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Der Fluch des Blutaltars - Anne Grießer

    Die Bildrechte liegen beim Verlag


    • Broschiert: 336 Seiten
    • Verlag: Silberburg-Verlag GmbH; Auflage: 1 (1. April 2019)
    • ISBN-10: 3842521391
    • ISBN-13: 978-3842521391
    • Genre: Historischer Roman


Silberburg Kurzbeschreibung:
Im frühen 17. Jahrhundert ist im badischen Odenwald der Boden für eine verhängnisvolle Entwicklung bereitet. Die Anfangsjahre des Dreißigjährigen Krieges halten die Menschen in Schrecken und machen sie empfänglich für Aberglauben und magisches Denken. Beim Bau eines Reliquienaltars häufen sich merkwürdige Zwischenfälle, und der Bruder des Altarerbauers muss den Vorkommnissen auf den Grund gehen, damit Religion und Hexenwahn keine tödliche Kombination eingehen.

Meine Bewertung: * * * * undeinhalb


Buch zur Weltenbummler Challenge

Meine Meinung:
Es sind die Anfangsjahre des Dreißigjähriges Krieges. Im Odenwald ist der Aberglaube tief verwurzelt. Philipp Juncker ist der begabte Sohn eines Bildhauers, der einen Reliquienaltar für die Wallfahrtskirche in Walldürn bauen soll. Doch bei einem furchtbaren Unglück erblindet Philipp und sein älterer Bruder Zacharias soll nun an seiner statt den Altar schnitzen. Philipp hadert mit seinem Schicksal und fällt in eine tiefe Depression. Er verfällt zusehends in Selbstmitleid und schikaniert seine Familie, bis Zacharias ihm ein Ultimatum stellt....

Ich habe bereits "Das Heilige Blut" der Autorin gelesen und war begeistert. Es ist schade, dass Anne Grießer auch bei Liebhabern des historischen Romans noch sehr unbekannt ist. Sie schreibt fesselnd und versteht Spannung aufzubauen, denn auch in "Der Fluch des Blutadlers" kommt eine kleine kriminelle Prise durch. Auch diesmal greift die Autorin auf das Blutwunder von Walldürn zurück. Neben der Religion, die den einfachen Leuten zu dieser Zeit oft Hoffnung gibt, gewinnt der Aberglauben immer mehr an Bedeutung.
Durch Missernten und den andauernden Krieg verfallen die Menschen immer mehr dem Wunderglauben. Hexenprozesse häufen sich und auch auf dem Bau des Altars scheint ein Fluch zu liegen. Merkwürdige Zwischenfälle, die den Bau immer weiter verzögern, lassen die Menschen immer misstrauischer werden. Heimlich flüstern sie vom Blutaltar, der plötzlich fürchterlich stinken und über und über mit Blut besudelt sein soll. Hat hier etwa der Teufel seine Hand im Spiel?

Die Stimmung im Roman ist düster. Der anhaltende Krieg und der immer stärker werdende Aberglauben stürzt die Menschen oftmals ins Verderben. Zusätzliche Missernten und darauffolgende Hungersnöte sind ebenso Zunder für Hexenprozesse und -verbrennungen. Menschen, die andere anprangeren und sie in den Tod treiben gibt es leider seit Menschengedenken. Ob Philipp seiner großen Liebe Katharina helfen kann, als sie plötzlich ebenfalls als Hexe angeklagt wird? Muss er seine eigenen Überzeugungen nun überdenken?
Und warum bringt der Bau des Reliquienaltars immer wieder ungewollte Verzögerungen mit sich?

Was dahintersteckt und wer hier seine Hände im Spiel hat, müsst ihr aber selber lesen! Ich konnte das Buch - kaum angefangen - nicht mehr aus der Hand legen....

Generell sind die letzten Romane und Krimis, die ich aus dem eher unbekannten Silberburg Verlag gelesen habe, allesamt richtig tolle Bücher gewesen!

