Posts mit dem Label Zeitreisen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Zeitreisen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Gondelküsse & Zeitensprünge - Stefanie Gerstenberger

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Broschierte Ausgabe: 368 Seiten
    • Verlag: ‎ Fischer Sauerländer, 1. Auflage (16. Juli 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3737373965
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3737373968
    • Lesealter: ‎ Ab 12 Jahren
    • Genre: Jugendroman, Zeitreisen

Fischer Kurzbeschreibung:
Wenn sie ihren Vater in Italien besucht, wird aus der sechzehnjährigen Lucy: Luciiiiiaaa! Aber, mamma mia, was soll sie nur im November in Venedig anfangen? Es regnet, es ist grau, und es gibt nur uralte Menschen und Touristen. Außer diesem wahnsinnig süßen Wollmützen-Typ auf dem Boot, aber der würdigt sie keines Blickes. Na toll. Als sie später verdutzt feststellt, dass sie offensichtlich den falschen Koffer geschnappt hat und nur Jungsklamotten darin findet, wird ihr klar: Der gehört dem Wollmützen-Jungen! Doch wie soll sie ihn wiederfinden? Und welche Rolle spielt dabei der alte Trödelladen von Nachbar Cosimo? In den engen Gassen von Venedig beginnt für Lucia ein magisches Abenteuer. Mit einem romantischen Picknick mit heißem Kakao auf einem Bootssteg vor Murano – und vielleicht sogar mit einem Happy End?

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Von Stefanie Gerstenberger habe ich bereits einige Jugendromane gelesen, manche davon hat sie auch gemeinsam mit ihrer Tochter geschrieben. Mein letztes Buch war "Emmas Herzdilemma" und auch diesmal sind wir in Italien unterwegs. Statt Rom sind wir jedoch in der Lagunenstadt Venedig. 
Ich muss ja zugeben, dass ich kein Venedig Fan bin, denn mein erster (und letzter Besuch) war ein totaler Reinfall. 

Die 16jährige Lucy hatte einen schweren Unfall, bei dem sie nur knapp dem Tod entronnen ist. Nach einem langwierigen Reha-Aufenthalt soll sie bei ihrem Vater, der in Venedig lebt, etwas zur Ruhe kommen. Doch was soll man bitte im November in Venedig anfangen tun?
Lucy erwartet sich einige langweilige Wochen, doch bereits bei der Bootsfahrt sieht sie einen süßen Jungen mit Wollmütze, der ihr auffällt. Als sie bei ihrem Vater ankommt, bemerkt sie, dass sie anscheinend einen falschen Koffer mitgenommen hat. Es scheint, als sei es ausgerechnet der Koffer des Wollmützenjungen, denn dieser ist mit Jungenkleidung gefüllt.
Kurze Zeit später trifft sie im Trödelladen, neben dem Café ihres Vaters, auf einen weiteren interessanten Jungen im Brokatmantel, der jedoch aus einem anderen Jahrhundert zu sein scheint. Dieser bittet sie um Hilfe und Lucys Aufenthalt wird nun doch alles andere als langweilig...

Die Autorin hat Realität und Magie wunderbar vermischt und daraus eine reizende Geschichte erschaffen. Durch die lebendige und bildhafte Beschreibung des Schauplatzes und der Charaktere ist man schnell mitten im Geschehen. Venedig wird in allen Facetten beschrieben. Besonders gefallen hat mir der Blick auf das historische Venedig, den Palästen und engen Gässchen, die einem schnell auf Irrwege führen kann.

Die Charaktere sind sehr verschieden, was im Verlauf der Geschichte für einige Verwirrungen, lustigen Momenten und Konflikten sorgt.
Lucy ist ein cooler Charakter, der jedoch seit ihrem schweren Unfall die Welt mit anderen Augen sieht. Dass sie plötzlich die Gedanken anderer Menschen hören kann, verunsichert sie sehr. Doch mit der Zeit ist diese Gabe auch sehr hilfreich.
Ihre Gefühlslage wird sehr lebendig dargestellt, denn Lucy fühlt sich seit dem Unfall sehr unsicher und hat jede Menge Selbstzweifel. Sie macht im Laufe der Geschichte eine tolle Entwicklung durch. Jannis, der Wollmützenjunge und Apollo, der Junge aus dem 18. Jahrhundert sind sympathische Charaktere, die so einige schräge Momente liefern und für Spannung sorgen. 
Auch viele der Nebencharaktere sind sehr lebendig beschrieben - manche mehr, manche weniger. Dabei habe ich Lucys Vater als sehr blassen Charakter in Erinnerung.

Die humorvolle und spritzige Erzählweise der Autorin lässt einem durch die Seiten fliegen. Die italienischen Begriffe und Sätze, die man auch ohne Italienischkenntnisse versteht, vermitteln Lokalkolorit.
Gefallen hat mir auch die Aufmachen des Buches. Die Kapitel sind mit einer Zeichnung einer Gondel geschmückt, das Cover auffällig in gelb und rosa gehalten.

Fazit:
Eine kurzweilige Geschichte voller Magie für Leser:innen ab 12 Jahren, die eine interessante Zeitreise ins 18. Jahrhundert erleben wollen. Dazu kommt ein Schuss Romantik, erste Liebe, Freundschaft und Verlust. 


Vielen Dank an den Fischer Sauerländer Verlag und an Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

Emmas Herzdilemma - Stefanie Gerstberger

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Broschiert: 336 Seiten
    • Verlag: ‎ FISCHER Sauerländer; 1. Edition (24. April 2024)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3737343624
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3737343626
    • Lesealter‏ : ‎ Ab 12 Jahren
    • Genre: Jugendbuch, Jugendroman


KJB Kurzbeschreibung:
Emma ist fast 16 und chattet am liebsten stundenlang mit ihren Freundinnen – wehe, es stört sie jemand dabei! Für so etwas Banales wie Mithilfe im Haushalt ist da keine Zeit. Doch als Emma richtig Mist baut, platzt ihren Eltern der Kragen. Sie canceln ihre Ferienreise und verdonnern sie zu sechs Strafwochen in Rom, wo Emma in der Pension ihrer Tante arbeiten soll: putzen, Frühstück machen, Sklave für alles sein. Emma sträubt sich mit Haut und Haaren …
… und dann verpasst sie den Flug! Sie kann in Köln bleiben und mit dem coolen Skater Oscar abhängen. Emma ist überglücklich. Wenn sie mit Oscar in der Eisdiele sitzt, schmilzt nicht nur das Eis in der Waffel, sondern auch ihr Herz …
… denn Rom ist laut, dreckig und einfach nur furchtbar. Doch dann läuft ihr immer wieder derselbe hübsche Junge über den Weg: Leo. Leo zeigt ihr ein ganz anderes Rom ― ein Rom mit verwunschenen Gärten, romantischen Plätzen und der besten Eisdiele der Welt. Und plötzlich will Emma gar nicht mehr zurück …

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Von Stefanie Gerstenberge habe ich schon einige Jugendromane gelesen - viele davon hat sie gemeinsam mit ihrer Tochter Martha Martin geschrieben. "Emmas Herzdilemma" kommt aus der alleinigen Feder der Autorin.

Besonders spannend am Roman fand ich die beiden Verläufe, die die Geschichte einnimmt. Der gemeinsame Ausgangspunkt zweigt nämlich ab einer bestimmten Stelle in verschiedene Richtungen ab und wir erhalten zwei parallel laufende Handlungsalternativen. Beide Handlungsstränge sind toll gekenntzeichnet. Es gibt verschiedene Schriftarten und zu Beginn wissen wir durch eine Grafik des Collosseums oder des Kölner Doms, wo wir uns gerade befinden.

