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EDEN - Wenn das Sterben beginnt - Marc Elsberg

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Gebundene Ausgabe: 768 Seiten
    • Verlag: ‎ Blanvalet Verlag, 1. Auflage (25. Februar 2026)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3764508663
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3764508661
    • Genre: Umweltthriller, Zukunftsthriller




Blanvalet Kurzbeschreibung:
Frühjahr: In der Karibik attackiert ein Riesenkalmar vor den Augen entsetzter Touristen einen Walhai. In der Bucht von Triest treiben Schwärme toter Fische. Im Amazonas verdorrt der Boden. Lokale Einzelphänomene der Natur – so scheint es. Doch weltweit beginnt etwas zu kippen …
Als das neue KI-Programm des IT-Experten Piero Manzano Alarm schlägt, ist die Prognose eindeutig: Binnen Monaten droht eine globale Megakrise. Gemeinsam mit dem reichweitenstarken Influencer Linus Strand und der jungen Meeresbiologin Sarah Keller macht Piero die Warnung öffentlich – und sie alle damit zur Zielscheibe. Mächtige Gegenspieler tun alles, um sie zum Schweigen zu bringen, während sich am Horizont ein Sturm zusammenbraut …

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Book Special ABC Challenge

Buch zur Weltenbummler Calennge

Buch zur Reiselust Challenge

Meine Meinung:
Nachdem mir Marc Elsbergs letzter Umweltthriller nicht wirklich zugesagt hat, ist "Eden - Wenn das Sterben beginnt" trotz seines Umfanges eine spannende Geschichte, die mich von Beginn an mitgerissen hat.
Während ein KI-Programm des IT-Experten Piero Manzano verheerende Katastrophen für die Erde voraussagt, sind die ersten Folgen bereits eingetroffen. Der Kipppunkt in den Meeren ist überschritten und die Ozeane kollabieren. Innerhalb weniger Monate droht eine globale Krise von ungeahntem Ausmaß. Inzwischen werden tote Fische in Triest angeschwemmt und die Fischer verlieren ihre Existenz. Doch sie sind nicht die Einzigen, denn die Böden versteppen und der Regenwald trocknet aus. Konventionelle Massentierhaltung ist nicht mehr möglich. Dennoch verdienen auch an diesem Szenario bestimmte Konzerne, die nur an ihren eigenen Profit denken. Zu diesem machthungrigen Menschen gehört Großinvestor Viktor Brenner.
Influencer Linus Strand und Meeresbiologin Sarah Keller sind indessen in der Karibik und erleben ein Phänomen, welches es eigentlich gar nicht geben dürfte. 

Im schnellen Wechsel springen wir zwischen den einzelnen Protagonisten und Schauplätzen hin und her. Die extrem kurzen Kapitel geben das Gefühl schnell voranzukommen, wirken jedoch fast wie ein Drehbuch. Der schnelle Wechsel der Perspektiven unterbricht häufig den Lesefluss und erschwert es, sich intensiv in die einzelnen Figuren hineinzuversetzen.
Die drei Hauptprotagonisten Linus, Sarah und Marco bekommen aber genug Tiefe, um sie und ihre Charaktereigenschaften zu kennen.
Linus ist ein Sunnyboy, Influencer und Lebemensch. Durch Sarah und sein Erlebnis beim Tauchen erkennt er bald, wie wichtig das Ökosystem ist. Bisher hat er sich wenig damit befasst und Sarahs wissenschaftliche Fakten erreichen auch ihn schwer. Ihm gelingt es jedoch anhand einfachen Darstellungen und lebendigen Bildern seinen Followern die drastischen Ereignisse, die in der Welt passieren, näher zu bringen.
Gemeinsam mit Sarah, der Meeresbiologin, die zuerst wenig von Linus hält, beginnen sie die Menschen zu informieren und auch Marcos Warnungen zu veröffentlichen. Ein Wettlauf gegen die Zeit und gegen mächtige Gegner beginnt....

Besonders realitätsnah ist der Ökothriller, wenn Elsberg die Interessen der verschiedenen Akteure aufeinanderprallen lässt. Wirtschaftsbosse, Politiker und Umweltaktivisten sind zu oft unvereinbar in ihren Lösungsansätzen und blockieren sich gegenseitig - man braucht nur die täglichen Nachrichten zu verfolgen.
Die komplexen Zusammenhänge zwischen Politik, Wirtschaft und Umweltinteressen wurden von Marc Elsberg wieder aufwendig recherchiert und sind topaktuell bzw. lassen einen Blick in die nahe Zukunft werfen, wenn nicht bald etwas dagegen unternommen wird. Der Autor punktet dabei mit erstaunlich viel Hintergrundwissen. Noch ist der Kipppunkt nicht erreicht, aber wir sind sehr nahe daran. Das beklemmende Gefühl, den kommenden Zusammenbruch des Ökosystems ins Auge zu schauen, hat mich die ganze Zeit nicht losgelassen und auch nach Beenden des Buches noch weiter verfolgt.