Charaktere:
Die Charaktere wurden bis hin zu den Nebenfiguren liebevoll ausgearbeitet und sind lebendig dargestellt. Die Entwicklung der Figuren, vorallem von Philipp, ist absolut gelungen. Emilia, die das Herz auf den rechten Fleck hat und Philipp immer treu zur Seite steht, ist zu meiner Lieblingsfigur geworden. Sie versucht Philipp zu überzeugen, dass hinter jedem mysteriösen Vorfall ein Mensch aus Fleisch und Blut steckt.

Schreibstil:
Anne Grießer schreibt fesselnd und bildhaft. Die Sprache ist der damaligen Zeit angeglichen. Die Charaktere sind facettenreich und lebendig dargestellt, haben Ecken und Kanten. Philipp ging mir anfangs mit seinem Selbstmitleid und seiner Ungerechtigkeit anderen Menschen gegenüber ganz schön auf die Nerven. Er entwickelt sich allerdings bis zum Ende hin weiter und wird erwachsen.

Der Roman wird aus der Sicht eines allwissenden Erzählers in der 3. Person erzählt. Über den jeweiligen Kapiteln stehen Orts- und Zeitangabe. Im Nachwort geht die Autorin noch näher auf die Hexenprozesse, das Stadtbild zu dieser Zeit und die Wallfahrtskirche ein und erzählt was Dichtung und Wahrheit ist.

Fazit:
Ein großartiger historischer Roman mit einer kleinen Kriminote und viel Aberglauben, der uns in die dunkle Zeit des Dreißigjährigen Krieges bringt. Facettenreiche Charaktere runden den fesselnden und bildhaften Schreibstil der Autorin ab. Von mir gibt es eine Leseempfehlung für wahre Freunde des historischen Genres.

Vielen Dank an den Silberburg Verlag für das Rezensionsexemplar und an die Autorin für die Begleitung der Leserunde

Das heilige Blut - Anne Grießer


    • Broschiert: 304 Seiten
    • Verlag: Sutton; Auflage: 1 (7. März 2014)
    • ISBN-10: 395400190X
    • ISBN-13: 978-3954001903
    • Genre: historischer Krimi, historischer Roman



Amazon Kurzbeschreibung:
Zu Unrecht des Diebstahls bezichtigt, muss die junge Magd Fronika aus Mainz fliehen. Im kleinen Städtchen Dürn im Odenwald, ganz am Rande des Erzbistums, soll ihr Großonkel als Leutpriester wohnen. Nach einer gefahrvollen Reise findet sie Zuflucht im Pfarrhaus. Doch ihr Glück währt nur kurz, wenige Tage später liegt der Priester im Sterben. Auf dem Totenbett beichtet er Fronika seine größte Sünde: Er hat das Blut Christi auf dem Altartuch vergossen und plötzlich erschien das Antlitz des Herrn auf dem Tuch, das er voller Furcht einfach versteckt hat. Seine fromme Nichte muss ihm versprechen, das Tuch zu bergen und in die richtigen Hände zu geben. Doch an wen soll sich Fronika wenden? Als das Korporale seine heilende Kraft zu zeigen beginnt, gerät sie in höchste Gefahr, denn alle wollen sich des wundertätigen Tuchs bemächtigen, Priester und Gauner, Gläubige und Skeptiker. Anne Grießer entwirft ein lebendiges Bild vom Streben einer jungen Frau im mittelalterlichen Walldürn zur Zeit der Anfänge der Wallfahrt, auf die sich bis heute Pilger aus Mainz, Köln und ganz Deutschland begeben.