Die Geschichte wird aus der Sicht von Emma erzählt. Sie ist ein typischer Teenager, die sich vor ihren Pflichten drückt und selten Verantwortung überbnimmt. Das wird ihr jedoch zum Verhängnis, als sie mit Ringo, dem betagten Hund ihres Großvaters in den Park geht, um ihren heimlichen Schwarm Oscar zu sehen. Statt auf Ringo aufzupassen, sind ihre Augen nur bei Oscar. Ringo nutzt die Gelegenheit und haut ab - und wird von einem Auto angefahren. Daraufhin muss Emma die Tierarztkosten selbst zahlen und der gemeinsame Urlaub mit den Eltern in Frankreich wird gestrichen. Stattdessen soll sie in der kleine Pension ihrer Tante Dette in Rom sechs Wochen Mädchen für alles spielen und das Geld für den Tierrarzt verdienen. Emma hat null Bock darauf, vorallem wo Oscar den Sommer über in Köln bleibt.

Und hier teilt sich nun die Geschichte:
- Bei der Rom-Variante fliegt Emma in die italienische Hauptstadt, wird endlich selbstständiger und lernt Verantwortung zu übernehmen. Dabei läuft ihr immer wieder ein süßer Junge mit dunklen Locken über den Weg. Sie lernt italienisch und verliebt sich nicht nur in das quirlige Rom.
- Bei der Köln-Variante bleibt Emma in Köln. Etwas wiederwillig hilft sie ihren Opa in seiner Wohnung. Dabei lernen sich die Beiden richtig gut kennen und lernt einiges über Poesie. Emma macht sich Gedanken über einige Dinge, die zum Erwachsen werden dazugehören, macht ihren Roller-Führerschein und wird ebenfalls sehr viel selbständiger. Nur Oscar schwirrt ihr noch immer im Kopf herum....

Es macht Spaß die Geschichte aus zwei verschiedenen Perspektiven zu lesen und zu sehen, wie Emma sich in Köln und in Rom verhält.
Die Unterschiede zwischen den beiden Städten nutzt die Autorin geschickt, um die Entwicklung von Emma in verschiedenen Situationen zu beleuchten.

Stefanie Gerstenberger hat die oftmals impulsive Art von Emma sehr gut getroffen. Auch diese "Ich-Bezogenheit", die Teenager in diesem Alter an sich haben, spiegelt sich perfekt wieder. Emmas Seelenleben wird ebenfalls gut beschrieben. Sie macht eine glaubhafte Entwicklung durch, während sie sich mit den Entscheidungen und Konsequenzen ihres Handelns auseinandersetzt.

Das Buch fällt mit dem quitschgelben Cover sofort ins Auge und versprüht Fröhlichkeit. Der frech fröhliche Schreibstil passt perfekt zur jugendlichen Zielgruppe und macht auch Erwachsenen Spaß. Obwohl einige ernste Themen aufgegriffen werden, sprüht die Geschichte oftmals voller Humor. Während es in Köln meistens regnet und die Stimmung in diesen Leseabschnitten düsterer ist, wirkt der Abschnitt in Rom fröhlicher. Die Beschreibungen der italienischen Hauptstadt sind sehr bildhaft und den typischen Lebensstil der Einheimischen spürt man durch die Zeilen. Dramatische Ereignisse findet man aber in beiden Handlungssträngen.

Neben der jugendlichen Leichtigkeit werden aber auch Themen wie Scheidung, s*xuelle Übergriffigkeit, Diebstahl, Lügen, Untreue und Tod behandelt. Gerstenberger verwebt diese doch schweren Themen gut in die Geschichte rund ums Erwachsen werden. Sie geben dem Roman auch Tiefgang neben der jugendlichen Leichtigkeit.
Stefanie Gerstenberger hat es perfekt geschafft, die beiden Handlungsstränge am Ende so zusammenzuführen, dass sie ein logisches und passendes Bild ergeben und dem Leser trotzdem noch Spielraum für seine eigenen Gedanken lässt.

Fazit:
Ein erfrischender Jugendroman mit zwei möglichen Varianten, der unterhält. Perfekt für Mädchen ab 13 Jahren und junggebliebene Erwachsene, die nach einem tollen Sommerroman suchen.

Vielen Dank an Lovelybooks und den Fischer KJB Verlag für das Rezensionsexemplar!

Going back - Wo fing das Böse an? - Gillian McAllister

     
    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Broschiert: 432 Seiten
    • Verlag: ‎ Piper; 2. Edition (27. April 2023)
    • Übersetzer: ‎ Maria Hochsieder
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3492064167
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3492064163
    • Originaltitel: Wrong Place, Wrong Time
    • Genre: Thriller, Zeitreise, Familiendrama



Piper Kurzbeschreibung:
Es ist nach Mitternacht, du wartest auf deinen Sohn. Du siehst ihn kommen, doch er ist nicht allein. Du kannst kaum begreifen, was du beobachtest – dein lebensfroher jugendlicher Sohn ermordet einen Fremden. Du weißt nicht, wen. Du weißt nicht, warum. Du weißt nur, dass seine Zukunft verloren ist. Deine Welt zerbricht. In dieser Nacht schläfst du verzweifelt ein. Als du aufwachst, bist du im Gestern, dann im Vorgestern. Jeden Morgen wachst du einen weiteren Tag vor dem Mord auf. Und du begreifst: Irgendwo in der Vergangenheit liegt eine Antwort, der Auslöser für dieses Verbrechen. Der Moment, in dem das Böse seinen Ursprung fand. Und deine einzige Chance, die Zukunft deines Sohnes zu retten ... 

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Wow, was für ein Klappentext! Da kann man doch gar nicht anders, als zu diesem Thriller zu greifen! Außerdem hatte ich das Buch bereits auf dem Schirm, als ich es in Reese Whitherspoons Bookclub gesehen habe, denn die Idee des Thrillers hat mich sofort angesprochen.
Bisher habe ich erst ein Buch gelesen, bei dem die Handlung rückwärts aufgerollt wird. Es ist "Der Funke des Lebens" von Jodie Picoult. Obwohl ich die Autorin sehr gerne lese, hat mir diese Aufrollung bei ihr nicht gefallen.
Bei "Going back - Wo fing das Böse an?" (Ich verstehe nicht, warum englische Titel in andere englische Titel "übersetzt" werden! Was hat das für einen Sinn?) mochte ich es schon.

Die bereits im Klappentext angekündigte Tat von Todd, dem Sohn von Jen und Kelly Brotherhood, erleben wir schon auf den ersten Seiten. Der Mord an einem unbekannten Mann, verübt von ihrem intelligenten Sohn, der normaler Weise keiner Fliege etwas zuleide tut, ist für Jen unbegreiflich. Umso überraschter ist sie, als sie am nächsten Morgen im Gestern aufwacht. Es ist nicht der nächste Tag, sondern der Tag davor - noch früh am Morgen und es ist noch kein Verbrechen begangen worden.
Danach gehen wir gemeinsam mit unser Hauptprotagonistin Jen auf Zeitreise. Interessanter Weise weiß sie nie, an welchem Tag oder Jahr sie am nächsten Morgen erwachen wird. Dabei geht sie anfangs tageweise zurück, doch die Zeitsprünge werden immer größer, bis sie zwanzig Jahre zurückgegangen ist und weder einen Sohn, noch einen Mann hat.
Jen wird klar, dass sie den Mord aufklären muss, damit er in Zukunft nicht begangen wird. Sie weiß, dass sie die Antwort nur im Gestern finden kann. Und damit beginnt eine spannende Reise, die einige überraschende Wendungen beinhaltet. Schicht für Schicht deckt Jen die Hintergründe auf und versucht alles, damit ihr Sohn kein Mörder wird. Dabei findet sie auch mehr über sich selbst und ihren Mann heraus und erkennt, dass sie im Leben einige Dinge anders hätte machen können/sollen. Sie begreift Dinge, denen sie zu wenig Beachtung geschenkt hat oder die sie nun in ein moralisches Dilemma führen. Wer weiß, wie viel sie in der Vergangenheit ändert kann, ohne die Zukunft zu sehr zu beeinflussen?

Als Leser:in hat man gegenüber der Hauptprotagonistin keinen Wissensvorsprung. Wir sind auf demselben Wissensstand wie Jen und dürfen miträtseln. Dabei werden uns aber einige Sachverhalte schneller klar, denn Jen ist gut dabei Dinge zu verdrängen und auch etwas naiv, wie sie an die Sache herangehen soll.

