Zellner, als auch Simone Dorra stehen von nun an auf meiner MUST READ Leseliste, wenn es um Krimis geht!

Vielen Dank an den Silberburg Verlag und an die beiden Autorinnen für das Rezensensionsexemplar

Kuckuckssohn - Simone Dorra / Ingrid Zellner




    • Broschiert: 352 Seiten
    • Verlag: Silberburg-Verlag GmbH; Auflage: 1 (1. April 2019)
    • ISBN-10: 3842521413
    • ISBN-13: 978-3842521414
    • Genre: Gegenwartsliteratur, Liebesroman

Silberburg Kurzbeschreibung:
Nach dem Tod des Unternehmers Traugott Gebhard gibt es eine handfeste Überraschung: Seine Söhne Markus und Julius müssen das Erbe mit dem bislang unbekannten Halbbruder Göran aus Schweden teilen. Das führt zu unschönen Szenen in dem eigentlich geordneten Familienverbund. Göran schlägt sein Erbteil aus und kehrt nach Schweden zurück - zum Bedauern von Markus' Ehefrau Elisabeth und ihrer Tochter Vivien, denen das neue Familienmitglied sympathisch ist. Einige Monate später entschließt sich Elisabeth zu einem spontanen Trip nach Kiruna, wo sie Göran wiedertrifft. Bereichernde Begegnungen mit neuen Freunden und die wachsende Nähe zu Göran verändern Elisabeth von Grund auf. Nach ihrer Heimkehr beginnt sie damit, ihr Leben umzukrempeln - mit dramatischen Folgen.

Meine Bewertung: * * * * einhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Der Roman fiel mir bei Lovelybooks ins Auge, weil Ingrid Zellner als Co-Autorin angegeben wurde. Von ihr habe ich bereits den Krimi "Adlerschanze" aus dem Silberburg Verlag gelesen, der mir sehr gut gefallen hat und der auch von mir 5 Sterne bekommen hat. Nun hat sie gemeinsam mit Simone Dorra den Liebes- und Familienroman "Kuckuckssohn" geschrieben.

Als "Kuckuck" in der Familie Gebhard entpuppt sich nach dem Tod des Familienoberhauptes und Unternehmers Traugott Gebhard sein unehelicher Sohn Göran. Traugott verliebte sich einst auf einer Geschäftsreise in eine Schwedin, die von ihm schwanger und seine große Liebe wurde. Bei der Testamentseröffnung erfahren auch seine ehelichen Söhne Markus und Julian von diesem Fehltritt und sind mehr als aufgebracht. Es kommt zu einem handfesten Streit, denn Julius und Markus glauben nicht, dass Göran tatsächlich Traugotts Sohn ist. Dieser reist daraufhin erbost wieder ab und schlägt seinen Erbteil aus. Einzig Markus Ehefrau Elisabeth und ihre gemeinsame Tochter Vivian glauben Göran und bleiben mit ihm weiterhin in Verbindung.

Die Geschichte lässt sich wunderbar lesen und steckt voller Überraschungen. Obwohl es in gewissem Maße ein Liebesroman ist, gibt es hier weder Kitsch, noch unglaubwürdige Szenen. Es ist eine Geschichte, die mitten aus dem Leben gegriffen ist und in der Elisabeth die Hauptprotagonistin ist. Einst die rechte Hand ihres Schwiegervaters, ist sie nach seinem Tod nur mehr lästiges Anhängsel ihres Mannes, der sie bevormundet wie ein kleines Kind. Tochter Vivian steht kurz vor ihrem Schulabschluss und zieht in wenigen Monaten in ihre eigene WG um ihr Studium zu beginnen. Elisabeth fühlt sich nutzlos und als ihr Mann noch den gemeinsamen Familienurlaub absagt, nimmt sie sich Vivians Worte zu Herzen und bucht selbst eine sponate Reise. Sie landet in Stockholm, der Lieblingsstadt ihres Schwiegervaters und weitet ihre Reise nach Kiruna aus, wo sie Görans Freunde und das einfache Leben in der Natur kennenlernt. Gleichzeitig entdeckt sie sich selbst ein bisschen mehr und überlegt ihr Leben von nun an zu ändern...
Wer jedoch glaubt den Fortgang dieses Romans bereits zu kennen, der erlebt noch die eine und andere Überraschung. "Kuckuckssohn" ist weit entfernt von Klischees und den typischen Liebesromanen.

Den Autorinnen ist es gelungen die Charaktere authentisch und realistisch zu zeichnen. Sie haben Ecken und Kanten und stecken auch voller Überraschungen. Elisabeth ist eine bodenständige Frau, die an ihrer Ehe festhält und an ihre Familie glaubt. Eine Affäre kommt für sie nicht in Frage, und doch fühlt sie sich bei Göran mehr als wohl. Sie beginnt ihr Leben zu überdenken und genießt die wunderschöne schwedische Landschaft und das Leben inmitten der traumhaften  Natur. Aber auch ein langgehegter Wunsch, den sie nach ihrer Eheschließung ad acta gelegt hat, nimmt wieder Form an. Sie beginnt nach ihrem Schwedenaufenthalt ihr Leben umzukrempeln.

Die wunderbaren bildhaften Beschreibungen von Stockholm, ebenso wie von Kiruna in Nordschweden wecken die Sehnsucht sofort die Koffer zu packen und in den Norden zu reisen. Auch ich bin ein Fan der schwedischen Hauptstadt, war aber noch nie weiter nördlich. Bildlich durfte ich mit diesem Roman nun dorthin reisen und habe wundervolle Lesestunden verbracht.

Fazit:
Eine fesselnde Familiengeschichte, die mit überraschenden Wendungen und der traumhaft beschrieben Kulisse Nordschwedens mehr als punkten kann. Eine Liebesgeschichte fern aller Klischees, realistisch und voller spannender Überraschungsmomente. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!

Vielen Dank an den Siebenburg Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar, sowie die tolle Leserunde mit den beiden Autorinnen, die sehr lebhaft daran teilgenommen haben. So macht das Spaß!

 

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