Fazit:
Mit "Eden - Wenn das Sterben beginnt" hat Marc Elsberg wieder einen Umwelt-Thriller erschaffen, der unter die Haut geht und einem sehr nachdenklich zurücklässt. Wie weit sind wir noch vom Kipppunkt entfernt? Für mich zählt das neue Buch des Autors wieder zu seinen besten! 



RESET: Die Wahrheit stirbt zuerst - Peter Grandl

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     


    • Gebundene Ausgabe: 496 Seiten
    • Verlag: ‎ dtv Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, 1. Auflage (12. Juni 2025)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 33423284722423284722
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3423284721
    • Genre: Spionage-Thriller, Zukunftsthriller, Verschwörungsthriller


dtv Kurzbeschreibung:
Im Oktober 2024 rufen US-Streitkräfte die höchste Sicherheitsstufe aus, in München soll ein angeblich von Terroristen gekapertes Passagierflugzeug abgeschossen werden und global nimmt die Zahl bedrohlicher Fake News dramatisch zu. Anrufe und Video-Botschaften werden so täuschend echt gefälscht, dass niemand mehr weiß, ob er wirklich mit einem vertrauten Menschen spricht. Superintendent Valentine O’Brien ermittelt in Deutschland, als die digitalen Netze kollabieren und keine Verbindung mehr sicher ist. Während O’Brien sich auf eine gefährliche Reise quer durch Europa begibt, um seine vermisste Schwester zu suchen, bricht weltweit das Chaos aus – und die Menschheit steht vor ihrer dunkelsten Stunde.

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur "Music meets books Challenge"

Meine Meinung:
Peter Grandl gibt mit seinem neuesten Roman einen Einblick in die nahe Zukunft, die durch einen KI-Virus im Chaos versinkt. Alle digitalen Geräte und Kanäle scheinen davon infiziert zu sein. Den Menschen werden täuschend ähnliche Videos vorgespielt, die größtenteils Horrorszenarien darstellen. Telefonanrufe von geliebten Menschen, die in Not sind oder die Nachricht, dass auf Kiew eine Atombombe abgeworfen wurde sind KI-generierte Fake-News, die ein mehr als beängstigendes Szenario darstellen. Niemand weiß mehr, was Wirklichkeit und ein Deep Fake ist, während die Welt im CHaos versinkt....

Wir steigen sehr rasant ein und begleiten einen Kampfpiloten bei seinem  Einsatz, der über Funk die Meldung bekommen hat, dass sich ein Terrorist in einem Passagierflugzeug von London nach München befindet. Die Nachricht, dass die Maschine in das Flughafengebäude gelenkt werden soll, bringt den Piloten in eine furchtbare Situation. Soll er das Passierflugzeug mit über hundert unschuldigen Menschen abschießen oder nicht?

Diese ersten Seiten haben mich total gefesselt. Was für eine Situation! Niemand möchte diese Entscheidung treffen...
Doch bald stellt sich heraus, dass die Nachricht ein Deep Fake war und sich kein Terrorist an Bord des Passagierflugzeuges befand. Wir befinden uns plötzlich in einer Welt, in der selbst seriöse Medien nicht mehr garantieren können, dass ihre Inhalte keine perfekt gefälschte Lüge ist. Ein Szenario, das sich leider gar nicht allzu weit weg von der nahen Zukunft abspielen könnte....

Nach dieser Szene wechseln wir in fast zu schneller Reihenfolge zwischen neuen Protagonisten und Handlungsorten. Es dauerte ein bisschen, bis ich die wichtigsten Charaktere besser kennenlernen durfte. Zu diesen gehört Seiko Ito, eine Cyber-Crime Expertin aus Japan, der Ire Valentine O'Brian, der für das britische Counter Terrorism Command arbeitet, Camille Miloz, die für eine Spezialeinheit für Interpol arbeitet und Jill Jones, ehemalige Archivarin und Großaktionärin der New York Times.
Das internationale Team versammelt sich in Lyon, dem Interpol-Sitz in Frankreich, um das Problem zu lösen, während jeden Tag mehr Anarchie, Gewalt und Plünderungen entsteht. Alle von ihnen gehören zu einer Spezialeinheit, die auf ihre Weise versucht gegen den Zusammenbruch der internationalen digitalen Kommunikation anzukämpfen und das Unaufhaltsame zu stoppen. Dadurch müssen sie auf ehemalige Geräte aus den Achtziger Jahren und davor zurückgreifen, die analog sind.

Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und trotzdem konnte ich keine so richtige Beziehung zu ihnen aufbauen. Ich denke es lag daran, dass die Wechsel zwischen den Schauplätzen und den Figuren allzu schnell sind.
Die dramatische Storyline lässt einem besonders im ersten Drittel das Buch kaum aus der Hand legen. Danach begann die Geschichte für mich zu schwächeln. Es ging plötzlich Schlag auf Schlag und die Handlung wirkte etwas zu überfrachtet. Auch die Auflösung hat mir nicht ganz gefallen. Mehr kann ich jedoch nicht dazu sagen, denn sonst würde ich spoilern.
Noch ein Tipp:
Man sollte den Thriller nicht nebenher lesen, sondern der Geschichte die volle Aufmerksamkeit schenken.  

Fazit:
"Reset" - Die Wahrheit stirbt zuerst" verspricht auf jeden Fall spannende Unterhaltung, die man auch erhält. Jedoch sind mir durch die raschen Wechsel von Schauplatz und Personen diese nicht wirklich nahe gekommen. Nachdenklich stimmt die Geschichte auf jeden Fall, denn das geschaffene Szenario erscheint mir nicht zu weit hergeholt.


Vielen Dank an vorablesen und den dtv Verlag für das Rezensionsexemplar!

Die Abschaffung des Todes - Andreas Eschbach

    Die Bildrechte liegen beim Verlag

     

    • Gebundene Ausgabe: 656 Seiten
    • Verlag: ‎ Lübbe; 2. Aufl. 2024 Edition (30. August 2024)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3757700511
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3757700515
    • Genre: Zukunftsthriller, Dystopie, Near Future Roman

     

Lübbe Kurzbeschreibung:
Drei hochkarätige Unternehmer aus dem Silicon Valley wollen ein zweites 'Manhattan Projekt' ins Leben rufen. Nur ist das Ziel noch ehrgeiziger als damals die Entwicklung der Atombombe: Sie wollen den Tod abschaffen. Der Journalist James Windover entdeckt jedoch, dass die Unternehmer, während sie von Investoren Milliarden sammeln, insgeheim versuchen, einen Schriftsteller zum Schweigen zu bringen - weil sie eine Story fürchten, die er geschrieben hat. Was steht darin, das das Projekt gefährden könnte? James begibt sich auf die Suche nach dem Mann und gerät rasch selbst in tödliche Gefahr ...

Meine Bewertung: * * * *

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Die Bücher von Andreas Eschbach landen fast alle auf meiner Wunschliste. Auch "Die Abschaffung des Todes" ist so ein Kandidat, denn Dystopien und Gedankenspiele über das ewige Leben sind mega interessant. Bei Maxim Leos "Wir werden jung sein" bleibt man ewig jung, bei Andreas Eschbach soll unser Bewusstsein weiterleben, welches uns als Menschen ausmacht.

Als Ich-Erzähler begleiten wir den Journalisten James Henry Windover. Seine Zeitung, The Windover View, ist keine gewöhnliche, sondern hat nur 49 Abonnenten und kostet eine Million im Jahr. Der Stützpunkt befindet sich in Amsterdam. Das Außergewöhnliche daran ist, dass die Berichterstattung objektiv und keinen Meinungsjournalismus enthalten darf. Keine Propaganda, sondern die pure Wahreheit. Ein Team aus Experten weltweit steht so in Diensten der Superreichen, um ihnen die Basis für ihre geschäftlichen Entscheidungen zu liefern und James ist einer der beiden Inhaber. 

Mitbegründerin der Zeitung ist Anahit Kevorkian, eine querschnittgelähmte Milliardärin, die in London lebt. Sie bittet James an ihrer Stelle zum Investorentreffen der Firma Youvatar zu erscheinen und herauszufinden, welches sensationelle Projekt die Firma vor hat, zu dem ebenfalls nur die Superreichsten ins Silicon Valley eingeladen wurden. Sie erhofft sich eine neue Erfindung, die sie von ihrer Querschnittlähmung befreit.