Gefallen hat mir die originelle Idee. Außerdem mag ich Zeitreisen. Der Schreibstil ist flüssig und liest sich gut. Neu war für mich, dass die Protagonistin sich an ihren Mann, Freunde und Bekannte wendet und diesen erzählt, dass sie in einer Zeitschleife festhängt...auch wenn sie am nächsten Tag wieder alles neu erzählen muss. Dadurch kommt es allerdings auch zu einigen Wiederholungen, die die Spannung rausnehmen.

Das Ende ist nachvollziehbar und zufriedenstellend, obwohl ich gerne noch ein bisschen mehr über das Motiv erfahren hätte. Für mich mehr Familiendrams mit Zeitreise, als Thriller. Trotzdem habe ich "Going back - Wo fängt das Böse an?" gerne gelesen.

Cover:

von links nach rechts:
Das amerikanische und das britische Cover, danach das ungarische, spanische, italienische und niederländische Cover
Der englische Originaltitel gefällt mir um einiges besser, als der deutsche Titel, wobei dieser ja auch wieder teilweise englisch ist (was ich nicht verstehe).

Fazit:
Ein Thriller, der mehr Familiendrama ist und mit einer ungewöhnlichen Idee punktet. Obwohl sich einige Wiederholungen eingeschlichen haben, die die Spannung im Mittelteil bremsen, hat mich die Geschichte sehr gut unterhalten - vorallem, da ich Zeitreisen liebe.


Isengrim - Christoph Görg

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Gebundene Ausgabe: 392 Seiten
    • Verlag: ‎ Goldegg Verlag (30. Oktober 2022)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3990603051
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3990603055
    • Genre: historischer Krimi, Zeitreiseroman
    • Reihe: ja - Band 3 um  den Zeitreisenden Niki Wolff



Goldegg Kurzbeschreibung:
Ein mittelalterlicher Jack the Ripper treibt sein Unwesen im Novembernebel des Jahres 1194. Die Bevölkerung schreibt die Verbrechen ob ihrer Grausamkeit einem Werwolf zu und nennt ihn ehrfürchtig „Isengrim“, das Eisengesicht. Der durch einen mysteriösen Unfall ins Mittelalter zurückgeworfene Niki Wolff glaubt nicht an Monster. Gemeinsam mit seinem langsamen, aber gewissenhaften Adlatus Bertram sucht er zwischen den Hurenhäusern und den Palästen der Reichen und Schönen nach dem wahren Täter. Als Niki selbst zum Verdächtigen wird und seine große Liebe Engeltrud ins Visier des Mörders gerät, muss er alles, was er jemals von Sherlock Holmes und Hercule Poirot gelernt hat, in die Waagschale werfen, um Isengrim das blutige Handwerk zu legen.

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Was habe ich mich gefreut, als endlich der dritte Band um den Zeitreisenden Niki Wolff Anfang November erschienen ist. Nachdem ich "Troubadour" und "Reliquie" geliebt habe, musste "Isengrim" auf jeden Fall gelesen werden. Nur eine fiese Grippe hat mich diesmal vom zeitnahen Lesen in der Lovelybooks Leserunde leider abgehalten.

Obwohl die drei Bücher zusammengehören könnte man jedes davon einem anderen Nebengenre neben dem Historischen zuordnen. Stand im ersten Band noch die Zeitreise und ein eher jugendlicher Touch im Vordergrund, wurde es im zweiten Band mit dem Kreuzzug nach Akkon sehr historisch und spannend. Bei "Isengrim" wird es - wie der Titel schon vermuten lässt - blutig und historisch kriminell.

Wir sind im Jahre 1194 und Niki und seine Verlobte Engeltrud sind zurück aus Konstantinopel. Sie haben ein kleines Souvenir mitgenommen, denn Engel ist schwanger und die beiden wollen heiraten. Kurz vor der Hochzeit wird jedoch Engels Freundin und Trauzeugin, die Bademagd Magdalena, bestialisch ermordet. Die Bevölkerung ist überzeugt, dass Isengrim, eine Art Werwolf der des Nachts Menschen mordet und quält, wieder unterwegs ist. Bereits vor fünfzehn Jahren wurde er für die Ermorderung junger Frauen verantwortlich gemacht. Der Kremser Bürgermeister, der kurz vor seiner Wiederwahl steht, und der Hauptmann der Stadtwache haben schnell einen Schuldigen gefunden: der Jude Mendel, vor dessen Haustür die tote Bademagd gefunden wurde. Niki glaubt jedoch nicht an seine Schuld und macht sich mit der Hilfe des Stadtwächters Bruno, seinem zukünftigen Schwager Bertram und weiteren Freunden auf die Suche nach dem wahren Mörder. 

Während in den ersten beiden Romanen das Thema der Zeitreise immer einen kleinen Platz in der Handlung erhält, wird es diesmal nur durch Nikis Flashbacks und Gedanken erwähnt. Niki scheint im Mittelalter angekommen zu sein und nur mehr selten an seine wahre Herkunft zu denken. Nur bei seinem Ehrgeiz die Mordfälle aufzuklären hat er Sherlock Holmes, Agatha Christie oder C.S.I. im Kopf. Doch 1194 gibt es noch keine DNA Analyse, Fingerabdruck Scan oder auch ein normales Gerichtsverfahren. So muss er sich mit Hilfe von seinen Freunden und viel List aufmachen den Fall zu lösen, was Christoph Görg mit viel Humor vermittelt.
Gekonnt hat der Autor wieder historische Persönlichkeiten mit fiktiven Figuren verwoben. Viele davon kennen wir schon aus den Vorgängerbänden, einige kommen neu hinzu.
Eine große Hilfe für Niki ist diesmal Bertram, der aufzeigt, dass er nicht nur der schweigsame und schwerfällige Mensch ist, wie wir ihn aus den ersten beiden Bänden kennen, sondern dass er über eine außergewöhnliche Beobachtungsgabe verfügt. Ohne ihn wäre Niki einige Mal richtig aufgeschmissen gewesen...

Wir sind diesmal viel in Krems unterwegs und obwohl ich in der Nähe wohne, wusste ich zum Beispiel nicht, dass Krems zu dieser Zeit die zweitgrößte Stadt Österreichs war und zudem eine Münzprägeanstalt besaß. Der Kremser Pfennig spielt auch in der Geschichte eine große Rolle, ebenso wie die teilweise illustren Verdächtigen, die gar nicht so wenige sind und Niki - bis zum Ende hin - einiges an Kopfzerbrechen bereiten.
Vorallem die letzten Kapitel konnte ich nur mehr in einem Rutsch durchlesen, denn der Spannungsbogen zog immer mehr an und gipfelt in einem richtigen Showdown. Großartig!


Schreibstil:
Christoph Görg erzählt temporeich, wunderbar humorvoll, detailliert und bildhaft. Die Sprache ist eine Mischung aus dem Mitteralterlichen, sowie modernen Gedankengängen und Flahsbacks unseres Protagonisten. Diesmal kamen allerdings diese amüsanten Gedanken etwas weniger vor und die altbekannte Austropop Lieder waren auch weniger, die Niki auf seiner Laute zupfte. Daran war wohl der erhöhte Krimianteil schuld. Trotzdem hätte ich gerne wieder etwas mehr davon Herr Görg! ;)

Fazit:
Auch der dritte Band konnte mich wieder ausnehmend gut unterhalten. Interessant finde ich die verschiedenen Richtungen, die die drei Bände einschlagen. Ein eindeutiges Genre ist nie ganz zu erkennen, wobei natürlich das Historische den Hauptteil einnimmt. Und nun heißt es wieder lange warten bis der vierte Teil erscheint...

Vielen Dank an den Goldegg Verlag für das Rezensionsexemplar und an Christoph Görg für die wiederholte interessante Leserunde bei Lovelybooks.