Meine Bewertung: starke * * * * undeinhalb

Buch zur Weltenbummler Challenge

Buch zur einnmal um die Welt Challenge

Meine Meinung:
Seit etwas längerer Zeit habe ich wieder einmal einen historischen Roman - eigentlich ist dieses Buch eher ein historischer Krimi - der Ende des 14. Jahrhunderts spielt, gelesen. Die junge Magd Fronika wird zu Unrecht eines Diebstahls beschuldigt und muss Mainz verlassen. Sie flieht zum einzigen Verwandten, den sie noch hat, den Leutpriester Heinrich Otto, nach Dürn im Odenwald. Dort muss sie mit Entsetzen feststellen, dass ihr Großonkel im Sterben liegt und ihre Zukunft weiterhin im Dunklen liegt. Auf dem Sterbebett vertraut Heinrich Otto ihr seine größte Sünde an: Er hat während der Messfeier das Blut Christi auf dem Altartuch vergossen. Wie durch Zauberhand erschien darauf das Anlitz des gekreuzigten Jesus und einzelne Häupter Christi mit Dornenkrone. Voller Furcht hat er das Tuch versteckt und niemand etwas davon gesagt. Nun soll Fronika es behüten. Für das 14-jährige Mädchen, das zwar sehr gläubig erzogen wurde, ist dies eine große Last. In der kurzen Zeit, in der sie in Dürn lebt, kennt sie nur den jungen Boppo, mit dem sie sich angefreundet hat, dessen Mutter und Schwester Anna, eine Nonne, die dem Leutpfarrer seit seiner Krankheit den Haushalt führt. Doch Fronika ist nicht die Einzige, die vom Wundertuch weiß und schon bald gerät sie in große Gefahr. Wer ist der Fremde, der ihr das Leben gerettet hat und warum schleicht ihr Pfarrer Philipp Eugen immer hinterher und beobachtet sie? Außerdem sieht sie immer wieder den Geist von ihrem Großonkel, der die abergläubische Fronika in Furcht und Schrecken versetzt.
Als die ersten Morde passieren, weiß Fronika, dass sie auch in Dürn nicht bleiben kann....

Als Österreicherin war mir der Wallfahrtsort Walldürn nicht bekannt. Die Autorin hat es aber wunderbar verstanden mich nach dieser Geschichte so neugierig zu machen, dass ich im Internet nachrecheriert habe.
Wen es interessiert und wer nichts darüber weiß, kann hier *link* bei Wikipädia nachschlagen.

Die Geschichte um das verschwundene Bluttuch ist sehr spannend erzählt. Die Stimmung ist zu dieser Zeit sehr düster. Der Ort ist ärmlich, die Menschen sind sehr abergläubisch...sie streuen Salz vor die Tür aus Angst vor dem Teufel, obwohl sie selbst kaum zu Essen haben. Natürlich gibt es auch in dieser Geschichte jede Menge Bösewichte, manche davon sind auf den ersten Blick erkennbar, andere tarnen ihr wahres Ich hinter einer frommen oder freundlichen Maske. Der Aberglaube und die etwas mystische Stimmung lässt es einen oft kalt über den Buckel laufen...

Schreibstil:
Die Autorin versteht es hervorragend Spannung aufzubauen. Der Schreibstil ist der damaligen Zeit angepasst. Die Charaktere sind wunderbar beschrieben. Fronika ist ein einfaches Mädchen, das weder lesen noch schreiben kann. Sie ist aber trotzdem nicht dumm, oft nur etwas naiv und gutgläubig, sowie sehr gläubig und trotzdem auch abergläubisch. Es ist die Zeit vor der Reformation und die einfachen Leute erhalten ihren Lebensmut oft nur durch die Religion.

Anne Grießer hat die Geschichte rund um das Blutwunder von Walldürn sehr glaubhaft und fesselnd erzählt. Sie hat ihre eigenen Personen erfundenen und jene, die tatsächlich gelebt haben, wunderbar verwoben und einen atmosphärisch historischen Krimi geschrieben.

Fazit:
Wer gerne historisch liest, Krimis mag und ein bisschen mehr über den Grund der Wallfahrt nach Walldürn wissen möchte, dem empfehle ich diesen Roman gerne weiter!



Ich danke den Sutton Verlag
für die Bereitsstellung des Rezensionsexemplares
 

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