Die erste Hälfte des Buches dreht sich hauptsächlich um Gehirnforschung, Nanotechnologie und das Bewusstsein. Es überwiegen wissenschaftliche Erklärungen von Neuronen, Synapsen etc. gepaart mit Hightech. Eschbach erklärt aber alles so verständlich, dass sogar ich als völliger Laie mitkomme und verstehe, was Sache ist. Das Thema selbst ist nicht unbedingt neu, aber wird von Andreas Eschbach intensiv und anders umgesetzt.
Vorallem hält er uns als Gesellschaft einen Spiegel vor und zeigt auf, wie sehr die Medien und die Wirtschaft unser Leben bestimmt. Eschbach macht sich Gedanken über den Tod, dem ewigen Leben oder der Wiedergeburt. Jede Religion hat dazu ihre eigenen Anschauungen. Dem gegenüber steht die Wissenschaft und die Gehirnforschung, die religiösen Gedanken keinen Raum lässt. Man beginnt selbst zu reflektieren und überlegt, ob man ewig leben möchte.
Das war großteils spannend, hatte aber auch ein paar Längen. Eschbach erzählt sehr detailliert aus der Sicht von James Windover und beschreibt sämliche täglichen Abläufe mit großer Detailverliebtheit.

Doch in der zweiten Hälfte des Buches ändert sich der Stil und die Handlung gravierend. Manchmal kam ich mir vor, wie bei einem James Bond Film, denn James Windover kommt den Unternehmern auf die Spur. Ein Thriller-Autor hat sich ebenfalls mit dem Thema beschäftigt und dürfte in seinem Manuskript, welches von einem der Unternehmer aufgekauft wurde, zu einem Schluss gekommen sein, der dem Projekt im Wege steht. Doch wer ist dieser Schriftsteller und was hat er damals in seinem Manuskript geschrieben, das ihm das Leben kosten könnte?

Es kommt zu Verfolgungsjagden per Bahn, Auto und Flugzeug, die quer durch Europa führen. Dabei sind Windover und der gefundene Autor den Verfolgern immer nur knapp voraus. Hier passt das Wörtchen "Thriller", welches vorne am Cover zu sehen ist. Trotzdem war es für mich nicht wirklich einer, aber ein sehr interessantes Gedankenspiel über die geplante Abschaffung des Todes.

Fazit:
Andreas Eschbach schafft es immer wieder neue Denkansätze zu schaffen und den Leser zum Nachdenken zu bringen. Philosophisch, interessant und unterhaltsam, aber auch teilweise erschreckend. 

Vielen Dank an die Bloggerjury und Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar!


Freiheitsgeld - Andreas Eschbach

    Die Bildrechte liegen beim Verlag


    • Gebundene Ausgabe: 528 Seiten
    • Verlag: ‎ Lübbe; 2. Aufl. 2022 Edition (26. August 2022)
    • ISBN-10 ‏ : ‎ 3785728123
    • ISBN-13 ‏ : ‎ 978-3785728123
    • Genre: Dystopie, Zukunftsthriller



Lübbe Kurzbeschreibung:
Europa in nicht allzu ferner Zukunft. Die Digitalisierung ist weit fortgeschritten, Maschinen erledigen die meiste Arbeit, während ein bedingungsloses Grundeinkommen, das sogenannte "Freiheitsgeld", dafür sorgt, dass jeder ein menschenwürdiges Leben führen kann. Als der Politiker, der das Freiheitsgeld eingeführt hat, tot aufgefunden wird, wirkt es zunächst wie ein Selbstmord. Doch dann wird der Journalist ermordet, der einst als sein größter Gegenspieler galt. Ahmad Müller, ein junger Polizist, ist in die Ermittlungen um beide Fälle involviert - und sieht sich mit übermächtigen Kräften konfrontiert, die im Geheimen operieren und vor nichts zurückschrecken, um eine Aufklärung zu vereiteln.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Wir schreiben das Jahr 2064. Nach der großen Krise bestimmen größtenteils Roboter die Arbeitswelt. Die Menschen müssen nicht mehr zwingend arbeiten, sondern erhalten ein Grundeinkommen, das sogenannte Freiheitsgeld. Damit kommt man über die Runden. Wer trotzdem arbeiten möchte, unterstützt mit deutlich höheren Steuerabgaben diese Grundsicherung in der gesamten EU.
Um das Klima zu schützen wurden große Naturschutzzonen eingerichtet, die die Menschen nicht betreten dürfen. Die ehemaligen Ansiedlungen wurden teilweise zerstört und die Bewohner umgesiedelt. In eigenen Ballungszentren sind die "normalen" Bürger angesiedelt. Sie sind zwar grundgesichert, leben aber einfach und bescheiden. Die Oberschicht lebt hingegen in der sogenannten "Oase", ein luxuriöses Viertel, das vollkommen abgesichert und in weitere Zonen aufgeteilt ist.
Neu zugezogen sind Valentin, der seinen Job als Fitnesstrainer beginnt und seine Frau Lina, die jedoch Zone A, in der ihr Mann arbeitet, nicht betreten darf. Beide lassen sich blenden vom Luxus und sind naiv und gutgläubig. Noch wissen sie nicht, dass alles seinen Preis hat. Neben Valentin und Lina lernen wir noch Ahmad Müller kennen, der bei der Steuerpolizei arbeitet. Er träumt davon zur Kripo zu wechseln. Seine Freundin Franka ist Handwerkerin mit Leib und Seele. Beide Charaktere sind sympathisch und hinterfragen so einiges am System. Das Ehepaar Kilian und Therese spielt ebenfalls eine große Rolle in der Geschichte.
Eschbach wechselt mit eher kurzen Kapiteln zwischen den Protagonisten und Schauplätzen hin- und her. Als Leser fragt man sich zu Beginn wie diese vielen Figuren zusammenhängen. Doch umso mehr man über diese Menschen erfährt, umso besser lernt man sie und ihre Lebensumstände kennen und verstehen.