 Die Reihe rund um den Zeitreisenden Niki Wolff:

  1. Troubadour: Die Löwenherz-Verschwörung    *Rezi*
  2. Reliquiae: Die Konstantinopel-Mission  *Rezi*
  3. Isengrim: Sieben Tage im November

 

Mit dir für alle Zeit - Lisa Grunwald

    Die Bildrechte liegen beim Verlag


    • Broschiert: 512 Seiten
    • Verlag: HarperCollins; Auflage: 1 (25. Juni 2020)
    • Übersetzer: Elfriede Peschel
    • ISBN-10: 3959674023
    • ISBN-13: 978-3959674027
    • Originaltitel: Time after Time 
    • Genre: Zeitreise, historischer Roman



Harper Collins Kurzbeschrebung:
New York, Fünfter Dezember 1937: Weichenmechaniker Joe geht nach Feierabend durch die Grand Central Station – und verliebt sich auf den ersten Blick. In Nora, eine sehr hübsche, doch seltsam altmodisch gekleidete Frau, die verloren unter der berühmten goldenen Uhr steht. Nach einem wundervollen Abend verschwindet sie jedoch spurlos. Und als Joe am nächsten Tag ihre Nummer wählt, informiert ihn ein Mann mit kühler Stimme, dass er Nora nicht sprechen könne: Sie sei vor zwölf Jahren bei einem Zugunglück gestorben. Nora geht Joe jedoch nicht mehr aus dem Kopf. Und am fünften Dezember 1938 steht sie plötzlich wieder vor ihm, unter der goldenen Uhr der Grand Central Station. Hier ist sie gestorben. Und jedes Jahr kehrt sie für einen Tag zurück. Ihre Liebe hat keine Chance – und dennoch wartet Joe fortan Jahr für Jahr auf sie. Gemeinsam suchen sie einen Weg, das Unmögliche zu schaffen: dass Nora für immer bei ihm bleiben kann.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
New York 1937. Es ist der 5. Dezember als der 33jährige Weichensteller Joe nach seiner Arbeit in der Grand Central Station eine verstörte junge Frau erblickt. Sie steht verwirrt vor der berühmten goldenen Uhr, ist altmodisch gekleidet und scheint aus der Zeit gefallen zu sein. Joe spricht sie an und verliebt sich augenblicklich in die hübsche Fremde. Ihr Name ist Nora, sie ist 23, und die Beiden verbringen zusammen einen netten Abend. Als er sie nach Hause begleitet verblasst sie plötzlich und verschwindet vor seinen Augen. Denn Nora ist eigentlich tot. Sie ist 1925 beim schweren Subway-Unglück im Grand Central gestorben und kehrt in manchen Jahren an ihrem Todestag genau dort wieder auf. Dass Nora tot ist erfährt Joe nach einem Telefonat und einigen Nachforschungen. Doch die junge Frau geht ihm nicht aus dem Kopf und so wartet er ein Jahr später am selben Ort wieder auf sie.....

In kurzen Rückblenden wird Noras Leben vor dem Unglück erzählt, genauso wie auch Joes Leben abseits seiner Arbeit im Grand Central. Der rote Faden und der wirkliche Mittelpunkt der Geschichte ist die Grand Central Station, wo sich alles Leben und die Liebe zwischen den beiden abspielt. Den Joe bleibt nicht untätig und versucht herauszubekommen, warum Nora immer am 5. Dezember auftaucht und welche Einflüsse ihr Verschwinden verursachen. Gibt es eine Möglichkeit längere Zeit oder sogar für immer zusammenbleiben zu können?
Es vergehen einige Jahre, doch Joe wartet jedes Jahr am 5. Dezember auf seine Nora. Während sich die Welt weiter dreht, 1939 die Weltsausstellung in New York stattfindet und später die USA in den Zweiten Weltkrieg eintritt, versucht Joe herauszufinden, wie er es anstellen kann, dass Nora für immer bei ihm bleiben kann. Doch während er altert, bleibt Nora immer 23.

Der Roman lebt nicht nur von der Liebesgeschichte, sondern vorallem von der großartigen Atmosphäre am Grand Central, die von dere Autorin wunderbar eingefangen wurde. Obwohl ich noch nie in New York gewesen bin, hatte ich Bilder im Kopf, die mich beim Lesen begleitet haben. Selten habe ich so wunderbar bildhafte Beschreibungen der Umgebung gelesen. Zusätzlich googelte ich auch nach dem Phänomen der Manhattanhenge, bei dem das Licht der untergehenden Sonne in einer geraden Linie durch die Schluchten der Straßen Manhattans fällt. Dieser Zeitpunkt spielt im Roman eine große Rolle, ebenso wie die räumliche Grenze.

Kleine Längen in der Mitte, bei denen ich das Gefühl von Stillstand hatte, haben mich etwas im Leseflow gebremst, aber in der zweiten Hälfte legte sich das wieder.
Die Problematik des beginnenden Altersunterschiedes, die Erklärung warum er mit Nora nicht seine Familie besuchen kann und weitere Ereignisse in Joes Familie, sind schwerwiegende Probleme in der Beziehung der Beiden. Der Autorin gelingt es allerdings nicht zu 100% darauf einzugehen. Die Probleme werden nur oberflächlich angerissen, wie auch die "Lösung", die Lisa Grunwald am Ende anbietet. Ich war sehr neugierig, wie die Autorin diese Geschichte beenden würde und ich bin damit zufrieden. Romantikerinnen werden aber vielleicht mit dem Ende Probleme haben. Alles in allem ein Roman, der mich gut unterhalten und mir sicherlich im Gedächtnis bleiben wird.

Cover:
 
Diesmal habe ich nur englischsprachige Cover gefunden, wobei eines davon von Harper Collins Deutschland übernommen wurde. Mir gefällt das ganz rechte Cover am Besten, denn es zeigt die wichtigste Information des Romans an....den Lichteinfall des Manhattanhenge in der Grand Central Station und man sieht Nora in ihrem blauen Kleid

Fazit:
Etwas anders als ich erwartet hatte, aber ein sehr atmosphärischer Roman, der vorallem mit seinen bildhaften Beschreibungen glänzt. Kleine Längen in der Mitte und ein Ende, das nicht jedem Leser zusagen wird, lassen mich gelungene 4 Sterne vergeben.
Vielen Dank an Literaturtest für die Bereitstsellung des Leseexamplares

Die schönste und die traurigste aller Nächte - Mauricio Gomyde

    Die Bildrechte liegen beim Verlag



    • Broschiert: 384 Seiten
    • Verlag: Rowohlt Broschure; Auflage: 1. (20. August 2019)
    • Übersetzer: Johanna Schwering, Viktoria Wenker
    • ISBN-10: 3499000482
    • ISBN-13: 978-3499000485
    • Originaltitel: Todo o tempo do mundo
    • Genre: Gegenwartslitertaur, Liebesroman, Zeitreiseroman



Rowohlt Kurzbeschreibung:
«Mein Name ist Victor. Vermutlich haben Sie schon jede Menge Liebesgeschichten wie diese gelesen, aber ich versichere Ihnen, es waren alles Geschichten. In meinem Fall, so unglaublich es klingt, ist alles wahr. Ich habe ein Geheimnis, das ich mit niemandem teilen kann: Starke Gefühle bringen meine Zeit manchmal durcheinander. Wenn ich glücklich bin, springe ich zurück in die Vergangenheit. Wenn ich traurig bin, geht es in die Zukunft. Das kann Sekunden oder Minuten dauern, höchstens ein paar Stunden. Ich kann keinen Einfluss nehmen auf den Verlauf der Geschichte. Aber es hat mir schon so viel Ärger eingebracht, dass ich mich ans Ende der Welt zurückgezogen habe und versuche, nie wieder glücklich oder traurig zu sein. Die Ursache für all das? Amanda. Warum? Weil unsere Liebe unerfüllt bleiben musste. Wird es eines Tages enden? Keine Ahnung. Doch heute Morgen kam eine Einladung. Und ich denke, ich kann endlich herausfinden, ob das, was mir passiert, ein Fluch oder ein Geschenk ist ...»

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Ein Zeitreiseroman, der mich leider nur teilweise erreichen konnte, ist "Die schönste und die traurigste aller Nächte" von Mauricio Gomyde. Irgendwo habe ich eine ganz begeisterte Rezension dazu gelesen, die mich veranlasst hat diesen Roman aus der Bücherei mitzunehmen.

Der Prolog hat mich sofort in den Bann gezogen, der aus der Sicht von Amanda erzählt wird und den wichtigsten Moment in ihrem Leben festhält - eine Tragödie, die ihr Leben für immer verändert. Danach springen wir zurück ins Jahr 1997, wo sich Amanada auf ihren Abschlussball befindet und sie endlich mit Victor, für den sie schwärmt, tanzen kann. Auch Victor ist seit einiger Zeit hingerissen von Amanda und so küsst er sie voller Glück...und findet sich plötzlich zuhause in seinem Zimmer wieder - nur wenige Stunden VOR dem Abschlussball. Was Victor noch nicht weiß: Er kann in der Zeit hin- und herspringen und dies war sein erster Zeitsprung - ein wahrer Schock! Bis er merkt, dass Glücksgefühle ihn für einige Stunden zurück in die Vergangenheit und Trauer ihn in die nahe Zukunft bringen, dauert es einige Zeit. Für ihn und Amanda aber zu spät, denn sie verlässt Brasilien am nächsten Tag nach dem Abschlussball. Ihre Eltern sind Diplomaten und werden die nächste Zeit in Kenia verbringen. Für Beide ein einschneidendes Erlebnis und eine Liebe, die sie nie vergessen können....

So beginnt der Roman von Mauricio Gomyde in dem wir Victor kennenlernen dürfen. Mittlerweile sind zwei Jahrzehnte vergangen. Victor ist ein angesehener Winzer, der Champagner herstellt. Da er keinerlei Einfluss auf seine Zeitsprünge hat, hat er sich in ein kleines Dorf im Süden Brasiliens zurückgezogen. Sein Weingut führt der "Schaumwein-Prinz" mit wenig Personal. Doch dann soll ein Klassentreffen der Abschlussklasse in Brasilia stattfinden und Amanda und Victor sehen sich wieder. Was dies für beide Hauptprotagonisten bedeutet, erfahren wir auf den weiteren Seiten des Romans.....

Durch die vielen Zeitsprünge bekommt man auch als Leser erst nach und nach mit, was passiert ist und wie die Fäden alle zusammenlaufen. Man leidet auch mit Victor mit, dem es unmöglich scheint Amanda länger als einen Augenblick wiederzusehen. Seine Glücksgefühle werfen ihn sofort einige Stunden zurück und er erlebt alles noch einmal. Erst mit der Zeit erkennt er, dass er einige Momente dadurch beeinflussen und ändern kann.
Die tiefe Zuneigung und die Liebe zwischen Victor und Amanda ist durch den Zeilen spürbar. Die Gedanken- und Gefühlswelt der beiden steht im Mittelpunkt des Romans. Beide können ihre erste große Liebe nicht vergessen. Es gibt immer wieder überraschende Wendungen, die man nicht erwartet. Trotzdem konnte mich die Geschichte gefühlsmäßig nicht richtig abholen. Der Zeitreiseeffekt, den ich bei Büchern liebe, hätte in diesem Buch auch weggelassen werden können. Vielleicht hätte ich den Roman dadurch etwas mehr gemocht... Trotz dieser Schwächen kann ich den Roman trotzdem weiterempfehlen. Vorallem das Setting und die Gedanken zum Thema Glück mochte ich sehr.

Schreibstil:
Der Schreibstil von Mauricio Gomyde ist einfühlsam, teilweise poetisch und liest sich leicht. Er ist außerdem sehr dialoglastig.
Die Geschichte wird hauptsächlich aus der Sicht von Victor, aber auch von Amanda jeweils aus der Ich-Perspektive erzählt. Die Kapitel sind eher kurz und es wird oftmals in der Zeit hin- und hergesprungen. Wir befinden und größtenteils in Brasilien, aber auch in Argentinien und sind kurz in Kenia zu Gast. Die Beschreibungen der Umgebung und Landschaften sind sehr bildhaft.

Die Innenseiten des Romans sind wunderschön gestaltet. Vor einem neuem Kapitel sind oftmals Sprüche über das Glück eingefügt und im Anhang findet man weitere "literarische Glückskekse".

Cover:
 
Diesmal habe ich nur das portugiesische Cover von der brasilianischen Originalausgabe gefunden - keine weiteren Übersetzungen.
Es kann bei weitem nicht mit dem deutschsprachigen Cover und vorallem auch der wunderschönen Aufmachung im Buch mithalten.

Fazit:
"Die schönste und die traurigste aller Nächte" ist ein melancholischer Zeitreiseroman mit kleinen Schwächen. Die südamerikanische Kulisse ist traumhaft, gefühlsmäßig konnte mich die Geschichte allerdings nicht ganz abholen. Für zwischendurch aber lesenwert...


Reliquiae - Christoph Görg

    Die Bildrechte liegen beim Verlag


    • Gebundene Ausgabe: 544 Seiten
    • Verlag: Goldegg Verlag; Auflage: 1 (20. Oktober 2019)
    • ISBN-10: 3990601350
    • ISBN-13: 978-3990601358
    • Genre: Historischer Roman, Abenteuerroman, Zeitreisen 
    • Reihe: ja - Band 2 zu Troubadour


 
Goldegg Kurzbeschreibung:
Niki Wolff, aus dem Jahr 2017 ins tiefste Mittelalter buchstäblich hineingestolpert, gewöhnt sich nur langsam an sein neues Leben im Dürnstein des Jahres 1193. Dabei muss er nicht nur lernen, mit ungewohnten Sitten, Gebräuchen und Hygienestandards zurechtzukommen, sondern auch mit der Weigerung seiner großen Liebe Engeltrud, für ihn ihre übel beleumundete Tätigkeit als „Bademagd“ aufzugeben.
Herzog Leopold von Österreich und der über Dürnstein herrschende Hadmar von Kuenring haben derweilen andere Sorgen: Der Papst hat sie als Strafe für die Inhaftierung des englischen Königs Richard Löwenherz auf dem Rückweg vom Kreuzzug exkommuniziert. Damit stehen beide trotz des zu erwartenden Lösegeldes vor dem politischen und wirtschaftlichen Ruin. Mit einer unbedachten Bemerkung handelt sich Niki einen undankbaren Auftrag ein: Gemeinsam mit seinem Erzfeind, dem jungen Hadmar, wird er an der Spitze einer bunt zusammengewürfelten Truppe aus Freiwilligen auf eine lange und gefährliche Reise quer durch Europa geschickt. Ihr Ziel: Konstantinopel. Ihre Mission: Eine Reliquie nach Österreich zu bringen, die es würdig ist, damit selbst einen Papst zu bestechen ...

Meine Bewertung: * * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Was habe ich mich gefreut, als ich gesehen habe, dass Christoph Görg einen Folgeband geschrieben hat und Nikis Abenteuer weitergehen!  "Troubadour" war eines meiner absoluten Lesehighlights 2017. Wie auch Band 1 lässt sich die Fortsetzung nicht einem einzigen Genre zuordnen, denn hier treffen sich historischer und Abeteuerroman, sowie Fantasy - durch die Zeitreise, die unser Hauptprotagonist unternimmt.