Kurz vor dem 30. Jahrestages der Einführung des Freiheitsgeldes wird Altpolitiker, Robert Havelok, tot aufgefunden. Er war derjenige, dem Deutschland und die EU diese Grundsicherung zu verdanken hat. Fast gleichzeitig wird der Journalist ermordet aufgefunden, der einst als sein größter Gegenspieler galt. Ahmed Müller ist es gelungen bei der Kripo Fuß zu fassen und bekommt beide Todesfälle auf den Tisch, wobei der des Politikers zuerst als Selbstmord gilt. Der Fall weitet sich immer mehr aus und Ahmed taucht ein in die kriminellen Machenschaften derer, die ihr eigenes Süppchen kochen....

Andreas Eschbach erzählt von einer Zukunftsversion, die nicht allzu weit entfernt scheint. Dabei zeigt er die beiden Seiten des Freiheitsgeldes auf und lässt uns selbst Gedanken dazu machen. Einige Jobs, wie Krankenpfleger oder Arzt sind sehr gut bezahlt; Handwerker trotz Roboter gesucht, aber viele andere Jobs unterbezahlt, sodass sich oft ein Zusatzverdienst zur Grundsicherung nicht bezahlt macht.
Eschbachs innovativen Ideen finde ich sehr interessant und auch teilweise besorgniserregend. Wie zum Beispiel die fortgeschrittene Digitalisierung. Die Überwachung ist lückenlos, denn Kameras gibt es überall und die Menschen tragen sogenannte Pods, ähnlich wie ein Handy, auf dem alles gespeichert ist. Dieser ist nicht nur Zahlungsmittel, wie wir es auch schon heute kennen, sondern darin verbirgt sich die komplette Identität seines jeweiligen Besitzers. Dieses Szenario weckt bei mir eher Besorgnis, denn so weit davon entfernt sind wir nicht. Als ich im Sommer in Schweden war, mochte ich schon die Vorstellung nicht, kein Bargeld zu verwenden, sondern selbst ein Eis oder eine Ansichtskarte mit der Kreditkarte, die auf meinem Handy gespeichert ist, zu bezahlen. Nicht mal ein U-Bahn Ticket bekommt man ohne Handy! Jeder Schritt und jeder Einkauf wird somit überwacht.
Originell fand ich hingegen die Idee ein Haus oder Möbel zu bauen, das aus dem 3-D Drucker kommt.

Mir hat diese Dystopie von Andreas Eschbach sehr gut gefallen. Die eher durchwachsenen Kritiken auf diversen Plattformen kann ich nicht ganz verstehen, obwohl auch ich das Ende ein bisschen bemängeln muss. Es kommt im Vergleich zur Geschichte, die mehr 500 Seiten hat, etwas zu schnell.

Fazit:
Ein interessanter Ausblick in die Zukunft mit all seinen Facetten, der dem Leser viele Denkansätze gibt. Eschbach hat mit seiner versteckten Gesellschaftskritik wieder einen Volltreffer gelandet. "Freiheitsgeld" regt auf jeden Fall zum Nachdenken an und ich empfehle es gerne weiter!

Vielen Dank an die Bloggerjury von Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar!

 

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