Damals habe ich mit Niki mitgelitten, als der 19jährige von der Mauer der Burgruine Dürnstein in der Wachau gefallen ist und ins Jahr 1193 katapultiert wurde. Mittlerweile sind sechs Monate vergangen und Niki fühlt sich ganz wohl im frühesten Mittelalter. Mit Edeltrud hat er eine junge Frau an seiner Seite, die er liebt und an Abenteuer mangelt es ebenfalls nicht. Nur ab und zu bereitet ihm sein unüberlegtes Geplapper Schwierigkeiten, wie seine unvorsichtige Bemerkung betreffend eines vierten Kreuzzuges, der eigentlich erst 1202 stattfand. Damit schneidet er sich ins eigene Fleisch, denn nachdem Hadmar von Kuenring und Herzog Leopold von Österreich vom Papst exkommuniziert wurden, soll dieser mit einer ganz besonderen Reliquiae versöhnt werden. Damit beginnt ein mittelalterlicher "Roadtrip" von Dürnstein an der Donau über Wien und den Balkan nach Konstantinopel und zurück.  
Gemeinsam mit dem jungen Hadmar von Kuenring, Ritter Joachim von Senftenberg und Ottokar von Pressburg begibt sich Niki auf der Via Diagonales auf den langen Weg nach Konstantinopel. Im Gefolge auch die Zwillinge Gerwald und Gottfried, Nikis Freundin Engel und ihr Bruder Bertram, sowie Bruder Severinus vom Stift Göttweig.
Interessant war die Beschreibung des mittelalterlichen Wiens, das im frühen Mittelalter noch relativ klein war und deren Straßenbenennungen nun nach der Lektüre mehr Sinn ergeben.
Auf ihren Weg durch den gefürchteten Räuberwald und die Überquerung des Balkangebirges erleben die Männer jede Menge Abenteuer, die mich oft bange umblättern und hoffen ließen, dass auch noch alle gesund und munter in Konstantinopel ankommen. Oftmals mussten sie auf die Heilkunst von Engel zurückgreifen, die trotz großem Widerstand als Mann verkleidet schließlich mit auf die Reise gehen durfte. 

Christoph Görg hat historische Persönlichkeiten und fiktive Personen gekonnt miteinander verwoben. Die Charaktere sind wieder äußerst lebendig dargestellt und man schließt auch die neu hinzugekommen Figuren schnell ins Herz. Man lebt, liebt und lacht mit ihnen. Auch die Gegenden, die Niki und Co. durchqueren werden wunderbar bildhaft beschrieben. Besonders die Stadt Konstantinopel, die zu dieser Zeit ein wahrliches Juwel gewesen muss, wird sehr anschaulich und malerisch dargestellt. Die Reliquien, die sich damals noch in der Stadt befanden, bevor sie erobert und geplündert wurde und sich die religiösen Artefakte wie Sand am Meer vermehrten, müssen wahrlich etwas Besonderes gewesen sein.
Im Prolog erklärt Christoph Görg dem Leser einiges zum Thema Reliquien, deren Handel und Missbrauch. 
Auch die Rückreise gestaltet sich alles andere als einfach und langweilig. Geheimnisvolle Mönche in schwarzen Kutten tauchen immer wieder auf und verfolgen die Reisenden bis nach Venedig. Was es mit ihnen auf sich hat, müsst ihr aber selbst lesen. 

Schreibstil:
Christoph Görg erzählt temporeich, wunderbar humorvoll, detailliert und bildhaft. Die mittelalterlich angepasste Sprache und der jugendliche Sprachgebrauch der Gegenwart, der bei Niki's Flashbacks eingesetzt wird, ergeben einen wunderbaren Mix.
Gefallen haben mir wieder die Austro-Pop Lieder von Wolfgang Ambros, Reinhard Fendrich oder STS, die Niki auf seiner Laute trällert, wie auch Filmzitate oder Anspielungen des Autors auf Asterix.

Im Inneren des Buchrückens befindet sich eine Karte vom Deutsch Römischen Reich bis zum Byzantinischen Reich. Unter "Historische Anmerkungen" erzählt der Autor noch über historische Fakten und Fiktion.

Fazit:
Auch "Reliquiae" ist wieder ein kurzweiliger Lesespaß, der mich begeistert hat. Ein etwas anderer historischer Roman, der mich immer wieder schmunzeln hat lassen und trotzdem jede Menge Geschichte spielerisch vermittelt. Ich finde es großartig, dass der Autor nun auch an einem dritten Band schreibt und kann es kaum abwarten mit Niki wieder neue Abenteuer zu erleben. Von mir gibt es eine Leseempfehlung für Historienfans, aber auch für alle, die einmal einen etwas anderen historischen Roman lesen wollen. Aber...zuerst "Troubadour" lesen!!

Vielen Dank an den Goldegg Verlag für das Rezensionsexemplar und an Christoph Görg für die interessante Leserunde bei Lovelybooks, die wieder unheimlich Spaß gemacht hat.

Die Reihe rund um den Zeitreisenden Niki Wolff:

  1. Troubadour: Die Löwenherz-Verschwörung    *Rezi*
  2. Reliquiae: Die Konstantinopel-Mission

Schwert der Hoffnung - Tanja Riegel

    Die Bildrechte liegen beim Verlag


    • Broschiert: 488 Seiten
    • Verlag: Francke-Buchhandlung; Auflage: 1 (1. Mai 2018)
    • ISBN-10: 3963620080
    • ISBN-13: 978-3963620089
    • Genre: Historischer Roman, christlicher Roman



Francke Kurzbeschreibung:
Die Französin Anna und der Brite Edward kennen sich kaum, als sie im Süden Frankreichs nichtsahnend ein uraltes Schwert berühren – und sich plötzlich auf Malta wiederfinden, mitten im Jahr 1564! Mitten in der Zeit von Rittern, Galeeren und Schwertkämpfen. Mitten in der Zeit, in der ein Großangriff der Osmanen bevorsteht und die Ritter des Johanniterordens fest entschlossen sind, um der Verteidigung ihres Glaubens willen notfalls sogar ihr Leben zu lassen. Dem draufgängerischen Briten und der zurückhaltenden Französin bleibt nichts anderes übrig, als sich zusammenzutun – trotz aller Unterschiedlichkeit und Meinungsverschiedenheiten. Während Ed im Schwertkampf und Anna in spätmittelalterlicher Heilkunde unterrichtet wird, suchen sie verzweifelt nach einer Möglichkeit, wieder nach Hause zu gelangen. Doch die Ereignisse überschlagen sich und eine Rückkehr in die Gegenwart erscheint unwahrscheinlicher als jemals zuvor …

Meine Bewertung: * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Schon länger bin ich auf der Suche nach einem neuen Zeitreiseroman, der mich unterhält und überzeugen kann. Ist es Tanja Riegel mit "Schwert der Hoffnung" gelungen? Teils, teils...

Der Roman ist im christlichen Francke Verlag erschienen und somit ist auch klar, dass hier der Glaube ein Rolle spielt. Mit der Location Malta, den Ritterorden der Johanniter und der Jahreszahl 1564 sind wir damit auch schon beim Thema und zwar bei der Belagerung von Malta durch die Osmanen.

Doch bevor wir mitten im Kampf zwischen Christen und Muslimen stecken, befinden wir uns in der Gegenwart in Frankreich. Die Französin Anna und der Brite Edward sind sehr unterschiedliche Protagonisten. Anna ist sehr strukturiert, hat ihre Zukunft bereits geplant und sich für ein Medizinstudium eingeschrieben. Selbst bezeichnet sie sich als graue Maus und ist eher zurückhaltend. Edward kommt zwar aus reichem Haus, lebte aber die letzte Zeit als Anführer einer Gang auf der Straße. Er ist großspurig und weiß mit dem Messer umzugehen. Das ist auch der Grund warum er als Strafe im Schuppen seines Großvaters aufräumen muss. Anna, die Tochter des Gärtners, hilft ihm dabei. Sie finden eine Holzkiste mit einem Art Tagebuch, sowie ein mit Edelsteinen besetztes Rapier. Bei der Berührung wird der Dolch heiß und die Beiden verlieren das Bewusstsein. Als sie erwachen befinden sie sich in einer Höhle in Malta im Jahr 1564....

Der Zeitprung passiert bereits auf den ersten Seiten und es ist interessant zu lesen, wie sich Anna und Ed versuchen zurechtzufinden. Sie sind weder ansprechend gekleidet, noch haben sie eine Ahnung in welcher Zeit sie gelandet sind. Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als sich als Ehepaar ausgeben und so unauffällig wie möglich zu bleiben. Doch vorallem müssen sie versuchen das Rapier zu finden, um wieder in ihre Zeit zurückzukommen.
Leider konnte mich der Roman nicht immer fesseln. Manche Abschnitte gehen viel zu schnell und überhastet voran. Einer davon war sehr spannend, jedoch überstürzen sich die Ereignisse dermaßen, dass ich am Ende verwundert zurückgeblättert und nachgeschaut habe, ob ich etwas überlesen hatte. Dem war nicht so und leider folgten auch später keinerlei Erklärungen dazu. Für mich waren diese Szenen nicht wirklich schlüssig und zu unglaubwürdig. Danach wurde die Geschichte wieder ruhiger und man begleitet Anna und Ed, die versuchen sich der Zeit anzupassen. Edward wird im Schwertkampf ausgebildet und Anna bekommt Einblicke in die mittelalterliche Medizin. Beide wachsen an der Situation und kommen sich auch etwas näher. Als sie bemerken, dass sie nicht vor dem großen Angriff der Osmanen in ihr altes Leben zurückkehren können, kämpfen sie nicht nur um ihr eigenes Überleben, sondern auch um diejenigen, die während des Aufenthalts zu ihren Freunden geworden sind. Im weiteren Verlauf des Romans stehen die Kämpfe im Mittelpunkt. Dies verleiht der Geschichte mehr Spannung und hat mich endlich etwas mehr an die Seiten kleben lassen. Auch wenn der Roman eine durchschnittliche Seitenanzahl von nicht ganz 500 Seiten hat, lässt er sich nicht schnell lesen. Man braucht dazu Zeit und Muße.

Die geschichtliche Komponente und den Glaubenskrieg hat die Autorin wunderbar recherchiert und dargestellt. Der rote Faden in diesem christlichen Roman ist das Vertrauen auf Gott. Auch in diesem Buch habe ich wieder eine Epoche näher kennenlernen dürfen, die bis jetzt an mir vorübergegangen ist. Ich kenne zwar das Malteser Kreuz und weiß ein bisschen über die Ritter des Johanniterordens, aber das war es schon. Ein weiteres Thema ist die Medizin des 16. Jahrhunderts und ein ganz besonderes Heilmittel, das nur auf der maltesischen Insel Gozo zu finden ist.
Laut Verlag soll es noch einen weiteren Teil geben. Ich bin allerdings noch unschlüssig, ob ich diesen lesen werde.

Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin lässt sich gut lesen. Die Beschreibungen sind bildlhaft und detailliert. Die Autorin spricht viele Themen an und setzt sich damit auseinander.
Die unterschiedlichen Charaktere der beiden Hauptprotagonisten wurden sehr lebendig beschrieben. Im Laufe des Romans entwickeln sich beide weiter.
Zu Beginn des Buches gibt es zwei Orientierungskarten, am Ende Begriffserklärungen und historische Anmerkungen der Autorin.

Fazit:
Ein Roman, der mich etwas zwiegespalten zurücklässt. Interessanter historischer Hintergrund und Plot, Zeitreisen mag ich sowieso, aber manche Abschnitte waren mir zu "unausgegoren" und unlogisch. Für ein Erstlingswerk aber nicht schlecht, außerdem sehr gut recherchiert.

Vielen Dank an den Francke Verlag für das Rezensiosnexemplar

Wenn gestern unser morgen wäre - Kristina Moninger




    • Taschenbuch: 300 Seiten
    • Verlag: FeuerWerke Verlag (28. Juni 2017)
    • ISBN-10: 3945362296
    • ISBN-13: 978-3945362297
    • Genre: Gegenwartsliteratur, Roman




Amazon Kurzbeschreibung:
Sara hat innerhalb weniger Tage so ziemlich jeden Fehler begangen, den sie begehen konnte. Mit scheinbar kleinen, aber ausschlaggebenden Entscheidungen hat sie in ihrem Leben so eine Kettenreaktion in Gang gesetzt, die sie gerne wieder rückgängig machen würde. Als sie inmitten dieses Chaos ausgerechnet Matt vors Auto läuft und wenig später im Krankenhaus aufwacht, ist plötzlich nichts wie zuvor. Die Uhren wurden zurückgedreht und all das, was in der Woche vor dem Unfall passiert ist, scheint ungeschehen. Sara hat nun die unbezahlbare Möglichkeit, die wichtigsten Tage ihres Lebens noch einmal neu zu erleben. Um endlich alles richtig zu machen …

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur Hufis großen Stall Challenge

Meine Meinung:
Es war mal wieder Zeit für eine lockere, aber mitreißende Liebesgeschichte. Genau das habe ich mit "Wenn gestern unser morgen wäre" auch bekommen.
Wer hat sich nicht schon einmal gewünscht die Zeit zurückdrehen zu können und die eine oder andere Entscheidung zu ändern?

Sara bekommt diese Chance. Die 5jährige Beziehung zwischen ihr und Oliver, einem erfolgreichen Anwalt, besteht nur mehr zum Schein als Sein. Die beiden bewegen sich in der Upper Class und während sich ein hippes Pärchen nach dem anderen aus ihrem Bekanntenkreis verlobt, wartet Sara noch immer auf den Heiratsantrag von Oliver. Doch ist Oliver auch der Richtige für sie?
Sara ist eine durchgeplante Karrierefrau, ehrgeizig und wirkt anfangs nicht unbedingt sympathisch. Am Tag ihrer Beförderung, der 300 Menschen den Job kostet, feiert sie mit den Kollegen und Kolleginnen bei einer  After-Work-Party ihren Erfolg. Dabei schaut sie etwas zu tief ins Glas und verbringt mit Matt, dem Barkeeper, der im selben Haus wohnt, die Nacht auf der Dachterrasse. Doch am nächsten Tag holt sie die Realität ein. Für Sara ist diese Nacht ein großer Fehler gewesen und trotzdem geht ihr der lebenslustige Matt nicht aus dem Sinn...die Schmetterlinge im Bauch wollen nicht weichen...
Voller Schuldgefühle und einigen weiteren unglücklichen Entscheidungen läuft sie ohne zu schauen vor ein Auto und erwacht durch einen Zeitsprung zehn Tage früher im Krankenhaus. Keine ihrer Entscheidungen der letzten Tage ist passiert. Sara bekommt die Chance ihr Leben in diesen zehn Tagen, die sie eigentlich schon einmal gelebt hat, zu verändern....

Ich war anscheinend genau in der richtigen Stimmung für diesen Roman, denn ich bin wirklich nur so durch die Seiten gerauscht und habe mich dabei sehr gut unterhalten. Die Geschichte ist berührend, romantisch - aber nicht kitschig. Die Autorin beweist ebenso viel Einfühlungsvermögen bei etwas schwierigeren Themen wie Schwangerschaftsabbruch, Kinder mit besonderen Bedürfnissen oder Demenz. Kristina Moninger versteht es dabei Wortwitz und Dramatik wunderbar zu integrieren.

Die Charaktere sind sehr lebendig und authentisch dargestellt. Sara entwickelt sich im Laufe der Geschichte von einer spießigen, angepassten Tussi, die ihr Leben genau durchgeplant hat, zu einer liebenswerten Frau, die endlich versucht aus ihrer Haut zu schlüpfen. Dies ist nicht wirklich einfach, denn ihre Mutter hat ihren Töchtern von klein auf eingeimpft, dass nur Aussehen, Erfolg und Geld zählt. Nach außen hin soll die Fassade immer aufrecht erhalten werden, Gefühle sind überbewertet. Während sich Sara und ihre Schwester Emma daran halten, sind ihr Bruder und seine Frau unangepasste Familienaußenseiter.
Mit Barkeeper Matt lernt Sara das Leben zu genießen und nicht nachzudenken, was ihre Mutter oder andere davon halten würden. Sie lernt Gefühle zu zeigen und nimmt sich Matts Lebensweisheit zu Herzen:

Leben ist gefährlich oder langweilig. Entweder lebst du mit allem Drum und Dran oder du existierst eben einfach nur.

Matt ist ein lebenslustiger Mann, Oliver der Spießer....zwei sehr typische Charaktere, die der Leser sofort kategorisiert. Natürlich weiß man schon vorher, wie es ausgehen wird, aber das WIE hat die Autorin noch mit ein paar überraschenden Wendungen spannend gestaltet.

Leider gab es auch einige Fehler zu finden, wie falsche Musikernamen: aus Haddaway wurde Headaway und Lucilectric wurde plötzlich zu Lucy Lectric. Hier hat das Lektorat ganz schön geschlampt....
Auch eine Auflösung zum Zeitsprung fand nicht statt, was ich schade finde. Diese beiden Kritikpunkte kosten der berührenden Geschichte die volle Sternenzahl bei meiner Bewertung.

Schreibstil:
Der Schreibstil von Kristina Moninger ist lebendig und flüssig und lässt sich wunderbar lesen. Die Autorin beweist viel Einfühlungsvermögen und nimmt sich auch schwierigeren Themen an. Dabei vergisst sie auch nicht eine Prise Humor beizufügen.
Sara erzählt in der Ich-Form in der Gegenwart. Die Geschichte besteht aus 27 Kapitel und dem Epilog, wobei es aber auch noch vier halbe Kapitel gibt. Über jedem steht das Datum des jeweiligen Tages.


Fazit:
Eine süße Liebesgeschichte, gewürzt mit einer Prise Humor. Es werden auch ernstere Themen mit viel Einfühlungsvermögen angesprochen. Ein Roman für schöne Lesestunden mit einer tollen Message!

Beim Leben meiner Mutter - Rowan Coleman



    • Broschiert: 416 Seiten
    • Verlag: Piper Paperback (2. November 2017)
    • Übersetzer: Marieke Heimburger
    • ISBN-10: 349206079X
    • ISBN-13: 978-3492060790
    • Originaltitel: The Summer of Impossible Things
    • Genre: Gegenwartsliteratur, Zeitreise, Fantasy


PIPER Kurzbeschreibung:
Als Marissa stirbt, beschließen ihre beiden Töchter Luna und Pia nach Brooklyn, Marissas Geburtsort, zu reisen. Hier wollen sie mehr über das dunkle Geheimnis erfahren, das ihre Mutter jahrelang gehütet und sie schließlich zugrunde gerichtet hat. Doch die beiden Schwestern stoßen nur auf noch mehr Fragen, statt auf Antworten. Bis Luna eines Tages eine rätselhafte – ja, magische – Erfahrung macht: Sie begegnet ihrer Mutter als junge Frau, im Sommer 1977. Erst glaubt Luna, verrückt geworden zu sein. Doch dann wird ihr klar: Wenn sie tatsächlich die Fähigkeit besitzt, durch die Zeit zu reisen, dann kann sie auch die Vergangenheit ändern. Doch ist es möglich, das Leben ihrer Mutter zu retten, ohne ihr eigenes zu opfern?

Meine Bewertung: * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Von Rowan Coleman habe ich leider immer noch ihren Bestseller "Einfach unvergesslich" im SuB Regal stehen. Damals wollte ich das Buch unbedingt lesen und wie es so oft passiert mit meinen selbst gekauften Büchern ...sie bleiben im Regal und verstauben. Zuerst kommen Leserundenbücher und Rezensionsexemplare an die Reihe und dann auch noch die Büchereibücher....so wie dieses hier.
Nun habe ich "Beim Leben meiner Mutter" als ersten Roman der Autorin gelesen, der mich aber leider etwas zwiespältig zurücklässt.

Das Buch ist zwar ein Roman, hat aber auch einen Touch Fantasy, da wir uns auf eine Zeitreise begeben. Ich liebe Zeitreisen und auch hier gefiel sie mir...nur leider nicht bis zum Ende der Geschichte.

Marissa leidet seit Jahrzehnten an Depressionen und beschließt ihrem Leben ein Ende zu setzen. Sie verbirgt ein dunkles Geheimnis, das sie mit ins Grab nimmt. Ihren beiden erwachsenen Töchtern, Luna und Pia, hinterlässt sie einige Videos. Darauf offenbart sie Luna, dass Pia und sie nicht denselben Vater haben. Luna ist entsetzt und die beiden Frauen beschließen sich auf die Spuren von Marissas Vergangenheit zu begeben. Gemeinsam machen sie sich von London auf nach Brooklyn, New York, dem Heimatort ihrer Mutter. Neben dem Geheimnis um Lunas Vater, müssen sich Luna und Pia auch um ihr Erbe kümmern: eine Haushälfte von Marissas Elternhaus. Dieses ist seit Jahren unbewohnt und in einem schlechten Zustand. Die andere Hälfte gehört Marissas Schwester Stephanie, zu der sie keinen Kontakt mehr pflegte, seit sie Broolyn verlassen hat, um den Engländer Henry zu heiraten.

Als sich Luna das Haus ihrer Mutter ansieht, verspürt sie ein sonderbares Gefühl. Plötzlich steht sie inmitten von jungen Menschen - mittendrin ihre Mutter. Es ist das Jahr 1977 und Marissa ist eine fröhliche, unbeschwerte und wunderschöne junge Frau, umgeben von Freunden und ihrer Schwester Stephanie. Luna erkennt ihre Mutter kaum wieder - diese Frau, die zeitlebens nur depressiv war, ist hier der Mittelpunkt der jungen Menschen und strahlt nur vor Lebensfreude. Was ist ihr nur passiert?
Luna versucht daraufhin öfters ins Jahr 1977 zu reisen, doch sie kann Zeitpunkt und Dauer ihrer Zeitreise nicht beeinflussen. Bald fühlt sie sich wohl unter Marissas Freunden und versucht herauszufinden, was dasmals passiert ist, dass aus diesem lebenfrohen Mädchen eine junge Frau mit schweren Depressionen wurde. Luna versucht den Grund zu finden und etwas dagegen zu unternehmen....

Anfangs war ich noch begeistert von den Zeitreisen und den Treffen von Luna mit ihrer Mutter und deren Clique. Zu schnell wurde allerdings das Geheimnis aufgedeckt und dadurch verlor die Geschichte etwas an Spannung. Dies wurde zum Ende hin mit einer überraschenden Wendung kompensiert, die nochmals Spannung verhieß. Leider konnte mich dann aber der fantastische Part nicht mehr richtig überzeugen. Es wurde etwas verwirrend und zu unglaubwürdig.

Die Charaktere sind schwer zu beschreiben, da sich durch die Zeitreise einige Begebenheiten in der Zukunft verändern. Daraus folgend hatte eine Person auch verschiedene Charakterzüge, maßgeblich durch ihre Vergangenheit beeinflusst. Das macht es etwas schwer eine gute Verbindung aufzubauen. Bei Luna gelingt es größtenteils, bei Pia nicht wirklich.

Die zeitgenössische Familiengeschichte unterscheidet sich zu "gewöhnlichen" Romanen durch die fantastischen Elemente, auf die man sich einlassen muss. Auch wenn Luna als Physikerin anfangs nicht an verschiedene Zeitebenen glaubt, muss sie sich dieser "Realität" stellen. Fand ich die Zeitreise zurück ins Jahr 1977 anfangs noch sehr interessant und liebenswert, wurde sie zum Ende hin leider zu verworren und konfus.

Schreibstil:
Rowan Coleman schreibt sehr angenehm. Obwohl es im Mittelteil etwas an Spannung fehlte und mir der letzte Abschnitt zu verworren war, ließ sich die Geschichte trotzdem flüssig lesen. Die Kapitel sind eher kurz gehalten.

Cover:

Oh...sind die beiden Cover nicht wunderschön? Warum hat der Piper Verlag sie nicht übernommen?? Wohl deswegen, damit der Roman zu den anderen Romanen der Autorin passt, die bereits im Piper Verlag erschienen sind. Sehr schade!
Links das englische Originalcover, rechte die tschechische Version. Einfach nur traumhaft schön!

Fazit:
Die Grundidee und der Schreibstil der Autorin ist toll -  und ich liebe Zeitreisen. Trotzdem konnte mich der Roman nicht richtig abholen. Vorallem die letzten hundert Seiten waren zu verworren und haben das Konzept der Autorin irgendwie zerstört.


 

Martinas Buchwelten Copyright © 2012 Design by Antonia Sundrani Vinte e poucos